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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kttchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirllchaftliche Beilage".

Tie Vorgänge in Zabern

Morgen oder übermorgen wird der Reichskanzler die fort­schrittliche und elsässische Interpellation über die Vorgänge in Zabern im Reichstag beantworten. Dann erst wird man klar sehen können in dieser bedauerlichen Angelegenheit. Leutnant v. Forst- ner ist jetzt völlig in den Hintergrund getreten, und die Sache hat sich zu einem ernsten Konflikt zwischen Zivil- und Militärbehörde zugespitzt. Es ist anfangs bestritten worden, datz irgendwelche Differenzen zwischen beiden bestehen. Jetzt können sie nicht mehr weggeleugnet werden. Die trotz des Versöhnungskurses unglück­lichen politischen Verhältnisie sind für einen solchen Zwiespalt der gute Nährboden gewesen. Daß es nun zu derartig ernsten Zusam­menstößen gekommen ist, dafür trifft letzten Endes die Schuld die Zaberner Zivilbehörden. Sie mustten unter alfin Umständen ver­hindern, datz immer und immer wieder die Offiziere gröblichen Beleidigungen ausgesetzt wurden. Man hat jetzt Gendarmerie zu­gezogen. Warum erst jetzt und nicht gleich? Vielleicht fehlte es gar am guten Willen. Mag dem nun sein, wie es will, die Offi­ziere konnten sich die wiederkehrenden Beschimpfungen nicht bieten lasten. Die Polizei war nie da. Was sollten sie machen? Sich auf Anzeigen beschränken und die Täter laufen lasten, deren man nachher nicht oder nur schwer wieder habhaft werden konnte? Meistens waren es ja halbwüchsige Bürschchen, die sich schnell aus dem Staube machen konnten. Die erwachsene Bevölkerung hielt sich im allgemeinen wohlweihlich im Hintergründe und freute sich ihres Tricks, die Jugend vorgeschoben zu haben. Gewiß mögen die Offiziere manchmal unnötig scharf zugegriffen haben s im Eifer der Abwehr etwas zu weit gegangen sein. Die mtm Schuld liegt aber auf Seiten der übelwollenden Bevölkerung. Ein Be­weis dafür sind die Aeutzerungen desZaberner Tageblatts", in dem Redakteur Müller u. a. schreibt:

Ich war bis vor einem Dezennium Franzose, habe mich erst vor etwa 10 Jahren als Elsässer naturalisieren lasten, bin also keinSchwob" und stehe außerhalb des Verdachtes, als ob ich mich von deutscher Seite tn meiner Stellungnahme hätte beeinflussen lasten. Ich mutz aber er­klären, daß die Skandalvorfäll« der letzten Zeit, die ja derart zum Himmel schreie«, datz die deutsche Behörde zugunsten einer hoch­verräterischen Anarchie abdanken mutzte, wenn fie nicht mit aller Ent­schiedenheit einschreiten würde, unbedingt nicht weiter geduldet werde« könne«. Wenn die Behörde nicht energisch die Hetze unterdrückt, darf Deutschland sich darauf gefotzt machen, daß in Zabern die Deutschen und alles, was deutsch denkt und fühlt, weniger ihres Lebens mehr sicher find, als wenn sie im Kongo wohnen würden."

Eine parlamentarische Korrespondenz verficht folgende, wohl das Richtige treffende Meinung:Die bisherige Untersuchung in Zabern hat ergeben, datz eine künstliche Beeinflussung d e r M a s s e n versucht und erreicht worden ist, und zwar von Per­sonen, die schon lange auf Zusammenstötze hinarbeiten. Der Fall Forstner war diesen Hetzern sehr willkommen. Oberst v. Reuter soll auf dem Standpunkt stehen, datz die jüngsten Ausschreitungen sorgfältig vorbereitet worden find, und datz sie von einer bestimmten Stelle inszeniert werden, um die mitzliebigen Offiziere aus Zabern zu entfernen."

Was sich in demokratischen deutschen, in englischen und fran­zösischen Blättern in spaltenlangen Berichten an Einzelheiten über die Zaberner Angelegenheit findet, ist entweder Verdrehung oder Aufbauschung von unbedeutenden Vorkommnisten, verständ­lich wohl in der Preste des Auslandes, das unbekannt mit den Ver- hältnisten ist, befremdlich aber in deutschen Blättern, die auch aus diesem Fall für ihre parteiagitatorischen Bestrebungen Gewinn zu ziehen suchen.

In der Sturmflut der Zeit.

Originalroman aus dem Jahr« 1813 von Otto Elster.

Copyright 1913 by Greiner & Comp., Berlin W. 30. (Nachdr. verboten.) (Fortsetzung.!

Der Major war ein« schlanke, sehnige, straff« Reitergestalt mit einem kühn geschnittenen Gesicht, dem eine rote Narbe und ein buschiger Schnurrbart einen martialischen Ausdruck verliehen.

In seinen blauen Augen blitzt« Kühnheit und Entschlossenheit. Das Lächeln seiner Lippen verriet einen gewissen Leichtsinn, aber auch eine Gutmütigkeit, die die Liebe und Verehrung der Husaren für ihrenVater Hellwig" erweckte.

Er stand Ende der dreißiger Jahre. Bereits In den Kriegen gegen die französische Revolutionsarmee nud im Feldzug von 1806 hatte er sich den Ruf eines kecken Reiterführers und Parteigängers erworben.

Rechts von ihm saß der Rittmeister von Wilkowski, der Hellwigs eine Schwadron kommandierte, ein Pole mit funkelnden Augen und pech­schwarzem Schnurrbart, dessen spitze Ecken keck emporstanden: links des Majors saß Rittmeister von Barnstedt, ein wackerer Brandenburger. Mehrere Leutnants schlosten sich an, so Graf Pinto, ein hagerer llngar^ und Leutnant von Triebenfeld, besten blaue Augen kühn und keck unter den dunklen Brauen hervorblitzten.

Aller Augen richteten sich auf Eberhard, als dieser von den Husaren tn das Zimmer geführt wurde.

Wen bringt ihr da,Minder?" ries der Major.

Die Husaren statteten ihr« Meldung ab.

Des Majors scharfes Auge musterte die Erscheinung Eberhards, der ruhig dastand.

Sie wollten mich sprechen?" frgte der Major dann.Wer und was find Sie?"

Darf ich den Herrn Major um eine Unterredung bitten, dann

1913,

Erstes Blatt

entgegnete

werde ich alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten/

wie

un-

,Es lebe der König", riefen die Offiziere.

bis den

Marburg

Dienstag, 2 Dezember

schäft d«selbe Förderung wie der Wohlfahrt der übrigen Erwerb». stände zuteil werden lasten. Ich vertraue, datz die christliche Ar­beiterschaft an ihrem Teil dazu beitragen wird, den soz alen Frieden zu fördern und das wohlverdiente Ansehen der deutschen Arbeiter in der Welt allezeit aufrecht zu erhalten. Wilhelm I. R."r

Zur 55. Wiederkehr des Thronbesteigungstages Kaiser Franz Josefs. Berlin, 1. Dez. DieRordd. Allg. Ztg." widmet Kaiser Franz Josef zur 55. Wiederkehr des Tages seiner Thron­besteigung einen herzlichen Elückwunschartikel, an besten Schluß es heißt:In unverbrüchlichem Bündnis mit Deutschland und Ita­lien vereint, steht die österreichisch-ungarische Monarchie machtvoll da im Rate der Nationen. Heute wie vor 5 Jahren gelten die innig empfundenen Worte, die unser Kaiserdem edlen Herrscher, treuen Bundesgenosten und mächtigen Hort des Friedens" wid­mete, als unter Führung Sr. Majestät die deutschen Vunbesfürsten in feierlicher Stunde in Schönbrunn dem hohen Jubilar ihre Glückwünsche darboten. So vereint sich das deutsche Volk abermals mit den Völkern Oesterreich-Ungarns in den herzlichsten Segens­wünschen für Kaiser Franz Josef und für seine Länder, die unter seinem Zepter zu steigender Wohlfahrt fortschreiten."

Interpellation wegen der Krankenversicherung. Berlin. 1. Dez. Von der konservativen Fraktion ist im Reichstag eine Interpellation eingebracht worden betr. die -großen praktischen Schwierigkeiten inbezug auf die Durchführung der Krankenver­sicherung in der Reichsversicherungsordnung, insbesondere die ärzt­liche Versorgung der Landkrankenkasten und die Versicherung der Dienstboten.

Haushaltsberatung und Zabern. Berlin, 1. Dez. Der Se­niorenkonvent des Reichstages trat heute zusammen, um erneut über die Geschäftslage zu beraten. Allgemein wurde der Wunsch geäußert, daß die Interpellationen wegen Zabern möglichst bald behandelt werden. Sollte der Reichskanzler erklären, er wolle die Interpellationen Mittwoch beantworten, so soll die Etatsberatung, wie vorgesehen, am 2. Dezember beginnen. Es sollen aber nur Vertreter der Regierung reden, vor allem der Reichskanzler, der über die auswärtige Politik sprechen will. Die Vertreter der Par­teien sollen erst nach Erledigung der Interpellationen die Etats­reden halten. Sollte der Reichskanzler die Interpellationen erst Donnerstag beantworten wollen, so würde möglicherweise der Bo ginn der Etatsberatung einen Tag hinausgeschoben werden.

Jeder Rabatt gilt als Darrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 de» Postscheckamtes Frankfurt a. M.

ich in einigen Wochen die Mannschaften und die Ausrüstung beisammen hab«. Bleiben Sie einstweilen bei uns. Es gibt in der nächsten Zeit genug zu tun für einen wackeren Soldaten. Viel ruhige Stunden werden wir freilich nicht haben," setzte er lachend hinzu.Wir bilden hier mit anderen leichten Truppen di« äußerst«« Vorposten der Armee des Generals von Blücher. Jede Stunde kann der Befehl zum Aufbruch kommen, und dann geht's dem Feinde entgegen, den wir austtobern wollen, wie der Jagdhund die Hühner und Hasen. Ich denke, es soll ein« lustige Jagd geben! Sind Sie dabei?"

Er hielt ihm die Hand hin, in die Eberhard kräftig einschlug.Vou ganzem Herzen, Herr Major."

, So sind Eie der Unsrige, und ich verpflicht« Sie durch diesen Hand­schlag für des Königs Dienst. Ihr« Papiere kümmern mich nicht weites die können später in Ordnung gebracht werden. Einstweilen Ml« ich Sie als Leutnant in meiner Jägerschwadron an. Und nun lasten SW uns ein Glas auf gute Kameradschaft trinken!"

Der Major führte Eberhard von Heiderstedt in das Gastzimmer

Eberhard. u

Es kommt darauf an, ob man Ihnen glaubt--

Herr Major, ich bin Offizier, wie Sie!"

Teufel Herr! Warum sagen Sie das nicht gleich? Aber kommen Sie in die!« Verfassung?"

Ich war in Rußland gefangen und verwundet und habe mrch hierher durchgeschlagen, so gut es gehen wollte. Aber ich möchte Herrn Major allein sprechen."

So treten Sie hier in mein Privatzimmer, Herr. Da sind wir

Ausland.

** Rußland und die Balkanslaven gegen Oesterreich. Wien, 1. Dez. DieNeue Freie Preste" berichtet über eine Militärkon­vention zwischen Rußland, Serbien, Bulgarien und Montenegro. Die Konvention soll bereits im Februar 1912 geschlossen worden fein. Es handle sich um mehrere Militärkonventionen, die als eine Ergänzung des zwischen Serbien und Bulgarien bestehenden Bündnisvertrages anzusehen waren. Die Militärkonventionen hatten ein gemeinsames Vorgehen der vertragschließenden Teile zum Ziele und standen im Zusammenhang mit den durch den ser- bisch-bulgarischen Bündnisvertrag vorgesehenen Konfliktsfällen. Sie sollen sich in erster Linie gegen Oe st erreich-Ungarn gerichtet haben. Rußland habe die Verpflichtung übernommen, alle bei dem russischen Eeneralstab einlaufenden militärischen Informationen Serbien, Bulgarien und Montenegro zur Kennt­nis zu bringen und die Kriegsausrüstung der Verbündeten durch Sendungen von Kriegsmaterial und Zuwendung von Geldmitteln zu unterstützen. Die Konventionen enthielten auch die Bestim­mung, durch die den Kriegführenden im Konfliktsfalle gegen die Türkei oder einen anderen Balkanstaat, womit Rumänien gemeint ist, der Rückenschutz gegen Oesterreich-Ungarn garantiert wurde.

**Das Unglück Bulgariens." Sofia, 1. Dez. Der Führer der Demokraten Malinow hielt eine Wahlrede, in der et aus­führte, daß das Unglück Bulgariens durch eine ganze Reihe frevel­hafter Fehler der früheren Regierung verursacht worden sei. Der

gestört."

Der Major öffnete die Tür zu einem Nebenzimmer und ließ Eber­hard eintreten. Dann schloß er die Türe wieder.

Was haben Sie mir mitzuteilen, mein Herr?" wandte er sich an Eberhard. , _ ,

Mein Name ist Eberhard von Heiderstedt, ich stand als Leutnant im fürstlich N.......Bataillon. Bei Kowno wurde ich schwer ver­

wundet, lag dann einige Wochen in Pommern auf einem Eutshof, als ich einigermaßen geheilt war, machte ich mich auf den Marsch nach Deutschland. Ich komme jetzt von Breslau. Ich habe meinen Abschied aus den fürstlichen Diensten genommen, weil ich nicht mehr für Frank­reich kämpfen will, und such« ander« Kriegsdienste. Ich hört«, daß Sie, Herr Major, ein Freikorps errichten wollen können Sie meine Dienste brauchen?"

Ich kann jeden wackeren deutschen Mann gebrauchen, Kamerad, entgegnete der Major lebhaft.Aber di« Offizierstellen bei meinen zwei Schablonen sind besetzt--

Ich würde als freiwilliger Husar eintreten."

Nein, das sollen Sie nicht! Ich stehe im Begriff, ein reitendes Jägerdetachement und eine Kompagnie Fußjäger zu errichten. Wollen Sie bei diesen als Leutnant eintreten?" «

Mit Freuden, Herr Major!"

Noch find diese Abteilungen ja nicht formiert, aber ich denke, datz

Deutsches Reich-

Der Kaiser an die christlich-nationalen Arbeiter. Berlin, 1. Dez. Auf das von dem 3. christlich-nationalen Arbeiterkongretz an den Kaiser gerichteten Huldigungstelegramm ist folgende Ant­wort des Kaisers aus Donaueschingen eingegangen:Den dort versammelten Vertretern von deutschen Arbeiter- und Angestell­tenverbänden danke ich für die freundliche Begrüßung und erneute Versicherung treuer Anhänglichkeit. Wie in den verflosienen Jah­ren meiner Regierung, deren der Kongreß mit freundlichen Wor­ten gedachte, werde ich auch künftig der Fürsorge für die Arbeiter-

zurück. , _

Hier, meine Herren," rief er,bringe ich Ihnen einen neuen Ramm raden, Leutnant Eberhard von Heiderstedt ist bei meinem Jagerdetachm ment eingetreten. Begrüßen Sie ihn als Ihren Kameraden!

Die Offiziere sprangen auf und schüttelten Eberhard die Hand, i Leutnant HeiderstÄft will nicht länger unter ftanzösischer FahM dienen," fuhr der Major fort.Deshalb ist er zu uns gekommen, «M braver deutscher Mann, der unseren König und unser deutsche» Bäte« land von dem Joche Bonapartes befielen will." >

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder ,Q deren Raum 15 4. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 A- für 48.

Reklamen die Zeil« 60 A- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. j

Und das Vaterland," fetzte der Major Hinz«. _ .

Die Gläser wurden neu gefüllt und Hange« herzhaft zusamn«

Dann mußte Eberhard mit an de« Tisch Platz nehme«.

(Fortsetzung folgt.!

Di«Oberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- -w» nn i und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durckr M 282 die Post 2.25 JA (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 JA * frei ins Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der llniv.-

Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Hervorgehoben zu werden verdient, datz derSimplizisfimus" auch diese Gelegenheit nicht hat vorbeigehen lasten, um sie in widerlicher Weise gegen das Deutschtum auszunutzen. Er bringt Bilder, in denen das Deutsche Reich als Ungetüm gezeigt wird, das in teuflischer Mordgier in die Hütte der friedlichen elsässischen Landleute einbricht und auf denen deutsche Soldaten wie bei der Treibjagd von eigens errichteten Waldkanzeln aus, die armen, verängstigten, flüchtenden Elsässer abschietzen wie Hasen. Hoffent­lich wird das gebildete deutsche Publikum nun bald dazu kommen, auf die Lektüre eines solchen sogenannten Witzblattes ein für alle­mal zu verzichten.

lleber den Verlauf des Sonntags wird noch gemeldet:

Zabern, 1. Dez. Der gestern nachmittag auf der Stratze von einer Militärpatrouille verhaftete Mann aus Maursmünster wurde auf eindringliche Verwendung des Kreisdirektors nach nahezu vierstündiger Haft abends gegen 8 Uhr vom Militär frei­gegeben und zunächst in das Bezirksgefängnis verbracht. Weiter erfährt man, daß gestern spät abends noch zwei Leute aus Zabern namens Oberlö, von einer Militärpatrouille festgenommen wur­den und zwar, weil der eine dem Militär gegenüber das Schimpf­wortSchwob" gebraucht und der andre sich der Festnahme seines Bruders widersetzt hatte Auf telephonischem Wege erhob alsbald der Kreisdirektor Einspruch gegen diese Verhaftung unter dem Hinweis, daß doch genügend Polizei und Gendarmen zur Verfüg­ung seien. Der Militärrichter erklärte aber zunächst, datz ein Be­fehl des Obersten vorliege, den er ausführen müste. Erst auf noch­malige eindringliche Verwendung des Kreisdirektors erfolgte dann nach etwa halbstündigem Gewahrsam in der Kaserne die Enthaftung.

Haltlose Sensationsnachrichten.

Die von einem süddeutschen Blatte unter Berufung auf eine ganz besondere Seite" verbreitete Meldung, die Vorgänge in Zabern würden zu einem umfastenden Personenwechsel sowohl bei den Zivilbehörden wie auch bei den Militärbehörden in den Reichslanden führen, wobei nicht nur der Statthalter Gras von Wedel und der Staatssekretär Freiherr Zorn von Bulach durch andere Persönlichkeiten ersetzt werden sollen, während der Kom­mandierende General von Deimling ein anderes Armeekorps er­halten, Oberst von Reuter verabschiedet und Leutnant v. Forstner in eine altdeutsche Garnison versetzt werden sollen, sowie das In­fanterieregiment Rr 99 von Zabern wegverlegt werden soll, wird von bestunterichteter Seite als eine durchaus haltlose Kombination bezeichnet. Für die Unglaubwürdigkeit dieser Meldung spricht schon der Umstand, datz das Blatt, das sie in die Welt gesetzt hat, vorsichtigerweise selbst hinzufügt, daß diese Ver­änderungen nicht sofort, sondern erst in den nächsten Monaten er­folgen sollen. Irgendwelche Entscheidungen sind bisher in der Zaberner Angelegenheit nicht ergangen und konnten nicht ergehen, weil die Untersuchung darüber noch nicht abgeschlosten ist.

Berlin, 1. Dez. Die von einem Morgenblatt verbreitete Nachricht, bei den Vorkommnisten in Zabern am Freitag abend sei ein Festgenommener durch Leutnant v. Forstner in das Gesäß ge­treten und von den begleitenden Soldaten mit Kolben gestoßen worden, ist, wie die Untersuchung festgestellt hat, unwahr.