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für die Kreise Marburg und Kirchhain

und heu Beitagen:Rach Feierabend",Wrs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

Jti 296

DieOdertzessijche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post 2.25 «X (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 <X frei in» Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.» Buchdruckerei I. A. Koch (Znh. Dr. T. Hitzeroth). Martt 2L Tel. 55.

Marburg

Donnerstag, 18. Dezember

Der Anzeigettprei, beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, füt Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt al» Bnrrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 de» Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. JahG

1913,

Erßtes Blatt.

Tie finanzielle Lage unserer Kolonien.

Zu dem durchgreifenden Wandel, der sich in der Wertung unse­rer Kolonien vollzogen hat, hat am allermeisten die allmählich auch den Gegnern der Kolonialpolitik aufdämmernde Erkenntnis bei­getragen, daß unsere überseeischen Besitzungen auf dem besten Wege sind, für das Mutterland eingutes Geschäft" darzustellen. Auch dort, wo man auf die kulturelle Seite der Kolonialpolitik nicht den geringsten Wert legt, und wo man die ethischen Momente, die bei der kolonialen Betätigung eines Volkes in Betracht kommen, ge­ring schätzt, beginnt man, der wirtschaftlichen Bedeutung unserer Kolonien mehr und mehr Gewicht beizulegen. Unsere sämtlichen Kolonien, mit Ausnahme von Neu-Guinea decken heute bereits die Ausgaben für ihre Zivilverwaltung aus den eigenen Einnahmen. Nur die Wahrnehmung des Post- und Telegraphendienstes erfor­dert noch Reichszufchüsie in Höhe von 1,5 Mill. Mark für sämtliche Kolonien. Da aber auch hier die Einnahmen mehr und mehr stei­gen, so daß 4,2 Millionen Mark Ausgaben bereits 2,7 Mill. Mark Einnahmen gegenüberstehen, dürste auch hier in absehbarer Zeit eine Balanzierung erreicht sein. Neu-Guinea wird freilich noch auf Jahre hinaus eines Reichszuschusses für die Zivilverwaltung bedürfen, wenn er auch erfreulicherweise im Rückgang begriffen ist. Abgesehen davon wird der Reichszuschutz für unsere Kolonien heute nur noch zur Bestreitung der militärischen Ausgaben ver­wendet. Zm Voranschlags für das Etatsjahr 1914 ist derReichs- zufchutz auf 21,81 Mill. Mark festgesetzt, d. i. gegenüber dem lau­fenden Etatsjahre um 0.65 Mill. Mark weniger- Zn beachten ist aber, daß Deutsch-Südwestafrika schon im laufenden Etatsjahr eine, wenn auch geringe Summe zu den Kosten des militärischen Schutzes beiträgt, datz diese Summe für das Etatsjahr 1914 erhöht ist und datz jetzt auch Deutsch-Ostafrika sich an der Deckung der militärischen Ausgaben beteiligen mutz. Die Annahme, datz unsere Kolonien nach und nach ganz des Reichszuschusses werden entbehren kön­nen, wie es bei Togo schon seit mehr als einem Jahrzehnt und bei Samoa seit 1909 der Fall ist, kann demnach keineswegs als uto- pistisch bezeichnet werden.

Die finanzielle und wirtschaftliche Vefferung, die unsere Kolo­nien aufweisen, spiegelt sich in erster Linie in der Steigerung dereigenen Einnahmen" wider. In dem neuen Etats­voranschlage sind die eigenen Einnahmen der Kolonien um rund 17 Millionen Mark höher eingrschätzt als im laufenden Etat, näm­lich mit 59,4 Mill. Mark gegen 52,3 Mill. Mark. Das Plus ent­fällt allerdings mit 9,7 Millionen Mark auf Deutsch-Südwest- afrika, wo allein die Einnahmen aus der Diamantensteuer 7,2 Mill. Mark mehr bringen sollen, aber auch die Einahmcsteigerung bei Deutsch-Ostafrika mit 3,5 Mill. Mark und die bei Kamerun, die trotz des erheblichen Zollausfalles bei der Kautschukausfuhr eben­falls auf 3,5 Mill. Mark veranschlagt ist, fällt bedeutsam ins Ge­wicht. Die Zolleinnahmen unserer Kolonien sind für 1914 um 2,4 Millionen (16,7 Millionen gegen 14,3 Millionen) höher veran­schlagt, als im laufenden Etat. Das Plus wird allerdings fast ganz durch dis Erhöhung der Zinslast für die zu werbenden Anlagen be­stimmten Kolonialanleihen von 10,04 Mill. Mark auf 12,27 Mill. Mark aufgezehrt. Eine richtige Würdigung der Bilanz unserer Kolonien ist aber nur unter Berücksichtigung der als Reserve für unvorhergesehene Aufwendungen bestimmten sogenannten Aus­gleichsfonds, die seit 1908 eingeführt sind, möglich. Diese Aus­gleichsfonds sollen im Etatsjahr 1914 die Höhe von 10,13 Mill. Mark erreichen. Im Vorjahre betrugen die Fonds zusammen 9,5 Millionen Mark. Ostafrika ist nach dem Voranschläge von 1914 an ihnen mit 2,68 Mill. Mark, Kamerun mit 2,19, Togo mit 1,58, Südwest mit 3,5 und Samoa mit 0,17 Mill. Mark beteiligt.

Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien und damit ihre finanzielle Erstarkung macht nach alledem recht er­freuliche Fortschritte. Sie werden sich noch verstärken wenn erst die Eisenbahnbauten durchgeführt sein werden, die für verschiedene Kolonien wertvolle Gebiete erschließen und neue Einnahmequellen eröffnen sollen. Schon heute läßt sich mit Bestimmtheit sagen, datz unsere Kolonien in absehbarer Zeit gänzlich aus eigenen Fiitzen stehen werden, und datz auch die Zeit nicht mehr so fern ist, wo sie selbst in den Augen reiner Wirtschaftskalkulatoren den Charakter einer Bürde für das Mutterland verloren haben und zu einem ge­winnbringenden Faktor für dieses geworden fein werden.

DeuMes Reich-

Deutsch« Glückwünsche für Erzherzog Franz Ferdinand. Berlin, 17. Dez. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Erzherzog Franz Ferdinand vollendet am 18. Dezember sein 50. Lebensjahr. Auch in Deutschland wenden sich an diesem Tage warme Sympathien dem hohen Herrn zu, dessen Bild in starker, ernster Männlichkeit vor den Augen der Zeitgenossen steht. Ehr- rebietige Glückwünsche gelten dem treuen Freunde unseres Kaisers und zielbewuhten Mitarbeiter an der Erstarkung der Wehrmacht Oesterreich-Ungarns zu Lande und zur See, dem Vorkämpfer für ein.kraftvolles Habsburgerreich, mit dessen Zukunft sich Deutsch­land eng verbunden fühlt."

Die Aufwandsentschädigungen für Familien mit drei mili­tärpflichtigen Söhnen. Berlin, 17. Dez. Zur Zeit werden die Ausführungsvorschriften ausgearbeitet betr. die Aufwandsent­schädigungen an Familien, von denen drei Söhne der gesetzlichen zwei oder dreijährigen Dienstpflicht als Unteroffiziere oder Ge­meine genügten oder genügen. Augenblicklich kann daher, wie halbamtlich genmldet wird, über die zahlreichen Anträge hierzu

noch nicht entschieden werden. Die Beträge sollen nachträglich in Halbjahresraten, und zwar die erste Halbjahresrate von 120 Mark anfangs April 1914 gezahlt werden.

Keine Einfuhr russischen Fleisches mehr. Berlin, 17. Dez. Die gemischte Deputation zur Beratung von Maßnahmen gegen die Lebensmittelteuerung beschloß mit Rücksicht auf den derzeitigen hohen Preisstand von der Fortsetzung der Einfuhr russischen Fleisches abzustehen und den Verkauf von Anfang nächsten Monats ab einzustellen.

Der preußisch« Aerzt«kamm«rausschuß gegen die Regierung. Leipzig, 17. Dez. Der preußische Aerztrkammerausschuß hat ein­stimmig nachstehende Entschließung gefaßt:

Der Ausschuß der Preußischen Aerztekammern bedauert auf das lebhafteste den die Differenzen zwischen Aerzten und Krankenkassen be­rührenden gemeinsamen Erlaß der drei Herren Minister für Handel und Gewerbe, für Landwirtschaft und des Innern vom 2. Dezember 1913, vor dessen Hinauegabe die staatliche Standesvertretung der Aerzteschaft leider nicht gehört worden ist. Während nämlich die Reichsversicherungs- Ordnung in den §§ 406 und 407 den Krankenkassen ohne weiteres di« Möglichkeit gibt, sich zum Zwecke des Abschlusses gemeinsamer Verträge mit Aerzten innerhalb eines Versicherungsamtes zu einem Verband zusammenzuschließen und mit Genehmigung des Oberversicherungsamtes solche Verbände sogar auf den Bezirk mehrerer Versicherungsämter zu organisieren, soll gemäß dieses Erlasses die Forderung organisierter Aerzte, den Kaffenarztvertrag durch und mit der ärztlichen Organisation abzuschließen, eine unangemessene Bedingung im Sinne des § 370 RVO. darstellen. Für Krankenkass e und Aerzte muß aber das gleiche Recht gelten. Der Ausschuß der preußischen Aerztekammern befürchtet daher, daß die preußischen Aerzte in dem erwähnten Erlasse, der in bemerkens­wertem Gegensatz zu dem Verhalten der Regierungen anderer Bundes­staaten in der gleich n Angelegenheit steht, eine schwere Beeinträch­tigung ihres Koalitionsrechtes erblicken. Außerdem aber ist von dem Erlaß auf das Ernsteste zu besorgen, daß er bet einer prak­tischen Durchführung schwere Gefahren für die gesamte öffentliche und häusliche Gesundheitspflege heraufbeschwärt. Zugleich drückt der Aus­schuß für die bevorstehenden Kämpfe um ihre lebenswichtigsten In­teressen der Aerzteschaft seine wärmste Sympathie aus."

Einigung der deutschen Parteien in NosenSerg-Löbau. Danzig, 17. Dez. Für die Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Rosenberg-Löbau an Stelle des verstorbenen Abgeordireten Pfarrer Zürn ist als Termin jetzt der 21. Januar 1914 bestimmt worden. Die Verhandlungen zwischen den deutschen Parteien wegen Auf­stellung eines gemeinsamen Kandidaten schweben zwar noch, doch dürste schon in den nächsten Tagen eine Einigung auf den von den Konservativen vorgeschlagenen Landrat des Kreises Rosenberg, Grafen v. Brünneck, erfolgen. Dieser hat sich zur Annahme des Mandats bereiterklärt und wird sich, ebenso wie es der ver­storbene Abgeordnete Pfarrer Zürn tat, für den Fall seiner Wahl der f r e i k o n s er v a t i v e n Partei anschlietzen. Bei einem ge­schlossenen Vorgehen aller Deutschen äst der Sieg des Deutschtums gesichert.

Nationalliberale gegen Nationalliberale. Hamburg, 17. Dez. Der Vorstand des Altnationalliberalen Reichstagswahlvcr- eins von 1884 hat sich in einer besonderen Sitzung mit der Haltung der naiionalliberalen Reichstagsfraktion bei Behandlung der Zabern Affäre beschäftigt uni) einstimmig folgende Entschließung angenommen:

Der Reichstagswahlveicin bedauert auf das lebhafteste das Verhalten der nationalliberalen Reichstaasfrakion bei der Abstimmung am 4. Dezember über das gegen den Reichskanzler eingebrachte Miß­trauensvotum. Rach seiner Ansicht wäre es zmn mindesten Pflicht der Fraktion gewesen, in unzweideutig r Weise zu erklären, daß sie ledig­lich ihr« Unzufriedenheit über die Art der Behandlung dieser Frage durch den Reickskanzler zum Ausdruck bringen wolle, daß sie im übrigen aber die demokratischen Dcstrebungen, die offensichtlich auf die Einführung eines parlamentarisch n Regimes hinzielten, jeden Vorstoß gegen unser Heer auf tas entschiedenste aülehne. Wenn auch durch die nachträgliche Versicherung des Abgeordneten Bassermann der Verdacht derartiger Motive als des itigt angesehen werden muß, so spricht der Reichstags- wahlvercin doch die Erwartung aus. daß die nationalliberale Fraktion in Zukunft alles vermeiden wird, was eine Meinung zulassen könne, als wollte man eine Aenderung der Verfassung nach der angebenen Rich ung hin berbeifübren."

Ei» Nachspiel Zabern. Metz, 17. Dez. Als Nachspiel zur Zaberncr Affäre bringt derLorrain" die Mitteilung, daß der Straßburger Universitätsprofessor Martin Spahn infolge der Stellungnahme desElsässer" in der Zaberner Affäre seine De­mission als Mitglied des Aufsichtsrates desElsässer" gegeben hat. An dem vom Aufsichtsrat abgegebenen Vertrauensvotum der letz­ten Tage hatte Spahn als einziger nicht teilgenommen. Bei den Hetzereien, die sich des Blatt geleistet hat, erscheint der Schritt Prof. Spahns selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich ist die von verschiedenen nationalen Seiten erhobene Forderung, den Re­dakteur desElsässer", Kestle, der die Zaberner Rekruten zu der Disziplinwidrigkeit verführt hat, gerichtlich zu belangen; denn Herr Kestle ist der Hauptschuldige.

Ausland.

* * Oesterrrichisch-italienisch« Grenzzwistigkeiten. Wien, 17. Dez. Infolge der Angriffe unbekannter Personen, wahrscheinlich Italiener, auf Militärposten an der südtirolischen Grenze hat das Kriegsministerium eine umfangreiche Verordnung erlassen, derzu- folge die Bestimmungen für diese Militärposten längs der Grenze verschärft werden. Bereits bei einer Entfernung von 20 Schritt sollen fremde Personen mit scharfen Patronen beschossen werden, wenn sie sich nicht auf einmaligen Anruf melden.

* * Kardinal Rampolla gestorben. Rom, 17. Dez. Kardinal Rampolla, der vor einigen Tagen von der Teilnahme an einer religiösen Festlichkeit schwer leidend zurückkehrte, ist gestern kurz nach Mitternacht gestorben. Kardinal Staatssekretär Rampolla ist an^7. August 1843 geboren. Er wurde am 16. März 1887 von

Papst Leo XIII. zum Kardinal und Staatssekretär ernannt. Letz­teren Posten bekleidete er bis zum Jahre 1905. Seine Politik er­streckte sich später insbesondere auf di« Wiederherstellung der welt­lichen Macht des Papsttums. Mit Rampolla geht eine der bekann­testen Persönlichkeiten des Vatikans dahin, die insbesondere durch ihre Franzosenfreundlichkeit hervortrat. Diese Freund­schaft zu Frankreich war es wohl auch insbesondere, die ihn daran hinderte, nach dem Tode Leo XIII. im Jahre 1903 dessen Nachfol» ger zu werden.

* * Die britisch« Rundnote über Albanien und die ägäische» Znsel«. London, 17. Dez. Die britische Rundnote über Albanien und die ägäischen Inseln ist den Mächten am Sonnabend überreicht worden. Sie umfaßt zehn Paragraphen, die unter drei Rubriken fallen: 1. Epirus und die Frist, innerhalb deren die Griechen die an Albanien fallenden Gebiete zu räumen haben; 2. die ägäischen Inseln, die von Griechenland besetzt find; 3. die von Italien besetzten Inseln. Was die ägäischen Inseln betrifft, die von Griechenland besetzt sind, so weist die Note darauf hin, daß die Konzessionen, die von Griechenland mit Bezug auf Epirus verlangt werden, durch einen Tausch in den ägäischen In» seln ausgeglichen werden sollten. Mit Ausnahme von Jmbros und Tenedos sollen alle diese Inseln in griechischem Besitz bleiben. Mit Bezug auf die ägäischen Inseln, die von Italien besetzt sind, wird vorgeschlagen, daß sie der Türkei zurückgegeben werden sollen, wenn der Friedensvertrag von Lausanne ausgeführt ist, und die Inseln sollen dann eine gewisse Selbstregierung unter dem Sultan erhalten. Die Festsetzung der griechisch-albanischen Grenze bleibt dem internationalen Ausschuß überlassen.

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Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urhebergesetzes nur mit der deutlichen QuellenangabeOberhess Ztg." gestattet.)

Marburg, 18. Dez.

* 80. Geburtstag. Ein in weiten Kreisen bekannter und ge­schätzter alter Marburger Bürger, Herr Kaufmann Ludwig Bücking, vollendet morgen sein 80. Lebensjahr. Rüstig wie ein Mann in den besten Jahren sieht man ihn noch jeden Tag sein Ge­schäft am Marktplatz aufsuchen. Der Jubilar, der heute noch dem Kreisausschuß des Kreises Marburg angehört, hat auf allen Gebie­ten des kommunalen Lebens als Stadtrat, Ausschußvorsteher und Vizebürgermeister viele Jahre für seine Heimatstadt eine äußerst segensreiche Tätigkeit entfaltet, und wer heute noch Gelegenheit hat, ihm in dieser oder jener Sache«nahezutreten, erfährt, daß er mit seiner großen Menschenkenntnis, seiner langjährigen Erfahrung und seinem klaren Verständnis und Weitblick in allen Fragen des öffentlichen Lebens ein entscheidendes Wort sprechen konnte und kann. Wie manche kurze Bemerkung trifft da denNagel auf den Kopf". Wenn Bücking vor etwa 20 Jahren nach energischer Ableh­nung seiner Wiederwahl aus den städtischen Körperschaften schied, so blieb er doch, wie schon erwähnt,,der Verwaltung unseres Krei­ses treu. Besonders verdient macht er sich hier in seiner Tätigkeit als Vorsitzender der Rechnungsprüfungskommission. Weiter er­warb er sich Verdienste um viele kommunale Einrichtungen, um die Kleinkinderschule, Lutherstiftung usw. Vom Kaiser wurde ihm vor einigen Jahren der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen. Den vielen Glückwünschen, die Herrn Bücking jedenfalls morgen zu teil werden, schließen wir uns mit dem Wunsche an, daß es ihm noch lange vergönnt sein möge, in Gesundheit und geistiger Frische das otium cum dignitate zu genießen.

* Kurhessischer Verein für Luftfahrt, Sektion Marburg. Man schreibt uns: Die letzte Vereinssitzung am 12. d. Mts. fand unter regster Beteiligung statt. Außer zahlreichen Mitgliedern waren auch viele Freunde und Eöner des Vereins erschienen. Der Vor­sitzende eröffnete die Sitzung und brachte im geschäftlichen Teil Näheres über die geplante Errichtung einer Kontrollstation für den Zuverlässigkeitsflug des kommenden Jahres voraussichtlich am Dienstag den 19. Mai in Marburg. Die örtlichen Verhält­nisse des Lahntales gestatten es nicht, Landungen der großen Flug­zeuge in Marburg zu bewirken; das Aeußerste, was unserer Stadt geboten werden kann, ist die Flieger zu veranlassen, Marburg zu passieren. Es liegt im Interesse der Marburger Bürgerschaft und im Interesse des Verkehrs, wenn diese sich bietende Gelegen­heit ausgenützt wird. Deshalb soll versucht werden, die zu dem Unternehmen nötigen 2000 M, die bis spätestens Weihnachten an­gemeldet werden müssen, aufzubringen. Hierauf nahm Herr Dr. Robitzsch das Wort zu dem angekündigten Lichtbilder-Vortrage: 15 Monate auf dem Deutschen Zeppelin-Observatorium in Spitz­bergen". Die nächste Vereinsfitzung findet am Freitag den 9. Jan. statt. Herr Prof. Hollatz (Leipzig) wird über dieProbleme des Luftrechtes" sprechen, ein Thema, das bei der Entwicklung der mo­dernen Luftfahrt auf reges Interesse stoß-m wird. Näheres wird rechtzeitig durch Inserate bekannt gegeben werden.

* Schöffengericht. Ein Fuhrwerksbesitzer, der feinen Wagen, an dem noch obendrein das Schild fehlte, in einer gangbaren Straße stehen gelassen hatte, war von der Polizei in eine Geld­strafe von 2 -4t genommen worden. Der Mann beantragte gericht­lichen Entscheid, die jedoch keinen Erfolg hatte. Ein junges Mädchen, das seinen Dank für erwiesene Gastfreundschaft bei einer Freundin dadurch Ausdruck gab, daß sie dieser einen Ring und andere Sachen entwendete, wurde zu 8 Tagen Gefängnis verur­teilt. Ferner wurde ein Student, der einen Rechtsanwalt, der für ihn ein Rechtsgeschäft erledigte, brieflich beleidigt hatte, in eine Geldstrafe von 20 -4t genommen.

* Hessenland. Nr. 23 enthält: Zur Volksstimmung bei der Set« leihung der Kurwürde von Dr. W. Hopf; Beiträg« zur hessischen Orts» Namenkunde 2. von Dr. W. Schoos; Herrenhaufen und Wilhelmshöh« von Morte Lasse Sothein; Der tnaiW Park. mit. Bekrönrma durt d«