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DieOberhessische Zeitung- erscheint täglich mit Ausnahme der Sonw-

und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch Wo 9Rß die Post 2.25 M lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 ^ /I~ frei ins Haus. - Verlag von Dr. E. Sitzerath - Druck der Univ^

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1913.

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Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. S'tzeroth). Markt 21. Tel. SS.

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Marburg

Sonnabend, 6. Dezember

verständlich wünscht das deutsche Volk, daß Verfehlungen der Militärs ihre gerechte Sühne finden; das liegt auch im Inter« esse rnseres Heeres selbst. Das bisherige gute Verhältnis zwischen Volk und Heer wird aber das alte bleiben.

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchhain

Nach Krupp jetzt Zabern. Und diese Gelegenheit ist umso will­kommener, als fie Anlatz zu einer Hetze gegen denMilitarismus" bietet.Die Massen muffen dem Militarismus die Antwort geben, die ihm gehört die Protestversammlungen, zu denen der Vor­stand der deutschen Sozialdemokratie aufrust, müssen gewaltige Kundgebungen des festen, entschiedenen Willens sein, dem Wüten des Molochs ein Ziel zu setzen" schreibt die ultraradikaleLeipzig. Volkszeitung". Eine Nuance milder drücken sich die bürgerlich­demokratischen Blätter aus, aber auch ste stnd von einem Entrüst- ungstaumel umfangen, machen, wie dieTägl. Rundschau sehr richtig urteilt,aus einer Mücke, aus einer Mikrobe einen Ele­fanten" und ihre Parteien treten in einenWettbewerb um die Wahlstimmen der Elsässer" ein. Würde denn ein Kanzlerwechsel etwas ändern? Man muh dem genannten Blatt auch darin zu- stimmen, dah die einzige Möglichkeit, die sich denken läßt, doch nur die wäre,dah ein Kanzler käme, der energischere Töne anschlagen würde statt der zurückhaltenden, nach völliger Objektivität ringenden Worte des jetzigen Reichskanzlers, der eigentlich nie kämpfen, immer nur überzeugen möchte. Bei den Zaberner Erörterungen herrschten im Reichstag Zustände, die dieLeipziger N. Nachr." also ein Organ, das keine fftoiet« interessen vertritt treffend mit den Worten kennzeichnen:

Was Autorität! Was öffentliche Gewalt! Was Gesetz! Autorität hat hier nur, wer am l a u t e st e n b l l t." Ein neuer Kanzler würde sich das vielleicht nicht bieten lassen, wie es sich auch Bis- marck nicht hätte bieten lassen.

Das Zentrum schickt stch anscheinend an, stch aus der Gesellschaft der Schreier und Ministerstürzer zurückzuziehen. DieGermania erklärt nämlich der Sozialdemokratie, dah diese selbst wohl keinen Augenblick habe glauben wollen, dah sie Herrn v. Bethmann Holl­weg über Zabern auf parlamentarischem Wege würde stürzen kon- neu. Wir hätten im Deutschen Reiche kein parlamentarisches R^ gime und der Weg zu ihm sei noch sehr weit. Dah L b e r h a u p t ein Weg zu dem parlamentarischen Regierungssystem bei uns sich findet der nun Herrn v. Bethmann Hollweg gefährlich werden kann,' dazu hat dieser selbst die Möglichkeit gegeben, als er seinerzeit den Bestrebungen, die Machtfülle des Parlaments zu vermehren, so schwachen Widerstand entgegensetzte. Jetzt rächt sich dieses Nachgeben. Dadurch dah jetzt Anträge also auch Mrtz- trauenskundgebungen an Interpellationen geknüpft werden können, versuchen die Mehrheitsparteien nach und nach einen Ltn« fluh auf die Entscheidungen der höchsten Stelle zu gewinnen, die über Bleiben oder Nichtbleiben des Kanzlers bestimmt; denn sonst haben diese Anträge weder Sinn noch Zweck. Wie das A u s l and die Dinge auffaht, zeigt ein Blick in französische und englische Zei­tungen. In England und Frankreich legt man einem Mißtrauens­votum für den Kanzler, da die Kenntnis von der deutschen Ver­fassung und der Geschäftsordnung des Reichstags im allgemeinen gering zu sein pflegen, natürlich die Bedeutung bei, üte ein solches Votum in diesen Ländern mit parlamentarischem Regime haben muh. Man meint, der Kanzler müsse nun gehen. DarMerhin- aus macht man sich aber von der gegenwärtigen Lage in Deutsch- land ein vollkommen falsches Bild. Die französische Presse chrelbt von einemschweren Konflikt zwischen Volk und Armee , von allerschwerster Krise",verfahrenem Staatskarren u. a. Sie übersieht dabei gänzlich, dah die journalistischen Quellen, aus der sie in der Regel schöpft, unsere sogenannten Weltblatter, durchaus nicht der Spiegel der Volksstimmung sind und dah ste, auch wenn sie sich eines großen und weitreichenden Leserkreises er­freuen, durchaus nicht den Einfluß auf diesen besitzen, als wie es den Anschein hat. Das deutsche Volk will wegen Zabern k e ine n Konflikt mit seinem Heer, an dem es nach wie vor hängt, dessen Bedeutung für das Volksganze es richtig einschätzt und dessen Ver­dienste um die Größe des Reiches es sehr wohl zu würdigen weiß, trotz aller Versuche von sozialdemokratischer und demokratischer Seite, einen Keil zwischen Volk und Heer zu treiben. Selbst-

nahte sich bis vor einem Jahr kein Christ noch Jude ohne Zittern; denn das Recht mutzte erkauft, ja schon der Zutritt zu den höherenturki chen Regierungsbeamten, nun gar zum Pascha, durch erpresserische Trink­gelder an die niederen Schergen und Schreiber erbettelt werden Und ieUt acht jeder, auch der hiergebliebenc Türke, ftank und frei in den Palast, brauch nicht eine Drachme zu zahlen, um überall vorgelassen zu werden und wo Jahrhunderte hindurch die schmachvollste Rechtlosigkeit herrschte, da waltet jetzt das unbeugsame Gesetz in seiner gerechten Anwendung. _ , ..... m .

Das haben sogleich nach der Einnahme von Saloniki die Brand­stifter, Totschläger und Mörder erfahren, die sich einbildeten, sie könnten ihr Scbandgewerbe wie unter der türkischen Luderwirtschaft weiterbetreiben. Die Feuerversicherungsgesellschaften, die früher mit 800 bis 1000 Bränden, fast durchweg Brandstiftungen jährlich tn Saloniki rechnen mutzten, machen jetzt mit den hohen Prämiensätzen und der ganz geringen Brändezahl glänzende Geschäfte. Das Räuberwesen tn Saloniki und im offenen Lande bis zu den Hängen des Olymps ist ansgetilgt, und gleichwie im alten so auch in Neugriechenland herrscht vollkommene Sicherheit auf allen Stratzen und Wegen bei Nacht wie bei Tage. Selt­sam. datz nach Europa keine Kunde gedrungen ist von der Tatsache dre wie wenige andere den grotzen Umschwung der Verhältnisse beleuchtet: von der Räuberbande, die vor einigen Jahren den unvorsichtigen Herrn Eduard Richter zwischen den türkischen Dörfern am Nordabhange des Olymps herumgeschleppt, hat die griechische Gendarmerie schon vor mehreren Monaten zwei Rädelsfiihrer gepackt, und diese sitzen jetzt im Gefängnis mit der Aussicht auf ein unbarmherziges Urteil. Man darf sich jene Räuberbande nur garnicht umwittert vom geringsten Hauche der Romantik vorstellen: die Räuber betrieben ihr Geschäft in behag­licher Sicherheit und waren eines hohen Gewinnes aus dem Lösegeld sicher, das in solchen Fällen fast immer von der türkischen Regierung ge­zahlt wurde. Vor den türkischen Behörden brauchten sie sich nicht im mindesten zu fürchten, denn mit diesen standen ste in dem angenehmen Verhältnis von Betriebsteilhabern, mit denen sie allerdings die gefahr- los erschnappte Beut« et» wenig teilen mutzten. Auf diesem nteder-

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Die Entscheidung des Kaisers.

Das Ergebnis der Beratung des Kaisers mit dem Kanzler, dem Statthalter von Elsatz-Lothringen und dem kommandierenden General des Straßburger Armeekorps in Donaueschingen, das wir bereits durch Sonderausgabe gestern nachmittag veröffentlichen konnten, ist folgendes:

Donaueschingen, 5. Dez. Der Kaiser hatte für heute vormittag den Reichskanzler, den Statthalter Grafen v. Wedel und den kommandierenden General v. Deimling nach Donaueschingen befohlen, um weitere Vorträge über die bekannten Vorgänge in Zabern entgegenzunehmen. Der Kaiser hat darauf bestimmt, boff die Garnison von Zabern bis auf weiteres nach dem Truppenübungsplatz verlegt wird. Die fchwe. benden kriegsgerichtlichen Verfahren werden mit Beschleunigung durchgeführt werden.

Auf diese Weise werden am besten etwaige weitere Reibereien zwischen Zivil und Militär, die in der nächsten Zeit sich immerhin zutragen könnten, vermieden. Ein nationales Blatt hat kürzlich den Vorschlag gemacht, es solle die Garnison aus Zabern verlegt werden, aber nicht als Strafe für das Militär, sondern für die Be­völkerung, der man dengroßen Militärbrotkorb höher hangen solle." Zweifellos ist der wirtschaftliche Nachteil, den das Städt­chen durch die, wenn auch nur vorläufige Verlegung der zwei Ba­taillone das 3. liegt in Pfalzburg erleidet, beträchtlich, und diejenigen, die schuldlos davon betroffen werden, können sich nun bei denen dafür bedanken, die durch Provokationen und Beleidi­gungen des Militärs diese Maßnahme bewirkt haben. Vielleicht kommt die durch die französisch-nationalistischen Preßorgane ver­hetzte Bevölkerung so am ehesten wieder zur Vernunft, so datz nach Rückkehr des Militärs nach Zabern und bei der nötigen Beachtung der Grenzen seiner Machtbefugnisse durch das Militär das er­wünschte gute Verhältnis zwischen diesem und der Bevölkerung wieder hergestellt wird.

Der Kanzler ist inzwischen wieder in Berlin eingetroffen. In Reg'erungskreisen weist man die Annahme, die Reise des Reichs­kanzlers nach Donaueschingen zum Kaiser stehe in irgend einer Verbindung mit dem Mißtrauensvotum, das der Reichstag dem Kanzler ausgesprochen hat, mit allem Nachdruck zurück. Der Vor­trag des Kanzlers beim Kaiser über die Zaberner Angelegenheit war schon v o r der parlamentarischen Verhandlung beschlossen und nur mit Rücksicht auf diese verschoben worden. Die Reise des Kanzlers entstammte einem Wunsche des letzteren. Sie galt im wesentlichen einer gemeinsamen Aussprache des Reichskanzlers und der an der Spitze der Zivil- und der Militärverwaltung in Elsatz- Lothringen stehenden Persönlichkeiten beim Kaiser über die Matz- naljmen' die zur Sicherung des Zusammenwirkens der Zivil- unb Militärbehörden im Reichslande notwendig erscheinen, sowie über die Matznahmen, die geeignet sind, die Wiederholung der Vor­gänge von Zabern zu verhindern. Diesem Bestreben entspricht ja auch die Entscheidung des Kaisers. Im Reichstag befürchtet man, daß die parlamentarischen Verhandlungen der nächsten Woche recht unerquicklich sein werden, da die Linke des Reichstags nach dem Mißtrauensvotum mitdem Kanzler nicht mehr zusam- m e n a r b e i t e n w i l l. Die Stellung des Kanzlers wird bereits am nächsten Dienstag recht schwierig sein, da die Sozialdemokraten, wie verlautet, im Reichstag Kundgebungen veran­stalt en wollen; denn ihr Streben geht auf den Rücktritt Herrn v. Bethmann Hollwegs, und in diesem Streben werden sie von ihren bürgerlichen Freunden auf das kräftigste unterstützt. Die Sozialdemokratie sieht wieder einmal eine glückliche Gelegenheit, die Aufmerksamkeit ihrer Anhänger und Mitläufer von den Zwi­stigkeiten innerhalb ihrer Partei und ihrem Rückgang abzulenken.

Reisebilder aus dem (Sröfteren Griechenland.

In Makedonien und Thrakien.

Saloniki, Anfang November.

Wer Goethes sämtlich Gedichte bequem zur Hand hat ich mutz hier aus dem Gedächtnis schöpfen, der schlage seine wohlgelungene llebersetzung einer der schönsten neugriechischen Volksbaladen auf, die sicher schon aus dem 17. Jahrhundert stammt, den Zank zwischen dem Olympos und Kisfawos (Ossa):Der Olympos und Kissawas, die beiden Berge zanken". Der Olymp, in dessen höchsten Eipfelschluchten sich nie ein Türke gewagt, obwohl der Berg selbst seit nahezu 500 Jahren türkischer Besitz war, schmält die Ossa, daß sie sich gefallen lassen müsse, von den Türkenhunden betreten zu sein, und die niedrige Ossa weiß gegen den Hohn desuralten Olymps" nichts zu erwidern. Die großartige Anschauungspoesie dieser noch heute in ganz Griechenland jedem Kind« bekannten Ballade hätte Goethe doppelt entzückt, wenn er vom Meere aus das packende Bild hätte gewahren können: hier im Süden die in all ihrer Höhe gedrückt erscheinende spitzig gipfelnde Ossa, noch südlicher die lange niedrigere Hochfläche des Pelion (daher: die Osia auf den Pelion gesetzt!), und im Norden, hart am Meerbusen von Saloniki, die gewaltig emporragenden Doppelgipfel.des schneebedeckten Olymps. Kein Grieche vergißt im Vorbeifahren zwischen Südmakedonien und der dreifingrigen Ehalkidike den Fremdling stolz zu bedeuten: Jetzt ist der Olymp griechisches Land! Ein wahrhaft bedeutsames -Sinnbild der stch ankündigenden neuen Entwicklungsstufe Neugriechenlands. Die Götter können auf ihrem geheiligten llrsitz zurückkehren, ohne die Laute einer ftemden Barbarensprache zu sich heraufdringen zu hören.

Und widerum, wie aus jenem hinzugewonnenen althellenischen, dann vertürtten Landstrich, worin die blauweiße Eriechenfahne flattert, habe ich vor allem zu berichten: ungestörte Sicherheit für Leben und Eigentum der Einwohner aller Stämme und aller Glaubensbe­kenntnisse. Dem Regierungspalast, in dem ich diese Zeilen schreibe, jetzt dem Sitz de- griechischen Statthalter- in Makedonien und Thrakien

<Eine sehr berechtigte Anfrage.

Al- Nachklang zur Zaberner Affäre hat der Abgeordnete Dr. Werner-Gießen (Wirtsch. Vgg.) im Reichstage folgend- kurze Anfrage eingebracht:Wie bei früheren Gelegenheiten hat auch jetzt wieder anläßlich der bedauerlichen Vorgänge im Elsaß der amtliche Nachrichtendien st ^zur Richtigstellung auf. regender und unwahrer Zeitungsmeldungen und zur Beruhigung der öffentlichen Meinung nicht ausgereicht. Ich frage daher den Herrn Reichskanzler, was er zu tun gedenkt, um zum Wohle des Reiches eine bessere Nachrichtenversorgung zu be­schaffen?"

Ungesetzliches Entgegenkommen.

Straßburg, 5. Dez. Die Straßburger Aufsichtsbehörde hat beschlossen, die Entschließung des Zaberner Eemeinderates, die Kosten der Ersatzklagen der verhafteten Zivilpersonen gegen den Militärfiskus auf die Stadt zu Übernehmen, als ungesetzlich zu beanstanden.

Gegen die Französlinge.

Straßburg. 5. Dez. Die Straßburger Regierung hat eine Verfügung erlassen, nach der künftig bei Vereinen und ähn­lichen Gemeinschaften bei Ausflügen, öffentlichen Aufzügen und dergl. keine französischen Musik st Ücke oder Kom­positionen gespielt werden dürfen.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß 8 18 des Urheberaeleßes nut mit der deutlichen QuellenangabeOberbesi. Zig." gestattet.)

Marburg, 6. Dezember.

Kupferner, silberner und goldener Sonntag stehen nun vor der Tür. Volle vier Wochen lang schweigt der regere Geschäfts­verkehr des Weihnachsfestes, den wir unseren Geschäftsleuten wün- scheu möchten, nur in den wenigen Stunden, in denen an Sonn­tagen die Glocken zum Gottesdienst rufen. Am morgigen sogen, kupfernen Sonntag ist in allen Zweigen des Handelsgewerbes die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern sowie der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen bis 7 Uhr abends zu­lässig. An diesem Tage ist die Beschäftigungszeit für 10 Stunden ftciciecicbcTt.

* Fahnenschmuck trug gestern unsere Iägerkaserne aus Anlaß der Gründung des Bataillons vor 100 Jahren.

* Vom Kreis-Kriegerdenkmal. Mit der Umarbeitung des Friedrichsplatzes, auf welchem bekanntlich das Kreis-Kriegerdenk­mal errichtet wird, hat man bereits begonnen. Die Denkmalswelhe die am ersten Sonntag im Juli 1914 stattfinden soll, wird zugleich mit dem Kreis-Krieger-Verbandsfest verbunden. Außerdem wer­den in den Tagen hier die Abgeordneten des Kurhessischen Krieger- Bundes tagen. , _ _, .

* Ehrengabe. Vom Inf.-Reg. Nr. 83 in Gaffet wurde dieser Tage zwei Veteranen der hiesigen Vereinigung ehemaliger »3et le ein BandKriegserinnerungen" sherausgegeben vom Kre,s-Kme- gerverband Bochum) als Ehrengabe zur Hundertjahrfeier des Re­giments überwiesen. . ,

* Der erste Schnee. Seit gestern hat endlich der Winter auch in unseren Bergen uns etwas weiß gemacht. In ben Straffen b« Stadt wurde der Schnee, der gestern nachmittag fiel zwar balb zu Wasser. Die Temperatur hat sich erheblich abgekühlt Wer: ba glaubt, es gäbe keinen Winter, kann sich vielleicht noch sehr täuschen. In Winterberg, wie auch sonst im Sauerland, huldigt man bereits dem

trächtigen Bunde zwischen türkischer Regierung und Verbrechern jede» Art beruhte ja das, was man die türkische Schandwirschaft nennt.

Durch die Eroberung von Saloniki sind der Regierung des Größeren Griechenlands schwere Aufgaben zugefallen als tn irgend einer bei neuen Provinzen. Ueberall sonst hat sie es mit einer so gut wie e beitlichen griechischen Bevölkerung zu tun, und Griechen sind, rote König

Stadt Saloniki aber wohnen noch letzt gegen 10 000 Turken unl 70 bis 80 000 Inden. Die Juden btlden'm dieser Stadt m t 16000t Seien nahezu die Mehrheit; sie geben ihr ein höchsteigentumltches Ge präge denn hier ist der Jude keineswegs blos oder überwiegend Händler, sondern mm größeren Teil der arme Teufel, dem die schwersten körper- uS Meit« ««Ui««««- <$t d-.B-.---M---. 6t»« »»>

Nebel hinaus mutz, der Lastträger mit Bürden von 1 bis 2 Zentnern, der Kutscher, hier und da auch der Maurer, der Schlaffer und der Schmied. Datz die jüdische Bevölkerung Salonikis sich tn den eilten Monaten nach der Besitzergreifung durch die Griechen vor diesen fürchteten ,ist nicht schwer zu begreifen: an die Unterdrückung ^der Türken hatte sich dieses aus Knechtschaft in Knechtschaft gehetzte Volk gewohnt, und nur zu gut weiß der Jude aus seiner traurigen ^Nahrung viel« Jahrhunderte, daß noch jeder Wandel der ihn verfolgenden Regierunge, eher eine neue Bedrückung als ein Ausatmen bedeutet. Jetzt leben di« Judn in Saloniki, dieser zweit- oder drittgrößten Judens adt bei Welt frieblich und hoffnungsvoll neben ihren griechischen Mitbürgern unb mit dem Tage des Einzugs des siegreichen Griechenheeres haben sie. wie Übrigens die Türken auch, völlig gleiches Bürgerrecht tm griechische« Königreich gewonnen. Die Duldung der griechischen Regierung gehl ft weit, datz sie den Juden ihr eigenes Familienrecht läßt, ebenso wie den Türken, die in familienrechtlichen Fragen nicht unter den griechischen Gesetzen, sondern unter denen des Korans stehen. Bei dieser (Belegen* heit sei die Mitteilung gestattet, die mir von allen befragten griech­ischen Offizieren und Soldaten übereinstimmend gemacht wurde daß ot« nicht wenigen jüdischen Mitglieder des griechischen Heeres sind tn W* yoei letzten Kriegenwundervoll" lthasmasios) schlagen haben.

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