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mit dem KreisblaLt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den BeUagen:Nach Feierabend", ,Wrs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

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~ iC , critrijtfiiidit Bettung" erscheml täglich mit Ausnahme der Staut» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch Die Post bezogen S. «M «ohne Bestellgeld), oer unseren ZeitungSstellen und der Expeditton (Markt 21) 2.00 * frei in» Haus. (Für unver. langt zugejandte IKanuftnpte übernimmt die Redaktion feinet lei Verantwortung). Druck wnb Verlag der Univ.-vuchdru<r«»t I. L. Loch (Jnb.: Dr. L- Hetzerath), Markt 21. Telephon 66.

Marburg

Dlmstag, 6. Februar

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47. Jahrg.

1912.

Ein neuer französisch-italienischer Zwischenfall-

Kaum find die Differenzen zwischen Italien und Frankreich über die Beschlagnahme desCarthage" und derManuba" beigelegt, kommt die Meldung, daß wiederum französische Interessen geschädigt worden sind. Leber den neuesten Zwischenfall veröffentlicht die Liberte" folgende Einzelheiten: Die italienische Regierung habe am 27. Januar unter dem Vorwand der Blockade der türkischen Roten Meerküste die Eisenbahn-Ee. sellschaft von Hodeida-Sanaa aufgefordert, di« von ihr an der Küste be­setzten Posten zu räumen. Die Gesellschaft hatte dagegen Einspruch er­hoben und da sie der italienischen Forderung innerhalb der ihr gestellte« Frist von fünf Tagen nicht nachkam, bombardierten die Italiener ihre Niederlassungen. Alles Echiffsmaterial und verschiedene Baulichkeite« wurden zerstört, das rollende Material beschädigt. Da» aus 40 Leute« bestehende Personal der (Sesellschast, darunter 18 Jngeniure mit ihren Familien, wurden von den strengen Maßnahmen der italienischen Be» Hörden besonders hart getroffen. Der unerträgliche Charakter der ita­lienischen Angriffe wurde noch durch die Tatsache verschärft, d»-j die Blockade, durch die die Türken nicht ernstlich behindert wurden, in Wirk» kichkeit sich nur auf die Häfen von Hodeida und Eebana erstreckt, wo die französischen Interesien sehr beträchtlich seien erstens wegen der tat vori­gen Jahre von einer ftanzösischen Bankgruppe der türkischen Regierung gewährten Anleihe von 23 Millionen Fr., für welche die Zolleinnahmen von Hodeida und Eebana die Bürgschaf bilden und zweitens wegen der Bahn von Hodeida und des Hafens von Eebana, deren Bau von einer französischen Gruppe übernommen wurde. DieLiberte" fordert die französisch« Regierung dringend auf, entschieden und unverzüglich Vor­stellungen in Rom zu erheben und dabei im Einverständnis mit Eng­land zu handeln, da auch die englischen Interesien durch das willkürliche vorgehen der Italiener schwer verletzt wären. Die Entsendung von Kriegsschiffen in das Rote Meer sei ebenso dringend wie unerläßlich. Die franzöfische öffentliche Meinung könne di« so hartnäckig fortgesetzten Angriffe der Italiener gegen di« Interesien und die Flagge Frankreich» nicht hinnehmen.

Auch ein Teil der Eonntagmorgenblätter erörtert in scharfer Weise die Meldung von dem Bombardement Hodeida». DieLutoritä" schreibt: Die Nachricht läßt keinerlei Entschuldigung und keinerlei Er» Vrterung'mehr zu. E» handelt fich da um «in planmäßige» Herausfor» betn und um eine wohlberechnete Feindseligkeit. So sehr die französische Regierung von Versöhnlichkeit beseelt sein mag, ein derartige, verhalten der Italiener kann sie durchaus nicht dulde«.Libre Parole" schreibt: Italien, welches durch den tripolitanischen Feldzug finanziell und mili­tärisch ermüdet sei, scheine fetzt ein einzige» Ziel zu verfolgen: e» schädige die Interessen des fremden Handel», um die Großmächte zu einer Inter­vention zu veranlassen, damit sie die Türket zwängen, die italienisch« An­nexion von Tripolis anzuerkennen. Da»Journal" sagt: Fall» es sich bestätigt, daß eine absichtliche Zerstörung der Baulichkeiten der französi­schen Gesellschaft in Hodeida vorliegt, würde dies eine so schwer« Der- letzung des Völkerrechts bilden, daß Frankreich die energischsten Schritte unternehmen müßte. DerMatin" meint: Das italienische vorgehen im Roten Meere kann auf den Widerstand der Türkei keinerlei Einfluß haben. E» wäre bester gewesen, wenn man die Italiener nicht verhin­dert hätte, ihre Aktion auf das Aegäische Meer und die Adriattsche Küste auszudehnen. Italien hätte dann der türkiichen Regierung schließlich begreiflich gemacht, daß es in ihrem Interesse liege, unverzüglich nach Friedensbedingungen zu fragen.

Die mit dem Bau der Eisenbahn von Hodeida betraute Gesellschaft ersuchte di« Regierung, vor allem ein Kriegsschiff zum Schutze der dar- ttgen französischen Ingenieure und Familie« zu entsenden, die angeblich obdachlos sind.

Pari«, 4. Febr.Temp»" undJournal de» Däbats" veröffent- lichen, anscheinend vom Quai d'Orsay inspirierte Artikel, welche de» Zweck haben, die durch den Zwischenfall von Hodeida verursachte Erreg­ung zu beschwichtigen. Die italienische Regierung hab« die Anlagen der Bahngesellschaft und den Landungsquai von Raselketib auf Grund der Haager Konvention von 1907 als Einrichtungen angesehen, welche vom Feinde besetzt werden könnten und sei demgemäß vorgegange«. Frank­reich habe, soweit die bisher vorliegenden Nachrichten ein Urteil ge»

29 Nachdr. verboten.

Unser Weg ging hinauf.

Roman von i Eourth»-Mahler.

(Fortsetzung.)

An nächsten Tage traf die Bestätigung der Jur» ein, dah Georg» Bild angenommen war. Die Gewißheit wirkte erfrischend auf Georg» Stimmung. Mit neuer Lust ging er an dt« Arbeit. Gitta hatte ihn gebeten, das Kinderköpfchen noch einmal durchzuarbetten. Und er fand selbst allerlei Fehler, die er verbessert«. I» den nächsten Sonntagen ar­beitete er allerlei Skizzen au».

Gitta saß immer bei ihm, auch wenn er sie nicht gerade al» Modell brauchte. Sie verhielt sich ruhig, um nicht zu stören, und plauderte nur, wenn er danach verlangte.

Hartwig war schon einigemale wieder drauße« gewesen, aber von dem Manuskript erwähnte er nichts. Vielleicht nur, weil er mit Gitta nicht allein sprechen konnte. Eie fragte auch nicht; aber die innere Htu ruhe wurde sie nicht los.

Eine» Nachmittag» war Gitta allein p Hause. Ihre Schwieger­mutter war mit Fräulein Schraube nach der Markthalle gegangen. Die beiden alten Damen kauften regelmäßig zweimal i« der Woche gemein- sthaftlich in der Markthalle eta.

Sie waren kaum zehn Minuten fort, al» Hartwig kam. Gitta öff­nete ihm selbst die Tür und lieh ihn eintreten. Da» Herz schlug ihr un- «hig in der Brust. Sie fühlte, er brachte ihr Nachricht über da. Manu- stript.

(Gewaltsam zwang sie die (kregung nieber. Nur ein leuchtender Glanz Ni den Augen verriet, daß fie nicht so ruhig war, al» sie scheinen wollte.

Hartwig war, ohne wie sonst scherzend mtt ihr p plaudern, in da» Ztmmer getreten. Dann nahm er ihre Hand und küßte sie mit einer Gewissen Feierlichkeit.

Wa» bringen Sie mir?" fragte fie leise.

.Eine gute Nachricht. Ihr Manuskript ist gestern an ehe unserer «sten verlagsanstalte« abgegangen, da, heißt, nur die Abschrift davon. Ach habe be» Stern«» mit der Schreibmaschine »edmtngutätzig abschreibe»

statten, feine Handhabe, um bei der italienischen Regierung p reklamie­ren. I» übrigen könnten die geschädigten Personen fich wegen Schad­loshaltung an die Türkei roenben. Es wäre unklug und ungeschickt, aus diesem Anlaß die öffentliche Meinung Frankreich« gegen Italien aufzu­reizen. Was die von einigen Blättern angegebene Schadenziffer von 12 Millionen anlange, so sei diese zweifellos übertriebe«. Am meisten sei die türkische Regierung geschädigt, welcher die im Bau begriffene Bahn zur Verteidigung be« Pemengebiets dienen sollte. Die französische Re­gierung richtete et ne Anfrage nach Konstantinopel, um Erkundigungen über de« Zwischenfall von Hodeida einzuziehen. Ferner befahl die Re­gierung. daß der Dampfer derMessagerir» Maritimes, der eben jetzt im Roten Meer kreuzt l« Hodeida anlegen sollte, um die Franzosen daselbst aufzunehmen.

Politische Umschau.

Au» Bayer«.

München, B. Febr. Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Nach Berichte« aus dem Lande vermehrten sich mit dem Herannahen des Tage» der Landtagowahl di« Fälle, in denen, sei es in der Presse, sei es in Versammlungen, die Allerhöchste Person in politische Erörterungen hineingezogen wird. Derarttge Vorfälle sind auf» ttefste zu beklagen. Das monarchische Prinzip und Rücksicht aus di« Allerhöchste Person machen e» der Staatsregierung zur Pflicht, solche Auswüchse in Mei­nungsstreiten der Parteien aufs entschiedenste und nachdrücklichste zu verurtette«. Di« Staatsregierung hat bisher entsprechend der seit Jahr­zehnte« grundsätzlich festgehaltenen von allen Parteien gebilligten Hebung von jeder Kundgebung abgesehen, die al, Stellungnahme für oder gegen eine Partei hätte aufgefaßt werden können. Nun sand aber am 1. Februar in München eine öffentliche Versammlung von Staats­beamte« statt mtt der Tagesordnung: Stellungnahme der Staatsbe­amten pi Landtagswahl. In dieser Versammlung sind, wie auch bei andere« Gelegenbeiten, AeuHerungen gefallen, als ob die Staatsregie­rung bei den kommenden Wahlen unter Umständen ein Etntteten der Staatsbeamten für Kandidaten der sozialdemokrattschen Partei wolle. Solche« Aeußerungen muß mit aller Entschiedenheit entgegengetreten öeibea. Die Staatsregieruug gab am 23. November die Gründe zur Auflösung des Landtags bekannt. Hierbei betonte fie, daß die Stellung der Staatsregierung zu den Parteien, insbesondere ihre grundsätzliche Stellung zur Sozialdemokratt«, l7?-e fie diese erst vor wenigen Monaten im Landtage in der bündtgsten Weise dargelegt hat, durch die Auf­lösung de» Landtags keine «enderung erfahren hab«.

<i»e schwarze Armee Frankreichs?

Paris, 3. Febr. Der Eeneralgouverneur von Französifch- Westafrtka, Ponty, äußerte sich zu einem Mitarbeiter desTemps" über die Frage einer schwarzen Armee, man müsie sich vor allen llebertreibunge« hüten. Einzelne Offiziere und Schriftsteller hätten mit Rücksicht darauf, daß Französisch-Westofrika 12 bis 15 Millionen Einwohner zähle, eine Armee nach europäischem Muster geschaffen. Daß man mühelos 2300 000 Soldaten ausheben könnte, fei ein großer Irrtum. Man könnte, ohne der Entwicklung Westafrikas zu Uaden,, die gegenwärtig 20 900 Mann zählende schwarze Armee auf 30 000 Mann erhöhen. Davon genügten 10 000 für den Schutz von Westafrika, der Rest könnte in Aegua- torialafrika, Madagaskar und Nordafrika verwendet werden. Es werde wohl die Zeit kommen, wo Negnaiorialafrika und Mada­gaskar di« für ihren Bedarf notwendigen Truppen liefern. Dann würden 20 000 Mann gänzlich für Nordafrika oder jeden anderen Schauplatz militärischer Operationen verfügbar.

Deutsches Reich.

Ans dem Bundesrat. Berlin, 3. Fe*r. In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurde den Entwürfen des Reichs- und

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lassen. Da ihr Manuskript auf beiden Seiten beschrieben ist, konnte ich es nicht so absende«."

Sahen Sie es durchgelefen?"

Ja, Frau Gitta."

Run und?"

Solche Schätz« ließen Si« in Ihrem alten Köfferchen liegen, wie ein Geizhals, der niemand den Anblick seiner Kostbarkeiten gönnt!"

Sie legte di« Hand über die Augen. Dann sah fie ihn wieder an; er fand, wie so oft schon, daß diese Frau mit ihren Augen eine Sprache zu reden verstand, die wie ein Zauber wirkte.

Treiben Sie auch feinen Scherz mit mir?" fragte sie leise.

Nein auf Ehre nicht. Ohne jede lleöertreibung. Frau Gitta, der Roman, den Sie mir zu lese« gegeben, ist ein Meisterwerk. Die Men­schen, di« Sie schildern und ihr« Schicksale stehen greifbar vor einem. Sie haben mit Ihren fingen Augen das Leben klar und scharf gesehen. Und diese zarten, poetischen Stimmungsbilder, die in das kraftvoll pulsierende Leben hineingestreut find, die Tiefe der Empfindung, der feine, warm­herzige Humor und die glutvolle Sprache der Leidenschaft! Ich habe das Manuskript bi» zu Ende gelesen, ohne es aus der Hand zu legen. Und nun stehe ich ein wenig beschämt vor Ihnen. Von Ihrer geistigen Bedeutung hatte ich keine Ahnung, obwohl ich Sie wahrlich nicht gering eingeschätzt habe. Mit diesem Werk rangieren Sie ohne weiteres unter unsere ersten Romanschriftsteller. Wenn Ihr Koffer noch mehr solche Perle« enthält, wie ich bestimmt annehme, dann, Frau Gitta, dann kann Georg i« Bald« frei seine Schwingen regen "

Gitta saß wie gelähmt. Sie war bleich vor innerer Erregung. Nur ihre Augen und ihre Lippen brannten. Plötzlich sprang fie auf und trat ans Fenster, um ihr Gesicht vor ihm zu bergen. Schwer« Träne« ranne« über ihre Wangen. Verhaltenes Schluchzen erschütterte ihre Gestalt.

Hartwig verhielt fich schweigend, «e ihre Erregung ausfiingen p lasten.

Mühsam faßte sie sich endlich und wandte sich «ach ihm «m.

Wenn da» wahr wäre, wenn da» sein könnt«, ich wüßte ja nicht, wie ich Ihnen danken sollt«. Eie lieb«, treu« Freund," sagte fie »tt unbeschreiblichem Ausdruck.

Er hatte sich erhaben «* lehnt« ihr gegenüber «m Oje».

Statszugehörigkeitsgesetze», des Gesetzes pi Abänderung de» Reichsmilitärgesetzes sowie des Gesetzes bett, die Aenderungen der Wehrpflicht vom 11. Februar 1888 Zustimmung erteilt.

Line postalische Neuerung führt Bayern ein mtt einer Re­klame für die bayrische Gewerbeschau im München 1912. Es wer­den nämlich die regulären bayrischen Fünfpfennigpostkarten mtt dem Signet der bayrischen Eewerbeschau bedruckt werden, um dafür Propaganda zu machen.

Die landwirtschaftliche Woche. Berlin, 5. gebt. In de» nächsten Tagen beginnen hier die Beratungen der verschiedene« landwirtschaftlichen Organisationen, deren Gesamtheit man seit Jahren unter dem Namen derGroßen deutschen Landwirtschafts- Woche" zusammenzufasten pflegt. Beanspruchen die Beratungen eines der wichtigsten Berufsstände in der Gliederung des deutschen Bolkes schon an sich allgemeines Jntereste weit über die Kreise de» engeren Standes hinaus, so wird dieses Jntereste angesichts der politischen Lage gegen die Vorjahre nur noch um ein so stärkere» werden. Es ist naturgemäß, daß die Verschiebung der Reichstags­wahlen und der Ruck nach links ganz besonders die Aufmerksamkeit derjenigen Körperschaften wachrufen muß, die als offizielle obet inoffizielle Vertretung der deutschen Landwirtschaft und damit eines großen Teils der rechtsstehenden Kreise gelten.

Die neue Flottenvorlage. Außer der schon angekündigten Indienststellung des dritten Geschwaders und einer erheblichen Forderung für Unterseeboote verlangt die neue Flottenvorlage, wie dieTäal. Rundschau" erfahrt, eine Vermehrung des Flotten­personals um 15 000 Mann. 1912 dürfte es sich um 4000 Man» erhöhen, und durch die neue Flottenvorlage erhalten wir eine Personalstärke von rund 80 000 Mann. Das B'att schreibt:Da» neue Personal wird zum Teil für das dritte Geschwader, zum Teil für die nötigen Mehrbesatzungen, die neuen Ueberdreadnought» und modernen Torpedoboote Verwendung finden. Es genügt der Hinweis, daß man für die Dreadnoughts seinerzeit 950 Mann be» - rechnete, später aber wurden für diese Riesenschifse rund 1100 Mann erforderlich. Aehnlich trifft dies für die Torpedos zu, deren Besatzung noch vor einigen Jahren mit 55 Mann angegeben war, während der neue, wesentlich größere Tnp bereits mehr 80 Per­sonen erfordert." Die Wehrvorlaaen sollen übrigens in der Thronrede des Reichstags angekündiat werden.

Zum Untergang des englischen Unterseeboote«. London, 3. Febr. Bei der Admiralität ist folgendes Beileidstelegramm eingegangen: Seine Majestät der deutsche Kaiser bat soeben das Wolff-Telegramm erhalten, in welchem ihm der Verlust des Unter­seebootesA 3" gemeldet wird. Se. Majestät wünscht seine tief» gefühlte Sympathie für die braven Leute auszudrücken, die ihr Leben bei dem schrecklichen Unglück verloren haben sollen. Gez. Admiral von Müller. Berlin, 3. Febr. Von dem ersten Lord der Admiralität ist nachstehende Antwort auf das Beileidstele­gramm des Cbefs des Kaiserlichen Marinekabinetts hier ein­gegangen: Im Namen der Lordkommistare der Admiralität bitte ich Sie, Seiner Kaiserlichen M»jcst, . für seine Botschaft und Sym­pathie zu danken, die soeben bei uns eingegangen ist und für die Versicherung, daß dieses Unglück die Offiziere und Matrosen der britischen und deutschen Marine in gemeinschaftlicher Trauer einigt.

Der König von Montenegro in Berlin. Berlin, 4. Febr. Der König von Montenegro ist in Begleitung seines Sohnes Peter heute vormittag, von Frankfurt a. M. kommend, hier eingetroffen. Der König reist in strengstem Inkognito. Er beabsichtigt, morgen und übermorgen in Berlin zu weilen und dann nach Rußland weiterzureisen.

Ich hätte Ihren Roman ohne weiteres für unseren Verlag an» nehmen können: aber da hätte Ihnen bet Erstdruck höchstens tausend Mark Honorar eingetragen."

Sie fuhr auf und starrte ihn an.

Tausend Mart? Für diese eine Arbeit? Und da sagen Sie noch höchsten"?!"

Er lächelte.

Ja, soviel würde Ihnen unsere Zeitung ungefähr zahlen. Aber ich hoffe, der Roman soll Ihnen mehr einbringen. Deshalb habe ich ihn an einen ersten Verlag eingeschickt. Wenn er, wie ich bestimmt annehme, dort angenommen wird, erhalten Sie mehr. Man nimmt dort aller­dings nur erstklassige Sachen an; und kommt Ihr Roma« dort zum Ab­druck, bann ist Ihr Weg gemacht."

Eiita seufzte.

Mir schwindelt der Kopf, lieber Freund. Nein, da» ist ja nicht auszudenken. .... Ihre Freundschaft läßt Sie wohl p günstig uv- teilen."

Er schüttelte den Kopf.

Nein, im Gegenteil, ich habe mich gemäßigt, um Ihnen nicht p viel zu versprechen. Und nun bitte ich Sie, gestatten Cie mir, daß ich Ihnen auch weiter Helse bei der Sichtung Ihrer Schätze. Meine ganp freie Zeit will ich daraus verwenden, auch Ihre übrigen Geisteskinder p prüfen und Ihnen dann raten, wie Eie dieselben am meisten verwerte« können. Vorläufig habe ich Ihren Roman unter dem Pseudonym Georg Frei" eingereicht. Es ist Ihnen doch recht?"

Sie sah wie verträumt vor sich hin.

Georg Frei! Ja, da» ist ein guter Warne.

In diesem Zeichen werden wir siegen. Fra» Gitta. And nun w» - den Sie auch Georg eröffne«, wie fleißig Eie heimlich gearbeitet habe«.

Gitta schüttelte abwehrend den Kopf.

Stein, 0 nein. Erst muß ich Gewißheit i« den Hände« haben. Er trägt an seiner eigenen Unruhe schon so schwer. Diese Zweifel will ich ihm ersparen."

,< - gibt es leine« Zweifel. Ich sage Ihnen ja, für meinen Ser. lag neunte ich Ihren Roma, sofort, fall» er wider Erwarten dort adge- fehmt wird. Nu« komme« Eie doch p fich und glauben 6w an sich selbst. Eie Bane» Meinem Urteil schon vertrauen." (Fortsetzung folgt.-