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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtlchastliche Beilage".

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Tie ,.£ btrhrffischr Zciinng" erlch.inl täglich mit Aur.oah.ne der e.-nn» und Feirrtage. Ter Bezugspreis beträgt vierteljährlich l.irch die Post bezogen 9.25 K lohne Bestellgelds, oei unseren Zeitnngsstellen und der Expedition lMarkt 21) 2.00 <X frei ins HauS. (Für unver­langt zugesaudte Manuskripte übernimmt die Redaktion keine'lei Perantlvortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Freitag, 12 Januar

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17. Jahrg.

1912.

Delcasse t!t wicdet da!!

Deleassö ist gestern zum Minister des Auswärtigen in Frank­reich gemacht worden und hat angenommen. Diese Meldung hat in Deutschland mit Recht eingeschlagen. Wer kennt ihn nicht die­sen Deutschenhasser par excellence, dessen Entfernung aus dem Mi­nisterium des Aeußeren Deutschland einst verlangen mutzte. Jetzt kommt er wieder, und unter welchen Umständen. Einen Augen­blick mutz man sich dies vergegenwärtigen, ttm sich der Bedeutung der jetzigen Ernennung klar zu werden. Es war im Jahre 1905, als Herr Delcassö mit unserem Freunde König Eduard VII. die Entente cordiale schmiedete und damals Pläne gegen uns aus­arbeitete, die nichts weniger bezweckten, als im Bunde mit England den Revanchekrieg gegen uns zu beginnen. Die 100 000 Engländer, die auf Jütland landen sollten, sind noch in aller Erinnerung. Als das damals ruchbar wurde, zeigte sich, dah die Franzosen es nicht für angezeigt hielten, in diesem Augenblick seinen Plänen zu folgen, und da man in Deutschland seine Bedeutung erkannt hatte, mutzte er im Dunkeln verschwinden. Allmählich ist er wieder her­aufgekommen. Das Marineministerium war nur der Uebergang zu einem alten Posten. Aber bereits als Marineminister hatte er es verstanden, die alten Töne anzuschlagen. Die Prahlereien von Toulon, die geringschätzige Behandlung unserer Flotte, und die Unwahrheiten, die er dabei entwickelte, zeigten das. Datz seine Prahlereien so übel bestraft wurden, wie es durch den Untergang der Liberty geschah, hat ihm in den Augen seiner Landsleute natürlich nichts geschadet, diese versetzen sich gern in den Rausch von Cloircphrasen und sind empfänglich für alles, was ihrer kind­lichen Eitelkeit schmeichelt. Jetzt ist er wieder am Ruder, um die äußere Politik Frankreichs zu leiten. Und nun bedenke man, in welchem Augenblick dieser Umschwung geschieht. Während wir in Deutschland uns mit der Marokkogeschichte abgefunden haben, schweren Herzens, aber im Grunde sind wir ja ruhige Leute; be­ginnt in Frankreich eine Erregung darüber, wer die paar Kongo­sümpfe zuerst an uns abgeben wollte. Eine erregte Szene in der Senatskommission folgt. Der Minister soll die Ansprüche Deutsch­lands nicht energisch genug abgewiesen haben. Der versöhnliche Minister stürzt und als Retter in der Not erscheint Herr Delcassck, der einst die Angriffspläne gegen uns ziemlich offen schmiedete. Die Schlüsse aus dieser Sachlage sind recht einfach zu ziehen. Was war doch als der Hauptgewinn der Marokkoaffäre von Seiten unserer Friedenstanten vom Schlage derFranks. Ztg." usw. hin­gestellt worden? Es sollte sich lohnen, in Marokko tüchtig etwas aufzugeden, wenn man dafür eintauschte den sicheren Beginn einer Friedensära mit Frankreich. Diejenigen aber, die unter anderen Gesichtspunkten Politik trieben, weil sie wissen, dah der Frieden nut von denen gehalten wird, die vor dem Gegner den nötigen Respekt haben, wurden nach bekannter Hetzmanier besudelt. Die Prozent-" undPanzerplatten-Patrioten" sind noch in aller Er­innerung. Statt eines friedfertigen Frankreichs haben wir in steigendem Matze ein deutsch-feindliches beobachten können. Einen gewissen Höhepunkt dieser Entwicklung nimmt die Ernennung Del- cass6s zum Minister des Aeuheren ein. Es ist notwendig, dem entschlossen ins Auge zu sehen.

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Deutsches Reich.

Aus dem Ministerium der östeutlichen Arbeite«. In das Mini­sterium der öffentlichen Arbeiten ist der Regierungs- und Baurat Fried­rich Krause als Referent bei den Eifenbahnabteilungen berufen worden. Regierungsrat Krause war bisher Mitglied der Etsenbahndirektion in Frankfurt a. M.

g Nachdr. verboten.

Unser Weq ping fiinaiif.

Roman von tz Eourths-Mahler.

(Fortsetzung.)

Verlobt? Muhte das jetzt schon sein, so plötzlich? Kaum atmet man auf und wagt sich zu freuen, da kommt ein neuer Dämpfer. Sollen denn niemals die schweren Sorgen aufhören."

Einmal muhte es doch sein, Mutter, ich sehne mich nach einer Frau."

Hab' ich denn nicht alles getan, um dir ein behagliches Heim zu schaffen?"

Gewiß, Mutter. Aber begreisst du denn nicht, dah du mir trotz allem die Frau nicht ersetzen kannst?"

Sie seufzte tief und schwer.

Ja, ja, ich begreife es. Nun es dir gut geht, ist die Mutter über­flüssig. Nun kann ich beiseite geschoben werden."

Mutter! So darsst du nicht sprechen. Alles wird bleiben, wie bisher. Nur sollst du jetzt zwei Kinder haben, statt des einen. Meine Braut ist Waise. Sie sehnt sich danach, dir Liebe entgegenbringen zu dürfen."

Ein hartes Lachen rang sich von ihren bebenden Lippen. Der herz­liche Ton, in dem er von seiner Braut sprach, erweckte ihre Eifersucht.

Die Schwiegermutter liebt man in der Regel nicht", sagte sie finster.Deine Braut wird keine Ausnahme machen. Wie ich dich kenn«, hast du dich natürlich an ein armes Mädchen verplempert. Wer ist sie denn, deine Braut?"

Gitta Staringer, die jung« Lehrerin, die oben im dritten Stock bei Fräulein Schraube wohnt."

Sie schlug im Zorn auf die Tischplatte und lachte höhnisch auf.

Dachte ichs doch! Schlechter hättest du freilich nicht wählen kön- eit Di« ist sicker arm wie eine Kirchenmaus."

Soll ich um Geld freien?"

Warum nicht? Das tun noch ganz andere Leute als du."

Aber ich nicht. Ich will «ine Frau haben, die ich selbst erhalte, Vicht umgekehrt."

Aus dem Reichsamt des Innern. Geheimrat Freiherr v. Stein aus dem Reichsamt des Innern und Geheimrat Professor Dr. Eaffky, die deutschen Vertreter auf der Internationalen Sanitätskonferenz, wer­den in wenigen Tagen noch einmal nach Paris reisen, um die letzten Ergebnisse der Verhandlungen der Redaktionskommission zur Kenntnis zu nehmen.

Spionage. Memel, 10. Jan. DasMemeler Dampfboot" meldet: Der Bäckergeselle Prusseit wurde wegen versuchten Landesverrats ver­haftet. Er soll ein Geständnis abgelegt haben, datz er in russischen Diensten gestanden habe.

Minderjährig« Kinder Eine Frage von allgemeiner Bedeutung hat, wie dieNeue politische Correspondenz" mitteilt, der Oberlandes­gerichtspräsident von Breslau bei den Regierungspräsidenten zur Sprache gebracht In den von den Landgerichtsprästdenten erstatteten Eeneral- berichten für 1905 bis 1910 wird fast allgemein darüber geklagt, daß die Standesbeamten der ihnen auferlegten Anzeigepflicht nicht oder zum mindesten so verspätet nachkommen, datz häufig die Einleitung einer Vormundschaft über minderjährige Kinder die Feststellung der Nachlatz­verhältnisse im Interesse minderjähriger Kinder und die Ergreifung von sonstigen vormundschaftsgerichtlichen Maßnahmen unterblieben oder zum Nachteile der Beteiligten erheblich verzögert worden ist. Die Bemüh­ungen der Vormundschaftsrichter auf sorgfältigere Beachtung der nament­lich von den Standesbeamten ländlicher Bezirke ungenügend erfüllten Anzeigepflicht hinzuwirken, sind nur von wenigem Erfolge begleitet ge­wesen.

Fabrik oder Handwerk. Vor einiger Zeit ging durch die Presse eine Nachricht, der zufolge seitens der Reichsregierung nicht beabsichtigt fein'sollte, die mit der im April v. Js. stattgehabten Konferenz begon­nenen Verhandlungen wegen des Verhältnisses von Industrie und Hand­werk weiter fortzuführen, vielmehr sollte schon die sog. Handwerker- konferenz vom April v. Js. genügend Material beigebracht haben, um der n allein zu überlassen. Da in Hand­

werkerkreisen diese Notiz grotze Beunruhigung hervorgerufen hat, weil man an einen erneuten Stillstand in der Weiterbehandlung der Frage Fabrik und Handwerk und der verwandten Fragen befürchtet«, so hat sich der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag an das Reichsamt des Innern gewandt mit dem Ersuchen um authentische Information darüber, ob diese Pressenachrichten auf Tatsachen beruhten. Es ist hier­auf mitgeteilt worden, haß man keineswegs seitens der Reichsregierung daran beule, die Verhandlungen abzubrechen, sondern datz dies» im Früjahr d. Js. im engeren Kreise wieder ausgenommen werden sollen. Diese Nachricht wird sicher in Handwerkerkreisen mit Befriedigung aus­genommen werden.

Di« Auswanderung. In der Zeit von Anfang Januar bis Ende Oktober 1911 sind von deutschen Staatsangehörigen über deutsche Häfen 14 601 Personen gegen 15 661 im gleichen Zeit­räume des Vorjahres ausgewandert. Rechnet man die deutschen Auswanderer über fremde Häfen mit etwa 3580 (im Vorjahre 3287) Personen hinzu, so hat die Eesamtauswanderung deutscher Staatsangehöriger von Januar bis Oktober 1911 eine Höhe von rund 18 180 Personen (im Vorjahre 18 968) erreicht. Diese Zahlen sind Höch sterfreulich,' sie beweisen, datz die Arbeitsgelegenheit in Deutschland dauernd eine gute ist. Die günstigen Arbeitsbedin­gungen in unserem Vaterlande haben auch bewirkt, datz die Aus­wanderungszahlen im Vergleich zu früheren Jahren dauernd ganz erheblich zurückgegangen sind. Man vergleiche die heutige geringe Auswanderung gegen das Jahr 1872, wo 128152 deutsche Staats­angehörige, gegen das Jahr 1882, wo 203 585 und gegen das Jahr 1892, wo 116 339 deutsche Staatsangehörige über deutsche und fremde Häfen ausgewandert sind.

* * Antimilitärische Kundgebung. Paris, 10. Jan. Heute nachmittag erschienen die Syndikatsmitglieder Viau, Baritaud und Dumont, die der Aufreizung von Militärpersonen zur Fahnen-

llnd so plötzlich hast du herausgefunden, datz dieses Fräulein Habe­nichts die rechte für dich ist?"

Ich kenne sie schon lange und habe sie immer gern gemocht. Bis­her konnte ich natürlich an Heiraten nicht denken."

Und da mußtest du dich nun gleich heute verloben. Daß du mir das angetan hast!"

Mutter, du tust, als hätte ich dir ein großes Unrecht zugefügt, als wäre meine Verlobung ein Unglück."

Das ist sie auch ganz gewiß. Ach, mein Gott, nun war ich doch einmal im Leben froh und ohne Sorge. Nun wird es schlimmer werden, denn je. Hättest doch wenigstens noch ein paar Jähre warten können, damit man einmal aufatmen konnte. Und nun auch noch eine Lehre­rin, eine, die nichts von der Wirtschaft versteht und den Gelehriendünkel hat."

Gitta ist sehr schlicht und anspruchslos. Lerne sie nur erst kennen. Und wenn sie im Haushalt nicht gleich Bescheid weiß, so bist du ja da, Mutter. Du würdest dir doch die Zügel nur ungern, aus der Hand neh­men lassen von einer, die alles besser wissen will, wie du. Es kann dir doch nur lieb sein, wenn du meine Braut in deinem Sinne anlernst. Es wird schon alles einrichten. Sei doch nicht so empört. Denk' doch, wie schön es sein wird, wenn du so ein junges frisches Blut um dich hast. Gitta kann dir manches Schwere abnehmen, du kannst dich schonen und pflegen."

Sie seufzte und zuckte die Achseln.

Denk' nur nicht, daß so eine Lehrerin sich herbeilätzt, all die grob« Arbeit im Haushalt zu tun, abgesehen davon, daß sie dazu zu ungeschickt ist. Solche Mädchen wissen ja kaum, wie ein Scheuertuch und ein Koch­topf aussieht."

Zur gröbsten Arbeit sollst du dir ja eine Frau nehmen."

Wenn du heiraten willst, müssen wir uns solchen Luxus verkneifen. Da heißt es natürlich, weiter sparen und knappseu. Hätte ich mich nut nicht so sehr gefreut."

Du siehst wie immer zu schwarz. Zu einer Bedienung reicht es schon noch und zu manchem andern auch."

Er war aufgestanden und ging mit schmerzlich zusammengezogener Stirn umher. Sein Glück wurde ^hm bitter vergällt.

Seine Mutter sah Ihm nach. So ein hübscher, stattlicher Mensch wie

flucht beschuldigt sind, vor dem Zuchtpolizeigericht. Die Syndikats­leitung ordnete aus diesem Anlaß einen Ausstand von 24 Stun­den an und organisierte eine Kundgebung vor dem Eerichtsge- bäude. Auf der Ecke der Straßen Tivoli und Saint Martin kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einem beträchtlichen Häuf Manifestanten und Sicherheitsbeamten, die zuerst umzingelt wur­den, dann aber die Manifestanten zerstreuten. Mehrere Personen wurden verhaftet.

* * Die Wirren in China. Kjachta, 10. Jan. Die Mandschu- regierung hofft sich die abgefallene Mongolei zu erhalten. Sie er­nannte Euibin zum Mandschuresidenten in Urga, der denselben Posten bis 1895 bekleidete. Die mongolische Regierung hat besoh­len, Euibin nicht nach Urga durchzulassen.

* * Im Belagerungszustand. Saloniki, 10. Jan. Obgleich die Regierung die Verhängung des Belagerungszustandes über Jschtip und Köprülü sofort nach den Aitentaten in Jschtip vorgesehen hat, nahm der Mali von Uesküb bisher von der Maßregel Abstand. Nunmehr wurde der Belagerungszustand über beide Städte ver­hängt und die Bevölkerung durch Maueranschläge und öffentliche Ausrufer verständigt. Die verspätete Maßnahme scheint mit den neuert Vorbereitungen und Drohungen des bulgarischen Revolu­tionskomitees im Zusammenhänge zu stehen.

* * Der Krieg um Tripolis. Konstantinopel. 10. Jan. Nach türkischen Berichten bombardierten zwei italienische Kriegsschiffe am 2. Januar die Festung Lahie am Roten Meer. Ein türkischer Soldat wurde getötet, drei türkische Barken zerstört. Am 5. Jan. wurde das Bombardement erfolglos wiederholt. In Schefie an der Asirküste landeten italienische Kriegsschiffe eine Abteilung mit vier Geschützen.

» Aus Marokko. Udschda, 10. Jan. Zwei Leutnants und ein Suave, die in der Umgebung von Debdu jagden, wurden von fünf Marokkanern angegriffen. Ein Offizier wurde getötet, der andere Offizier und der Suave wurden schwer verletzt. Von den Marok­kanern wurde einet getötet und einet verletzt, die anderen ent­flohen, als Hilfe hetannaht«.

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Ans tut Wahl!

Margen finden nun überall im Deutschen Reiche die Reichs­tagswahlen statt. Die gewaltige Agitation findet damit einen Ab­schluß, um allerdings bei den Stichwahlen mit vergrößerter Heftig­keit wieder aufzutauchen. Unser Wahlkreis ist bekanntlich in ganz Deutschland der eigenartigste. Jede neu auftauchende Partei­gruppe versucht sich hier zuerst. Wir haben den ersten Antisemiten, den ersten nationalsozialen und den ersten Bauernbündler gewählt (bei diesem lag freilich die Sache etwas anders). Auch diesmal steht wieder ein Mann einer neuen Partei bei uns zur Wasil. Ob Marburg feinen alten Ruhm, die einzigartigsten Vertreter zu haben, bewahren wird, steht dahin und wird mit uns kaum einer zu entscheiden wagen. Aus den eiaenartigen Verhältnissen des Wahlkreises und seiner Geschichte erklärt es sich auch, datz wir mit einer Agitation zu rechnen haben, wie sie nur selten anderswo zu finden ist. Daß die Agitation aber vielfach nur Hetzarsieit war und ist, und an politischer Belehrung da draußen wenig geboten wird, zeigt der Umstand, datz die Zahl derer die von der äußersten Rechten nach der äußersten Linken schwanken, gerade bei uns sehr groß ist. Vielfach dürften auch hier und da persönliche Strei­tigkeiten für die politische Stellungnahme maßgebend sein. Dies­mal kommt hinzu, daß drei Kandidaten ausgestellt sind, die nch zur Rechten rechnen, sodaß die Frage, wer in die sichere Stichwahl kommt eine Preisfrage ersten Ranges ist. Da di eie Frage aber

et was hätte der für ein« Partie machen können, wenn er klug gewesen wäre. Statt dessen hatte er sick> von der armseligen Lehrerin fangen lassen. Und das sollte fl« nun so ruhig geschehen lassen'' Sie richtet« sich plösilich wieder steif empor und legte die Hürde auf den Tisch.

Das ist doch nicht unwiderruflich, Georg."

Er fuhr aus seinem Sinnen empor.

Was denn. Mutter?" . ,

»Diese übereifte Verlobung. Dos host bu btr doch Ttimt uoerlegr. Es ist dir so über den Kops gekommen, ohne bah bu es selbst recht woll- test, nicht wahr?" ~

Sie hatte nicht ganz unrecht mit ihrer Verlobung. Das hatte er aber jetzt um keinen Preis zugestanden.

.Doch, Mutter; ich hab« es mir überlegt. Und ich habe das Mäd­chen lieb. Eist dir das denn gar nichts? Hast du kein gutes Wort für fiteber Gott, ich wünsche dir Glück, das weißt du doch. Ich sorge" mich ja nur um tuch. Aber daß du eine so ganze Arme betraten willst! Sie wird sich ja wohl nicht mal ein« kleine Aussteuer anschaffen können?" ., ., ,

Das weiß ich nicht.- Danach habe ich sie natürlich mckt gefragt.^ ''Natürlich? Das finde ich gar nicht io natürlich. Aber ein bißchen leichtsinnig bist du in Geldsachen immer gewesen. Wie oft hast du Hart­wig Geld geliehen, ich möchte wetten, du hast nicht alles wiederbe­kommen. ,

Georg trat dicht an den Tisch heran und sah zornig tn ihr Gesicht. Schweig, ich will nie mehr etwas davon hören."

Sie blinzelte unsicher an ihm vorbei. Sein Ton verriet ihr, datz sie nickt weiter gehen durste. Er war schwer gereizt.

Ja doch, ja; ich bin schon still. Wenn nur deine Braut wenigstens eine Aussteuer hätte, damit du keine Schulden zu machen brauchst, wenn wir die ander« Wohnung noch «inrichten müssen", tagte Fe einlenkend.

Sorge dich darum nicht; es wird sich schon alles einrichten. G'tta ist so bescheiden. Gib acht, sie wird dir gefallen. Versprich mir. datz dn morgen gut zu ihr seinwillst, wenn ich sie dir bringe."

Er umsatzte ihre Schulter und sah Ihr bittend ins Gesicht. Sie zwang sich zu einem Lächeln.

^ch tue niemand etwas zu leide."

(Fortsetzung folgt.)