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M 57

1912

Erites Blatt

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die teilte theologische Fakultät be-

Die NationalliLeraleu

And die Präsidente«W«hl.

Marburg

Freitag, 8 März

Berli«, 8. Marz. In einem Artikel derNationallibereilen Korrefp." nimmt der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses Dr. Krause zu der bevorstehenden endgiltigen Wahl der Reichstags- präfidiums Stellung. Die Tatsache, daß die Sozialdemokratie bet der Besetzung der Kommissionen und der leitenden Stellungen in den Kommisstsnen als gleichberechtigte Partei behandelt werde, rechtfertige keineswegs den Schluß, daß sie Anspruch auf den Prä- sidentenposten habe. Denn einmal seien die Geschäfte des Präfi­

Brüx, 6. März. Die Union der Bergarbeiter Oesterreichs überreichte den Betriebsleitungen aller Braunkohlenschächte in den Dergamtsbezirken Brüt und Komotau und Tevlih folgende Forderungen: 25prozentige Erhöhung der Akkordlöhne für Hauer im Abbau und auf der Strecke, wobei jeder Hauer mindestens 4ya Kronen in der Schicht verdienen muß und 25prozentige Erhöhung der Schichtlöhne und Nkkordgedingen aller übrigen Gruben« arbeiter und Tagesarbeiter. Die Beantwortung der Forderungen wird bis zum 14. MÄz erwartet.

T,eCbiTheffifd?! Zeitung- erschein: täglich mit Luenatzutr der »unn» und Feiertage. Ter^ Bezugspreis betrögt vierteljährlich durch die Post bezogen 8.25 <* (ohne Bestellgelds, oet unseren ZeitungSstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei inS HauS. (Kür unver­langt zugeiandte Manuskrivts übernimmt die Nedaktion keinerlei Aerantwortung). Druck und Berlag der Univ.-Bucbdruckerei I. A. Koch (Jnb.: Dr. C. Hitzersth), Markt 21. Telephon 65.

die gespaltene Zeile oder deren vtaum l» bei amtlichen und auLwärtii ** ' --

denken innerhalb des Parlament» nicht eigentlich politischer Art. Da ferner die Zahl der Präsidenten auf drei beschränkt sei, könne« nicht alle Fraktionen im Präsidium vertreten sein. Für alle Frak« tionen aber, welche Anspruch auf den Präsidenten machen, müssen die Voraussetzungen für die Uebernahme des Amtes die gleiche« sein, neben der Geschäftsordnung auch die parlamentarische Tra« dition zu beobachten. Die Artikel schließt: Die Sozialdemokratie wird die von jedem Präsidenten zu erfüllenden Pflichten nicht übernehmen und schließt sich damit selbst vom Präsidium aus. 6» kann nicht zugelassen werden, daß ein Präsident sich seinen Pflich­ten entzieht, und es entsprach deshalb auch der Sachlage, wenn der Kaiser den Empfang von nur zwei Präsidenten ablehnte.

Der französische Kriegsminifter redet.

Man muß e» den Franzosen lassen, sie haben enorme Anstrengungen gemacht, um die Schlagfertigkeit ihrer Armee aufs denkbar größte May zu steigern. Wenn es sich um die Landesverteidigung handelt, steht das gesamte Volk einmütig zusammen. Wie opferfreudig es dabei ist, zeigt, daß die kürzlich eingeleitete Sammlung für das Militärflugwesen bereit, den Betrag von einer Million Francs überschritten hat, ganz zu schweb gen von den großen Stiftungen von privater Seite, von Behörden und Gesellschaften. E» ist daher an sich auch zu begreifen, wenn der Kriegs­minister, stolz auf diese Tatsachen sich zu einem überschwänglichen Lob« der ftanzösischen Armee versteigt. Bei einem Bankett der militärischen Fachpresse hielt er eine Rede, in der er unter anderem ausführte:Rich» vergebens sind die 40 Jahre seit dem Frankreich widerfahrenen Unheil verflossen. Die Opfer, die die Republik und das Land für die Arm« brachte, waren nicht unnütz. Ohne herausfordernde Prahlereien und ohne Großsprecherei können und sollen wir sagen, daß wir Vertrauen aus unsere Armee haben. In den unerträglichen Tagen des vorigen Jahres hat dies Land gezeigt, daß es ruhig war, weil es der Kraft seiner Arm« sicher war. Wenn man ein solches Vertrauen hat, muß man es auch zei- ßen. Deshalb habe ich den Mitgliedern dieser Armee gesagt: Ja, das Land, die Republik hat volles Vertrauen zu ihnen, und sie begreifen, daß nur ihre Vorgesetzten ihr« Fähigkeiten und ihr Ansprüche auf Beförde- rung beurteilen können. Zum Schlüsse erklärte Millerand, daß das von ihm eingebrachte Gesetz über das Militärflugwesen raschesten» verwirk­licht werden müsse und daß er deshalb wie bei allen Fragen, die die Vor- bereitung des Krieges betreffen, den Beistand der Preffe angerufen habe. Er hoffe, daß er dies« Vorbereitungen nicht zu verwenden habe, und, da das beste Mittel dazu ein« gefürchtete und für jedes Ereignis bereite Armee sei, rechn« er dabei auf die Press« und di« öffentliche Meinung, die große Gebieterin."

Deutsches Reich.

Vom Kaiser. Cuxhaven, 6. März. DieDeutschland" ist mit dem Kaiser an Bord um 4y2 Uhr vor Cuxhaven eingetroffen und bei Altenbruch vor Anker gegangen. Cuxhaven ist reich ae- schmückt. Das Wetter ist bester.

Die Wehrvorlagen. Berlin, 6. März. DerBerl. L.-A." meldet: Nachdem das preußische Staatsministerium sich am Man- tag mit den beiden Wehrvorlagen beschäftigte, gingen diese dem Bundesrate zu und werden in den nächsten Tagen halbamtlich ver­öffentlicht werden. Die Flottenvorlage bringt das dritte aktiv« Geschwader, das gewonnen wird durch Verzicht auf die Material» reserve und schließlich durch den Neubau von drei Linienschiffen und zwei kleinen Kreuzern. Die Ausgaben beginnen mit 15 Mil­lionen und steigen in 5 Jahren auf 43 Millionen. Der Reichs­kanzler fetzte sich jetzt erst mit den Finanzministern der Einzel« staaten in Verbindung. Die Deckungsfroge schwebt affo noch voll­ständig im Dunkeln. Am Samstag treffen der .Köln. Ztg." zu­folge die Minister der Einzelstaaten ru einer Konferenz mit dem Reichskanzler und dem Reichsschatzsekretär in Berlin ein. Amt­liche Auskunft über diesen Gegenstand wird zur Zeit nicht erteilt.

Die Mahl in Bingen-Alzey beanstandet. Berlin, 6. März. Die Wahlprüfungskommisfion des Reichstages beanstandete in ihrer heutigen Sitzung die Wahl tes Abg. Dr. Becker (Hesten 8) und beschloß Beweiserhebung. Die Wahl des Abg. Dunajskt in Danzig 5 (Pole) und die des Abg. Jckler in Hannover 12 (Natl.) wurde für gültig erklärt.

Zur angeblichen Verlegung des Verbandes der AufflS« rungsschiffe von Kiel nach Wilhelmshaven. Berlin, 6. März. Ei« Berliner Blatt schreibt, daß die Marineverwaltung beabsichtige, den Verband der Aufklärungsschiffe der Hochseeflotte, vier groß« und seüs kleine Kreuzer, vom 1. April ab von Kiel nach Wil- helmshaven zu verlegen und somit dauernd in der Nordsee zu stationieren. An amtlicher Stelle wird uns auf Anfrage mit­geteilt, daß die Nachricht bezüglich der Zahl der Schiffe unzutref­fend und hinsichtlich des Zeitpunktes der eventuellen Verlegung einzelner Schiffe verfrüht ist. Wahr ist nur, daß Erwägungen tut# gestellt worden, aber keineswegs abgefcklosten find, ob früher oder später einige große Kreuzer zweckmäßig statt in Kiel in Wilhelms­haven zu stationieren sein werden. Damit fallen auch alle sonsti­gen Kombinationen, die das Berliner Blatt an diese Meldung anknüpft.

Nichtbestätigung eines sozialdemokratischen Bürgermeister«. München, 6. März. Wie dieMünch. Post" meldet, ist dem zum Bürgermeister von Peißenberg gewählten Sozialdemokraten Hirsch vom Ministerium de» Innern in letzter Instanz die Bestätigung versagt worden.

Da» 8. deutsche Sängerbundessest. Nürnberg, 5. März. Die Be­teiligung an dem 8. deutschen Sängerbundesfest in Nürnberg, 27. bi» 31. Juli d. Is.. wird sehr stark weiden. Obgleich noch mehrer« An» m«ldung«n ausstehen, insbesondere aus der Rheinprovinz, haben sich bis jetzt von 1700 Vereinen über 34 000 Sängerangemeldet, di« 1100 Fahnen mitbringen werden. Die Festteilnehmer verteilen sich auf fol­gende Landesteile: Baden 650, Provinz Brandenburg 830, Bremen 830,

Zur Lage in China.

London, 6. März. DieTimes" meldet aus Peking vom 5. März: Antekunghui, der Minister des Auswärtigen im Nan­kinger Kabinett, hat dem diplomatischen Korps in Peking feine Absicht mitgeteilt, zur Widerherstellung der Ordnung Truppen zu senden. Das diplomatische Korps ist der Meinung, daß die Ent­sendung von Truppen aus dem Süden die Verwirrung nur ver­mehren würde, zumal Berichte aus Kiukiang und anderen Orten im Pangtsetale erkennen lasten, daß die Truppen im Süden ebenso disziplinlos sind wie die im Norden. Die Delegierten aus Nan« king erkennen die Unzweckmäßigkeit jenes Vorschlages an.

London, 6. März. Das Reutersche Bureau meldet aus Tientsin vom 3. ds. Mts.: 800 Mann japanische Truppen trafen heute morgen in Chingwantao ein, wohin sie von Port Arthur durch Lastschiffe gebracht worden sind. Vier Kreuzer mit diesen Truppen werden in Tientsin um Mitternacht erwartet. Weitere 500 Mann japanischer Truppen haben Mukden auf dem Wege nach Tientsin verlaßen. Vier Delegierte der Regierung in Nanking sind aus Peking wieder in Nanking eingetroffen. In ihrer Be­gleitung befinden sich zwei von Inanschikai ernanute Delegierte, die in Nanking die Verhandlungen über die Bildung einer Koa« litionsreaierung fortsstzen sollen.

Peking, 6. März. Die Delegierten aus Nanking erklären, daß die Inauguration der Republik in Nanking und die Bildung des Kabinetts in Pekina stattftnden soll. Juanschikai werde sich im September nach Nanking begeben.

Peking, 6. März. Auf einer Tour, die der anglikanische Bischof von Nordchina, Dr. Scott, am 29. Februar von Paotingfu durch seine Diözese angetreten hatte, kam es am 4. März zu Strei­tigkeiten mit Aufständischen, die den Wagen und die fluatiere der Missionare mit Beschlag belegen wollten. Der Missionar Day wurde von den Soldaten erschosten, die Herren Hughes und Scott sind unverletzt.

Tie Bemarbeiterbewegunq.

Die englische Regierung gibt sich die größtmöglichste Mühe, um die Gegensätze zwischen den Kohlenwerksbefitzern und den streiklustigen Bergarbeitern auszugleichen. Die Beratungen über die Lage werden jetzt hauptsächlich v«m Jndustrierat ge­führt, der seit Montag eine Reihe von Sitzungen gehalten und ein Komitee gebildet hat, das mit den Ministern konferiert. Der ausführende Ausschuß der Bergarbeiter ist gestern wieder zusam­mengetreten und heute treffen die Arbeitgeber in London ein. Man legt der Tatsache Bedeutung bei, daß die Grubenbesitzer von Eüdwales, die das Prinzip der Minimallöhne bisher bekämpft haben, telegraphisch aufgefordert worden sind, nach London zu kommen. Man erwartet einen neuen Vermittlungsversuch der Regierung. Es wird angekündigt, daß kein Sympathiestreik der Eisenbahner und der Transportarbeiter stattfinden wird. Die Zahl der Arbeiter anderer Industrien, die infolge des Streiks feiern müsten, wird auf 350 000 bis 400 000 angegeben. Der Par­lamentsberichterstatter derDaily News" berichtet, daß zwischen den Bergarbeitern und der Arbeiterpartei sowie die übrigen Ee- werkschaftsverbänden starke Differenzen herrschen. Die Arbeiter­partei und die übrigen Eewerkschaftsverbände seien mit der Ab­lehnung der Regierungsvorschläge durch die Arbeiter keineswegs einverstanden. Dieselben erblickten in der Anerkennung des Prin­zips des Minimallohnes einen großen Erfolg und wünschten drin­gend, daß die Bergarbeiter in eine Diskussion der Lohnsätze ein­treten. Die plötzliche Abreise von Delegierten der Bergarbeiter aus den schottischen Distrikten ermutigt allgemein zu der An­nahme, daß die englische Exekutive den Plan zu einer neuen nationalen Konferenz entworfen hat. In einigen Distrikten ist übrigens die Lage infolge des Streiks recht kritisch. So find # neuerdings infolge der Haltung der Ausständigen zwei größere Kohlenbergwerke, im Swansea-Distrikt außer Stande das Master auszupumpen. Wenn der Streik nur noch ein paar Tage länger L dauert, so wird das Ausdocken zwei Monate in Anspruch nehmen. Die Schifsbesitzer der Nordostküste bieten für Bunkerkohlen un­gewöhnliche Preise. Der Kokspreis ist bis auf 30 Schilling pro Tonne in die Höhe gegangen und ist der höchste seit 20 Jahren. Im TynÄnstrikt werden fortgesetzt Werke geschlossen. Die Zahl der beschäftigungslosen Arbeiter wurde auf 2300 geschätzt. Am Tee? Flusse arbeiten nur noch 9 von 74 Hochöfen.

Die Krisis beschäftigt selbstredend auch die Parlamentarier. Es liegen darüber folgende Meldungen vor:

London, 6. März. Im Unterhaus fragte Bourgoyne, ob die Arbeiterstrelks die Fertigstellung der im Bau befindlichen Schlachtschiffe hinausschieben könnten. Churchill erwiderte, er fürchte, daß der Bau aller Schiffe verzögert werde, wenn die Ar­beiterausstände andauerten.

London. 6. März. Premierminister Asguith erklärte im Unterbause in Beantwortung von Anfragen, die in einem libe­ralen Blatt gebrachte Meldung, die Regierung beabsichtige morgen eine Vorlage betreffend den Mindestlobn einzubringen, sei reine Erfindung. Die Regierung sei darauf bedacht, daß das Haus den Kohlenarbeiterstreik bespreche, doch könne er feinen Tag für d'e Diskussion festietzen, da die Lage sehr heikel sei. Er hoffe auch heute nachmittag mit den Vertretern der Arbeiter zusammen­zukommen.

Was die Bergarbeiterbeweauna in Deuffchland anlangt, so liegt ietrt, allerdings vorläufig noch unbeglaubiat. eine Meldung not, die di» Lage unter den Ruhrberoleuten als kritisch bezeichnet. Augenblicklich allerdings fei noch alles unverändert und her Streik auf die ZecheScharnhorst" beschränkt, die nur eine Schicht fahren läßt. Es wird jedoch behauptet, daß im Dortmunder Renier die Bergleute nur deshalb die Arbeit wieder ausgenommen haben, weil einige radikale Führer erklärten, sie sollten noch fünf Tage warten, um dann mit elementarer Gewalt einheit­lich a uf dem Kamvfvlab« zu erscheinen. Die radi­kalen Führer sollen erklärt haben, daß am Montag der Streik losbricht. Demoegenüber wird aus leitenden Krei­sen des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter erneut versichert, daß dieser sich nicht vom Wege der Pflicht abdrängen laste. Er werde seine Ruhe behaupten, und das werde sein« wohltätig« Wirkung nicht verfehlen.

Wenn allerdsnas andere Zeitunasmeldungen zutreffen sollten, wonach etwa 400 ("?) Gendarmeriewachtmeister aus he^> Reiche zur Aufrechterhaltung her Ordnung in das Rubrkoblenrenier ab­gereist feien, so dürfte die Laae doch schon einen recht ernsten Cha­rakter tragen. Es kommt vorderhand vor allem darauf an. wie die Antworten, die jetzt von den 100 Zechen an die ftineneit die Eingabe d«s Bergarbeiterdreibundes gerichtet wo-d«n ist, ein­gelaufen sind, von den Bergleuten aufoefaßt werden. Die zu­sammenfastende Dorstellun« der inhaltlich verschiedenen Ant­worten wird baldigst veröffentlicht werden.

Großer Rat, gewistermaßen als Generalversammlung. Diele Be­hörden hatten die Aufgabe, die äußeren Dinge der Universität zu regeln. Davon, ob die Frankfurter Stellen auf diese Bedingungen eingehen würden, sei es abhängig, ob der Minister die Verleihung des allerhöchsten Privilegs beantrage.

Mit «umrahme der Vertreters der Fartlchrittlichen yolks- partei wurden von sämtlichen Fraktionen ernste Bedenken Kegen die Gründung erhoben, namentlich in staatsrechtlicher Beziehung, und es wurde verlangt, daß die Gründung von einem Geietz ab- HSnßig gemacht würde. Die Gründung der Universität ohne Zu- stimmung der Faktoren der Gesetzgebung wnrde als konstitu­tionelles Monstrum bezeichnet. Es wnrde oleichfalls darauf hin­gewiesen, daß eine Universität, die keine theologische Fakultät be« fitze, keine richtige Universttät sei.

Politische Umschau.

Zur Frankfurter Universttätsfrage.

Berlin, 6. März. In der Budgetkommission des Abgeord­netenhauses äußerte sich der Minister eingehend über die Einrich­tung einer Universität in Frankfurt a. M. Die Frankfurter An­träge habe die Regierung nicht von vornherein abweifen können. Sie werde aber nur dann darauf naher eingehen, wenn sicher- gestellt sei, daß die Universität eine Veranstaltung des Staates und in ihren Anstalten, ihrer Verwaltung und der ganzen Orga­nisation nach denselben Grundsätzen wie die anderen Universitäten gebildet sei. Nachdem die Franffurter Unterhändler sich bereit­gefunden hätten, auf dieser Grundlage weiterzuverhandeln, habe der Minister durch Kommissare prüfen und untersuchen lasten, ob die Vorberdingungen für eine Universität in Frankfurt a. M. vor­handen seien. Die Prüfung hätte ein günstiges Resultat ergeben. Die Universität soll in wissenschaftlicher Lehre und Forschung frei bleiben vom Stifter. Sie ist ins Leben zu rufen durch allerhöchstes Privileg. Für den Erlaß des Statuts fei der König, für das Fakx^ätsstatnt der Minister zuständig. Die Ernennung soll in dscfelbc" Weise erfolgen wie bei den anderen Universitäten, näm­lich in dec Weise, daß die Fakultät die übliche Dreizahl vorschlage, ohne daß der Minister dadurch gebunden sei. Der Unterschied zwi­schen der Frankfurter Universität und anderen Universitäten würde lediglich därin liegen, daß sie nicht vom Staate, sondern von Privaten unterhalten werden solle. Es handle sich nicht um fortlaufende jährliche Subventionen durch die Stadt Frankfurt, die den Etat abhängig machen würden von dem Beschluß, der Stadtverordnetenversammlung. Eine Anzahl Stifter in Frank­furt a. M., u. a. das Institut für Gemeinwohl, die Senckenbergsche Stiftung und das Sternfche Medizinische Institut, würden zusam- mentreten, um die gesamten Mittel zur Berfügung |u stellen, so daß die Universität unabhängig gestellt wird von irgendwelchen Beschlüsten. D?e Organe der Universität »erben die gleichen sein wie bet anderen Universitäten: Senat und Fakultät. Statt des Kurators würde ein Kollegium an der Spitze stehen und ein

mit dem Krersblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .^Landwirtschaftliche Beilage-.

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