M 54
47. Jahrg.
1912.
Marburg
Dienstag, 5 März
Offi-ieren an, die es in der Armee nie gegeben hat.
Konstantinopel, 3. Marz. Das veröffentlicht einen Bericht öfter die Kämpfe um Marqbeb, in dem der Rückzug der Türken auf einoetreienen Munftionsmangel und das wirksame Feuer der italienischen Sckstsfsgeschütze zvrückaess'brt wird. Die Verluste der Italiener sind sehr hoch, auf unaefähr 1000 Tote angegeben. Die Türken hätten 30 Tote und 50 Verwundete verloren. Gestern abend wurde bei dem Großmesir ein Ministerrat abgehalten, in dem, wie es heißt, auch über die aus- wärtios Lase beraten wurde.
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Politische Umschau.
Die Meutereien iw China.
Peking, S März. ?n den ersten Morgenstunden kam es zu einer ernsten Wiederholung der Unruhen, besonders im Westen der Stadt wo in alten Straßen geplündert wurde und ebenfalls viele Brand« ausbrachen. Di« Meuterer von Peking und Pnotinofu, die durch Soldaten verstärkt wurden, plünderten Paotingfu und brannten große Tetl« der Stadt nieder. Andere Gruppen plünderten Faugtan t-a-.b Yungpingfu. Liyunan- hung wurde von den Delegierten telegraphisch gebeten, di« republika- ,risch« Arme- noch Peking zu führen, un di- Ordnung wiederherzustellen, da die Regierung di« Situation ntch. beherrsche. — Die fremden Gesandten berg'en über ein gemeinsamer Psroehen. — Die Erklärung des Belagerungszustandes hat eine gute Wirkung ausgeübt. In der Nachbarschaft der Gesandtschaften, die fick auf eine etwaige Belagerung vorbereiten, war um 1 Uhr morgens alles ^uhig. — Die heutige Konferenz der fremden Gesandten wurde teilweise veranlaßt durch eine Mitteilung Tangschaoyis, in der er di« Mächte bittet, Maßregeln zu ergreifen, um weitere Verlust- an Gut und Blut zu verhindern. Di« Mitteilung wurde als inoffiziell hingestellt. Die Gesandten beschlossen, all« verfügbaren Truppen aus den benachbarten Häsen nach Peking zu bringen. Ein ge- nftschtes Korps von 1000 Mann wird morgen ankommen. Beritten« Paftouillen erhalten bei Tage die Ordnung in der Stadt aufrecht. Ein japanisches Schlachtschiff ist nach Taku geschickt worden, um eine funkentelegraphische Verbindung mit der italienischen Station in Peking herzu- sftllen. — Ein Zug mit Meuterern ist von Poatingsu nach Peking abgefahren. Die Eisenbahnverwaltung hat eine Brücke in die Luft gesprengt, um die Verbindung zu unterbrechen. Dir treugebliebenen Truppen des Generals Tschangkueiti haben zahlreiche unschuldige Leute, die Pakete trugen, getötet. Die Leute, die so ums Leben kämet-', waren oft von Panik ergriffene Bewohner, die mit ihren eigenen Sachen flohen. — London, 3. März. Das Reuterfche Bureau meldet aus Tientsin: Aufrührerische Soldaten plünderten und brandschatzten gestern Abend, unterstützt j vom Pöbel, Läden und Banken in allen Hauptstraßen, unterhielten «in I ständiges Feuer und versetzten di« ganze innere Stadt in Schrecken. Nur
Ter entilif-c Mtsenlttett.
Wieder einmal lenkt England die Blicke der Welt auf sich in einer Angelegenheit, in der man gerade dort Differenzen nicht erwartet. Wie oft ist es uns von unfern Demokraten vorerzählt worden, daß im Lande der reinen politischen und wirtschaftlichen Demokratie Dinge wie der jetzige Millionenstreik und wie einst der Eisenbahnerstreik unmöglich seien; dafür sollte das Maß der Freiheit bürgen, das als Ziel demokratischer Staatskunst England seinen Gliedern bietet. Schade, daß die Tatsachen so garnicht mit den Phantasien unserer Demokraten übereinstimmen wollen. Was bei den letzten großen Ausständen vorging, mußte vielmehr zum Vergleiche und zum Urteile über die politische Organisation Englands herausfordern und war und ist nicht dazu angetan, in ihr das Heilmittel gegen alle Gebrechen wirtschaftlicher, politischer und — rein menschlicher Natur zu sehen, wie man ihr es andichtet.
Augenblicklich steht jedenfalls die Sache so, daß die Bergarbeiter die Verhandlungen unversöhnlich zum Abbruch brachten. Der Bergarbeiterverband ist nicht dafür zu haben gewesen, der vorgeschlagenen Verpflichtung zur Mindestarbeitsleistung und bindenden Verträgen, die die Negierung als Aeguivalent für Mindestlöhne forderte, zuzustimmen. Anders aber kann Herr Asguith keine Vorlage vor das Parlament bringen. In England hat sogar in der linksliberalen Preise, die dort wie überall geneigt ist, alles Licht auf die Arbeiter, allen Schatten auf die Unternehmer zu werfen, die Enttäuschung über die Haltung des Arbeiterbundes Platz gegriffen. Stet Ausstand dürfte also noch mindestens eine Woche dauern uniroem Lande kolossale Verluste bringen. Langsam beginnt bereits Handel und Industrie zu stocken. Die Schiffahrtslinien, Eisenbahnen sehen einen beschränkten Dienst vor. In vielen Teilen Londons gibt es keine Koblen mehr, in anderen ist der Preis sehr gestiegen. Die Ereat-Central- Eisenbahn-Eesellschaft macht von dem ihr vom Parlament verliehenen Recht Gebrauch und schränkt die Ausfuhr von Kohle ein. Die britische Regierung hat zwei Sechstausendtonnen-Dampfer gechartert, um Kohle aus Baltimore für die englische Flotte zu verfrachten. Die Verluste- welche England an dem Nationalvermögen erleidet, werden ungeheuer sein. Man veranschlagt sie für eine Ausstandsbewegung von zwei Wochen auf 21/j Milliarden Mark. Die Haltung der Streikenden ist ruhig. Iu den einzelnen Distrikten sollen Streikgelder für mehrere Wochen bereit liegen.
Es liegen weiter folgende Meldungen vor:
London, 2. März. Im Unterhaus« gab Asauitb bekannt, das Ergebnis der Vermittlungsaktion sei, daß die Grubenbesitzer so gut wie ganz die Vorschläge der Regierung angenommen haben. Die Vertreter der Bergarbeiter hätten die Regierungsnorsckläge unter der Begründung abgelehnt, daß sie nicht geneigt seien, die Höhe des auf der Bergarbeiterkonferenz am 2. Februar festgesetzten Mindestlohnes von einer Verbandlung mit den Grubenbesitzern abhängig zu machen oder sie überhaupt einer Revision zu unterwerfen. Unter diesen Umständen habe es die Regierung für zwecklos gehalten, gegenwärtig die Besprechung fortzusetzen. Asquith schloß, er hoffe am Montag eine weitere und vollständigere Erklärung abgeben zu können.
London, 3. März. Der Ausstand dauert bei vollkommener ' Ruhe an. Seine Wirkungen werden von Tag zu Tag größer. Viele tausend Arbeiter der Industrie, der Dampfsisckerei und der Höfen müssen feiern. Die Nahrungsmittelvreise steigen. Die Ausständigen verschiedener Distrikte nahmen Resolutionen an, in denen den Behörden gedankt wird, daß sie nicht besondere Polizeikräfte abgeschickt hätten und versichert wird, daß die Arbeiter die Ordnung nicht stören werden. Nach einem Telearamm aus New Castle regten die Mitglieder des Vereinigten Eisenbahnangestell- ten-Verbandes an, daß der Verband sie anweisen möge, den Truppentransport wahrend des Streiks zu verweigern.
London, 2. März. Zwei Bataillone Infanterie in Thalham haben Befehl erhalten, sich für einen soforftaen Abmarsch in das Ausstandsgebiet bereit zu halten. — Die Militärbehörde von Glasgow hat die Territorialregiment-'r entwaffnet, indem sie unter" dem Vorwand, die Gewehre bedürften einer gründlichen Reinigung, diese nach und nach einzog. Der wahre Grund dieser Maßnahme war die Befürchtung, die Truppen könnten einen falschen Gebrauch von ihrer Schußwaffe machen, da viele der Territorialmannschaften ehemalige Grubenarbeiter sind.
Thristianna, 2. März. Die Leitung der Fabrik Borre- gaard in Sarpeborg stellte heute sämtlichen Arbeitern, 2000 an der Zahl, die lltägige Kündigung zu, da die Fabrik wegen Kohlenmangels, der durch den Kohlenarbeitersireik in England verursacht wird, außer Stande ist, den Betrieb aufrecht zu erhalten.
Essen (Ruhr), 3. März. Heute fanden im rbeinffch-west- fälischen Ruhrkohlenrevier über sechzig von dem Bergarbeiterdreibund (alter Bergarbeiterverband, Hirsch-Dunckersche und polnische Lerufsvcreine) einberufene Versammlungen statt, in denen erklärt wurde, daß die Lohnforderungen mit voller Ileberlequng gestellt feien und daß die durch den augenblicklichen Streik der englischen Bergleute geschaffene Lage wohl der geeignete Moment für eine durchgreifende Bewegung sei. Das Verhalten des Eewerk- vereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands in dieser Bewegung wurde einer scharfen Kritik unterzogen. Eine Aktion könne aber nur wirklichen Erfolg haben, wenn die Bergarbeiterorganisationen geschlossen für die Forderungen des Bergarbeiterdreibundes ein- träten. Dabei wurde auf das einige Zusammengehen der Bergleute England» trotz aller Partetunterschiede in ihren Organi-
wenige Polizisten erwiesen sich als zuverlässig, sie waren jedoch machtlos, die Unruhen zu unterdrücken. Di« Münze wurde geplündert. Der deutsche Konsul hat eine Wach« zum Schutz« der im Innern der Stadt be- lep^'nen deutschen Wohnhäuser entsandt, die vornehmlich von Ingenieu- <,t der Tientsin-Pukou-Etsenbahn bewohnt werden. Der deutsche Arzt i Schröter wurde bei dem Versuch, deuffchen Freunden zu helfen, beim Be- fteten des Stadtinnern von Aufständischen erschossen. — Tiensin , 3. März. In der chinesischen Stadt wurden vergangene Nacht verschieden« Brände angelegt. In den Straßen wurde geschossen. Die ausländischen Konzessionen sind beschädigt; für sie wird leine Gefahr befürchtet. •>
Die Lag« in Persien.
Teheran, 2. März. Der Exschah hat sich von Asterabad nach der Insel Aschurade begeben. Sein Bruder ist in Asterabad zurückgeblieben. Den Persern bleibt trotz ihres Sträubens nichts anderes übrig als di« russisch-englischen Forderungen anzunehmen. Den Hauptpunkt dieser Forderungen bildet die Anerkennung des russisch-englischen Abkommen» nach dem in Persien künftig nur diese beiden Mächte etwas zu sagen haben. In den eigenen Einflußzonen allein, in der sogenannten neutralen Zone zusammen. Damit ist die Selbständigkeit Persiens vernichtet, wie das ja vornaszusehen war. Die für die „Freiheit" der Völker begeisterten England«) können nicht anders und die Russen sind nicht so. -
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Deutsches Reich-
— Zur Kaiserreise. Berlin, 2. März. Wie die „Neue polit. Korr." mitteilt, wird die Abreise Kaiser Wilhelms nach Korfu so erfolgen, daß am 20. März eine Begegnung des Kaisers mit dem Kaiser Franz Josef in Schönbrunn stattfinden kann. Aus diplomatischen Quellen wird auch bestätigt, daß auf der Weiterreise Kaiser Wilhelms nach Korfu der Kaiser und der König von Italien in Venedig zusammenzutreffen gedenken. Die Angaben über eine Zusammenkunft mit dem österreichischen Thronfolger bedürfen dagegen noch der Bestätigung.
— Der Kaiser, wie et nicht ist. Berlin, 2. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Im Londoner „Strand Magazine" ist unter dem Titel „Der Kaiser, wie er ist" eine feuilletonistische Schilderung der Persönlichkeit Kaiser Wilhelms veröffentlicht worden, aus der auch in viele deutsche Blätter Auszüge übergegangen sind. Der Aufsatz gibt ein Gesamtbild des Kaisers in willkürlicher Verzeichnung und enthält im einzelnen so viele unrichtige Angaben, daß der Titel richtiger lauten müßte: „Der Kaiser, wie er nicht ist". Gegen die am Kopfe des Artikels zu lesende Bemerkung, nach welcher er von Kaiser Wilhelm selbst besonders gebilligt worden sei, mußte unter diesen Umständen von vornherein Mißtrauen entstehen. Wie wir erfahren, ist diese Angabe völlig aus der Luft gegriffen."
— Bom Kronprinzen. Berlin, 2. März. Der Kronprinz und die Kronprinzessin, die heute morgen hier eingetroffen sind, machten vormittags von 9V> Uhr ab dem Kaiser und der Kaiserin im königlichen Schloß einen längeren Besuch. Die Abreise des kronprinzlichen Paares mit den Kindern nach Danzig erfolgt heute abentz M Uhr 15 Minuten vom Bahnhof Friedrichstraße.
— Eine Erinnerung. München, 2. März. Staatsrat von Pfistermeister, langjähriger Kabinettssekretär König Ludwigs II., ist im Alter von 92 Jahren gestorben.
— Die Wehrvorlagen. Berlin, 2. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In mehreren Blättern wird der Umstand, daß die Wehrvorlagen dem Reichstage noch nicht zugegangen find, auf eine vermeintliche Unentschlossenbeit der Reicksleitung über ibren Umfang zurückgeführt. Diese Annahme ist völlig haltlos; die neuen Wehrforderungen, die ausschließlich nach den Bedürfnissen der nationalen Vetteidigung aufgestellt sind, stehen in ihren Grundlagen seit längerer Zeit fest. Die Ausarbeitung sowohl dieser Gesetzentwürfe als auch der dazu gehörigen Deckungsvorschläge wird dieser Tage abgeschlossen. Die Vorlagen gehen dann sofort an den Bundesrat und nach dessen Beschlüssen an den Reichstag.
— Einkommensteuergesetz und Privileg der Beamten. Wie mitgeteilt wird, ist in dem vom preußischen Finanzminister dem Landtage vorgelegten Entwurf zum Einkommensteuergesetz eine Bestimmung enthalten, die von besonderer Wichtigkeit für die Beamten ist, da sie dringenden Wünschen der Beamtenschaft Rechnung trägt. Das Oberverwaltungsgericht hatte seit dem Jahre 1908 verschiedentlich entschieden, daß Zinsen von Hnpotheken- schulden, auch wenn sie mit dem Grundbesitz wirtschaftlich zusammenhängen, nicht als Werbungskosten zu gelten hätten und darum bei der Eemeindesteueroeranlagung nicht von dem Einkommen oms. Grundbesitz, sondern vom Gesamteinkommen abzuziehen seien. Diese Entscheidung widersprach den Absichten des Einkommen» steuergesetzes, da sie diejenigen Beamten, Geistlichen und Lehrer, die nach dem Gesetz von 1909 noch das Steuerprivileg haben, schädigte. Es ergäbe sich so, daß ein Beamter, dessen niedriges Einkommen frei von Eemeindeeinkoinmensteuer ist, der aber ein Haus besitzt, das mit Hypotheken fo hoch belastet ist, daß der Mietsertrag völlig durch Hnpothekenzinfen aufgezehrt wird, und der darum nicht zur Gemeindesteuer herangezogen würde, nun doch gemeindesteuerpflichtig würde. Denn die Zinsen dürften nur zu zwei Dritteln vom Hauserttage abgesetzt werden. Diese Entscheidung war wiederholt Gegenstand von Interpellationen im Landtag, und im vorigen Jahre haben beide Häuser des Landtages die Regierung ersucht, bei der Neugestaltung des Einkommensteuergesetzes die darauf bezüglichen Petitionen zu Berücksichtigen. Die Regierung hat den Wünschen Rechnung getragen, und der Entwurf sieht die Bestimmung vor, daß die auf dringlicher Belastung der Einkommenquelle oder ihrer Bestandteile beruhenden Jahresleistungen, insoweit die dringliche Belastung in wirtschaftlicher Beziehung zu der Einkommensquelle steht, als ^"erbungskosten gelten.
fationen verwiesen und aufgefordert, diesen nachzueifern. Schließlich wurde die gleiche Resolution, die schon in den vorwöchigen Versammlungen vorlag, einstimmig angenommen. — Auch der Eewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands hatte in verschiedenen größeren Orten Mitglieder-Versammlungen einberufen, in denen erneut darauf hingewiesen wurde, sich nicht durch unverantwortliche Hetzer in einen Streik hineintrebeiben zu lassen, sondern volles Vertrauen der Leitung des Eewerkvereins zu schenken.
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Der Krieg um Tripolis.
Rom, 2. März. Um den phantastischen Gerüchten über die italienischen Verluste in dem gegenwärtigen Kriege entgegenzutreten, die im Ausland verbreitet sind, veröffentlicht das Kricgs- ministerium eine amtliche Liste der Toten und Vermißten. Daraus ergibt sich, daß bis zum 2. März 37 Offiziere und 499 Soldaten im Felde gestorben sind und ein Offizier und 323 Soldaten vermißt werden. Die Mehrzahl der Vermißten gehört dem 11. Ber- saglieri-Regiment an. Die Vermißten sind sicherlich tot. doch ist ihr Ableben bisher nicht amtlich festgestellt.
Rom, 2. März. Der „Popolo Romano" schreibt: Die Friedensbedingungen Italiens sind sehr einfach: Die Türkei zieht ihre Truppen aus Libyen zurück, das fetzt unter der Souveränität Italiens steht, dann würde Italien auch durchaus bereit sein, den türkischen Truppen die militärischen Ehren zu erweisen. Eine Entschädigung würde Said Pascha zweifellos gar nicht haben wollen.
Konstantinopel, 2. März. Akka im Vilajet Beirut ist in den Belagerungszustand erklärt worden. Die Presse fährt fort, gegen die Friedensidee Stellung zu nehmen.
Rom, 2. März. Die „Tribuna" schreibt: In der Presse, insbesondere derjenigen des Auslandes werden widersprechende Nachrichten über die Friedensbedingungen verbreitet, welche Italien, wenn es von anderen Großmächten befragt werden würde, geneigt fein würde, der Türkei anzubieten. Sie haben guten Grund zu der Annahme, daß Italien heute geneigt ist, der Türkei ehrenvolle Bedingungen zu stellen, natürlich aber unter Festhaltung an der vollen Souveränität über Tripolis und die Cyre- naika. Auch die Absichten der italienischen Regierung gegenüber den Arabern seien sehr wohlwollend. Die Türkei lade gegenüber dieser Bevölkerung eine schwere Verantwortung auf sich, wenn sie ihre Realisierung unmöglich macke oder verzögere.
Rom, 3. März. Die „Agenzia Stefani" erklärt: Die Meldung der Wiener „N. Fr. Pr." aus Konstantinopel, die in Sliten ausgeschifften italienischen Truppen seien zurückgemorfen und gezwungen worden, sich mit Verlusten wieder einzusckiffen. entbehrt jeder Unterlage. Augenscheinlich wollte der Berichterstatter einen türkischen Sieg konstruieren aus der vorgetäusckten Maßnahme einer beabsichtigten Truppenlandung. Diese strategische Maßnahme gestattet" den Italienern, Mevabeb ein,"nehmen und den Feinden große Verluste zuzufüaen, während sie selbst bei Sliten keine Verluste hatten. Die „Neue Freie Presse" sprach dagegen von Verwundeten und Gesanqenen und führte sogar Namen von
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