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Marburg
1912.
Grstes Blatt
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meinen herzlichsten Dank aus. Ich bebaute, daß mein lieber alter Wahlkreis einen so langen Kampf hatte, aber ich freue mich, daß ich der Sozialdemokratie einen Sieg nicht zu verdanken hab«.
Hurra, er lebe der Kaiser! von Olbenburg-Ja»uschan." .
ein patriotisches Zusammenarbeiten der Sozialdemokratie mit den anderen Parteien im Reichstage anbelange, so seien seine Hoff, nungen auf das geringste Maß beschränkt. Sich über die Samm- lungspolitrk lustig zu machen, dazu sei die heutige Zeit nicht an- getan. Diese Eammlungspolitik werbe aber kommen, ba bie Sozialdemokratie wie bisher so auch künftig in vaterländischen Fra- gen versagen werde, und wenn sie in dieser Beziehung nicht ein- lenke, so würden die Wogen, bie jetzt zurückgebrängt seien, wiederkommen. Eine solche Haltung könne bas deutsche Volk nicht auf- bie Dauer ertragen. Die bürgerlichen Parteien würben bann zusammenstehen müssen gegen bie Sozialbemokratie, um bie Jnter- effen des Vaterlandes zu wahren. Die auswärtige Politik des Reichskanzlers, erklärte der Minister, habe die schwebenden Fragen in glänzender Weise gelöst. Gestützt auf unser scharfes Schwert, sei es gelungen, den Frieden zu erhalten, was auch im Willen ba Sozialdemokratie gelegen habe. Aber für eine Kolonialpolitik, die doch auch im Interesse der Arbeiterschaft liege, sei diese Partei nicht zu haben. Wenn die Sozialdemokratie den Ministern empfehle, ihren Monarchen vorzuschlagen, einen Modus vivendi mit der Sozialdemokratie zu treffen, so bedeutet das geradezu eine Herausforderung und Beleidigung der Regierung. Die Reichs- verstcherungsordnung, die ja mit Hilfe aller bürgerlichen Parteien zustande gekommen fei, sei in der sozialdemokratischen Presse als ein Schandwerk bezeichnet worden. Unter solchen Umständen könne der Friede zwischen Sozialdemokratie und der Regierung nicht hergestellt werden.
Wl'mjche zl'l 25nfliiniß dls stndtischkn Haushaltes für 1912.
Man schreibt uns: -
1. Unsere elektrische Bahn.
<• 5m Mittelpunkt des Interesses der Bürgerschaft steht natürlich unsere elektrische Bahn. Sie war für uns ein Ereignis und hat gezeigt, daß in Marburg ein erheblich kräftigeres Leben pulsiert, als ängstliche Gemüter annahmen.
Die Bahn hat im Dezember fast 8000 Mark gebracht und wird im Januar trotz des in diesem Monat bekanntlich stets abflauenden Verkehrs und der Abwesenheit der Studenten während der Hälfte des Monats noch rund 6000 Mark bringen. Selbst Pessimisten werden zu- gebeu, baß man mit durchschnittlich 5000 Mark Monatseinnahmen rechnen darf, daß also bei Annahme von 45 000 Mark Ausgaben ein jährlicher Ueberschutz von 15 000 Mark der Stadt verbleibt. Dies Ergebnis zeigt, baß die von der Kommission vorgeschlagene Linie die richtige war: es mahnt aber auch, der Kommission weiter zu folgen und schleunigst die Linie Wilhelmsplatz-Friedrichsplatz-Weibenburgstratze-Schwanallee- Bahnhof (Süd) auszubauen.
Diese Strecke wird die Betriebskosten voraussichtlich decken. Die Gründe hierfür sind:
wrr bei 10 Minutenbetrieb schon 8—9 Wagen unterbringen müssen. Es ist vorauszusehen, daß man in nicht zu ferner Zeit statt 10 Minuten- oerfeljr VA oder gar 5 Minutenoerkehr einführt. Dann müsien 15 Wagen Platz finden. Es wird auch nicht ausbleiben, dast die eine oder s binjufommt. Es muß also die Möglichkeit bestehen, anher
den Werkstätten für Reparaturen, Lackiererei usw. Raum für etwa 20 .gen W schaffen. Jeder Wagen erfordert mit Gängen etwa 30 Quadrat- ^et™®tun^dd,e’ 600 Quadratmeter bebaubare Fläche allein für dre Wagen vorhanden sein müfsen. Dazu reicht der Hof des Elektrizitätswerkes nicht aus und der Garten ist hierfür zu schade
3" ^ge 9e,om™n sind als Bauplätze ferner der Hof des Gas- wh™ ,..Unb dn 8felb 00r Bahnhof-Süd jenseits der Brücke nach
. Für die Wahl des Easanstaltshofes spricht der Umstand, dast dort ein höherer Betriebsbeamtet wohnt und dast es voraussichtlich möglich auf dem zum Schuppen führenden Gleis die Kohlenwaggons vom ^uterbahnhof zur Gasanstalt zu fahren. Verteuert wird der Platz durch das Gleis zur Anstalt und den eventuellen Neubau einer Brücke Die °or Bahnhof-Süd wird das jetzt vorhandene hübsche Bild des Eingangs gut Stadt verunstalten. Zwischen Lahn und Bahn Shoren auf eine lange Strecke hin an dieser Stelle keine Gebäude. S“! uns des vorhandenen grünen Fluhtales! Wie gefährlich übrigens die Erlaubnis zum Bau von Häusern in Nähe der Bahnhöfe ist beweist der so eng gewordene Vorplatz vor Bahnhof-Nord, auf dem Ut ®crfel)t, geschweige denn für Schmuckanlagen, genügender Raum vorhanden ist. "
Einsender schlägt vor, auch einmal zu prüfen, ob der tief liegende A^nhausgarten °m Wilhelmsplatz für eine Wagenhalle geeignet ist Mit einer Neigung von 1 :12 bis 1:15 könnte ein Fahrweg den 9M(bun0en entlang hinunter geführt werden, welcher das ganze dort tief liegende Baugelände auffchliehen würde. Da dies Terrain tief liegt । ”on ber Ockershäuserallee und vorn Wilhelmsplatz aus
Aber die Schuppen hinweg sehen; der nicht für die Hallen in Anspruch genommene Garten konnte zu Schmuckanlagen verwandt werden . Fenn Einsender im Interesse der Klarstellung und der Weiterbesprechung in detDurgerschast auf Einzelheiten des Projektes näher ein» n»nnnn<m doch am Ende noch einmal betont werden: die
»ung der elektrischen- Bahn nach Nord und Süd hin itilrhi • XU . __.i_____ * — _ _ 7.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Bellqgen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und .^Landwirtschaftliche Vellage".
Bekanntlich war es ein anderer badischer Minister, aus desien Worte die Sozialdemokratie ihre Agitation zum Teil stutzen konnte. Intereflant ist aber, daß die „Franks. Ztg." Herrn v. Dusch sehr stark die Leviten liest und die Anschauung v. Dusch's auf Bet- kitgetung zutückführt. Der Minister habe an der temperamentvollen, „im Grunde aber gutmütigen Art" des Ak>g. Kolb „Aerget- nis genommen". Ein Ministerpräsident, der sich erlaubt, in Baden mirb hHnntnb .™«, «vtu uw euo Yin | nicht das Loblied des Eroßblocks zu fingen, mit dem die „Franks.
£eberÄS?unh ®n9eB 6<Äe. f»‘ Ztg.« auf Gedeih und Verderb verbunden ist? Das wäre ja noch
„Cbrrlifilifdie Zcinin«' erichetnl täglich mit HuSnabme de: Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch Post bezogen S.25 <Jt lohne Bestellgeld), bet unseren Zeitun-gSstellen 20 und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jt frei in» Hau». (Für unver-
1 mflt zugekandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantuwrtung). Druck und Verlag der llniv.-Buchdruckerei I. A. Koch ______ (Inh.: Dr. Hitzerolh), Markt 21. — Telephon 65.
1. Sie schlieht dem Bahn verkehr die ganzen um den Friedrichsplatz liegenden Straßenviertel mit ihrer wohlhabenden Bevölkerung, sodann die Frankfurterstrahe mit den südlichen Querstraßen an.
2. Sie vermittelt den Personenverkehr von und zu den Bahnhöfen im Süden, wo heute schon jährlich 250 000 Billete verkauft werden. Wird der Bahnhof der Kreisbahn mit der Stadtbahn in Serbin- bung sein, so ist ein vermehrter Verkehr auf der Kreisbahn zu erwarten, welcher auch den Finanzen der Stadt zu gute kommt.
. 8 Reisende aus dem Nordviertel in Richtung Gießen und aus dem Sudvtertel nach Lasse! zu werden statt die Strecke Bahnhof-Nord , ,T— bis Vahnhos-Süd auf der Staatsbahn zu fahren, mit Vorliebe die I gegangen bequemere Stadtbahn benutzen. " | baldigste
Die Linie muß den kleinen etwa 130 Meter ausmachenden Umweg I ““ Wilhelms- zum JriedrichsPlatz machen, statt direkt durch die Schwanallee zu führen, weil eine Stadtbahn dem Verkehr nachgehen muß und die Fahrgeschwindigkeit so groß ist, daß 130 Meter Umweg vom Publikum nicht unangenehm empfunden werden. I
Wie die Verbindung der Stadt mit der Kreisbahn und den Ausflug- I «ten im Süden, so ist auch eine Verlängerung im Norden etwa bis I Aumüller oder zum Bahnübergang erwünscht. I
Ruch diese Strecke wird voraussichtlich ertragreich sein, weil sie den I Guterbahiihof mit seinem regen Personenverkehr der Bahn angliedert I unb die herrlichen Wälder im Norden der Stadt unseren Einwohnern und ihren Gästen näher dringt. Es wäre zu überlegen, ob der Betrieb I auf dieser Verlängerung mittels des am Bahnhofe stehenden vierten Sammelwagens geführt werden kann. Keinesfalls dürfte aber der am I Bahnhof aufgestellte Sammelwagen dort fortfallen, da diese Einrichtung I erheblich zur Rentabilität des Unternehmens beiträgt. Nötigenfalls I müßten Automaten mit Umsteigemarken ein Umsteigen in den Wagen I am Bahnhof ermöglichen. I
®ie Benutzung der Bahn kann ferner noch gesteigert werden, wenn I bie Stadt für peinliche Sauberkeit und sehr viel bessere Beleuchtung der I Engen Gasse und der Mühltreppen sorgt. Weiter scheint die Zeit ge- I kommen zu sein, um im Interesse der Bahn und der Bewohner des I Biegenviertels die Savignystraße, an welcher unsere Oberrealschule liegt I und welche am schnellsten zur Schwimm- und Eisbahn führt, zu ver- I langem und durch einen Brückensteg über den Mühlgraben mit dem I Pilgrimstein zu verbinden. Eine Fahrbrücke ist an dieser Stelle nicht I erforderlich: es genügt ein 2% Meter breiter Fuhsteg. Auch ist es nicht I nötig, bie Straße gleich in ganzer Breite und Höhe auszubauen, ein be- I fefhgter Fußweg ist völlig ausreichend. I
Es besteht nun der dringende Wunsch, daß die Weiterführung der I Stadtbahn so zeitig in Angriff genommen wirb, daß wir schon im Som- I niet den Nutzen davon haben. Wir wollen nicht vergessen, daß durch I Sachkenntnis und Voraussicht ungetrübter lleberzeugungseifer den Bau I bet elektrischen Bahn um vier Jahre verzögert und damit die Bürger I um die Verkehrsverbesserungen und die Stabt um den finanziellen Ge- winn gebracht hat. Wie der einsichtigere Teil der Bürgerschaft die ftü- I Heren Reden gegen die Bahn nicht verstanden hat, ebenso wenig würde I et Verständnis dafür haben, wenn aus Quartierinteressen heraus der I Fortführung der Bahn zum Bahnhof-Süd Hemmnisse bereitet würden. I Der gesunde Sinn unserer Bürgerschaft wird auch den Interessen der Oberstadt gerecht werden: eine Verquickung der Weiterführung der Bahn I nach Bahnhof-Süd mit bet Frage einer elektrischen Bahn für die Ober- I stabt würde voraussichtlich beiden Projekten nur Schaden bringen. I Slatb Ansicht des Einsenders muß die Oberstadt entweder ein selb- I ständiges Gleis von bet Neustadt — oder dem Keßlerschen Hause an der I Marktgasse — aus zum Nordbahnhof erhalten, oder es ist eine Draht- I seilbahn vom Pilgrimstein aus zur Neustadt mit eventueller Höher- I fübrung bis zum Schloß zu bauen. Eine zweite Linie durch die Ober- I stobt, welche der jetzigen Bahnlinie in einem horizontalen Abstand von I etroa 100 Meter parallel läuft, kann sich nut unter ganz besonderen Um- I stönben rentieren. Aus diesem Grunde war auch die Linie Wilhelmsplatz- I Marktplatz unrentabel, wie die Stadt zu Ihrem Schaden erfahren mußte. I Db nun eine Seilbahn, oder ein besonderes Gleis von der Neustadt zum I Rordbahnhof vorteilhafter ist, muß die genaue Berechnung der Bau- und I Setnebsfoften und des Einflusses auf die Einnahmen der jetzigen Linie I ttgewn; Jtebeit darüber ohne solche Unterlagen sind zwecklos. I
Wohin soll nun die Wagenhalle gebaut werden? Die Kommission I hatte bekanntlich den Hof des Elektrizitätswerkes für den Bau einer I kleinen Werkstätte und eines Schuppens für etwa acht Wagen vorgesehen. I ßrüt den Bau an dieser Stelle spricht die Möglichkeit der Aussicht ohne Vermehrung der Beamten und die Ersparnis der Erwerbskosten eines I •euen Bauplatzes, dagegen spricht die Schwierigkeit, das Schuppen- I gebäube an dieser Stelle architektonisch befriedigend zu gestalten, die ge- I ringe Ausdehnungsmöglichkeit für Schupp- n und Elektrizitätswerk, sowie I endlich auch die vermehrte Feuersgefahr. Die Gegengründe hatten den I - .... _
Herrn Oberbürgermeister bewogen, der Wahl dieses Bauplatzes zu wider- I ® n badischer Minister gegen die Sozialdemokratie. Sechen. Einsender ist der Meinung, daß der Widerspruch richtig war. ! Der badische Minister Frhr. v. Dusch hat in der badischen Mr haben heute schon 5 Wagen: wird die Linie verlängert, jo werden | Kammer folgende bemerkenswerten Ausführungen gemacht: Was
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Frankfurt a. M.
I Bei Meinem Eintritt in ein neues Lebensjahr und zu dem vorauf- gegangenen 200jährigen Gedenktage der Geburt König Friedrichs des ben Landen und vorn Ausland her zahl-
renhe Glückwünsche und Huldrgungsgrühe zugegangen. Diese mannig- fachenKundgebungen treuer Anhänglichkeit haben Mich mit aufrichtiger Freude und Dankbarkeit erfüllt. Nationale EedenNage sind in unserer chnellebigen, von wirtschaftlichen und politischen Interessen und Gegensätzen beherrschten Zeit besonders wohltuend, denn sie nötigen dazu, in tarn Hasten des werktäglichen Lebens einen Augenblick inne zu halten unb einen Blick auf die Vergangenheit zu werfen. Welche ungeahnte unserem Vaterlande beschieden gewesen, und wieviel kAN*" wir den großen Männern, die sich in ernster Zeit als "wiesen und es zur Erfüllung der ihm von ^r Vorsehung gestellten großen Aufgaben tüchtig gemacht haben! Was p.^ußischen Staate durch sein Lebenswerk geleistet U"d welchen E^fluß sein unerreichtes Borbild in Selbstzucht, Arbett- BfUchttrmie und Hingabe an das Vaterland auf die Charakterentwicklung und Erziehung unseres Volkes ausgeübt hat, das ist uns in leuchtenden Farben in Wort, Schrift und Bild wieder lebhaft vor Augen getreten. Die herzliche Teilnahme und dankbare Ge- stnnnung, welche das Gedächtnis des großen Toten bei Jung und Alt im tanbe ausgelost hat, bürgt trotz mancher unliebsamen Erscheinungen der Gegenwart dafür, daß Friedrichs Geist immerdar im Preußischen Volke fortfeben rotrb und baß. wenn es jemals nötig werden sollte, bas von t^m übernommene «Erbe an ideellen und materiellen Gütern vor Gefahr zu schützen die Deutschen Stämme sich einmütig um ihre Fürsten scharen ”"b ub” “Ken Parteihader hinweg sich nur von dem einen fridericiani- schen Gedanken leiten lassen werden: Alles für das Vaterland'
Von dem Wunsche erfüllt, Allen, welche Meiner in diesen Tagen mit treuem Gelöbnis und herzlicher Fürbitte gedacht haben. Meinen K«* 34 Sk- “*« «•'
Berlin im Schloß, den 29. Januar 1912.
Sn den Reichskanzler. Wilhelm, k. k.
‘rbettk9t ^Ür die 7 gespaltene Zeile oder deren buXir1? m r? auswärtigen Anzeigen 20 3, für RrSamsn . 7
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Donnerstag, 1. Februar urri> Beleglieferung ausgeschloff«
° u scheckverkehr — ohne Pottokoiten — unter Nr.
»Esche Umschau. _ em
Der Dank des Kaisers. I zufolge beginnen die Kaisermanöver am 10. Sept, unmittelbar
tat . Reichsanzetger" wird folgender Kaiserliche Erlaß ver- I na$ der Rückkehr des Kaisers aus der Schweiz. Kaiserparade hat das 3. Korps bei Jüterbog, das 4. bei Roßbach, die beiden sächfi.
I scheu bei Zeithain. Der Kaiser nimmt Wohnung im Schloß zu I Merseburg.
— Ein Großneffe des Aaltreichskanzlers Fürste« von Bis- marck, der neuernannte Regierungsassessor Herbert v. Bismarck, ist dem Landratsamte in Frankenstein, das Prinz Friedrich Wilhelm I von Preußen verwaltet, zugeteilt worden.
I ~ Hollmannspende. Berlin, 30. Jan. Dem früheren Staats- I fekretör des Reichsmarineamts, Admiral v. Hollmann, der vor I einigen Tagen seinen siebenzigsten Geburtstag feierte, wurde am I 28. von einer Deputation unter Führung des Dr. James Simon I eine Spende von 82 000 M überreicht, die zum Besten des Seemanns-Erholungsheims Kaiser Wilhelm- und Kaiserin Auguste Viktoria-Stiftung in KleinMachnow verwendet werden soll, in dem Offiziere und Mannschaften der Kriegs- und Handelsmarine und der Kolonialtruppen nach schwerer Krankheit Erholung finden sollen. Admiral v. Hollmann dankte den Erschienenen, unter denen sich die Herren Geheimräte Richard Pintsch, v. Friedländer- Fuld, Cteintal, Generalkonsul v. Koch, Franz v. Mendelssohn, Georg Wertheim, Dr. Röper, Hagen, Eradenwitz, Dr. Güterbock befanden, auf das wärmste für die Ehrung, die ihn deshalb be«
I sonders erfreut habe, weil sie unpersönlich sei, und weil sie den Angehörigen seiner alten Waffe zugute kommen solle. Sicherem Vernehmen nach sind verschiedene Vereine und Freunde der Marine dabei begriffen, die Hollmannspende durch weitere Mittel zu vergrößern.
— Wahlbetrug im Minister-Wahllokal. In der Jägerstraße in Berlin, wo Herr v. Bethmann-Hollweg und seine Kollegen ihre Stimmen im Etichwahlkampf zwischen Kämpf und DLwell abgegeben Haben, sind nach den „L. R. N." zahlreiche ungültige Wahlzettel ausgeschieden worden. Der Inhaber eines alten, angesehenen Berliner Geschäftes teilt mit, daß er bei seiner Rückkehr von der
Ein Brief des Fürsten Bülom. I Wahl unter den ihm von den Zettelverteilern überreichten Zetteln
Hamburg, 30. Jan. Der „Hamburger Korrespondent" ver- I einige gefunden habe, die den Namen Johannes Kämpf enthielten, öffentlicht nachfolgende Erklärung des Fürsten Bülow: „Anläßlich Der Name war jedoch ganz fein durchstricheu, sodaß die Zettel un- der Wahlen sind mir aus nationalgestnnten Kreisen zahlreiche Zu- I 9’ttig sein mußten. Es ist also ein Verteiler von durchstrichene« schriften und Telegramme zugegangen, in denen ft chnicht nur per- I Wahlzetteln am Wahllokal anwesend gewesen. Vor diesem neuen sönltche Anhänglichkeit ausspricht, sondern auch die Ueberzeugung I Wahlschwindel wird man sich in Zukunft zu hüten haben, daß ich in meiner politischen Tätigkeit das anstrebte, was für eine I . ~ Beabsichtigte Wahlanfechtung. Stieg, 29. Jan. Im Kreise gesunde Fortentwicklung des deutschen Volkes und somit für die Brieg-Namslau soll die Wahl des Konservativen Dr. Oertel, die Macht und Ehre des Deutschen Reiches und für die wahren und I 388 Stimmen Mehrheit erfolgte, von den Sozialdemokraten dauernden Interessen von Kaiser und Reich förderlich war. Solche I und der Fortschrittlichen Bolkspartei angefochten werden. Zeugnisse erfüllen mich mit Genugtuung und dem Gefühl des — Der Dank des Herrn von Oldenburg. Herr von Olden- Dankcs für alle diejenigen, die mir auf dem Boden gemeinsamer I burg-Januschau, der bekanntlich in seinem bisherigen Wahlkreise Liebe zum Vaterlande ein freundliches Andenken bewahren. Die I Elbing-Marienburg dem Reichsparteiler Schröder unterlegen ist, Kundgebungen einzeln zu beantworten, ist mir nicht möglich. Ich I veröffentlicht den folgenden Dank an seine Wöhler: „Allen meinen bitte meinen Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen. Rom I Freunden im Wahlkreise Elbing-Marienburg, die mich mit ihrem (Villa Malta), den 28. Jan. gez. Fürst Bülow." I Vertrauen auch bei dieser Wahl beehrt haben, spreche ich hiermit