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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .^Landwirtschaftliche Beilage".

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Marburg

1912

i'teCbirntmirbe Zeitung" erscheint täglich mit Lurnahmc der Sinn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 'M (ohne Bestellgelds, bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 'M frei in» Haus. (Für unver­langt zngeiandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7 gespaltene Zeile oder deren Raum 15 <4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 d>, für Reklamen in CVaüwa ' die Zeile 60 Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt * » xlUYIU« gilt alS Barrabatt. Bet Konkurs kein Rabatt. Berbindlichkeit für Platz- M rtwoch, 28. Februar ^n80»r^tift un? ®äeflI?ejun8 ausgeschlossen. - Zahlungen im Post. ü scheckoerkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 deS Postscheckamtes

Frankfurt a. M.

Erstes Blatt.

Der drohende Bercarbeiterstreik in En land.

Der Termin für den Ausbruch des allgemeinen Bergarbeiter­streiks in England rückt immer näher. In verschiedenen Bezirken laufen die Kündigungstermine morgen oder Mittwoch ab, im großeNtMNd ganzen aber werden die Leute bis Donnerstag bei der Arbeit bleiben, sodaß allgemein der Streik am Freitag beginnen würde. Die Bergarbeiter des Distrikts Ehesterfield (Derbyshire) haben die Arbeit niedergelegt, da die Kündigungstermine ab­gelaufen sind. Unruhen haben sich nicht ereignet. In Aldershot sind 16 000 Mann Kavallerie und Infanterie bereit, binnen we­niger Stunden zur Unterdrückung der Unruhen auszurücken. Dort wurde auch ein Mann verhaftet, der zwei Soldaten zu verbreche­rischen Handlungen zu verleiten suchte und Flugblätter verteilte, in welchen die Soldaten aufgefordert wurden, mit den Ausstän­digen gemeinsame Sache zu machen und wenn ihnen der Befehl würde, auf die Ausständigen zu feuern, diesem Befehl nicht nach­zukommen. Die Bergleute einiger Distrikte haben eingewilligt, daß im Falle des Ausstandes eine genügende Anzahl Arbeiter zurückbleiben sollen, um die Gruben vor dem Versaufen zu be­wahren. Sonst haben die Einigungsverhandlungen bisher noch keinen Erfolg gezeitigt, doch wird eifrig daran gearbeitet, den Ausbruch des Streiks, der ungeheuren Schaden anrichten könnte, noch im letzten Augenblicke zu verhindern. Heute (Dienstag) tritt in London eine Konferenzder Bergarbeiter zusammen. Man er­wartet nun, daß diese entweder in corpore oder durch eine Kom­mission direkt mit dem Premierminister in Verbindung treten wird. Unterdessen sind die Bergwerksbesitzer bereits gestern nach­mittag beim Premierminister Asquith gewesen, der sie zu einer Beh'reck'nng aufgefordert hatte. Kurz vorher hatte dieser mit Mitgliedern des Kabinetts Grey und Buxton, Sir Asquith und anderen Beamten des Handelsamtes eine Konferenz.

Ein Streik auf dem englischen Kohlenmarkte würde natürlich auch in andern Ländern Folgen zeitigen. In Amerika hat der nahe bevorstehende Streik den Ernst der Lage zusehends verschärft. Die Grubenarbeiter verlangen den Achtstundenarbeitstag, eine 20- prozcntiae Lohnerhöhung und andere kleinere Vergünstigungen nach dem Ablauf des bis zum 1. April geltenden jetzigen Abkom­mens. Die Grubenbesitzer sind nicht zum Nachgeben geneigt und erklären, sie hätten kerne Besorgnis vor dem Streik, da der Gru- bcnarbeiterverband in finanzieller Hinsicht sowie auch numerisch zu schwach sei und bereits bedeutende Mengen von Kohlen vor- ' banden seien. Sie geben zu, daß ein längerer Streik große Ver­wirrung anrichten und die Konsumenten schwer schädigen würde.

Auch in Deutschland wirft der Streik seine Schatten voraus. Don verschiedenen Seiten wird Propaganda für einen Sympathie­streik zugunsten der Engländer gemacht. Don besonneneren Teilen wird das Ansinnen jedoch entschieden abgelehnt, indem sie darauf Hinweisen, daß der englische Bergbau bei früheren Streiks der * deut'cken Bergarbeiter Deutschland mit Kohlen überschwemmt und dadurch dem deutschen Bergbau ganz erhebliche Absatzgebiete weggenommen habe. Darin sind allerdings alle einig, daß an­gesichts der outen Konjunktur die Grubenbesitzer di« Löhne er­höhen müßten, sollte dies nicht geschoben oder nicht genügend ge­schehen, so soll auch in den deutschen Grubenbezirken in den Streik eingetreten werden. Es wird jedoch allgemein gehofft, daß sich der Ausstand vermeiden läßt.

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; - Italien und die Tlirkei.

K onst-s n t i n o pel, 26. Febr. Eine Depesche des Malis von Beirut besagt, es wurde konstatiert, daß während des gestrigen Bombardements fünf Kanonenkugeln die Banoue Ottomane ge­troffen haben, drei eine deutsche Bank, welche gegenüber liegt, fünf die Kailagerhaus-Gesellschaft, eine Kugel die Bank von Saloniki und das Paß-Büro. Eine Kugel traf ferner eine private Bank im Innern der Stadt. Einige Kugeln sielen im städtischen Garten bei dem- Hospital anb der Industrieschule nieder. Kugeln trafen auch das Zollamt und beschädigten Maren. Mährend der gestrigen Erregung wurden bei einem Waffenhändler Waffen geraubt. Die Schuldigen werden gesucht. Die genau« Zahl der Getöteten und Verwundeten fft noch nicht festgestellt. 50 Mann der Besatzung des Kanonenbootes-Ain Illah" werden vermißt. Ein Geschoß fiel in das Libanondorf Djedide, welches 6 Kilometer vom Hafen ent­fernt liegt, und explodierte, ohne Schaden anzurichten. Es heißt, daß die Italiener auch zwei Torpedo gegen dieAin Illah" ab- geschosien haben. Der Beschluß des Ministerrats geht dahin, daß die Italiener aus allen Gegenden ausgewiesen werden, welche in der Folge von der italienischen Flotte angegriffen werden. Man behauptet, daß im Ministerrat eine Strömung bestand, welche die allgemeine Ausweisung der Italiener verlangte. Aber die An­sicht, daß eine teilweise Ausweisung zu verfügen sei, drang durch. Einem Gerücht zufolge soll die Regierung beabsichtigen, auch einige der wohlhabenden Klaffe angehörige Italiener in Konstantinopel auszuweisen.

Rom, 26. Febr. Der Marineminister teilte dem Senat die Depeschen über das Vorgehen der Flotte vor Beirut mit und er­klärte, das Unternehmen fei nicht ohne Schwierigkeiten gewesen, besonders infolge der Raumbeschränkung im Hafen und der Mög- jfichkeit, daß neutrale Schiffe und nahe am Meer liegende Häuser beschädigt werden konnten. Trotzdem sei das Unternehmen mit lEnetgte, Entschlossenheit, aber auch mit Mäßigung durchgeführt »orden. (Beifall.) Er glaube, das Haus auf das glänzende Vor-

I gehen der beiden Schiffe Hinweisen und den Admiral, Komman­danten sowie Offiziere und Mannschaften desGaribaldi" und Ferruccio" rühmen zu müssen. (Langanhaltender Beifall.)

Paris, 26. Febr. Nach einer offiziösen Mitteilung hat der hiesige türkische Botschafter Rifaat Pascha im Namen seiner Re­gierung dem Ministerpräsidenten und dem Minister des Aeußern PoincarS heute die an alle Mächte gerichtete Protestnote gegen das Bombardement von Beirut überreicht, in der unter Berufung auf Artikel 2 der Haager Konvention erklärt wird, daß die von Ita­lien den türkischen Schiffen gewährte Frist von 20 Minuten nicht als eine billige Frist im Sinne dieses Artikels angesehen werden könne.

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Rom, 26. Febr. DieAgenzia Stefani" meldet aus Tripolis vom 25. Februar: Aus Sahal haben sich Araberfamilien ein­gefunden und ihre Gewehre abgegeben. Aus Tobruk wird ge­meldet, daß am 25. Februar zwischen 10 Uhr vormittags und 1 Uhr nachmittags zahlreiche arabische und türkische Abteilungen wieder­holt ein Fort angegriffen hätten. Die Angriffe wurden durch Artilleriefeuer zuruckgewiesen. Die Italiener erlitten Ver­luste.

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Politische Umschau. _

Di« Krisis in bet nationalliberalen Partei.

Zu der durch die Reichsiagspräsidentenwahl entstandenen Krisis in der nationoll'be-alen Partei n ird derNeuen Polit. Corr, von parla­mentarischer Seite geschrieben:

Wie man hört, hat sich die Leitung der nationalliberalen Organi­sation für die Provinz Brandenburg der Reichetagsfraktion gegenüber ebenfalls in entschieden altnationalliberalem Sinne ausgesvrochen. Nach den bisher bekannt gewordenen Erklärungen der Organisationen im Lande kann überhaupt schon jetzt gesagt werden, daß die Mehrheit der nationalliberalen Wählerschaft und wohl auch die Mehrheit der Pro­vinzialverbände hinter der bekannten, jüngst in Berlin abgehaltenen attnationakliberalen Bertrauensmännerversammlung stehen und die Scheidemann-, vollends die Bebel-Wahl scharf verurteilen. Vereinzelte, von jungliberaler undverwandter" Seite in der letzteren Richtung wird vielleicht später noch Interessantes zu sagen sein da und dort veranstaltete, meist nur von wenigen Personen unierstützte Gegen­erklärungen sind bedeutungslos. Daran werden auch alle weiteren Versuche, die Stimmung in der Partei künstlich umzudeuten, nichts mehr änderen: sie können sogar das parlamentarische Ansehen der betref­fenden Abgeordneten nur schädigen, namentlich wenn sie in so harmloser Form unternommen weiden, daß man fraktionsamtlich erklärt, man hab« Herrn Scheidemann vorher in seinem ganzen Radikalismus leider nicht gekannt und Herrn Bebel lediglich in derErregung des Augenblicks" gewählt. Derartige tragikomisch«Rechtfertigungen" würden ja, wenn sie dem Sachverhalt entsprächen. Einblicke in eine ftoktionelle Desorgani­sation gewähren, vo- der die alten Anhänger der Partei im Lande ge­radezu erschrecken müßten. Jedenfalls steht fest, daß der Eesundungs- prozeß in der nationalliberalen Partei begonnen hat und rasch weiter fvrtschreiten wird.

Herr Bassermann selbst hat sich jetzt zur Lage geäußert und zwar in Saarbrücken. Rach demB. T" führte er aus:Die nationaikiberale Fraktion sei von dem Gesichtspunkt ausgegangen, daß die Konservativen wie im vorigen Reichstag das Präsidium nicht erhalten könnten, da diese Partei erst an vierter Stelle stehe. Weiter sei man sich auch klar gewesen, daß ein Präsidium des Eroßblocks nicht in Frage kommen könne, da man eine Uebertragung der Eroßblockpolitik auf das Reich nicht wollte. Man mußte sich daher auf die Stärke der Fraktionen stellen und ein reines Arbeitspräsidium bilden. Die nationalliberale Fraktion lehnte es ja auch ab, in einem Präsidium des schwarzblauen Blocks als Feigenblatt zu fungieren, weil sie der Ansicht war, daß dies im ganzen Lande nicht verstanden worden wäre. So blieb nur ein Arbeitspräsidium übrig, und der Sozialdemokratie, als der stärksten Partei, wurde ausgegeben, mit dem Zentrum, dem man einen Sitz im Präsidium zugestehen wollte, zu verbandel!' Daß für Bebel einige nationalliberale Stimmen abgegeben wurden. kne-l-bnÄt« Bassermann als einen Fehler. Ein Beschluß der Fraktion hierüber lag dazu nicht vor. Weder der Vorstand noch die Fraktion hatten etwas damit zu tun. llebrigens würde die Cache über­trieben, denn nach seiner Schätzung hätten höchstens fünfzehn national- liberale Abgeordnete für den Sozialdemokraten gestimmt. Bassermann ging dann darauf ein, daß der Fraktion vorher mitgeteilt worden wäre, die Sozialdemokraten seien bereit, die höfischen Bervslichtungen zu etffiU len. Er wies dabei auf di« Vorgänge in der Reichstagsfitzung vom 20. Februar hin. Daß gerade Scheidemann zum Vizepräsidenten gewählt wurde, erklärte Bassermann damit, die Mitglieder der nationalliberalen Fraktion hätten nicht gewußt, daß es sich um Scheidemann handelte, da rai rdie Rede davon war, daßein Sozialdemokrat gewählt werden sollte. Als der Name Scheidemann genannt wurde, habe niemand dessen Rede gegen die Hohenzollern in Erinnerung gehabt."

In der Versammlung kam Widerspruch gegen die Haltung der Frak­tion zum Ausdruck, doch nahm man «in« Vertrauenskundgebung für Bassermann in einer Resolution an. Der Landtagsabgeordnete Kochling forderte ein Präsidium aus Zentrum, Nationalliberalen und Konserva­tiven und machte der Leitung der Fraktion schwere Vorwürfe.

Die Jungliberalen Badens melden stch mit einer Entschlie­ßung in der verlangt wird: Wir erwarten, daß unsere Reichstagrfraktion entsprechend der Frontstellung der Partei im Wahlkampf weder an der Bildung eines Präsidiums der Rechten mitwtrkt, «och als eigentliche Vertreterin der Linken in das Präfidum eniritt. Das war ja bekannt.

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Deutsches Reich.

_ Heber einen Besuch Kaiser Wilhelms in Wien erfShri die T8gl. Rundschau" aus diplomatischen Kreisen: Wenn die getrof­fenen Anordnungen nicht noch geändert werden, so verläßt Kaiser Wilhelm am 19. März Berlin und trifft am 20. März in Wien ein, um dort als Gast des Kaisers in der österreichischen Hauptstadt zu weilen. Am Abend des 20. März reift der Kaiser nach dem österreichischen Kriegshafen Pola, wo er mit dem Erzherzog Franz

Ferdinand zusammentrifft. In Pola geht der Kaiser an Bord der .Lohenzollern" und trifft am 22. März in Venedig ein. Hier findet eine Zusammenkunft mit König Viktor Emanuel statt, der von Rom herüberkommt. Dann geht dieHohenzollern" nach Korfu. Die Kaiserin begleitet ihren Gemahl nicht, sondern tritt die Reise nach Korfu später an.

Die Erbanfallsteuer. Wie diePost" auswohlunter­richteter" Quelle erfährt, habe die Regierung keineswegs die Erb­anfallsteuer aufgegeben. Sie erwäge jetzt den Plan, sie mit einer Besteuerung des mobilen Kapitals zu verbinden. Von anderer Seite werden die Angaben des Blattes bestätigt.

Das Euguform versagt. Aus Stuttgart wird denL. N. N." berichtet: Die Kommission, die zur Prüfung des vielbesprochenen Euguformverfahrens des Stuttgarter Professors Hoffmann zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche eingesetzt wurde, ist auf Grund ihrer Versuche in 10 Gehöften mit zusammen 404 Tieren zu dem Ergebnis gekommen, daß das Verfahren in jeder Hinsicht versagt habe und daß jeder weiteren Anwendung des kostspieligen Verfahrens somit zu widerraten sei. Die von Professor Hoffmann berichteten Heilerfolge dürften nach Ansicht der Kommission auf Selbsttäuschung bxruben.

DrahtlWMrkegraphie. Bremen, 26. Febr. Der Dampfer Neckar" des Norddeutschen Llyod war auf seiner letzten Reise von < Bremen nach Newyork zwei Tage hindurch gleichzeitig mit bei Station Norddeich und den amerikanischen Küstenstationen Saaa- ponack und Kap Race in drahtloser Verbindung. Mit Norddeich 4 wurden noch 8 Tage nach der Abfahrt von Bremen in 2248 See­meilen oder 4163 Kilometern Entfernung drahtlose Telegramme ausgetauscht. Am 13. Februar, dem 9. Reisetage, wurde sogar eine Nachricht aus 2600 Seemeilen Entfernung an Bord desNeckar" ausgenommen.

Der Streik in Leipzig. Leipzig, 26. Febr. Heute morgen ist der gestern beschlossene Speditionsarbeiterausstand eingetreten. 500 Mann find ausständig. Die Unternehmer haben die An­gelegenheit dem Arbeitgeberverband übertragen, der mit dem Transportarbeiterverband verhandeln soll. Der Arbeitgeberver­band hat gemessenen Auftrag, den Tarifvertrag abzulehnen. Der Austand wird auf die An- und Abfuhr keinen Einfluß haben, da die Eisenbahndireltion den Betrieb der Spediteure übernimmt. Bon einer Gefährdung der Leipziger Engrosmeffe kann daher keine Rede sein. '

Die Bahn in Deutsch-Ostarfika. Berlin, 26. Febr. Aus Deutsch-Ostafrika wird gemeldet, daß die erste Lokomotive gestern in Tabora, dem Hauptplatz int Innern Deutsch Osiafrikas, ein­gefahren ist. Die von Daressalam ausgehende Zentralbahn hat damit eine Länge von 850 Kilometern erreicht.

Der gesamte Beamtenkörper b«e Reichsgerichts letzt sich, wie die Neu« politische Eorrespondenz" mitteilt, wie folgt zusammen: 1 Prä- dent, 11 Senatspräsidenten, 88 Räte, 1 Oberreichsanwalt, 5 Reichs- anwält«, 1 Direktor der Bibliothek, 3 Beiblioihekare, 1 Bureauvorsteher, zq ObersekreMe, 1 Kanzleivorsteher, 6 Sekretariatsassistenten, 29 Kanzleisekretäre. ^>0 Unterbeamte.

Cine neue' Sicherheitsvorrichtung für Kriegsschiffe gegen Ex­plosionsgefahr. Die Explosionskatastrophen auf Kriegsschiffen haben zur Erfindung einer neuartigenSicherheitsvorrichtung für die Munitions­kammern auf Kriegsschiffen geführt. Die Einrichtung, die eine auto­matische Ueberflutung der Munitionskammer bewirken soll, besteht in einem dem Schiffe eingebauten Wasserbehälter, der nach der Munitions­kammer durch einen Pfropfen verschlossen wird. Bei Eintritt eines be­stimmten Hitzegrades in her Kammer, schmilzt der Verschluß des Wasser­behälters, so daß sich dessen Inhalt in die Kammer entleert. Dadurch wieder wird im Innern des Behälters ein Ventil freigemacht, das den Behälter an der Bordwand gegen das äußere Wasser verschließt. Durch di« freigewordene Oeffnung strömt dann von außen her das Meerwasser ein, so daß in kurzer Zeit die ganze Munitionskammer übersluiet und gegen die Gefahr der Explosion gesichert ist.

Reue selbsttätige Schutzvorrichtung für Straßenbahnen. Gegen­wärtig werden in Berlin die Wagen der Großen Berliner Straßenbahn mit einer neuen selbtätigen Schutzvorrichtung ausgerüstet. Die Vor­richtung besteht in der Hauptsache aus einem Tastbrett und dem Fang­korb. der unterhalb der vorderen Plattform angebracht ist. Bei der Berührung des Tasters durch den Verunglückten löst der Fangkorb sich von stibst auf und legt, sich mit feinem, vorderen Teil auf das Straßen-k Pflaster, so daß er den Verunglückten cufnimmt und verhindert, daß die­ser weiter unter-den Wagen gerät. Durch Anziehen einer Kette vom Führerstand aus kann di« Vorrichtung sofort wieder in Bereitschaft ge- , setzt werden. ZunaM sollen 90 Wagen mit dieser Neuei^tt-tttung aus­gerüstet werden.

Ausland.

** Besuch des österreichischen Thronfolgers «m Zaren hrse? Wien, 26. Febr. DerNeuen Freien Presse" zufolge verlautet in Hofkreisen neuerdings, daß der Thronfolger im Frühjahr dem Zarenhofe einen Be­such abstatten werde. Di« Reise des Botschafters Giers nach Petersburg hinge mit diplomatischen Vorbereitungen des Thronfolgerbesuches zu­sammen.

* Zur Förderung bee Flugwesen« in Frankreich. Paris, 24. Febr. Der radikale Deputierte Pujade schlägt vor, das Publikum zu bet Truppenparade am 24. Juli nur gegen Bezahlung eines Eintrittsgeld« zuzulassen und das Erträgnis, das er auf 600 000 Franc» jährlich schätzt, dem Militärflugwesen zu widmen.

* # Marokko. Paris, 26.Febr. Nach einer Meldung aus Madrid ist di« Besetzung von Arzila durch spanische Truo.en vollendete Tatsache. Trotz der von Garcia Prieto gemachten Zusage, ist eine spanische Trup- pcnabteilung vor Arzilla eingetroffen unter dem Vorwand, den Dau der Telegraphenleitung zu beschützen.

Streikunruhen. Lawrence (Massachussetts), 26. Febr. In Ver­bindung mit dem Textilarbeiterausstand kam « zu Ausschreitungen. Di« Ausständigen feuerten aus den Häusern auf di« Polizei. Diese en», widerte das Feuer und verwundete einen Ausständigen.