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Tie Beroardcitcrbeweauna.

Der Streik der englischen Kohlenarbeiter zieht immer weitere Kreise. Andauernd kommen Nachrichten über die Schließung von Fabriken und die Stillegung öffentlicher wie privater Werke aus allen Teilen des Landes, besonders jedoch aus den Eisenindustrie­bezirken. Der Schiffsverkehr, hauptsächlich die Küstenschiffahrt, wird immer unregelmäßiger. Die Zahl der jetzt wegen Kohlen­mangels feiernden Arbeiter wird auf 270 000 geschätzt, abgesehen von den Bergarbeitern. Die Eiscnbahngesellschaften lassen 2000 Züge weniger als gewöhnlich laufen. Große llnzuträglichkeiten gab es in den Morgenstunden, wo die Leute nach London zu ihrem Tagewerk fahren, auf den südlichen Linien und den Vorortbahnen. Der Betrieb der Dampfschifflinie Folkestone-Boulogne ist ein­gestellt worden. Aus Castellon de la Plana in Spanien wird ge­meldet: Infolge des Streiks der englischen Bergarbeiter mußten die für die Ausfuhr von Orangen und Gemüse bestimmten zahl­reichen Dampfer ihren Dienst einstellen. Die Landwirte sind vom Ruin bedroht und Tausende von Arbeitern beschäftigungslos.

Die Verhandlungen scheinen nun doch aus einige Schwierig­keiten gestoßen zu sein, und es ist die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, daß der Ausstand einen gefährlicheren Charakter annimmt. Premierminister Asquith gab am Montag über den Streik in der Kohlenindustrie im Unterhause eine längere Er­klärung ab, in der er den ganzen Verlauf der Verhandlungen dar­stellte und sagte: Die Regierung habe von Anfang an die ver­schiedenen Phasen des Streites genau verfolgt. Der Minister zollte der Geschicklichkeit und ruhigen, kühlen Gelasienheit, mit der beide Seiten ihre Sache vertreten hätten, seine Anerkennung. Er bestritt, daß er in einer Ansprache an die Vertreter der Berg­arbeiter am 29. Februar yon einem Lohnminimum im Kohlen­gebiet als dem ersten Schritt zur Einführung des Minimallohnes durch die Gesetzgebung auch in den anderen Industrien gesprochen habe. Er pflege sich nicht in einen kleinen Flirt mit dem Sozialis­mus einzulassen und alsdann zu versuchen, es dem Publikum zu verheimlichen, in welcher Weise er seine Zeit zugebracht habe. (Heiterkeit.) Ausführlich behandelte Asquith die Frage, wie die Verhandlungen zum Stillstand gekommen sind, insbesondere auch die Weigerung der Bergarbeiter, ihren Plan bezüglich der Mi­nimallöhne einer Revision und Besprechung zu unterbreiten. Er hoffe und glaube, daß die Zeit eine Annäherung der Standpunkte beider Parteien und die Möglichkeit eines Ausgleiches bringen werde, die in der letzten Woche so fern zu liegen schien. Die Re­gierung werde fortfahren, sich in dieser Richtung zu bemühen. Sie sei nicht müßig gewesen und habe die von beiden Seiten ausge­stellten Sätze sorgfältig geprüft. Das Haus werde darin Lberein- stimmen, daß das die Pflicht und Schuldigkeit der Negierung ge­wesen sei. Die Vetriebeinstellungen der Zechen hätten begonnen; die Folgen für die Wohlfahrt und die Existenz des Landes seien so furchtbar, wie man sie nur immer habe voraussehen können. Er bitte das Haus, wenn es meine, daß die Regierung die ihr übertragene Aufgabe in ihrer ganzen Schwere eingeschätzt habe, die Frage heute nicht zu besprechen, obgleich es wahrscheinlich not­wendig werden würde, die ganze Frage später zum Gegenstände einer Debatte zu machen. (Beifall.) Asquith schloß: Ich beklage mehr als jeder andere, daß unsere Anstrengungen, eine nationale Katastrophe abzuwenden, so wenig gefruchtet haben. Die Verant­wortung, die auf den Schultern derer ruhen wird, die es in ihrer Macht haben, dies schreckliche nationale Unglück zu beschränken, und die diese Macht nicht voll ausnutzen, wird in der Geschichte nicht ihresgleichen haben. (Stürmischer Beifall.)

In Deutschland hat der englische Kohlenarbeiterstreik noch keine Folgen gehabt. Zuerst war die Frage eines deutschen Sym­pathiestreiks aufgetaucht. Da sind einige Zahlen über die Gewerk­schaftsverhältnisse der deutschen Bergarbeiter interesiant. Im ganzen Reiche werden die Mitglieder des sozialdemokratischen Bergarbeiterverbandes, der größten deutschen Bergarbeiterorgani­sation, geschätzt auf nicht mehr als 150 000, die des christlichen Werkvereins, der zweitgrößten deutschen Bergarbeiterorganisation, vielleicht auf 90 000. Organisiert sind also zusammen noch nicht ganz 250 000. Die Zahl aber der Arbeitnehmer des deutschen Bergbaues überhaupt, die in der Knappschastsberufsgenossenschast zusammengefaßt sind, beträgt etwa 826 000. Im niederrheinisch- westfälischen Industriegebiet allein wird die Gesamtbelegschaft rund 360 000 betragen, die Zahl der Organisierten etwa 160 000. Run wird der christliche Werkverein nach seiner ausdrücklichen Er­klärung jetzt keine Lohnbewegung mitmachen. Die Mittel aber des sozialdemokratischen Vereins allein, die durch Streiks im vorigen Jahre noch geschwächt find und 3% Millionen Mark be­tragen, reichen nicht aus. Die Leitung des 50 000 Mitglieder zählenden Rheinisch-Westfälischen Verbandes evangelischer Ar­beitervereine warnt seine Mitglieder dringend vor der Beteili­gung an ungenügend begründeten und daher ausfichtslosen Streiks, durch die die Sache der Arbeiter nur geschädigt werde. Die deut­schen Arbeiter hätten keine Veranlassung, zugunsten der deutsch­feindlichen englischen Industrie oder des Agitationsbedürfnisses der sozialdemokratischen Partei in einen Streik einzutreten.

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Der Krieg um Tripolis.

Tripoli», 5. März (Agenzia Stefan!.) Gestern früh brach ein erythräisches Bataillon, eine Abteilung Kavallerie und ein« Gruppe Kamelreiter von Tripolis auf und zog über Ain Zara gegen Birel Turk, Um den Ort, der al» Bir Redancenif bezeichnet wird, zu erkunden. Von

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

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DieLberhessische Zeitlin," erscheint täglich mit Kuknahme der tzronn» und Feiertage. Der Bezüäsp-reir beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 JL lohne Bestellgeld), oer unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <M frei in» Haus. (Für unver­langt zngesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Jnb.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Donnerstag. 7. März

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 -3, für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt alS Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Post- scheckoerkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

47. Jahr,.

1912.

Grftes Matt.

hier aus waren nämlich, wie man annahm, Gruppen von Türken und Arabern ausgezogen, um Ain Zara nachts durch Schüsse zu beunruhigen und Plünderer in di« Oase von Tadjura zu entsenden. An dem Ort an­gekommen, ging von dem Bataillon ein« in Reihen detachierteKompagnie, und eine Kavallerieabteilung zum Schutz der rechten Flanke vor. Der Ort wurde jedoch verlaflen gesunden, man fand aber Spuren eines kurz vorher verlasienen Lagers. Es war 11 Uhr vormittags, als plötzlich die auf dem rechten Flügel stehende Kompagnie von etwa dreihundertArabern angegriffen wurde, die augenscheinlich beabsichtigten, die rechte Flanke des Bataillons zu umgehen, um den Rückzug nach Ain Zara abzuschnei­den. Di« Kompanie nahm den Kampf sofort mit einem großen Feuer auf. Da aber der Feind ständig stärker wurde und seine Umgehungsbe­wegung mit Nachdruck sortfetzte, gab der Befehlshaber des Bataillons den Kompanien den Befehl, gegen die bedrohte rechte Flanke nacheinan­der aufzumorschieren, um das Manöver des Feindes zu vereiteln und di« Verbindung mit Ain Zara aufrechtzuerhalten. Der Kampf dauerte bis 5 Uhr nachmittags, bis die Askari eine beherrschende Stellung gefunden hatten, worauf sie sich ordnen und den Feind zum Rückzug zwingen konn­ten. Das Bataillon kehrte nachts nach Ain Zara und von da nach Tri­polis zurück. Es fübrte neun Tote und 28 Verwundete, die es während des Tages verloren hatte, mit sich, ebenso deren Waffen und Munition. Die Verluste des Feindes betrugen über 100 Tote.

Tripolis, 5. März. (Agenzia Stefans.) Zu dem Kampfe bei Derna am 3. März wird gemeldet, daß der Feind ein« Front von über vier Kilometern entwickelte und Artillerie und Maschinengewehre in Tätigkeit treten ließ. Im letzten Augenblick ließen die Türken alle Re­serven an dem Kampfe teilnehmen, die durch die italienische Artillerie große Verluste erlitten. Unter den Gefallenen befinden sich viele tür­kische Offiziere. Die italienischen Soldaten haben Taten persönlichen Heldenmutes vollbracht.

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Politische Umschau.

Ministerpräsident Frhr. v. Hertling

gab in der gestrigen Kammersitzung eine Erklärung ab. er und die Mi­nister gehörten keiner politischen Partei an, und das Ministerum sei nicht als ein parlamentarisches anzusehen. Die Regierung müffe aber im Parlament« ein« Mehrheit haben. Das Ministerium fei einheitlich. Es werde vor allem die Autorität des Staates und der allein berechtigten verfasiungsmäßigen Monarchie Hochhalten. Die christliche Religion solle geschützt werden und die Grundlage des Erziehungswesens bilden. Der Reichsgedanke sollt« in Payern gekräftigt werden. Das Besteuerungs­recht des Reiches sollte nicht auf das Besteuerungsgebiet der Bundes­staaten ausgedehnt werden. Die ungeminderte Finanzhoheit der Einzel- staaten fei schlechterdings erforderlich, weil ohne sie di« Kultuvauf- gaben nicht erfüllt werden könnten. Wie Krone und Negierung bisher die Empfindungen und die Rechte der protestantischen Bevölkerung ge­achtet haben, so solle es bleiben. Der Minister versprach Landwirtschaft, Industrie und Mittelstand, sowie der Pflege von Kunst und Wissenschaft die Teilnahme der Regierung und betont zum Schluß, imß die Regierung Bestrebungen, di« die staatliche Ordnung zu erschüttern droh­ten, die schärfste Abwehr entgegensetzen werde.

Die Gegensätze in der Nationalliberalen Partei.

Entgegen den nationalliberalen Vereinen von Leipzig und Anna- berg hat der nationalliberale Verein von Plauen sein« Mißbilligung der Haltung der Fraktion bei der Präsidentenwahl im Reichstag« aus­gesprochen. Der Plauener Verein, der auf dem rechten Flügel der Nationalliberalen steht und der ja auch bei der N<üchstagswahl das Ab­kommen mit den Fortschrittlern nicht mitmachte, faßte «ine Resolution, in der erdie Stellungnahme eines Teiles der nationalliberalen Reichs- taasfraktiou bei der Wahl des Präsidiums, ganz besonders di« Abgabe vo.i rauona' iberalen Stimmen für die Sozialdemokratie bei der Wahl der beiden Präsidenten bedauert. Die Wahlkreistagung hofft, daß die Fraktion bei der endgültigen Wahl sich wieder auf die alten Grundsätze der Partei stellen werde."

Das nationalliberale Zentralkomitee Westfalens hat einen einstim­migen Protest an die Reichstagsfraktion gerichtet. Das Komitee hält es für unbegreiflich, daß nationalliberal« Männ«r für Bebel al» Prä­sidenten haben stimmen können.Wer diesen fanatischen Bekämpfer des nationalen Staates und der Monarchie zur höchsten Würde des deutschen Bürgertums berufen will, vergißt alle nationalen und liberalen Uebrr- lieferungen der Partei und läuft Gefahr, sich außerhalb derselben zu stellen. Auch die Wahl des Herrn Scheidemann zum Vizepräsidenten können mir nicht billigen. Wir erblicken in ihr eine weitere verderb­liche Folge des Drängens der jungliberalen Elemente nach links, das die Grenzlinien gegenüber der Ilmsturzpartei verwischt und dadurch ein verständiges Zusammenarbeiten mit den recht» gerichteten Parteien zu verhindern sucht." Das Komitee erwartet, daß die Partei aus den Stim­mungen und Verstimmungen heraus wieder zu einer positiven bürger­lichen Politik kommt.

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schulen den Gymnasien und Oberrealschulen gleichzustellen. Ei» solcher Antrag der sächsischen Regierung soll dem Bundesrate be- reits vorliegen.

Stellungnahme der Reichspost zur Flugpost Bork-Brück. An zuständiger Stelle wird Wert auf die Feststellung gelegt, daß die Reichspostverwaltung der vom Verkehrsverein in Brück zwi­schen den Orten Bork und Brück in der Mark eingerichteten Flug­post völlig fernsteht. Es handelt sich lediglich um eine private Unternehmung des genannten Verkehrsvereins, die mit den ge­setzlichen Vorschriften nicht kollidiert, da der Ort Bork keine eigene Poststelle hat. Die Beförderung der Postsachen erfolgt auf Gefahr des Vereins, der sie durch seinen Flieger nach Brück befördern und dort zur Post gehen läßt. Die Verantwortung der Postbehörde beginnt erst mit dem Augenblick der üblichen Aufgabe der Sachen am Schalter oder durch Einwurf in den Briefkasten. Die Reichs­postverwaltung, deren grundsätzlich ablehnende Stellung zur Flug­postfrage im gegenwärtigen Stadium der Flugtechnik bekannt ist, gibt weder Marken für die Flugpost Bork-Brück aus, noch ist sie sonst in einer Weise durch Entsendung von Beamten zur In­empfangnahme der Postsachen an ihrer Durchführung beteiligt, da es sich um eine rein lokale, allgemeinen Wert völligentbehrende Einrichtung handelt, die überdies vorläufig nur an Sonntagen in Funktion tritt, an denen die Postämter geschlossen find.

Zur Aufstellung des Etats. Berlin, 1. März. DieKöln. Bolksztg." hatte in einem ArtikelDie Kosten der neuen Wehr­vorlagen und ihre Deckung" die Einahmen an Zöllen und Steuern nach ihrer Veranschlagung in den Etats für 1910 und 1911 und den Etatentwurf für 1912 gegenübergestellt der wirklichen Ein­nahme im Rechnungsjahr 1910 in den ersten zehn Monaten des Rechnungsjahres 1911, sowie der aus letzterer durch einen Zuschlag von Zweizehntel der berechneten mutmaßlichen Einnahme im ganzen Etatsjahre 1911. Zählt man die so berechneten Summen für das Jahr 1911 zusammen, so ergeben sich 1652,4 Millionen Mark. Der Etatanschlag für 1912 beträgt dagegen 1548,7 Milli­onen. Daraus wird gefolgert, daß der Etat versteckte Ueberschüsse enthielte und die Einnahmen um 100 bis 120 Millionen höher eingesetzt werden könnten. Demgeaenüber bemerkt dieRordd. Allg. Ztg", daß das nur kalkulatorisch stimme, aber nicht tatsäch­lich. Die Differenzen zwischen 1911 und 1912 stammen aus den Mehrerträgnissen bei den Zöllen, der Zucker- und Branntwein­steuer, des Stempels auf Wertpapiere und Börsenumsätze: in den übrigen Posten decken sich der Antrag von 1911 und die Schätzung für 1912 bis auf geringe Unterschiede. Die Einnahmen aus einer ganzen Anzahl von Abgabenzweigen fließen nicht Monat für Mo­nat gleichmäßig. Es muß aber zu unrichtigen Ergebnissen führen, wenn die Einnahme für die noch nicht abgelaufenen Monate eines Etatsjahres einfach in derselben Höhe wie die durchschnittliche Einnahme in den bereits abgelaufenen Monaten eingesetzt wird. Die Differenz, die sich Infolge dieser von derKöln. Volksztg." angewandten Rechnungsart.ergibt, beträgt etwa 22,4 Millionen. Um 40 Millionen muß die Zolleinnahme, um 2425 Millionen die Einnahme der Zuckersteuer, um mindestens 4 Millionen die Einnahme der Branntweinsteuer im Jahre 1912 niedriger an­gesetzt werden, als die voraussichtliche wirkliche Einnahme im Jahre 1911. Von dem Betrag von 104 bis 106 Millionen, um welchen nach Berechnung derKöln. Volksztg." die Einnahmen des Etatsentwurfs für 1912 zu niedrig angesetzt sein sollen, ver­bleibt mithin nur noch ein Minderansatz von etwa 15 Millionen bei den Börsensteuern. Der Minderansah beruht auf der nach früheren Erfahrungen durchaus berechtigten Vorsicht bei der Vor­ausberechnung dieser zum großen Teil auf der Konjunktur be­ruhenden Angaben. Die Einnabmefchätzung des Etatsentwurfs für 1912, schließt dieRordd. Allg. Ztg.", ist also so aufgestellt, wie es nach den durch vieljährige llebung erprobten Grundsätzen geschehen mutzte.

Up ewig «ngedeelt! Aus dem weimarischen Landtage wird denLeipz. R. R." berichtet: Den von der deutschen Sozialdemo­kratie veröffentlichten Aufruf zugunsten der 1907 wegen Hoch­verrats verurteilten sozialdemokratischen Abgeordneten der rus­sischen Reichsduma haben außer den drei sozialdemokratischen auch die sechs fortschrittlichen Abgeordneten des weimarischen Land­tages unterschrieben. Klarer konnten die Freisinniaen ihr enges Freundfchaftsverbältnis zur sozialdemokratischen Partei kaum zum Ausdruck bringen.

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Deutsches Reich-

Bom Kaiser. Wien, 5. Marz. Wie dasFremdenblatt" meldet, wird Kaiser Wilhelm am 23. März hier eintresfen und den Tag über in Schönbrunn bleiben, wo mittags Familiendiner, abends Hoftafel stattfindet. Am gleichen Abend wird der Kaiser nach Venedig abreisen. Voraussichtlich werden die Prinzessin Viktoria Luise und Prinz August Wilhelm und Gemahlin den Kaiser begleiten.

Zur Wahl von Bingen-Alz-y. Berlin, 5. März. Die Wahlprüfungskommisston des Reichstags begann heute mit der Prüfung der Wahl der Abg. Becker (fraktionslos). Das bisherige Ergebnis der Beratungen, die morgen fortgesetzt werden sollen, ist, daß dem amtlichen Wahlergebnis 4 Stimmen für den Abg. Dr. Becker und 3 Stimmen für Korell zuzuzählen sind. Heber 2 weitere Stimmen steht der Beschluß noch aus. Mit obigen Be­schlüssen sind die zu dieser Wohl eingegangenen Proteste nur zum Teil erledigt.

Berechtigung der Studienenstalten. Berlin, 5. März. Wie verlautet, wird die preußische Regierung demnächst beim Bundes­rat den Antrag stellen, die Studienanstalten an höheren Mädchen-

Ausland.

* China. Die neueste Militärrevolte in China, die zn so schrecklichen Plünderunqsszenen durch meuternde Soldaten geführt hat, scheint langsam abzuflauen. Rach derDeutschen Kabel- aramm-Gesellschast" ist die Lage in Peking und Tientsin ruhig. An der Tientstn-Pukoubahnlinie sind Ausschreitugen und Plün­derungen durch Marodeure und hungerndes Volk vorqekommen. Die deutschen Ingenieure begaben sich nach Tientfin zurück. Die Lage in Nordchina hat sich entschieden gebessert, die Meutereien scheinen unterdrückt zu sein. Die LondonerTimes" berichtet über die Lage: Peking ist ruhig und Iuanichikai glaubt Herr der Lage zu sein. Im Innern verbreitet sich die Anarchie. Die Pekinger Gesandtsckaftswa^en find um 600 Mann englischer, französischer, amerikanischer und japanischer Truppen verstärkt worden. A« Dienstag werden weitere 1000 Mann japanischer Truppen aus Port Arthur und Tientsin erwartet. Infolge der Entfernung der chinesischen Truppen sind jetzt die Mandschutruppen viel stärker al» die chinesischen. Innerhalb und außerhalb der Stadt stehen noch 18 000 Mann Mandschutruppen. Im Sommerpalast stehen noch | andere der Prinzengarde. Die chinesischen Truppen zählen 8Mt