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47. Jahrg.
1912.
— Auslandkommando eines kaiserlichen PrinztG. Berlin, 13. Jan. Newyorker Zeitungen, die mit der letzten Post nach Deutschland gekommen find, berichten, daß Prinz Adalbe t ron Preußen, der dritte Sohn des Kaiserpaares, nach Beendigung de' Lehrganges auf der Marine-Akademie ein längeres Kommando auf der amerikanischen Station erhalten soll. Hierfür würde S. M. kleiner Kreuzer „Bremen" in Frage kommen, der oft Norfolk, im Staate Drrginien, südlich von Washington gelegen, anläuft. Daß Prinz Adalbert im Herbst d. I. für eine dienstliche Verwendung int Auslande vorgesehen ist, wird einer militärischen Nachrichtenstelle von unterrichteter Stelle bestätigt.
— Der König von Sachsen als Pate. Dresden, 13. Jan. Eine: Bitte Sr. Kaiserlichen Hoheit des deutschen Kronprinzen folgend, wird der König von Sachsen die Patenstelle bei dem jüngst g". borenen Sohn des Kronprinzenpaares übernehmen und persönlich an den Tauffeierlichkeiten am 28. ds. Mts. teilnehmen.
— Der neue Reichstag. Berlin, 13. Jan. Der neue Reichstag dürfte bereits in der ersten Februarhälfte einberufen werden. Er wird schon in der Thronrede erfahren, daß ihm bald eine Heeres Vorlage und eine Marinevorlage zugehen wird. Die Grundzüge der Marinevorlage stehen fest und werden nur noch weiter aus- gearbeitet. In der Hauptsache handele es sich darum, so meldet die „Frankfurter Zeitung", zu den zwei bestehenden Hochseegeschwadern ein drittes aus den Reserveschiffen in Dienst zu halten. Daß Pläne in dieser Richtung bestehen, ist schon öfter erörtert Worden: wir glauben aber nicht, daß die Meldung der „Franks. Ztg." darauf Anspruch machen kann, authentisch zu sein.
— Rationalliberale und Stichwahlen. Mit Beziehung auf das Verhalten der Nationallibsralen bei den Stichwahlen schreibt die „Nationallib. Korr.": Die Wahlkreisvorsttzenden Edenjenigen Wahlkreisen, in welchen die nationalliberale Partei mit eigenen Kandidaten im Wahlkampfe steht, werden dringend gebeten, keinerlei Stichwahlsonderabkommen zu treffen, sondern ihr« Wünsche an die Vorsitzenden und führenden Vertrauensmänner der bundesstaatlichen und provinziellen Organisationen so rechtzeitig weiter zu geben, daß diese Herren, die zum 15. Januar vonseiten der Parteileitung der Mtionalliberalen Partei zu einer Sitzung nach Berlin berufen sind, die Jnteresien der in Frage kommenden Wahlkreise entsprechend zu vertreten in der Lage sind.
— Wahlkrawalle. Dortmund, 13. Jan. Nach dem Bekanntwerden des Wahlresultats versuchten Sozialdemokraten in eine von den Nationalliberalen einberufene Versammlung etnzu- dringen. Es kam zu Zusammenstößen. Schließlich versuchte die draußen stehende Menge das Lokal zu stürmen, wurde aber von der Polizei mit der Waffe zurückgetrieben.
— Abänderung des Einkommen- und Ergänzungssteuergesehes. Berlin. 13. Jan. Die „Kreuzzeitung" erfährt von unterrichteter Seite, die Entwürfe zur Abänderung des Einkommen- und Er- gänzungssteuergefetzes gehen dem Landtag unmittelbar nach der Eröffnung zu. Darin find die bisherigen Tarife so umgestaltet, daß das zu erwartende Steueraufkommen dem letzten Jahre einschließlich der Zuschläge gleichkommt. Die Zuschläge sind in dem bisherigen Tarife organisch eingearbeitet: dabei wird eine bester« Gestaltung der Tarife, namentlich die Beseitigung der bisher vorhandenen Sprünge und Unebenheiten angestrebt. Da die Tarife ganz neu gestaltet sind, find die neuen Steuersätze erklärlicherweise teils höher, teils niedriger als die bisherigen einschließlich bet Zuschläge. Vis zu der Einkommensteuerstufe von mehr als 32 000 Mark überwiegen aber bei weitem die niedrigen Steuersätze. Im ganzen wird die Veranlagung nach dem neuen Tarif einen Steuerausfall von etwa 2 bis 3 Millionen bringen.
— Die Enthüllung des Bölkerschlachtdenkmals bei Leipzig, die am hundertjährigen Gedenktage der Völkerschlachr am 18. Oktober 1913 erfolgen soll, wird sich zu einer großen nationalen Feier gestalten, an der auch die Deutschen im Auslande erfreulichen Anteil nehmen werden. Der rastlose Förderer und Führer der deutschen Kriegervereine in den Vereinigten Staaten von Amerika Richard Müller hat bereits die Vorbereitungen für eine Deutschlandfahrt der Krieger in Angriff genommen. Wie die „Neue polit. Äott* erfährt, werden sich auch die Deutschen in Südamerika und Ostafie« an dieser Feier beteiligen.
— Eine deutsche Pvlqklinik in Brüstel. Brüstel, 13. Jan. Die hiesige deutsche Kolonie eröffnete heute mit deutschen Aerzten die deutsche Poliklinik, die sich später zu einem deutschen Hospital * auswachsen soll.
Zur Lieichstayswalj!.
Nunmehr liegt das endgiltige Ergebnis der Wahl vor. Definitiv gewählt find 208 Abgeordnete, nämlich 27 Konservative, 5 Reichspartei, 2 Wirtfch. Vgg., 79 Zentrum, 15 Polen, 4 Natlib., 1 Bdl., 64 Sozialdemokraten, 7 elfaß-lothr. Zentrum, 1 Lothringer, 1 Däne, 1 Vertreter des Bauernbundes, 1 Wilder. An 189 Stichwahlen sind beteiligt: 42 Konservative, 17 Reichsp., 3 Deutsche Reformpartei, 13 Wirtfch. Vgg., 10 Polen, 64 Natlib., 4 Bund der Landwirte, 53 oder 54 Fortschr. Volkspartei, 120 oder 121 Sozialdemokraten, 2 bayr. Liberale, 2 elfaß-lothr. Zentrum, 2 unabhängige Lothringer, 29 Zentrum, 6 Welfen, 3 Vauernb. 5 Wilde. Die Konservativen gewinnen 2 und verlieren 9, die Reichspartei gewinnt 2 und verliert 10, die Wirtschaft!. Vereinigung gewinnt 1 und verliert 8, das Zentrum verliert 6 (hierbei ist die oben erwähnte Aenderung in der Parteibezeichnung elfaß-lothr. Abgeordneter nicht berücksichtigt), die Polen verlieren 1, die Nationalliberalen gewinnen 2 und verlieren 16, die Fortschr. Volkspartei verliert 12, die Sozialdemokraten gewinnen 28 und verlieren 2.
Auf den ersten Blick erkennt man das Charakteristische dieser Wahl des Kampfes aller gegen alle im bürgerlichen Lager. Die Sozialdemokratie hat bereits im ersten Wahlgange kolossale Erfolge zu verzeichnen und steht in über hundert Kreisen in Stichwahlen, von denen voraussichtlich recht viele zu ihren Gunsten ausfallen werden. Die Zeche bezahlen in erster Linie die liberalen Parteien, denn was will es besagen, daß die Konservativen gegen die seit mehr seit Jahres frist in der gesamten liberalen und sich parteilos nennenden Preste mit ungeheurer Wucht mobil gemacht wurde, auch einige Mandate an die Eenosten abgeben wüsten. Es ist natürlich, daß die Preste der Linken das Auge ihrer Leser von dem springenden Punkt abzuwenden sucht, dämlich davon, daß man glaubte, durch ein« gewaltige Wahlanstrenaung der Rechten selbst eine Reihe von Sitzen abnehmen zu können. Wollte man auf der Linken weiter nichts als die roten Wahlen schaffen, die wir nun haben, so hätte man das jedenfalls billiger und einfacher haben können. Nein, alle Berechnungen von einer Eroßblock-Mehrheit, die der neue Reichstag bringen könne, täuschen nicht darüber hinweg, daß der Feldzug nicht das Ergebnis gehabt hat, das man erwartete. Nicht einen Wahlkreis haben die Fortschrittler im ersten Wahlgang gewinnen können. Und wen« sie jetzt darauf Hinweisen, daß das auch schon früher — abgesehen von den Vlockwahlen — nicht der Fall gewesen sei, so vergesten sie wiederum, daß sie doch diesmal mit ganz anderen Hoffnungen und einer ganz anderen Agitationsarbeit und ganz anderen Unterstützungen in den Kampf zogen! Es hat sich eben gezeigt, daß unser Volk selbständiger denkt als manche annehmen und sich nicht so einfach zu einer Politik des Dabanque-Spiels benutzen läßt. Weil die Konservativen die Erb- anfallsteuer ablehnten, breitete sich eine gewaltige Mißstimmung im Volke aus. Dieser schwere Fehler — besonders taktisch schwere Fehler — sollte das Mittel sein, die Partei zu zertrümmern. Sie sollte die Mißstimmung büßen, die jede Bewilligung von Steuern hervorruft. Ihre Verluste sind auf dies Konto zu setzen: beträchtlicher aber sind die Verluste auf der Linken, und bezeichnend, weil sie so trefflich illustrieren, daß jeder scharfe Kampf der bürgerlichen Parteien untereinander, der über das Maß des gewöhnlichen notwendigen vrinzipiellen hinausgeht, der schärfsten Tonart zugute kommt. In dem Radikalismus sind die Eenosten eben obenauf, und nur die Demokratische Vereinigung darf sich dieser würdig an die Seite stellen Man begreift jetzt, rote berechtigt die Bangigkeit linksliberaler Politiker war, daß ihnen die Wähler untreu würden und bei dem ganz roten Bruder Unterschlupf suchten. Neben dieser Lehre steht aber fest, daß die Parteien der Rechten bodenständiger und fester gewurzelt find als man dem Wähler weiß machen wollte und daß sie einen stärkeren Rückhalt im Volke haben als etwa die Fortschrittliche Volkspartei, dir jetzt auf die Unterstützung von rechts und links angewiesen ist, wenn nicht ihre Abgeordneten in einer Droschke zum Reichstag fahren wollen. Wie sich die Herren freilich die Hilfe von rechts vorstellen, wenn sie, wie „Franks. Ztg." und „Berl. Tagebl." von vornherein erklären, daß für sie die Gemeinsamkeit der bürgerlichen Jnteresten gegen die Sozialdemokratie nicht vorhanden ist, bleibt unbegreiflich. Unterschreiben sie die Jenaer Bedingungen der Genosten, was der vorwärts" ihnen bereits huldvollst und großmütig zugestehen will, und werden fie selbst in der Stichwahl der Rechten nicht Hilfe leisten gegen die Genosten, so ist doch die Stellungnahme der Rechten logischerweise von selbst gegeben. Man darf aus die Entwicklung der Stellungnahme der Parteien in der Stichwahl diesmal besonders gespannt fein. Bei der Schärfe des Wahlkampfes werden fie ihren Parteistandpunkt besonders schroff hervorzukehren geneigt sein. Daß das Zurückdrängen der Sozialdemokratie jetzt die Aufgabe aller bürgerlichen Politiker für die Stichwahl ist, dürste klar sein.
Zu den Wahlergebnisten ist noch zu melden, daß der stühere Abgeordnete Fuhrmann nicht, wie zuerst gemeldet, ausgefallen ist, sondern in Stichwahl steht. Herr v. Oldenburg steht in fast aussichtsloser Stichwahl, während der Chefredakteuer der „Deutschen Lagesztg." Dr. Oertel im ersten Wahlgange durchkam. Der Wahlkreis Oletzko-Lyk wurde von den Konservativen mit großer Mehrheit zurückerobert und in Labiau-Wehlau trotz der Stichwahl die Position bedeutend verbestert. Beide Kreise gingen bekanntlich de» Konservativen in Nachwahlen verloren.
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Deutsches Reich-
Berlin, 14. Jan. Der Kaiser lonjeriert« Schloß mit dem Reichskanzler. — Gestern
Die Stichwahltermine.
Im Gegensatz zu früheren Reichstagswahlen ist diesmal kein gemeinsamer Termin für die Stichwahlen vereinbart worden, und zwar weder für das Reich noch für Preußen. Die preußische Regierung hat den Wahlkommistaren empfohlen^die Stichwahlen in den Tagen vom 20. bis 25. Januar anzusetzen unter Freilassung des 23. und 24. Januar. Die letztere Maßnahme findet darin ihre Erklärung, daß der Termin für die Ermittelung des Wahlergeb- nistes durch den Wahlkommistar. unter Mitwirkung von 6—12 Beisitzern am vierten Tage nach dem Stichroahltermin stattfinden muß. Fänden nun am 23. oder 24. Januar Stichwahlen statt, so fiele der Tag für die Ermittelung des Wahlergebnistes auf den Geburtstag des Kaisers oder auf den folgenden Sonntag, was vermieden werden soll. Den Bundesregierungen ist von der für Preußen getroffenen Regelung lediglich Mitteilung gemacht worden. Endgültige Beschlüste über die Stichwahltermine in den anderen Bundesstaaten liegen bisher nur vereinzelt vor.
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Tas Ausland und die MMen.
Es ist eine alte Erfahrung, daß das Ausland über die Ver- hältniste in Deutschland so schlecht unterrichtet ist, daß man lachen möchte, wenn die Sache nicht auch eine ernste Seite hätte. Wer einmal draußen war, wird selten andere deutsche Blätter gesehen haben als die „Frankfurter Zeitung" und das „Berliner Tageblatt". Da lesen denn die braven Italiener und Franzosen, was für eine idiotenhafte Gesellschaft uns regiert und wie die „herrschende Partei" aus Junkern besteht, die so ungefähr ins 13. Jahrhundert gehört. Unter ihrer Knute seufzt das ganze ausgehungerte und ausgepowerte Volk ufw. Kein Wunder, wenn die Achtung vor uns nicht auf der Höhe ist. Jetzt hatte man sich offenbar aus ähnlichen Quellen über den vermutlichen Ausfall der Wahlen informieren lasten. Daher das Erstaunen, das die ausländische Preste so unverhohlen zum Ausdruck bringt angesichts des wirklichen Wahlausfalles. So hatte man in Paris allgemein erwartet, daß das Zentrum und die Konservativen vollständig zerschmettert werden würden, wie es von den Berliner Vertretern der Pariser Zeitungen prophezeit worden war, und stehe da, es ist wesentlich anders gekommen. Eine rühmliche Ausnahme in der Berichterstattung machte eigentlich nur der Pariser Korrespondent des „Times", der gestern in seinem Organe auseinandersetzte, daß es dem politischen Programme des Liberalismus an großen, zündenden Ideen fehle. In den Versammlungen, welch« die Freisinnigen abhielten, würde von nichts anderem.geredet, als von der Teuerung des Fleisches, Bieres und dem Preisaufschlag auf Zigarren, so daß sich der ganze Wahlkampf des Liberalismus eigentlich nur um dieses Thema drehte. Dagegen heißt es weiter, hätten es die Konservativen verstanden, große Ideen in die Menge zu werfen. Der Journalist weist dabei auf England hin, wo ein so kleinlicher Wahlkampf, wie ihn die Liberalen in Deutschland führten, undenkbarsei!
Auch in Wien ist man einigermaßen verblüfft, daß die als sicher angenommene „Zerschmetterung des sckwarz-blauen Blockes" nicht eingetreten ist. Die Börsonvreste ist über den Ausgang der Wahl geradezu bestürzt. L'e ‘'veue F'eie Preste" schreibt in einem Leitartikel u. a.: „Die bürgerlichen Parteien find von der Sozialdemokratie überfallen und zerfleischt worden, dagegen werden voraussichtlich die Todfeinde der Freiheit (!) Zentrum und Konservatismus mit großer Mehrheit aus der Wahlurne hervorgehen. Ein bestimmtes Urteil läßt sich allerdings noch nicht fällen, aber bis jetzt lauten die Nachrichten traurig. Die Hoffnung auf Zertrümmerung des schwarzbtauen Blockes hat sich nicht erfüllt. Der Feldzug ist mißlungen!. Es war ein böser Tag für das Deutsche (?) Reich und das deutsche (?) Bürgertum."
Politische Umschau.
Die „Nordd. Allgemeine Zeitung" znr Stichwahl.
B e r l i n, 13. Jan. Die „Rordd. Allg. Ztg." schreibt zur Stichwahl. Die Hauptwahlen sind vorüber. Sie brachten, was st« nach den erbitterten Kämpfen unter den bürgerlichen Parteien bringen mußten, einen beträchtlichen Gewinn der Sozialdemokratie: 64 Mandate gewannen nach den bisher vorliegenden Nachrichten die Sozialdemokraten im ersten Anlauf, sämtliche bürgerlichen Parteien zusammen nur 144, davon das Zentrum allein 83, di« Partein rechts von ihm 36, der bürgerliche Liberalismus nur 4. In 120 Wahlkreisen kommt öle Sozialdemokratie zur Stichwahl. Nicht aus eigener Kraft kann fie dabei siegen. Jedes Mandat, das fie noch erwirbt, wird fie dem deutschen Bürgertum verdanken. Die bürgerlichen Parteien selvst werden die Schuld daran tragen, wenn die rote Flut noch weiter ansteigt. In die Hauptwahl zog di« Sozial- demokrati« mit dem Schlachtruf: Krieg bis aufs Mester den konservativen Freiheitsfeinden, Kampf bis zur Berntchtung den verräterischen Zentrumspfaffen, unerbittliches Ringen mit den nationalliberalen Scharfmachern, rückhaltlos« Fehde den fortschrittlich-liberalen Worthelden! Welche bürgerliche Partei kann gemeinsame Sache mit einem Gegner machen, der ihnen allen, wie der ganzen bestehenden staatlichen Ordnung seinen ingrimmigen Haß so hochmütig ins Gesicht schreit? Und wie sieht di« Sozialdemokratie mit unseren nationalen Forderungen und Aufgaben? Im Innern betreibt fie di« Absperrung der Arbeiter von allen anderen Volksschichten. Der Klastenkantpf ist ihr Lebenselement, di« soziale Revolution mit der Abschaffung des Privateigentums ihr Ziel. Während sie so im eigenen Land« den Haß schürt und gewalttätigen Terrorismus gegen ©lieber des eigenen Volkes verübt, huldigt sie nach außen dem Trugbild einer allgemeinen Völkerverbrüderung. Deshalb ist sie die Hoffnung der fremden Neider und Gegner d«s beut« i schon Reiches. Wie bestürzt waren diese nach der unerwarteten Rieder- I läge der Sozialdemokratie bet den Wahlen im Jahre 1907. Wie werden
sie frohlocken, wenn sich die Erfolge der sozialdemokratischen Partei am 12. Januar 1912 bei den Stichwahlen fortfetzen! Unsere Friedenswerk« können nur gedeihen, wenn wir uns als starke, einige Ration in der Welt behaupten. Zu den nahen Aufgaben des neuen Reichstages gehört die Sicherung unserer Wehrfähigkeit. Die Partei, welche sich selbst in- ternational nennt und in welcher sich der Gedanke des Massenstreiks im Soll« einer Mobilmachung hervorrwagen durste, ist ihrem ganzen Wesen nach der Erfüllung dieser wichtigen Aufgabe unfähig. Nicht Mißmut über diesen oder jenen mit Recht oder Unrecht als übel empfundenen Zustand in Reich und Staat, nicht Rücksicht auf Parteivorteile durch ein Paktieren mit der Sozialdemokratie lenke den Schritt zur Stichwahl! Nicht auf vergangenen Hader der Parteien, auf die Zukunft der Nation
Marburg
Dienstag, 16 Jamwr
— Som Kaiser, heute im königlichen hörte der Kaiser im Neuen Palais in Potsdam die Vorträge des Staatssekretärs des Reichsmarineamts, Großadmirals v. Tirpitz, des Chefs des Marinekabinetts, Admirals v. Mueller, und der Chefs des Zivilkabinetts, Wirhl. Geh. Nates v. Valentini.
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und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage"
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