Nachdr. verboten.
6
gestanden
weniger
47. Jahrg.
1912.
und vollends hat sie bei allen Aufgaben der Sicherung und Wehrhaftigkeit unseres Vaterlandes, für die Ech der kommende Reichstag wahrscheinlich schon bald einzutreten haben wird, vollständig versagt. Verhängnisvoll wäre für die Entwickelung des Reiches, wenn die Sozialdemokratie mit ihrer staatsfeindlichen Verneinung in diesen grundlegenden Fragen jemals eine ausschlaggebende Stellung erlangen sollte. Wie also auch im Uebrigen die Gegensätze unter den bürgerlichen Parteien zum Ausdruck kommen mögen, bleibt doch das eine bestehen: Weder in der Hauptwahl noch in der Stichwahl kann ein in ernster Zeit um die Zukunft des Vaterlandes besorgter Mann seine Stimme den Sozialdemokraten geben.
— Wieder ein Spionagefall! Kiel, 6. Jan. Auf dem kleinen Kreuzer „Stettin" ist in der Kammer des Ersten Offiziers ein fest eingebautes mit Sicherheitsschloß versehenes eisernes Spind, das zur Aufbewahrung geheimer Dienstvorschriften bestimmt ist, erbrochen worden. Auf die Ergreifung des Täters wurden 300 M ausgesetzt. Nach Ansicht militärischer Kreise werden durch den Verlust der entwendeten Schriftstücke keine wichtigen militärischen Geheimnisse preisgegeben.
Der Krieq nm Tripolis
Gibt es Frieden?
Paris, 6. Jan. Dem- „Echo de Paris" wird aus London gemeldet: Gerüchtweise verlautet Said Pascha habe, um den Frieden mit Italien zu ermöglichen, folgende Kombinationen ins
Unser Weq oinn hinauf.
Roman von Lonrths-Rahler.
(Fortsetzung.)
Die alte Dame wußte nicht, wie weh sie ihrem Sohn mit solchen Worte» tat. Er vereinsamte innerlich neben ihr. Kein Wunder, daß Gittas warmherziges Verstehen, ihre Begeisterung für alle» Schön« eine Sait« in ihm erklingen lieh, di« ihn zu ihr hinzog.
Als er heut« morgen die Zusicherung eines sehr günstigen Engagements in einer anderen Tapetenfabrik erhalten, war die Mutter vor Freud« außer sich gewesen, weil nun da» ängstliche Sorgen und Quälen um des Leibes Notdurft und Nahrung ein End« haben sollte. Viertausend Mark Gehalt im Jahre — das war ihr ein märchenhafter Gedanke. Nun konnte man sich doch regen, sich mal etwa» zu gute tun und einen Notgroschen für die Zukunft zurücklegen. Für sie war ein großes, erstrebenswertes Ziel erreicht mit dieser Anstellung ihre» Sohnes. Darüber hinaus gingen ihre Wünsche für ihn nicht. War das nicht tausendmal bester, als wenn er Bilder malte, di« kein Mensch kaufen wollte!?
Auch et hatte sich gefreut über diese Verbesterung seiner Stellung. Zu sehr war «r von Geldsorgen gequält worden, um nicht eine große Befriedigung zu empfinden. Viertausend Mark, da» war gewiß ein« große Summe. Und nach dem ersten Jahr sollte sein Gehalt erhöht werden bei entsprechender Leistung. Daran wollt« er e» gewiß nicht fehlen lasten. Trotzdem seine Hauptaufgabe ihn auf ein anderes Feld verwies, leistet« er doch Tüchtiges in seinem Beruf.
Die Verbesterung seiner Lage war so plötzlich gekommen, daß cr*fTd) in gehobenster Stimmung befand. Und die lange schon in ihm schlum- mernd« Sehnsucht nach einem Wesen, dag ihn verstand in seinem Denken und Empfinden, mit dem er rückhaltlos über das, was ihn bewegte, sprechen kannte, trieb ihn dazu, seine Arme nach Gitta Staringer auszustrecken. Ein bißchen übereilt hatte er doch wohl gebandelt, — so sagte er sich jetzt. Aber trotzdem, — er war so schön gewesen, als sie mit glänzenden Augen zuhörte, da er von seiner Kunst sprach. Ein heißes Freuen war in ihm, daß er den frohen Mut gehabt hatte, sich Gitta zu eigen zu machen.
Und die Mutter?
Wie ein Schatten legt« sich der Gedanken an sie auf sein junges
Ein Fiemid des Kaisers.
Die „Daily News" veröffentlicht den Inhalt einer langen Unter- tcdung. die einer ihrer Vertreter mit Lord Lonsdale, einem alten eng- liscken Freunde unseres Kaisers hatte. Lord Lonsdale hofft, daß der Kaiser bei einem Besuche in England sein Heim in seinem Schloste Lowther aufschlagen roerbe; der Kaiser brauche nur zu befehlen. Werd« ihm der Kaiser die Erlaubnis geben, seine Worte wiederzugeben, so könnte er tausendlei anführen, daß die Engländer erstaunen lasten würde über seine warmen Gefühle England gegenüber. „Ich bin indesten überzeugt, daß der Kaiser die Haltung unserer Regierung nicht versteht. Zn bezug auf die Kriegsfurcht verstehe ich sie selbst nicht. Als ich Lloyd Georges Rede las, da kam mir die Ueberzeugung, daß diese Rede einen verhängnisvollen Einfluß auf die Maste der Deutschen ausllben müste. Die oberen Klasten und die Politiker freilich würden sie cum grano falls aufnehmen. Meine Erfahrung lehrt mich, daß in Deutschland ein gewisser Brotneid herrscht, wie er bei Nationen, die eifrige Handelskonkurrenten sind, nicht vermieden werden kann. Aber ich weiß auch, daß das deutsche Volk, was immer die Zeitungen sagen mögen, England stets als einen Freund erachtete. Man sagte sich: die beiden Nationen haben nebeneinander bei Waterloo gekämpft. Unser Kaiser ist ein großer Bewunderer Englands. Warum sollten diese beiden plötzlich miteinander zanken. Wenn der Kaiser nicht von vornherein entschlosten gewesen wäre, den Krieg zu vermeiden, kein Kabinett hätte ihn verhindern können: aber der Gedanke, daß der Kaiser je England oder seinen Handel angreifen werde, ist gänzlich grundlos. Zeder, der den Kaiser kennt, kann die Tatsache beeiden, daß er den größten Abscheu vor den Schrecken eines Krieges hat. Er würde eher alles tun, als einen Krieg Hervorrufen, wenn er nicht im Zntereste feines eigenen Landes dazu gezwungen wird. Aber er würde alles andere eher tun, als einen Krieg provozieren. Es gibt keinen größeren Soldaten, es gibt keinen größeren Soldaten, es gibt keinen größeren Geist!" Der Ausfrager erwähnte sodann Kapitän Fabers jüngste Rede, und Lord Lonsdale meinte, die darin enthaltenen Andeutungen seien absurd. „Zch fordere den größten lebenden Staatsmann heraus, mir das Gegenteil zu beweisen," sagt« Lord Lonsdale, „wenn ich sagte, daß die Deutschen nie die geringste Absicht hatten, England anzugreifen. Das liegt nicht in ihrem Plan. Ts war wahrlich kein Kunststück .der deutschen Flott« nachzuspüren: denn eg war um jene Zett verabredet, daß die britische Flotte mit der deutschen an der norwegischen Küste zusammentreffen sollte, um Freundschaft miteinander auszntauschen, und ich glaube, der Kaiser selbst hatte beabsichtigt, an dieser freundschaftlichen Begegnung mit seiner Zacht teilzunehmen. England mag überzeugt sein, daß hinter der militärischen und entschlvssenen Natur des Kaisers ein überaus güttges Herz sch.Rgt. Seine Abneigung gegen die Schrecken des Krieges, durch die Tausend« ihr« Liebsten vet- lreren würden, beeinflußt ihn in hohem Matze "
Auch der frühere Marinemtnister Mac Kenn« hab« .obwohl er auf Anordnung des Kaisers von jeder Einzelheit der deutschen Flottenbauten unterrichtet gewesen sei. dennoch mehr kriegerische al» korrekte Erklärungen abgegeben. Lord Lonsdale schloß mit den Worten: „Zch bin über- zeugt, daß. es keinen besseren Alliierten gibt und keinen Menschen, der für England, die Engländer, den englischen Sport und alles Englische Lberhaupt mehr Zuneigung besitzt, soweit es sich mit den Znteresten seiner eigenen Nation verträgt, als den deutschen Kaiser."
Di« Ausführungen der Lord erscheinen uns mehr für ihn, als für unseren Kaiser bezeichnend. Sie tragen den Stempel serviler Schmeichelei.
Auge gefaßt: Die Türkei würde die Eyrenaika dem Khedive von Aegypten und Tripolis dem Bey von Tunis überlasten, die ihrerseits diese Gebiete an Italien abtreten würden. Hierdurch glaubt Said Pascha die Fiktion aufrechterhalten zu können, daß er moha- medanisches Land keinem christlichen Herrscher preisgegeben habe. Es sei jedoch zweifelhaft, ob eine solche Lösung angenommen werden könne, da Frankreich und England dadurch in eine heikle Lage geraten würden.
Man vergleiche hierzu aber den folgenden Drahtbericht: Konstantinopel, 7. Jan. Ein offiziöses Kommunique stellt fest, daß die in tendenziöser Weise verbreiteten Gerüchte über die Absicht eines Friedensschlustes jeder Grundlage entbehren. Die Pforte bahnte keinerlei Verhandlungen an und sondierte auch keine europäische Kanzlei. Angesichts der heroischen Verteidigung der ottomanischen Kämpfer und der militärischen Lage gehe die Meinung der offiziellen Kreise des ottomanischen Volkes dahin, daß auf der Grundlage der italienischen Ansprüche von Frieden keine Rede sein könne.
Jedenfalls dauern die Kämpfe fort: Rom, 6. Jan. Die „Aaenzia Stefani" meldet'aus Tripolis von 5. Januar: Mittags rückten Araberscharen mit regulären türkischen Truppen auf Ain Zara vor, zogen sich jedoch infolge des Artilleriefeuers der Italiener zurück.
Englands Türkenfrenndschaft.
England hat sich natürlich mit der Abtretung der Solnm- bucht nicht begnügt, sondern bereits wieder ein Stück der Türkei mit Beschlag belegt: Konstantinopel, 6. Jan. Die englischen Truppen haben endgültig die Halbinsel Sinai besetzt. Die Befestigungsarbeiten werden sofort begonnen werden. Es ist für diese Arbeiten nur eine kurze Frist angesetzt wrden.
S a l o n i k i, 6. Jan. Ein sehr ernster Zwischenfall ereignete sich gestern zwischen dem englischen Konsul und dem Wall. Der Konsul hatte sich zu dem Mali begeben, um ihm einige Forderungen bezüglich eines Engländers, dessen Rechte verkannt worden waren, zu übermitteln. Der Walt antwortete, daß die Kapitulationen abgeschafft seien und daß der Konsul kein Recht habe, einzuschreiten. Es kam darauf zu einem lehr lebhaften Wortwechsel zwischen den beiden Männern, und schließlich wurde der Konsul aus dem Hause geworfen. Der Konsul erklärte, daß, wenn nicht innerhalb akbtundvierzig Stunden der Mali sich bei ibm entschuldigt haben würde, seine Regierung zu einer Einmisch"™ gezwungen wäre.
Glück. Was würde fi« sagen zu dieser plötzlichen Verlobung? Und wie würde sie sich zu Gitta stellen?
Er warf wie trotzig den Kopf zuruck. Warum stand er denn hier und tigerte, hinaufzugehen? Fürchtete er sich, ihr die Eröffnung zu machen? Warum nur? Er war fast dreißig Zähre, und sein Einkommen war nun groß genug, um auch noch mit für ein« Frau zu reichen, die so schlicht und ansprchslos war, wie diese junge Lehrerin. Es würde sich gar nicht viel zu ändern brauchen. Die Mutter blieb natürlich bei ihm. Gitta war ja sofort damit einverstanden gewesen. Und die beiden Frauen würden schon miteinander auskommen. Die Mutter war alt. Gittas junge Kraft würde ihr manches abnehmen können im Haushalt.
Ein biß-ben brummen würde di« Mutter ganz sicher, weil er eine arm« Frau ins Haus bracht«. Aber mochte sie brummen: schließlich würde sie sich darein finden. Also nun hinauf zu ihr und gebeichtet. Morgen wenn et ihr Gitta brachte, muß'e der erste Groll verraucht sein. Er eilte hinauf und öffnete mit seinem Schlüssel die Korridottüre. Als er am Garderobeständer Hut und Paletot ablegte, sah et einen fremden Herrenhut hängen: und nun hörte er auch warmes, sonores Lachen aus dem Wohnzimmer schallen.
Verwundert öffnete er die Tüt und trat ein. Es war ein behaglicher Raum mit gutoehaltenen alten Möbeln, deren Politur im Lampenlicht blitzte. An den Fenstern hingen weihe, in regelrechte Falten geordnet« Gardinen, und auf dem runden Tisch vor dem Sofa war das einfach« Abendessen aufgestellt. Auf einem schmalen Holztritt stand am Fenster Frau Henriette Fe'dhammers Nähtisch mit einem großen, bequemen, lederüberzogenen Sessel. Zn diesem Sessel pflegte Georg» Mutter den größten Teil des Tages zu verbringen, mit einem Strickzeug oder einer Näherei beschäftigt. Sie sah dann oft über die runden Brillengläser hinaus auf die Straß«, um zu sehen, wer vorüberging.
Auch jetzt hatte fi« diesen Platz eingenommen. Sie war eine große hagere Frau mit scharfen, versorgten Zügen. Sie hielt ein Strickzeug in den knackigen Händen, auf denen die Adern stark hervortraten, und sah Georg entgegen.
Vor ihr in einem Stuhl hatte ein großer, schlanker Mann gesessen, der sich nun erhob und sich mit lächelnder Erwartung im Blick dem Eintretenden zuwandte.
lieber Georgs Gesicht flog ein erstauntes, ungläubiges Lächeln: aber dann trat er schnell auf den Fremden zu und reicht« ihm beide Hände.
„^ermann, — du, bist du es wirklich?! Fast hätte ich dich nicht et* I kannt!" rief «r mit warmer Freude im Ton.
Ausland.
** Englisch-japanische Deutschenhetze. In englischen Blättern finden wir die Nachricht, Deutschland beabsichtige Schantung z« besetzen. Natürlich ist. wie von zuständiger Stelle bestätigt wird, kein Wort davon wahr. Man sieht aber wieder einmal deutlich, zu welchen unglaublichen und törichten Verdächtigungen sich die englisch-japanische Hetze gegen Deutschland versteigt. Gerade diese neueste Probe der Deutschenhetze ist besonders deshab so unsinnig, weil gerade Schantung während der ganzen Revolution sich durchaus ruhig verhielt, so daß Deutschland durchaus keinen Grund hätte, einen Schritt, wie den ihm hier zugemuteten zu tun. Auch die japanischen Blätter fahren immer wieder fort, Deutschland in der gehässigsten Weise zu verdächtigen. Erst waren es di« Handelsverträge, dann Marokko und Tripolis, die hierzu Anlaß geben, jetzt aber muß die chinesische Revolution dazu herhalten. So meldete ein Nachrichtenbureau in Tokio, deutsche Offiziere hätten in voller Uniform an den letzten Kämpfen der Kaiserlich», gegen die Revolutionäre in Hankau teilgenommen und ihre Aktionen geleitet. Und wirklich fand sich eine Reihe japanischer ' Blätter, die diese dreiste Lüge widerspruchslos abdruckten.
** Die spanisch-französischen Verhandlungen. Paris, 6. Jan. Zu den französisch-spanischen Marokkoverhandlungen schreibt der Londoner Korrespondent des „Temps" u. a.: Man hofft in eng« lifchen Kreisen, daß die Franzosen und Spanier sich bei den Ver- Handlungen etwas weniger schroff zeigen werden. Die Annahme, daß England auf Spanien eine Pression ausüben werde, ,st eine irrige. Wenn die englische Regierung überhaupt interveniert, dann würde es nur zu dem Zwecke geschehen, die beiden Parteien zu gegenseitigen Zugeständnissen zu zwingen. Die englische Regierung will sich gewiß nicht mit Frankreich entzweien, aber ebenso großen Wert legt sie darauf, ihre guten Beziehungen zu Spanien zu erhalten Der tiefliegende Grund dieser Freundschaft nut Spanien ist strategischer Natur. England will, daß seine Geschwader an der ganzen liberischen Halbinsel sicher seien. Zu diesem Zweck fördert es mit allen Kräften die Wiederaufricktung der^spanifck-^
D-Utschss Reich.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." und die Wahlen. Berlin, 6. Jan. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: In die kommende Woche fällt der Termin für die Hauptwahl zum Reichstage. Wir haben dargelegt, welche Grundsätze bei der Wahl für jeden staatstreuen Mann maßgebend fein sollten und es war nicht unsere Aufgabe, für oder wider diese oder jene bürgerlicke Partei Stellung zu nehmen. Worauf es ankam, war. einen Blick von dem Hader der Parteien hinweg auf die großen Aufgaben des kommenden Reichs- M V5 ’U Teufen und darauf hinzuweisen, wie die Sozialdemokratie sich zu diesen Aufgaben stellt. Ist die sozialdemokratische Partei gelegentlich auch einmal aus ihrer beständigen Negation heraus« getreten, so hat sie doch bei den großen Werken unserer Gesetzgebung zum Schutze der nationalen Arbeit wie zum inneren Ausbau des
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
Dieser lachte und drückte sest die ihm gereichten Hände.^
<X* bin es in Lebensgroße, mein Zunge: obwohl mich deine Mutter erst durckaus nicht anerkennen wollte. Sie b"" mich entschieden für einen Gauner oder Hochstapler, als ich vor ^ner Stunde bescheiden an. fragte, ob ich mich zu einem Butterbrot nut Bratäpfeln einlaben dürfe.
Georg lachte. ,
„Butterbrot und Bratäpfel, — daran denkst du noch?
Und ob ich noch daran denke! Das vergesse ich Mama Feldhammer nie "daß sie das arme Schreiberlein so manchesmal an diesem köstlichen Mal ihres Einzigen teilnehmen ließ. Zunge, so gut hat es mir feiten wieder geschmeckt wie damals."
„Dann komm und laß uns heut« wieder zusammen schmausen Ich habe Hunger. Guten Abend. Mutter. Bist wohl «nicht wenig Überrascht gewesen, als Hermann so plötzlich vor dir stand?
Hermann Hartwig lochte.
„Ausgesperrt hat fie mich im ersten Schreck." „ ,
3a, soll man da nicht erschrecken, wenn ein wildfremder Mensch so mir nichts, dir nichts Einlaß begehrt. Al» Sie vor fieMn ober «4* Zähren von Berlin fortgingen, waren Sie Jo ein blafles, spillerige» Kerlchen mit einem kleinen Lippenbärtchen. Und jetzt kommen Sie daher, gekleidet rote ein Graf, groß und stattlich und mit einem schwarzen Vollbart. So gute Augen wie der Georg habe ich nun nicht mehr, lieber Hermann."
Eie hatten sich um den gedeckten Tisch gesetzt.
Run sag mit nur erst, — rote kommst du hiehet? Daß e» dir flrt geht,"hast du un» geschrieben, «u» aller Herten Länder flogen un» beim kurzen und erbaulichen Episteln zu. Hast dich «acker herumgetrieoen, M Feuerkopf. Und nun?" , ,, , ,
„Run gehe ich hier in Berlin vor Anker und ruhe mich auf meinen Lorbeeren au». Zch habe das Nomadenleben satt"
Georg sah ihn freudig überrascht an.
„Wirklich? Du bleibst hier?"
Hermann Hartwig lachte.
„Wie du mich hier stehst, Mn ich al» Chefredakteur bet i- r W.- Zeitung angestellt. Da» verdanke ich vor allem meinem sogenannte» Kunstverständnis. Zch werde in Zukunft in Berlin ein Wvrtchen mit» sprechen dürfen Über alle», was Kunst und Wissenschaft beißt.
Georg schüttelte ihm die Hand und sah ih« warm in bte AuMN.
tFortsct ' ' folgt.)
M 6
Iie , L i-trNrssilcke Rettung" er,cheinl täglich mit «usnah nc der E^nn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen S.25 -ck (ohne Bestellgeld), bet unseren Zeitnngsstellen und der Erpeditton (Markt 21) 2.00 * frei in« HauS. (Für unvet- langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung., Druck bet llniv.-Buchdrucketei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hitzerothi. Marti 21. — Telephon 55.
Marburg
Dienstag. 9 Januar
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zelle oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zelle 60 d. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. — Zahlungen im Post- scheckoerkehr •— ohne Portokosten — unter Nr. 5015 de» Postscheckamtes Frankfurt a. M.