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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

Jfi 280

DieOberhefsifchi Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 <M frei ins Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.. Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. T. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Sonnabend, 29 November

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg<

1913.

Erstes Blatt.

Rundschau.

, Zur Frage der Arbeistlosenverficherimg. .

Der Wiederbeginn der Reichstagsverhand- l u n g e n hat die Sozialdenrokratie veranlaßt, die Frage der Ar­beitslosenversicherung mit Eifer in den Vordergrund zu stellen. Die von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion eingebrachte betreffende Interpellation soll, wie gemeldet, in der nächsten Woche von der Reichsregierung beantwortet werden, woran sich eine sicher sehr lebhafte Aussprache schließen wird, in der die Ge­müter mindestens ebenso heftig aufeinander platzen werden wie bei der bevorstehenden Erörterung der Vorfälle in Zabern. Von den Arbeitgebern ist jüngst darauf hingewiesen worden, daß die jetzt von den Sozialdemokraten ins Feld geführten Daten über Arbeitslosigkeit keineswegs sich auf ganz Deutschland beziehen, son­dern vor allem Großstädte und Industriezentren betreffen. Weiter und mit vollem Recht haben Arbeitgeberkreise hervorgehoben, daß eine der Hauptursachen der zeitweilig in Großstädten hervortreten- den Arbeitslosigkeit die weit über das Bedürfnis hinausgehende masienhafte Ansammlung von Arbeitern in ihnen bildet. Nament­lich die jüngeren Elemente dringen in den letzten Jahren mehr und mehr aus den kleinen Städten und dem flachen Lande in die Großstädte,"' zum Teil auch aus dem Grunde, weil sie unter der großen Maste der dortigen Arbeiterbevölkerung in größerer llngebundenheit und ohne lästige Kontrolle leben können, wie sie wollen. In diesem Drängen vieler noch völlig unreifer Ele­mente der Arbeiterbevölkerung in die Großstädte ist auch eine der Hauptursachen der Verwahrlosung und Kriminalität der Jugendlichen zu erkennen. Wenn jetzt die Auffasiung sich mehr Hahn bricht, daß mit der Schulentlaflung die Erziehung der jugendli-be» Elemente beiderlei Geschlechts noch nicht vollendet sein kann, vielmehr wenigstens die Jugendlichen im Alter von 14 bis 16Jahren noch sorgsamer Erziehung bedürfen, so wirft sich die Frage «uf, ob nicht gerade unter dem Gesichtspunkte der Erziehung Maßnahmen sich empfehlen, durch die dem Drängen der jugend­lichen Arbeiterschaft in die Großstadt entgegengewirkt und so der, Gefahr der Verwahrlosung dieser Jugendliche» vorgebeugt wird. Kann man aus erziehlichen Rücksichten einen erheblichen Teil der Jugendlichen im Alter bis zu 18 Jahren in ihrer Heimat festhal­ten, so wird naturgemäß auch das Angebot von jugendlichen Ar­beitskräften in den Großstädten vermindert und die Gefahr der Arbeitslosigkeit verringert. Daß nach wie vor auch die Reichs­regierung gegen eine gesetzliche Arbeitslosenversicherung ist, geht daraus hervor, daß sie kürzlich in derRordd. Allg. Ztg." noch ein­mal die Gründe hat zusammenfasien laste», die gegen diese Ver­sicherung sprechen. Die Sozialdemokratie ist der allerletzte, der sich für die Arbeitslosen ins Zeug zu legen berechtigt ist; denn die­jenigen, die infolge sozialdemokratischen Terrors Arbeit und Lebensunterhalt verlieren, find nicht wenige. Erst vor einigen Tage» teilte diePost" zwei der krasteste» solcher Fälle mit, und zwar auf Grund absolut glaubwürdiger Mitteilungen, deren Rich- Dtigkeit jederzeit bewiesen werden könne.

Immer noch Zaber«.

Von den siebenkurzen Anfragen", die gestern im Reichstag auf der Tagesordnug standen, konzentrierte sich das Hauptinteresse naturgemäß auf die Frage der Elsäster bezüglich der Vergänge in Zubern. Sie gab dem Kriegsminister v. Falkenhayn Gelegenheit, den guten Eindruck, den sein erstes Auftreten erweckt, zu festigen. Seine frische, freie und offene Art zu sprechen, berührte bei diesem immerhin etwas heiklen Thema besonders sympathisch. Auch die Linke konnte sich offenbar diesem Eindruck nicht entziehen. Sach­lich brachte natürlich die Antwort nicht viel. Der Minister be­mühte sich, den jugendlichen Offizier, aus desten Munde die bean­standeten Aeußerungen gefallen sind, von der subjektiven Absicht der Beleidigung reinzuwaschen. Damit ist die Sache noch nicht er­ledigt. Bei der in der nächsten Woche zu erwartenden Beantwor­tung der Interpellation wegen der Zaberner Vorfälle wird die Angelegenheit von alle» Seite» beleuchtet werde», so daß man auch bis dahin das Urteil vertagen muß. Von Interests ist es, daß dieRordd. Allg. Ztg." dem Wortlaut der Erklärung des Kriegsministers hinzufügt:Weil nicht int Rahmen der Anfrage liegend, konnte der Kriegsminister nur generell andeuten, daß auch Aeußerungen in ungehöriger Form über eine fremde Armee selbst­verständlich in unserem Heere nicht geduldet werden."

Inzwischen wird aus Zabern ein neues Vorkommnis gemeldet, das sich am Mittwoch zugetragen hat:Als einige Offiziere, unter ihnen auch Freiherr v. Forftner, abends gegen 8 Uhr vom Bahnhof heimkehrten, wurde v. Forftner von Passanten (jungen Leuten, die alsbald verschwanden) erkannt und mit beleidigenden Zurufen bedacht. Daraufhin requirierte ein anderer Offizier von der Wache vier Mann, die dann vor dem RestaurantZum Karpfen" zwei beliebige Leute, die aber an der vorausgegangenen Beleidigungsafsäre in keiner Weise beteiligt waren, festnahmen und zur Polizei brachten, wo sie nach Feststellung ihrer Persönlich­keit alsbald entlasten wurde». Eine zivilrechtliche Untersuchung ist im Gange. Einer vor demKarpfen" entstehende» Ansamm­lung wurde durch das Einschreiten des alsbald erschienenen Kreis­direktors vorgebeugt, auf besten beschwichtigende Worte die Leute auseinandergingen. In Zabern hat dieses neue Norkomnis aber bei weitem nicht die Erregung herorgerufeu, so» der auswärtige Blätter zu berichten wisten.

Solange die Atmosphäre noch derart gespannt ist, sind solche Dorkommniste erklärlich, wenn sie auch wohl vermieden werden könnten. Gegenüber der neuen Behauptung einiger Blätter, d«

Statthalter von Elsaß-Lothringen Graf von Wedel denke ebenso wie der Staatssekretär Freiherr Zorn von Bulach an einen Rück­tritt infolge der Zaberner Vorgänge und des Vorgehens der Mili­tärbehörden, wird von bestunterrichteter Seite nochmals versichert, daß diese Meldung durchaus grundlos sei.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urhebergesetze« nut mit der deutlichen QuellenangabeOberhest. Ztg." gestattet.)

Marburg, de» 29. November.

* Handelskammer. Am Montag, den 8. Dezember, findet in Taste! eine Vollsitzung der Handelskammer mit folgender Tages- ordnung statt: 1. Geschäftliche Mitteilungen. 2. Vortrag des Herrn Dr. Reumamr, Leiter» der Geschäftsstelle Taste! des Verban­

Deutsches Reich.

Der Kaiser in Donaueschingen. Donaueschingen, 28. Nov. Der Kaiser traf mit Gefolge heute abend im Sonderzug hier ein. Er wurde auf dem Bahnhof von dem Fürsten Fürstenberg emp­fangen. Heute abend traf auch der Kommandierende General des 14. Armeekorps, v. Hoiningen gen. Huene, hier ein.

Groß-Berlin für die Arbeitslosenversicherung. Berlin, 28. Nov. Die Großberliner Gemeinden habe» eine Eingabe an den Reichskanzler gerichtet, eine reichsgesetzliche Regelung der Zwangs­versicherung gegen Arbeitslosigkeit in die Wege zu leiten.

Präsidentenwahl in der badischen 2. Kammer. Karlsruhe, 28. Nov. Die 2. Kammer wählte heute nachmittag zum 1. Präsi­denten Rohrhurst (Natlib.) mit 37 von 73 abgegebenen Stim­men wieder. Der Zentrumsabgeordnete Dr. Zehnter erhielt 35 Stimmen, der nationalliberale Parteivorstand Rebmann eine Stimme. Bei der Wahl des 1. Vizepräsidenten wurden im ersten Wahlgang abgegeben für Dr. Zehnter (Ztr.) 42 Stimmen und außerdem 30 weiße Zettel. Geiß (Soz.) erhielt eine Stimme. Dr. Zehnter lehnte die Wahl ab. Im zweiten Wahlgange wurden 35 weiße Zettel abgegeben. Geiß (Soz.) erhielt 38 Stimmen unb nahm die Wahl an. Bei der Wahl des 2. Vizepräsidenten erhielt Venedey (Fortsch. Vpt.) 37 Stimmen, 31 weiße Zettel wur­den abgegeben. _ ,

Aerzte und Krankenkaffen. Leipzig, 28. Nov. In einem Schreiben an einen Leipziger Arzt äußert sich der Leipziger Hoch­schullehrer Profestor Dr. iut. Dinding in beachtenswerter Weise über den zurzeit zwischen den Aerzte» und Krankenkasten herrschen­den Streit. Er erklärt:Ich halte den Ausschluß der fteien Arzt­wahl allerdings als im Widerspruch mit der Gewerbeordnung stehend. Daß den Aerzte» auf Anerkennung der freien Arztwahl ein echtes subjektives Recht zustünde, vermag ich nicht zu kon­struieren Aber der Anspruch hat nach meinet Ueberzeugung die denkbar stärkste rn o r a l i s ch e B e r e ch t i g u n g. Der Stand und seine Angehörigen müffen ihn erheben. Des weiteren bin ich durch­aus für genügende Honorierung der ärztlichen Leistungen Die früheren Ansätze, so weit sie mir bekannt geworden sind, finde ich einfach unwürdig und auch im Jntereste der Patienten hoch be- bäuerlich."

Ausland.

» Der österreichisch« Kriegsminister über di« . militärische» Maß­nahme«. Wien, 28. Nov. Jrn Heeresausschuß der österreichische» Dele­gation schilderte Kriegsminister v. Krobatin in vertraulicher Sitzung in großen Zügen di« militärische Lage der Nachbarstaaten und die hierdurch notwendig gewordenen Maßnahmen Oesterreich-Ungarns die allmählich und unverzüglich reduziert worden seien, sobald sich eine Ent. spannung zeigte oder die im Auslande getroffenen Verfügungen es zu- ließen. In der öffentlichen Sitzung «Hätte- dann der Kriegsminister bezüglich^des Verhältnistes seines Restarts zum Ministerium des Aeuße- ren, es könne von Unstimmigkeiten zwischen den beiden Ministerien keine Rede sein. Die militärischen Verfügungen seien immer in vollstem Einvernehmen mit dem Ministerium des Aeußern erfolgt.

« Die Schüler streiken auch. Triest, 28. Nov. Zum Zeichen des Protestes gegen die Vorgänge in Graz, sowie zu Gunsten der Errich­tung einer italienischen Fakultät in Triest blieben heute die Schiller verschiedener italienischer Schulanstalten dem Schulbesuche fern. Di« streikenden Schüler versuchten, einen Umzug durch die Stadt zu veran­stalten, wurden ober von der Polizei zerstreut. Zwölf Schüler wurden verhaftet. _ . ...

" Oberstleutnant v. Winirrseldt. Paris, 28. Nov. Der deutsche Militärattache, Oberstleutnant v. Winterfeldt, ist soweit wieder her­gestellt, daß er das Bett verlasten kann. Voraussichtlich wird er am 1. Dezember in seine hiesige Wohnung übergeführt werden können. Er wird den Winker wahrscheinlich in Aegypten verbringen.

»» Frankreich al» Schiedsrichter zwischen Bulgarien und Griechen­land. Paris, 28. Nov. Eine offiziöse Mitteilung erklärt, daß di« französische Regierung dem Ansuchen Bulgariens, die Schiedsrichterrolle in dem Zwist wegen der in Griechenland gefangen gehaltenen Komi- tatschis zu übernehmen, wahrscheinlich willfahren werde, doch werde die Frage, die zahlreiche Schwierigkeiten aufweist, vorerst einer genauen Prüfung unterzogen werden.

Das englische und französische Geschwader im Mittelmeer. Athen, 28. Nov. Das französische und das englische Geschwader sind hier ein« getroffen; das erstere in Phaleron, das zweite in Keratzini. Die Ad­miräle mit ihren Stäben statteten nachmittags die offiziellen Besuche ab. Die Blätter widmen den Geschwadern herzliche Begrüßungsartikel.

Jahresfeier der Unabhängigkeit Albaniens. Valona, 28. Nov. Anläßlich des Jahrestages der Unabhängigkeit Albaniens legten die öffentlichen Gebäude und Konsulate Flaggenschmuck an, die Straßen sind reich geschmückt. In öffentlicher Versammlung wurden patriotische Reden gehalten. Es fand eine Mastenkundgebung statt. Vor dem Regierungs­gebäude hielt Ismail Kemal eine Ansprache an die Menge. Eine Ab­ordnung begab sich ins italienische Konsulat, um dem Konsul für sein Eintreten in Albaniens Sache ihren Dank abzustatten.

des öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland über die Entschuldungslebensversicherung und die öffentliche Volksver- stcherung. 3. Oeffentliche Anstellung eines Probenehmers für Kali und andere Salze. 4. Entwurf eines Gesetzes betreffend Sonntags­ruhe im Handelsgewerbe. 5. Aufsuchen von Bestellungen aus Wäsche. 6. Besteuerung der Zündholzersatzmittel. 7. Entwurf eines Gesetzes betreffend Aenderung der Gebührenordnung fül Zeugen und Sachverständige. 8. Verkehr mit Düngemittel», Futtermitteln, Sämereien. 9. Verlängerung der Kleinbahn Castel (Wilhelmshöhe)-Raumburg von Naumburg nach Netze. Am selben Tage ist der Kleinhandelsausschuß der Kammer geladen und zwar mit folgender Tagesordnung: 1. Entwurf eines Gesetzes betreffend Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. 2. Aufsuchen von Bestellungen von Wäsche. Gewerbebetrieb im Umherziehen. 4. Kommissionswarenlagerverkäufe. 5. Ausverkaufswesen. 6. Be­teuerung von Filialbetrieben. 7. Drogenschrankwesen. 8. Er­gebnisse der Warenhaussteuerveranlagung. Der Detail-Verufs- genostenschaft gehören vom Bezirk 10, umfastend Hessen-Nassau (ohne Schaumburg und Schmalkalden), Waldeck und Wetzlar an als Vertreter die Herren Kommerzienrat Rosenzweig-Castel, Wilh. Meides-Thomsen-Frankfurt a. M. Als Ersatzmänner die Herren Arthur Heinsius-Castel und Joh. Stumpf-Marburg.

* Polizeiliches. In letzter Zeit haben in den benachbarten Städten zwei junge Leute Geldbeträge, angeblich für eine Bäcker- vereinigung, erschwindelt. Sie legten eine gefälschte Einzeich­nungsliste vor und gaben an, die Beträge seien zur Anschaffung einer Vereinsfahne bestimmt. Es ist nicht ausgeschlosten, daß diese Leute auch hier ihre Betrügereien versuchen werden, weshalb vor ihnen gewarnt wird.

Alpenverein. Die hiesige Sektion des deutsche» und österr. Alpen­vereins hielt gestern abend im Hotel Ritter eine gut besuchte Sitzung ab, in der der Vorsitzende, Geh. Rat Schenck, ausführlich über de» Bau der Hütte berichtete. Nach mancherlei Schwierigkeiten und Verzögerungen steht die Hütte nunmehr fertig an der Flaggerscharte (über die Lage der Hütte in der Näh« von Franzensfeste, Durnholzhausen, Sterzing ist bereits öfter berichtet). Die enbgilfige Fertigstellung auch der inneren Einrichtung ist für das Frühjahr vorgesehen, so daß die Hütte im Som­mer 1914 bereits dem Betrieb übergeben wird. Ein Hütterverwalter wurde bereits in Aussicht genommen. Die Hütte ersordert einen Eesamt- kostenauswand von zirka 15 000 M, den die Marburger und Siegener Sektion mit Hilfe des Zentralausschusses aufgebracht haben. Die Hütte soll den Namen Marburger -Siegener Hütte führen. Die Aus« führungen im einzelnen ließen erkennen, welche Mühen der Bau, beson­ders dem Vorsitzenden, Geh. Rat Schenck, gemacht hat, der auch am 12. September die Hütte von der Settion Brixen an Ort und Stelle über­nahm. Aus der Versammlung wurde ihm lebhaft gedankt. Eine be­deutende Arbeit hat aber auch die Sektion Bttxen des Alpenoerein« geleistet. Manche Mißverständnisse hatten sich zwar während des Baus ergeben, wie bei Bauten fast selbstverständlich ist. In der gestrige» Versammlung kam denn von allen Seiten der Dank für die Mitarbeit bet Sektion Brixen zum Ausdruck.

* Billigeres Schweinefleisch. Die Fleischeiinnung macht im heutige» Inseratenteil eine Herabsetzung der Preise für Schweinefleisch bekannt.

* Hebaminenprovinzialverband. Donnerstag, 27. d. M., tagte in der hiesigen Oberrealschule der 3. Preußische Hebammen-Pro- vinzialverband unter dem Vorsitz der Frau Olga Gebauer-Berlin, Frau Otto-Schinkel-Berlin und Frl. Sophie Zeitter-Marburg. Als Ehrenvorsitzende und Ehrenmitglieder waren zugegen Herr Geh. Rat Prof. Dr. Ahlfeld, Herr Kreisarzt Prof. Dr. Hildebrand, Herr Prof. Dr. Zangemeister, Direktor der Frauenklinik, Herr Prof. Dr. Rieländer und Herr Kreisassistenzarzt Dr. Döllner. Dank der Bemühungen der Herren Aerzte und dem einmütigen Beschluß des Verbandes Hesten-Nastau ist zu hoffen, daß die preu­ßischen Hebammen in -absehbarer Zeit staatlich angestellt werden. Erfreulich ist, daß die Regierung reges Jntereste an der vom Ver­ein angestrebten Hebammenreform hat. Bedingungen sind ein­jährige klinische Ausbildung der Hebammen, pekuniäre Sicherstel­lung, die es ermöglichen, die Hebammen den heutigen Anforde­rungen entsprechend auf wistenschaftlicher Höhe zu halten im Jn­tereste der deutschen Frauen und Kinder.

* Submissions-Ergebnis. Das Stadtbauamt Marburg hatte die Lieferung ausgeschrieben von 500 cbm Vasaltbruchsteine franko Marburg-Süd. Es sind, wie man uns mitteilt, folgende Angebote eingegangen: Nikolaus Neeb-Roßberg 2,90 Johann Becher-Dreihausen 2,70 J(, Kurhessische Basaltwerke 2,68 J*., Carl Zimmer 2,95 Marburger Kreissteinbruch 2,50 JL

* Konzert der Frl. M. Fitschen u. Ersylia Rosea. Man schreibt uns: Gestern abend gab der neugegründete Internationale Stu» dentenverein einen Musikabend, auf dem die beiden Leipziger Künstlerinnen klassische Musik vortrugen. Den Anfang machte das A woil-Konzert von St.-Sasns für Cello. Frl. Rosea meisterte dies inhaltlich wie technisch so schwere Konzert glänzend. Trotz ihrer Jugend verstand sie das Tragische, Klagende so natürlich zu spielen, daß jeder sich klar wurde, hier sei das Beste, was ein Künst­ler geben kann: Jede Innerlichkeit mit einer vollkommenen Be­herrschung des Instruments vereinigt. Darauf folgten eine Polo­naise (As-dur), Notturno (G-dur) und Scherzo (Cis-moll) von Chopin. Besonders das Nocturna trug Frl. Fitschen eigenartig er­greifend vor. (Leider störte eine kleine Indisposition des Flügels im Baß zuweilen.) Man wunderte sich, wie die zarte Mädchen­gestalt dem Flügel so gewaltige Töne entlocken konnte. Vielleicht wäre aber gerade bei Chopin etwas mehr piano angebracht gewesen. Am Platz war ihr starkes Spielen entschieden bei Liszt's technisch so schweren Mazeppa, desten Tonmalerei sie höchst dramatisch roie»x derzugeben verstand. Einige kleinere Sachen für Cello (I. 6. Bach (Aria), St. SaOng (le cygne) und das Spinnlied von Toppler) machten den Schluß. Das Spinnlied, ein technisches Bravourstück, hatte vielleicht fehlen können, da es musikalisch wenig bot. (SBtt wünschen beiden Künstlerinnen weiteren Eriolq auf ihrer Sauf*