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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen'Nach Feierabend",Fürs Haus" und .^Landwirtschaftliche Beilage".

M 39

DieCberbrffifdit tftitnnfl" crtch.inl täglich mit »u?ml m der Lonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 9.85 "<Ä lohne Bestellgelds, bet unseren Aeitnngsstellen und der Expedition (Markt 21' 2.00 <* frei ins HanS. (Für unber» lnngt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Freitag. 16 Februar

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47. Iaht«.

1912.

Erstes Blatt.

' Wir Haden ein Präsidium!

Es ist aber auch danach. Ein Genosse, sinnreich eingerahmt von zwei Fortschrittlern, und diesen letzteren ist es nicht einmal von zwei Fortschrittlern. Diesen letzteren aber ist es nicht einmal halten, und nur, weil die Rechte weihe Zettel abgab, die nicht ge­zählt werden, ging es. Natürlich bringen die Fortschrittler ein Opfer": so betonen sie wenigstens gleich in zwei Beschlüssen. Hat die Präsidentenwahl die Bedeutung, die man ihr von vornherein zuschrieb, nämlich für die politische Zukunft des Deutschen Reiches vorbildlich zu sein, dann sind wir freilich übel daran, denn die positiven Leistungen der Parteien, die jetzt das Präsidium stellen, mag man wohl an den Fingern abzählen. Verfassungsgemäh findet aber in vier Wochen abermals eine Wahl statt, und man darf hoffen, dah bis dahin ein neues Präsidium bestimmt sein wird, das doch einigermaßen einer positiven Mehrheit entspricht. Die drei Herren, die jetzt im Präsidium sietzen, können ganz gewiß nicht die Mehrheit des deutschen Volkes repräsentieren, selbst wenn Herr Kämpf seinerzeit aus der Wahl mit einer Mehrheit von den 7 Stimmen der Herren Minister als Sieger hervorging. (!) Im Ge­genteil, wer auf den Wahlkampf zurückschaut und sieht, wie Frei­sinn und Sozialdemokratie sich fast durchweg als eine Partei fühlten, der wird die Empfindung haben, daß unser jetziges Prä­sidium mehr oder weniger eine Blamage unseres deutschen Volkes vor dem Auslande ist, die uns hoffentlich nicht länger als vier Wochen zugemutet wird. DieDeutsche Tagesztg." dementiert das Gerücht als unsinnig, daß die konservative Partei beabsichtigt habe, den Reichstag auf 4 Wochen bis zur Wahl zu vertagen. Die Parteien der Rechten hätten zu verhindern gesucht, daß ein Sozial­demokrat im Präsidium sitze und haben das Präsidium dann unter die drei nächst starken Parteien verteilen wollen. Danach hätten sie bei der Wahl gehandelt und daher auch gestern nicht ungiltige, ländern unbeschriebene Zettel abgegeben, um zu dokumentieren, daß sie an der Zusammensetzung des Präsidium vorläufig kein Interesse hätten, aber die Wahl auch nicht unmöglich machen wollten.

*

Berlin, 14. Febr. Bei der Wahl zum Präsidenten wurden 374 Stimmpettel abgegeben, davon 173 weiße Zettel. Abg. Kampf (Fortschrattl. Volksp.) erhielt 193 Stimmen, 8 Stimmen waren zersplittert. Abg. Kämpf erklärte: Ich fühle mich verpflichtet, die Wahl anzunehmen. Bei der Wahl zum zweiten Vizepräsidenten wurden 371 Stimmzettel, davon 165 weiße, abgegeben. 194 Stimmzettel lauteten auf den Abgeordneten Dove (Fortschrittliche Volksp.), 12 Stimmen waren zersplittert, Dove ist somit gewählt, er nahm die Wahl an.

Aus der nationalliberalen Partei.

Die Kundgebungen der einzelnen nationalliberalen Vereine gegen die Haltung der Reichstagsfraktion bei der Präsidenten­wahl gehen fort. Aus Siegen, Brandenburg, Dortmund, Ham­burg usw. werden Resolutionen gemeldet, die zum. Ausdruck bringen, daß die Haltung im schärfsten Gegensatz zu den Tradi­tionen der Partei stehe. Der geschäftsführende Ausschuß der nationalliberalen Partei des Eroßherzogtums Hesien hat sich in demselben Sinne ausgesprochen. Diese Nachricht ist umso inter- esianten. als vor einigen Tagen die Mitteilung durch die Presie ging, daß in Frankfurt eine hessische Vertrauensmänner-Ver- samnilung stattgefunden hatte, die eine Klärung innerhalb der hessischen Landcspartei forderte und sowohl in der Resolution als

3 < Nachdr. verboten.

' Unser Weq fimi hinauf.

Roman von $. Eoutths-Mahler.

(Fortsetzung.)

Gitta sank schluchzend in einen Stuhl und barg da» Gesicht tn den Händen.

Ungeheuerlich groß und schwer erschien ihr in diesem Augenblick da» Opfer, das sie durch diese Trennung bringen mußte.

" Endlich faßte sie sich und ging hinüber, um nach der Mütter zu sehen, die gleich ihr unter dieser Trennung leiden mußt«.

Sie fand die alte Frau mit versteinertem Gesicht tn ihrem Lehnstuhl am Fenster fitzen. Der Strickstrumpf klappette in ihren rastlosen Hän­den. Wie kalt und haßerfüllt die leeren Augen zu ihr herüber blickten.

Gitta fror bis ins Herz hinein: und die warmen Watte, die fich über ihr« Lippen drängen wollten, erftarben unter diesem Blick.

Georg wollte gerade seinen Abteil besteigen, al» Hartwig neben ihm auftaucht«.

Die Freunde schüttelten sich di« Hand«.

»Ich glaubte schon, ich würde dich nicht noch einmal sehen, Her- mann."

Grad im letzten Augenblick kam mir noch etwa» dazwischen. Fast t)5re ich nicht mehr zur Zeit gekommen. Nun noch einmal Glück auf, mein alter Junge. Und sorg' dich um nicht», vor allem nicht um den Mammon. Wenn dein Geld nicht reichen sollt«, ich schaffe dir sowie! du willst. Auf deine Zukunft kann ich getrost jeden Wechsel ausstellen."

Georg sah ibn fottchend an

So fest glaubst du an meine Zukunft?"

So.

Nichts weiter als diese»J». Aber Georg wußte, wie viel das Galt aus Hartwig» Munde.

- Gr drückt« ihm di« Hand. --

auch in einem Telegramm an Bassermann zum Ausdruck brachte, daß man sich freue, daß Dr. Becker und Freiherr v. Heyl nicht Mit­glieder der Fraktion geworden seien. Unterzeichnet wurde das Telegramm an Basiermann von einem Herrn Theodor Böhm. Es stellt sich jetzt heraus, daß diese Kundgebung, die von ihren Freun­den als für die wahre Stimmung der hessischen Nationalliberalen bezeichnend ausgegeben wurde, in schärfster Tonart dementiert wird. DasW. B. T." meldet aus Darmstadt:Von führender nationalliberaler Seite werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß die Versammlung einer Anzahl von Nattonalltberalen in Frankfurt a. M. am 11. Februar keineswegs von der nattonallibe- ralen Parteileitung in Hesien einberufen war und daß deshalb auch die dort beschlosiene Resolution nicht von der Partei ausgeht. Der geschdtsführende Ausschuß der nationalliberalen Partei hat vielmehr in seiner Sitzung vom 12. d. M. beschlosien, bei der da­maligen Lage der Verhältnisie die Wahl der Sozialdemokraten Bebel und Scheideckann auf das tiefste zu bedauern. Die Frank­furter Resolutionen der dort versammelten nationalliberalen Hesien werden der offiziellen Vertretung der hessischen Landes­partei im Landesausschuß zur Entscheidung vorgelegt werden. Dieser tritt demnächst zu einer Sitzung zusammen." In dieser selben Sitzung des geschästsführenden Ausschusses kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit Herrn Böhm, der darauf seinen Austritt anzeigte. Trotz des ewigen Drängens derFranks. Ztg." z. B. scheinen die hessischen Nationalliberalen noch nicht bereit zu sein, sich an die Fortschrittler zu verschenken. Der Nationallibe­ralismus kann durch Abstößen dieser in Wahrheit freisinnigen Elemente natürlich nur gewinnen.

Inzwischen sind aber die jungliberalen Elemente auch ihrer­seits auf dem Plan, um die Partei vor derRechtsschwenkung" zu behüten und ihrem Förderer Basiermann das Nerttauen auszu­sprechen. Der Iungliberale Verein in Solingen versichert den Führer Basiermann seines uneingeschränkten Vertrauens und hofft, daß alle Parteiangehörigen sich in der Treue zur National­liberalen Partei durch dieRänke der Gegner" nicht irremachen lasien. Der Iungliberale Verband Eroßberlin bittet die Fraktion, sich bei der Wahl des Reichstagspräsidiums durchWinkelzüge des Zentrums" und andereQuertteibereien" nicht beirren zu lasien. Den tatsächlichen, bei den Wahlen zum Ausdruck gekommenen Machtverhältnissen und dem gegen den schwarz-blauen Block gerich­tetenWillen der Natton" bitten wir bei der Zusammensetzung des Reichstagspräsidiums Rechnung zu tragen."

Nicht ganz unintersiant dürfte es in diesem Zusammenhänge sein, daß dieMagdeburgische Zeitung" aus der dortigen Ver­sammlung des Nationalliberalen Vereins noch mitteilt, daß mit besonderer Scharfe auch die Schaffung einer reinlichen Grenze zwi­schen der Partei und den Iungliberalen verlangt wurde. Es wurde auch zum Ausdruck gebracht, daß unbedingt ein Nord­deutscher an die Spitze der Fraktion treten müsse. In einem Briefe des Abg. Schiffer an die Vereinsleitung wird, wie wir der Post" entnehmen, ausgeführt, daß die Abstimmung für Scheide- mann auf Fraktionsbeschluß beruhte, nicht aber das G> '-"'en für Bebel.

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Politische Umschau.

Die englische Thronrede.

London, 14. Febr. Im englischen Oberhause verlas König Georg die Thronrede, in der es heißt: Unsere Beziehungen mit den fremden Mächten sind andauernd freundlich. Der Kriegs­zustand zwischen Italien und der Türkei dauert bedauerlicherweise fort. Meine Regierung ist bereit, sobald sich eine günstige Ge­legenheit darbieten sollte, fich mit den anderen Mächten an jeder Vermittelung zu beteiligen, die dazu beitragen könnte, die Feind-

Hab Dank für dieses Geleitwott. Und nimm dich meiner Frau an. Sie wird bei meiner Mutter jetzt nicht auf Rosen gebettet fein. Ich wollte, ich hätte ihr das ersparen können."

Ach, um deine Frau sorg' dich nicht. Die ist s? tapfer und hoff­nungsfroh, daß sie schon leidlich über die» Jahr hinwegkommt. Und so viel ich kann, will ich ihr betstehen und fi« aufheitern."

Der Zug setzte sich in Bewegung. Die Freund« drückten sich noch einmal die Hand.

Grüß Gitta. Sie soll tapfer sein!" rief Georg noch zurück. Hartwig nickte und schwenkt« den Hut.

Glück auf."

Auf Wiedersehen."

Mit raselndem Getöse fuhr der Zug zur Bahnhofshalle hinaus. Von der Lokomotive aus zog eine weißgraue Dampfwolke den Zug entlang und hüllt« ihn in Nebel.----

Mein geliebtes Weib! Seit zehn Tagen bin ich nun fern von dir in Paris. Welchen Eindruck es auf mich macht«, schrieb ich dir schon. Ich habe mir nun im Quartier Latin ein kleines Zimmerchen ge­mietet. Es ist sehr bescheiden ausgestattet, genügt mir aber vollständig, da ich darin nur schlafe. Meine Mahlzeit nehme ich mit anderen Schölern der edlen Malkunst in einer bekannten Künstlerkneipe, wo man nicht zu teuer und nicht zu schlecht ißt Wie ich dir schon schrieb, begann ich gleich am Tag« nach meiner Ankunft mein Studium. Moffenior ist ein lebhafter, mittelgroßer Herr in den fünfziger Jahren. Seine Augen schienen den Menschen zu durchleuchten, wenn er die schweren Lider auf» schlägt. Schön ist er nicht: aber fein Gesicht ist so markant und karak- teristisch, daß ich ihn malen möchte. Er steht oft hinter mir und steht mir bei der Arbeit zu. Manchmal stößt er ein unmutiges Grunzen aus und nimmt mir hastig die Pinsel au» der Hand. Mit zwei, drei Strichen korrigiert er dann einen Fehler: und das geschieht auf so ein­leuchtende Art, daß ich dann ganz genau weiß: diese Dummheit hast du zum letztenmal gemacht. Ich weiß schon heute, hier bin ich an bi« richtige Schmied« gegangen: hi« kann ich lernen, wa» mit fehlt.

seligkeiten zu beenden. Die Loge in Persien fährt fort, ernste Auf­merksamkeit in Anspruch zu nehmen. Meine Minister, die in stän­diger Verbindung mit der russischen Regierung sind, erwägen, welche Mittel am besten die persische Regierung in Stand se^en könnten, die Ordnung und Ruhe in Persien wiederherzustellen. Dem Parlament werden baldmöglichst die auf die persischen An­gelegenheiten bezüglichen Dokumente vorgelegt. Ich hege die 3e- versicht, daß die Krisis in Ehina durch die Einführung einer dau­ernden Regierungsform, die den Ansichten des chinesischen Volker entspricht, bald in befriedigender Weise beendet wird. Der König berührte sodann den Krönungsdurbar in Delhi. Der Durbar hab« einen überwältigenden Beweis der Ergebenheit und Loyalität der Fürsten, Edlen und Völker Indiens gegeben. In der Thronrede werden ferner einige Gesetzvorlagen angekündigt, darunter Maß­nahmen für eine besiere Verwaltung in Irland: ferner Gesetz« entwürfe über die Entstaatlichung der Kirch« in Wales, die Ab­änderung des Wahlrechts, Verbesserung des Gesetzes über die bri­tische Staatsangehörigkeit gemäß den Empfehlungen der Reichs konferenz und gewisie soziale und industrielle Reformen.

In der Adreßdebatte über die Thronrede erörterte Vonar Law im Unterhaus« die auswärtigen Angelegenheiten. Er vermißte in der Thronrede die Erörterung der deutsch-englischen Beziehungen und führte aus:Unsere Diplomatie hat sich in letzter Zeit in einer Weise betätigt, wie sie mir bisher nicht vorgekommen ist. Lord Haldane hat in irgendeiner geheimnisvollen Mission in Berlin zu tun gehabt. Ich hätte geglaubt, daß wir genug gehabt hatten von der Amateuerdiplomatie im letzten Sommer. Ich selbst glaube nicht daran. Wenn es notwendig war, daß irgend ein Minister nach Berlin ging, wäre meiner Ansicht nach der Staatssekretär des Auswättigen der geeignete Minister gewesen. Wie ich höre, ist angegeben worden, daß Haldane den Vorzug besitze, deutsch zu sprechen. Aber das ist eine nicht ungewöhnliche Kenntnis. Ich nehme an, daß auch unser Botschafter in Berlin deutsch spricht und daß dieser Grund also keine ausrekchende Erklärung ist. Diese jüngste -diplomatische Leistung scheint mir von einer außergewöhnlichen Art zu sein. Haldane ging nach Berlin, ver­mutlich mit dem Gedanken an eine bester« Verständigung mit Deutschland. Dennoch hielt gleichzeitig Churchill seine Rede, die mir darauf berechnet zu sein schien, Haldane den Weg zu ebnen. Was diese Rede anbetrifft, so freue ich mich sagen zu können, daß ich nicht nur mit ihrem Geiste, sondern mit jedem Wort ein­verstanden bin."

Zur Reise Haldanes nach Berlin

sagt dieDaily Mail", man sollte das Ergebnis nicht überschätzen. England sei nicht gewillt, seine Beziehungen zu Rußland und Frankreich zu ändern. Auf der anderen Seite ober habe die Reise Haldanes die Spannung zwischen Deutschland und England ge­mildert. Die Auszeichnung, die Sir Grey erhalten habe, zeige, - wie sehr der König mit der auswärtigen Politik Sir Erens ein­verstanden sei. DieVorschlägezurBesprechungseieu jedenfallsvonDeutschlandausgegangen. (?) Wie. derFigaro" meldet, soll Sir Edward Grey dem französischen Bot­schafter gegenüber geäußert haben, die französische Regierung habe allen Grund, mit dem Resultat der in Berlin gepflogenen Unter­handlungen, die ergebnislos verlaufen wären, zufrieden zu fein. Die Tripleentente sei eine Notwendigkeit zur Erhaltung des Welt­friedens, die durch keine irgendwelchen Einflüste erschüttert werden könne. DasEcko de Paris" veröffentlicht heute folgendes Tele­gramm seines Berliner Korrespondenten:Wie aus bestinfor­mierter Quelle verlautet, ist der Erfolg der Reise Lord Haldanes als durchaus negativ anzusehen. Es ist Tatsache, daß die Entsen­dung des englischen Kriegsministers hinsichtlich des Zeitpunktes ebenso verfehlt war, wie der Versuch, jetzt Verhandlungen über die

Seine kleinen Eigenl>eiten kenne ich nun schon. Wenn er zufrieden ist, pfeift er leise durch die Zähne und sagt nichts. Daß ich fleißig bin, brauche ich dir nicht zu versichern. Nur im rastlosen Schaffen finde ick einigen Trost für mein Herz.

Ach, Liebste wie soll ich ein ganzes langes Jahr fern von dir er­tragen! Schon diese eine Woche erscheint mir wie eine Ewigkeit. Ab« nein, ich will davon nicht sprechen. Du fühlst es selbst, wie sehn­suchtsvoll meine Gedanken dich umkreisen. Wir wollen mutig dies« Trennung ertragen. Wenn ich erst wieder bei dir sein kann entschädig« ich mich für die entsagungsvolle Zeit. Und du bist guten Mutes, ver­sprachst es mir. Laß mich nur erst Erfolg haben. Liebste. Dann kaufen wir uns ein kleines Häuschen in irgend einem stillen Winkel. Es muß von Kletterrosen und wildem Wein umrankt sein. Dann halte ich dich für immer an meinem Herzen. Das mal« ich mit aus, wenn ich abends vor Sehnsucht nach dir nicht einschlafen kann.

Wie geht es der Mutter? Wie stellt sie sich zu dir? Laß dich» nicht ansechten, daß sie dir grollt. Ich danke dir um so heißer und in- brünstiger, daß du stark und opferfreudig warft und mich ziehen ließest. Es mußt« sein: das fühle ich jetzt mehr denn je.

Hat sich Hartwig schon bei euch sehen lasten? Es ist mir ein Trost, daß du diesen treuen Freund zur Seite hast. Grüße ihn von mir. Auch Schräubchen einen Gruß. Die treue Seele wird, wie ich sie kenne, ihr Kindelchen" mit Trostworten und Liebesbeweisen füttern. Und sie ver­steht so prächtig mit Mutter umzugehen: das wird dir eine Erleichte­rung fein.

Wenn ich Mutter nur erst erlösen könnte aus ihrer kummervollen Verzagtheit. Aber auch das werde ich eines Tages erreichen.

Und nun gute Rächt, mein geliebtes, herrliches Weib, meine Seele, mein Leben. Ich denk« an dich in sehnsüchtiger Siebe und küsse deine lieben Augen, die wie verheißungsvolle Sterne in meiner Erinnerung, leuchten. Dein Georg."

(goxtjegung folgt.) ,

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