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. mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

As. 34

DieLberhrffische Zeitung" erlchernt täglich mit Lusnab.ne der eenn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 Jt lohn« Bestellgelds, bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition l Markt 21) 2.00 <X frei in» Haus. (Für unver« langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Jnk>.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonnabend, 10. Februar

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 -H, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 <z, für Reklamen die Zeile 60 A Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Berbtndlichkeit für Platz», Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Post- scheckverkehr ohne Porto kosten unter Nr. 5015 deS Postscheckamtes Frankfurt a. M.

47. Jahrg.

1912.

Erstes Blatt.

Bekannte Melodien.

Laute und sanfte Friedenstön« kommen aus England zu uns her­über. Zwar von Angola ist die Presse Großbritannien» vorläufig wieder still geworden, aber dafür spricht Herr Lloyd George von der handgreif­lichen Möglichkeit einer englisch-deutschen Verständigung auf kolonialem Gebiete wie auf dem maritimen. Die Press« sekundiert ihm und ein Blatt spricht sogar von einem deutschen Kolonialreiche in Afrika, das von einem Meere zum andern sich erstrecken könne, ohne daß England irgendwelchen Einspruch dagegen erheben werde. Di« ganze englische Presse ist sich aber darüber einig, daß hinter den Kulissen zwischen Eroh­britannien und dem Deutschen Reich« etwa» vor sich gehe, man wisie nur nicht recht, was. Auch das alte Thema der Rüstungsoerständigung wird wieder angeschnitten, wenn schon mit Vorsicht.

Wir Deutsche haben im Laufe der vergangenen sieben bis acht Jahre so oft diese Melodien gehört, daß unser Ohr begonnen hat, ihnen gegen­über etwas stumpf zu werWt, nicht minder stumpf den englischen Hetze­reien und dem englischen KEegogeschrei gegenüber. Wir warten ohne Spannung, was sich weiter hegeben wird, denn wir können auch so weiter leben, es drängt durchaus nicht. Augenscheinlich scheint in Erotzbritan- nien gerad« dieser Punkt ganz besonders betrachtet zu werden. Man hat dort gar keine Zeit, sondern will so schnell wie möglich, daß irgend etwas geschehe, was die deutsch-englischen Beziehungen aus eine andere Grund­lage stelle als bisher. Es läßt sich auch für den nüchternen Beobachter nicht verkennen, daß die Stimmung im englischen Volke durch di« tiefe Mißstimmung des deutschen Volkes sich sehr lebhaft beunruhigt fühlt. Man fragt sich immer wieder, was will Deutschland eigentlich? Eine törichte Frage, gewiß: aber früher hat man sie in England nicht ge­stellt und noch viel weniger daran gedacht, irgend etwas zu tun, um sie in einer Deutschland zufridenstellenden Weise zu beantworten. Eine be­schleunigte Erledigung der Angolafrage ist nicht von Deutschland ange­regt worden, sondern in der großbritannischen Oeffentlichkeii. Urteilen läßt sich über diese Vorschläge erst, wenn man weiß, ob und was die Ne­gierungen mtreinander verhandeln und welchen Inhalt der alte deutsch­englische Vertrag über die portugiesischen Kolonien hat usw. Bietet Großbritannien uns Genügendes, so sind wir gern bereit, eine kolonial« Verständigung mit ihm einzugehen.

Was nun die alte, ewig neu« Frag« der sogenannten Rüstungsver- ständigung anlangt, so würden wir nichts dagegen haben, wenn «in Ver­hältnis der englischen Floitenstärke zur deutschen etwa im Verhältnis 8:2 ausgemacht würde. Das war das Verhältnis, welches England in bett Zeiten seines größten Antagonismus mit Frankreich als genügend ansah. Wir Deutsche haben niemals beansprucht, eine Flott« von der Größe der englischen zu bauen, und diesen Standpunkt nehmen wir auch heute noch ein. Grundsätzlich unter das Verhältnis herunterzugehen, ist aber ausgeschlossen. Auch hier können wir also englischen Vorschlägen in aller Ruhe entgegensehen, auch hier haben wir Zeit, ja glauben wir sogar, daß di« Zeit für uns arbeitet. Die englische Stimmung fteilich ist ein wandelbares Ding. Im jetzigen Augenblick Überschlägt sie sich vor Entrüstung, weil der Spion Herr Stewart eine längere Festungs­strafe erhalten hat. Vielleicht wird zur gegenseitigen Verständigung noch für nötig befunden, daß Deutschland jedem englischen Spion Straflosig­keit zusichert.

T ---*---

Das MarokkoMomwen vor der französischen Kammer.

Nachdem der Konservative Lenarzelle seine scharfe Kritik des deutsch-französischen Marokkovertrages beendet hatte, ergriff der Sena­tor Baudtn als Berichterstatter Über den Vertrag das Wort. Er er­innert an die in der Kornrnision vorgekommenen Zwischenfälle, erklärt aber, wenn bei den Verhandlungen Fehler vorgekommen seien, so werde der Vertrag nicht davon berührt. Er kam dann nochmals auf die Ee-

33 Nachdr. verboten.

< Unser Weq oina hinauf.

! Roman von Courths-Rahler.

fFortsetzung.)

Närrlein, bist du abergläubisch? Ach Liebste, jetzt fange ich an, mir selbst zu vertrauen, weil du neben mir stehst. Run sollst du sehen, mit welcher Lust und Zuversicht ich schaffe."

Sie drückte seine Hand an ihr« Wange.

Ja, mein Georg, zwing« das Schicksal in beinen Dienst. Glaube an dich "selbst. Und versprich mir, daß du sofort deine Stelle kündigen wirst, um nach Pari» gehen zu können, wenn du genug Geld zu­sammen hast."

Er sah sie an. _ . , .

Sechs bis siebentausend Mark gehören freilich dazu. Soviel muß ich erst haben. Aber bedenkst du auch, daß es dann eine lange Tren­nung für uns gilt? Ich könnte dich nicht mit mir nehmen. Du müßtest bei Mutter zurückbleiben. Würdest du da» wollen?"

Sie erblaßte und er fühlte, wie sie erbebt«. Dann sah si« ab«r mit «rnsten, klaren Augen zu ihm auf.

Es gilt dein Glück, Liebster. Ich werde es ertragen: du mußt es doch auch."

Er preßte sie leidenschaftlich in seine Arme.

Ja, Gitta, ich auch, und ich fürchte mich vor dieser Trennung. Ich glaube, ich kann dich jetzt nicht mehr entbehren."

Eie zog seinen Kopf zu sich herab und lehnt« ihr« Wang« an di« seine.

Laß uns daran noch nicht denken. Da» kommt noch früh genug. Und wenn wir uns lassen müsien eine Zeit, dann wollen wir tapfer sein. Liebster, weil es sein muß, weil du dich dann ganz und ungeteil: deinem Studium widmen mußt. Um so schöner wird es sein, wenn wir uns wieder haben." ..

Du bist eine bewundernswette Frau, Gitta." Eine andere wurde jammern und wehklagen und sich an den Mann hängen, um ihn zurück- haften. Das tust du nicht, trotzdem du mich so innig liebst."

Eben weil ich dich unsagbar liebe, mein Georg. Die rechte Liebe wetfc Opfer » bringen."

schichte desselben zu sprechen und forderte schließlich, obwohl er die B e- deutung der Opfer, die Frankreich durch Abtretung de» Kongos brächte, anerkannt«, di« Ratifizierung des Vertrags. Nach der Red« Vaudins kam Goirand zu Wort«, der in der Verwirk­lichung de» Protettorates eine Ursache französisch-deutscher Konflikte sah. Nach ihm sprach der frühere Minister de» Aeuheren, Pichon. Die mit großer Spannung ermattete Rede bildet« eine geradezu leidenschaftliche Anklage gegen Caillaux und stellenweise eine sehr hefttg« Kritik der Hal­tung Deutschland. Pichon verteidigte zunächst das Abkommen von 1909 gegen die Einwendungen Baudins unrd gegen die abfälligen Aeuherungen Eaillaux. Man habe gesagt, das Abkommen von 1909 sei unwirksam gewesen. Ja es war vielleicht unwirksam, aber nut für Deutsch­land, dessen Ansprüchen es einen Riegel vorschob. Sodann erörterte der Redner die Eoko-Sangha-Affäre und die Angelegenheit der Kongo-Ka- merunbahn und meinte, bei jedem französischen Ministerwechsel wuchsen die Prätenttonen Deutschlands. Aber war es notryendig deshalb Deutsch­land territoriale Kompensationen zu geben? (Stürmischer Beifall.) Deutschland erhob solche übermäßige Forderungen, weil es wahrscheinlich durch offiziöse Unterhändler dazu ermutigt wor­den war. Durch den Streich von Agadft wollte Deutschland uns zu Verhandlungen zwingen. Wir haben Unrecht gehabt, uns zu diesen Ver­handlungen herzugeben. Minister Caillaux habe ttotz der einmütigen Festigkeit der öffentlichen Meinung Frankreichs leider kein Vertrauen zu der Kraft der Ration gehabt. Niemals hätte die französische Regierung mit Deutschland allein verhandeln dürfen, denn es habe sich nicht um eine französisch-deutsche, sondern um eine europäisch« Angelegenheit ge­handelt. Wie das Ministerium Caillaux Über die Gefühle des französi- sischen Volkes sich getäuscht hat, so hat man sich auch in Deutschland Über die Stimmung in England getäuscht. Lloyd George habe darüber solche Klarheit gebracht, daß zwei Tage später der deutsche Botschafter Graf Wolff-Metternich dem englischen Minister des Aeußern Sir Edward Grey die Versicherung Überbrachte, daß Deutschland nie die Absicht ge­habt hab«, ein Stück marokkanischen Gebiets zu besetzen. Da muß ich mich fragen, warum wir uns dem Vorgehen Englands nicht angeschlossen haben. (Lebhafter Beifall.) Sodann kriti­sierte Pichon in heftiger Weise das Abkommen vom 4. November 1909. Er könne einem Abkommen, an welchem Ministerpräsident Poincare als Berichterstatter die lebhafteste Kritik geübt habe, nicht zustimmen. Nie­mand wolle dieses Abkommen, wenn man es auch annehme. Mit einem Hinweis auf vier militärisch« Kraft Frantteichs, in welche er yplles Ver- ttauen habe, schloß Pichon feine fast dreistündige Rede, di« mit stürmi­schem, allseitigem Beifall ausgenommen wurde.

Politische Umschau.

Auslandstimmen zur Thronrede.

Paris, 8. Febr. Die Blätter erörtern die Reichstagsthron­rede und erklären, sie bilde den Beweis dafür, daß die äußere Po­litik Deutschlands beibehalten werden soll.Echo de Paris" schreibt: Der Ton der kaiserlichen Rede ist ruhig, und man hat den Eindruck, daß ihre Worte abgemessen wurden. Die Politik bleibt die alte und nur die Ankündigung, daß die Kräfte zu Wasser und zu Lande vermehrt werden sollen, hat Bedeutung. Die Mächte der Tripleentente werden gegen die neuen Gefahren sich versehen müsien, denen sie infolge der weiteren Stärkung der deutschen Militärmacht ausgesetzt sind.Gaulois" meint: Die deutsche Regierung ändert nicht die Grundsätze der deutschen Po­litik, die bisher befolgt hat. Sie wird friedlich sein unter der Be­dingung, daß die Entwicklung der wirtschaftlichen Interessen Deutschlands nicht behindert werde. So kurz die Thronrede ist, so deutlich ist ihr Hauptzweck: Die Erlangung neuer Militar- kredit?. Die Mehrheit des Reichstages wird diese zweifellos be­willigen.Eclaire" sagt: Wenn wir mit kaltem Blut betrach­ten, was sich in Deutschland vorbereitet, so dürfen wir annehmen, daß in den Entschlüssen des Kaisers keineswegs der Wunsch vor-

Sie sahen sich innig an. In diesem Augenblick trat die Mutter ein. Sie trug ein Suppenschlüssel vor sich her und setzte sie auf den Tisch.

Georg umfaßte sie ungestüm von hinten, so daß ihr die Schüsi« bei­nahe entfallen märe. Erschrocken wandte sie sich um.

Rein hast du mich erschreckt, Georg. Was ist denn los?"

Etwas Wunderschönes, Mutter. Denke dir, mein Bild ist ver­kauft."

Sie fetzt« sich und sah ihn ungläubig an.

Dein Bild? Verkauft?"

Ja, Mutter. Für viertausend Matt."

Die alte Dame zuckte erschrocken zusammen. Dann strich sie mecha­nisch glättend über ihren Scheitel.

Dummer Schnack. Mache doch nicht solche närrischen Spässe. Man erschreckt sich mehr."

Es ist Wahrheit, Mutter. Da, lies selbst."

Die alte Dame griff mit unsicheren Händen nach dem Schreiben.

Gib mir doch einmal meine Brie herüber, Gitta," sagte sie un­ruhig.

Sie setzte sich umständlich ihre Brille auf und las. Das junge Paar betrachtete sie lächelnd. Nun mußte doch ihr Unglauben ins Wanken kommen.

Kein Zug in dem faltigen, versorgten Gesicht änderte sich. Nur die Hände zitterten ein wenig. Sonst verriet nichts ihre Aufregung. Be­dächtig las sie das Schreiben durch. Dann faltete sie es langsam zu­sammen, während sie mit unsicherer Sttmm« sagte:

Ist das wirklich wahr?" *

Ja doch, Mutter: du haft es doch schwarz auf weiß."

Sie faltete die Hände zusammen.

Nein, so ein Glück! Wer muß beim nur so unsinnig viel Geld für ein Stück bemalte Leinwand ausgeben? So ein Mensch ist wohl nicht recht gescheit."

Gitta und Georg mußten herzlich lachen. E» klang beinahe be- kümmerr, was die Mutter sagte, als bedauere sie den unsinnigen Men- schen, der sein schöne« Geld für so etwas ausgab.

Freust du dich denn ein bißchen, Mutter?" fragte Georg, sie liebe- voll um die Schultern fassend.

jLiebe Zett, tw stehst doch, wie mir der Schreck ix die Glieder ge­

herrscht, einen Bruch herbeizuführen. Aber die ungeheure Ver­mehrung des Heeres und der Flotte bietet eine ernste Beunruhi­gung für uns.Journal" sagt: Bezüglich der äußeren Politik enthält die Thronrede lediglich eine eher etwas trockene Erwäh­nung des deutfch-franzöfischen Abkommens und eine warme An­erkennung für den Dreibund, die einem Versprechen zur Er­neuerung desselben gleichkommt, nichts aber über die englisch- deutschen Beziehungen, die ja doch den Angelkunkt der internatio­nalen Lage bilden.

Rom, 8. Febr.Popolo Romano" betont in einer Bespre­chung der Thronrede des deutschen Kaisers besonders ihren fried­lichen Charakter. Die Thronrede sei ein Dokument des jetzige« Augenblicks. Wie sie im Reichstag von allen Parteien sehr günstig ausgenommen worden sei, werde sie auch auf die internationale öffentliche Meinung den besten Eindruck machen, weil sie sich tm Grunde in der Formel zusammenfasien laste: Friede mit Würde!

Deutsches Reich.

Generalfeldmarschall o. Hahnke -j-. Berlin, 8. Febr. Heute nachmittag ist Eeneralfeldmarschall v. Hahnke gestorben.

Zur Krisis in Bayern. Wie wir schon gestern kurz mitteilten, verbreitet die offiziöse Korrespondenz Hoffmann fol­gende Meldung:In auswärtigen Blättern werden Gerüchte über einen bevorstehenden Wechsel in der Regentschaft in Bayern ver­breitet An diesen Gerüchten ist kein wahres Wort. Ein Regent« ^haftswechsel ist in den letzten Tagen und Wochen nie in Frag« gekommen. Das Befinden des Prinzregenten ist sehr gut. D« Prinzregent hat den Reikbsrat Frhrn. v. Hertling neuerdings zi sich berufen. Frhr. v. Hertling wird morgen vom Regenten em pfangen werden. Einem Berliner Blatte wird dazu mitgeteill das Frhr. v. Hertling. der Führer der Zentrumspartei im Reichs tage, als Ministerpräsident in Aussicht genommen sei und da', Frhr. v. Würtzburg das Ministerium des Aeußern und des König, lichen Hauses und Frhr. v. Pechmann das Finanzministerium übernehmen werden. Es beruht dies natürlich nur auf Vermu­tungen, und man muß abwarten, was an diesen Gerüchten zur Wahrheft wird.

Die Präsidentenwahl im Reichstage. Berlin, 8. Febr. Auf Antrag des Abg. Bastermann wurde die Präsidentenwahl des Reichstags auf morgen vertagt, weil die Vorbereitungen so groß« Schwierigkeiten ergeben haben, daß deren Lösung bisher nicht ge- glückt ist. _ M

Bon der den tschkonseroativeu Fraktion des neuen Reichs­tags. Berlin, 8. Febr. Wie verlautet, sind die Abgeordneten Vogt-Hall und Poat-Crailshaim der deutschkonservativen Fraktion beigetreten. Dre Abgeordnete Werner (Hersfeld) hat die ErklÜ- rung abgegeben, daß er unbeschadet seines sonstigen Verhältnisse; zur Deutschen Reformpariei, im Reichstage der deutschkonserva- tiven Fraktion zugezählt zu werden wünsche. Die deuschkonser- vative Fraktion ist nunmehr die drittstärkste Partei des Reichs­tages.

Lord Haldane in Berlin. Lord Haldane ist zu feinem am gekündigten Beluch in Berlin eingetroffen. DemSokalanz." wird dazu berichtet: Wie es heißt, ist Lord Haldane mit einer Sondermisston an Kaiser Wilhelm beauftragt. DieTimes" meinen, es sei mit Bestimmtbeit anzunebmen, daß der Besuch Lord Haldanes eine Hobe politische Bedeutung habe. Man geh« in der Annahme nicht fehl, daß Lord Haldane Besprechungen mii den böchüen Militärbehörden haben werde, über deren Indali fahren ist. Da soll man sich nicht heuen. Viertausend Mark. Wenn das dem Käufer nur nicht wieder leid wird. Ich wollte du hattest das Geld erst in den Händen. Rein, so ein Glück! Das erlebst du nicht noch einmal. Viertausend Mark _

Sie schüttelt« fassungslos den Kopf. Dann sah sie ihrem Sohn voll erwachender Tattraft in das Gesicht.

Natürlich legst du das Geld gleich in sicheren Papieren an. Da» ist dock, ein schöner Notgroschen für schlimme Zeiten."

Gitta wollte etwas erwidern, gleich jetzt wollte sie sagen, daß bitfe» Geld bestimmt sei. Georgs Studium zu ermöglichen. Ihr Mann faßte sie jedoch abmahnend an der Hand und sah sie warnend an. Da begriff sie Das mußte der Mutter diplomattsch beigebracht werden und erst dann, wenn sie nicht mehr dagegen protestieren konnte. Sonst gab es Streit ohne End« mit ihr.

Während der Mahlzeit waren die drei Personen nicht so still rote sonst. Am aufgeregtesten erschien die Mutter. Sie rechnet« schon an», wie viel Zinsen di« vier tausend Mark bringen würden und wie man sie am besten anlegen könnte. Und nach Tisch verzichtet« sie sogar auf ihr Nickerchen in der Soiaecke und lief zu Fräulein Schraube hinauf. Der mußt« si« gleich die Wundermär berichten.

Gitta begleitete Georg auf seinen Wunsch ein Stück Weges. Er war noch immer voll Erregung und mußte sich aussprechen Über das unver­hofft« Glück. Er bat sie auch! der Mutter vorläufig nicht» von feiner Absicht, nach Paris zu gehen, zu verraten.

Laß es erst so weit sein. Eitta, daß ich Mutter mit der vollendeten Tatsache kommen tarnt. Wie sie nun einmal veranlagt ist, wird sie außer sich sein, wenn ich meine sichere Brotstelle auf gebe, um ins Unge­wisse zu ziehen."

Ob sie denn niemals an dich glauben wird," erwiderte Gitta w mutig.

Nicht «her. als all« anderen an mich glauben. Eie wird die letzte fein. Si« möchte es gern, aber sie kann nicht. Es ist ihr unverständlich, daß ihr Sohn über die Sphäre hinauswachsen könnte, in der sie selbst lebt. Wir müsien Geduld mit ihr haben. Ihr Unglaube kränkt mich nicht mehr, seit ich dich habe, meine Gitta."

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