mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen-. „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
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Marburg
Mitlwob, 10. Januar
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17. Jahr-, 1912.
(Saftes Blatt.
„BanüMt".
Im radikalen Blätierwalde geht das Gespenst des Zweifels gfii des Zweifels, mit wem eigentlich die Reichstagswahlen ab- rechnen werden, ob mit der Reichsfinanzreform-Mehrheit oder mit dem Grogblockliberalismus. Wenn sie ihrer Sache wirklich so sicher find, wie sie vorgegeben haben, so begreift man nicht, warum in ihrer Presse immer wieder dem Aerger über die Zahlenwut der Sozialdemokraten Ausdruck gegeben wird, die diese bestimmt, in allen Wahlkreisen eigene Kandidaten aufzustellen und nicht schon in der Hauptwahl gemeinsame Sache zu machen. Diese Bockbeinigkeit bet „Genossen", die den Großblock erst bei den Stichwahlen in Kraft treten lassen wollen, hat zur Folge, daß der 12. Januar über die wahre Stärke des Freisinns Aufschluß geben muß. Das ist fatal, höchst fatal. Denn man weiß aus den Erfahrungen aller Reichstagscrsatzwahlen nach der Reichsfinanzreform, daß ihre Steuerhetze überall nicht ihm, sondern der Sozialdemokratie zugute gekommen ist. Sie wissen nur zu gut, wie wenig sie aus eigener Kraft vermögen. Bei den letzten allgemeinen Reichstagswahlen. bei den Blockwahlen von 1907, wurde das noch einigermaßen verschleiert, da ihnen damals in vielen Fällen die Unterstützung der rechtsstehenden Parteien gegen die Sozialdemokratie schon im ersten Wablaange zuteil wurde. Im Jahre 1903 blieben die Libellen für die Hauptwahl meist auf sich selber angewiesen, da ergab sich, daß nicht ein einzigesMandat vonden Linksliberalen im ersten Wahlgange erobert weuden konnte. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß unter den bereits am 12. Januar Gewählten nicht ein Eroßblockmann zu entdecken feil wird. Diese wenig erbauliche Aussicht erhöht die Bangigkeit. Was soll aus dem Männerstolz, aus der Unabhängigkeit werden, wenn nach dem 12. Januar der korrumpierende Stichwahlschacher anfängt? Wo sie mit Kandidaten der rechtsstehenden Parteien oder des Zentrums in Stichwahl stehen, präsentieren die „Ge- nosien" die Jenaer Stichwahlbedingungen, die demütigend genug sind: wo aber der Stichwahlwettbewerb zwischen Liberalen und Sozialdemokraten vor sich geht, müßen die Liberalen diesmal um das Wohlwollen der Parteien betteln, gegen die sich ihre Wahllosung: Stramm gegen rechts! gerichtet hat. ©
Dazu kommt noch eine Besorgnis: Die Radikalen sind sich bewußt?daß nicht alle Wähler geneigt find, sich im Stichwahlkampf wie leblose Schachfiguren behandeln, je nach den Mandatsbedürf- nisien hier gegen rechts, dort gegen links schieben zu lasten. Bisher sürchteten sie, viele ihrer Wähler hätten sich so verhetzen lasten, daß sie gleich in der Hauptwahl zur Sozialdemokratie hinüber liefen: jetzt scheint der Zweifel zu überwiegen, ob die Wähler da, wo es in Stichwahlen Sozialdemokraten im Kampfe gegen die Rechi" den Sieg zu sichern a;tt, der Großblocklosung folgen werden. Zurzeit bett man das Klag-ned: Ach wie so trügerisch sind Wählerherzen! So philosophiert das Eroßblockorgan von Groß-Berlin über das Bedenken, daß so mancher liberaler Wähler nicht den Mut der vollen Konsequenz hat, für den sozialdemokratischen Kandidaten in der Stichwahl einzutreten. Dieser und jener, jammert das Blatt weiter, bleibt dann der Stichwahl überhaupt fern, und so mancher Wähler fällt auch vielleicht um und entscheidet sich für den Vertreter der „Blauen oder Schwarzen". Das Blatt fügt dem hinzu: „Das ist bedauerlich, aber es kommt eben vor, und man wird immer bester tun, mit der menschlichen Schwachheit zu rechnen, als sich auf die Standhaftigkeit eingefchüchterter oder abhängiger Wähler zu verlaßen." Bei dieser erbaulichen Rechnung stimmt nur das eine nicht: Die Einschüchterung und Abhängigkeit der Wähler, da bekanntlich für die Reichstagswahlen ein geheimes Wahlverfahren vorgeschrieben ist und strengstens durchgeführt wird. Im übrigen verdient diese Rechnung registriert zu werden, als Geständnis nicht der menschlichen, sondern der radikalen Schwachheit.
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Deutsches Reich-
— Zar Reichstagswahl. Berlin, 8. Jan. Die „Rordd. Allg. Ztg " teilt mit, daß für die diesjährigen Reichstagswahlen im Reichsamt des Innern ein besonderes Bureau zur Sammlung und Bearbeitung der eingehenden Wahlnachrichten eingerichtet ist, dem es voraussichtlich möglich sein wird, durch die am 13., Januar um IVi Uhr mittags erscheinende Sonderausgabe des Reichsanzeigers für die Mehrzahl der Wahlkreise die vorläufigen amtlichen Ergeb-, niße der Reichstagswahl, jedoch ohne Angabe der Stimmenzahl, zu veröffentlichen. Am Tage nach der anHichen Ermittelung des Wahlergebnißes werden in ähnlicher Weife die Namen und die Parteistellung der in die engere Wahl kommenden Kandidaten veröfentlicht und dabei die Zahl der Stimmen mitgeteilt.
— In der Siedehitze des Wahlkampfe». Bruchsal, 8. Ian. ^n Forst wurde gelegentlich von Streitigkeiten anläßlich einer sozialdemokratischen Wählerversammlung der Metallarbeiter Eritzner erschlagen.
— Ländliche Fortbildungsschulen und da» Deutschtum im Osten. Wie mitgeteilt wird, machen die ländlichen Fortbildungsschulen besonders im Osten des Reiches sehr bedeutende Fortschritte und Haden erwiesenermaßen auf die Pflege des Deutschtums in der Ostmark einen großen Einfluß. In Posen bestehen jetzt in fast allen Deutschen Gemeinden ländliche Fortbildungsschulen, nachdem vor kurzer Zeit 3 neue Schulen gegründet worden sind, die sich als eine Ikotwendigkeit erwiesen. Reben Posen zeigt auch Schlesien ein be- heutendes Aufblühen der ländlichen Fortbildungsschulen. Hier
find int Jahre 1910 nicht weniger als 75 neue ländliche Fortbildungsschulen geschaffen worden. Auch hier bilden diese Schulen in sehr vielen Fällen aus dem Lande einen Mittelpunkt des deutschen Geisteslebens.
Ausland.
* * Die Senatswahlen. Paris, 8. Ian. Bo nden Senatscrgän- zungswahlen waren bis heute morgen 98 Ergebniße bekannt. Rach einer offiziösen Zusammenstellung gewinnen die Liberalen und Republikaner 4, die Radikalen und geeinigten Sozialisten 1 Mandat. Gleichwohl ziehen die gemäßigten republikanischen und konservativen Blätter aus dem Gesamtergebnis den Schluß, daß die sozialistisch Radikalen an Boden verloren haben und daß die gestrige Wahl eine ausgesprochene Tendenz zu Gunsten der politischen Mäßigung und des innerpolitischen Friedens aufweisen.
* * Lord Lonsdale. London, 8. Jan. Zu den Mitteilungen der „Daily News" über die Aeußerungen von Lord Lonsdale, die fich auf den deutschen Kaiser beziehen, erklärt Lonsdale in der „Daily Mail", sein Interview enthalte lediglich persönliche Ansichten und Eindrücke und sei ohne jemandes Ermächtigung und ganz gewiß ohne Billigung des Kaisers veröffentlicht worden. (Notiz des Wolffbureaus: Wir find auch unsererseits in der Lage, zu bestätigen, daß die Behauptung, die Beröfentlichung sei mit Ermächtigung oder Billigung des Kaisers erfolgt falsch ist.)
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Stadtverordneten - Sitznna.
Marburg, 8. Januar.
Bevor man in die Tagesordnung eintrat, teilte der Stadiverord- neten-Borsteher Justizrat Dörffler bezüglich der in letzter Sitzung kritisierten Bktenverweigerung mit, daß die Akten wie seither den Referenten auf Wunsch zur Verfügung ständen, und im übrigen kurze Auszüge ge- macht würden.
Der Oberbürgermeister, der heute anwesend war, entbot dann den Stadtverordneten seine Glückwünsche zum neuen Jahre und bedauerte zugleich, daß er der letzten Sitzung nicht deigewohnt habe. Jedenfalls hätte sich dann die Aktengeschichte glatt erledigt. Seit einem Vierteljahr lägen die Akten nicht mehr vorher für jeden Stadtverordneten offen, sondern nur für di« Referenten. Es solle dadurch verhütet werden, daß Jnterestenten die Kenntnis der Akten für Sonderzwecke benutzen könnten. Praktisch habe di« Einsicht der Akten auch keinen großen Wert für den einzelnen. Es würde ja jetzt das wichtigste aus jeder Akte in einer gedrängten Zusammenstellung beigelegt und das genüge seiner Ansicht nach vollständig. Stadtv. Engel konnte sich diesem Standpunkt nicht anschließen. Daß die Jnterestenten die Akten «insehen könnten, sei allerdings nicht zulässig, wohl aber müße man dies« den Stadtverordneten nicht versagen. Es könne die Konsequenz eintreten, daß über so^ck>e Punkte nicht verhandelt und eine Verschleppung die Folge sein würde. Stadtv. Schäfer war ebenfalls dieser Ansicht, man könne, besonders wenn Zahlen genannt würden, sich nach Verlesung der Akten in der Sitzung kein Urteil bilden, da mäste man schon Einsicht in die Akten genommen haben. Es komme ihm so vor, als wenn der Oberbürgermeister nach und nach den Stadtverordneten ihre Rechte abknöpfen wolle. Der Oberbürgermeister wies nochmals auf die Auszüge hin, in diesen sei alles enthalten, irgendwelche Rechte der Stadtverordneten wolle er nicht abschaffen. Stadtv. Volland meint«, daß diese Auszüge gerade da» wichtigste vermißen ließen. Ein Referent müße unbedingt Einsicht in die Grundakten haben. Stadtv. Schäfer fügt« hinzu, es seien genügend Schreiber da, man könne ja Abklatsche machen. Stadtv. Zetß bemerkte, daß die Stadtverordneten doch keine Jnterestenten seien, sondern Vertreter der Bürger. Jeder Stadtverodnet«, der persönlich bet einer Sache interessiert sei, müße so ehrlich sein und auf di« Einsichtnahme solcher Akten verzichten. Damit war die Sache erledigt.
Nachdem man einig« Punkte von der Tagesordnung für eine nächsten Montag statt findende Sitzung abgesetzt hatte, erfolgt« die Beratung über die Genehmigung des Etat» der Oderrealschute für die Rechnungsjahre 1912/14 und Anerkennung der hinsichtlich der Gewährung des Staatszuschußes gestellten Bedingungen. Die Angelegenheit selbst ist in einer Sitzung im August v. Js. beraten worden. Gerade wie damals kam es wegen des staatlichen Zuschußes von 1500 «M., gegen welchen die Stadt allerhand Verpflichtungen eingehen muß, zu einer regen Aussprache. Don mehreren Rednern wurde angeregt, aus diesen anderen Städten gegenüber sehr minimalen staatlichen Zuschuß zu verzichten und dann den Etat ohne jede Verpflichtung aufzustellen. Der Oberbürgermeister meinte, andere Stadt« bekämen wohl deshalb mehr Bedürfniszuschuß, weil diese nicht so starr an ihrem Rechtsstandpunkt festhielten. Man müße dem Ministerium mehr entgegenkommen, dann könne auch auf einen höheren Bedürfniszuschuß gerechnet werden. Stadtv. Rohde hielt diese Ansicht nicht für ganz richtig, während Stadtv. Engel meinte, die Eiatkommission möge die Sache endlich regeln. Di« Stadtv. Bredt und Stroinsky waren dafür, die 1500 ,4t anzunehmen, damit nicht etwa die 7500 M für die Töchterschule auch zurückgezogen würden. Man möge erstreben, mehr zu bekommen. Es wurden schließlich ein« ganze Reihe Anträge gestellt. Angenommen wurde der Antrag, di« 1500 M anzunehmen, aber getrennt im Etat aufzuführen.
Der folgende Punkt betraf den Erweiterungsbau der Oberrealschule. Es soll ein Bau zwischen der Oberrealschule und der Turnhalle aufgeführt werden. Die Sache stand bereits einmal am 7. Dezember auf der Tagesordnung. Sie wurde damals dem Kuratorium überwiesen, da- , mit dieses die erforderlichen Vorschläge mache. Stadtv. Engel meinte, man möge etwas mehr anwenden, die Oberrealschule seh« aus wie ein Gefängnis, auch Stadtv. Schäfer war dieser Ansicht, während Stadtv. Eeßuer hinzufügte, daß das Gebäude demnächst sich mit Grün umranken würde. Der Verschönerungsverein habe bereits das Erforderliche veranlaßt. Stadtv. Stroinsky war dagegen, wenn da» Gebäude angestrichen würde, sehe es erst recht schlecht aus. Di« Vorlage des Magistrats wurde angenommen mit dem Zusatz, die Kosten aus dem Erneuerungsfonds zu nehmen.
Weiter beschäftigte man sich mit der Instandsetzung de» Breitenweg». Stadtv. Reising brachte zur Verlesung, in welcher Weise die Instandsetzung dort gedacht sei. Es sollen Rinnen, sowie Promenadenwege und ein Fahrdamm gemacht werden. Die Eejamtkosten betragen
8000 M, wovon 1000 M. zurückerstattet werden. Die Vorlage wurde ohne weitere Aussprache angenommen.
Weiter beschäftigte man fich mit der Entwässerung des Gäßchens zwischen Fronhof und Schulstraß«. Stadtv. Eichelberg als Referent wies auf die ja den zahlreichen Paffanten bekannten unleidlichen Zustände hin, welche dort bei Regenwetter in den letzen Jahren herrschen. Jetzt sollen Sinkkasten und Rinnen dort eingebaut werden. Die Kosten belaufen fich auf 600 M- Stadtv. Keppler bezeichnete das Gäßchen als einen notwendigen Verkehrsweg, schon im Jntereffe der Schulkinder. Stadtv. Volland war für die Schließung des Gäßchens, das sei überflüssig. Stadtv. Stroinsky schloß sich dem Stadtv. Keppler an, ebenso der Stadtv. Dr.Maurmann, der ausführte, die Stadtverordneten hätten ja früher beschloßen, das Gäßchen zu belassen und Verbeßerungen einzuführen. Der Oberbürgermeister erklärte auf Anfrage, daß das Gäßchen nicht als anbaufähige Straße zu betrachten sei. Die Vorlag« wurd« dann angenommen.
Ferner beschloß man die Auflaßung des auf den Namen der Stadt Marburg eingetragenen HausgrundstLcks Markt Nr. 19 an den Verein „Herberg« zur Heimat". — Den Schluß bildete eine vertrauliche Sitzung.
Marburg und Umgegend-
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß 8 28 des Urheberrechts nur mit deutlicher Quellenangabe „Oberheß. Ztg." gestattet.)
Marburg, 9. Januar.
* Bom Winter. Jetzt kann man mit Recht diese Bezeichnung anwenden, denn der Winter hat nunmehr in aller Form seinen Einzug gehalten. Der seit Sonntag eingetretene Witterungsumschlag kühlte den immer noch vom letzten Jahre her sonnendurch- glüten Boden ab, sodaß die Schneemaßen einen Halt fanden. Seit vergangener Nacht hat es so geschneit, daß Feld und Wald, Berg und Tal in ein weißes Winterkleid eingehüllt sind. Die Freude der Jugend über den hereingebrochenen Winter tat sich heute früh überall in enthusiastischen Rufen kund. Aber nicht nur die Jugend freut sich, sondern auch die Erwachsenen, einen ganz schnee- und eislosen Winter kann man in unseren Breiten hier nicht vermißen, wenn wir auch nicht wünschen, daß die „amerikanische Kältewelle" bei un» einzieht. Run wird auch der Wintersport, auf den Viele so lange warten, seinen Einzug halten können.
* Fortbildungsverein, lieber den gestrigen ersten Vortrag im Fortbildungsverein werden wir in nächster Rümmer berichten.
* Der Umtausch der Znvalidenkarten muß in den Vormittagsstunden von 9—1 llbr im Zimmer Nr. 1 (Kilian) erfolgen.
* Zwei Plakat-Entwürfe der Stadt Marburg sind soeben im Original bei Elwert ausgestellt. Dieselben sind von H. Greger hergestellt und von einer hervorragenden Fernwirkung. H. Greger hat in letzter Zeit für Plakat-Entwürfe mehrere Auszeichnungen erhalten. Vielleicht entschließt sich der Verkehrs-Verein, der ja schon seit Jahren die Herausgabe eines wirksamen Plakates plant, zum Ankauf eines dieser künstlerisch guten Entwürfe.
• Bellachini-Abende. Auch gestern abend erntete unser heimischer Künstler Bellachini in den Stadtlälen vor übervollem Haus stürmischen Beifall. Heute abend gibts wie gestern wieder ein völlig neues Programm, deßen Glanznummer „Der Ueber- menfch in der Milchkanne" bildet.
* Besttzwechsel. Das Brauersche Haus in der Barfüßerstraße ging durch Kauf in den Besitz des Maurermeisters und Bauunternehmers Pfeil über.
Bersammlungen, Konzert«, Theater, Bergnfigungsnachrichten uf«.
* Der Oberhessische Touristenoerein hält Donnerstag abend 9 Uhr im Restaurant Eeebode seine diesjährige Hauptversammlung ab.
8 M. E B. Liederkraaz. Man schreibt uns: Im Schaufenster .Lur Blumenspende", Barfüßerstt. 44, sind gegenwärtig die aus dem letzten Gesangswettstreit in Dillenburg vom hiesigen Männergesangverein Liederkranz" errungenen Preise auf kurze Zeit ausgestellt. Der Verein erhielt in Dillenburg bei äußerst starker Konkurrenz den 4. Preis der 1. Stadtklaß« und im Wettbewerb aller Vereine den höchsten Ehrenpreis, den Kaiserpreis. — Bekanntlich gibt der genannte Verein am nächsten Sonntag, den 14. Jan., in den EtadtsSlen ein Konzert. Frau ftriba Maxheimer aus Wiesbaden, die Solistin des Abends, von dem bekannten Pianisten Alfred Fischer aus Hersfeld auf dem Flügel begleitet, wird eine besondere Anziehungskraft ausüben als die gefeierte Sängerin der Homburger Kurkonzerte. Das Programm der Mannev (fröre enthält neben klassischen und modernen Kunst-Chören auch volkstümliche Chöre und Volkslieder. Besonders sei aufmerksam gemacht auf den feurig-frischen „Sang vom Rhein" und den wehmütig-klagenden Chor: „Ein Wortlein". Eine eißcr.crtige Tonmalerei zeigt die große Ballade: „Die nächtlich« Heerschau" von Freih. von Zedlitz, komponiert von dem Fürsten der modernen Kunstchöre Jul. Wengert. Aeugerst tntereffant besonders für die Damen, und höchst belustigend sind di« beiden heiteren Schlußchöre „Das kluge Weibcheen« und „Orakel". Der Vorverkauf der Karten hat begonnen. Die Nachfrage ist sehr rege, sodaß das Konzert der „Kaiserpreis-Sänger" ein volles Hau» finden wird.
— Kirchhain, 7. Jan. Heute fkachmittag um 2 Uhr fand im Caft Mumenthaler eine Versammlung von ehemaligen Angehörigen de» Kurhesfischen Füsilier-Regiments Nr. 80 v. Gersdorf statt. Herr Georg Mumenthaler. welcher die sehr stark besucht« Versammlung etnferufen hatte, hieß die zahlreichen aus nah und fern erschienenen Kameraden herzlich willkommen und brachte bas Kaiserhoch au». Er hob dann her. vor weshalb die Versammlung einberufen sei und we'che Bedeutung dre Hundertjahrfeier des Regiments Nr. 80 habe. Als Vorstand wurde gewählt' 1. Vorsitzender Georg Mumenthaler hier, als Stellvertreter Zim- mermeister Johannes Nau, Großseelheim, Schriftführer und Kassenführer Kaufmann Wilhelm Römer II. hier, als Stellvertret-r Unterecsenbahn- Assistent Heinrich Groß hier. -
G» Treysa, 8. Jan. Der hiesige Israelitisch« Frauenverein beging gestern und vorgestern das Fest seines jährigen Jubiläums. Eingeleitet wurde dasselbe am Sonnabend tu der prächtig l geschmückten Synagoge durch einen Festgott esdiellst, M welche«