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mit dem Kreisölatt Mr die Kreise Marbmg und Kirchham
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1913.
Erftes Blatt
gehindert in einem demokratischen Organ in einem gegen di« Militärbehörden unfreundlichen Sinne äußern durfte.
— Der neue Beruf des ehemaligen Bürgermeisters und Fremdenlegionär» Trömel. Berlin, 30. Dez. Herr Trömel, ehemals Bürgermeister von Usedom, dann Fremdenlegionär, ist jetzt zum Mitarbeiter des „B. T." avanciert. Zn einem Artikel verteidigt er die Fremdenlegion. Er bemängelt an dieser nur einig« Organisationsfehler, von deren Beseitigung er sich verspricht, daß die heftig« Bekämpfung der Legion um viele» stiller werben dürfte. Diese Ansicht wird bei der Vergangenheit Trömel» nicht Wunder nehmen.
— Eine seltsame Ansicht. Straßburg, 30. Dez. Der Augu- stinus-Verein für die katholische Presie Deutschland» (Landes» gruppe Elsatz-Lothringen) hat gestern in außerordentlicher Tagung in der Angelegenheit seine» Mitglieds, des Redakteur» Kaestle vom „Elsässer", gegen die in der Presie und von einzelnen Organisationen im Reiche erhobenen bekannten Vorwürfe einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: „Die gegen Redakteur Kaestle erhobenen Vorwürfe sind in keiner Weise berechtigt. Weder wurde die Standesehre verletzt, noch wurde ein Ehrenwort gebrochen oder das Redaktionsgeheimnis preisgegeben. Auch wurden die Namen der Unterzeichner des Schriftstückes nicht mitgeteilt." — So?, ।
Marburg
Mittwoch, 31. Dezember
Reklamen di« Zeil« 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. — Zahlungen unter Rr. 5015 b«s Postscheckamtes Frankfurt a. M.
Die .Obrrhesfisch« Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der B e, u g s p r e i s beträgt vierteljährlich durch die Post 2.25 <* (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 «M frei ins Haus. — Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der llniv^ Buchdruckerei I. A. Koch (Znh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Zn den großen wirtschafts - und sozialpolitischen Fragen haben sich die Gegensätze ebenfalls nicht gemildert: Schutzzoll, Arbeitswilligenschutz und Arbeitslosenversicherung stehen im Vordergrund der Kämpfe und werden diesen voraussichtlich auch im neuen Zahre einnehmen.
Ein« außergewöhnlich gute Ernte, ein glänzender Anstieg unseres Außenhandels noch über die Höchstziffer von fast 20 Milliarden Mark des Zahres 1912 hinaus, große Gewinnverteilungen bei vielen industriellen Unternehmungen und Banken stehen im Gegensatz zu lebhaften Klagen der Kleinhandelswelt, die unter der Verminderung der Kaufkraft leidet, die durch das Anziehen mancher Lebensmittelpreise, besonders des Fleisches, eingetreten ist. Auch auf diesem Felde ist der Blick ins neue Zahr hinein nicht sorgenfrei.
Eine der Hauptfragen, die das deutsche Volk an das Jahr 1914 zu stellen hat, ist die nach der wirtschaftlichen Wirkung der großen Wehrabgabe. Wird sich der Umlauf dieses infolge seiner Verwendung für Bauten und Anschaffungen wieder in das Wirtschaftsleben zurückfließenden Betrages eindruckslos vollziehen? Wird die Aufbringung dieser Summe einen Druck auf die allgemeine Lage ausüben? Oder wird gar die notwendige Summe überhaupt nicht aufkommen und die dann stark gefährdete Finanzlage des Reiches neue Beunruhigungen für Handel und Verkehr heraufbeschwören?
Bei alledem ist die Wirtschaftslage auch hervorragend abhängig von der a u s w 8 r t i g e n P o l i t i k. Die sichtliche Stärkung des Dreibundverbältnisies durch die Ereignisi« 1913 wird In ihrer beruhigenden Wirkung noch dadurch erhöht, daß im Zahre 1914 der Rord-Ostsee-Kanal wieder ganz gebrauchsfähig wird und unser Heer im Oktober seine volle Kopfstärke erlangt.
Allerdings ist die französisch-deutsche Spannung, die sich unter anderem in den Einfuhrerschwerungen von Seiten Frankreichs zeigt, nicht geringer geworden. Die Versuche des Dreiverbandes, eine gedeihliche Arbeit der deutschen Offiziere in der Türkei zu unterbinden, die Ankündigung weiterer Erhöhungen des englischen Marine-Etats für 1914 und andere Anzeichen mehr lasten auch nicht gerade eine wirkliche Abminderung der Gegensätze zwischen den beiden Eroßmachtgruppen erhoffen, es müßte denn die mit der Eröffnung des Panama-Kanals wachsende Gefahr nordamerikanischerllebergriffe zunächst nach Mittelamerika die Erkenntnis großer gemeinsamer Znteresien Europas plötzlich groß werden lasten. Auf der anderen Seite ist aber auch zu beachten, daß England augenblicklich mit uns verhandelt und freundlichere Mienen zeigt. Freilich war dies schon öfters der Fall, wenn Verhandlungen mit Deutschland schwebten, nach deren Erledigung dann die alte Mißgunst oft noch in verstärktem Maße zum Vorschein kam. Mit um so größerer Spannung sollte das deutsche Volk dem Ausgange der diesmaligen Besprechungen Über Klein-Asien und das portugiesische Afrika entgegen» sehen, die uns das neue Jahr bringen muß. Sollte es damit im deutschen Volke allgemein ein größeres Interesse für die Fragen der Weltwirtschaft und der großen Politik erwecken, so würde es uns einen großen und wünschenswerten Fortschritt bringen. Denn ein besteres Verständnis der Gesamtheit für diese Dinge würde die Behandlung der auswärtigen Politik seitens der Regierung nur günstig beeinflusten. andererseits aber auch nur eine erfreuliche Einwirkung auf die Wähler hinsichtlich ihrer Auftastung in vielen innerpolitischen Fragen ausüben können. Auf dieftm Gebiete eine plötzliche Besierung der verfabrenen Verhältniste erhoffen zu wollen, wäre freilich verfehlt. Aber daß das neue Jahr wenigstens die Anfänge einer Entwirrung in der inneren Politik und ■ uns zur Unterstützung dieses Zweckes ungestörten wirtschaftlichen Aufschwung sowie leidliche Verhältniste zu den fremden Mächten schenken möge, wird man, ohne zu unbescheiden zu fein, heute doch wünschen dürfen.
Unwetter-Nachrichten.
Die Chronik der Unglücksnachrichten wird beim Abschied de» Jahres 1913 durch Sturm-, Hochwasser- und Schneeschäden noch wesentlich bereichert. Von den vielen uns zugegangenen ausführlichen Meldungen seien folgende mitgeteitt:
Schneestürme und Sturmflut an der Ostsee.
Stettin, 30. Dez. Das tagsüber in Pommern herrschende Schneegestöber wurde abends zu einem Schneesturm, der sehr bald Verkehrsstörungen hervorrief. Der Verkehr nach Vorpommern, namentlich nach Greifswald, Stralsund und Swinemünde ist wegen der Sturmflut fast gänzlich eingestellt worden.
Greifswald, 30. Dez. Seit gestern abend wütet an der ganzen Küste ein heftiger Nordsturm mit Schneegestöber. Di« Höhe der Sturmflut erreichte bereits die Höhe derjenigen der Neujahrsnacht 1904/05. Die elektrische Beleuchtung hat hier ausgesetzt, und die Bewohner sind aufgefordert worden, Notbeleuchtung einzurichten und sich mit Trinkwasser zu versorgen. Zn Binz ist di« Prinz Heinrich-Seebrücke unterspült, und man befürchtet, daß der Brückenkopf weggespült wird. In Saßnitz ist die Kurpromenade unterspült. Auf dem Darß ist das Master bis an die Häuser vor- gedrungen. In Stralsund ertönen andauernd Hupensignale, um die Bewohner vor der Gefahr zu warnen. In Wyk bei Greifswald ist jeder Verkehr unterbunden, und die Flut hat die Höhe von \'g Meter erreicht. Die Kleinbahn Ereifswald-Wolgast hat den Verkehr eingestellt. Das Schlachthaus in Wolgast steht unter Wasser. Das Dorf Peene ist besonders stark mitgenommen. Das Master ist bereits in die Häuser eingedrungen. Der Telephon und Tele» graphenverkehr ist bereits unterbrochen. Der Fährverkehr zwischen Stralsund Hafen und Altefähr ist unterbrochen.
R o st o ck, 30. Dez. Der Schneesturm, der schon seit den frühen Morgenstunden über das Land und durch die Straßen der Stadl fegt, dauert immer noch an. In Warnow hat das Master eine Höhe von 1,43 Meter über Normal 0 erreicht. Von dem im Dau befindlichen neuen Fischerhafen ist nichts mehr zu sehen. Einig« Wohnungen mußten während der Nacht geräumt werden. Die zd beiden Seiten des Mühldammes gelegenen Wiesen sind überschwemmt.
Wismar, 30. Dez. Hier herrschte nachts und heute großer Schneesturm, der bedeutendes Hochwasser zur Folge hatte. Der gesamte Hafen bis zur Zentralstelle ist überschwemmt, ebenso di« Hafenstraße, die Rabenwiese und teils die Lübsche Chaussee. Di« Verbindung von der Zentralhalle bis zur Wilhelmstraße wird durch Fischerboote vermittelt. Die Brücke in der Nähe von Lübsch ist beschädigt, sodaß das W'sier in einem Meter Höhe nach bet Kohweide einströmt. Verschiedene Holzlagerplätze sind teils mit Master überflutet.
Nibnitz, 30. Dez. Nachdem heute morgen der Wind nach Nordost umgeschlagen ist, steigt das Master rapid. Es steht zu befürchten, daß die Düne in Wustrow durchbrochen wird. Zwischen Zingst und Prerow bei der Station Hellerbeck ist der Eisenbahndamm durchbrochen. Hier in Ribnitz ist auch der Bodden bedeutend gestiegen. Die umliegenden Dörfer sind vollständig überschwemmt, viele Häuser stehen unter Master. Auch die Dampferdrücke im Hafen ist überschwemmt. Oberhalb bet Dampferbrücke steht das Master y2 Meter hoch.
Warnemünde, 30. Dez. Durch den hohen Seegang wurde die hiesige Strandpromenade, der sogenannte Dünenkamp, über die Hälfte durchbrochen. Man versucht, den Schaden durch Sandsäcke auszubcstern und hat zur Hilfeleistung Militär von Rostock requiriert.
Kiel, 30. Dez. Zufolge bes anhaltenden borgen Notbost- windes ist im westlichen Teil der Ostsee Hochwaster eingetreten. Zn Kiel überflutet das Master bereits die Kaimauern und fetzt« die Hafenstraßen unter Master. Der Dampferverkehr zwischen den Föhrdeorten ist zum Teil eingestellt worden. Buch aus Sondet- burg und anderen Orten der Ostküste Schleswig-Holsteins kommen Meldungen von Hochwaster und dadurch verursachte Schäden. Di« Fluten sind, nachdem sie die Hafenstraßen überschwemmten, bis zur Altstadt vorgedrungen. Teilweise steht das Master in den Straßen fußhoch. Das Hauptpostgebäude an der Hasenseit« ist zurzeit vollständig von Master umgeben. Auf bet Föhrde hat die Sturmflut an den Brücken und an dem Schutzmaterial beträchtlichen Schaden angerichtet.
Deutsches Reich»
— Berufung ins Herrenhaus. Charlottenburg, 30. Dez. Der Oberbürgermeister von Charlottenburg, Dr. Scholz (früher in Cassel), "ist durst Allerböchsten Erlaß vom 22. b. M. als Mitglied des Herrenhauses auf Lebenszeit berufen worben.
— Eine deutsche Militärmission für Paraguay. Berlin, 30. Dez. Die Republik Paraguay steht seit einiger Zeit durch ihren Berliner Generalkonsul Rehwinkel mit der deutschen Regierung wegen Ueberlastung von deutschen Instruttionsoffizieren für ihr Heer in Unterhandlungen, die nunmehr zu einem Abschluß gekommen sind. Es gehen acht deutsche aktive Offiziere der verschiedensten Waffengattungen unter vorteilhaften Bedingungen als Instrukteure zunächst mit einem Kontrakt für drei Zahre nach Paraguay, und sobald die Auswahl der Offiziere getroffen und die Kontrakte hier beim Generalkonsul gezeichnet sind, wird die Militärmission unter Führung des Missionschefs die Reife nach Paraguay antreten.
— Endgültiger Friedensschlutz zwischen Berzten und Krankenkasten. Leipzig, 31. Dez. Wie uns ein eigener Drahtbericht aus Leipzig meldet, haben auch die Kastenorganisationen das am 23. d. M. von ihren Vertretern und denen der Aerzte unter Vorsitz des Staatssekretärs Dr. Delbrück vereinbarte Abkommen angenommen. Der Friede zwischen beiden Parteien ist damit gesichert.
— Herr v. Jagow. Berlin, 30. Dez. Wie die „Post" an zuständiger Stelle erfährt, entspricht die Meldung, Polizeipräsident v. Jagow habe dem Staatsministerium eine Darlegung über seine bekannte Zuschrift wegen des Zaberner Urteils zugehen lasten, nicht den Tatsachen. — Es wäre auch eigenartig, wenn di« Staatsregierung gegen Herrn v. Zagow einschreiten würde, während der elsatz-lohtringisch« Staatssekretär Zorn v. Bulach sich uiu
1913 - 1914.
Ein politischer Reujahrs-Rückblick. ■ -v
Von Professor Dr. Goercke. ’ '
Nun ist auch 1913 überwunden, bas Jahr, bem man in allerlei heimlichen Volksprophezeiungen schon seit langem einen ungewöhnlichen Verlauf mit großem Weltkrieg von ungewissem Ausgang für Deutschland zugesprochen hatte. Unb in bet Tat erschien es bei feinem Beginn trotz bet zwar nicht formellen, aber tatsächlichen Beendigung bes ersten Balkankrieges recht zweifelhaft, ob nicht die Wahrsager noch Recht befommen jollten. Indessen kam e» trotz aller später noch gehäuften Friebensbebtohungen doch anber», unb mit bem altbekannten Sprichwort „Ende gut, alles gut" darf man bem abgeschiedenen Jahr zum mindesten in Anbetracht feiner zweifelhaften Anlagen für Deutschland noch eine leidliche Gesamtzensur erteilen.
Auch ohne Kriegsruhm, Kriegsnot und Kriegsängste hat es bem Jahre 1913 an starken Eindrücken wahrlich nicht gefehlt Gleich zuerst die Erinnerung an Parks entscheidende Tat vor hundert Jahren und in der Folge dann von Monat zu Monat die den Ereignissen der großen Erhebungszeit entsprechenden Jahr- Hundert-Äusstellungen und -Feiern, gipfelnd in der gewaltigen Kundgebung am Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig am 18. Oktober. Und gleichsam, als ob die Vorsehung bei der oberflächlicher unb materieller, geworbenen Lebensauffassung großer Teile des deutschen Volkes in dem äußeren Festgepränge unb den Versicherungen der Lippen nicht bie volle Gewähr für bi« rechte Wirkung bet ernsten Gedenktage auf Herzen, Willen und Entschluß zu vaterländischer Tat gefunden hätte, trifft gerade mitten in dieses Jahr hinein die zweifelsfreie Klarstellung bes nach einige Monate vorher selbst van ben verantwortlichen Stellen abgestrittenen Zwanges zu gewaltiger Verstärkung ber Wehrmacht bes Reiches. So tritt — nenne man cs je nach dem eigenen Geschmack nun Zufall ober Fügung — jedenfalls in höchst bemerkenswertem Zusammentreffen neben die Erinnerung an bie Großtaten ber Vorväter bie eigene Anstrengung, bie in ber bebrütenden Mannschaftsvermehrung des Heeres unb ber Deckung ihrer einmaligen Kosten von runb 1000 Millionen Mark burch den Wehrbeitrag ihren Ausdruck finbet.
Die Anteilnahme ber Ausländsdeutschen an dieser Maßnahme, wie sie in freiwilligen Beiträgen von teilweise bedeutender Höhe, B. von 350 000 M. seitens der deutschen Kolonie in Antwerpen In die Erscheinung getreten ist, deren rege Mitfeier des Regierungsjubiläums des Kaisers überall da, wo sich eine solche nut Irgend ermöglichen ließ, darf als ein erfreuliches Zeichen der Erstarkung des deutschen Gemeinschaftsgefühls nicht unerwähnt bleiben. Und ebensowenig umgekehrt bas Wachstum bes Verstänb- nisses für bie Bedeutung bes Deutschtums im Auslanbe bei ben Reichsdeutschen selbst, das durch die Jubiläumsspende von rund 6 Millionen Mark für bie beutschen Missionen unb bie Vet- abschiebung bes so lange sehnlich erwarteten Gesetzes über bie Staatszugehörigkeit ber Deutschen im Auslanbe endlich einmal für jeden zweifelsfrei nachgewiesen worden ist.
Neben diesen erhebenden Eindrücken gab es aber auch starke Stöße, die ber Selbstsicherheit bes deutschen Volkes gerade auf ben Gebieten versetzt würben, auf benen es „in ber Welt voran" zu fein glaubte: Die Durchforschung bes Zeppelinschiffes in Lun.-ville burch sachverstänbige französische Offiziere, bie tragischen Unglücksfälle ber bciben Marineluftsschiffe brachten für kurze Zeit ben Klauben an bie Ueberlegenbeit bet Schöpfungen bes 75jährigen beutschen Nationalhelben ins Wanken, bie sozialbemo- kratischen Angriffe auf bie Verwaltung ber Kruppschen Werke erschütterten zeitweise bas Vertrauen auf biesen Pfeiler beuischet Wehrkraft, bie Vorgänge schließlich in Zabern ließen bie kaum beruhigten Gemüter in neuer Aufregung über itgenbwelche Schwächen unseres Heeres erzittern.
Gott sei Dank hat sich hinsichtlich der Luftschiffahrt angesichts ber Leistungen der „Hansa" und der „Viktoria Luise" wie bet glänzenben Rekorbflüge Stöfflers im Ueberlanb- unb Hirths im Wasserflugzeugwettbewerb, hinsichtlich unseres hervorragenbsten Waffenlieferanten angesichts ber Prozeßergebnisse bie alte Z u - verficht wieber eingefunden. Aufs innigste zu wünschen bleibt, daß sich diejenigen verrechnet haben, die als endgültige Wirkung der Zaberner Ereignisse eine Schwächung des Ansehens unseres Heeres beim deutschen Volk ober gar im Auslanbe erhofften ober noch erhoffen zu bürfen glauben.
Andererseits hat der Zaberner Fall die politischen Verhältnisse im Reichslande in ein recht unerquickliches Licht gesetzt. Die deutsche Stellung dort ist im letzten Jahre ebensowenig besser geworden wie den Polen und Dänen gegenüber. Dazu verwirrt ber erneute Aufschwung ber welfischen Treibereien in Hannover bie Innerpolitische Lage seinerseits noch mehr; bie Sozialdemokratie hat mit bem hunbertunbelften Reichstagssitz eine Fraktionsstärke wie nie zuvor erreicht, der gegenseitige Hader der staatstreuen Parteien ist um nichts geringer geworden — ein trübes Bild unserer inneren Verhältnisse, die das Jahr 1914 zu übernehmen hat. Vielleicht, daß der Ausfall der badischen Landtags- unb bet preußischen Gemeinbewahlen von 1913, bie bet Sozialdemokratie im ganzen keine neuen Gewinne, sondern verschiedene Rückschläge gebracht haben, und das zwar allmähliche, ab<* dis jetzt stetige Anwachsen ber wirtschaftsfrieblichen vaterländischen Arbeiterbewegung einige Hoffnungsstrahlen ins neue Jahr hinein» ivwetsen vermögen.
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