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Kür die langen Abende

ist es für jeden eine Notwendigkeit

M von ein» reichhaltige« und schnell und sicher unterrichtende« Zeitung «uf dem Laufenden halten zu lassen. Das tut die

Okerhessifche Zeitung".

Daß unser Blatt überall und in allen Kreisen unserer engeren Heimat festen Fuß gefaßt hat und allen Anforderungen an ein leistungsfähiges Provinzblatt gerecht wird, geht vor allem aus der nachweislich sehr starken Verbreitung in Marburg und den umliegenden Kreisen hervor, di« allgemein bekannt ist.

DieOberhessisch« Zeitung" unterrichtet schnell und ausreichend über alle CreigeiR« im Reich und Ausland. Stadt, Umgebung und Provinz «nd nimmt zu ihnen sofort und selbständig Stellung. Mehrer« Ilnterhaltuncss - Beilagen

und ein interestantes Feuilleton ergänzen den Nachrichtenteil bestens. Aeber die Reichstags- und Landtagsverhandlungen wird fortlaufend und ausführlich berichtet, ohne den Stoff der Zeitung dadurch zu beschränken.

DieObrrhrssische Zeitung" steht auf monarchischem Boden und ver­tritt eine nationale Politik. Sie verzichtet darauf, sich in den Dienst einer bestimmten Partei zu stellen und legt besonderen Wert darauf, die Interessen unserer Stadt und engeren hessischen Heimat mit besonderem Nachdrucke wie von jeher zu fördern.

Wer eine gut unterrichtete Zeitung lesen will, abonniere sofort auf die

Oberkesstfche Zeilnrrg"

die in allen Kreisen eingefllhrt und wegen ihrer großen Verbreitung zugleich das zugkräftigste Insertionsorgan ist.

DieOberhessische Zeitung" mit dem Kreisblatt für di« Kreise Mar­burg und Kirchhain und der landwirtschaftlichen, sowie den beiden Unter­haltungsbeilagen kostet vierteljährlich bei den Agenturen 2 M, durch die Post bezogen (ohne Bestellgeld) 2.25 M.

Rundschau.

Jabern.

Aus Jabern wird uns geschrieben: Die amtliche Untersuchung hat nunmehr ergeben, daß die am Freitag abend in der Dunkelheit gefallenen Schüsse nicht von diesseits des Kanals bei der Schloß- kaserne kamen, sondern zweifellos auf der anderen Seite des Bassins gefallen sind, und zwar, wie zuverlässig feststeht, von einem dort befindlichen Holzlager aus, das etwa 125 Meter entfernt ist. Vier Leute haben ausgesagt, daß sie gegen 6">4 Uhr von diesem Holzlager her zwei Schüsse gehört und auch den Feuerschein wohl gesehen haben. In Anbetracht der Entfernung und der herrschenden Dunkelheit war es also gar nicht möglich, den jenseits des Kanals und der Schloßmauer patrouillierenden Posten zu sehen, und es ist ganz ausgeschloffen, daß der Posten unter solchen Umständen von dem Holzlager aus hatte getötet werden können. Von einem Attentat auf den Posten kann somit keine Rede sein.

Also geschaffen worden ist auf jeden Fall. Zu welchem Zweck? Es liegt nahe anzunehmen, daß der Täter die in Zabern zweifellos immer noch herrschende Spannung erhöhen wollte.

Weiter wird gemeldet, daß Kreisdirektor Mahl wegen der viel­fachen auf die Zaberner Zivilbehörde und insbesondere gegen ihn persönlich gerichteten Angriffe, wonach er bei der ihm gestellten Aufgabe, für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu sorgen, versagt habe, zur Aufklärung des Tatbestandes gegen sich die disziplinarische Untersuchung beantragt hat. Das Ministerium hat, wie verlautet, dem Antrag stattgegeben.

* * *

Straßburg, 29. Dez. Die Verhandlung vor dem Gericht der 30. Division gegen Oberst v. Reuter und Leutnant Schad ist nunmehr auf den 5. Januar, vormittags 9 Uhr, angesetzt. Sie findet im hiesigen Justizgebäude statt. Di« beiden Angeklagten vertritt Rechtsanwalt Eroßert.

V e r l i n , 29. Dez. Wegen seiner bekannten Zuschrift an die Kreuzzeitung" betreffend die Verurteilung des Leutnants von Forstner hat, wie derLokalanzeiger" mitteilt, der Polizeipräsi- vent v. Jagow auf eine Aufforderung des Ministers des Innern dem Staatsministerium eine eingehende schriftliche Darlegung zu­gehen laffen. i

Diplomatisches.

Wenn man den Wert der Leistungen unserer gegenwärtigen Diplomatie an ihren Erfolgen in der auswärtigen Politik meffen wollte, müßte man zu einem nicht gerade günstigen Urteil gelan­gen. Es wäre jedoch falsch für unsere vielfachen Mißerfolge schlecht­hin die einzelnen diplomatischen Vertreter im Auslande verant­wortlich zu machen, die doch nur eine sehr beschränkte Selbständig­keit haben und von der Berliner Zentrale und allerlei Nebenum- ftänden abhängig sind. Reformvorschläge für die Ausbildung und Auswahl der Diplomaten, wie sie teilweise in tendenziöser und radikaler Weise gemacht werden, find wenig oder gar nicht geeignet, hier Wandel tu schaffen. Man möchte den in der Diplomatie vor­

die Kreise Marburg und Kirchhain

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeil« oder ,

deren Raum 15 bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für.

J3304

1913

Erstes Blatt

DieOberhessijche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. - Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich dur<t> die Post 2.25 .« (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 Jt frei in» Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. T. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Reklamen die Zeile 60 -j. »et Wiederholungen entsprechender Rabatt Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

Mexiko, 28. Dez. Die mexikanische Regierung beauftragt« ihren Vertreter in Washington, bei dem Staatsdepartement gegen die Unterstützung Einspruch zu erheben, die die Amerikaner den Aufständischen in Tampico und Mazatlan geleistet haben. Nach einem Gerücht, das einige Mitglieder des hiesigen diplomatischen Korps für glaubhaft halten, soll der gegenwärtige Justizminister Minister des Aeußern und sodann Huerta» Nachfolger werden. Huerta werde anfangs de» kommenden Jahres zurück» t r e t e n, um den Oberbefehl der Armee gegen die Aufständischen zu übernehmen.

N e w y o r k, 29. Dez. Einem Telegramm aus Guayaquil zu­folge haben die Regierungstruppen am Sonnabend 400 Aufstän­dische in der Provinz Earchi zurückgeworfen. Die Aufständischen hatten große Verluste.

Marburg

Dienstag, 30. Dezember

Stadtverordneten-Sitzung

vom 29. Dezember.

Trotzdem es in voriger Sitzung anders beschloffen, traten heute am Jahresschluß unsere Stadtverordneten noch einmal zu einer Sitzung zu­sammen. Aus der Tagesordnung standen 4 Punkte.

Unter Mitteilungen zur Kenntnisnahme brachte der Stadtverord- neten-Vorsteher, Justizrat Rohde, ein Schreiben des Herrn Bücking zur Verlesung, in welchem dieser für die ihm seitens der Stadt erwiesene Ehrungen anläßlich seines 80. Geburtstages in herzlichen Warten feinem Danke Ausdruck gab. Weiter wurde die Wahl des Malermeisters Boes zur Stadtverordnelen-Versammlung für gültig erklärt.

Die folgende Sache war äußerst wichtiger Natur. Sie betraf die Zustimmung zu de« Verträgen zwischen der Königlich Preußische« Wasserbauoerwattung und der Stadt Marburg und zwischen der Waff». bauverwaUung und den Buderus'schen Eisenwerken wegen Lieferung elektrischer Energie. Der Stadtverordneten-Vorsteher gab zunächst einen eingehenden Rückblick auf die seit längerer Zeit schwebenden Verhand­lungen wegen Versorgung der Stadt und später auch des Kreises Mar­burg mit elektrischer Energie und wies auf die wichtigsten Punkte der umfangreichen Verträge und die einzelnen Paragraphen hin. Damit die Stadtverordneten sich in dieser für die Zukunft unseres Gemein­wesens wichtigen Angelegenheit sich eingehend informieren konnten, war ihnen seitens des Magistrats die Hauptgrundlätze aus den Verträgen zugestellt worden. Diese lauteten:Es wird ein Vertrag mit der staatlichen Wafferbauverwaltung (Edertalsperre) und der Stadt auf Lie­ferung elektrischer Energie auf 30 Jahre abgeschlossen. Die Wafferbau­verwaltung ihrerseits schließt einen Vertrag mit den Buderus-Eisen- Werken i« Wetzlar ab, nach welchem grundsätzlich die Buderus Eisen- Werke sich verpflichten, die Hälfte des von der Stadt Marburg be­nötigten Stromes zu liefern. Der Vertrag zwischen der Wafferbau- Verwaltung und den Buderus'schen Eisen-Werken bildet einen Bestand­teil des zuerst genannten Vertrags, nach außenhin ist die Wafferbau- Verwaltung dir alleinige Lieferin der elektrischen Energie. Die Liefe­rung der elektrischen Energie soll am 1. Oktober 1914 beginnen. Zu- nächst wird wohl der Strom tatsächlich allein von den Buderus'schen Eisen-Werken bezogen werden. Die Wafferbau-Verwaltung war bei der letzten Besprechung der Meinung, daß sie wohl binnen 2 Jahren elektrischen Strom liefern würde. Die Preise für den Strom sind, ent­sprechend dem früheren Vertragsentwurf mit Buderus, folgende: Für 1500 000 Kilowattstunden 6,5 für 5000011 000 000 Kilowatt­stunden 6,0 -S, für 1000 0012000000 Kilowattstunden 5,5 4, für Lieferung von mehr als 2 000 000 Kilowattstunden im Jahr 5,0 Auf vorstehende Preise erhält die Stadt Marburg einen Nachlaß für die jährliche Benutzungsdauer und zwar: Für mindestens 1500 Benutz ungsstunden im Jahre 5 v. H., für mindestens 2000 Benutzungsstunder im Jahre 7,5 v. H., für mindestens 2500 Benutzungsstunden im Jahr« 10 v. H. Nach.unseren Berechnungen werden wir voraussichtlich bei Rabatt von 10 Prozent in Anspruch nehmen können, sodaß uns bei Strom bei einer Entnahme von 1 Million Kilowattstunden 5,62 -5, bd Entnahme von 1% Million 5,4 bei Entnahme von 2 Million 5,28 L kosten würde. Es ist allerdings vom 16. Jahre ab ein Preiszuschlai oder ein Preisabschlag hinsichtlich des von den Buderus Eisen-Werke» bezogenen Stromes nach dem Verhältnis der dann bestehenden Kohlen­preise zu den jetzigen vorgesehen. Wir sind der Meinung, daß di« Kohlenklausel uns keine Schwierigkeiten machen wird. Weiterhin ist die Bestimmung getroffen, daß, falls der Staat den Landkreisen oder sonstigen Abnehmern gegenüber mit seinem Strompreise heruntergeht, diese Vergünstigung auch der Stadt Marburg zugute zu kommen hat, rote auch im Falle der Ueberschreitung eines festgesetzten Gewinnes seitens der Wafferbau-Verwaltung der überstehende Betrag an bi« einzelnen kommunalen Abnehmer nach Maßgabe des von ihnen ent­nommenen Stromes verteilt wirb. Für bie Sicherheit des Vertrags ist eine Vertragsstrafe vorgesehen, solange die Buderus'schen Eisen-Werk« allein liefern. Wenn erst beide Werke zusammen liefern, sind keine Befürchtungen zu erwarten, da dann die Werke sich gegenseitig aus­helfen können. Mit dem Kreis Marburg ist ein Vertrag noch nicht ab- gefchloffen. Es ist ein Vertrags-Entwurf dem Herrn Landrat zugefchickt und der Magistrat erwartet bestimmt, daß aus Grund dieses Entwurfes ein Vertrag mit dem Kreise in der Hinsicht zustande kommt, daß di« im Kreise belegenen Ortschaften elektrische Energie nur von der Stadt beziehen." Der Stadtverordnetenvorsteher bemerkte weiter, daß die Beschleunigung der Sache wegen der Ausschreibung der Lieferungen geboten sei und gab auf eine Anzahl aus der Mitte der Versammlung gestellte Anfragen Auskunft. Beigeordneter Müller befürwortete eben­falls die Annahme des Vertrages, der allen Umständen Rechnung trage. Die Diskuffion, bei der eine ganze Anzahl Redner das Wort nahm, zog sich lange hinaus. Alle waren der Ansicht, daß wohl nichts weit« übrig blieb«, als den Verträgen zuzustimmen. Stadtv. Schäfer II. bedauerte, daß damals nicht mit Buderus abgeschloffen wurde, Stadtv. Vredt habe dies verhindert. Seiner Ansicht nach laufe der Vertrag auch zu lang«. Soviel «r wiffe, werd« die Edertalsperre erst in 56 Jahren liefern können, sodaß in Wirklichkeit uns Buderus ja doch den Strom liefere. Oberbürgermeister Troje trat diesen Ausführungen ent­gegen und wies auf di« Vorteile hin, die durch den Anschluß an das große staatliche Werk erwachsen würden. Der Staat werd« einen großen Elktrizitäts-Konzern bilden, und «s sei richtig, daß Marburg diesem von vornherein angehöre. Die Frag«, ob es bester gewesen wäre mit Bu­derus abzuschließen, brauche man jetzt nicht mehr zu erörtern und wen« wir auch in dem ersten Jahre erhebliche Kosten hätten, so könnten un» die nicht reuen angesichts des lang laufenden Vertrags mit den sichere« staatlichen Werke«. Stadtverordneter Poerich pflichtet« dem Sette

herrschenden Adel zurückdrängen, will fähige Köpfe hernehmen, wo man sie findet. Daß dabei sehr leicht zuweit gegangen werden kann, zeigen die Verhältniffe in Frankreich. Der Rücktritt Del- caffös von dem Posten als französischer Botschafter in Petersburg gibt demJournal de» Döbats" Gelegenheit zu folgenden Bemer­kungen:

Seit Beginn des Jahrhunderts hat man immer wieder auf die Dienste hervorragender diplomatischer Vertreter verzichtet, deren Tätigkeit in den höchsten Stellen ihrer Laufbahn für di« französische Politik außerordentlich wertvoll gewesen ist. Mit Vor­bedacht hat man vorzeitig angesehene Männer von erprobter Er­fahrung zurücktreten laffen, um sie durch Leute von verschie­denartiger Herkunft und verschiedenartigem geistigen Gesichtskreis zu ersetzen, die gleichmäßig un­fähig waren. Eine Ueberlieferung scheint sich bei den Vertretern des herrschenden Regiments festzusetzen, nämlich die, daß ein diplo­matischer Posten die Krönung einer parlamentarischen oder Ver­waltungslaufbahn sei. Mehr und mehr erstreben diejenigen, di« in der Politik hinten bleiben, Ersatz dafür im Ausland« an. Wenn sie in Frankreich für nichts mehr wert geachtet werden, glauben sie sich ohne weiteres für eine Laufbahn bestimmt, die ein Höchstmaß von sorgfältiger Vorbereitung und eine seltene Vereinigung von Fähigkeiten erfordert. Will man unsere auswärtige Politik nicht zugrunde richten, so muß man mit diesem System Schluß machen."

Bon den Militiirmissionen auf dem Balkan.

Der Generalsekretär des türkischen Komitees für Einheit und Fortschritt Midhat Schukri Bei erklärte dem Konstantinopeler Vertreter desTemps":Wir haben die deutsche Militär­mission eingestellt, weil die Deutschen seit 30 Jahren unsere militärischen Lehrer sind. Wir hätten uns schwer an jemand an­ders wenden können, denn wir hätten alles umstürzen müffen und uns überflüssiger Weife und vollständig die Deutschen entfremdet. Uebrigens verkünden wir laut, daß wir die Deut­schen für unser Unglück im er st en Balkankriege nicht verantwortlich machen: wir allein sind an unseren Niederlagen schuld. Wir hätten siegen können, wenn wir den Ratschlägen und Weisungen von der Goltz-Paschas treu gefolgt wären. War es vielleicht die Schuld unserer deutschen Instruk­teure, daß wir zu Beginn des Krieges keinen Intendanz- und keinen Sanitätsdienst hatten? Sie hätten ihn gern eingerichtet, aber wir haben ihnen niemals die Mittel dazu gegeben. Wir haben aus technischen und politischen Gründen das erste Armee­korps gewählt, damit die Deutschen ein Musterkorps daraus machen. Man hat gegen uns den Hauptvorwurf erhoben, daß wir die Politik in die Armee getragen haben. Dieser Vorwurf ist bis zu einem gewiffen Grade begründet, und wir wollen vor allem ti« Politik aus dem Armeekorps von Konstantinopel heraus- treiben, wo sie am gefährlichsten werden kann. Deshalb haben wir das Kommando einem deutschen General anvertraut, weil wir überzeugt sind, daß dieser am leichtesten dem politischen Ein- fluffe entgehen wird."

Hier ist also noch einmal die völlige Haltlosigkeit des tenden­ziösen Vorwurfs bewiesen, daß die Deutschen an dem Unglück der Türkei schuld gewesen wären. Daß die neue Aufregung des Drei­verbandes über die deutsche Militärmission ganz und gar nicht ge­gründet und berechtigt ist, zeigen folgende Meldungen über den wachsenden Einfluß Frankreichs und Englands in Griechenland:

Paris, 29. Dez. DerExcelstor" meldet aus Athen, daß die Befugnisse der französischen Militärmisfion entsprechend der Neugestaltung des griechischen Heeres beträchtlich vermehrt werden sollen. Der Leiter der Mission, General Eydoux, komman-. diere das Armeekorps von Athen, das ein Musterkorps bilde und gewiffermaßen als Ausbildungsschule für die Offiziere dienen soll. Alle Regimenter und Dienstabteilungen des Korps, das auch die höhere Kriegsschule sowie die beiden Militärschulen umfaßt, wür­den von französischen Offizieren befehligt. General Eydoux werde außer dem Befehl über das Athener Armeekorps auch die Befugnis haben, im Auftrag des Königs die übrigen Truppenkörper zu be­sichtigen und so auf die gesamte Armee einen wirksamen Einfluß ausüben.

Athen, 29. Dez. Der Admiral Kerr, der Chef der.eng­lischen Marinemission, veröffentlicht in den Blättern ein Schrei­ben, in dem er sagt, nachdem der König ihm und den anderen eng­lischen Offizieren die Ehre erwiesen hab«, sie zu Offizieren der hellenischen Marine zu ernennen, möge man sie nicht als eine eng­lische Marinemission ansprechen, sondern als englische Offiziere der hellenischen Marine oder kurz als griechisch-englische Offiziere. Wir sind stolz", sagte der Admiral,die Uniform der griechischen Offiziere zu tragen und uns unter die Söhne Griechenlands zu rechnen."

Ermordung eines Deutschen in Mexiko.

In Mexiko geht es drunter und drüber. Die Truppen Huertas find, was Raub und Mord anlangt, den Aufständischen durchaus ebenbürtig. So kann es schließlich nicht Wunder nehmen, wenn die dem allgemeinen Durcheinander ein Deutscher seinen Tod ge­funden hat. Aus Mexiko wird darüber gemeldet: In der Nacht zum 22. Dezember wurde in St. Löon (Guanajuato) im Wartesaal der dortigen Eisenbahnstation ein Mann namens Hermann Heller erschaffen aufgefunden. Elf der Täterschaft bezw. der Mitschuld verdächtige Rurales (Landmiliz) wurden verhaftet. Untersuchung und Strafverfolgung ist eingeleitet. Heller war auf der Durchreise und hatte in St. ß6on vergeblich nach Arbeit ge­sucht. Er ist dort und auch bei dem Konsulat in Mexiko un­bekannt. Desgleichen steht es noch nicht fest, ob er deutscher Reichs- angehöriger ist. Er soll allerdings nach den bei ihm vorgefundenen Papieren aus Wittenberg« (Regierungsbezirk Potsdam) stammen. _ _ ______