mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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und den BeUagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".
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Tie „Cbtrbeliif*« Zeitung" erscheint täglrch mit «.Ukncihu.e der L^nn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 9.25 <X (ohne Bestellgelds, öet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei htl Hau». (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch
Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Freitag, 23 Februar
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47. Jahrg.
1912.
Der Irrtum des Herrn Bebel.
Der sensationelle Schlußeffekt, den die Etatsberatungen angenommen haben, wird natürlich in der Presse eifrig erörtert. Man kann e» den rechtsstehenden Blättern beim besten Willen nicht verargen, wenn sie über den Vorgang Schadenfreude empfinden, die nach dem Volkswort die reinste Freude sein soll. Peinlich ist die Angelegenheit dagegen den linksliberalen Blättern. Sie müssen eben, wie auch Herr Müller-Meiningen, mit vielen Verbeugungen und Entschuldigungen an die Adresse des roten Bruders die Tatsache feststellen, daß sich Herr Bebel in einem auffälligen „Irrtum" befunden hat. Es kommt ihnen nun doch zum Bewußtsein, daß sich die Fiktion von der Mehrheit der Linken nicht mehr lange wird aufrecht erhalten lassen und daß der kurze Traum vom Eroßblock zu Wasser wird. Wie die betrübten Lohgerber sehen sie ihre Felle von dannen schwimmen. Der „Vorwärts" dreht und windet sich und verbirgt seine Verlegenheit hinter einer geradezu klassischen Unverfrorenheit. Er sucht die bürgerlichen Zeugen, die in der Sache Schiffer contra Bebel den Ausschlag gaben, als unglaubwürdig hinzustellen und spricht von einem „wohlvorbereiteten Ueberfall aus dem Hinterhalt". Die Nationalliberalen sollen aus Angst, vor ihren reaktionären Freunden gestäupt zu werden, die Sache entriert haben. Das cvitzigstc bet der ganzen Angelegenheit aber, daß nämlich Herr Müller-Meiningen, wenn auch ungern, den „Irrtum" des Herrn Bebel dokumentieren mußte, tut der „Vorwärts" resigniert mit den Worten ab, daß ..man diesen bürgerlichen Herrsibaften gegenüber, in deren Hirn sich die einfachsten Boraange seltsam verzerrt widerzufpiegeln pflegen, selbst mit harmlosen Scherzen auf der Hut sein muß". Man braucht nun dem Herrn Bebel seinen „Irr- tum" nicht gerade als Lüge im landläufigen Sinne binzustellen^ * vielmehr wird er sich aus dem fanatischen Doktrinarismus, der Bebel eigen ist, erklären lasten, ihn aber ols nebensächlich oder gar als Scherz hinzustellen, dürfte ein Kunststück sein, desten nur der ..Vorwärts" in seiner Slrupellosigkeit fähig ist.
Die „Leivz. Neuesten Nacbr-cdten" geben auf die Psychologie des Herrn Bebel dann etwa snäher ein. Sie erinnern daran, daß er einst von der Stunde, als er den sächsischen Bürgereid ablegte und dem König den Treueid leistete, sagte' „Ich lächelte und schwur." Wer sich tiefer in die Vspcbologle des Fanatismus versenke. könne mit der Möglichkeit rechnen, daß ein „seltsamer Eäh- rungsnrozeß den temveramentnnsspn hrmi führte. sein lelbst- geschafsenes Vbantasisaebilde für Wirklichkeit zu balten. Wenn man aber sich der Geschichte des Tuckerbrieses erinnert, wenn man die Szenen heraufbeschwört, in denen er sich, um Anklage gegen die Armee zu erbeben, als Staatsanwalt im Neichstag erbob, wenn in dem Münchener Prozeß, den Earl Peters gegen leine Angreifer führte, ein Anwalt avsrufen konnte' „Ich konstatiere, daß derjenige, der trügerisch fälscht und verleumdet, von Herrn Bebel in seinen Lügen ein Menschenalter hindurch geschützt wird", wenn man endlich jene Szene im Tauschprozeß wieder an seinen Augen vorüberziehen läßt, in der Herr Bebel, der im Reichstage sich seiner genauen Kenntnis der Hintermänner rübmte, auf die Frage des Oberstaatsanwaltes: „Der Zeuge Bebel sprach im Reichstage von den Hintermännern des Herrn v. Tausch, kann er dafür Tatsachen angeben?", nur antworten konnte: „Rein, ich habe nur auf die allgemeinen Gespräche im Reichstage anaespielt", dann wird doch ein Erdenrest bleiben, zu tränen peinlich, und selbst die Psucholagie wird vor einem Rätsel steben."
Für die Politiker, die immer wieder davon träumen, daß die Sozialdemokratie unter dem Zwange der Berhältniste sich zu ihnen hinüber entwickeln würde, wird iedenfalls das llrteil des „Vor-
4 । Nachdr. verboten.
Unser Wea mna hinauf.
Roman von H Courtbs-Mahler.
. (Fortsetzung.)
„Machen Sie mir nicht bange vor mir selbst. Wie kommen Sie darauf?"
„Das will ich Ihnen nachher sagen. Erst wollen wir die Angelegenheit mit dem Bilde ordnen Ich sagte Ihnen den Preis noch nicht: es kostet — viertausend Mark."
Sie staunte scherzend.
„Ah. eine hübsche Summe für das Bild eines Anfängers. Aber gleichviel, ich zahle es mit Vergnügen, denn er ist entschieden ein genialer Anfänger. Ich werde Ihnen nachher eine Anweisung geben. Und dann darf ich das Bild gleich hier behalten, nicht wahr?"
„Es ist Ihr Eigentum, gnädige Frau."
„Schön. Und nun sagen Sie mir, weshalb Sie mich für eine Hellseherin halten."
Er blickte ernst in ihr erwartungsvolles Gesicht.
„Um Ihnen das zu erklären, muß ich Sie zur Mitwisterin eines Ee. heimntstes machen."
Sie rückte interessiert näher zu ihm heran.
„Ein Geheimnis? Da möchte ich die Frau sehen, die widerstehen könnte."
Er lachte.
„Ich muß aber Ihr Versprechen haben, bi« zum ersten Oktober diese» Jahres dieses Geheimnis niemand zu verraten."
Sie machte ein schelmisches Gesicht.
„Bis zum ersten Oktober? Das sind noch reichlich drei Monate. Ich glaube, so lange werde ich für mich bürgen können. Scherz bet Seite, — ich bin keine Plaudertasche. Mein Wort darauf, daß ich schweige."
Hartwig verneigte sich dankend. Dann stand er auf und holte da« Buch herb-st Sie sah ihn erstaunt an.
„Ich sehe, Sie haben sich mit dieser Lektüre befaßt, gnädige Frau. Wie denken Sie über Georg Frei?"
wärts" von besonderem Interesse sein, daß in ihrem „Hirn sich die einfachsten Vorgänge seltsam widerzuspiegeln pflegen".
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Deutscher Verein für ländliche Wohlfahrts- und Heimalpflege.
S. ä H. Berlin, 21. Febr.
Unter zahlreicher Teilnahme von Reichs- und Staatsbehörden, landwirtschaftlichen, genosienschastlichen und sozialen Vereinen begann heute im Architektenhause die 16. Hauptversammlung de» Deutschen Verein» für ländliche Wohlfahrts- und Heimatspflege. Der Vorsitzeiche Wirkt. Geh. Rat Ministerialdirektor a. D. Exz. Dr. H. Thiel begrüßte die Versammlung und hob mit Genugtuung hervor, daß die Bestrebungen de« Vereins immer weitere Kreise ergreifen. Besonder« sei zu begrüßen, daß sich zur Abwehr der Landflucht jetzt immer mehr Kräfte zur inneren Kolonisation zusammenscharen. Es gelte, der steigenden Blutarmut einzelner Gegenden, besonders der östlichen Provinzen, durch eine Vermehrung der Anfledelungsmöglichkeiten auf dem Lande entgegenzuarbeiten. Da» Land sei nuneinmal das große Kräftereservoir der Nation und müsie da» Defizit des städtischen Zuwachses decken. (Lebh. Beifall.) — Hierauf erstattete Prof H. Sohnrey den Jahresbericht. Die Mitgliederzahl betrage nunmehr 13000. In der Jugendpflege legt der Verein den Nachdruck auf die Förderung de, Heimatsinnes in der ländlichen Jugend. Daher forderte er bei der Neubearbeitung der Lesebücher für die Volksschulen eine eingehende Berücksichtigung der Heimatpflege. Auch dem ländlichen Theater widmet der Verein durch Herausgabe sinniger Stücke seine Tätigkeit. — Heber den Ausschuß für ländliche Kunstpflege und besten Tätigkeit berichteten sodann Frau Gräfin zur Lippe (Oberschön« feld) und Frhr. v. Wilmowski. der Verein bat in kleinen Landstädten eine Anzahl erfolgreicher Ausstellungen veranstaltet. Erz. Freiftau von Gelbsattel schildert die Erfolge der Spitzenklöppelei-Industrie in den Dörfern. Frau Luise Geiftig-Korodi berichtete über „Hausfteißarbeiten sächsisch-llebenbürgifcher Bauernftauen", Prof. Dr. Auhagen über die im Gange befindliche Hntersuchung über die „Lage der Landarbeiterinnen". — Die Ausführungen der genannten Bortragenden wurden unterstützt durch die Wanderausstellung für ländliche Kunstpftege, durch eine Ausstellung von Gegenständen der Volkskunst und des Hausfleißes. durch eine Ausstellung von Spitzen und von Harüxrrbeiten aus Siebenbürgen. — Nach Erledigung einiger geschäftlichen Angelegenheiten sprach Geh. Ober« regierunastat Generallandschaftsdirektor Dr. Knapp (Königsberg) über „Die Lebensversicherung unb die Landbevölkerung". Er wies darauf bin. daß die Lebensversicherung trotz ihrer Vorzüge bei der ländlichen Bevölkerung noch nicht den wünschenswerten Eingang gefunden hat wegen de« Mißtrauens der Landbewohner gegenüber den aufdringlichen Agenten. Diesem Mangel helfen die öffentlichen Lebensversicherungsan- ftalten ab, die ein« wahrhaft gemeinnützige Volksverstcherung schaffen wollen. Die Verstcherungstätiakeit müste auf die Organe des öffentlichen Rechts übertragen werden. (Beifall.) — Sodann sprach Pfarrer Nuzin- ger (Effringen in Baden) über „Hemmnisse der ländlichen Wohlfahrtspflege und ihre Heberwindung". Besondere Schwierigkeiten bestehen dort, wo in einer Landgemeinde innere Gegensätze zwischen Bauern und I- ndustriearbeitem vorhanden sind. Zur Erzielung eines Gemeinschaftsgeistes sollen hauptsächlich Gemeindeabeude dienen. Dem Verschwinden der ländlichen Bauweise, der heimischen Trachten muß entgegengewirft werden und hierzu bedarf ee Persönlichkeiten, di« unbeirrt ihr Ziel ver- folgen. (Lebh. Beifall.) Di« Verhaist>lungen roerben fortgesetzt.
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Deutsches Reich.
— Die definitive Präsidentenwahl im Reichstage wird voraussichtlich am 18. März stattfinden. Innerhalb der bürgerlichen Fraktionen sind Besprechungen über diese neue Wahl bereits eingeleitet worden.
— Aus der Wahlprüfungskommisfion. Berlin, 21.* Febr. Zu Beginn der Reichstagssitzung teilte Präsident Dr. Kämpf mit. daß gegen 80 Wahlen protestiert werde. Die Proteste seien der Wahl- _ii—W—ii i ■! i um «iiimi !■■ ii i ■naruirrmi
„Ah, — wollen Sie mich von dem Geheimnis ablenken?"
„Nein, meine Frage hängt damit zusammen. Ich wiederhole sie. Wie denken Si« über diesen Schriftsteller?"
„Wie die ganze Welt über ihn denkt. Ich bin entzückt und ein« eifrige Verehrerin dieses in strahlender Helle aufsteigenden Gestirns. Georg Frei weiß etwas von uns Frauen zu sagen. Wenn mich die kraftvoll«, lebenswahr« Sprache nicht irr« machte, würde ich sagen, so kann nur eine Frau di« Frau kennen."
Hartwig zog abermals ihre Hand an seine Lippen.
„Gnädige Frau, — da haben Sie meinen Beweis. daß Sie eine Hellseherin sind. Zugleich auch mein Geheimnis." sagt« er warm: und auf Gittas Bild zutretend, zeigte er lä-helnd mit dem Finger darauf.
„Das ist „Georg Frei"."
Si« fuhr empor und trat neben ihn.
Mit großen Augen sah si« auf das Bild.
„In der Tat, — das ist eine seltsam« Heberraschung. — Sie sehen mich einigermaßen fassungslos."
Es entstand eine inhaltsschwer« Pause. Sie blickten beide in Gittas beseelt« Augen. Endlich wandte sich Frau von Hermsdorf nach ihm um.
„Es gibt Gesichter, die man nie wieder vergessen kann, hat man si« einmal gesehen. Dies hier ist für mich ein solches. Auch ohn« Ihre interessante Eröffnung hätte ich dieses Frauenantlitz nie los werden können. Nun ich habe doch di« Erklärung dafür. Ja, — so muß „Georg Frei" aussehen. In diesen großen goldschimmernden Augen liegt das Glück und Wehe der Frauenseele. Unb wiederum muß der Gatte dieser Frau «in wirklicher Künstler sein. Sonst hätte er diese Augen nicht so malen können. Kommen Si«, setzen Sie sich zu mir. Von diesen interessanten Menschen müssen Si« mir erzählen. Sie haben doch Zeit?"
„Genug, um Ihnen di« Geschicht« bes jungen Paares zu erzählen." Si« setzten sich wieder am Teetisch nieder, und Hartwig erzählt« in kurzen Worten, wie Georg und Gitta sich gefunden hatten. Bon dem jahrelangen, quälenden Ringen Georg», von seiner kleinlichen Mutter, von Gitta, Einfluß auf Georg, Schaffen und von seiner eigenen Entdeckung de» schriftstellerischen Talente« bet jungen Frau. Alle, erzählte •r, auch von bem frommen Betrug Gitta», von bem fingierten Bilder-
Prüfungskommission überwiesen worden. 218 Wahlen sind fit gilttg befunden worden. Heber die restlichen 99 müssen die Lh» teilungen noch befinden.
— 87. Ee»«ralversa«mlung der Steuer« und Wirtschaft» reformer. Berlin, 21. Feb r Die Vereinigung der Steuer- und Wirtschaftsreformer hielt anläßlich der Landwirtschaftliche» Woche unter dem Vorsitz des Grafen v. Mirbach-Sorquitten he Architektenhause ihre 37. Generalversammlung ab. Auf der Tage» ordnung standen wichtige Beratungsgegenstände, rote die Erfolge der Reichsfinanzreform, die Novell« der preußischen Steuergesetzgebung, Jugendpflege in Stadt und Land u. a. Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit einer bedeutsamen Ansprache, in der er ausführte: Ich bedauere e» schmerzlich, jenen Tag erlebt zu haben, an welchem für das Amt des Präsidenten des Deutschen Reichstags Herr Bebel zur Stichwahl stand, dank der Unterstützung eines großen Teiles einer Partei, welche sich „national" nennt (Beifall und: Sehr rtchttg!) Diejenigen Männer, welche im Vordergrund der agrarischen Bewegung stehen, legen entscheidenden Wert darauf, nicht einseitig für die berechtigten Interessen der Landwirtschaft einzutreten, vielmehr für unsere gesamte schaffende produktive Arbeit. (Beifall.) Der erste Referent Professor Dr. Otto Gerlach (Königsberg i. Pr.) legte der Versammlung eine Resolution vor, in der erklärt wird, daß die in den Jahren 1910 und 1911 erzielten Mehreinnahmen des Reiches aus der Finanzreform die an sie geknüpften Erwartungen in vollem Maße erfüllt haben. Der zweite Referent Reichstagsabgeordneter Graf v. Werstarp (Berlin) sprach über die Haltung der einzelnen politischen Parteien zur Reichsfinanzreform. Der Redner hofft, daß es schließlich doch noch gelingen werde, eine Gemeinbürqschaft aller bürgerlichen Parteien zu erzielen. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bil- bete die Novelle der preußischen Steuer- und Ergänzungssteuer« Gesetzgebung. Der erste Referent, Reichs- und Landtagsabgeord- netet Kammerherr v. Kanitz (Podangen) führte aus: Eine neu« Finanznot steht in Aussicht und wahrscheinlich ist auch eine neu« Reichsfinanzreform im Anzno. Wir müssen bezahlen und wer nicht bezahlt, zu bem kommt der Exekutor. (Heiterkeit.) Im übrigen glaubt der Redner, daß durch die Verschärfung der Steuerkontrolle die Steuern eine solche Mebreinnabme ergeben, daß es nicht nötig ist, die Steuerzuschläge zu dauernden zu machen. Der zweit« Referent Graf v. Mirbach-Sorquitten glaubt, daß die Ueberschüsse aus den Eisenbabneinnabmen eine Steuererhebung überflüssig machen. Es wurde schließlich eine dementsprechende Resolutton angenommen. Einen interessanten Punkt der Tagesordnung bildete das Tbema „Me Iuaendpfleae in Stadt und Land als ein« Quelle wabrer Volkswohlfahrt". General v. Vissing forderte insbesondere den Kampf gegen die sozialdemokratischen Erziehungsabsichten. Geh. Regierungrat Ublemann bezeichnet die Reliaion als wichtige Grundlage der Jugenderziehung. In der Diskussion verlangt General Iaowitz zur Bekämpfung der Sozialdemokratie staatliche Unterstützung. Der Verantwortliche an der Spitze soll nur einmal wollen, dann werde er die Sache auch erreichen. Professor Dr. Runke fordert Ausbildung der Volksschullehrer in ländlichem Sinne.
— Bon bet Post. Die vor bem 1. April 1911 etatsmaßig an- gestellten Postbausekretäre können nach der Pensionierung, oder im Falle des Todes ihre Hinterbliebenen laufende Beibilfen erhalten in Höhe des Unterschiedes zwischen den gesetzlichen Bezügen und dem Betrage, der bei Anrechnung der den Postbausekretaren vor der etatsmäßigen Anstellung im Vertragsnerhältnis zugebrachten Zeit als Beamtendienstzeit zustehen würde. In dem Reichspostetat für 1912 wird eine entsprechende Summe bereit- gestellt.
verkauf und von der auf diese Weise ermöglichten Studienreise Georg, nach Paris. . .
Er wußte das alles in sofesselnder Messe vorzutragen, daß Fran von Hermsdors mit glühenden Wangen zuhörte. Sie war eine seht warm- herzig« Dame. Als Hartwig zu Ende war, richtete sie sich lebhaft au« ihrer Versunkenheit auf
Unter diesen Umständen müssen Sie mir erlauben, daß ich den Preis für das Bild auf sechstausend Mark erhöhe. Durch Ihre Eröffnung steigt es im Wert Und wenn Sie mir auch das Kinderköpschen überlassen wollen, so kaufe ich das auch. Ich bin Ihnen sehr dankbar, baß Sie mir diese Geschichte erzählt haben."
„Gnädige Frau, Si« machen mich glücklich für meine Freund«.
Sie reicht« ihm mit warmem Blick di« Hand.
„Sie sind ein treuer, aufopferungsfähiger Freund. Das hält« ich hinter Ihrem geistvollen Spottlächeln nicht gesucht. Zu diesem Spott- lächeln will ich Ihnen aber gleich eine neue Gelegenheit geben: 5Ba« gäbe ich jetzt darum, wenn ich meinen Bekannten diese Geschichte et» erzählen könnte."
Sie seufzte tief auf.
Er mußt« lachen. _
„Gnädige Frau, — nur drei Monate müssen Sie schweigen." „Nur?" fragt« sie schmollend. „Das ist eine Ewigkeit, Verehrtester. Aber Sie müssen mir versprechen, daß ich die erste bin, bi« barüber spt» chen bars."
„Mein Mott darauf."
„Und noch etwas. Ich möchte furchtbar gern bi« Bekanntschaft bet jungen Frau machen. Ich brenne batauf, sie kennen z» lernen. Sh müssen mir di« Dam« bringen ober mich zu ihr führ«»."
„Es wirb besser sei», ich bringe si« Ihnen."
„Aber balb. Wenn wir Frauen einmal fflt jemanb Interesse gesicht haben, läßt es uns so leicht nicht mehr los."
„Sie dürfen nur die Zeit bestimmen."
,Zch möchte natürlich allein sein. Paßt e« Ihnen Samstag zwischen bret unb fünf Uhr?"
Hartwig bachte einen Augenblick nach.
(Fortsetzung folgt.)