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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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£:eCberbtfhfibe Rettung" enqcrnt täglich mit »u!«t w der e nn> und Feiertage. Ter Bezugspreis beträgt vierteljährlich lurch die-Post bezogen S.25 * lohne Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei in« Hau«. (Für unver­langt zugesondte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der »niv.-Buchdrnckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 65.

Marburg

Sonnabend. 6. Januar

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7 gespaltene Zeile oder deren Raum 16 bei amtlichen und au-ivärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Bei Kontur« kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz», Datenoorschrist und Beleglieferung «msgeschlofsen. Zahlungen im Post­scheckverkehr ohne Pottvkosten unter Nr. 6015 de« Postscheckamtes Frankfurt a. M.

41» Jahrg.

1912. !

Tie Wablpa'ole der Regier unq.

Berlin, 2. Fan. Zur Reichstagswahl schreibt di«Norddeutsche Allgemeine Zeitung": In wenigen Tagen wird das deutsche Volk zur Reichstagswahl an die Urne treten. Der Wahlkampf hat ein« einzelne, klar formulierte große Frag«, die von den Wählern einfaches Ja oder Nein verlangt, nicht in den Vordergrund gerückt. Darin liegt die Schwierigkeit der Ausgabe, vor di« die Nation gestellt ist. Sie soll durch den Streit um di« Finanzreform, durch die widerstreitenden Ansprüche der Parteien und wirtschaftlichen Gruppen, durch Mißmut und Unzu- friedenheit aller Art hindurch den Weg zu finden, den die gedeihliche Fortentwicklung des Vaterlandes verlangt. Die Agitation, die seit Jahr und Tag den Kampf der Parteien in alle Kreise und Verhältnisse hinein­trägt. hilft der Wählerschaft nicht zur Klarheit. Aus dem Gewirr von leidenschaftlichen Erörterungen über die Parteien und ihre Gruppie­rung, über die Koalitionen, di« zu schließen und über die Fronten, die zu nehmen sind, hat sich kein leitender Gedanke entwickelt, der als Richt­schnur dienen konnte. Und doch liegen die Dinge einfacher als es den Anschein hat. Wer unbefangen die Entwicklung Deutschlands in den letzten vier Jahrzehnten überschaut, wird finden, daß das Gesamtergebnis zu pessimistischen Betrachtungen keinen Anlaß gibt. Die in der Verfassung vorgesehenen Institutionen haben sich zu leistungsfähigen Organen ent­wickelt und fast auf allen der verfassungsmäßigen Einwirkung des Reichs zugänglichen Gebieten erfolgreich gewirkt. Die Einheit des Rechts und die Einheitlichkeit des Gerichtsverfahrens sind die Politik des Schutzes der nationalen Arbeit, und sie hat die Landwirtschaft, den Handel und die Industrie zu hoher Blüte entwickeln helfen und die in der Nation schlummernden Kräfte zu machtvoller Betätigung geweckt. Die sozialen Verschiebungen, die dem schnellen wirtschaftlichen Auf­schwung folgen mußten, haben sich ohne Erschütterungen vollzogen dank der weitgehenden gesetzlichen Fürsorge für die arbeitenden Klasien und die wirtschaftlich Schwachen überhauvt. Trotz der erheblichen Aufwen­dungen, welche die sozialpolitische Gesetzgebung dem Reiche und dem Volke auferlegte, ist für die Schlagfertigkeit des Heeres ständig gesorgt tinb eine leistungsfähige Flotte geschaffen worden. Menn die Finanz­politik des Reichs nicht immer den Anforderungen genügt, die di« sach­gemäße Erfüllung aller dieser Aufgaben stellte, so können wir heute sagen, daß auch die Finanzen des Reich« auf einer festen Grundlage stehen, die uns ohne ernstere Sorgen den kommenden Aufgaben entgegen­sehen läßt. Alles ist erreicht worden, weil der staatsrechtliche Aufbau des Reichs gesund und die inner« Kraft des Volkes durch den Kampf der Parteien wohl abgelenkt ist, aber nicht zerstört werden konnte.

Freilich liegen aber auf diesem erfreulichen Bild«, unserer Entwicke­lung tiefe Schatten. Noch heut« steht ein großer Teil unseres Volkes unter der Botmäßigkeit der Sozialdemokrati« unseren nationalen Aus­gaben ablehnend und verständnislos gegenüber. Noch heut« sieht die Sozialdemokratie das Heil ihrer Anhänger in der Absonderung von den übrigen Klaffen der Bevölkerung und in der Zertrümmerung der be­stehenden Staats- und Wirtschaftsordnung. Hier Wandel zu schaffen, ist und bleibt eine unserer wichtigsten Aufgaben. Die geschichtliche Ver­gangenheit unseres Volkes soll uns noch «in Anderes nicht vergeffen lassen. Vierzig Jahre hat das deutsche Volk an seinem Haus« gebaut und für seine wirtschaftliche Entwickelung gesonnen und geschafft. Mit dem wirtschaftlichen Emporsteigen ist sein Friedensbedürfnis gewachsen und manche haben angefangen zu glauben, daß die eigene BeiSttgung der friedliebenden Gesinnung genüge, um der Welt den Frieden zu er­halten. Die zeitweilig schwierig« Weltlage hat uns im vergangenen Jahre gezeigt, daß dem nicht so ist. Ein wirtschaftlich aufstrebendes Volk in dem alle Vollerer Welt in steigendem Maße einen Konkurrenten des Handels und der Industrie erstehen sehen, ist des Friedens, den es für seine wirtschaftliche Entwickelung braucht und zu erhalten besttebt sein muß, nur sicher, solange Heer und Flott« genügen, um die Grenzen und die Interessen zur See wirksam zu schützen. Daraus folgt: Wir brauchen einen Reichstag, der bereit ist, unsere bisherige Wirtschaftspolitik, die Poltik der Handelsverträge und des Schutzes der nationalen Arbeit weiterzuführen. Wir brauchen einen Reichstag, der be­reit ist, unsere Sozialpolitik, die Bürgschaft der

Nachdr. verboten.

Unser Weq nina u n iuf

Roman von $. Tourths-Michler.

(Fortsetzung.)

Ja, ja, nur weiter," drängt« Julia Schraub«, atemlos vor Interesse.

Eitta fuhr fort.

Ich habe dir doch erzählt, daß er immer sehr artig grüßt«; und einmal, als wir an seiner Tür in der Hast zusammenstießen, sprach er mich um Verzeihung bittend an, und wir gingen unseren Weg mit­einander."

Ja doch, das weiß ich doch schon alle»."

Eitta küßt« sie lachend auf di« Wange.

Es muß der Reihe nach gehen, Schräubchen. Sieh, nun gingen wir oft miteinander; und er erzählte mir manches aus feinem Leben. Er hätte gern ein großer, berühmter Maler werden wollen. Aber sein Vater ist früh gestorben, und sein« Mutter bekommt nur eine ganz kleine Pension. Da hat er denn so schnell wie möglich verdienen müssen und ist in der Fabrik, wo er jetzt noch ist, al« Zeichenlehrling eingetreten.

Leicht ist <« ihm nicht geworden, sein« hochfliegenden Pläne auf- Sgben. Ich konnte ihm das alle« so gut nachfühlen und habe ihn ge­ltet, so gut ich konnte. Vielleicht bricht sich sein Talent trotz allem Bahn. Er ist fleißig und malt jeden Sonntag zu Hause, um sich weiter pt bilden. Siehst du, so find wir ganz alt« Freude geworden. Und Ich, ich habe ihn mit der Zeit immer lieber gewonnen. Aber ich ließ mir da« natürlich nicht merken."

Eie mußte *te kleine Paus« machen und stricht fich da« Haar hinter» vhr. Dann erzählt« st« weiter.

freute nun, al» ich au» der Konferenz kam, begegne ich ihm auf dem Nachhauseweg. Es fiel mir auf, daß er sehr vergnügt aussah. Er frogte: Kommen Sie heute so spät au» der Schul«?"

Au» bet Konferenz."

Ah so. 6t« gehen aber nach -auf«?"

3*

;Darf ich mit Ihnen gehen?"

Gewiß, gern." \

friedlichen Entwicklung im Innern, ruhig und be» sonnen fortzusetzen. Wir brauchen einen Reichstag, der bereit ist, Heer und Flotte dauernd im Zu st and Höch st er Leistungsfähigkeit zu halten und die Lücken unserer Rüstung zu schließen. Bei der Lösung aller dieser Aufgaben pflegt die Sozialdemokratie ihre Mitarbeit zu versagen. Da­rum ist die endlich« lleberwindung dieser Partei, deren Bestehen eine Gefahr bedeutet für die nationale Geschlossenheit unseres Volkes wie für die Erhaltung des politischen, geistigen und sittlichen Erbes unserer Väter eine Lebensfrage für unser Vaterland. Wer sich das alles vor Augen hält, wird fich klar darüber sein, daß keinpflichtbewußter deutscher Mann am 12. Januar an der Wahlurne feh­le n d a r f. Er kann auch nicht im Zweifel darüber sein, gegen wen et die Front zu nehmen hat.

Französische. * ihmmnr.

DieFrance miltaire", das offiziöse Pariser Armeeblatt, bringt in seiner Jahresübersicht von 1911 folgende Ausfälle gegen Deutschland: Für uns war die Marokkokrise das wichtigste Er­eignis von 1911. Sie beschäftigte ganz Europa, und sie kulmi­nierte in folgenden drei Punkten: Erstens hat Frankreich tat­sächlich seine marokkanischen Ziele erreicht, zweitens hat Deutsch­land als gerechte Züchtigung für seine Unverschämtheit eine Demütigung erlitten, die es uns zugedacht hatte, drittens erscheint der Dreibund weniger solide als die Tripelentente, die sich infolge der Ungeschicklichkeit und der unerträglichen Drohungen Deutsch­lands festigte. Es ist bedauerlich, daß man vor einer Lösung durch Kanonen zurückschreckte, da wir doch notwendigerweise dazu gedrängt wurden. Agadir war nur ein sekundärer Anfall der moralischen und materiellen Krankheit des Stolzes und des Wachstums, mit der das preußische Deutschland behaftet ist. England, Rußland und Frankreich müssen sich auf neue, noch ge­fährlichere Ausbrüche dieser Krankheiten vorbereiten."

DieFrance militaire" entspricht in ihrer Bedeutung un­gefähr unseremMilitär-Wochenblatte". Ihre Ausführungen, so lächerlich sie uns auch scheinen mögen, sind also immerhin als bezeichnend für die Stimmung der leitenden militärischen Kreise Frankreichs zu beachten. Sie bilden ein würdiges Gegenstück zu dem pomphaften Empfange des durchgcbrannten Herrn Lux. Frankreich wartet genau so wie vor 40 Jahren auf dieLösung durch die Kanonen"; wenn seine Helden bis jetzt tiut in Zeitungsspalten gewütet haben, so ist daran lediglich die Furcht, die blasse Furcht vor unserer starken und kampfbereiten Wehrmacht schuld.

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Politische Umschau.

Englische Disziplin.

Wir brachten gestern die Drahtnachricht von einer Meuteret schottischer Soldaten, die schließlich ihr Ende darin fand, daß ein Offizier einen gemeinen Soldaten zumGottesurteil" durch Boxen heransforderte und ihn zu seinem und des englischen Heeres Glück besiegte. Diese Meldung wirft ein helles Streiflicht auf die Zustände in der britischen Armee. Dem englischen Sol­daten ist es durchaus nicht selbstverständlich, daß das Wort des Vorgesetzten für ihn oberstes Gesetz ist. Bemerkenswerte Bei­spiele liefert der amtliche Bericht über die letzten englischen Manöver. Zunächst hielten es volle 32 000 zu den Uebungen ein­berufene Leute, also ungefähr drei Divisionen, überhaupt nicht für nötig, dem Gestellungsbefehle Folge zu leisten. Sie blieben einfach weg. Was aber von den Mannschaften wirklich kam,

Und so gingen wir nebeneinander durch die Straßen. Et erzählt« mir freudig erregt, daß er zum ersten Januar ein Engagement in eine andere bedeutendere Tapetenfabrik erhalten hat und gleich das doppelte Gehalt bezieht, als erster Zeichner. Viertausend Mark, Schräubchen; denk nut mal. Wir waren inzwischen hier unten am Hause ange­kommen. Ich wünsche ihm unten im Hausflur herzlich Glück und schaue so recht erfreut in sein strahlendes Gesicht. Da da, siehst du, so ist es gekommen. Mit einem Male faßte er mich bei beiden Händen und fagt mit ganz närrische, liebe Worte. Er sei mir schon lange gut, habe nur nicht an Heiraten denken können. Aber nun habe er eine Lebensstellung und gutes Gehalt; ich solle seine Frau werden. Ich verstehe ihn so gut und müßt so lieb auf alle seine Kümmernisse etnzugehen. Mein froher Zuspruch habe ihn so manchmal aus trüben Gedanken gerissen. Und, ja stehst du. dann hatte et mich plötzlich im Arm und küßte mich. Und ich, ich lachte und weinte durcheinander. Weil wir doch nicht länger im Hausflur stehen bleiben konnten und uns noch so viel zu sagen hotten, sind wir in ein Cafe gegangen. So, nun weißt du alles, Schräubchen. Run denke nur, keine Schule mehr, keine nör­gelnden Vorgesetzten. Ich werde einen guten lieben Mann haben, einen kleinen, schmucken Haushalt; kannst du dir denken, wie es in mir aus- fieJj!?

Julia Schraube nickte mit feuchten Augen.

Ja. Kindelchen, ja. Aber so schnell, hast'du dir das auch reiflich überleg!?"

Ei.ia sah verträumt vor fich hin. Sie sah im Geiste ihren 93er» lobten r:r sich, wie er sich zu ihr niederbeugte und ste so sehnsuchtsvoll mit den erogen dunklen Augen ansah. Sie hätte seine zärtlichen liebe­vollen Worte wieder und fühlte sich von seinem Atm umschlungen. So heiß und durstig hatten seine Lippen die ihren gesucht. Wie Feuer war es durch ihre Adern gedrungen, und willenlos hatte sie an feinem Herzen geruht, als er sagte:

Nun bist du mein« Braut, Eitta. Und bald, sehr bald soll unser« Hochzeit sein. Ich brauche dich; denn in deinem Wesen ist etwas, was mich hinaushebt über mein kleinliche» Dasein." Sie erbitterte noch jetzt in der Erinnerung an den leidenschaftlichen Ton und strich fich über di« heiße Stirn.

lleberlegi? Schräubchen, da gibt e» nichts zu überlegen. Mr haben en» lieb; und ich bin glücklich, unendlich glücklich."

da» war auch danach. Ihre Disziplinlofigkeit nahm allmählich nach dem Bericht des Kommandeurs derartige Formen an, daß ganz ernsthaft im Kriegsministerium die Frage erörtert werden mußte, wie derartigen Vorkommnissen abgeholfen werden kann, um die Landesverteidigung wenigstens halbwegs aufrecht erhalten ' zu können. Der Kriegsminister hat den Kommandeuren au» diesem Grunde folgenden Vorschlag zur Begutachtung unter» breitet, der von der Zuchtlosigkeit der englischen Soldaten Bände erzählt: Es sollen jedem Mann, der sich zu den Uebungen ein« stellt und dabei keinen passiven Widerstand zeigt, sondern sich 15 Tage lang allen Anforderungen fügt, Eeldentschädigungen in Höhe von 3 <M. für jeden Tag eines guten Betragens ausgeworfen werden. Die Entschädigungen sollen am Ende der 15tägigen Uebungszeit zahlbar sein und einen Gesamtumfang von 45 Jk erreichen. Für besonders hervorragende Dienstleistungen wäh­rend der Uebungszeit sollen außergewöhnliche Belohnungen von 1 Pfund Sterling gezahlt werden. Der Vorschlag ist von den meisten militärischen Stellen als durchaus annehmbar und als das einzige Mittel bezeichnet worden, die Freiwilligen der Terri­torialarmee zu den Uebungen heranzuziehen. Es ist darum große Aussicht vorhanden, daß er dem Parlament vorgelegt werden wird, um die Mittel, die dafür notwendig sind,» zu erhalten. So sieht es mit der Zucht des englischen Soldaten aus. Man kann daraus erkennen, welch ein wertvolles Material und Kriegswerk­zeug England in seinem Heere hat.

Deutsches Reich-

Maßnahmen zur Verhütung von Entgleisungen. Wie mitgeteilt wird, hot di« Eisenbahnverwaltung zur Erhöhung der Sicherheit bei Eisenbahnfahrten, besonders bei sogenannten Eefahrstellen, neue Maß­nahmen angeordnet. Es werden auf denLangsamfahrstrecken" bei Gleiskreuzungen und Gleiszusammenläufen in einer (Entfernung von 100 Meter vor den betreffenden Stellen besondere Tafeln aufgestellt wer­den, di« dem Lokomotivpersonal die vermindert« Eefahrgeschwindigkeit angeben. Die Geschwindigkeit von 25 Klm. ist von dem Standort der Tafel ab so zu ermäßigen, daß die Eefahrstellen mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit zu durchfahren sind. Nach dem Durchfahren der Eefahr- punkte ist die fahrplanmäßig« Fahrgeschwindigkeit wieder aufzunehmen.

Wieder ein Spionagefaß. Koblenz, 4. Jan. Ein Koblenzer Prozeßagent, der mehrere Jahre bei der französischen Fremden­legion gedient hat, ist unter dem Verdacht, für Frankreich Spio­nagedienste geleistet zu haben, von der Staatsanwaltschaft ver­haftet worden.

Zum ProzeßGrenzboten" kontraPost". Berlin, 4. Jan. Zu dem Beleidigungsprozeß des Herausgebers derErenzboten", Cleinow, gegen diePost" veröffentlicht dieNordd. Allgem. Ztg." folgende Zuschrift des in der Verhandlung genannten früheren Redakteurs derPost", Dr. Hermann Löfft: In der Wiedergabe angeblicher Aeußerungen des Legationsrats Heilbron über die Ziele der deutschen Politik in Marokko liegen von der beklagten Seite offenbar Verwechselungen vor. Von mir wurde über diese Gespräche nie etwas gesagt, was auch nur ein Miß­verständnis in der Richtung der getanenen Aeußerungen be­gründen könnte. Die Angaben find in allen Hauptsachen un­richtig. Leider unterließ es die beklagte Partei, mich von ihrer Abficht, die angeblichen Gespräche veröffentlichen, zu unter­richten. Ich würde auch im Falle der Veröffentlichung vertrau­licher und persönlicher Gespräche außerordentlich peinlich berührt gewesen sein, wenn die Angaben richtig waren, was aber, wie ich nochmals betone, nicht der Fall ist.

Fräulein Schraube faltete die Hände.

Gott erhalte dir dein Glück, Kindelchen, wenn ich auch nun wieder sehr einsam sein werde, wenn du fortgehst von mir."

Aber Schräubchen, weit gehe ich doch nicht Wir werden hier im Hause wohnen bleiben, mit seiner Mutter zusammen. Vielleicht nehmen wir die kleine Mittelwohnung noch dazu, di« Opern frei wird. Darüber haben wir schon gesprochen."

So, seine Mutter bleibt bei ihm? Nein, Kindelchen, da» würde ich nicht leiden. Ms tut nicht gut."

,Aber Schräubchen, ich werde ihn doch seiner Mutter nicht ent­fremden. Ich freue mich doch so sehr, daß ste nun auch mit eine Mutter fein soll."

Fräulein Schraub« schüttelte besorgt den Kopf.

Kindelchen, die Frau Feldhammer soll eine sehr mürrische und un­gemütliche Dam« sein. Hier im Hause hat ste niemand gern.

Eitta lachte in stch hinein.

Ein bißchen brummig steht sie aus; aber das wird sich ändern. Ich will so ließ und freundlich zu ihr sein, daß sie gar nicht anders tarnt, als mich auch lieb haben."

Julia Schraube küßt« Eitta auf die Wange.

freilich du schaffst es vielleicht. Sie müßte kein Herz int Leib haben, wenn fi« dich nicht lieb gewänne. Aber trotzdem, besser ist es doch, fie ist nicht mehr mit euch zusammen. Ueßerlege dir das reichlich. Etwas Gutes kommt nicht dabei heraus."

Siebe treue Seele, nun denke doch nicht so jämmerlich. Ich bin s« unmenschlich glücklich heute abend. Und morgen früh, wenn ich aus­stehe, vielleicht schlafe ich auch gar nicht vor Glückseligkeit. Morgen ist Sonntag. Wenn ich da aufwache, ist nrin erster Gedanke: ich bin Braut. Um elf Uhr holt er mich ab, um mich zu seiner Mutter zu bringen Nein, ich werd« lieber nicht schlafen; e» ist schade, solch eine Nacht zu verschlafen."

Fräulein Schraub« schüttelte sorgenvoll den Kopf.

Willst wohl morgen früh aussehen wie ein Nachtlicht. Schlafe, mußt du auf alle Fälle, damit du frisch ausstehst, wenn et kommt."

®» lag so viel ehrlich« Sorge in ihren Worten, daß Eitta g» war.

(Fortsetzung folgt.)

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