Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gefpaltene Zeil« oder
Der Anzeigenpreis betragt für die 7ge)paltene <jeti« ooer .q >
deren Raum 15 L. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für iO, j
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1913
Erstes Blatt
Marburg
Dienstag, 23. Dezember
* Für Militärpflichtig«. Im heutigen Kreisblatt befindet sich eine Bekanntmachung betreffs der nächstjährkgen Musterung.
* Znm Iahreswechfel. Beim Herannahen des Jahreswechsels ist wiederum darauf aufmerksam zu machen, daß es sich dringend empfiehlt, die Freimarken für Neujahrsbriefe nicht erst am 31. Dezember, sondern schon früher zu kaufen, damit der Schalterverkehr an dem genannten Tage sich ordnungsmäßig abwickeln kann.. Auch liegt es im eigenen Jnteresie des Publikums, daß die Neujahrs« briefe frühzeitig aufgeliefert werden, und daß nicht nur auf den Briefen nach Großstädten, sondern auch auf Briefen nach Mittel- städten die Wohnung-des Empfängers angegeben werde. Für Berlin ist außerdem die Angabe des Postbezirks (O, N, S, W rc.) und des Bestellpostamts dringend erwünscht. Verzeichnisie der Straßen und Plätze Berlins mit Angabe des Postbezirks und der Bestell-Postanstalt werden an allen Postschaltern sowie von den Orts- und Landbriefträgern zum Preise von 5 Pfg. verkauft.
* Militär-Urlauber aller Waffengattungen bemerkt man in den Straßen unserer Stadt, besonders aber aus den Bahnhöfen. Auch vom Iägerbataillon sind zahlreich« Mannschaften in Urlaub gefahren. Diejenigen, die hier geblieben sind, suchen zum Teit nach der Rückkehr der Weihnachtsurlauber ihre Heimat auf.
• Die landwirtschaftlichen Winterschulen des Landwirtschafts« kammerbezirks Casiel werden im laufenden Wintersemester (1913/14) von insgesamt 377 Schülern (gegen 339 in 1912/13) besucht. Auf die 10 Anstalten verteilt sich diese Ziffer wie folgt( Marburg 66, Fulda 42, Eschwege 28, Fritzlar 38, Eeldhausen 21 Hersfeld 21, Hofgeismar 56, Melsungen 32, Rodenberg 48 uni
Reklamen die Zeile 80 Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
eingegangen waren.
* Arbeitsvergebung. Die gesamten Jnstallationsarbeiten am Neubau des physikalischen Institutes wurden der Firma Sonnen« schein übertragen. . _ „ ,, ., .
* Erschossen. Wie verlautet, soll in einer Garnisonstadt W Hannover ein aus Marburg stammender Offizier freiwillig aus dem Leben geschieden sein. ™
• Mitteldeutscher Arbertsnachweisverband. Von den 28 Arbeitsnachweisen des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbandes, die im November 1913 an das Kais. Etat. Amt berichteten (gegen
Die .Oberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. - Der Bezugspreis beträgt vierieliabrlrch durch
Bürgerlich einfach präsentieren sich die dargestellten Personen, di« Frauen meist mit offenen Augen in di« Welt blickend, gesund, derb konstituiert und gern das Haushälterische und Arbeitssam« hervorkehrend. Wenn sie sich ernst geben, dann fehlt ihnen die Würde, und es bleibt nur die Strenge des Blickes und der dünnen Lippen einer Dirigentin im kleinsten Kreise, in dem die Knappheit mit allem zu sparen geoietet, selbst mit Gefühlen. Die Heiterkeit des Gesichtes aber hat nichts Strahlendes, sondern entspricht jenem zuvorkommenden, pflichtschuldigen Lächeln das man aufsetzt, wenn die Nachbarin zu Besuch kommt und von den guten Zensuren ihres Söhnchens erzählt. Bei halbwüchsigen Mädchen gewinnt es den fatalen Zug einstudierter Freundlichkeit. Auch diese Frauen schmücken sich gern, aber es offenbart sich im Schmuck nur der Sinn für viele Kleinigkeiten, geringelt« Löckchen, eine Atlasschlerf«, «in« Haube, die aus vielen Fädchen, gedrehten Knötchen sauber zusammengesetzt ist. Man fühlt sie ist selbstgearbeitet, und alles macht den Eindruck, als würde es durch Ordnung und Vorsicht lange stisch gehalten, das gute Kleid wird erst nach Tisch angezogen, wenn alles in der Wohnung aufgeräumt ist und Besuch kommen könnt«. Ein« grenzenlost Sauberkeit und Ordnung bringt dies« Kleidnug, dst aller Eleganz und
Immer wieder Zabern.
Das Thema Zabern kommt nicht zur Ruhe. Dafür sorgt einmal die demokratische und sozialdemokratische Presie, deren nächstes Ziel die Erzwingung des Rücktritts des Obersten v. Reuter und des Generals v. Deimling ist, in zweiter Linie das harte Urteil, das das Straßburger Kriegsgericht gegen Leutnant v. Forstner gefällt hat. Dazu äußert sich im „Tag" der Wirkliche Geheime Kriegsrat Dr. iur. Romen und steht nicht an, das Urteil als einen F e h l s p r u ch hinzustellen; denn die sog. Putativnotwehr fet unzweifelhaft gegeben, so daß Straffreiheit hätte eintreten müssen Er weist mit Recht darauf hin, daß die Lage, in der sich Leutnant v. Forstner befand, ihm nicht gestattete, Erwägungen darüber anzustellen, was er vielleicht am zweckmäßigsten tun könnte wi« das hinterher der Richter am Richtertisch könne. Dr. Romen hofft daher, daß das Oberkriegsgericht zu einer anderen Auffassung kommen werde als das Gericht der 30. Division.
Noch eine dritte Tatsache läßt di« Zaberner Angelegenheit nicht einschlafen, und zwar sehr berechtigterweise. Das ist die Tatsache, daß es immer noch nicht für nötig befunden worden ist, das Berhalten der Zivilbehörden in Zabern wenigstens einer Untersuchung zu unterziehen. Es ist eine Ungerechtigkeit, immer nur das Militär allein aufs Korn zu nehmen Dabei liegen so und so viele Beweise dafür vor, daß die Zivilbehorden bei energischem Einschreiten sehr wohl hätten verhindern können, daß das Militär in eine so prekäre Lag« geriet und schließlich zur Selbsthilfe griff. Ein Brief eines Augenzeugen, den die „Lahrer Zeitung" veröffentlicht hat, zeigt das aufs neue. Es
In" der'letzten ^t habt Ihr sicher viel von Zabern in der Zeitung ««lesen und habt Euch vielleicht auch über die „Uebergrifst des Militärs entrüstet. Jedoch war bte Sache nicht halb f- schlimm, wie sie dargestellt wwritf Ich Hube ja alles aus der Nähe gesehen, und mich nur über di« Erduld und den Langmut gewundert, mit dem die Soldaten sich d'e Anpöbelungen gefallen ließen. Fünf Tage hintereinander war der Schlotz- olatz und di« anstoßende Hohbarrgasie abends von einem großen Haufen halbwüchsiger Burschen belagert, die viele vorbeigehende Militarpersonen beschimpften unb mit Steinen 6ewarfen. Der Oberst, ein Herr im weißen Haar, kam aus seiner Wohnung allein herunter, suchte durch efne Ansprache di« Menge zu beruhigen und versicherte, es werde Es streng untersucht werden. Er mußte sich jedoch unter dem Iohlender Kanalwackes wieder zurückziehen. Die Stadtpollzei griff an den ersten Abenden überhaupt nicht ein und an den anderen so leis, daß st» samt den Gendarmen gar nichts ausrichtete. Die Feuerwehr beteiligte sich mit der Spritz«, ohne jedoch jemand naß zu machen, und da die Schlauche sehr bald zerschnitten wurden, so beschränkt« sie ihre Tätigkeit nur nod) aufs Bufetten und Mit lachen. Es war darauf wieder alles ruhig, ms auf einmal bekannt wurde, daß der betreffende Leutnant die französische Fabne beleidigt haben solle. Da fingen di« jungen Kerle, denen der Radau beim ersten Male Spaß gemacht hatte, wieder mit den Beschimpfungen an. Diesmal aber ließ es sich das Militär Nicht gefallen. Die Vorgänge, die sich jetzt abspielten, waren ja in den Zeitungen zu lesen, während die erftgeschilderten totgeschwiegen wurden, damit bte Zivilbevölkerung ja im reinsten Licht« strahlen sollte."
Die Ansicht des Berliner Polizeipräsidenten.
Zum Prozeß Forstner sendet der Berliner Polizeipräsident der Kreuzzeitung" folgende Erklärung: „Militärische Hebungen sind A k t e d e r S t a at s h o h e i t. Werden ihnen Hindernisse bereitet, wie in Dettweiler, so gilt für deren Beseitigung das gleiche. Strafverfolgung wegen eines Aktes der Staatshoheit ist
unzulässig, ein selbstverständlicher Rechtsgrundsatz, der übrigens im §7 des preußischen Gesetzes betreffend die Konflikte bei gerichtlichen Verfolgungen wegen Amts- und Diensthandlungen vom 13. Februar 1854 für Beamte auch ausdrückliche Anerkennung gefunden hat. Also durfte gegen Forstner Anklage nicht erhoben werden, geschweige denn Verurteilung erfolgen. Anscheinend prüfte das Gericht in erster Instanz diesen Gesichtspunkt nicht; die Berufungsinstanz wird ihn der Beratung vorv^g zugrunde zu legen haben. Wäre die Rechtslage anders, so bedürfte sie schleunigster Aenderung. Denn wenn unsere Offiziere, noch dazu solche, diefastinFeindesland stehen, die Gefahr einer Custodia inhonesta laufen, weil sie für die Ausübung des königlichen Dienstes freie Bahn schaffen, dann erwächst dem vornehmsten Berufe Schande. Ein sie schützendes Reichsgesetz, nachgebildet dem genannten preußischen Gesetze, wäre dann dringende politische Notwendigkeit. Dr. jur. von Jagow." — Die demokratische Presie ist über diese Aeußerung des bei ihr erklärlicherweise nicht sehr beliebten Polizeipräsidenten entrüstet.
haben, weil sie sich nicht zu bescheiden wußten Blechen war ein solches Genie unter den tüchtigen Meistern dieser Ze,t. Diese Malerei ist keine große Kunst, aber sie hat ihre Bedeutung. Was das 18. Jahrhundert nur forderte, jene Rückkehr zur Natur, und nur auf Umwegen zu leisten vermochte, mit 5>ilse der Holländer, ja der Antike, letzt vollzog es sich unmittelbar und um so gründlicher, je kleinlicher und pedant,«cher. Und wenn das 18. Jahrhundert in Prinzipien und Literatur stecken blieb, so hatte die Handwerklichkeit dieser Generation das Gute, baß I«M im neuen Beginnen auch in ber Malerei das Handwerk zu Ehren kam. Das 18. Jahrhundert hatte die bürgerlichen Ideen, di« Form der Mechanik festgelegt. Jetzt tritt die Technik und die Malerei selbst in Wirksamkeit. Die größten Könner der Malerei des 19. Jahrhunderts, ein Rudolf Alt, ein Menzel, Leute, die mit der Linken wie mit der Rechten gleich gut malten entstammen dieser Zeit. Es ist eine Wirksamkeit im stillen, an Nch in jedem Werk fast bedeutungslos. Im ganzen gesehen so bedeutungsvoll wie die ersten Kinderjahre des Lesen- und Rechnenlernens. Das Jahrhundert der Technik beginnt. Das halte man sich vor, wenn bet der Einzelbetrachtung diese Generation so kleinlich, so komisch pedamsch erscheint. Beginnen wir mit der Schilderung des Milieus, das aus den Bildern zu uns spricht.
Die Malerei der Biedermeierzeit und der Stimmunpsimpreisionismus der 50er Jahre.
Von Profesior Dr. R. S a m a n n.*)
r> Die Monumentalkunst verbürgerlicht immer mehr, die intime Kunst ' abtt zieht sich immer mehr auf jene Kreise zurück, die ohne Verstiegenheit ohne Ideale nut in ihrem bescheidenen Kreise wirkten, still geschäftig, genügsam und handwerklich. Sagen wir es offen, in die Kreise des aus- gesprochenen Spießbürgertums. Die Atmosphäre in der sie gedeiht ist eng und beschränkt, von einer entsetzlichen Pedanterie und Nüchternheit zuweilen. Hier vollzog sich nach der Auflösung die entscheidend« Rückkehr zur Natur, die wir schon bei den Nachromantikern verbunden mit romantischer Weit« des Blickes bemertten. Jetzt wird auch das Bild- feld eng, auf di« nächsten Dinge stellt sich bas Sehen ein, handwerklich nimmt man di« Dinge in die Hand, besteht sie von allen Seiten und «eignet unb malt sie so genau, so richtig, so materialistisch, wie em gewissenhafter Hanbwerker sein Möbel zimmert. Es ist das Wesen der Malerei der 30er Jahre, daß sie Vollendetes nur schafft, wenn sie auf alle Poesie, alle Phantafiearbeit verzichtet und sich begnügt, ein gegebenes Motto mit aller Liebe und intimer Beobachtung darzustellen, den Reizen, die irgend eine Situation bietet, nachzugehen unb kick auf ein kleines Format unb eine sorgfältige Malerei zu beschrSnlen. Und es gehört mit wir Charakteristik dieser Generation, daß sie lokal bedingt '.ft, daß der Ott, an dem der Künstler aufgewachsen ist, und an dem er schafft, den Bildern sofort ein bestimmtes Gepräge verleiht, so daß wir hier lokale Gruppen zu sondern, Hamburg, Wien, Berlin, München auseinanderzuhalten haben. Es findet sich in jeder Stadt die ein« oder andre Persönlichkeit die durch den Umfang ihres Könnens, die Güte ihrer Technik hervorragt, ts fehlen aber die großen Persönlichkeiten, ober sie sind es, die in dieser g«tt nur Fragment« ober unausgeglichene Schöpfungen zustande gebracht
•) Wir entnehmen diese Ausführungen einer kürzlich erschienenen Entwicklungsgeschichte bet beutschen Malerei im 19. Jahrhundert, verfaßt von dem Marburger Profesior für Kunstgeschichte, Richard Hamann („Die deutsche Malerei im 19. Jahrhundert"-Aus Natur und Eeisteswelt 448—451. Ein Doppelband Text, ein Doppelband Abbil- hingen [57 ganzseit. und 200 halbseit.j zu geh. j« 2.— *, In Leim». geb. je 2.50 «M, in einem Halbpergamentband .*).
aller Kostbarkeit bat, ist, etwas Ehrbares. Einwandfteies hinein. Man befindet sich in einem Milieu, in dem den ganzen Tag staub gewischt wird. Die gute Stube muß eine Erfindung dieser Zeit l-in. Die ganze Sphäre hat etwas Rentierhaftes unb etwas sehr Genügsames^ Wenn man nicht arbeitet, sondern genießt, will man vor allem seine Ruh« haben unb möglich wenig Störung. Unzählige Bilder der Biedermeier- zeit erscheinen wie eine Illustration dessen, daß Ruhe nicht nur die er sie Bürgerpflicht, sondern auch das erste Bürgerrecht. Mit den bescheidensten Genüsien ist man zufrieden. Ein Glas Wasser, eine Pfeife Tabak und di« Lektüre im Kalender sind Dinge, die das Leben reizvoll machen.
's bleibt zuletzt doch etwas noch, '
Was muß das Herz erheben
Weit über jedes Unbill hoch, Und schöner macht das Leben!! Ach, wenn ich es nicht sage dir, Du würdest's nie erraten! Freund, morgen gibt cs Märzenbier Und Heringe gebraten.
heißt es in Versen von Spitzweg, dem Maler dieser Zeit.
Der höchste Genuß aber wird die berühmte Taste Kaffee. Unzählig« Male in dieser Zeit sind Familien gemalt worden, wie sie um den passee, tisch herumsitzen, der Vater behaglich in die Sofaecke gelehnt, die Mutter . an einer Handarbeit beschäftigt, die Tochter die Witt n machend , der Besuch sich etwas zierend. Das liebenswürdigste dieser Art l)i wohl t eine Aquarellminiatur der Familie des Rettors Claaßen von Milde. Um auch mit der Zeit nicht zu verschwenden nimmt man in allen Lebenslagen eine Handarbeit vor. Der alte Müller, ein hamburgisches Bild bas Ölbad) zugeschrieben wirb, unb der Vorstadtgarten von Engert j (1796—1871) find ein paar köstliche Illustrationen ^dieser behagliche«. Philistrosität. Dort der behäbige Mann mit Zipfelmütze und Hornbrille,, seine Pfeife schmälend unb im Kalender lesend, hier die junge Frau mit', ber Rüschenhaube, bie in dem bescheidenen Göttchen ihre Nachmittags-, stündchen verbringt, unb während sie in dem dicken Buche auf ihren ( Knien liest, mit beiden Händen eifrig das Strickzeug bearbeitet Es find Typen aus dem mittleren Bürgerstande. Aber auch wo bte Sphäre et» | was feiner wirb, behält sie diesen Ansttich spießbürgerlicher Belangen-, heit. Ein Damenbilbnis von Schiffer (1811-1876) zeigt eine korpulent» Frau selbstbewußt auf einer Bank zurückgelehnt, bie eine Hand mit bem Fächer, bi« anbr« mit dem Lorgnon spielenb. St« gehört «ftmrar de».
• Die Weihnachtsferien in den Volksschulen haben heute begonnen. In den höheren Schulen wurde schon am Sonnabend Schluß gemacht. Der Unterricht beginnt am 5. Januar.
* Ladenschluß. Morgen, am 24. d. M., müssen sämtliche Verkaufsgeschäfte um 8 Uhr abends geschlosien werden, Am erster Feiertag ist nur der Handel mit Back- und Konditorwaren, Fleisch, Wurstwaren und Milch bis 12 Uhr mittags, mit Kolonialwaren, Tabak, Zigarren, Bier und Wein von 7—9 Uhr gestattet. — Die Verkaufszeit in den Friseurgeschäften ist genau dieselbe wie in den übrigen Handelsgeschäften. Die Arbeitszeit an Wochentagen ist unbeschränkt. Am 1. Feiertag darf bis 12 Uhr mittags, am 2. Feiertag bis 9 Uhr vormittags gearbeitet werden. An allen übrigen Sonntagen muß um 2 Uhr nachmittags geschloffen werden. Hierzu sei bemerkt, daß die Schließung der Geschäfte so eingerichtet werden muß, daß punkt 2 Uhr die vorhandenen Kunden bedient find. Eine neue Arbeit, etwa das Haarschneiden an demselben Kunden, welcher vorher rasiert wurde, darf nicht mehr begonnen werden. ,
* Weihnachtspostdicnst. Eine einmalige Paketbestellung findet nur am 1. Feiertag statt, nicht am 2., wie in unserer Notiz am Samstag irrtümlich angegeben worden ist.
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300 die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren ZeMngsstellen. 2 M
OVU frei ins Haus. - Verlag von Dr. E. Sitzerath - Druck der Univ.-
Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Zabern unb bie sündhafte polnisch« Bescheidenheit.
Das „gemäßigte" polnische Blatt „Dziennik Slaski" schreibt. „Unsere Bescheidenheit und Nachgiebigkeit entfesielt die Hakatrsten zu immer brutaleren Angriffen gegen das Polentum. Nur die sündhafte polnische Höflichkeit und Milde tragt zur Erziehung solcher hakatistischen Wesen bei. Nur die pol' Nische Nachgiebigkeit hat zur Eroßziehung der hakattstt- schen Habgier beigetragen, nur die polnische Bescheidenheit ist schuld, daß manche solcher Vorfälle, welche sich hier (in Ober- , äiegenfKtin 25 i
Schlesien) auf polnischer Erde ereignen, nicht Sturme und Folgen I * Die Arbeitslosen unb bie Weihnachtszeit. Daß das Arbeit* zeitigen wie in Zabern. Seien wir nicht zu sehr nachgiebig! Er- I Ioren5(5Ient) nicht nur in den Großstädten herrscht, sondern nach ziehen wir das polnische Volk nicht zu bescheidenen Menschen, son- unb natf) aud) in beT Provinz sich bemerkbar macht, zeigt der stark« dein zu solchen, die in der Kenntnis ihrer bürgerlichen Rechte auch I yer^e6r bet auf bet Wandererarbeitsstätte hier sich jetzt en« ihre nationale Würde zu schützen wisien. Dann erst werden unsere roi(feIt ’50) 60 und manchmal bis 90 arme, mittellose Wandere« Feinde mit uns rechnen." — Die Ansicht, daß das Polentum allzu I <a(ten Einkehr und finden auch Unterkunft und Pflege, di« : bescheiden und nachgiebig ist, dürfte vielen neu sein. I tcnen zur Winterzeit doppelt nottut. Und nun steht Weiht
—---1------ nachten — das Fest der Liebe und Barmherzigkeit — vor der Tür«
. I Vielleicht genügt dieser kleine Hinweis, ebeldenkende Menschen z» ;
Marburg und Umgegsno- I veranlassen, einmal ihre „Altertumsbestände" in Kleidern. .
(Nachdruck aller Criginalartifel ist gemäß § 18 des Urhebergesetzes nut Schuhen, Wollsachen usw. einer Inventur zu unterziehen und Platz ; mit der deutlichen Quellenangabe ..Oberhesi. Ztg." gestattet.) 1 $u p$Qffen z B. für die großen Hutschachteln, die nun doch M* ,
Marburg, 23. Dezember. | tejfe gestellt werden müssen. Den armen Wanderern soll i.ämlich, -
wie in jedem Jahre, auch diesmal wieder eine kleine Weihnachts« ; freude bereitet werden; auch sie sollen sehen, daß man ihrer 8« i denkt. Etwaige Spenden werden gern abgeholi i
* Versammlung. Die Allgemeine Ortskrankenkasie für be« Kreis Marburg (ausschließlich der Stadt Marburg) hielt heut« früh im Rest. Geisler eine Versammlung ab. Es handelte stch nur um die Vorstandswahl. Gewählt wurden vonseiten der A« beitgeber H. Bieker-Cölbe und I. Lang-Roth. Seitens der Arbeit» ne-hmer gelten die vorgeschlagenen Mitglieder Zoh. Heldmann- Wetter, H. Spennler Il-Fronhausen, Jos. Welker-Fronhausen und H. Earber-Argenstein als gewählt, da keine anderen Vorschläge