Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Stellagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschastliche Beilage".

1912.

Marburg

Sonntag, 14 Sanitär

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren

Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen i n Cy die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt *« xjUlJly gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Berbindlichkeit für Platz-, Datenvorfchttft und Beleglieferung au8geschloffen. Zahlungen im Post- scheckoerkehr »hne Portokosten unter Nr. 6015 deS Postscheckamtes ' Frankfurt a. M.

DieOberheffischr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 ** (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen Wo 11 und der Expedition (Markt 21) 2.00 '* frei in« Hau«. (Für unver« *** langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktton keinerlei

Verantwortung). Druck und Verlag der Univ.-vuchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Erstes Blatt.

Die Wahle« im Reiche.

Die Wahlen im Reiche haben, wie zu erwarten stand, einen Ruck nach links gebracht, einen Ruck, der aber nicht der liberalen Linken zugute gekommen ist. Wird unsere radikale Linke, die auch diesmal kein einziges Mandat im ersten Wahlgange durchbringen konnte, durch die Unterstützung der Sozialdemokraten eine Reihe von Wahlkreisen erobern, so stehen die Genossen dagegen vielfach in aussichtsreicher Stichwahl gegen die Fortschrittler, und man darf auf das Verhalten der Parteien gespannt sein. Vor- lckufig kann man aber schon feststellen, datz, abgesehen von einem bedeutenden Anwachsen der Sozialdemokratie, grohe Verschie­bungen in den Parteiverhältniffen nicht eintreten werden. Im einzelnen wird auf die Resultate noch zurückzukommen sein. Wir veröffentlichen von ihnen nur die politisch oder durch lokale Be­ziehungen interessanteren. Der konservative Führer v. Heyde- brand ist wiedergewählt, ebenso v. Rormann, Graf Westarp und v. Gamp. Von den Nationalliberalen steht Basiermann in Saar­brücken in aussichtsreicher Stichwahl gegen das Zentrum. Das Zentrum»zieht voraussichtlich in gewohnter Geschlosienheit in den Reichstag ein und seine bedeutendsten Führer kehren wieder. Auch die Sozialdemokraten erscheinen mit ihren bekanntesten Namen. Für die Deutschsozialen dürfte der Verlust von LattmanN der schmerzlichste sein. Erwähnt sei, daß Dr. Böhme in aussichtsreicher Stichwahl gegen v. Kröcher steht. Interessieren dürfte es auch, datz der alte nationalsoziale Führer Naumann im ersten Wahlgange ausgefallen ist. Dietrich Hahn ist unterlegen, ebenso Fuhrmann (glatt), Stresemann (Natl.); Graf Posadowski kommt in Stich­wahl^ Bruhn kommt mit dem Konservativen in Stichwahl. Am bemerkenswertesten ist das Anwachsen der Sozialdemokratie, die eine Anzahl neuer Sitze errungen hat, so z. B. in Königsberg, Stettin, Breslau, Magdeburg, Erfurt, Erlangen, Zittau, Pirna, Meißen, Annabcrg, Riesa, Darmstadt, Braunschweig, Holzminden, Sonneberg, Bremen und Reust ä. und j. L.

Bis 5^ Uhr lagen 370 Wahlresultate vor. 191 Abgeordnete find gewählt, und zwar 25 Konservative, 5 Reichspartei, 2 Wirtsch. Lgg., 75 Zentrum, 12 Polen, 4 Nationalliberale, 1 Bund der Land­wirte, 62 Sozialdemokraten, 4 Wilde, 1 Bbd. In 170 Wahlkreisen ist Stichwahl. Darin stehen 37 Konservative, 15 Reichsp., 3 Re­formpartei, 10 Wirtsch. Vgg., 30 Zentrum, 9 Polen, 61 National­liberale, 4 Bund der Landw., 52 Fortschrittler, 118 Sozialdem., 8 Bayrische Liberale, 16 Wilde. Verschiebungen sind bisher fol­gende eingetreten: Konserv. 2 gewonnen, 9 verloren, Reichsp. 2 ge­wonnen, 9 verloren, Wirtsch. Vgg. 1 gew., 7 verloren, Zentrum 6 verloren, Polen 1 verloren, Nationalltberale 2 gewonnen, 16 verloren, Fortschritt!. 12 verloren, Sozialdemokraten 27 gewonnen und 2 verloren.

Berlin, 12. Ian. Bei klarem Frostwetter vollzog sich in der Reichshauptstadt wie auch im ganzen Reiche das Wahlgeschäft ohne Störung. Die Beteiligung war, soweit Meldungen vorliegen,

Strenge Winter.

Von L. Müller.

Wir finden im 17. Jahrhundert deren 18 verzeichnet und zwar di« Jahrgänge 1603, 1608, 1612, 1616, 1624, 1630, 1636, 1658, 1660, 1665, 1672, 1676, 1681, 1689, 1692, 1694 und 1695. In diesen Jahren heißt es, waren die großen Flüße wie Rhein und Main zugefroren. Die kältesten Monat« waren gewöhnlich die Monate Januar und Februar und mitunter lag das Ei» bis zum März. Im 18. Jahrhundert wird verzeichnet das Jahr 1709. Da heißt es:Am 6. Januar nach Mitternacht trat eine jählings grimme Kälte ein, so daß die Lahn so- fort zufror. Die Kälte wurde so groß, daß dergleichen kein Mensch sich erinnern konnte. Zu Ostern lag noch Eis und Schnee." Im Jahre 1716 war vom 1. Januar ab die Lahn 10 Wochen lang mit Ei» bedeckt." Im Jahre 1740 trat der Winter mit außerordentlicher Strenge ein. Auf dem Main fertigten am 1. März in Frankfurt die Küfergesellen zwei Fäßer an. Eine Denkschrift auf dieses Ereignis lautet

Als man 1740 schrieb, und lange Zeit der Main gefroren blieb, Ist es der Benderzunft in einem Tag gelungen,

Daß sie auf dem Eis, durch Knecht« samt den Jungen,

Zwei Fäßer hat vollbracht, wa» dabei ist geschehn. Kann man au» dieser Schrift von L. G. 6. ersehn."

Frankfurt am Main zu finden bei W. Ehr. Mälzer» Buchladen am Römer 1740.

Erst am 13. März ging da, Ei» fort.

1783 war ebenfalls ein strenger Winter, es hat gefroren von Weih­nachten bis zum 28. Februar. Der Winter von 1788/89 war ebenfalls furchtbar kalt, denn schon am 2. Dezember waren alle großen Flusie zu­gefroren und erst End« Januar 1789 wurde es gelinder. Am 7. Januar forderte die Polizeikommisston di« Bürgerschaft auf, Beiträge an den Bürgermeister zu schicken, damit für die Armen Holz gekauft werien könne. Da aber die Beisteuer schlecht elnging. wurde vorn fürstlichen Konsistorium eine Kollekte veranstaltet, die 190 Gulden 33 Kreuzer ern- brachte. Am 4. Februar machte die Arrnenkommiffion bekannt, daß sie bei der großen Kälte 50 Rilr. zur Beschaffung von Holz und Lebens­mitteln aufgenommen habe, und diese jetzt retour bezahlt worden seren und somit der Kollekte 115 Gulden 33 Kreuzer zur Verteilung geblieben sind. Am 17. Januar waren bei scharfem Ostwinde 23 Grad Kälte, so daß Menschen und Vieh erfroren. Die Kartoffeln erfroren in den Kellern, die Flüsie in Deutschland waren zugefroren und die Schttfe steckt« nim Ei». Keine Mühle konnte mahlen, kurz es war eine Kalte Wie 1740. DieMarburger Zeitung" brachte folgende» Gedicht:

Winter, Winter, du bist hart,

. Forderst viel Erbarmen! . .,r .

t-, Ach und deine Gegenwart .

4 Drückt io sehr di« Armen!

sehr lebhaft. Charakteristisch für die diesmaligen Wahlen ist, daß vielfach die Frauen sich am Wahlkamps auf das regste beteiligen. In Hamburg demonstrierten sie sogar mit Plakaten für da» Frauenstimmrecht.

Friedber-Büdingen: Busold (6og.) 4756, Strack (Natt.) 4264, Leuchtgens (Fortschr. Vpt.) 1417, Schröder (Zentr.) 1265. Stichwahl zwischen Busold und Strack.

Mainz: Dr. David (Soz.) 17 267, Molthan (Zenft.) 9504, Dr. Keller (Natl.) 7100, Dettweiler (Bauernbund) 504. Gewählt ist David.

Berlin I: Stichwahl zwischen Kämpf (Fortschr. Vpt.) und Düwel (Soz.)

Berlin II: Gewählt Fischer (Soz.)

Berlin III: Gewählt Heine (Soz.)

Berlin IV: Gewählt Büchner (Soz.)

Berlin V: Gewählt Schmidt (Soz.)

Berlin VI: Gewählt Ledebour (Soz.)

Glatz-Habelschwerdt: Gewählt Graf von Oppers­dorfs (Zenft.)

Eietzen-Grünberg: Werner (Wirtsch. Vgg.) 9566, Erkelenz (Fortschr. Vpt.) 6939, Beckmann (Soz.) 7910. Stichwahl zwischen Werner und Beckmann.

Frankfurt a. M.: Oeser (Fortschr. Vp) 31 595, Guard (Soz ) 35 665, Schwarz (Ztr.) 5707, Behrens (Wirtsch. Vgg.) 1291. Stichwahl zwischen Oeser und Quant Weilburg-Limburg-Diez: Neu (Kons.) 10660, Hepp (Natl.) 7504, Schuster (Vp.) 1206, Zimmermann (Soz.) 3602. Stich­wahl zwischen Neu und Hepp. Darmstadt-Eroß-Eerau: Dr. Osann (Natl.) 11169, Dr. Quessel (Soz.) 18 323, Dr. Strecker (Fortschr. Vp.) 7268. Stichwahl Dr. Osann und Quesiel. Worms: v. Heyl ((Natl.) 11 313, Uebel (Ztr.) 6080, Becker (Fortschr. Vp.) 3953. Engelmann (Soz.) 6521. Stichwahl zw. Heyl und Engelmann. Montabaur: Dahlem (Ztr.) gewählt. Frankfurt a. O-: Sttchwahl zw. Bollert (Natl.) und Weyl (Soz.) Lahr-Wolsach: Gewählt Fehrenbach (Ztr.) Reuß älteer Linie: Gewählt Förster (Soz.) Bremen: Gewählt Henke (Soz.) Mühlheim e. Ruhr-Oberhausen: Stichwahl zw. Böttger (Natl) 34 216 und Hengsbach (Soz.) 33179, Kloft (Zir.) 31785, v. d. Heyde- brand u d. Last» (Kons.) 1645 Stimmen, Schmidt (Fortschr. Vp.) 2298 Ehociszewski (Pole) 2753, zersplittert 95. Anuaberg-Schwarzenberg: Gewählt Grenz (Soz.) Lübeck: Gewählt Schwartz (Soz.) Merse­burg: Gekühlt Thiele (Soz.) Balingen-Rottweil: Stichwahl zw. Haußmann (Fortschr. Dp.) und Mattutat (Soz.) Blaubeuren: Gröber (Ztr.) gewählt. Biberach: Erzberger (Ztr ).gewählt. Ravensburg: Leser (Ztt.) gewählt. - Kalmar: Stichwahl zw. Hägg (Ztr.) und Betrete» (Soz.) Bielefelb-WiedenbrLck: Stichwahl zw. Graf Posa- dowskq (6. k. Fr.) 21015 und Covering (Soz.) 17 280, Schöpp (Freis. Vp.) 4829. Eschwege-Schmalkaldeu: Stichwahl zw Thöne (Soz.) 11 312 und Raab (Wirtsch. Vgg.) 6522, Dr. Christen (Fortsch. Dp.) 5801. Sieegn-Wittgenstein: Gewählt Mumm (Wirtsch. Vgg.) Dortmund: Etichwechl zw. Erdmann (Soz.) 49 600 und Eickhoff (Ztt.) 26 449, Leidig (Natl.) 25 794. Greifenberg-Kamin: Rormann (Kons.) wledergew. Rintelu-Hofgeismar: Stichwahl zw. Herzog (Wirtsch. Vgg ) und Grze- sinsky (Soz.) Taffe!-Melsungen: Schröder (Natl.) 13 234, ßattmann (Wirtsch. Vgg.) 9542, Hüttmanu (Soz.) 21781. Stichwahl zw. Schröder und Hüttmann. Mansfelder See- und Eebirgskreis: Sttchwahl zw. Dr. Aruendi (Rpt) und Hoffmann (Soz.) Demmin-Anklam: Wieder- gew. Graf v. Schwerin-Löwitz (Kons.) Immenstadt: Sttchwahl zw. Haminger (Ztt. und Dr. Thoma (ßi*J Stadtkr. Straßburg: Gewählt

Arme, Arme, die sich nicht

Holz erkaufen können

Und ihr bischen Oel und Licht

Unter Tränen breennen

Marburgs Arme find so viel

Gott, wer mag sie zählen?

Doch ein menschliches Gefühl, Läßt fein Winter fehlen

Auch du wirst vorübergehn

Und erquickt sie sehen!

Edelmut eilt beizustehn, ,

Laßt nicht hilflos flehen.

Arm«, darum zag«t nicht, Es wird Herzen geben, Die beseelt von Menschenpflicht, Euer Elend heben.

Tut da» eere, traut dem Herrn, Hofft auf sein Erbarmen.

Denn er hilft, er rettet gern, Ist auch Gott bet Armen."

Der Winter 1794/95 war abermals sehr kalt. Am 27. Dezember 1794 erfror ein Wachtposten auf dem Schlöffe. Der Winter 1803 war ebenfalls sehr streng, noch am 23 Februar lag hoher Schnee und die Flüsie waren noch zugefroren. Da? Jahr 1826/27 hatte wieder einen strengen Winter zu verzeichnen. Am 27. Februar 1827 verfertigten die Küfergesellen in Frankfurt a. M ein Faß mit folgender Inschrift auf dem Boden:

Auf Ei» im Main entstand,

. 7 Dies Faß durch Benderhand,

7 . Nichts Gleiches war geschehn,

Seit Siebzehnhunderi viermal zehn."

Am 6. März 1827 wurde dieses Faß in einem Festzug« mit Musik durch die Stabt gefahren, wo es sich heute noch im Ratskeller befindet. Das Jahr 1829/30 brachte abermals einen strengen Winter. Im No­vember 1829 trat strenge Kälte ein, die bis Ende Februar 1830 anhielt, ^m Januar stieg sie auf 22 bis 24 Grad Reaumur. Auf der Eisdecke der Lahn entwickelte sich ein bewegtes Leben, wie kaum jemals dage- wesen. Trink- und Speisebunden entstanden, hier, Musik spielt«. Harfen- und Guitarrenmädchen sangen auf dem Eise. Alt und jung sah man hier sich bi» in die Nacht auf dem Eise herumtummeln. Am 15. Januar die Lahn mit Fackeln beleuchtet und ein Feuerwerk wurde abgebrannt.

Böhle (Soz.) Nürnberg: Südekum (Soz.) wledergew. f etsfeft« Rotenburg: Sttchwahl zw. Werner (Refp.) 4841 und Schnapprich (Soz.) 3503, Drinnenberg (Ztr.) 3297, Fiedler (Fortschr.) 3124, Ba>» ' *618.

Offenbach-Dieburg: Ulrich (Soz.) wledergew. ®ie»<,N» . Ml» helmt (Kons. 583, Klingender (Wirtsch.) 461, Sturm (Fortschr.) 8810, Bartling (Natl.) 10 401), Lehmann (Soz.) 15 208. Stichwahl 'm. Leh­mann und Bartling. Waldeck: Sttchwahl zw. Vletmeyer (Wirtsch. Vgg.) 4403 und Nuschke (Vp.) 3681, Varnhagen (Natl.) 2043, Weddlg (Soz.) 1599. Weimar-Apolda: Stichwahl zw. Ender» (Fortschr.) und Baderi (Soz.) Wetzlar-Altenkirchen: Behrens (Wirtsch. Vgg.) 13091, Kremser (Soz.) 4570) vom Rat (Natl.) 5316), Schindler (Kons.) 2129, Schlußmann (Vp). 3648, Stichwahl zw.s Behrend und vom Rat. Hom, bürg: Gutsbesitzer Eebhmri (B. d. L.) gewählt. Kaiserslautern: Stich­wahl zw. Rösick« (Kons.) und Hofmann (Soz.) Dillenburg-Wester­wald: Burckhard (Wirtsch. Vgg.) 10197, Lohmann (Natl.) 5611, Fre­senius (Fortschr.) 4072, Maroke (Soz.) 2063. Höchst-Homburg v. d. H.: Brühne (Soz. 21277, Jtscheri (Ztr.) 9776, Küster (Natl.) 6396, Goll (Fortschr.) 6072, Lucke (B d. L.) 1474, Stichwahl zw. Brühne und Jtscheri.

MLnsterCußfeld: Gewählt Frhr. v. Hertling (Zentr.) Mernel-Heydekrug: Stichwahl zw. Schwabach (Natl.) u. Strockies (Lütauer). Meiningen-Hildburghausen: Stichwahl zwischen Dr. Müller (Fortschr. Vpt.) und Knauer (Soz.) Köslin-Kolberg- Bublitz: Wiedergewählt Malkewitz (Kons.) Labiau-Wehlan: Stichwahl zw. v. Matzen (Kons.) und Wagner (Fortschr. Vpt.) Lauterbach-Alsfeld: Stichwahl zw. Bindewald (Wirtsch. Vgg.) und Heck (Natl.) Giffborn-Peine: Stichwahl zw. Schneider (Soz.) u. Frhrn. v. Hodenberg (Welse). Aschaffenburg: Wieder­gewählt Eerstenberger (Zentr.) Solingen: Scheidemann (Soz.) wiedergewählt. Militsch-Trebnitz: Gewühlt v. Heydebrand (Kons.) Elberfeld-Barmen: Stichwahl zw. Ebert (Soz.) und Linx (Rpt.) Meseritz-Bomst: Wiedergewählt Graf v. Westarp (Kons.) Köln (Stadt): Stichwahl zw. Hofrichter (Soz.) und Trimborn (Zentr.) Besigheim-Heilbronn: Stichwahl zw. Feuer­stein (Soz.) und Dr. Wolff (Kons.) Freiburg-Waldkirch: Stich­wahl zw. Hausier (Zentr.) und v. Schulze-Eäverniz (Fortschr.) Saarbrücken: Stichwahl zw. Rechtsanwalt Bassermann (Natl.) und Bergarbeiter Sallermann (Zentr.) Maden-NorSen: Stichwahl zw. Fegter (Fortschr.) und Engelkes (K-w.s.) Leipzig (Stadt): Stichwahl zw. Junck (Natl.) und Cohen (Soz.) Adenau-Cochem- Zell: Wiedergewählt Pauly (Zentr.) Wittlich-Berncastel: Ge­wählt Astor (Zentr.) Lippstadt-Brilon: 'Gewählr Schwarze (Zenft.) Rheinbach-Bonn: Wiedergewählt Spahn (Zentr.) Lüdinghausen-Beckum-Warendorf: Gewählt Ferka (Zenft.) Warburg-Höxter: Gewählt Kerckering (Zentr.) Berkheim-E' kirchen: Wiedergewählt Faßbender (Zentr.) Paderborn-Büre Gewählt Savigny (Zentr.) Göttingen-Minden-Duderstadt: Stichwahl zw. Ickler (Natl.) und Men (Soz.) Liegnitz-Goldberg- Haynnu: Stichwahl zw. Dietrich (Soz.) und Fischbeck (Fortschr.) Kreuznach-Simmren: Stichwahl zw. Paasche (Natl.) und Lucke (B. d. L.) Hanau: Bisher Hoch (Soz.) gewählt (ein Ort fehlt noch). Rostock: Stichwahl zw. Herzfeld (Soz.) und Heimsoth (Fortschritt!. Vpt.) Fritzlar-HomSerg-Ziegenhain: Hennigsten (W. Vgg.) 7477, Hestermann 4320, Loporte (Fortschr.) 1883, Jordan (Soz.) 1027.

Ein Dichter machte damals das bekannte Eistted vomSchuster Hasch". Das Jahr 1837/38 brachte wieder einen harten Winter, alle größeren Flüsie froren zu, so daß die Frankfurter Küfer am 26. Februar 1838 ein Faß von 8 Ohm auf dem Main anfertigten. Auf dem Boden stand folgendes:

Aus rauhem Holz war ich gemacht, Im Jahre Achtzehnhundert dreißig acht, Sorgsam und mit Fleiß Auf des Maines Eis, Der gebeut den Elementen, Half das seltne Werk vollenden."

Der Winter 1844/45 brachte abermals große Kälte. Das Lahmis war so stark, daß ein schwerer Wagen darübersahren konnte. Am 25. März am dritten Ostertag ging es erst weg. Im Februar hatten wir noch 23 Grad Reaumur und im März 10 Grad Kälte. Im Dezember 1853 war die Lahn zugefroren und erst im Februar 1854 ging das Eis weg. Der Winter 1861 fing mit einer grimmigen Kälte an, welche bis Ende Januar anhielt. 1865 hatten wir auch einen langen Winter, erst am 2. April ging der hohe Schnee fort, es war ein schneller Uebetgang vom Winter zum Frühjahr.' Der Winter non 1870/71 war auch sehr streng« unb fein Nachfolger war ihm ebenbürtig, denn in den beiden Wintern war die Lahn zugefroren. Der strengste Winter war wohl der von 1879/80. Nach einem nassen Herbst gab es am 15. November Frost, der bis Weihnachten anhielt unb sich im Dezember bis 22 Grab Reaumur steigerte. Am 27. b. M. bekamen mir Tauwetter. 1880 am 3. Januar fing es wieder stark zu frieren an, bie Kälte bauerte bis zum März, mitunter steigerte sie sich sogar bis 24 Grad Reaumur. Verschie­dene Wafferleitungen von städtischen Brunnen waren eingefroren, eoenfo eine große Anzahl von Kanälen. Tausende von Obstbäum-n fielen bet Kälte zum Opfer. Der Winter von 1880/81 war ebenfalls streng, bie Lahn war mehrere Male zugefroren unb bet Eisgang brachte Hoqwasser mit sich, so am 22. Dezember. Dann gab es wieder arge Satte unb ging dieses Mal im Jahr« 1881 bas große Wehr am Wehrdaerweg bei dem Eisgang mit. 1886 war ein strenger Nachwinter. Mechaniker H. Süß belenchtett abends die Eisbahn mit Magnesiumlicht. 1891 stren­ger Winter, am 25. Januar ging das % Meter dicke Lahneis fcr: unb lagerte in seiner ganzen Breite bem Krummbogen entlang, so daß di« ganze Arbeiterkolonie bet Stabt den Weg frei machen mußte.

Der Nachwinter von 1894 war auch ziemlich stramm, im Januar wir 2021 Grad Kälte unb dicken Schnee. Der Februar war Umfalls sehr kalt unb hielt diese Kälte bis zum 4. März an, wonach es wieder wärmer mürbe; an bet Weidenhäuset Brücke froren bie neu gelegten Wasietleitungsrohre ein und waren, nachdem mai sie aufgetaut hatte, sämtlich gesprungen.

I*