Me Wangen berücksichtigt, bi« der Kurfürst von «Shmen ans <m den Professors Sternberg gelangen Netz. Seine beiden Urheber, der Oberst Emmerich und Sternberg muffen weit höher eingeschätzt werden, als dies gewöhnlich geschieht, und der Geist der Hingabe und der starke Mut. der weite Kreise unserer hessischen Vorfahren damals beseelte, ruft ein Erfühl der Ehrfurcht hervor, vor der jede nachhinkende Kritik verstummen mutz. Die Vorbereitungen und den Berlanf des Marburger Ausstandes, und das, was über die Hauptbeteiligten bekannt geworden ist, erzählte der Vortragende eingehend. Die vielfachen örtlichen und persönlichen Beziehungen erregten das besondere Interesse der Zuhörer. Reben verschiedenen Bürgern unserer Stadt, den Matthaei, Keppler, Cramerding, Klingelhöftr, Iotzbächer und Hetz, den Bauern Muth, Heuser tn Ockershausen und anderen aus Sterzhausen, Caldern, Lyriar- wermar, Oberwalgern mrd Wenkbach tritt als eine besonders anziehende Persönlichkeit der 57jährige Bauer Johann Moog aus Sterzhausen hervor, ein ehemaliger Husaren-Korvoral, der schon bei dem Sturm auf das Marburger Schloß am 28. Dezember 1806 eine Hauptrolle gespielt hatte. In der Brust dieses Mannes muß noch unter dem blauen Kittel das Herz eines Helden geschlagen haben.
* Städtischem Am nächsten Montag, den 15. Januar, treten die Stadtverordneten zum dritten Male in bieiem Monat zu einer Sitzung zusammen.
* Der Postscheckverkehr. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende Dezember 1911 auf 62 446 gestiegen (Zugang im Monat Dezember allein 1144). Auf diesen Postscheckkonten wurden im Dezember 1911 gebucht 1196 Millionen Mark Gutschriften und 1172 Millionen Mark Lastschriften. Das Eesamtguthaben der Kontoinhaber betrug i« Dezember durchschnittlich 129 Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspostfcheck- ämter mit dem Postsparkaffenamt in Wien, der Postsparkasse in Budapest, der belgischen Postverwaltung und den schweizerischen Postscheckbureaus würden fast 5,8 Millionen Mark umgesetzt und zwar auf 2400 Uebertragungen in der Richtung nach und auf 11800 Uebertragungen in der Richtung aus dem Ausland«.
* Der Umtausch der Jnvalidenkarte« mutz in den Pormittags- stunden von 9—1 Uhr im Zimmer Rr. 1 (Kilian) erfolgen.
* Bellachini. Heute abend findet die letzte Borstellung Bella- chinis statt. Es versäume niemand, diese Vorstellung, die wieder ein völlig neues Programm aufweist, zu besuchen.
K. Die Witterung im Monat Dezember 1911. Ein ganz abnorm warmer regenreicher und darum höchst ungemütlicher Chrisimonat war der vergangene Dezember. Ununterbrochen zogen während fernes g-myn Verlaufes vom Ozean her ausgedehnt Tiefdruckgebiete über Rordeuropa «nd ließen das Lustmeer keinen Augenblick zur Ruhe kommen. Der Luftdruck betrug im Monatsmittel 760,8 mm und lag somit nur 2 mm toter dem normalen. Sein Marimmn wurde mit 769,3 am 1., sein Minimum mit 741 mm am 21. verzeichnet. — Die mittlere Monatswärme war, da st« 3,9 Gr. C betrug, um 4,2 Gr. zu hoch, wobei zu beachten ist, daß auch der Dezember 1910 mit feiner 3,5 Er. betragenden Mitteltemperatur einen ganz erheblichen Wärmeüberschuß geliefert hatte. Rur vier Dezember, nämlich 1852, 1868, 1872 und 1880, zeichneten sich in den letzten 70 Jahren durch eine größere Wärme, als der von 1911 hatte, aus. Am wärmsten war der 29. Dezember mit 8,5 Gr., die größte Abkühlung trat mit 1 Gr. Kälte am 18. ein. Rur an 3 Tagen sank das Thermometer um eine Kleinigkeit unter 0. Bei fast durchweg äquatorialer. Lustströmiing war Lust fast stets mit Feuchtigkeit gesättigt und die Bewölkung (84 pCr im Durchschnitt) eine bedeutende, dast fein einziger heiterer Tag verzeichnet werden konnte. Dagegen war der Himmel an 26 Tagen stark und an 13 Tagen vollständig bewölkt. Solche Berhältnisse mußten starke Niederschläge herbeiführen und in der Tat betrug die im Dezember an 22 Regentagen gefallene Rierderschlags- menge 100,9 mm. Das ist allerdings ein bedeutendes Regenquantum in einem Monate, aber trotzdem besteht für unsere Gegend aus den: ver- floffenen Jahre noch ein Manko von 300 mm, um welche die Regenmenge des Jahres 1911 hinter dem durchschnittlichen Regenquantum von einem Jahre zurückbleibt.
* Festgenommen wurden gestern zwei Leute, die stch der Bedrohung und des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht hatten. Bei einem der Verhafteten stellte sich heraus, datz er wegen Körperverletzung mit tödlichem Erfolg steckbrieflich verfolgt wurde.
* Strafkammer. Ein umfangreicher Schlägereiprozetz, bei welchem über ein Dutzend Zeugen zur Vernehmung kamen, beschäftigte gestern das Landgericht. Als Angeklagter erschien der 61 Jahre alte Landwirt K. aus Wohra, der beschuldigt wurde, am 10. August den Taglöhner E. von dort vorsätzlich mittels einer Zaunlatte so schwer mitzhandelt zu habe«, datz dieser längere Zett in der Marburger Klinik zubringen muhte. Der Angeklagte, der vom Schöffengericht zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, machte geltend, datz ihn der Verletzte, den er mit noch einem anderen Mann beim Birnenstehlen erwischt habe, angegriffen hätte. Bei dem Ringen sei dieser gegen einen Zaunpfosten gefallen und hiebei habe er sich die schweren Verletzungen zugezogen. Das Gericht kam nach einer sich mehrere Stunden lang hinziehenden Verhandlung zu dem Resultat, daß der Angeklagte doch schuldig sei und erkannte auf Verwerfung der eingelegten Berufung. — I» der Rachmittagsfitzung verhandelte das Gericht ferner noch gegen einen Mann, der sich wegen verschiedener betrügerischer Hand
lungen zu verantworten hatte. In einem Falle erzielte er Freisprechung, wegen eines anderen Falles wurde er zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt und eine Sache wurde de« Schwurgericht überwiesen.
««Sammlungen, Konzert-, Theater, BerguSgungsnachrichte» ns«.
* Deutsch-Evangelischer Frauenbund. Am Donner-tag, 11. Januar, abends 8 Uhr, wird Freiin v. Werthern, die Leiterin des Casseler Ar- beiterinnenheims, in der bisherigen Ortsgruppe einen Vortrag Di« Arbeiterinnenfrage" halten. Die moderne Arbeiterinnenfrage steht so sehr int Mittelpunkt des sozialen Interesses, daß sie auch in einet in- dustriearmen Stadt wie Marburg auf allgemeine Teilnahme rechnen kann. Zeigt uns doch jede Berufszählung ein ungeheures Wachstum des weiblichen Anteils an der Industrie, der in manchen Gewerben schon den der männlichen Arbeiter überflügelt hat. Unsere deutsche Industrie kann diese Millionen fleißiger Hände nicht mehr entbehren. Ost noch halb ein Kind muß das junge Mädchen aus dem elterlichen Hause und ist all den Versuchungen ausgesetzt, die besonder, die Großstadt mit sich bringt. Am Abend und Sonntags ist es stch selbst überlassen. Die alten Bindungen fallen fort; aber neue entstehen, denn Gefährtin findet sich zur Gefährtin. Diesen Trieb zum Zusammenschluß Berufsaugeböri^r, der unser junges modernes Wirtschaftsleben charakterisiert, in richtiger Weise zu leiten, ihn zum besten der Arbeiterinnen auszunützen, ist die Aufgabe der Arbeiterinnenvereine. Auf religiöser Grundlage erbaut, sollen sie auf Charakter und Gesinnung wirken. Doch verlieren sie darüber die Hebung der wirtschaftlichen Lage nicht aus dem Auge. Es gilt die berufliche und allgemeine Bildung zu fördern; auch hauswittschast- liche Kenntnisse sollen durch llnterrichtskurse vermehrt werden, was um so wichtiger ist, als di« Fabrikarbeit den Mädchen fast nie eine Vorbereitung für den künftigen Beruf der Frau und Mmter gewährt. Freiin v. Werthern ist jedenfalls eine der berufensten, uns über die verschiedensten Gebiete der Arbeiterinnenftage aufzuklären. Es ist deshalb dringend wünschenswett, daß stch recht zahlreiche Teilnehmerinnen zu ihrem Bottrag einfinden.
* Sonaten-Abenb von Karl Flesch und Art« Schnabel. Wenn ein Künstler von besonderem Ruf nach Marburg kommt, dürfte es die Konzertbesucher interessieren, näheres über seinen künstlerischen Entwicklungsgang zu erfahren. Der Geiger Karl Flesch steht heute unstreitig als erster mit an der Spitze und wird ost mit Foarbim verglichen Geboren 9. Oktober 1873 zu Molon (Ungarns, beaann Karl Flesch bereits im Alter von 6 Jahren Geige zu lernen. Schon 1886 wurde er in Prof. Grüns Geigenklasse am Wiener Konservatorium ausgenommen, das et nach 3 Jahren, erst 15 Jahre alt, verließ. Machtvoll zog es ihn nun nach Paris, dem Sitz der großen Geiaerschule, wo er 1890 Schüler Sauzay's am Confervatoire wurde. Gleichzeitig nahm e’ jedoch auch bei Marsick Unterricht, und dieser große Geiger ist es, zu dessen Schule sich Flesch bekennt. 1892 wurde Marsick an Sauzay's Stelle ernannt, und es gelang ihm, 1894 den 1. Preis einstimmig zu errinoen. Mit 1895 beginnt seine eigentliche Konzettlaufbahn; nach einem höchst erfolgreichen Debüt in Wien wandte er sich 1896 zum ersten Male nach Berlin, wo et drei Konzerte mit sensationellstem Erfolge aab und damit den Grundstein zu seinem späteren großen Rufe legte. Um diese Zeit trat die rumänische Regierunig an den Künstler mit dem Vorschläge heran, die Stelle eines Lehrers am Königlichen Konservatorium in Bukarest einzunehmen, und so verbrachte Flesch 5 Jahre in Rumänien, sich dem Unterricht, sowie der Fortbildung feiner künstlerischen Persönlichkeit widmend. 1902—03 konzertierte Flesch wiederum mit größtem Erfolge in Deutschland, und wieder versuchte das Ausland — diesmal Holland —ihn dem Konzertleben zu Gunsten der Pädagogik zu entziehen. Er entschloß sich 1903, an Stelle des nach Köln berufenen Bram Eldering, nach Amsterdam, als Lehrer am Konservatorium, zu gehen. Hier war es, wo er den Plan faßte, dem Beispiel Rubinsteins folgend, eine Ueber- stcht über die gesamte Violinlitteratur, auf fünf Abende verteilt, zu geben. Da dies jedoch auf die Dauer nicht möglich war, und überdies Amsterdam infolge seiner pettpherischen Lage ein wenig geeigneter Ausgangspunkt für Konzertreisen ist, entschloß sich Flesch zu dauerndem Aufenthalte nach Berlin zu übersiedeln, um sich daselbst in dem Maße, als es die immer häufiger kommenden Anstagen der Konzertgesellschasten von ihm verlangten, dem Konzertieren zu widmen. Seine Sonaten. Abend« mit dem ebenfalls ja rühmlichst bekannten Pianisten Artur Schnabel erfreuen sich der größten Anerkennung des musikalischen Publikums. Linen ganz gewaltigen Eindruck macht ber Vortrag von Beethovens Kreutzer-Sonat« dieser beiden Künstler, die zu unterer Freude auf Wunsch auch hier auf das Programm gesetzt wurde. So darf man diesem Sonaten-Abend mit ganz besonderen Erwartungen entgeaensehen.
* Stadttheater. Ans die morgige Ausführung des neuen Lustspiels »Das kleine Schokolademnädchen" sei nochmals hingewiesen. Das hefter- liebenswürdige Werk hat jüngst am Host Heater in Darmstadt sowie in Mainz und Frankfurt wieder lebhaften Erfolg gehabt.
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-r- Gladenbach, 7. Jan. In der vergangenen Woche wurde hier ein 26jähriger Mann beerdigt, welcher Selbstmord durch Vergiftung begangen hatte. Trotz feine» jugendlichen Alters hatte der Verstorbene eine bewegte Vergangenheit. Man wird stch noch de, Brandes des Adrianschen Hauses vor einigen Jahren Hierselbst erinnern. Der Verstorbene, damals Lehrling in genanntem Geschäft, war verdächtig die Brandstiftung verübt zu haben, es konnte ihm jedoch nicht nachgewiesen werde«. Seit jener Zeit hat er stch meistens auswärts aufgehalten. Am Weihnachtsheiligabend kam er mit dem letzten Zuge von Herborn, um die Feiertage bei seiner alten Mutter zu verleben, die hier ein kleines Häuschen besitzt. Allem Anscheine nach beabsichtigte er, seine Mutter
zu ermorden, denn et hielt ihr bei der ersten stch bietenden Gelegenheit ein mit Chloroform getränktes Taschentuch vors Erficht, dann suchte el bie alte Frau zu erdrosseln. Auf ihre Hilferufe eilten Nachbarn herbei und retteten so der Frau das Leben. Der Täter nahm dann Gift und starb nach einigen Tage«.
., I'drevstMdt, 7. Jan. Mit dem heuttgen ersten Schneefall hat auch dte Schafhute ihr Ende erreicht. Die Schafe wurden den Stallungen zugefiihtt. nachdem sie seit dem Frühjahr 1911 ununterbrochen geweidet hatten. Die seitherige warme Witterung hatte den Graswuchs berart geförbett, daß reichliche Nahrung mitten in ber Winterszeit vorhanben E «uf eine so lange Hutezeit, welche in 2 Jahre fällt, können sich selbst bte ältesten Besitzer von Schafen nicht erinnern. Das bisher ge- fpatte Stallfutter kann den Schafen nun in reichlichem Maße zugewendet und fomit ein guter Bestand für das kommende Frühjahr erzielt werden. ., * dr«'denbach, 8. Jan. Die durch anhaltende Regengüsse hochgeschwollene Perf drohte gestern den Bahndamm zwischen hier und Wolz- haustn zu zerstören. Bis tief in bie Nacht hinein hatten die Rotten- “r,a^,e i,’e Erbmassen zu stützen und so zu festigen, daß ber Sserfeor aufrecht erhalten konnte. Ofefnbar haben die Erbauer ber Strecke Oberschelb-Wallau nicht mit der Kraft und Menge des Gebirgswaffers a^s i** an ^*r gefährdeten Stelle nur eine unzureichende Durchflußöffnung anbrachten, was ihnen umsomehr zum Vorwurf gemacht werden kann, weil mit den Verhältnissen wtttaute Leute einen Unfall wie diesen voraussagten.
Alsfeld, 8. Jan. Spurlos verschwunden ist der 16 Jahre alte Dienstknecht Christian Appel aus Leusel. Er hatte stch vom Dienst- Herrn eine Summe für Schneiderrechnung abziehen lassen, worüber ihn seine Eltern schalten. Das nahm er sich so zu Herzen, datz er sich jedenfalls ein Leid antat.
Ziegenhain, 9. Jan. Die Schwalm ist bedeutend angeschwollen. Die Äteberungen find stellenweise bereits überschwemmt.
Obergrenzebach (Kr. Ziegenhain), 9. Jan. Beim Baumfällen fiel dem hiesigen Arbeiter Valentin Bruck der Stamm eines schweren Apfelbaumes auf die Beine. Er erlitt einen Oberschenkelbruch und mußte nach ber Heilanstalt Hephata gebracht werben.
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Wo wird rttwaMt?
Zum Zwecke der Stimmenabgabe für bie bevorstehende Wahl eines Reichstagsabgeordneten ist bie Stadt Marburg in folgend« 9 Wahlbezirke eingeteilt worden:
Wahlbezirk 1: Barfiißertor, Calvinsttaße, Gisselbergerstrahe mit Kreisbahnhof, Lutherstraße, Ockershäuserallee, Rotenberg, Sandweg, Schwanallee, Sybelsttaße. Wahllokal Restaurant Hildemann, Bat« flißertor Rr. 8.
Wahlbezirk 2: Barfüßersttaße, Vreiterweg, Bunter Kitzel, Kugel- gaffe, Lutherischer Kirchhof, Rikolaistraße, Ritterstraße, Rübenstein, Schloß, Schloßstrahe, Schloßtreppe, Schneidersberg, Steingasse. Wendel- gaffe. Wahllokal im Schulgebäude am Lutherischen Kirchhof Rr. 3.
Wahlbezitt 3: Am Plan, Augustinergasse, Aulgasse, Hirschberg. Hof- stadt. Judengasse. Krebsgasse. Lahntor, Lanqqasse, Mainzergasse, Martt, Marktgasse, Metzgergasse. Neustadt, Reitgaffe, Cchuhmarkt, llntergaffe, Wettergasse. Wahllokal früheres Restaurant fieberet, Reitgaffe Rr. 11.
Wahlbezirk 4: Am Schlag, Gartenweg, Hainweg, Ketzerbach, Kirchspitze, Leckergäßchen, Marbacherweg, Renthofstraße, Roserstraße, Rotergraben, Steinwea Weinberggasse, Zwischenhausen. Wahllokal in bet Wirtschaft Reibt, Ichenhausen 22.
Wahlbezirk 5: Asföller, Asföllerstraße, Alt« Tasselerstraße, Bahnhofstraße, Cölberstraße, Eisenstraße. Elisabethstraße, Mauerstraße, Neue Casselerstraße, Obere Rosenstraße, Wehrdaerweg, Zimmermannsstraße. Wahllokal in der Gastwirtschaft „Hessischer Hof, Slisabethstraße 17.
Wahlbezirk 6: Biegenstraße, Bunsenstraße, Deutschhausstraße, Hen- fingerftrahe. Klinikstraße, Lahnstraße, Mühltrepp«, Pilgrimstein, Savignystraße, Uferstraße, Untere Rosensttaß«. Wahllokal Turnsaal bet Nordschule, Uferstraße 18.
Wahlbezirk 7: Grünstraße, Jägersttahe, Kasernenstraße, Orleanstrahe, Schulstraße, Univerfitätsstraße, Wilhelmstraß«, Wötthstraße. Wahl« lokal Gastwirtschaft Briel, Kasernenftrah« 19.
Wahlbezirk 8: Auf ber Weide, Bismarckstraße, Frankfutterstrahe, Friedrichsplatz, Friedrichsstraße, Haspelstraße, Mottkestraße, Weißen- burgsttaße, Werderstrahe. Wahllokal Saftmittschaft Leisler, Frank» furterstrahe 19.
Wahlbezirk 9: Alter Kirchhainerweg, Auf dem Wehr, Bahnwärterhäuser bei km 105,615, 105,975, 106,438, 107,125, 107,53, Tapplerstraße mit bei Lanbesheilanstalt. Großseelheimersttaße Hahnengasse, Kaffweg, Kappesgasse. Krummbogenveg, Lingelgasse, Ortenberg einschl. Villa Schaefer, Rudolphsplatz, Weibenhansen. Wahllokal Wirtschaft Miffo» melius, Weibenhansen Rr. 89.
Der Wahlakt beginnt am Freitag, den 12. Januar, vormittags um 10 Uhr und endet um 7 Uhr abends. Die Wahl selbst ist geheim, die Stimmzettel werden hinter einer in jedem Wahllokal vorgesehenen Wand in einen dort in Empfang zu nehmenden Briefumschlag gesteckt und am Wahltisch abgegeben. Die Niederlegung in die Urne erfolgt durch den Wahlvorsteher. Das Resultat wird von sämtlichen Wahlvor- stehern im Wahlkreise unmittelbar nach Beendigung der Wahl dem Wahlkommissariat in Marburg (fianbratsamt) telegraphisch übermittelt.
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Seit Wochen und Monaten rüsten stch im ganzen deutschen Reich die Parteien für den neuen Wahlkampf, ber sich erbitterter denn je zuvor gestalten dürst«. In allen Wahlkreisen find mehrere Kandidaten ausgestellt ui» den Wählern deren Programm bekannt gegeben. Bekanntlich ist bie Wahlbeteiligung im deutschen Volke noch immer nicht lebhaft genug, und ein großer Teil der wahlberechtigten Bürger verzichtet auf seine Stimmenabgabe, vorzüglich bei den Wählern der Drbnungsparteten. In welcher Weise stch die abgegebene Ettnuuenzahl auf dte einzelnen Parteien verteilt, und welcher Prozentsatz der Wahlberechtigten seine Stimme bei den Wahlen der verflossenen Legislaturperiode abgegeben hat, erhellt aus unserem nebenstehenden Tableau. Danach haben von den 13 351000 wahlberechtigten Bürgern nur 11263 000 ihrer Pflicht genügt.
Berücksichtigt man di« auf Me einzelnen Frankttonen und Me im Reichste nicht vertretenen Parteien entfallenden Stimmen, so zeigt sich, daß Me einzelnen Abgeordneten im Durchschnitt mit einer sehr verschiedenen Etimmenzahl gewählt worden find Die Wahlbeteiligung ist jedenfalls, wie die Aufftellung zeigt, bei den Sozialdemokraten am stärksten, über doppelt so stark als der Durchschnitt bei den anderen Parteien, und es wird stch bei den neuen Reichstagswahlen zeigen, ob die Ordnungs- patteien sich angesichts der stetig anwachsenden sozialdemokratischen Stimmenzahl zu einet regeren Wahlbeteiligung entschließen können. Unsere Statistik gibt ferner Ausschluß über Me Redeleistungen der Parteien test», ihrer Hauptredner Im letzten Reichstage. Daß, wie auch aus unserer Statistik ersichtlich, eine ganze Anzahl Abgeordneter in den fünf Jahren überhaupt nicht bas Wort ergriffen haben, dürste manchem unserer Leser unbekannt sein. In seiner linieren, oberen Ecke gibt das Tableau eine berufliche Gliederung bet Abgeordneten nach ber letzten Wahl.
Lend- nnrt- aheft
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Berufsgliederungderrfeutsch. Reichsfags-Äbgeürtfn. 190.
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