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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend".Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

M 277

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post 2.25 Ul (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Unlo.» Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Mittwoch, 26. November

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 L, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, fiir Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

18. Jahrg, 1913.

Erftes Blatt.

Schwarzes Freiwild".

Unter dieser Ueberschrift oder solchen ähnlichen Sinnes fan­den sich vor Wochen in demokratischen und sozialdemokratischen Blättern Artikel, die in stark polemischer Weise die E n t e i g - nung der DualangKer an der Kamerunküste behandelten. Auf Grund einer Reise nach Westafrika hat sich auch in dieser Weise Herr v. Eerlach als Kolonialpolitiker betätigt und die armen, bedauernswerten Dualaleute in derWelt am Montag" gegen die bösen Deutschen in Schutz nehmen zu müsien geglaubt. Dieser Artikel erschien dann auch als Zweitdruck in der Provinz­presse. Auf Wunsch der Redaktion derDeutschen Kolonialzeitg." äußert sich jetzt in dieser derjenige, der seinerzeit in einer ausführ­lichen Denkschrift den ersten Anstoß zu der Enteignung der ge­nannten Eingeborenen gegeben hat, Herr Eeneraloberarzt a. D. Prof. Dr. Z i e m a n n, langjähriger Chefarzt der Schutztruppe für Kamerun und Medizinalreferent des dortigen Gouvernements, also der beste Kenner der in Frage stehenden Verhältnisse.

Die Vorwürfe, die jene Artikelschreiber dem Gouvernement und Reichskolonialamt gemacht haben, gingen dahin, daß man die Duala aus ihren von Vätern und Vorvätern überkommenen Wohnsitzen am Kamerunbecken entfernt, so aus einem überwiegen­den Handelsvolk ein Volk von Fischern und Farmern gemacht, ihnen die gewohnte und in sanitärer Beziehung notwendige Bade­gelegenheit entzogen und sie dicht am Urwald, teilweise auch gar im ungesunden Ueberschwemmungsgebiet angesiedelt habe. Die Begründung dieser Verpflegung, daß eine Trennung von Weiß und Schwarz aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist, sei in­sofern hinfällig, als eine wirkliche Trennung von Europäern und Farbigen doch nicht durchgeführt werden könnte da immer farbige Angestellte, Diener usw. in den Häusern der Europäer gehalten werden müßten. Auf den Widerspruch, daß die Duala zwar teil­weise ein Volk von Fischern geworden seien, aber doch keine Bade­gelegenheit haben, ist Herr Prof. Dr. Ziemann gar nicht einge­gangen. Das tritt auch völlig in den Hintergrund gegenüber den sachlichen Gründen, mit denen er in schlagender Weise die Argu­mente der übereiligen Verteidiger der Duala widerlegt.

Zunächst weist Prof. Dr. Ziemann darauf hin, daß die Duala selbst erst erobernd vor 70 bis 80 Jahren in ihre jetzigen Sitze ein­gedrungen sind, nachdem sie die früheren Bewohner der Flußufer, die Vasia, zu Älaven gemacht und von den Flußufern zurückge- drängt haben. Im übrigen seien die Duala nachwievor über­wiegend ein Handelsvolk geblieben. Daß rein hygienische Gründe die Veranlasiung zu der Enteignung und Entfernung der Duala gewesen sind, belegt Prof. Dr. Ziemann folgender­maßen:

Eine räumliche Trennung der Europäer und Farbigen, die überdies in allen westafrikanischen Kolonien, nicht nur den deutschen, durchgeführt wird, war zur wirksamen Bekämpfung der für den Weißen bekanntlich sehr gefährlichen, für den Farbigen aber nahezu ungefährlichen Malaria unbedingt notwendig; denn die die Malaria übertragenden Stechmücken (Moskitos) hal­ten sich gerade in den Hütten der die Malariaparasiten in sich tra­genden Eingeborenen auf. Die Trennung von Schwarz und Weiß ist also das einfachste und sicherste Mittel für weitgehenden Ma­lariaschutz der Europäer, das bei gleichzeitiger Blutkontrolle die lästige Chininprophylaxe entbehrlich macht. Eine Entfernung der Eingeborenenniederlassung von dem Europäerviertel von 1 Kilo­

Jn der Sturmflut der Zeit.

Originalroman aus dem Jahre 1813 von Otto Elster.

Copyright 1913 by Greiner & Comp., Berlin W. 30. (Nachdr. verboten.

(Fortsetzung.)

Nur in dem Toreingang des alten Hauses da drüben stand noch die Gestalt eines jungen Mannes in zerschlissener Kleidung, den Arm in einer Binde, die schon recht alt und mitgenommen aussah. Er sah den ausziehcnden schwarzen Jägern nach, dann starrte er empor zum Fenster, an dem Fanny stand, und eine ttefe Bläffe überzog sein hageres Gesicht.

Auch Fanny hatte den einsamen Mann gesehen. Und wie ihre Blicke seinen Augen begegneten, da erschrak sie heftig. War es eine Täuschung ihrer Sinne? War es ein Gespenst, das ihr erschien? Konnten die Toten auferstehen? War es Eberhard Heiderstedt, der längst tot Geglaubte, der da unten in dem Hauseingang stand, in zer­schlissenen, armseligen Kleidern? In den Augen der Gram der Ver­zweiflung, auf dem hageren Antlitz die Spuren eines tiefen Kummers.

Sie wollte das Fenster öffnen, sie wollte den Einsamen anrufen, da verließ dieser den Hauseingang und eilte mit raschen Schritten die Gaffe entlang, auf die sich schon die Dämmerung des Abend niedersenkte.

Was hast du, Mädchen?" fragt« der Hauptmann.Wohin willst du?"

Doch Fanny hätte nicht auf ihn. Sie eilte hinaus. An der Haus­tür begegntte sie Christian.

Haben Sie die Lützower gesehen, Fräulein?" ftage er lachend, famose Burschen! Schade fürs Kanonenfutter."

Ja ja," entgegnete Fanny atemlos.Aber sahst du nicht den Mann, der dort in der Haustür stand?"

Rein, Fräulein--

Geh' ihm nach! Er ist dott die Sttatze hinunter geeilt! Lauf spute dich! Du mußt ihn einholen! Es ist o mein Gott, wen« tch mich nicht getäuscht hätte! es ist Heiderstedt!"

Nanu?! Leutnant Heiderstedt? Mein Leutnant? Wie sollte er beim hierher kommen? Das ist unmöglich Fräulein!"

Ich habe ihn deutlich erkannt! Eile dich! Du uwfct ihn finde«.

6eh gehl" j___...___

meter (nicht ein bis zwei Stunden) genügt völlig, da die Malaria­mücken im allgemeinen nicht weiter fliegen. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob nur die wenigen Neger, die zur Bedienung der Europäer nötig find und die jederzeit unter Chininprophylaxe zur Unterdrückung der Malariaparafiten gehalten werden können, in der Europäerstadt bleiben oder ob in unmittelbarer Nähe der Europäer sich Negerhütten finden, die eine ständige Quelle der Infektion für den Europäer darstellen.

Das dauernde Zusammenwohnen von Schwarz und Weiß er­gibt ferner ungeheure Schwierigkeiten für eine großzügige Seu­chenbekämpfung, wie z. B. von Pest- ober Eeldfieberepi- demien, die an der Westküste Afrikas häufig auftreten.

Weiter wurde für die unumgänglich notwendige Schaffung einer allgemeinen Wasserversorgung und Kanalisa­tion des Ortes Duala Gelände benötigt. Und von dieser Wasser­versorgung haben die Eingeborenen zum mindesten ebenso Nutzen gezogen wie die Europäer, da erstere in der trockeneren Zeit bis­her außerordentlich unter den Mängeln der Wafferversorgung zu leiden hatten.

Die Regierung hat auch die Preise für die Entschädi­gung der Duala sehr reichlich bemeffen, so reichlich, daß sie sogar von einzelnen Weißen deswegen heftig kritisiett worden ist, zumal ein Teil des Dualavolkes vor einigen Jahren noch eine aufrühre­rische Gesinnung an den Tag gelegt haben, die ein scharfes Ein­greifen notwendig machte, wodurch nach Ansicht vieler schon der Anspruch auf Innehaltung früherer Verträge verwirkt war.

Soweit Prof. Dr. Ziemann. Wer trotz dieser sachlich unum­stößlichen Tatsachen noch vonschwarzem Freiwild" tebet und schreibt, der trägt Politik und Agitation in eine Angelegenheit hinein, die damit gar nichts zu tun hat. Jene mäkelnden Kreise sind es gerade, die so oft das freiheitliche England demreaktio­nären" Deutschland gegenüberstellen und es als Musterland preisen, auch in der Kolonialpolitik. Nun, die Engländer gehen zur Verbefierung der Eesundheitsverhältnisse ihrer Kolonien mit rücksichtsloser, weit größerer Entschloffenheit vor als wir. Mit demokratischen Grundsätzen und der Phrase von Gleichheit und Brüderlichkeit zwischen Weiß.und Schwarz läßt sich keine Kolonial­politik treiben. Man beutet die farbigen Bewohner der Kolonien weder aus noch bedrückt man sie, aber beim Zusammentreffen der höheren Kultur der Weißen und der primitiven Kultur der Far­bigen müffen diese notwendigerweise als die moralisch, politisch und wirtschaftlich Schwächeren in den Hintergrund treten.

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Deutsches Reich-

Bom Kaiser. Neues Palais, bei Potsdam, 25. Nov. Der Kaiser gedenkt morgen mittag die Reise nach Schlesien, Baden und Württemberg anzutreten. Die Kaiserin wird den Kaiser bis Primkenau begleiten.

Neuregelung der Besoldung der Auslandsbeamten. Berlin, 25. Nov. In einer Denkschrift wird die Neuregelung der Besol­dungen der Auslandsbeamten und die Notwendigkeit der Gehalts­erhöhungen eingehend begründet. Um den Zugang zum diploma­tischen Dienst den Befähigsten ohne Rücksicht auf die Vermögens­lage zu ermöglichen, sollen bereits den Attaches während der Zu­teilung an die Auslandsbehörde Vergütungen gewährt werden. Diese sollen 3600 «Al für das Jahr im Einzelfalle nicht überschrei­ten. Um aus dem gleichen Gesichtspunkte den Legationssekretären im Falle des außerordentlichen Bedürfniffes Bewilligungen zuteil werden zu lasten, soll eine Dispositionssumme von 16 000 «Al zur Verfügung gehalten werden. Die Mehrkosten dieser Maßnahmen betragen für das Rechnungsjahr 1914 rund 650 000 «AL

Na, ich will's versuchen, Fräulein, aber ich glaube nicht daran. Wir "ließen ihn in einer Schenke in dem Wald von Kowno zurück er lag in den letzten Zügen--

Geh geh ich bitte dich," flehte Fanny in angstvoller Auf­regung.

Sie schob Christian zur Türe hinaus und er stolpert« eilif davon.

Als er um di« nächste Straßenecke bog, sah er eine einsame Mannes­gestalt langsam, und rote in tiefen Gedanken versunken, an den Häusern entlang schleichen. Das mußte der Mann sein, den das Fräulein meinte! Vorsichtig pirschte sich der wackere Christian näher. Man konnte ja nicht roiffen, mit wem man es zu tun hatte. Es trieb sich viel verdächtiges Gesindel in der großen Stadt umher, und sehr vertrauenerweckend sah der Mann gerade nicht aus.

Jetzt stand der Fremde still und schien nach dem rechten Wege Aus­schau zu halten, da sich hier mehrere Straßen kreuzten. Nach kurzem Um­blick wollte er seinen Weg fortsetzen; da stand Christian an seiner Seite und sah ihm in maßlosem Erstaunen in das Gesicht.

Bei meiner armen Seele Herr Leutnant find Sie's wirklich?" rief er aus.

Ein tiefes Rot überzog die eingefallenen Wangen des Fremden.

Christian Allerkamp wie kommst du hierher?" ftagte er.Ja ich bin's Leutnant Heiderstedt"

,^ert Leutnant mein lieber Herr Leutnant ach, die Freude, daß Sie noch leben! Oh, wie wird fich Fräulein Fanny freuen! Nein, nein so was! Und ich glaubte Sie schon längst gestorben und begraben im Walde von Kowno!"

Cs wäre bester, ich wäre tot," entgegnete Eberhard, und ein bitteres Lächeln zuckte um seinen Mund.

I bewahre! Jetzt geht das Leben erst recht an. Kommen Sie nut mit zu Fräulein Fanny

Wie kommt das Fräulein hierher?"

Wir pflegen ihren Onkel wissen Sie, den Hauptmann Haber­land von den westfälischen Gardegrenadieren beide Füße find ihm erfroren aber, kommen Sie nur! Nein, diese Freude!"

Und dem ehrlichen Burschen liefen bi« hellen Tränen über die Backen.

Ich kann nicht mitkommen," entgegnete Eberhard.Grüße da» Fräulein und sage ihr, bafc sie mich vergessen möchte

Kein Vermittlungsgesuch der Krankenkassen. Berlin, 25. Nov. Wie der Betriebskrankenkastenverband mitteilt, ist die Mit­teilung, daß Vertreter der Krankenkasten die Regierung um Ver­mittlung in dem Streit mit den Aerzten gebeten hätten, unzu­treffend.

Hauptversammlung des Deutschen Patriotenbundes. Leipzig, 24. Nov. Unter dem Vorsitz des in letzter Zeit vielgenann­ten Geh. Kammerrats Thieme fand hier unter zahlreicher Beteili- gung die diesjährige Hauptversammlung desDeutschen Patri­otenbundes" statt, dem bekanntlich die Errichtung des Leipziger Völkerschlacht-Denkmals zu danken ist. Der erste Schriftsührer Dr. Spitzner erstattete den Geschäftsbericht, der ü. a. besagt: Die Haupteinnahmen des Bundes wurden auch im abgelaufenen Jahre durch die Lotterie aufgebracht. Die beiden Lotterien des letzten Jahres erbrachten einen Reingewinn von über 279 000 «AL Bisher haben 23 Lotterien insgesamt stattgefunden, aus denen ein Ge­samtgewinn von ca. 3 238 000 -Al gelöst wurde. In dankenswerter Weise hat das Sächsische Ministerium des Innern genehmigt daß für die Zwecke des Bunb.w noch zwei meliere Lotterien gespielt werden dürfen, allerdings mit der Einschränkung, daß je 65 000 ,Al aus den Erträgnissen dirfti. beiden Lotterien dem Landesverband $ für Jugendpflege in Dreien zu überweisen seien. An Steuern wurden für alle bisher gespielte Lotterien an den Reichsfiskus 2 300 000 .Al abgeführt. Auch die freiwilligen Spenden, darunter der Stadt Leipzig, anderer Stadtverwaltungen, Vereine, Schulen und Einzelpersonen sind wieder reichlich geflosten. 97 Freunde des Denkmalswerkes haben je 100 «Al gestiftet und damit das An« > recht erworben, ihren Namen im Innern des Denkmals angebracht zu sehen. Die Gesamtzahl solcher Spender beträgt bisher über 1300. Wie in den Vorjahren fand auch im letzten eine Sammlung in den Leipziger Schulen statt, die ca 4200 «AI ergab. Insgesamt ; haben die Leipziger Schulkinder für bas Denkmal über 50 000 «M. aufgebracht. Es wurde beschlosten, daß die alljährliche Feier der Völkerschlacht jeweils am Sonntag nach dem 18. Oktober am Denk­mal stattfinden solle. ,

Gegen bie Frauenemanzipation. Berlin, 25. Nov. Der Deutsche Bund gegen die Frauenemanzipation, der auch im letzten i Jahre erhebliche Fortschritte gemacht hat, veröffentlicht einen; Aufruf, dem wir folgende Leitsätze entnehmen:

Je unverhüllter bie letzten Ziele der Frauenbewegung hervortreten,! desto stärker erwacht in breiten Schichten der Bevölkerung auch bet Widerstand. Der Deutsche Bund möAtc alle die Männer und Frauen, sammeln, die den volkswirtschaftlich«-'!, sozial-ethischen und politischen! Niedergang hindern wollen, der im Gefolge der heutigen Frauen»! bewegung eintreten muß. Sie sollen zu einem mächtigen Heere an«: wachsen, das sich den starkgerüsteten und siegeszuversichtlichen Scharen der! Rechtlerinnen entgegenstellt und sie zurückwirft über die Grenzen, die bet Frauenbewegung im Interest« der Volkswohlfahrt für ewige Zettelt angewiesen bleiben müffen. Wir bekämpfen nicht ein« vernünftige, natur­gemäß« Frauenbewegung, sondern di«Frauenemanzipation", das völlige Heraustreten der Frau aus dem Pflichtkreise, der ihr durch die Natur und eine sich in natürlichen Bahnen haltende Kultur angewiesen ist. Nichts liegt uns ferner, als eine Unterschätzung der Frauennatur und Frauenarbeit. Wir erkennen es an, wenn bie Frauen mehr Anteil nehmen an der sozialen Arbeit für das Volkswohl. Dabei sind wir aber der Ueberzeugung, daß jedes Ueberschreiten der Grenzlinie, bie der Frau ihrem innersten Wesen nach gezogen ist, zu einer Entartung führen muß, die für die Frauen selbst, die Familie und bas Volk nur von beit nachteiligsten Folgen sein kann."

Der Arbeitswilligenschutz. Berlin, 25. Nov. Nach einer Mitteilung des freikonservativen Führers, Frhrn. v. Zedlitz und Neukirch, in derPost" scheint man in den betreffenden Neichs- ämtern ernstlich mit der Vorbereitung von Gesetzesvorschlägen über den Arbeitswilligenschutz beschäftigt zu sein. Vor allem soll

Aber, Herr Leutnant!?"

Ich verlaffe noch heute Breslau komm mit, wir wollen ein Glas Wein zusammen trinken. Dabei kannst du mir erzählen, wie es daheim ergangen ist. Du bist auch verwundet gewesen?"

Ja ich hab' einen lahmen Flunk davongetragen. Und Herr Leutnant tragen noch den Arm in der Binde?"

Oh, der ist so gut wie geheilt. Ich muß ihn nur noch etwas schonen. Doch komm, wir wollen nach nurnem Quartier gehen."

Es war vollständig Abend geworben, aber auf dem Ringplatz und der Ohlauer Sttaße, die die beiden alten Kriegskameraden durchschritten herrschte noch ein reges Leben und Treiben.

Offiziere aller Waffengattungen promenierten auf und ab und schäkerten wohl auch mit den hübschen Bürgermädchen, welche vor den Türen der Häuser standen; Landwehrmänner, freiwillige Jäger, Pattouillen von ßinientruppcn gingen vorüber; in den Schenken und Konditoreien saßen die Bürger in eifrigem Gespräch zusammen; Arm in Arm stürmte eine Schar Knaben daher, ein patriotisches Lied singend. Aber in Scherz und Ernst, bei den Bürgern und Soldaten, bei jung und alt, bei Mann und Weib, da machte fich eine gehobene, fast feierlich« Sttmmung geltend, als feierte man ein großes, allgemeines Fest, an dem das ganze Volk teilnahm.

Was sagen Sie zu dem Treiben, Herr Leutnant?" sagte Chrinian, als sie das Ohlauer Tor durchschritten hatten und zwischen den Garten der Vorstadt dahingingen.Jst's nicht gerade wie Anno 9 In Tirol, wo bie sackermentschen Tiroler uns die Steine auf die Kopfe warfen

Es war, als wenn Eberhard leicht auffeufzte, als et entgegnete. Ja, du hast recht, 's ist wie in Tirol oder in Spanien wo das Volk um feine Freiheit kämpfte. Schade, baß rott nicht baran teilnehme« können." _ ,,, n . .

Wenn ich den lahmen Atm nicht hatte aber Herr Leutnant find ja auch verwundet

Q, bet Arm hinbett mich nicht weiter. Sieh her!"

"Ja, aber weshalb?

's ist nur, um nicht aufzufallen, daß ich den Arm noch tn eet Slnbe trage. Wenn ich als gesunder Mann umherginge, würde jeder sich rounbern, daß ich nicht, wi« jedermann, mich znm Einttitt tn bas Herr meldete." , t i ,

^Fortsetzung folgt-!