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1912.
Xie „Cbirbefiifdie Zeitung" ericheint täglich mit t.ufnab:ne der « nn» und Feiertage. — Der Bezugspreis betrögt vierteljährlich durch die Post bezogen 9.25 Jt (ohne Bestellgeld), oet unseren FeitungSstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <X frei in» HauS. (Kür unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion feine’" lei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Jnb.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Donnerstag, 22 Februar
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und .^Landwirtschaftliche Beilage".
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Erstes Blatt.
Die „Luxus-Flotte".
Zweimal innerhalb weniger Tage haben namhafte englische Staatsmänner die deutsche Flotte als einen Luxus bezeichnet. Als es das erste Mal geschah, und zwar vonseiten des Herrn Winston Churchill, konnte man an eine rednerische Entgleisung, an einen „falschen Zungenschlag" glaubens Herr Churchill ist aber erster Lord der Adstiiralität und man könnte erwarten, dah er sich überlegt, was er sagt, wenn er unter politischen Verhältnissen, wie ste feit bald einem Jahre zwischen England und Deutschland obwalten, von d-.2 deutschen Flotte spricht. Es kämm aber auch der neue Führer ber englischen Opposition im englischen Unterhause, Mr. Sonar Law, menschlichem Ermessen nach der nächste Premierminister, und erklär* ««sdrücklich und wohl überlegt, dah er Churchill vollständig beistii.ru,, und dah die deutsche Flotte in der Tat ein Luxus sei. Richtig ist selbstverständlich, dah die Kriegsflotte für England eine andere Rolle spielt als für uns. England ist, wenn auch nicht unbedingt und für alle Zeiten, so jedenfalls jetzt und für das nächste Jahrzehnt einfach wehrlos ohne feine Flotte. Das ist bei Deutschland nicht der Fall. Unsere Flotte ist nur ein Stück unserer Rüstung, nicht d i e Rüstung. Das ganze weite Gebäude unserer weltwirtschaftlichen Stellung aber und damit auch unserer Machtstellung in der internationalen Politik wäre tatsächlich jeder Laune eines ssegewaltigen Gegners ausgeliefert, wenn wir keine eigene Flotte hätten. Nun hört man ja freilich immer wieder sagen und hat es auch dieser Tage wieder zu wiederholten Malen versichern hören, dah England nicht daran denke und nicht daran gedacht habe, uns anzugreifen. Aber woher stammten denn eigentlich die so wesentlich anders klingenden Mitteilungen, auf die Herr Asguith mit allen Zeichen des Entsetzens anspielte? Sie waren doch nicht unserer eigenen mehr oder wenig erregten Phantasie entsprungen, vielmehr handelt es sich um Enthüllungen oder wenigstens Behauptungen eines Mitglieds des englischen Unterhauses und Parteigenossen des Herrn Asquith, nämlich des bekannten Kapitäns Faber. Gewiß sind seine Aeuherungen dementiert worden, aber was wird nicht alles dementiert! Hat man doch erst dieser Tage wieder in London selbst aufs entschiedenste erklärt, dah Lord Haldanes Besuch in Berlin rein privaten Charakter trage und höchstens noch dem Studium gewisser Unterrichtsfragen gelte. And nun ist er vor aller Welt als eine hochpolitische Aktion anerkannt! Wenn man in England das Bedürfnis gefühlt hat, nach den auffallend starken und schmerzlichen Mihverständnissen des Marokko-Sommers vertrauliche Besprechungen mit Berlin einzuleiten, die womöglich das alte Vertrauensverhältnis wieder Herstellen sollten, so kann man sich darüber natürlich nur freuen, und man wird auch mit Befriedigung hören, dah die Leiter unserer Politik die ihnen dargebotene Hand keineswegs zurückgewieien haben. Aber wir fürchten sehr, es wird mit den Taten nichts sein. Solange Man unsere Flotte in London als Luxus betrachtet, betrachtet man sie, da wir doch eigentlich keine leichtsinnigen Verschwender und prahlerischen Grohhänse sind, natürlich auch als eine Provokation Englands, die natürlich immer wieder entsprechend erwidert werden muh, als ein Svmbol und Zeichen dunkler und böser Absichten aus andrer Leute Hab und Gut. Und so glauben wir auch nicht an die Herstellng wirkliiben Vertrauens zwischen beiden Ländern, solange man uns in England die Anerkennung eines unserer gröhten und wichtigsten Lebensinteressen weigert.
43 Rachdr verboten.
Unser Wea omn hinauf.
Roman von H. Lourlhs-Mahler.
(Fortsetzung.)
„So lange hätte er auf alle Fälle Zeit. Aber ich möchte gern ein Bild von ihm sehen. Befindet sich vielleicht einer hier In der Ausstellung?"
„Nein, gnädige Frau, dieses Jahr leider nicht. Aber in meinem Besitz' befinden sich zwei Bilder von ihm. Ein Kinderköpfiben und das Porträt seiner Frau, welches voriges Jahr hier ausgestellt war und wegen der herrlich gemalten Augen von sich reden machte. Wenn Sie wünschen, schicke ich Ihnen die Bilder zur Ansicht: denn in meine Junggesellenbehausung darf ich Sie nicht bemühen."
„Sie sind sehr liebenswürdig. Ich nehm« Ihren Vorschlag dankend an. Was treibt denn der junge Künstler jetzt in Paris?"
Hartwig zögert« ein« Weil«, dann antwortete er ruhig:
„Er hat den Auftrag, Professor Mossenior, seinen Lehrer zu malen "
„Also ist er doch schon anerkannt?"
„In gewissen Kreisen, gewiß. Wenn er nicht zu stolz wäre und Reklame machen würde, wäre er sicher auch in weiteren Kreisen bekannt."
Frau von Hermsdorf sah interessiert zu ihm auf.
„Ah, das gefällt mir Jetzt bin ich wirklich sehr gespannt, seine Bilder zu sehen. Wann darf ich sie erwarten?"
„Sobald Sie wollen. Ist es Ihnen recht, schicke ich ste Ihnen schon morgen zu."
„Ich bitte darum. Und wenn Sie morgen nachmittag den Tee bei mir «innehmen wollen, werde ich Ihnen sagen, ob ich mich dafür entschieden habe, mich von.Ihrem Schützling malen zu lassen."
„Ich werde mir die Ehre geben, gnädige Frau." —
Hartwig hatte seine Wort« klug berechnet zu Georgs Dunsten, ' mußte er doch, daß dieser wirklich etwas leisten konnte.
Gelang es Ihm, Georg von Frau von Hermsdorf beauftragt zu sehen, ihr Porträt zu malen, dann wurde man in den vornehmen und zahlungs- fähigen Kreisen auf ihn aufmerksam. Der eine Auftrag würde auch ander« nach sich ziehen. Hartwig Annie feine Leute.
Politische Umschau.
Sie leben noch
und das recht kräftig. Das war das Thema auf das die Heerschau des Bundes der Landwirte am vergangenen Montag gestimmt war. Wie Berliner Blätter der verschiedensten Richtung mitteil- ten, war es für Auswärtige schon Tage vorher nicht möglich in Berlin nur ein Zimmer zu erhalten. Die Bundesversammlung rotes einen Besuch auf, dessen sich kein anderer Bund rühmen kann. Es ist der alte Fehler einer Ideologisch gerichteten Politik über die wahren Machtverhältnisse schlecht unterrichtet zu sein und aus ein paar Mandaten mehr oder weniger Schlüsse zu ziehen, deren Stichhaltigkeit keiner ernsten Prüfung standhalten. Wer glaubt, baß der Bund der Landwirte zerschmettert sei, wird aus der Mon- tagrersammlung gesehen haben, daß die Herren sich durchaus nicht zerschmettert fühlen. Im Gegenteil, das Selbstvertrauen und die Angriffslust scheinen bedeutend gewachsen. Bemerkenswert war die Schärfe, mit der man sich gegen die angeblich nivellierenden Tendenzen unserer Regierung wandte, ebenso bemerkenswert, mit welcher Klarheit man sich gerade in der jetzigen Lage zu dem monarchischen Prinzip bekannte. Man weiß ja, daß die Bundesführer markante und scharfe Naturen sind, die ihre Worte nicht fein abwägen, und so durfte man auch erwarten, daß dem Liberalismus, der gerade gegen den Bund den schärssten Kampf geführt hat, mit wehenden Fahnen zu Leibe gegangen wurde. Interessant und in gewissem Sinne bezeichnend war es dabei, daß der antisemitische Zug stärker als gewöhnlich in Erscheinung trat. Es scheint, als ob der Bund bei seinem politischen Kampfe diesen Punkt wieder mehr betonen wolle, als dies in der Zeit der Vlock- periode der Fall war. Die Versammlung hinterläßt den Eindruck, daß der Bund der Landwirte in den alten Bahnen, ober unter vielfach neueren Gesichtspunkten Weiterarbeiten wird. Zu bedauern wäre, wenn auch beim Bund die augenblickliche politische Verstimmung der bürgerlichen Parteien für die zukünftige politische Richtung völlig maßgebend wäre. Gerade wenn man, wie der Bund, in der Sozialdemokratie den Hauptfeind sieht, wird man der Verständigung der Rechts- und Mittelparteien das geeignete Mittel zur Bekämpfung derselben sehen.
Glatt abgestochen
hat der nationalliberale Abg. Schiffer den Abg. Bebel bei dem Streit darüber, was die Sozialdemokraten zugesagt haben oder nicht hinsichtlich höfischer Verpflichtungen. Mit Emphase hatte Bebel im Reichstage gegen den abwesenden Abg. Schiffer betont: niemals sei davon die Rede gewesen, daß ein sozialdemokratischer Vizepräsident anstelle eines verhinderten ersten Präsidenten ein Kaiserhoch ausbringen würde. Auch gestern noch versuchte er dies dem Abg. Schiffer abzustreiten, dessen präzise und überzeugende Darstellung keinen Zweifel ließ, auf welcher Seite die Wahrheit sei: vergeblich sprach Bebel lange über Dinge, die nichts mit dem entscheidenden Punkte zu tun haben, vergeblich suchte sein Freund Hase in einem rabulistischen Plaidoyer die Aufmerksamkeit opulenten von den Tatsachen. Dann trat der Abg. Gröber vom Zentrum auf und erklärte klipp und klar, seine Erinnerung stimme überein mit der des Abg. Schiffer: ihm trat zur Seite de» nationalliberale Abg. Dr. Junck und auf viele Zurufe endlich auch der Abg. Müller-Meiningen (F. Vp.). Seine Aussage war für Bebel vernichtend. Er leitete sie ein mit den Worten, es falle ihm schwer, einen Mann von der Bedeutung und dem Alter Bebels bloßzustellen, aber auch er bestätigte die Schiffersche Darstellung. Zum k.llgen'einsn Erstaunen verzichtete Bebel, der noch immer aus
Vergnügt und mit sich selbst zufrieden, verabschiedet« «r sich von Frau von Hermsdorf, als man mit den anderen Herrschaften wieder zusammentraf. —
Als er sich am nächsten Taae fr?i Frau von Hermsdorf melden ließ, wurde er sofort vorgelassen. Die Dam« war allein und hatte ihn anscheinend schon erwartet. Sie begrüßte ihn sehr liebenswürdig und zeigte auf Georgs Bilder, die sie in ihrem Seien hotte aufstellen lassen. Die feinen Spitzenvorhänge waren von den Fenstern zurückgezogen, so daß die Bilder gut beleuchtet waren.
Frau von Hermsdorf, die eines jener hocheleganten Teekleider trug, die zwischen Gesellfchaftstoilett« und Hauskleid die Mitte halten, zog ihren Gast vor die Bilder.
„Da sehen Sie, ich habe soeben wieder diese Bilder betrachtet. Hauptsächlich hat mich das der jungen Frau gefesselt. Sie haben recht, der Maler versteht Augen zu malen. Das Gesicht läßt mich nicht los: und in diesen Augen liegt etwas Rätselvolles, Seltsamerl. Ich muß gestehen, das Gesicht der jungen Frau interessiert mich ebenso, role der Maler. Es gibt zu denken."
Hartwig verneigte sich.
„Ich bewundere Ihr feines Verständnis und Ihren Scharfblick, gnädige Frau. 61« haben da mit kurzen Worten eine treffende Karat- teristik geliefert".
Sie errötete leicht. Das Lob macht« ihr VergnÜngen, das sah man ihr an. ,
„Ich kann den Namen aus dem Bild nicht entziffern und habe Sie gestern nicht danach gefragt. Wie heißt der junge Künstler?"
„Georg Feldhammer, gnädige Frau."
„Danke. Diesen Namen habe ich fteilich noch nicht gehört. Aber bitte, jetzt wollen mir erst eine Tasse Tee nehmen."
Sie forderte Hartwig mit einer leichten Handbewegung auf, Platz zu nehmen, und drückte dann auf die elekttlfche Klingel.
Gleich darauf rollte ein Diener den fertig hergerichteten Teetisch mit allem Zubehör herein. Frau von Hermsdorf bediente sich und Hartwig mit der anmutigen Art der Weltdame und plaudert« dabet ltebenswür» big und fein.
Hartwig war innerlich etwas unruhig, wie Frau von Hermsdorfs Entscheidung ausfallen würde. Brennend gern hätte er für Georg den
den schwierigsten Situationen sich herausgefunden, auf irgend eine Erwiderung. Das sagt alles. (Wir verweisen auf de« Reichstagsbericht!)
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Deutsches Reich-
— Aus dem Seniorenkonvent des Reichstages. Berlin, 20. Febr. Der Seniorenkonvent hielt heute eine Besprechung und Beratung der Geschäftsordnung ab. In der morgigen Sitzung kommen die Teuerungsanträge der Fortschrittlichen Volkspartei und der Sozialdemokratie zur Beratung. Man hofft, damit Donnerstag zu Ende zu kommen. Darauf sollen die vorgelegten Gesetzentwürfe, betreffend den Mädchenhandel, die Schutztruppe und die Staatsangehörigkeit zur Beratung gestellt werden. Man rechnet damit, in diesem Monat fertig zu werden. Am 1. März soll die zweite Lesung des Etats beginnen. Am 29. März will der Reichstag in die Osterferien gehen; da der 9., 11. und 25. März sitzungsfreie Tage sind, so sind im März 22 Sitzungstage. Es herrscht die Meinung vor, daß diese nicht genügen, um den Etat rechtzeitig bis zum 1. April fertig zu bringen. Die BchMmgen ^Minnen dem Etat des Reichsamts des Innern; es«Men folgen der Justiz« „ etat, der Eisenbahnetat und der Posteta^Nach ven^sterferiM—- soll dann der Flotten- und Heeresetat, berföat fftrims Auswssr- ' ~ tige Amt und der Kolonialetat erledigt werden. - - - -
— Di« Betriebseinnahmen der preußisch-hessischen Staats« eisenbahnen betrugen nach der „Nordd. Allg. Ztg." im Januar 1912 gegenüber dem Vorjahre im Personenverkehr 1,4 Millionen M, gleich 3,33 Proz., im Güterverkehr 10,9 Millionen -4l, gleich 10,0 ( Proz., insgesamt nach Abzug der Mindereinnahme aus den sonstigen Quellen 11,9 Millionen, gleich 7,34 Proz. mehr. Di« Zahl der Sonn- und Werktage war in beiden Jahren gleich.
— Der Norddeutsche Lloyd und dir Bereinigten Staaten. Bremen, 20, Febr. Zu der aus Washington mitgeteilten angeblichen Entscheidung des Obersten Gerichtshofes, daß der Norddeutsche Lloyd die Einroanderungsgesetze dadurch verletzt habe, daß et die Auswanderer im Falle der Ausschließung von der Landung zwinge, die Rückreise selbst zu bezahlen, teilt der Norddeutsch« Lloyd mit, er könne zurzeit nicht ermessen, worauf sich das Urteil gründe. Er sei sich jedenfalls keiner Handlung bewußt, die gegen die anicrikanischen Einroanderungsbestimmungen verstoße. Werde in einem amerikanischen Hafen ein Auswanderer von der Landung ausgeschlossen, so erfolge die freie Rückbeförderung.
— Die spanisch-französischen Verhandlungen. Paris, 20. Febr. Zu den französisch-spanischen Verhandlungen wird gemeldet, daß in Madrid namentlich die von Frankreich geforderte Abtretung des Cabo de l'Agua an der Mündung des Mulujaflusses auf ganz besonderen Widerspruch stößt. Die französische Regierung verlangt dieses Gelände auf den Rat militärischer Fachleute, weil dessen Besitz wegen der ungünstigen Gestaltung des französischen Ufers des Mulujaflusses für Frankreich sehr wertvoll wär«. Es scheint jedoch, daß Frankreich die Absicht hat, diese Forderung um jeden ss' Preis aufrechtzuerhalten. Einige Schwierigkeiten lütfte auch di« Frage der religiösen Souveränität des Sultans verursachen, damit dieser das Recht der Ernennung des Kadis verbunden ist.
— Deutsche Offiziere im Auslande. Bekanntlich sind In den drei südamerikanischen Staaten Argentinien. Chile und Vollvia deutsche Offiziere als Ausbildner der dortigen Heere tätig. Die Verhandlungen mit Brasilien find nun soweit gediehen, daß auch nach dort zu gleichem Zwecke deutsche Offiziere gehen werden. Auch Ekuador trägt sich mit der Absicht, deutsche Offiziere zu Ausbildungszwecken heranzuziehen.
— Die Akademie für kommunale Verwaltung in Düsseldorf, die soeben das erste Semester ihres Bestehens beendet hat, wird auch von
Auftrag erwirkt. Es war doch ein vielversprechender Anfang, wenn heimkehrte. Trotz seiner Unruhe plaudette et mit der Hausfrau i:-< alles Mögliche, ohne selbst noch einmal an die Porträt-Angelegenheit zu rühren. Endlich brachte sie selbst das Gespräch wieder darauf.
„Um nun nochmals auf die Veranlassung Ihres heutigen Besuches zu kommen, — ich bin fest entschlossen, mich von diesem Georg Feldhammer malen zu lassen, sobald er aus Paris zurückkommt."
„Das freut mich sehr, gnädige Frau: denn ich bin überzeugt, daß Sie zufrieden sein werden," sagte Hartwig, seine Bewegung kaum verbergend.
Sie nickte ihm lächelnd zu.
„Ich hoffe es sehr. Aber nun habe ich noch etwas auf dem Herzen.", „Kann ich Ihnen irgendwo dienen."
„Allerdings. Ich möchte sehr gern dieses Bild besitzen. Ist es > Ihnen feil?“
Ste zeigte auf Gittas Porträt.
Hartwigs Stirn rötete fich vor innerer Eregung. Er blieb aber ruhig.
„Wenn ich Ihnen einen Wunsch damit erfüllen kann, stelle ich es Ihnen gern zur Verfügung, — aber —" Er zögerte eine Weile.
„Nun?" drängte sie. ;><ii
„Es ist nicht billig, gnädige Frau," sagte er entschlossen.
Sie lachte.
„Der Preis ist mir Nebensache. Halten Sie es für eine Laune, etm Grille. Aber seit ich in dieses kluge, beseelte Franengeficht geblickt hab«, ist mir zu Mute, als hätte es mir noch viel zu sagen. Ich muß das Bild besitzen."
Hattwig zog ihre Hand an seine Lippen. Seine Augen hatten *• den neuesten Roman „Georg Freis", der kürzlich in Buchform erschiene« war, auf einem Seitentischchen entdeckt. Frau von HermMwrfs Worte berührten ihn seltsam.
„Gnädige Frau, — ich halte Sie fast für eine Hellseherin," sagte «I sinnend. • ,
Sie hob anmutig abwehrend die Hand.
(Fortsetzung folgt.) ------*------ '
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