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Marburg

Jii 14

1912.

Erstes Blatt

D« Anzeigenpreis beträgt für die 7gespalteu° Zeile oder deren

Raum 15 d), bei amtlichen und ouSroartif "

Nachrichten", deren Richtigkeit kaum in Frage gestellt werden dürst«, jeiflt, daß ein Widerstand gegen die Errichtung einer Frankfurter Uni­versität durchaus nicht nutzlos ist.

Ausland.

** Tripoli». Rom, 16. Ian. DieAgenzia Stefan!" meldet aus Benghasi vom 14. ds. Mts.: Ein zur Rekognoszierung aus­gehendes halbes Regiment Kavallerie hatte mit einer Gruppe Beduinen ein Scharmützel, bei dem die Italiener einen Leicht­verwundeten, die Feinde 5 oder 6 Tote hatten. Aus Maffaua meldet dasselbe Blatt vom 15. d. M., daß der KreuzerPicconte" mit bef eroberten JachtFauvette" hier eingetroffen ist.

** Perfi en. Teberan, 16. Ian. Die Regierungstruppen nahmen Schahrud, während sich die Truppen des früheren Schahs nach Asterabad zvruckzogen.

Die Revolution in China. Zizichar, 16. Ian. Der Gou­verneur schickte nachChailar Beamte, die mit den aufständischen Mongolen unterhandeln sollen. An der Spitze der Mongolen steht -Tsckenusurda, der über 1000 Reiter verfügt. Die nach -Zizichar geflüchteten chinesischen Behörden übergaben Waffen und Muni­tion der russischen Garnison in Chailar zur Aufbewahrung.

Botschafter v. Radowitz f. Berlin, 16. Ian. Der ehe. malige deutsche Botschafter in Madrid, v. Radowitz, ist heute nacht im 73. Lebensjahre gestorben.

DieSlotbb. Allg. Ztg." und die Wahlen. Berlin, 16. Jan. DieRordd. Allg. Ztg." schreibt: Ueber den Ausfall der deutschen Wahlen und die künftige Stellung der Regierung und der Par­teien wird in der ausländischen Presse manches ungereimte Zeug geschrieben. Wir wollen nur zwei Aeußerungen herausgreifen. ImEaulois" wird erzählt, der Kaiser habe einem deutschen Diplomaten gegenüber gesagt, daß die sozialdemokratische Gefahr der Monarchie die Pflicht auferlegen könnte, die deutsche Volks- seele durch einen Krieg wieder zu stärken. Daran ist natürlich kein wahres Wort. Sodann spielt dieTimes" mit dem Gedanken, der Kaiser könne sich angesichts des Anwachsens der Sozialdemo­kratie auf den Katholizismus in Deutschland stützen und zu desien Stärkung Gebietsteile der habsburgischen Monarchie annektieren. Das ist der Gipfel.

Zur Bluttat in Metz. Metz, 16. Jan. Nachdem heute nachmittag noch eine eingehende Ortsbesichtigung stattgefunden hatte, sind drei von den fünf unter dem Verdacht der Beteiligung an der Bluttat, der der Hoboist Masch zum Opfer fiel, verhafteten Personen freigelasien. Als einziger bleibt Martin in Haft, der als Täter in Betracht kommt, während Alexis Samain, der Vor­sitzende der aufgelösten Lorraine Sportive und der späteren Jeunesse Lorraine die im Lorraine Sportive-Prozeß gegen ihn er­kannte Gefängnisstrafe von 6 Wochen angetreten hat.

Die ^rnttffnrfer UniverMtsfMtz

ist, wie wir bereit« gestern kurz meldeten, in ein Stadium getreten, das für die Frankfurter Pläne verhängnisvoll zu fein scheint. Das Kultus­ministerium hat nach Meldung wohlunterrichteter Frankfurter Kreis« (It. Frkf. Nachr.) es abgelehnt, eine Universität in Frankfurt zu geneh­migen, da man dort nur eine wünscht, in der der König nur ein formelles Bestätigungsrecht der Profesioren habe, das eigentliche Berufungsrecht sollte den Frankfurtern bleiben. Di«Franks. Nachr" schreiben dazu:

Die finanzielle Seite der Seit« ist bei den Besprechungen über­haupt nicht berührt worden. Anaesichts dieser Sachlage muß das Uni­versitätsprojekt vorläufig als gescheitert angesehen werden, denn die Mehrheit des Sradtparlament, ist nicht gewillt, ihren in dem Stadtver- dnetenbeschluß vom 29. Juli 1911 festgelegten Standpunkt einer Revision zu unterziehen. Wenn es auch keinem Zweifel unterliegt, daß manche Stadtverordnetenkreis«, um das Zustandekommen der Stistungsuntversität zu sichern, dem Projekt auch ohne di« freiheitliche Organisation zustim- men wird, so dürften doch dl« Fortschrittler, die nach unseren Informa­tionen fest auf ihrer Forderung bezüglich des Vorschlagsrechts beharren, sowie die Sozialdemokratie, di« ja grundsätzlich Gegnerin der Universität ist, ein« neue vom Magistrat -'.izureichende Vorlage zu Fall bringen."

Das Blatt meint, mit der Ablehnung des Ministers breche gerade das zusammen, was die Geldgeber wollten. Sie wollen ja ihren Fakul­täten das Recht vorbehalten, ordentliche Professoren zu wühlen und die Bestätigung durch den König soll nur eine rein formelle Handlung sein. Aus diese Weis« würde die Stistungsun'versttät eine wahrhaft freie Uni­versität werden. Lehrfreiheit und Lernfreiheit, die zwar auch den an­deren Universitäten garantiert find, würde in Frankfurt in Wirklich- k e i t existieren. Nach Aussage des Ministers will man die Promations- und Examenberechtigungen der Universität Frankfurt auch davon ab­hängig machen. daß die Besetzung der Lehrstuhle allein in der Hand der Regierung ruht. So ist es in der Tat gegenwärtig in Preußen. Sprechen wir es ruhig aus: Ein Gelehrter, ber nicht christlichen Bekenntnisses ist, kann in seiner Wissenschaft noch so Bedeutendes geleistet haben, et wird die ordentliche Professur nie erreichen. Das wollte die Frankfurter Stiftungsuniversität als erste in Preußen möglich machen durch die ge­plante Organisation. In diesem Sinne haben auch die hochherzigen Donatoren die Mittel dafür bewilligt. Roch in letzter Zeit wurde mit "rau Baronin v. Rothschild Berhandlungen gepflogen, in denen es sich um die Bewilligung einer großen Summe handelt, die ausgereicht hätte, um die Frankfurter Stiftungsuniversität finanziell sicher zu stelle». Die Dame war bereit, die Summ« herzug«ben, ab«r nur unter der Bedingung, daß bei der Berufung von grdentlichen Professoren konfessionell« Unter­schiede nicht gemocht werden dürften.

Die vrinftpiellen Ausfübrunoen «egen das vreußjche Uiftversitäts- system enthalten di« obligaten Vorwürfe des politischen Radikalismus, auf deren Berechtigung wir hier nicht eingehen. Allzu oft ist ja schon auseinandergesetzt worden, daß die sogenanntenfreien" Universitäten nichts anderes sind, als Institute, die gerade im Gegenteil eine einseitige Br Snstigung der Richtung und Anschauungen bilden, die dieStifter" verfolgen.

Es war vorauszusehen, daß das Kultursministerium gerade in diesem Punkte der Professorenernemmng in erster Linie den Frankfurter Vor­schlägen Widerstand leisten würde. Die Frankfurter Absichten sind da­durch natürlich noch lang« nicht begraben. Die Mitteilung der Franks.

Tie Ltichwchllaktik

ist augenblicklich das Zeichen, unter dem die Blätter aller Rich­tungen segeln. Es hat sich gezeigt, daß die Radikalen durchaus nicht imstande siiid, selbst dem Zentrum und den rechtsstehenden Parteien viele Sitze abzunehmen. Im Gegenteil haben sie durch die Sozialdemokratie noch stärker gelitten als die Konservativen, und was die Stichwahlen bringen, weiß man noch nicht. Man mutz aber staunen über die dnglaubliche Naivetät, mit der frei­sinnige Blätter kaltblütig erklären, es sei selbstverständlich, daß überall der Genosse unterstützt werden müsse, um die Konservativen zu schlagen: datz sie aber in demselben Atemzuge von den Konser­vativen verlangen, datz sie bedingungslos diesen ihren Feinden, die kein Bedenken tragen, den Sozialismus zu stärken, im Kampfe gegen eben diesen Sozialismus Wahlhilfe leisten. Man hat sogar ein schönes Wort geprägt: ^Desperadopolitik". Um Worte und Phrasen ist man bekanntlich in freisinnigen Kreisen nicht verlegen. Die Entscheidung darüber, ob die Sozialdemokratie durch die Stich­wahl noch wesentlich gestärkt werden wird oder nicht, liegt einzig und allein beim Freisinn, der sich über seineDefpr radopolitik" keiner Täuschung bingeben sollte. In Sachsen, in Kiel und ander­wärts hat man die Parole ausgegeben, für die fortschrittlichen Kandidaten zu stimmen, wenn der fortschrittliche Verein Gegen­seitigkeit zusichert. Die Nationalliberalen, die bekanntlich mit den Fortschrittlern ein Wahlabkommen getroffen haben, halten dies auch für die Stichwahl, selbstverständlich Gegenfeitigkeit vor­ausgesetzt, aufrecht. Der sächsische Landesverein der Partei ersucht alle Parteiorganisationen in den sächsischen Wahlkreisen, wo Stichwahlen vorzunehmen find, für die nationalgesinnten, im Kampfe mit der Sozialdemokratie stehenden Kandidaten ent­schlossen einzutceten und alles aufzubieten, um ihnen zum Siege zu verhelfen. Das war ja wohl vorauszusehen, ebenso wie man auf der Rechten geschlossen für die nationalliberalen Kandi­daten in der Stichwahl eintritt. Auf diese Selbstverständlichkeit braucht man wohl nicht weiter binznweisen. Ein Berliner demo­kratisches Mittagsblatt hat die Bedrängnis des Freisinns bei der Stichwahl sehr tief empfunden: es weiß einen Ausweg: Es em­pfiehlt den Sozialdemokraten, in allen Kreisen, in denen sie mit Liberalen in Stichwahl stehen, auf das Mandat von vornherein zu verzichten, um die Liberalen von der lästigen Stichwahlhilfe der Konservativen freizumachen. Mit großem Vergnügen konnte man schon den Aerger eines Blattes wie derFranks. Zeitung"' darüber lesen, daß die Sozialdemokraten durchaus nicht geneigt waren, auf ihre Kandidaturen schon in der Hauptwahl zu ver­zichten. Aber das find ja alles nur Theorien, die geeignet fein sollen, dem Volke die Sozialdemokratie in besonders mildem Lichte zu zeigen, wie sie die Mauserungspolitiker hin und wieder hin- stellen. Schade, datz so robuste und selbstbewußte Parteien wie die Sozialdemokratie, sich aus diesem Vorschlag« empfindsamer Seelen durchaus nichts machen.

Im allgemeinen läßt sich schon jetzt erkennen, datz die Natio­nalliberalen die Konservativen gegen die Genossen unterstützen werden, der Freisinn eine höchst zweifelhafte Nolle spielen wird, die ihm eine Reihe Verluste an die Sozialdemokratie bringen dürste. Es ist bedauerlich, datz dadurch ein Teil der Solidarität des Bürgertums verloren geht. Das läßt sich aber nicht ändern, unsere radikale Linke will es nicht anders. Erst wenn an die 100 Gegossen im Reichstag fitzen, wird man sich klar fein, wem man gedient hat. DieSchlesische Volksmacht" läßt sich nämlich bereits jetzt über die-künftige parlamentarische Stellung ihrer Partei folgendermaßen aus:Die Sozialdemokratie muß unter den ge­gebenen Umständen wünschen, daß sie nicht nur mit dem Zentrum, sondern auch mit dem Liberalismus eine Mehrheit bilden kann. Nicht dem Liberalismus zuliebe, über dessen Wesen sie sich keine Illusionen macht und den sie bei den Stichwahlen, die sie mit ihm auszutragen hat, in der entschiedensten Weise bekämpfen wird. Sondern ihrer eigenen parlamentarischen Astionsfreiheit zuliebe, bfe nur dann gewährleistet' ist, wenn sie mit zwei verschiedenen Parteien Mehrheiten von Fall zu Fall zu schaffen in der Lage ist."

Das ist deutlich. Es mutz auch daraus hingewiesen werden, daß die foziademokratische Presse diewichtigsten" derzahllosen" Glückwünsche aus allen Weltgegenden verzeichnet. Zwei Spalten füllen sie imVorwärts". Den Eindruck der roten Wahlen im Auslande kann man sich mit seinen Konsequenzen selbst ansmalen.

Ti«Cbeitjeflifrfie Bettung- erscheint täglich mit Hui nähme Der Sonn- und Feiertag«. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 9.26 «X lohne Bestellgelds, oer unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei in» Haus. (Für unver- langt zngeiandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung). Druck und Verlag der Ilniv.-Buchdruckerei I. A. Koch (Jnb.t Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 65.

Deutsches Reich-

Ein Besuch be» Kaisers In ber Schweiz? Von schwei­zerischer Seite wird folgende Meldung verbreitet: Am Sonnabend den 13. Januar, hat der kaiserlich deutsche Gesandte Exzellenz von Bülow dem schweizerischen Bundespräsidenten Dr. Forrer mündlich eröffnet, datz der deutsche Kaiser Anfang September der Schweiz einen Besuch abzustatten gedenke. Der Bundespräsident hat dem Gesandten seine Freude über diese Eröffnung ausgesprochen. Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung Kenntnis davon ge­nommen und die erteilte Antwort genehmigt.

Prinz Waldemar von Preußen als Referendar. Kiel, 16. Jan. In Gegenwart des Prinzen Heinrich von Preußen ist heute vormittag Prinz Waldemar von Preußen am hiesigen Ober­landesgericht als Referendar vereidigt worden. Der Prinz wird zunächst 9 Monate am hiesigen Land- und Amtsgericht tätig sein.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den SeilagentNach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller: Orginalartikel ist gemäß § 18 be« Urheberrechts nut mit der deutlichen QuellenangabeOberhess. Ztg." gestattet.)

Marburg, 17. Januar.

Kaisers Geburtstag. Zur Feier des Geburtstages unseres Kaisers findet am Sonnabend, den 27. Januar, in den Stadtsälen ein Festmahl statt. Die Einzeichnungsliste hierzu liegt bis zum 23. ds. Mts. in den Stadtsälen offen.

* ®e Stichwahlen in Kurhessen finden sämtlich am nächsten Sonnabend, den 20. Januar, statt. Im Laufe der nächsten Woche schließen sich die Stichwahlen im Reiche an.

* Ein Freund der Armen. In Ergänzung unserer gestrigen Mitteilung wird uns geschrieben: Herr Geh. Justizrat Prof. Dr. Westerkamp hat das Zeitliche gesegnet. Die Armen der Stadt ver­lieren an ihm eine große Unterstützung... AHer auch die. Luther- stiftung, deren Vorsitzender der edle Entschlafene von ver Grün- dung 1883 bis zu seinem Ende war, betrauert in ihm einen herben Verlust. Mit sehr großer Liebe und Aufopferung widmete er sich dem wohltätigen Werke derselben. Wenn die Marburger Abtei­lung der Stiftung soviel Not, Kummer unk. Sorgen bei den Pfarrer- und Lehrerwitwen gehoben hat, so ist das besonders sein Verdienst. Bis zu seinem Ende war der gütige Menschenfreund darauf bedacht, der Stiftung ihre Einnahm'""'pllen zu erhalten und zu vermehren, um reiche Mittel zur Verfügung zu haben. Daher scheute er auch im hohen Akter keinen Weg, keine Mühe, ja keine Wohnung lag ihm zu hock), wenn es galt, zur Linderung der Not beizutragen. Dos stille Wirken dieses Edlen verdient alle Anerkennung. Die Pfarrer- und Lehrerwitwen aber werden fein Andenken besonders in Ebren halten.

* Vom Winter. Vergangene Nacht stieg die Kälte auf 15 C. Die Arbeiten auf den Baustellen mußten schon längst eingestellt werden. Einen günstigen Einfluß übt der plötzlich eingetretene Frost auf einen Erwerbszweiq aus, auf den im Winter viele Leute warten, wir meinen die Gewinnung des natürlichen Eises, das von den Bierbrauereien und sonstigen Geschäftsleuten dem Kunst­eis vorgezogen wird. Gestern sah man schon hoch mit Eis beladene Wagen in die Stadt einfahren. Wenns in Veutschland Eis genug gibt, erübrigt sich auch der Bezug aus dem nordischen Ausland,,;. B. aus Norwegen, und das Geld bleibt im Lande.

* Bon ber Post. Ueberseetelegramitze zu halber Gebühr können fortan auch mit ganz China, mit Cuba und den Senchellen aus­gewechselt werden. Für Postanweisungen nach Konstantinopel und Smyrna (deutsche Postanstalten) sowie nach den ottomanischen Postanstalten gilt jetzt wieder das Umrechnungsverhältnis vo« 1 Pfund Türkisch = 18,65 <M.

* Unsere elektrische Straßenbahn erfreut sich nach wie vor zahl­reicher Benutzung. Es kommt zwar oft vor, daß dann und wann einmal ein Wagen leer fährt: das ist aber nicht nur hier so, son­dern überall, sogar in Großstädten. Wer Sonntags ein aufmerk­sames Auge auf die b ratzenbahn hat, kann bemerken, datz diese auch von vielen Leuten benutzt wird, die aus den südlichen Stadt­teilen, besonders aber aus Ockershausen, den Gottesdiensten in der Elisabethkirche beiwohnen wollen. Die elektrische Straßenbahn übt also auch einen günstigen Einfluß auf den Besuch der Elisabeth­kirche seitens derjenigen aus, die sonst immer einen zu weiten Weg zurücklegen mutzten.

Die Bezirkssteuer. Der Landesausschutz hat in seiner letzten - Sitzung den Hauptvoranschlag des Bezirksverbandes für das Jahr 1912 zur Vorlage an den Kommunallandtag genehmigt und sich dabei für die Erhebung einer Bezirkssteuer von 10 Prozent des einlagepslichtigcn Steuersolls (wie im Vorjahre) ausgesprochen.

* Erhöhung ber Kohlenpreise. Während der durch außer­gewöhnliche Milde ausgezeichnete Beginn des Winters daraus schließen ließ, datz die Kohlenpreise sich in diesem Jahre auf nie­drigem Niveau halten würden, ist es jetzt, da kaum die Külte ein- « gesetzt hat, doch anders gekommen. Das deutsche Ko^'ensyndikai gedenkt, wie die Blätter melden, die Kohlenpreise um 1 M pro , Tonne zu erhöhen, während für einige bevorzugte Sorten noch weitergehende Preiserhöhungen eintreten sollen. Auch eine Er­höhung der Kokspreise ist vorgesehen.

Deutscher Abend. Gestern Abend ceranftaftete die hiesige Crts» gruppe desVereins für das Deutschtum im Ausland«" wie alljähr­lich ihren Deutschen Abend. Es hatten sich dazu eine überaus große Anzahl Teilnehmer aus, allen Schichten der Gesellschaft eingefun* den Besonders stark war wiederum die Studentenschaft vertreten. Herr Geh Rat Prof. Vogt leitete den Abend ein mit einer Ansprache, in der er schilderte, wie sich nach dem Muster des 1880 in Wien gegründeten Deutschen Schulverein, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, an der deutschen Sprachgrenze und in den deutschen Sprachinseln deutsche Schu­len zu schaffen und zu fördern, im Reiche der Verein für das Deutsch­tum im Auslande gebildet hat. Redner ging bann des näheren auf den Zweck und die Ziele des Vereins ein und hob besonders die Erfolge, di« er bis jetzt aufzuweijen hat l>ervor. Der instruktiven Ansprache des Herrn Geheimrat Vogt folgten einige von Frl. Leni von Roeder vortreff­lich zum Vortrage gebrachte Lieder, die Herr Stud. Strippet am Flügel begleitete. Frl. v. Roeder hatte gewähltDer Mond" von Mendels­sohn,An den Sonnenschein" von Schumann,Dem Herzallerliebsten" von Taubert und das neckische VolksliedHans und Liesel". Die Lieder kamen allesamt, besonders aber das letzte, sehr wirkungsvoll zur Geltung und reicher Beifall lohnte Frl. v. Roeder und Herrn Strippet für ihr« Darbietungen. Der einaktige SchwankOthellos Erfolg" löste bet den . An-oesenden viel Heiterkeit a:. > und trug sehr zur Hebung der fröhlichen Stimmung bet, tn der sich »i« Jugend tn Erwartung des kommenden

M?fMrT? au5roort,0en 20 für Reklamen tn

b* ®,f Wiederholungen entsprechender Rabatt? Jeder Rabatt 47.

~ _ mit als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Berbindtichkeit für Platz- °

Donnerstag, 18. Januar un? «tw ausgeschlossen. - Zahlungen im Po^

scheckoerkehr - ohne Portokosten - unter Nr. 6015 be« Postscheckamtes «___________ Frankfurt a. M.