mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend". „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
1912.
Krites Blatt
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hältnis wird durch die Reichsfinanzreform, die die Abaab<>nlast Deutschland um 8 Mark pro Kopf gesteigert haben dürfte, nicht viel ändert sein, da Frankreich und England gleichzeitig ebenfalls mit Höhung ihrer Steuern vorgegangen sind.
Das Belastungsproblem läßt sich noch von einer anderen Seite schauen, nämlich von der Höhe der Steuern, die an Reich. Staat
Die öffentlichen Wga!en in Deutschland.
Im „Handbuch der Politik" (Band 2, Lieferung 1) würdigt Professor Julius Wolf (Breslau) in einer Abhandlung über die öffentlichen Abgaben in Deutschland das gesamt« Abgabensystem, wie es nebeneinander im Reich, in den Staaten und Gemeinden besteht. Er betont mit Recht, daß es ein grundlegender Fehler sei, bei vergleichenden Darstellungen die Gemeindesteuern, die tatsächlich nicht weniger drückend als andere Steuern empfunden werden, auszuschließen. Dadurch erhalte man ein ganz verkehrtes und infolgedesien völlig unbrauchbares Bild. Im Banne solcher lückenhafter Betrachtung habe auch die letzte Reichsfinanzreform gestanden.
Wie die Zahlen sich ändern, wenn die Eemeindeabgaben gleichfalls herangezogen werden, erhellt aus nachfolgenden Angaben:
Auf 100 Mark direkte Steuern kamen 1907 an indirekter Steuer bei Richtberückfichtigung der Gemeindeabgaben: in Deutschland (Reich und Bundesstaaten) 294 Mark, in Frankreich 261 und in Großbritannien 147 Mark, dagegen unter SinschchUß der Gemeindeabgaben: 4« Deutschland 94, Frankreich 190 und Großbritannien 71 Mark. Das Bild ist also, wie tßrof. Walt hierzu bemerkt, <«Wtg entgegengesetzt, je nachdem die Ge- .neindeabgaben berücksichtigt werden oder nicht. Bleiben die Gemeindeabgaben außer Rechnung, so überwieaen in Deutschland die indirekten Steuern die direkten fast um das dreifache, im anderen Falle gehen dis indirekten Steuern sogar unter die direkten herunter. Deutschland übertrifft im Erstfalle sogar das durch sein indirektes Steuersystem fast be- rüchtrgte Frankreich, während es durch di« naturgemäße Hereinnahme der Gemeindesteuern im Punkt« der „Steuergerechtiakeit" Frankreich weit überflügelt. Allerdings steht Deutschland hinter England auch dann noch beträchtlich zurück. Diese bisweilen als steuerliche Rückständigkeit bemängelte Erscheinung ist aus der einfachen Tatsache zu erklären, daß die Wohlhabenden und Reichen in Großbritannien in ganz anderer Stärke als in Deutschland vertreten sind. Infolge dieser erhöhten Steuerfähigkeit der oberen Kesettschaftsschichten lassen sich die direkten Steuern viel ausgiebiger nutzbar machen.
Das in Zahlen ausgedrückte Verhältnis der direkten zu den indirekten Steuern vermag aber, wie weiter avsgeführt wird, die Wirklichkeit nur in den äußersten Umrißen wiederzugeben. Die Bedeutung derselben Zahlen ist nach ihren finanziellen und sozialen Unterlagen eine sehr verschiedene, z. B. ist es ganz etwas anderes, ob die Steuer auf Brot und Fleisch oder auf Alkohol gelegt wird, was anderes auch, ob die direkte Steuer die kleinen Einkommen überhaupt verschont und nach oben hin stark ansteigt. Trotzdem kann man die vergleichende Statistik nicht entbehren, weil man sonst völlig im Dunkeln tappen würde. Was ergeben nun die Berechnungen über di« Gesamtsteuerlast«»? Prof. Wolf gibt sie für das Jahr vor der letzten Reichsfinanz- refcrm wie folgt an: in Deutschland 49.0 Mark pro Kopf, in Frankreich 82,7 Mark pro Kons .in England 96 Mark pro Kopf. An diesem Ver-
AusLand.
** o. Kiderlen in Italien. Rom. 19. Jan. Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter trifft morgen vormittag in Rom ein und
merkenswerte Zahlen Hiernach werden di« kleinsten Einkommen von 900—1200 Mark mit ewa 6% v. H und die größten Einkommen mit 14 v. H. belastet. Das ist nach Prof. Wolfs Meinung eine Steigerung, die als durchaus genügend zu erachten ist. Die hier angegeben« Spannung erleidet eine beträchtliche Verschiebung zu Ungunsten der ärmsten Volksschichten selbst dann nicht, wenn die Belastung hinzugerechnet wird, die durch die Lebensmittelzölle verursacht wird. Diese Zölle verteuern die Einfuhr, nötigen daher die Konsumenten zu Mehrkosten im Haushalt, doch hat der Steuersäckel keinen Vorteil aus den höheren Getreidepreisen für das im Inland produzierte Eetreide.
Als „letztes Ergebnis" der vom Verfasser vorgenommenen Lasten- sckmtzungen wird angegeben, daß auch nach der Reichsfinanzreform das Einkommen in ungefährer Höh« von 1000 Mark im Mittel 12% v. H. und das Einkommen von 100 000 Mark nahezu 18 v H. an Steuern zu tragen hat.
Die „Entwicklung" aber geht weiter in der Richtung einer noch stärkeren Progression als bisher, so daß die Steuerbelastung oben zunimmt, während die sozialpolitisch« Strömung eher darauf hindrängt, die Steuern bei den kleinsten Einkommen abzubröckeln als zu vermehren. In absehbarer Zeit dürft« ein« Steuerverteilung platzgreifen, bei der die kleinsten Einkommen mit kaum viel mehr als 10 bis 12 v. H. zu den ganzen Steuern herangenwnmen werden, während die größten Einkommen mit 20 v. H. belastet fein dürften. Bei einer solchen Spannung in der Lastenhöhe zwischen oben und unten wäre, wie Prof. Julius Wolf zum Schluß bemerkt, „bk Steuergerechtigkeit auch nach modernstem Empfinden realisiert."
Gemeinden von den einzelnen Einkommensklassen der Gesellschaft zu richten sind. Auch hierzu bieM der genannte Gewährsmann einige be-
— Die Einberufung des Reichstages wird am Dienstag, den 6. Februar, erfolgen. Der neue Reichsetat soll dem Reichstag in diesen Tagen zugehen.
— Neue Heeres- und Marineforderungen. Daß dieselben kommen werden, war längst bekannt. Es zirkulieren in der Presse auch bereits genaue Gerüchte über die Aufstellung eines dritten Geschwaders usw. Das meiste dürfte Kombination sein. Zu dem Thema wird der „Köln. Ztg." aus Berlin geschrieben: „Zu den Meldungen über neue Flottenforderungen ist zu bemerken, daß die zu erwartenden Vorlagen noch nicht abgeschlossen seien, auch noch gar nicht abgeschlossen sein können, weil zwischen ihnen und den Heeresforderungen, die sicher kommen, schon wegen der Deckung ein organischer Zusammenhang besteht. Ehe das Kriegsministerium und die Marine sich darüber mit dem Schatzamts geeinigt haben, und ehe Reichskanzler und Bundesrat das letzte entscheidende Wort gesprochen haben, kann auch von festen Vorlagen noch nicht gesprochen werden. Richtig ist jedenfalls, daß sich die Wünsche der Marine auf der Richtlinie bewegen, daß eine stärkere Aktivität unserer Flotte erreicht werden soll. Bisher haben wir zwei aktive Geschwader, das der Ost- und das der Nordsee, daneben aber noch Schiffe genug, um uns einen Rückhalt von Reservegeschwadern zu sichern. Wenn nun ans diesen reichlich vorhandenen Reserven ein drittes aktives Geschwader gebildet würde, so würde das eine ansehnliche Verstärkung unserer Streitkräfte bedeuten, die mit verhältnismäßig geringen Mehraufwendungen zustande gebracht werden könnte. — Hinsichtlich der Besatzung würden Schwierigkeiten nicht entstehen, da es an nicht ausgehobenem Menschenmaterial bei uns nicht fehlt. Was über die Deckung der durch die Wehrvorlagen entstehenden Kosten gesagt wird, entbehrt bisher jeder wirklichen Grundlage. Selbstverständlich finden Erhebungen darüber statt: aber sie sind noch nicht abgeschlossen, von amtlicher Stelle sind deshalb noch keine Mitteilungen an die Oeffentlichkeit erfoglt.
— Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" und die freisinnige Stichwahlparole. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter der Ucberschrift „Verrat an der Sache des Bürgertums": „Die in Uebereinstimmung mit der sozialdemokratischen Partei ausgegebene Anweisung der Fortschrittlichen Volkspartei: „Keine Stimme einem Kandidaten der rechtsstehenden Parteien" muß. wenn sie befolgt wird, in einer großen Anzahl von Reichstagswahlen den sozialdemokratischen Kandidaten den Sieg über Anhänger bürgerlicher Parteien verschaffen. In vielen Wahlkreisen ist auch bereits von den Ausschüssen der Fortschrittlichen Volks- partei die Aufforderung ergangen, für die Vertreter der Sozialdemokraten zu stimmen. Wie stark diese Zumutung vom Standpunkt der alten Fortschrittspartei aus erscheint, geht klar aur einem Aufruf hervor, den das freisinnige Wahlkomitee im ersten Berliner Wahlkreis soeben für den bisherigen Abgeordneten Kämpf gegen den Sozialdemokraten Düwell erlassen hat. Da wird gesagt, wer nicht für den bürgerlichen Kandidaten eintrete, „Verrat an der Sache des Bürgertums, an den Grundsätzen des Liberalismus, an der Zukunft des Vaterlandes" begehe. Weiter heißi es in dem Aufrufe: „Wer mit dem sozialdemokratischen Stimmzettel protestieren wollte gegen eine einseitige Regierungspolitik, gegen den schwarz-blauen Block, hat es durch seine Stimmabgabe in der Hauptwahl getan. Wer jetzt für die Sozialdemokratie eintritt, erklärt sich identisch mit ihren Zielen, mit ihrem Programm, mit ihren Erundanschauungen." Das ist die schärfste Verurteilung der Schwenkung, die die Fortschrittliche Volkspartei mit ihrer Stichwahlparole zugunsten der Sozialdemokratie vollzogen hat." — Weiter schreibt die „Nordd. Allg. Ztg." zu demselben Thema: ..Jetzt haben die Fortschrittliche Volkspartei und die Sozialdemokratie ihre Wahlparolen bekannt gegeben. Ihre Uebereinstim- muug fällt in die Augen. Sie könnte nicht größer sein, wenn die Parolen vorher verabredet worden wären." Darauf weist auch die „B. Z. a. M." ausdrücklich hin, indem sie schreibt: „Vielfach wird der Meinung Ausdruck gegeben, daß zwischen der Fortschrittlichen Volkspartei und der sozialdemokratischen Partei feste Abkommen über das Verhalten beider zu einander in den Stichwahlen getroffen seien, da ihre Stichwahlparolen beinahe denselben Wortlaut haben." Auch die „Nationalliderale Korrespondenz" äußert die Vermutung, daß die Fortschrittler mtt der So- zialdeniokratie ein allgemeines Stichwahlabkommen getroffen haben." — Die „Nordd. Allg. Ztg." bespricht dann einen Artikel, den Kautzky in der „Neuen Welt" über den Wahlausfall geschrieben hat, und zieht aus diesem Artikel folgenden Schluß: „Somit erteilt Kautzky des Liberalismus gnädigst die Erlaubnis, sich vor den sozialdemokratischen Siegeswagen zu spannen. Nichts weiter."
— Der Prozeß der „Rhein.-Weftf. Ztg." gegen „Die Grenzboten". Essen, 19. Jan. Nach fünsstündiger Verhandlung vor dem Schöffengericht wurde der Redakteur des Blattes „Die Erenz- boten", Eleinow, wegen Beleidigung der „Rhein.-Weftf. Ztg." in dem bekannten Artikel der „Erenzboten" zu 300 Geldstrafe, event. für je 10 M zu einem Tage Gefängnis verurteilt. Dem Kläger wurde Publikatiousbefugnis zuerkannt.
Die Beschlagnahme der „Earthage".
Paris, 19. Jan. Nach einer heute vormittag von einem Passagier der „Earthage" aus Cagliari abgesandten Depesche haben die Reisenden bisher nicht die geringste Auskunft über ihre Sistierung erhalten. Es bestätigt sich, daß sich unter den Reisenden der französische Generalkonsul Gaillard, ein Ordonnanzoffizier und ein Oberst befinden. Außerdem sind mehrere französische Gendarmen an Bord, die eine Anzahl Häftlinge nach Tunis begleiteten. Die Beschlagnahme des Dampfers „Earthage" rief in Malta, das der Dampfer nach Tunis anlaufen sollte, und wofür er zahlreiche Passagiere hatte, große Aufregung hervor. Das Vorgehen der italienischen Behörden wird um so mehr kritisiert, als man hier weiß, daß die tunesischen Behörden es mit der Kontre- bande, die zugunsten Italiens geschieht, nicht sehr genau nehmen.
Die Blätter erörtern die. Beschlagnahme mit wachsender Schärfe. Der „Eclair" meint: Die unangenehmen Zwischenfälle in unfern internationalen Beziehungen wiederholen sich allzu häufig. Die Ungeniertheit, die Deutschland (?), dann Spanien und neuestens Italien gegen uns gezeigt haben, wird geradezu unerträglich. Die ganze Art und Weise unserer Diplomatie muß eine festere werden und muß Respekt einzuflößen trachten. Die „Lanterne" erklärt: So, wie die Italiener sich benommen haben, benimmt man sich nicht gegen eine befreundete Nation. Die französische Regierung und mit ihr die öffentliche Meinung Frankreichs müssen Aufklärung verlangen. Die „Autorin" schreibt: In Marokko ohrfeigen die Spanier unsere Offiziere, die italienischen Torpedoboote bemächtigen sich im Mittelmeer unserer Postdampfer: was werden wir denn noch ertragen? Der „Matin" meint: Jetzt liegt seitens Italiens nicht mehr ein Mißverständnis, sondern ein Fehler vor: Jtailen hat sich gegen die Freundschaft, vor allem gegen das Völkerrecht vergangen. Mehrere Blätter erhielten übrigens heute nacht aus Rom die telephonische Meldung, daß nach Privatdepeschen aus Cagliari die italienische Regierung den Auftrag erteilt habe, die „Earthage" freizugeben.
Roch ein Schiff beschlagnahmt.
Marseille, 19. Ian. Die Compagnie Mixte teilte mit, daß der nach Tunis bestimmte Postdampfer „Manuba", der am Mittwoch von Marseille abgegangen war, von den Italienern aufgegriffen und nach Cagliari gebracht worden ist. An Bord waren 99 Passagiere einschließlich 29 türkische Krankenpfleger, die zum Roten Kreuz gehörten. Die Gesellschaft erklärt, der Dampfer, der heute abend in Tunis sein sollte, habe keine verdächtigen Waren geführt. Der Kapitän des Dampfes „Manuba" telegraphierte, daß die Weigerung, den italienischen Kreuzern die 29 türkischen Passagiere auszuliefern, die durch ihre Eigenschaft als Krankenpfleger des roten Halbmondes, sowie durch die französische Flagge geschützt waren, die Ursache gewesen sei, daß die „Manuba" nach Gn -ft'ari gebracht und dort zurückgehalten wurde. Die italienische offiziöse „Agenzia Stefani" erklärt: Die Regierung erhielt zuverlässige Mitteilungen, an Bord des Tunis passierenden Dampfers „Manuba" sollten von Marseille 19 türkische Offiziere und Soldaten, deren Namen ihr sogar angegeben worden seien, ab- gehen. Der Transport, der von Leuten geleitet wird, die sich mit der Beförderung von Kriegskontrebande befaßten, führte eine sehr große Geldsumme, welche für die türkische Armee in Tripolis bestimmt sei, mit. Demgegenüber wird in einer anscheinend französischen offiziösen Mitteilung erklärt, daß durch einen Erlaß der französischen Regierung vom Jahre 1883 der Waffenhandel mit Tunis streng untersagt sei. Es hätten demnach selbst wenn die italienische Behauptung richttg sei, die Waffen in Tunis nicht ausgeladen werden können.
Paris, 19. Jan. Die gereizte Stimmung in Frankreich gegen Italien hat durch die Wegnahme der „Manuba" neue Nahrung erfahren. Die unter der Vevölkeruttg von Marseille herrschende Erregung hat sich noch gesteigert. Die Behörden haben weitere Vorsichtsmaßregeln getroffen, um Ausschreitungen gegen die etwa 100 000 hier ansässigen Italiener zu verhindern. Das italienische Generalkonsulat wird durch Polizei überwacht.
Rom, 19. Jan. Wie die „Agenzia Stefani" meldet, ist der französische Dampfer „Manuba", der von dem italienischen Kreuzer „Agordat" angehalten und nach Cagliari gebracht worden war, nach Auslieferung der an Bord befandlichen türkischen Offiziere und Soldaten wieder in Freiheit gesetzt worden.
Deutsche Reich.
— Graf Posadowsky über die Lage. Jena, 19. Jan. Auf Einladung des Ausschusses für die Wahl des bürgerlichen Kandidaten im dritten weimarifchen Wahlkreise hielt hier gestern abend vor etwa 2000 Personen der frühere Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, eine programmatische Rede über die politische Lage. Der Redner, der lebhaft begrüßt wurde, führte aus: Der politische Individualismus habe bei den Wahlen einen prägnanten Ausdruck gefunden. Angesichts dessen wäre es notwendig, daß die politischen Parteien ihr Programm einer Inventur unterzögen. Denn das Nebeneinanderbestehen der vielen Parteien sei ein Unding. Wenn man eine einheitliche und konsequente Negierung wolle, so müsse man vorher große einheitliche Parteien schaffen. Nachdem die Sozialdemokratie bei den Wahlen am 12. Januar fast eine Million Stimmen gewonnen habe, seien bürgerliche Sammelkandidaturen in diesem kritischen Zeitpunkt eine Notwendigkeit. Nach einer Betrachtung der auswärtigen Lage mahnte
Der Krieg um Tripolis.
Die Italiener sind jetzt eifrig bemüht, ihre Position zu stärken. Allenthalben werfen sie Schanzen auf. Die Arbeiter, die dies tun, werden von starken Truppenteilen geschützt. Zwischen diesen und dem Feinde ist es in letzter Zeit häufig zum Kampfe gekommen, so bei den Steinbrüchen von Eargaresch. Die Araber und Türken können natürlich die Italiener nicht zurückdrängsn, sondern müssen sich darauf beschränken, die Italiener zu beunruhigen. Diese sind ziemlich skrupellos in ihrem Vorhaben. So gingen jetzt drei Kriegsfchiffe nach Zuara, dessen Bewohner am 16. und 17. Januar italienische Kriegsschiffe mit Gewehrfeuer empfangen hatten, und bombardierten den Ort, _,,um die Einwohner und die Besatzung Zuaras zu bestrafen" (1). Durch das Bombardement wurde die
Marburg
Sonntag, 21. Januar
Iie „Cbtrlitilifdit Bettung" erfchctnt täglich nui nufnatj.nc öci ernn- und Feiertag«. — Der Bezugspreis betrögt vierteljährlich durch 4w die Post bezogen 2.25 X (ohne Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen
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Kaserne und die Residenz des Kaimakan zerstört. Gruppen von Lrabern zu Fuß und zu Pferde, sowie reiterlase Pferde stürmten In sinnlosem Schrecken nach allen Seiten und fielen unter den Italienischen Granaten.
der Redner nochmals zur Einigkeit der bürgerlichen Porteien bet den Stichwahlen und schloß mit dem Rufe: Nicht die Front nach rechts, sondern schließen wir unsere Reihen und die Front nach außen. Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen.
steigt bei der deutschen Botschaft ab. Er wird vom König empfangen und zur Hsstafel zugezogen werden. Am Sonntag gibt der Minister des Aeußern San Giuliano zu Ehren Herrn von Kiderlen» ein Frühstück. Die JEtümna" bearüLt hea Ghurte. ■