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Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durck- die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. — Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der Unw.. Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. T. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Montag, 22. Dezember
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1918.
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______ErNes Blatt.
Zur Verurteilung des Leutnants v. Forstner.
Die nationale Presse vertritt gleich uns die Auffassung, daß das Urteil gegen Leutnant v. Forstner im Vergleich zu dem gegen die Zaberner Rekruten ergangenen äußerst hart erscheint. Die „Kr euzzeitung" weist darauf hin, daß das Urteil die Offiziere, die von ihren Vorgesetzten den Befehl erhalten haben, jeden Angriff auf des Königs Rock mit Entschiedenheit abzuwehren, in eine Lage bringe, aus der sie so leicht nicht herausfinden werden, di« aber keinesfalls geeignet fei, zu entschlußfreudigem Handeln zu erziehen.
Die „Post" betont dasselbe und schreibt weiter:
„Unsere Demokraten werden jubeln. Vor der Straßburger Verhandlung freilich hieß es in der liberalen Presse, bei dem kriegsgerichtlichen Verfahren werde wohl nicht viel herauskommen. Man wisse ja, wie derlei Fälle erledigt zu werden pflegen. Wir finden, es ist verhängnisvoll viel bei der Straßburger Verhandlung herausgekommen. Hebet diese Frage freilich, über ihr eigenes Erstaunen wird sich die demokratische und sozialdemokratische Presse füglich ausschweigen. Sie wird nichts lernen, aber um so mehr fordern. Fällt der Leutnant, muh der Ober st nach! Auch über dem General von Deimling zieht sich ein demokratisches Gewitter zusammen. Aber die Zorn von Bulach und die Wedel bleiben! Die Zinilgewalt im Elsaß versagt nicht nur, sie v e r h a r r t auch. Das letzte Wort ist noch nich gesprochen. Gott sei Dank noch nicht. Man hat das Volk im Elsaß „beruhigt". Kein Zweifel. Aber macht man sich denn eine Vorstellung, wie sehr man die besten Teile des ganzen deutschen Volks aufgeregt hat? Die elsässische Frage, weit davon entfernt zur Ruhe zu komnren, ist aufs neue aufgerollt. Der Fieberherd ist erweitert. Die Wunde am Staatskörper ist noch nich" ausgeheilt, und schon zeigen sich Symptome einer Blutvergiftung. Das Lcidm ist nicht mehr lokaler, es ist konstitutioneller Art. Hier steht mehr auf dem Spiel als Elsaß-Lotbringen. Hier ist die Axt an einen Stamm von Gesinnung und Ehrgefühl geleg,, der bisher unerschütterlich stand: an die deutsche Osfizi ersehre"
Die „Tägliche Rundschau" erhofft eine andere Auffassung des Falles vom Oberkriegsgericht. Die „Schlesische Zeitung" schreibt:
„Das Hr eil ist ungemein hart, so hart, daß man unwillkürlich zu dem Verdachte geführt wird, es sei unter dem Eindrücke des Riesen- lärms schärfer ausgefallen, als es sonst der Fall gewesen wäre. Der Anklagevertreter selbst hat darauf hingewiesen, daß Leutnant von Forstner sich durch die fortwährenden Beleidigungen und Beschimpfungen in einem Zustande hochgradiger Nervenüberreizung befunden habe. Es ist schließlich kein Wunder, ro nn ein junger Mann von 20 Jahren unter diesen Verhältnissen die Besonnenheit verliert, und man kann wohl glauben, daß er sich im Moment übet die Lage getäuscht hat- Wenn man sie erinnert, daß oft genug von den Gerich en nicht nur das Recht der faktischen Notwehr, sondern auch das vermeintliche R'cht zur Notwehr als strafmildernd oder sogar strasausschließend anerkannt worden ist — man denke z. B. an den Berliner Maler, der im September einen Offizier niederschoß, weil er sich von ihm bedroht glaubte —, so wird man sich wundern müssen, daß im vorliegenden Falle dieses Moment gar nicht oder nur ungenügend beachtet worden ist."
Die freisinnige Presse ist einigermaßen erstaunt über die Schürfe des Urteils eines Gerichts, dem sic für gewöhnlich Objektivität abstreitet. Die „V o s s i s ch e Zeitung" verspürt allerdings ein menschliches Rühren mit dem jungen Offizier. Der „Vorwärts" spricht schon über die „wahren Schuldigen" — den Obersten und den kommandierenden General — das Todesurteil:
„Selbst wenn also Leutnant Forstner statt zu sechs Wochen zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden wäre, würden die wirklich Schuldigen jetzt erst recht zur Rechenschaft zu ziehen sein. Wer die wirklich Schuldigen sind, steht nach dem Ergebnis dieses Prozesses außer Frage. In erster Linie gehören Oberst v. Reuter und General v. Deimling auf die Anklagebank. Wäre die Rede des Kriegsministers vor den Militärexzessen erfolgt, so hätte unbedingt auch Herr v. Falkenhayn den beiden Herren Gesellschaft, zu leisten. Mit 43 Tagen Gefängnis soll diese unerhörte Freveltw! g» sühnt sein? Ach nein: dieser erste schüchterne Strafabt kann nur das sänftigliche Vorspiel gewesen sein. Der Ernst der Sache hat jetzt erst zu beginnen! Die Herren Vorgesetzten gehören jetzt auf die Anklagebank, damit endlich der Geist der Gesetzes- und Verfassungsverachtung aus dem H«re verbannt wird!"
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Straßburg, 21. Dez. Der Korrespondent der „Täglichen Rundschau" teilt seinem Blatte mit, daß in der Beurteilung des Leutnants v. Forstner in den elsässischen Kreisen ein bemerkenswerter Umschwung eingetreten ist, nachdem die Verhandlungen vor dem Kriegsgericht ergeben hieben, daß er die ihm zur Schuld gelegte Tat offenbar in ganz sachgemäßer Auffassung der ihm vom Regimentskommandeur erteilten Befehle begangen hat.
Herr Kaestle.
Berlin, 22. Dez. Der Vorstand des Berliner Schriftsteller- Klubs hat gegen den Redakteur Kaestle einen Beschluß gefaßt, der das Verhalten des Redakteurs, der den verurteilten Zaberner Rekruten versprochen hatte, das bekannte Schriftstück niemandem zugänglich zu machen, als einen sehr schweren Verstoß gegen die journalistische Standesehre bezeichnet, — Liegt nicht auch ein Verstoß gegen gesetzliche Bestimmungen vor?
Ausland.
* • ehrt Wehrsteuer ht Schweden. Stockholm, 21. Dez. Staatsminister Staaf hielt in Karlskron« eine Rede, in derber die Hauptpunkte seines Regierungsprogrammes betreffend die nationale Verteidigung bekanntgab und die Wichtigkeit betonte, das Neutralitätsprinzip feftzu- halten. Die Wehrkraft würde weiter erhöht durch t>te Ausbildung aller
Studenten al» Reservechargen. Die Vermehrung der Kosten für die Ausrüstung des-Heeres, den Ban von Kriegsschiffen, die Verstärkung der Küstenbefestigungen und die Verlängerung der Wehrpftichtszeit der Spezialwaffen würde durch die wachsenden Staatseinnahmen sowie durch eine nach deutschem Muster gestaltete progressive Wehrsteur auf größere Vermögen und Einkommen gedeckt.
* * Die günstige Finanzlage Italiens. Rom, 20- Dez. In der Kam- mer gab Schatzminister Tedesko einen Heberblick über die Lage bet Staatsfinanzen. Das am 30. Juni 1913 zu Ende gegangene Finanzjahr hatte einen Heberschuß von 111 Millionen Lire ergeben. Dieser Heberschuß war der höchste bisher erzielte und überstieg den Voranschlag um etwa hundert Millionen. Für das laufende Finanzjahr ist nach Abrechnung aller ordentlichen und außerordentlichen Ausgaben, unter denen sich 36 Millionen Lire für Libyen befinden, ein Heberschuß von 35 Mill. Lire vgrgesehen.
“ Delcc-sss kehrt nach Frankreich zurück. Paris, 20. Dez. Der „Matin" veröffentlicht die ansch inend offiziöse Mitteilung: Als Herr Delcasse im März d. I. den Botschafterposten in Petersburg annahm, wurde ausgemacht, daß er nur in außerordentlicher Mission für 6 oder 10 Monate dorthin gehe. Aus persönlichen Gründen, und namenttich aus Familienrücksichten wollte sich Delcasse nicht für unbestimmte Zeit von Paris entfernen. Seiner Absicht gemäß wird also Herr Delcasse, der in acht Tagen nach Peersburg zurückkehren wird, nur noch wenige Tage dort verbleiben und Ende Januar endgültig nach Frankreich zurückkehren. Sein Nachfolger ist noch nicht namhaft gemacht. — Herr Delcasse hält sich wahrscheinlich bet der über kurz oder lang wieder eintretenden Kabinettskrise für unabkömmlich.
* * Ftemdenlegionärlos. Marseille, 20 Dez. Hier wurde der aus Sachsen stammende ehemalige Fremdenligonär Alexander Baudursky verhaftet, weil er das Schaufenster eines Juwelierladens zertrümmert hatte. Er erklärte, daß er sich im marokkanischen Feldzuge ein Fieber- leiden zugezogm und vergeblich versucht habe, in einem Marseiller Krankenhause Aufnahme zu finden. Aus Verzweiflung darüber habe er das Schaufenster zertrümmert, um verhaftet zu werden, um so wenigstens eine Unterfunft zu erhalten.
* * Spaniens aussichtsloser Marokkofeldzug. Madrid, 20. Dez. Der ehemalige konservative Minister Sanchez Toca erklärte, daß Spanien in Marokko täglich 800 000 Pesetas ausgebe. Im nächsten Jahre werde Spanien dort 100 000 Mann unterhalten und täglich 1 Million Pesetas ausgeben müssen. Das System, eine Stellung nach der andern einzu- nehmen, sei widersinnig: man müsse auf militärische Aktionen verzichten.
“ Weiteres über die Beschäftigung der Stimmrechtlerinnen. London, 20. Dez. Ein großes unbewohntes Haus, dessen Wert auf 2500 Pfund Sterling geschätzt wird, ist in Lensdown durch eine Feuersbrunst zerstört worden. In der Nähe der Brandstätte wurden Schriften der Stimmrechtlerinnen gefunden.
* • Die Türkei kauft den „Rio be Janeiro". London, 20. Dez. Die von dem türkischen Botschafter in London wieder aufgenommenen Verhandlungen wegen Ankaufs des brasilianischen Eroßkampsschiffes „Rio de Janttro" haben jetzt dazu geführt, daß die Pforte das französische Bankhaus Perier angewiesen hat, eine Million türkische Pfund als erste Zahlung für den Ankauf des „Rio de Janeiro" nach London zu senden. Die Londoner Presse drückt ibr Erstaunen darüber aus, daß die augenblickliche Finanzlage der Türkei den Ankauf des Schiffes gestatte. Der Ankauf des brasilianischen Schlachtschiffes werde durch die Finanzlage der Türkei nicht g'rechtfertigt- — Der „Rio be Janeiro" hätte sich als englisches Schlachtschiff so gut ausgenommen!
* * Das französische Gegenstück zur deutschen Militärmisfion. Athen, 20. Dez. Durch ein Dekret des Königs wird ein eigenes Armeekorps von Attika geschaffen, das dem französischen General Eydoux unterstellt und als Modellkorps für die anderen Armeekorps dient.
* * Das nahezu geeinte Albanien. Valona, 20. Dez. Heute sind hier zwei angesehene Rotabeln als Vertreter der Stämme Ehotti und Eruda eingetroffen, um die völlige Solidarität dieser Stämme mit der provisorischen Regierung in Valona darzutun. Da vor einigen Monaten ein völliges Einvernehmen zwischen der hiesigen Regierung und dem Haupt der Miridi en erzielt wurde und vor kurzem auch der Präsident der interimisttschen Regierung in Alessio Jszoku seine Solidarität mit der hiesign Regierung bekundet hat und weiter die provi- forische Regierung in Valona in der Verwaltung von Skuari keine Gegner hat, ist Albanien mit Ausnahme der kleinen Einflußsphäre Essad Paschas und einiger Bezirke Durazzos als geeinigtes Land anzusehen, was in politischen Kreisen mit Rücksicht auf die bevorstehende Ankunft des neuen Fürsten als günstiges Symptom betrachtet wird. — Hm die albanische Gendarmerie, der die Aufgabe zufällt, binnen kurzem die von den griechischen Truppen geräumten Positionen im südlichen Grenzgebiet zu befefeen, vorher zu einem seiner Aufgabe gewachsenen Erenzkorps auszubilden, wandte sich die provisorische Regierung an die holländische Regierung mit dem Ersuchen, um En sendung weiterer Offiziere als Instrukteure. Der hiesigen Regierung ging eine Antwort der holländischen Regierung zu, wonach diesem Ansuchen entsprochen wird, und zu diesem Zweck 12 Dffbiere hierh r en chndt werden sollen, die bereits die Reise angetreten haben.
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Marburg und Umgegend«
Marburg, 22. Dezember.
* Der goldene Sonntag. Also das war der goldene Sonntag. Er brachte uns schönes klares Wetter, blauen Himmel und auch stundenlang wirklichen goldenen Sonnenschein. Dies goldene Wetter veranlaßte denn auch gestern viele in der näheren und ferneren Umgebung wohnende Leute, unserer Stadt einen Besuch abzustatten. In den Straßen der Stadt herrschte deshalb besonders in den Nachmittagsstunden ein stärkerer Verkehr. Anscheinend wurde auch viel gekauft, denn auf den Landstraßen sah man abends ganze Trupps mit Paketen beladene Passanten, die ihren heimatlichen Dörfern zustrebten.
* Militärisches. Der überzählige Hauptmann im Jäger- Bataillon Nr. 11 Frhr v. Stein zu Nord- und Ostheim ist als Stabshauptmann in das Leibgardeinfanterie-Regiment Nr. 115 in Darmstadt versetzt worden. Zu Oberleutnants d. Res. sind befördert die Leutnants d. Res. Brunzlow des Jäg.,-Bat. Nr. 11 (VI Berlin) und Menge! des Train-Bat. Nr. 11 (Marburg). Dem Stabsarzt d. Res. Prof. Dr. Müller (Marburg) ist der Abschied bewilligt rootlMUk
* Universität. Die Vorlesungen gingen wegen der Weihnachtsferien am letzten Sonnabend zu Ende. Sie beginnen erst am 6. Januar.
* Aus dem Amtsblatt. Ernannt: der Kgl. Oberförster Meyer in Rosenthal zum Forstamtsanwalt. Versetzt: der Amtsrichter Dr. Rothe in Zoppot als Landrichter an das Landgericht Cassel; die Amtsgerichtssekretäre Stingel vom Amtsgericht an die Staatsanwaltschaft Marburg, Schwab in Meerholz an das Amtsgericht Marburg; der Förster o. R. Meyer in Neuses, Oberförsterei Wolfgang, vom 1. Januar 1914 ab nach Spangenberg, gl. Oberförsterei. In den Ruhestand versetzt: die Amtsgerichtssekretäre Reccius in Homberg und Dauzenroth in Cassel und der Gerichtsvollzieher Klermund in Hofgeismar.
* Verleihung. Dem Inspektor der chirurgischen Klinik, Herrn Hermann Kuß, wurde der Charakter als Rechnungsrat verliehen.
• Von der Apothekerkammer. Gemäß § 6 der Allerhöchsten Verordnung vom 2. Februar 1901, betreffend die Einrichtung einer Standesvertretung der Apotheker wird hierdurch bekannt gemacht, daß für die Jahre 1914, 1915 und 1916 in die Apothekerkammer der Provinz Hessen-Nassau gewählt worden sind: I. Zu Mitgliedern: a) in dem Wahlbezirk des Regierungsbezirks Cassel und des Fürstentums Schaumburg-Lippe: 1. Hofapotheker W. Nagell in Cassel, 2. Apothekenbesitzer C. Fischer in Homberg, 3. Apothekenbesitzer Th. Sander in Hofgeismar, 4. Apotheker M. Nußbaum in Cassel; b) in dem Wahlbezirk des Regierungsbezirks Wiesbaden: 5. Hofapotheker Dr. Rüdiger in Homberg v. d. H., 6. Apothekenbesitzer Fr. Dieterich in Frankfurt a. M., 7. Apothekenbesitzer Ad. Stein in Hofheim a. T., 8. Apotheker Fr. Blatz in Frankfurt a. M., 9. Apotheker I. Volk in Frankfurt a. M. TI. Zu Stellvertretern: a) in dem Wahlbezirk des Regierungsbezirks Cassel und des Fürstentums Schaumburg-Lippe: 10. Apothekenbesitzer E. Tillmann in Cassel, 11. Apothekenbesitzer C. Jung in Kirchhain, 12. Apotheker E. Machledt in Marburg, 13. Apo- * thekenbesitzer E. Schollmeyer in Marburg; b) in dem Wahlbezirk des Regierungsbezirks Wiesbaden: 14. Apothekenbesitzer H. König in Frankfurt a. M., 15. Hofapotheker Dr. Neubronner in Cronberg, 16. Apothekenbesitzer C. Lawaczeck in Camberg, 17. Apotheker O. Lehmann in Frankfurt a. M., 18. Apotheker W. Stihl in Frank,, furt o. M.
* Die Vieh- und Obstbaumzählung in der Stadt Marburg. In Marburg wurden bei der letzten Zählung 269 viehbesitzende Haushaltungen (gegen 418 in 1900) gezählt. Vorhanden waren 334 (342) Pferde, 171 (211) Stück Rindvieh, 75 (209) Schafe. 428 (413) Schweine, 223 (324) Ziegen und 50 608 (48 086) Obstbäume. Die Verminderung der viehbesitzenden Haushaltungen erklärt sich dadurch, daß in 1900 auch Federvieh und Bienenstöcke gezählt wurden.
t Marbach, 22. Dez. Am vergangenen Freitag abend wurde im Restaurant Jauernick den Schulkindern mittels Lichtbilderapparats die große Zeit vor 100 Jahren vorgeführt. Auch viele Erwachsene hatten sich eingefunden. Im Februar nächsten Jahres soll eine zweite Vorführung stattfindn, nämlich der Krieg von 1870/71.
$ Elnhausen, 21. Dez. In einem hiesigen Gehöfte brach in der Rauchkammer ein Brand aus, der aber bald bemerkt und gelöscht werden konnte. ,
V Goßfelden, 22. Dez. Für den durch das Haftpflichtgesetz unschuldig in Rot geratenen Landwirt H. in Harleshausen bewilligte unsere Gemeinde 30 M.
+ Wollmar, 22. Dz. Für den durch Haftpflicht in Bedrängnis geratenen Landwirt Konrad Homberg aus Harleshausen wurden getreu dem Grundsatz: „Alle für Einen, und Einer für Alle", von der hiesigen Gemeinde 20 M bewilligt.
Biedenkopf, 21. Dez. Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer letzten Sitzung die Stadttechnung für 1912 festgesetzt. Sie schließt ab mit einer Einnahme von 251 246,33 <M und einer Ausgabe von 248111,60 JR. Die Rechnung des städttschen ElektrifttL swerkes schließt ab in Einnahme mit 46 023,80 JR, in Ausgabe mit 40990,48 die Rechnung des Wasserwerks in Einnahme mit 11712,77 M., in Ausgabe mit 10 490 M ab.
Brndenkopf, 21. Dez. Die Vieh- und Obstbaumzählung hier hatte folgendes Resultat: 65 Pferde, 338 Stück Rindvieh, 480 Schweine, 415 Ziegen und 16 900 Stück Obstbäume. — Zum Mi-glied der Handels- kammer wurde neugewählt Herr Vuchdruckereibesstzer Carl Heinzerling.
Frankenberg, 21. Dez. Bei den gestrigen engeren Wahlen zur S adt-, verordneten-Verfammlung wurden in der 3. Abteilung Bauunternehmer Joh. Adler und in der 2. Abteilung Kaufmann Funk gewählt.
G» Jesberg, 21. Dez. Die hiesige Gemeindeverwaltung hat in Eemeiickchaft mit dem benachbarten Dorfe Densberg die Anstellung einer Gemeindeschwester beschlossen.
Homberg, 21. Dez. Die städtische Krankenkasse zu Borken ist für den Kreis Homberg als allgemeine Landkrankenkasse ausgestattet wor-' den Die Krankenkasse Homberg bleibt als beständige Krankenkasse bestehen. Die hiellge Krankenkasse hat im Laufe der Jahre einen Reservefond von 60 000 M angesamm-ttt.
+ Laasphe, 21. Dez. In Girkhausen brannte das Gehöft des Land« • wirts Lückel nieder.
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Hessen-Nassau und Nachbaraebiete.
Fulda, 21. Dez. Die Rhönberge, namentlich die Wasserkuppe, tragen eine tiefe Schnedecke. In Fulda herrschten heute ftüh 5 Grad unter Null.
Köln, 22. Dez. Im Rheintal ist eine empfindlich« Kälte eingetreten und hat große Verkehrsstörungen hervorgerufen. In der Eifel fiel das Thermometer auf 9 Grad unter Null.
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Unpolitische Lagesnachrichien.
Bluttat eines Taugenichts. Berlin, 20. Dez. Gestern abend stach der 18jährige Arbeiter Widerstch aus Schöneberg seiner Geliebten, der 21jährigen Fabrikarbeitettn Gläser, die ihn als einen Taugenichts erkannt hatte und nichts nee ihm willen wollte, mit einem Messer ta NH,