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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und .MmdwtrtschaWche Beilage".
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Die „Lbrrhrffische Zcuung" er,cheint ragtlch mit Suknatz «e oer Lona» und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 8.25 <* lohne Bestellgelds, oer unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei in« Hau«. (Für unverlangt zugesandte Manuskrivte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-Buchdtuckeeei I. A. Koch (Jnb.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Freitag, 9. Februar
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11. Jahrg. ►
1912.
Tie Thronrede.
Die Thronrede, mit welcher der Kaiser am 7. Februar in Person die erste Session der neuen Legislaturperiode des Deutschen Reichstages eröffnet hat, zeigt einen Schwung der Sprache, deren man sich in den letzten Jahren etwas entwöhnt hatte. Unter den besonderen und gewiß nicht erfreulichen Berhältnisien, unter denen der Reichstag diesmal zusammentritt, könnte diese Erscheinung zunächst einigermaßen überraschen; denn es versteht sich von selbst, daß das ungeheure Anwachsen der Sozialdemokratie und ihrer Bertretung im Reichstage auch den verbündeten Regierungen schwer auf dem Herzen liegt und daß das erlauchte Reichsoberhaupt selbst diese Entwicklung nicht anders als mit tiefem Ernst beobachten kann. Es fehlt aber auch in der Thronrede keineswegs an Wendungen und Tönen, aus denen dieser tiefe Ernst hervorklingt. Insbesondere die lebhafte Betonung des einmütigen Willens der verbündeten Regierungen, „das feste Qk-fuge des Reiches und ' ' staatlicher Ordnung unversehrt zu erhalten", und ebenso die Schlußworte, nach denen der Kaiser „im Vertrauen auf die ge- , sunde Kraft des deutschen Volkes mit Zuversicht und auf Gottes f ' W gnädigen Beistand bauend über die Kampfe des Tages hinweg in die Zukunft des Reiches blickt", sprechen für den Verständigen deutlich genug. Es soll und wird auch 110 sozialdemokratischen Abgeordneten nicht gelingen, jenes feste Gefüge zu erschüttern, das ist der tiefere Sinn des ersten Gedankens, mit dem der Kaiser nach dem üblichen Begrüßungsworte der neuen Volksvertretung gegen» Übertritt, und der religiöse Klang des Schlußsatzes, der sich auf Gottes gnädigen Beistand verläßt und der gesunden Kraft des deutschen Volkes getröstet, erhält gerade dadurch besondere Wärme und Kraft, daß es unverkennbar, wenn auch ohne Worte, von einer trüben und schmerzlichen Erfahrung ausgeht.
Im übrigen entspricht es zweifellos nur der Würde de« Deutschen Reiches, der verbündeten Regierungen und insbesondere des Kaisers selbst, daß die Thronrede weder eine Verstimmung, noch irgend eine Zagbaftigkeit erkennen läßt, daß sie den neugewählten Vertretern der Ration auch das Vertrauen auf ihre Bereitwilligkeit, ihre besten Kräfte an die gemeinsame Arbeit im Dienste des Reiches und seiner Wohlfahrt zu setzen, nicht versagt und nun in großen Zügen die Linien zeichnet, auf denen diese Arbeit sich bewegen soll und muß. Diese Linien find eine der „nicht still- stehenden" Entwicklung entsprechende Fortführung der sozialen Fürsorge in der Reichsgesetzgebung, weiter die fortschreitende Gesundung der Reichsfinanzen durch Festhalten an den bisberigen strengen Grundsätzen und die Erhaltung der bewährten Grundlagen unserer Zollpolitik bei Vorbereitung und Abschluß neuer Handelsverträge. Die unmittelbaren Aufgaben der allernächsten Zeit, denen die Thronrede sich nun zuwendet, werden dem neuen Reichstage in der Tat die beste Gelegenheit geben, eine Probe seiner Fähigkeit zu positiver Arbeit abzulegen. Da ist zunächst der bereits bekannt gewordene Eesebentwurf über die Reick-«- und Staatsangehörigkeit, der das Deutschtum im Auslande starken und v schützen soll, und da sind vor allem die Heeres- und Flottengesetze, die von der Thronrede in würdig ernstem Appell an die vaterländische Gesinnung des Reichstages angekündigt werden. In den s ersten Worten dieser Ankündigung klingen deutlich die ^nbrun- gen des lebten Jahres wider. Die Wendung von der „Webrkraft des deutschen Volkes, dem es an waffenfähiger junger Mannschaft nicht aebricht", läßt erkennen, daß es sich tatsächlich darum bandelt, den Grundsatz der allgemeinen Dienstpflicht, auf dem Preußens und des Reiches Größe beruht, wieder voller zu verwirklichen, als es int lebten Jahrzehnt tatsächlich aelchah.
33 y. Rachdr. verboten.
Unter Wea otna hinauf.
Roman von H. Emmths-Muhltt.
(Fortsetzung.)
„Dieser andere Mensch ist sein und Ihr auftichtiger Freund, den Ihr Bertrauen glücklich macht und ehrt. Er wird es nie mißbrauchen oder täuschen," sagte Hartwig ernst, fast schwer.
„Das weiß ich," antwortete sie einfach und reichte ihm die Hand.
Dann bat sie ihn aber selbst, zu gehen.
„Ich möchte nicht, daß meine Schwiegermutter Sie hier findet, liebe?Freund. Sie sieht es nicht gern, wenn Sie in Georgs Abwesenheit hier sind." ,
„Das habe ich auch schon bemertt. Eie betrachtet mich neuerdings mit noch unliebenswürdigeren Blicken als sonst. Deshalb habe ich, offen gestanden, gerade diese Stunde gewählt, weil ich hörte, daß Mama Feldhammer neulich abends für heute nachmittag mit Fräulein Schraube einen Ausflug in Berliner Warenhäuser verabredet. Ich wußte also, daß ich Sie allein treffen würde. Es ist besser, wir vermeiden im Interesse unseres Geheimnisses, daß Cie fragt, was mich herführt."
„Sie denken an alles. Auch in Zukunft wollen wir vermeiden, daß sie mich durch Fragen zum Lügen nöttgt Wenn Sie mir etwa, mitzuteilen haben, was unter uns bleiben muß, so kommen Cie Mittwoch und Samstag von vier bis fünf Uhr. Dann ist Mutter mit Schräubchen iw der Markthalle."
„Abgemacht. Also das Geld nehm« ich wieder mit, »m Ihrem Wunsche gemäß damit zu verfahren."
Sie hielt ihn verlegen zurück.
„Einen Augenblick noch. Bitte geben Sie mit etwas Geld. — zehn Mark vielleicht. Ich brauche Papier und Kleinigkeiten, worüber ich weder zu Mutter noch zu Georg sprechen will. Es ist mir s« peinlich, leben Pfennig von Mutter zu verlangen."
lkr^ab ihr eine Banknote. „Nehmen Sie lieber mehr So abhängi- ist Ihre Lage von Ihrer Schwiegermutter?"
„Ach, sonst stört mich das nicht. Nur wenn ich für meine Schreibereien etwa« brauche. Und„ — sie lachte schelmisch — „jetzt habe ich da» doch »icht mehr nötig."
Der Absatz über die auswärtige Politik, der in keiner Reichstagsthronrede zu fehlen pflegt, gedentt, wie sich von selbst versteht, des Abschlusses der Vereinbarungen mit Frankreich al» eine» Zeugnisses für unsere Bereitwilligkeit, internationale Streitpunkte gütlich zu erledigen, wo immer es der Würde und den Interessen Deutschlands entspricht, enthält sich aber bemerkenswerterweise jede» optimistischen Urteils über den tatsächlichen Erfolg dieses Beweises einer friedlichen Gesinnung. Dann kommt der Hinweis auf unsere Verbündeten und auf das allgemeine Ziel unserer Politik, „mit allen Mächten fteundliche Beziehungen auf der Basis gegenfettiger Achtung und guten Willens zu erhalten". Das sind herkömmliche Wendungen, die aber ebenfalls durch die Erfahrungen der jüngsten Zett besonderen Klang und tiefete Bedeutung erhalten. Der Erundton und der Grundgedanke der ganzen Thronrede ist offenbar der, daß die großen Lebensaufgaben des Reichs auch dann und gerade dann sich durchsetzen müssen, wenn es gewisse Schwierigkeiten zu überwinden gibt, wie sie unzweifelhaft in der Zusammensetzung de» neuen Reichstags liegen. Wie teilen diese lleberzeugung und diese Hoffnung in allem Ernste der Zeit. Sollte die aber enttäuscht werden, so wird „die gesunde Kraft des deutschen Volkes" einen neuen Reichstag schaffen.
• Politische Umschau.
Die Freikonfermttiven. "■
In einem Artikel „Der angebliche Linksabmarsch der Freikonservativen" nimmt die „Post" Stellung zu dieser Frage. Sie sagt unter anderem: „Die Behauptung liberaler Blätter, daß die Reden der Abgeordneten von Zedlitz und von Kardoff in der Generaldebatte zum preußischen Etat einen Linksabmarsch der Freikonsetvattven bedeuten, entbehrt der Begründung. Diese Behauptung beruht offensichtlich auf einem Augenfehler. Man hat sich in letzter Zeit in liberalen Kreisen mehr und mehr daran gewöhnt, di« Freikonservativen mit den Deutsch-Konservativen zu identifizieren. Insbesondere ist die, planmäßig und eifrig seit dem Streite um die Finanzreform geschehen . . . Die Gewohnheit, zu Wahlzwecken die Freikonservativen mit den Konservativen zu identi- fizieren .hat sich offenbar auch auf die preußischen Verhältnisse und da» Abgeordnetenhaus Übertragen, obwohl gerade hier noch in der letzten Tagung, abgesehen von den Schulfragen, das Foribildungsschul- und da« Feuerbestattungsgesetz den Unterschied der Auffassung der Freikonserva- ttven von der konservativen Fraktion deutlich hervottreten ließ. Auch muß ja noch der Gegensatz zwischen beiden konservattven Frakttonen bei der Wahlvorlage von 1910 in frischer Erinnerung sein. Die fteikonser- vativen Reden am 30. mrd 31. Januar stehen wohl mit der Grundanschauung der Partei, wie mit der bisherigen Hebung im vollsten Einklänge."
Deutsches Reich.
— Der neu« Finanzminister. München, 7. Febr. Als Nachfolger des bayrischen Finanzministers v. Pfaff wird der Vorsitzende der in Bayern neugegründeten Reichspartei Frhr. v. Pechmann. Direftor der bayrischen Handelsbank in München, mit ziemlich«
Bestimmtheit gerannt.
— Di« „Nordd. Allg. Ztg." zur Thronrede. Berlin, 7. Febr. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Thronrede enthält keine ins einzelne gehende Aufzählung bet Aufgaben des neuen Reichstages: ste läßt aber die Grundlinien klar erkennen, die die Reichsregierung in den Fragen der inneren und äußeren Politik zu verfolgen gedenkt. Mit zuversichtlicher Sprache wendet sich die Thronrede an die vaterländischen Gesinnungen des Reichstage« und der gesamten Bevölkerung. Möge das feste Vertrauen in die Zukunft unseres Volkes, von dem die kaiserliche Kundgebung ge-
Er stimmt« in ihr Lachen «in.
„Gewiß nicht, als angehende Großkapitalistin. Run <6et Adieu;
Jsnft erwischt mich meine brummige Freundin doch noch."
Einige Tage später traf für Georg ein Brief ein vom Ausstellung»- fomitee. Gitta ahnte, was et enthielt. Hartwig hatte bereits gehandelt.
Sie batte sich nicht getäuscht. Al» Georg mittags nach Hause kam. gab sie ihm den Brief. Sie waren allein im Zimmer. Die Mutter richtete draußen in der Küche die Mahlzeit an.
Georg öffnete eilig das Kuvert. Gitta sah forschend in sein Gesicht. Ihr Herz schlug bi» zum Hal» hinauf. Sie sah, wie seine Augen sich weiteten, wie dunkle Röt« in sein Gesicht stieg. Der Vries zitterte in feiner Hand. Er stand wie erstarrt. Dann ging e» rote ein Ruck durch feine Gestalt. Er sprang auf Gitta zu und hob sie empor wie ein Kind. Ein Stöhnen brach aus seiner Brust. Langsam ließ er ste wieder zu Boden gleiten und hielt sie fest an seinem Herzen. „Gitta! Gttta!" rief er dabei In einem unbeschreiblichen Ton.
Sie sah ihn an mit langem Blick. Fast angstvoll war ihr zu Mute, als sie sah, wie e» in ihm stürmte. Ein« unklare Furcht erwacht« in ihr, ein Zweifel, ob sie recht getan hatte, ihn zu täuschen. Aber al» ste in sein g'ücksttahlendes Gesicht sah, wurde ste wieder ruhig. Wenn sie ihn täuschte, so tat sie es doch nur an» Liebe und zu seinem Besten.
„Was ist dir. Liebster?" fragte sie weich nab zärtlich.
Er gab ihr den Brief.
„Da, Gitta, — lies es selbst, Ile» e» mir laut vor, damit ich weiß, daß mich meine Ginne nicht täuschen."
Sie tat, wie er ihr geheißen. Al» sie zu Ende war, nahm er ste bei den Schultern und schüttelte sie voll übermütiger Freude.
„Viertausend Mark für «in Bild von mit! — Ein Iahresgehalt für diele. Bild! Begreifst du da», Gitta? Viertausend Mark — da» ist ja ein Vermögen. Wer mag nun die» unmenschliche Geld dafür auege» geben haben?"
Sie lachte glücklich üb« feine Freude. Ab« tu ihren Lugen standen Tränen.
„Da» soll «ns nicht kümmern, Liebst«. Die Hauptsache ist, daß du da» Geld bekommst. Run wirst du dich frei machen können, wirst deinen
tragen ist, durch die Arbeit des Reichstage» gestärkt werden. Zn den wenigen Aufgaben der nächsten Session, die in der Thronred« ausdrücklich genannt sind, gehören die neuen Wehrforderungen. Auf Einzelheiten ist auch hier nicht eingegangen. Der Grund ist darin zu sehen, daß die Neuforderungen militärischer und finanziell« Natur den Bundesrat noch nicht beschäftigt haben.
— Auflösung der Wirtschaftlichen Vereinigung. Berlin, 7. Febr. Die Wirtschaftliche Vereinigung der Reichstags beschloß, von einer Äeukonstituierung abzusehen. Der größere Teil der 13 Abgeordneten, die sich bisher zu dieser Fraftion vereinigt hatten, schließt sich der konservativen Reichstagsfrattion an. Ein klein« Teil tritt zu der Gruppe Bruhn-Werner über, der Rest bleibt wild.
— Der preußisch-bayrische Lotterievertrag. Berlin, 7. Febr. Dem preußischen Abgeordnetenhause ist der Lotterievertrag zwischen Preußen einerseits und Bayern, Baden und Württemberg andererseits zugegangen.
— Erhöhung der Serviceklasse. Nach den Beschlüssen des Bundesrates vom 18. Januar d. I. werden folgende Ort« in eine höhet« Ortsklasse «lng«eiht werden: In Kasse A: Stuttgart: in Klasse B: Alt- Elienicke (Kreis Teltow), Brühl, Buer (mit Hugo), Falkenstein am Taunus, Hamborn, Königswinter, Lichtenrade, Lübars (mit Waidmannslust), Offeburg (Baden), Rosenthal bei Berlin, Roßberg, Weiel, Wittenau (mit Borfigwalde), Zeuthen t d. Mark' in Klasse D: Altenderne („Niederbecker und -Oberbecker), Altenhundem, Antonlenhütte (Kreis Kattowitz), Aplerbeck, Binz auf Rügen, Bleichfelde, Bobrek, Brack- wede, Braubach, Buschhausen, Charlottenbrunn, Deggendorf, Domb, Dotzheim. Eisetfeld. Elser (Bad), Finkenwalde (bei Stettin), Friedrichsfeld (Baden). Goldb«g i. Schief., Hohenlohehütte (Kolonie), Holten, Hombruch, Hüsten, Kirchderne, kruschwitz (Stadt), Mohlsdorf bei Sßetltn, Marten. Michelstadt, Nächstebrek, Neu-Skalmierschütz, Neustadt a. Hardt, ObenoaIdenburg, Rauxel, Riemke, Röhlinghausen i. SB., Rosdzin, Schorlen, Schöndorf (Kr. Bromb«g), Schröttersdorf, Schweinfurt (Bauern), Schwerin a. d. Warthe (Stadt, R«g.-Bez. Pofen), Staaken, 'Eiefroerber, Treuen, Tungenhof (bei Neumünster), Unterliedetbach (bei Höchst a M ), Vorhalle: in Klasse E: Berghelm a. d. Steg.
— Apothekerberechtigung und Umsatzsteuer. Das Oberverwaltungsgericht hat durch eine wichtige Entscheidung dl« Frage bet Bewertung von Avothekerberechttgungen bet bet Umsatzsteuer geregelt. Bet dem Verkauf einer Apotheke hatte bet Kreisausschuß nach bet Auffassung bes Grundstücks nicht nut den Sßett des Grund und Bodens, sondern auch di« für da» Ptivil«gium bezahlt« Summ« zur Umsatzsteuer hetangezogen, wodurch di« Umsatzsteuer da» Vierfache der für bas Grundstück allein zu zahlenden Steuer erreicht«. Der Verkäufer klagt«, und d« Bezirksausschuß gab d« Klage statt. Das Oberverwaltungsgericht ttat bet Entscheidung bei und begründet« die Entscheidung damit: Das Privileg fei eine vererbliche und veräußerliche Petsonalbetechtlgung. Die Ber- Sußernng bet Berechtigung könne ohne gleichzeittgen Verkauf des Grund- stück» erfolgen, und die Cergütung dafür fei kein Teil de» Grundstück- pretfe«. Di« Parallel« mit Gastwirtschaften sei unangebracht.
— Aus btt Demokratischen Bereinigung. Berlin, 5. Febr. Nach ein« Mitteilung des Vorstandes bet Demokratischen Bereinigung ist Dr. Brettscheid aus dem vorstaird ausgeschieden. In einet Resolutton wurde der Fortbestand btt Vereinigung al» eine politische Notwendig- kett bezeichnet.
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Ausland.
• * Der Krieg um Tripolis. Konstantinopel, 7. Febr. Nach amtlichen türkischen Meldungen bombardierten die Italiener am 1. Februar Scheich Said (Bab el Mandeb). Einige Geschosse tra- fen die Kaserne, ohne Verluste an Menschenleben zu verursachen. Ein submarine« Kabel ist durchschnitten worden. — Paris. 7. Febr. D« heute morgen von Marseille abgegangene Postdampfer „Armand Behic" wird fick nach Hodeida beaeben, um bie dortigen heißen Wunsch erfüllen und nach Paris gehen. Run kannst du lernen, studieren, ohne Zwang."
Er atmete tief auf.
»Ach Gitta, — wenn ich das könnte."
„Tn kannst es doch. Liebst«, wenn du die viertausend Mark ansbe- zahlt bekommst."
Er strich sich Über die Sttrn.
„Rein, noch nicht. E» würde noch nicht reichen. Du und Mutter. Ihr dürft nicht in Not kommen. Und «in Iaht lang müßt« ich wenig- sten» fort. Wen» ich mich auch sonst so bescheiden wie möglich etnrWev würde, an einem dürste ich nicht sparen. Einen guten Meister müßt« ich zum Lehret haben, Professor Moffeniot, das wäre der richtige für mich, bei ihm tarnt ich lernen, was mir fehlt. Aber fein Unterricht ist teuer, auch dann noch, wenn es mir gelingt, eine Ermäßigung zu bewirken. Talentvollen Schülern gewährt et eine solche zuweilen. Nein, leichtsinnig will ich nicht sein. «bet nun habe ich doch eine schön« Summt als Grundlage, taut hoff« ich auch noch bas übrige zusammen zn bringen; und wenn ich auch meine Sonntag« dazu verwenden muß, um Geld zu verdienen. Nun schaff« ich e»."
Er war außer sich vor Freude. Gitta schmiegte sich an ihn.
„Vielleicht findet sich auch noch ein Käufer für dein Kindetbildnis. Ich trenne mich nicht gern davon; es ist zu lieb. Aber wenn sich «in Käufer fände dafür, — du hast ja die kleinen Fehler »«bessert, viel- leicht ist man doch auf dich aufmerksam geworden."
Er lachte und küßte sie.
^«einst, es findet sich gleich noch so ein reicher Mann, der für ein Bild f'n mit eine Unmenge Geld ausgibt."
JBarum nicht? 6» werden schlechtere Bilder gekauft."
^Ia, aber für so hohe Summen nicht. Da» ist ja wie ein Wund«." "ein bißchen Glück gehört freilich dazu."
Er drückt« sie an sein Hetz.
„Ein bißchen Glück — ein bißchen Glück. Mit dir ist es elngezogen tu mein Herz und mein Hau», da» Glück, da» große Glück."
Sie hiett ihm die Hand vor den Mund.
glicht berußen," hat ffe.
®t tagte. (Fortsetzung frlat 1
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