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UnvolMsche Tagesnachrichten,

Der neue Wolff-Metternich-Prozeß vertagt. B e r l 1 n, 5. Febr. Der erste in der Reihe der neuen Prozesse gegen den Grafen Wolff-Metternich sollte heute vor dem Schöffengericht Berlin-Schöneberg stattfinden. Die Anklage gegen den Grafen, der aus der Untersuchungshaft vorgefiihrt wurde, lautete auf Beamtenbeleidigung. Er soll während eines Tele­phongespräches, als er die gewünschte Verbindung nicht schnell genug er­hielt, ein Telephonfräulein und einen Auffichtsbeamten durch grobe Redensarten, wie ,Latten Sie die Schnauze" ufro. beleidigt haben. Die Anklage ist auf Antrag der vorgesetzten Behörde erhoben worden. Zn der Verhandluno -nachte der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Zaffe oen Einwand geltend, daß der Angeklagte wegen dieser Delikte nicht von Oesterreich ausgeliefert sei. Zur Aufklärung des Sachverhalts be­schloß der Gerichtshof, den Prozeß zu vertagen.

Bei« Skilauf verunglückt. Hirschberg, 5. Febr. Wie der Bot« aus dem Aefengebirge meldet, verunglückte der Berliner Student der Medizin Rosenbach, ein geborener Hildesheimer, am Sonntag während einer Skifahrt auf dem Gehängeweg und erlitt eine Gehirnerschütterung. Er starb im Arnsdorfer Krankenhause.

Som Brand des Hoftheaters. Detmold, 6. Febr. Der Direktor Oes Hoftheaters. Geheimrat Betthold gab Über den Brand folgende Er­klärung: Der Feuerherd ist durch die alt« Bauweise, di« der Kohlen­heizung heutiger Zeit nicht Rechnung trägt, sehr begünstigt worden. Das Gebäude ist nur mit 106 000 <X gegen Brandschaden versichert. Das ge­samte der Krone gehörige Inventar ist unversichert geblieben, ebenso die zum Teil sehr kostbaren Dekorationen. Der Brandschaden ist sehr erheb­lich. Mein persönlicher Fundus an Garderobe, Waffen und Rüstungen ist zum größten Teil vernichtet, ebenso der größte Teil meiner Bibliothek.

Gefährttcher Brand. Lichtenberg, 6. Febr. Ein gefährlicher Brand brach heute früh in der Siegfriedsttaße aus, wo «in Schuppen der Holzleistenfabrik van Rohde brannte. Besonders di« nebenanliegende Fabrik von Luftfahrzeugen war bedroht. Das Feuer konnte nach ein­stündiger Tätigkeit der Mehr auf seinen Herd beschräntt werden.

Der Postraub in Znnsbruck. Innsbruck,«. Febr. Der Posttaub hat fich aufgeklärt. Der Täter ist ein Bruder einer ehemaligen Post­beamtin; er war stellenlos. Mutter und Schwester wurden verhaftet. Der Dieb hält fich wahrscheinlich in Trient oder Hamburg auf.

Gestrandet. Cuxhaven,«. Febr. Zn der Elbmündung ist nachts bei schwerem Eisgang ein dänischer Dreimastschoner gestrandet. Hilfs­dampfer konnten sich erst heute morgen den Weg durch das Eis bahnen.

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ftchen Schlacht, bei der Messer und Revolver «ine hervorragend« Roll« spielte. Insgesamt wurden über 20 Schüsse gewechselt. Der Haupt, rädelsführer, der Taglöhner Franke, erhielt eine schwer» Schußverletzung am Kopse.

Cassel, 6. Febr. Der Lehrer Bachmann au» Sterkelshausen, der we­gen eines Nervenleidens penfioniett worden war, konut« di« Trennung von seinem bisherigen Wirkungskreis nicht Verwinden. Er durchschnitt fich, als der Möbelwagen vor dem Echulhause erschien, di« Pulsadern und den Hals. Der Tod trat bald ein.

Eschwrg«, 5. Febr. Der Charakter als Professor wurde dem Ober­lehrer an der hiesigen höheren Mädchenschule Herrn Dr. Schläger ver­liehen.

Eisenach, 6. Febr. Das gesamte Bad LiÄenstein wird im Konkurs­verfahren am 4. März gettchtsmäßig verkauft «erden.

Kunst und Wissenschaft.

# Charles Dicke«. Heute find gerade hundett Zahre seit der Ge­burt des berühmten englischen Romandichters verflossen. Don Charles Dickens kann man sagen, daß er seinem Volke und selbst zahlreichen seiner eifrigen Leser außerhalb Englands die Poeste des gewöhnlichen Lebens durch das Medium des Humors zum Bewußtsein gebracht hat. Mit Be­haglichkeit aus dem Leben zuschildern, das verstand kaum ein zweiter so wie er. Und doch wie armselig war des großen Mannes Jugend! Der, von dessen Wirken in den zwölf Zähren nach dem Tode nicht weni­ger 4 Millionen Bücher verkauft wurden, verlebte das erste Drittel seines Lebens in den kümmerlichsten BerhSltniffen! Zn Landpott bei Ports­mouth geboren, kam Charles, vier Zahre alt, mit feinen mittellosen Ettern (1816) nach Eatham und im Winter 182223 nach London. Der

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mächtig genug bleiben möge, nnt Ehre, Besitz und seine berechtigleM Interessen wahren und vertreten zu können. Ferner kommt bw Rede auch zu sprechen ans bee Marokko«bkourmeu. auf die Eicher»! heil, die flr den Frieden hn Dreibund liegt und auf die freund» schaftlichen Beziehungen, di« uns mit allen «ächten verbinden« Die Red« schließt: Im vertrauen auf di« gesunden Kräfte feF deutschen Volkes, aus Gotte« gnädigen Beistand bauend, blicke ich über Mc Kämpfe der Gegenwart vertrauensvoll auf die Zukunft der deutschen Ration. |

W. Beomberg, 7. Febr. In Ezamarzewo au der russische« Sreuze stieß ein geschmückter Leiterwagen, auf dem eine Hochzeit«« gesellschast zur Kirch« fuhr, gegen einen Chausseestein. Der Wage« wurde zerschmettert und die Insassen auf das Pflaster geschleudert« vier Personen waren sofort tot, die andern trugen Arm« unM Beinbrüche davon.

W. Stuttgart, 7. Febr. Drei schwere Verbrecher, zwei Brüder namens Rau und ein Mann namens Hildmann, hatten hl Zug in der Schweiz 5000 Franks gestohlen und sollten in Fussen« haus verhaftet werden. Eie bedrohten de« Gendarmen mit de« Revolver und ergriffen die Flucht. Mit Hilfe von Polizeihunden wurde dann die ganze Rächt in den Wäldern gesucht, von den Flüchtigen, die auf ihre Verfolger schossen, konnte nur einer ver« haftet »erden. ________________;

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Winterberg: Schneehöhe: 40 cm; Witterung: bedeckt; Tempe-' rotur: 0 Gr.; Skiföhre: vorzüglich: letzter Schneefall am 8.

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wie so viel getanzt, wie auf dem letzten Ball bei Kom» it«, und nie habe ich «ich besser amüsiert. Ab« bann, jet«fahrt hab ich mich so «kältet, daß ich mich vor kei­nem Menschen sehen lassen kann. Hab bi« vielen Einladungen, die man kaum absagen kann! Wenn ich doch wüßte, was man machen soll?! Ei nun, das ist einfach genug! Lassen Sie sich der Apotheke ober Drogerie für 85 Pfg. eine Schachtel Fays t Sodener Mineral-Pastillen holen und Sie sollen sehen, schnell di« mit solch einer Erkältung fertig find. Hüten Sie vor Nachahmungen.

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Berkttl, g. Febr. Der König mm Montenegro, dessen Ankunft hier bereits ae Sonntag erfolgt sein sollte, ist tatsächlich erst heute abend gegen 9 Uhr von Frankfurt a. M. hier eingettoffen und im Hotel Adlon «bgestiegen.

Betfi«, 6. Febr. In Lichtenberg wurde gestern abend gegen %9 Uhr ein Kaffenbote von drei Personen zu Boden geworfen, mit Chloroform zu betäuben versucht und gewürgt, sodaß er das Be­wußtsein verlor. Außer dem Portemonnaie mit einige« 70 M wurde ihm die Attenmappe, in der sich Quittungen und Der- sicherungsmarken befanden, abgenommen. Der lleberfallene wurde «wch einiger Zeit von Passanten aufgefunden und auf die Ret­tungswache gebracht. Die Täter wurden nicht ermittelt.

verliu, 6. Febr. Nachdem am Montag abend »och 12 Grad Kälte gezählt wurden, war das Thermometer gestern ftüh bis auf 7 Grad ge- sttegen und noch in den Vormittagsstunden wurde der Gefrierpuntt über- schritten. Am Rhein stieg da, Thermometer innerhalb 24 Stunden um 24 Grad. Zm Rordosten herrschte gestern noch strenger Frost mit 20 Grad Kälte in Danzig und 18 Grad in Bromberg. Im Großen Belt forcierten gestern fieben deutsche Kreuzer di« Durchfahrt durch di« zusammenge­schlossenen Eismaflen. Mehrere eingefrorene Schiff« wurden dabei be­freit.

Rom, 6. Febr. DieAgenzia Etestmi" erklärt die Nachricht eines französischen Blattes, wonach die Italiener in dem Kampf bei Benghast mtt einem Verlust von 1300 Toten geschlagen worden seien, für voll­ständig falsch.

Paris, 6. Febr. (Kammer.) de Lanesson betonte, Frankreich müsse sich vor allem die Oberherrschaft im Mittelmeer sichern. Andererseits glaube er nicht, daß die 10 Kreuzer, die Frankreich im Norde« statio­nieren wolle, genügen würden. Vielleicht komme die Stunde, wo Frank- noch schwerere Opfer bringen müsse.

Paris, 6. Febr. DerAgence Haoas" gehen aus Djebana vom 30. Zanuar datierte Berichte zu, die der ftanzöfifchen Botschaft in Konstan­tinopel durch die türkisch« Regierung übermittelt wurden. Danach wurde lediglich die Stadt Djebana bombardiert. Die Werkstätten und die Etapelplätze der Gesellschaft im fernen seien unbeschädigt.

London, 6. Febr. Der Baier des vom Reichsgericht in Leipzig verur­teilten Rechtsanwaltes Ber!r?ns Siemart wird baldigst feinen Sohn be­suchen. In einem Verttetern der Londoner Presse gewährten Interview erklärte er, er beabfichttg« nicht wegen des Urteils irgend etwas offi­zieller Natur zu unternehmen. Nur zwei Zntereffen lägen ihm am Herzen: Das Interesse des Landes und seines Sohnes; glücklicherweise laufen beide auf dasselbe hinaus. Er sei vor allem darauf bedacht, daß die Angelegenheit keine internationalen Verwickelungen nach fich ziehe. Er würde alles bedauern, was llngelegenheiien zwischen England und Deutschland verursachen könnte. Nach dem Interview in©lobe fügte er hinzu, daß das Urteil mtt Achtung behandelt werden müsse, di« man der erfahrenen Rechtsprechung eines aufgeklärten Landes schulde.

Benghast, 6. Febr. (Agenzia Siefani. ) Heute nachmittag hatte eine Abteilung italienischer Kavallerie, unterstützt von einer Batterie, Schar­mützel mit mehreren Beduinen, die in die Flucht geschlagen wurden. Zn dem Gefecht zeichnet« sich auch das aus Arabern aus Bemghafie gebildete Detachenment durch Standhaftigkeit im Feuer aus.

Konstantinopel, 6. Febr. Wie aus authentischer Quelle verlautet, hat der Ministerrat die Schließung der italienischen Privatbanken und Versicherungsgesellschaften, sowie des unter italienischem Protektorat stehenden katholischen Waisenhaus« der Ealefianerinnen in Skutarri ta Albaneien beschlossen.

Depesche».

W. 8 e t H it, 7. Febr. Der Kaiser verlas die Thronrede, die oetonte, daß Ee. Majestät und seine verbündete« bestrebt wären, das feste Gefüge fee Reich« und der staatliche« Ordnung unver­sehrt aufrecht zu erhalten. Sie seien bestrebt, die Wohlfahrt und Stärke b« Volkes durch Hebung seines Ansehens zu erhöhe« «nd hoffen, daß die erwählten Vertreter der Ratto« i« gemeinsamer Arbeit auch ihrerseits dazu beitragen. Weiter betonte die Rede, daß der soziale Geist der Gesetzgebung auch weiterhin «alten müsse und daß die Grundlagen der Zollpolittk nicht verlassen wer« den dürften. Sie erwähnt dann den Gesetzentwurf über di» Reichs- und Staatsangehörigkeit, fordert, daß das Reich stark und

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