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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwittschaftüche Beilage".

Bestellungen für den Monat Dezember auf dieOberhessische Zeitung" nebst ihren »eil--«« werden von unserer Expedition fMartt 21), unseren sämtlichen Ausgabestellen sowie von allen Postanstalten und Landbrieftrager« «ntgegengenommen.

Rundschau.

Die KirchenaustrittserNSrungen.

4209 Kirchenaustrittserklärungen sollen am Donnerstag abend in 12 Berliner Hetzversammlungen gegen die Kirche abge­geben worden sein. Der harmlose Leser nimmt an, daß bereits 4209 bindende Austrittserklärungen vorliegen. Davon ist keine Rede. Wohl veranlaßen die geschäftigen Drahtzieher desMassen­streiks gegen die Staatskirche" zahlreiche Versammlungsbesucher, die durch die maßlosen Uebertreibungen der rednerischen Agita­toren für den Augenblick sehr wohl in Aufregung versetzt werden können, an die überall aufgestellten Schreibtische heranzutreten und sich dort vorgedruckte Postkarten von Agenten ausfüllen zu lasten, unter die sie nur noch ihren Namen zu setzen brauchen. Die Karten sind an das zuständige Amtsgericht adressiert und bedeuten nichts anderes als völlig unverbindliche Mitteilungen, daß die Unterzeichner den Kirchenaustritt bewerkstelligen wollen. Aufgrund dieser Anzeigen setzt das Amtsgericht nach Erledigung der vorgeschriebenen Formalien sodann einen Termin zur münd­lichen Verhandlung an, und nun, da die Sach« schon ein ernsteres Gesicht bekommt, bleibt nach den bisherigen Erfahrungen ein außergewöhnlich hoher Prozentsatz vonKirchenstreiklustigen" dem Termin Hern, womit die Anzeige ein wertloses Stück Papier geworden ist. Das hindert aber nicht, daß nach jeder Hetzversamm­lung des Zweibundes Komitee Konfessionslos und Sozialdemo­kratie mit großen Austrittserklärungs-Ziffern paradiert und der Schein erweckt wird, als hätten wieder einmalTausende" der Kirche endgültig den Rücken gekehrt! Ohne das Bedauerlich« der Hetzerei gegen die Kirche leugnen zu wollen, muß denn doch dieser Zahlenunfug, der sich neuerdings in der Oeffentlichkeit breit macht, nach feiner eigentlichen Bedeutung eingeschätzt werden.

Freilich, als Zeichen der Zeit sind die Symptome, die sich bei solchen sozialdemokratisch-konfchionslosen Versammlungen zeigen, bedenklich genug. Dafür einige Beispiele, die diePost" mitteilt:

Als ein Pfarrer die Rednertribüne bestieg, ertönten Zwischenrufe: So"siehst« aus!"O l le r P faffenkopp !" und an einer anderen Stelle des Abends hörten wir die auf di« Pastoren gemünzten Worte: Verfluchte Lumpen!"Schweinepriester!" Einem Herrn, der einen Zwischenruf machte, schrie man zu:Raus mit dem P f a f f e n g e s i ch t !" Und einmal drang ein hundsgemeiner Zwiscken- ruf an unser Ohr, ein Ausdruck aus Zuhälterkreisen, der sich jeder Wie­dergabe entzieht. Man hatte die Pfarrer eingeladen. Einige beherzte Männer hatten den Leidensweg angetreten und die schwere Aufgabe übernommen, in dieser tollen Brandung ihrer Ueberzeugung Gehör zu verschaffen. Da stieg einer jener prächtigen Gestalten aufs Podium, deren geistvoller Eharakterkopf, desten milde Züge allein schon zur Ver­söhnung einladen: mit ruhigen, wägenden Worten versuchte Pastor Le Seur-Eroß-Lichterfelde der Maste den ganzen Ernst des Problems klarzumachen, mit dem hier von gewistenlosen Hebern Fangball gespielt wurde. Freimütig gab er zu, daß die Landeskirche schwere Mängel aufweise. Unter einer Flut von Hohn, Gelächter und Be­schimpfungen trat er ab."

Sicher haben die recht, die meinen, wenn solche Leute der Kirche verloren gingen, so schade das nichts. Aber eine solche sitt­liche Verwilderung und niedrige Gesinnung erregen doch Zweifel an die Zukunst unseres Volkes.

Elsässische Disziplinwidrigkeit und französische Unverfrorenheit.

Wir hatten berichtet, daß derElsäster" ein von Rekruten der 5. Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 99 in Zabern unter­zeichnetes Schriftstück erhalten und veröffentlicht hat, in^dem das Ergebnis der amtlichen Untersuchung über die Aeußerung des Leutnants v. Forstner über die Fremdenlegion und die französische Fahne als falsch hingestellt wurde. Jetzt wird die Festnahme des Feldwebels und von 9 Rekruten dieser Kompagnie gemeldet: sie soll mit der Unterzeichnung jenes Schriftstückes Zusammenhängen. In der Unterzeichnung wird ein Vergehen gegen die 88 101 und 102 des Militärstrafgesetzbuches erblickt, von denen der erstere das Sammeln von Unterschriften unter Beschwerden, der letztere das Erregen von Mißvergnügen gegen den Dienst mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft. Oberst v. Reuter hat das Hinaustragen der Angelegenheit in die Oeffentlichkeit als Verletzung des Fahneneides bezeichnet. Auch bei einer neues Untersuchung hat sich übrigens nicht ein Zeuge gefunden, der die dem Leut­nant v. Forstner zugeschriebene Aeußerung über die französische Fahne bestätigt hätte. Wie neuerdings verlautet, find die Re­kruten wieder aus der Haft entlasten worden, ebenso der Feld­webel.

Daß bei dieser sehr ernsten Sache nun der Humor nicht fehlt, dafür hat, wie schon erwähnt, der Direktor der ZeitungAutorits", de Castagnac, gesorgt, indem er der Forderung zum Zweikampf an Leutnant v. Forstner eine längere Begründung zugefügt hat, in der es u. a. heißt:

Die den Elsästein zugesügte Beleidigung haben di« Elsässer zu rächen. Heute haben Sie aber die französische Fahne beleidigt. Ich bin Leutnant der Reserve. Auf dem Schlachtfelde werden die Gradunter- fchiede zwischen uns beiden verschwinden. Ich habe daher da» Recht,

UHU fytitLiugn. -- -o'.t ------o- ----- ' ' '

Ha 97O die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M

hei ins Haus. Verlag von Dr. E. Hitzrroth. Druck der Univ.-

1913,

Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Erstes Blatt

Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

Zabern, 24. Nov. Der Bürgermeister hat folgende Be­kanntmachung ertasten:Da die öffentliche Meinung in Zabern immer noch in so hohem Grade erregt ist, richte ich erneut an die Bürgerschaft die inständige und dringende Bitte, sich nicht zu un­bedachten Schritten hinreißen zu lassen und unter allen Umständen die größte Ruhe zu bewahren. Vor allen Dingen muß ich dringend von Ansammlungen auf der Straße abraten, die leicht wieder zu größeren Ausläufen und zu Ausschreitungen führen und die streng­sten Maßregeln der Behörden veranlassen könnten, Maßregeln, deren Folgen für die ganze Stadt verhängnisvoll wären.

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durck

Ihnen ein« Forderung zu schicken. Ich bin bereit, mich mit Ihnen zu schlagen, wo Sie wollen. Wenn ich also nach dem Elsaß kommen und verhaftet werden sollte, so würde dies nur aus Ihre Anzeige hin ge­schehen. Ich sage Ihnen dies, damit man weiß, wer die Verantwortung trägt. Ich erwarte Ihre Antwort bis zum 28. November. Ich füg« hinzu, daß, wenn Sie meine Haut ritzen, ich Ihnen zehn Mark zahle."

Leutnant v. Forstner hat diesen Brief ungeöffnet zurückge­schickt, worauf Herr de Castagnac ein Telegramm an den Offizier sandte. Ob das Herr v. Forstner auch nicht angenommen hat, ist nicht bekannt, hoffentlich hat er es nicht getan. Was sich in einer deutschen Kaserne ereignet, geht keinen Menschen in Frankreich etwas an, und zwar umso weniger, als Beschimpfungen nicht nur der deutschen Fahne, sondern sogar des Deutschen Kaisers im Lande der Kultur" nicht zu den Seltenheiten gehören und von recht hohen Stellen ausgehen. Für unsere Regierung aber sollten diese unliebsamen Vorgänge eine Mahnung sein, die reichsländi­schen Rekruten wieder auf Garnisonen im Osten und Herzen Deutschlands zu verteilen, wo sie allen unheilvollen Einflüssen entrückt find.

Zurückziehung der Revision im Erfurter Reserristenprozeß. Berlin, 24. Nov. Der Kommandierende General des 11. Armee­korps General Frhr. v. Scheffer-Boyadel (Castel) nahm die von ihm als Eerichtsherrn eingelegte Revision in dem Erfurter Re« fervisienprozeß zurück. Die für morgen vor dem Reichsmilitärge­richt angesetzte Verhandlung findet deshalb nicht statt.

Eine Folge des Streites der Krankenkasien und Aerzte. Berlin, 24. Nov. Der Vorsitzende des Vereins der Berliner Kasten« ärzte, Geh. Sanitätsrat Köppel, der den Einigungsvertrag mit den Berliner Krankenkasten abschloh, hat, wie verlautet, infolge, der gegen ihn wegen Verletzung wichtiger ärztlicher Standesinter» esten erhobenen schweren Vorwürfe sein Mandat zur Aerztekam« mer niedergelegt. Wie dieFr. Z." erfährt, ist es sehr wahr« scheinlich, daß eine Vermittlung in dem Konflikte zwischen den Aerzten und Krankenkasten bald erfolgen wird. Das Reichsamt des Innern ist zu dieser Vermittlung bereit, wenn es von bei­den Parteien angerufen wird. Die Vertreter der Krankenkasten Haden bereits zu erkennen gegeben, daß ihnen das Eingreifen bei Regierung erwünscht wäre. Von^ Aerzteverband liegt eine solch« Kundgebung noch nicht vor, aber er wird sich in den nächsten Tagen mit der Frage befasten.

Rückgang der Zahl der Astestoren und Referendare in Preußen. Berlin, 24. Nov. Im Jahre 1913 ist die Zahl der Astestoren in Preußen um 49 gegen das Jahr vorher zurückge« gangen. Weit stärker ist der Rückgang der Zahl der Referendare; sie ist gegen 1912 um 258 auf 7155 gesunken. Dieser Rückgang isti seit einigen Jahren stetig. Im Jahre 1910 gab es in Preußen 546, Referendare mehr als 1913.

Um den Tango. Berlin, 24. Nov. Der unaufhaltsam an­mutende Siegeslauf des Tango scheint durch den Wunsch des

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder Q , deren Raum 15&. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für 1O. Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Marburg

Dienstag, 25. November

Aus dem mexikanischen Hexenkessel.

Aus Veracruz wird derKölnischen Zeitung" von deutschen Kaufleuten von furchtbaren Ereueltaten der Auf- st ä n d i s ch e n unter Carranza gemeldet, desten schwarze und braune Horden sich aus gefährlichen Mordbrennergesindel zusam­mensetzen. Sie machen auf ihrem Raubzuge alles dem Erdboden gleich.Wir leben", so erklärt der Briesschreiber,alle wie a u f einem Vulkan, der täglich zum Ausbruch kommen kann. Huerta aber legt alles darauf an, Zeit zu gewinnen, um einen be­stimmten Plan, den man wohl ahnt, zur Ausführung zu bringen."

Die Gerüchte, der Kongreß werde sich sofort auflösen, haben sich als falsch herausgestellt. Der Kongreß scheint vielmehr in eine lange Tagung eingetreten zu sein. Die Lebensmittelpreise sind gestiegen und die Kaufleute befürchten noch eine»neue Steige­rung. Die finanzielle Lage ist außerordentlich ernst. Die Aus­hebungen für die Armee riefen große Bestürzung bei den unteren Klassen hervor. Man hob sogar Frauen aus.

Eine heftige Schlacht im Gange.

Newyork, 24. Nov. Seit gestern mittag 3 U.hr ist im Süden von Juarez bei Tierra-Bianca eine äußerst heftige Schlacht im Gange. Es scheint dies die größte Schlacht zu sein, die seit Aus­bruch des Aufstandes in Mexiko geschlagen wurde. General Villa besetzte mit 7000 Mann und vier Automobil-Mitrailleusen die Stadt Juarez, um sich nach dem Süden zu begeben. In Juarez wurden Truppen in Stärke von 1500 Mann zurückgelasten. Er stieß bald auf eine Avantgarde der Föderalisten, die 3000 Mann stark war und unter Führung des Generals Caravos stand. Ein weiteres Korps der föderalistischen Armee eilte in kurzer Zeit zur Hilfeleistung herbei, und es entspann sich ein furchtbarer Kampf. Die föderalistische Armee, die im Gefechte steht, wird auf 7000 Mann geschätzt. Ferner sollen zur weiteren Verstärkung noch 2500 Soldaten von der Abteilung des Generals Orozco ein­getroffen fein. Die Föderalisten verfügen außerdem über 40 Ka­nonen. In Juarez hört man unaufhörlich Kanonendonner.

Verteidigungsmaßregeln der Europäer.

Mexiko, 24. Nov. Den hiesigen Deutschen ging ein Rundschreiben zu, das die Einzelheiten der Organisation zur Ver­teidigung entwickelt. Deutsche, die in der Armee gedient haben, stehen an der Spitze. Waffen und Munition sind reichlich vorhan­den, darunter zwei Maschinengewehre. Die österreichisch-ungarische Gesandtschaft hat ihre Staatsangehörigen aufgefordert, mit der deutschen und den anderen europäischen Kolonien zur Organisa­tion der Verteidigung zusammenzuarbeiten. Es wird erklärt, die mexikanischen Truppen seien so schwach und die Wahrscheinlichkeit von Ausständen sei so groß, daß man es für weise halte, Verteidi- gung-maßregeln zu treffen.

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Deutsches Reick,

Ministeressen beim Kanzler. Berlin, 24. Nov. Bei dem Reichskanzler und Frau v. Bethmann Hollweg fand gestern abend ein Esten statt, zu dem u. a. geladen waren dieMinisterpräsidenten von Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden und Mecklenburg- Schwerin; der bayerische, sächsische, württembergische, badische und mecklenburgische Gesandte am preußischen Hofe; die Staatsmini­ster und Staatssekretäre Tirpitz, Delbrück, Krätke. Lisco, Solf, Kühn und Jagow und die Unterstaatssekretäre Wahnschaffe, v. Eisenhart-Rothe, Zimmermann und Oberleutnant Frhr. v. Sell.

Veränderung in hohen Beamtenstellen. Berlin, 24. Nov. Zum Nachfolger des am 1. Dezember in den Ruhestand tretenden Ministerialdirektors im Ministerium des Innern, Wirkt. Geh. Rat v. Kitzing, ist Regierungspräsident Wirk!. Geh. Oberregie­rungsrat v. Jarotzky in Münster und zu desten Nachfolger Landrat Graf Merveldt in Recklinghausen ernannt worden.

Kaisers, daß die Offiziere in Uniform diesen Tanz sowie One und Twostep vermeiden möchten, stark gehemmt zu werden. Bei den großen gesellschaftlichen Veranstaltungen sah man keinen Träger des bunten Rockes einem dieser modernsten Tänze huldigen, alle blieben bei dem alten soliden Walzer. So bedauerlich das für die junge Damenwelt auch ist, so wird man sich damit doch abfinden müssen. Vom Standpunkt gut deutscher Sitte ist der Wunsch des Kaisers auch wohl berechtigt und anzuerkennen, ebenso einem Kritiker in derKöln. Volkszeitung" zuzustimmen, der meint, daß zwar Tango, One Step und Two Step in unseren Eesell- schastssälen anständig und schön getanzt werden. Aber wenn in später Stunde der Wein und die Tanzlust das Blut schneller rollen lasten und die gesellschaftlichen Anstandsgrenzen sich unbewußt etwas verschieben, dann liege auch in gebildeteren Kreisen die Ge­fahr nahe, daß Tango, One Step und Two Step ihren ursprüng­lichen Dirnencharakter verraten. In den Vororttanzlokalen gar fielen alle Grenzen und Rücksichten. Auf ein sehr beachtenswertes Moment weist dieRhein.-Westf. Zeitung" hin, die schreibt: Bei der Tango- und Matiche-Epidemie im deutschen Tanzsaale ist nicht etwa zu bedauern, daß es zeitgemäß geworden ist, solche Tänze zu tanzen, die in Argentinien die Viehhirten und in Spa­nien die Bauern tanzen, sondern daß diese Tänze nut eingeführt werden konnten, weil sie ausländische Bezeichnun­gen tragen. Wir sind überzeugt, wenn der Matichetanz viel­leicht Eifelbauerntanz hieße, oder der Tango als sächsischer Bliem- chenkaffee-Tanz eingeführt worden wäre, so würde kein einziger Mensch im Deutschen Reiche ihn tanzen, und wäre die Tanzfigur auch ixoch so hübsch. Darin liegt das Bedauerliche." Und da­ist richtig.

Gegen dasBerliner Tageblatt". Dresden, 24. Nov. In seiner letzten Sitzung hat der Hauptausschuß des Kartells Sächsi­scher Mittlerer Staatsbeamten folgende Entschließung gefaßt: DasBerliner Tageblatt" gefällt sich feit langem in bewußten Schmähungen deutschen Wesens. Es hat verschiedene Gelegenheiten benutzt, namentlich unser sächsisches Vaterland, unser Volkstum und unfern König zu verhöhnen. Als deutsche, von christlichem Geist erfüllte Männer, als Sachsen, als Staatsbe­amte protestieren wir gegen solches verächtliche Gebaren. Unsere Mitglieder werden das Verhalten desB. T." zu würdigen wisten."

Freisinniges. Berlin, 24. Nov. In der UllsteinschenBer­liner Morgenpost" konnte man kürzlich folgende Stelle in einem Artikel lesen:Als das mit tausendnationalen" Glocken eilige« läutete Rentengutsgesetz durchgeführt werden sollte, war Graf von Kanitz-Podangen der erste, der in einem Inserat derMohrunger Kreiszeitung" vom 9. Juni 1898 jedermann unter Androhung von unendlichen Schikanen davor warnte, in der Näh« seiner Be­sitzungen sich anzusiedeln." Auf eine Anfrage des Hauptvereins der Deutsch-Konservativen hat die Geschäftsstelle tetMohrunger Kreiszeitung" erklärt, daß weder in der Nr. 67 vom 9. Juni 1898 noch sonst in derMohrunger Kreiszeitung" ein derartiges In­serat des Grafen v. Kanitz gestanden hat.

Kriegshetzereien eines englischen Geistlichen. Berlin, 24. Nov. Englischen Zeitungen zufolge hat sich der Geistliche der eng­lischen Kirche in Homburg v. d. H., Kaplan Lulich, in einer politi­schen Versammlung auf der Insel Wight wie folgt geäußert:

Ich lebe seit fünf Jahren in Deutschland und bin in enge Bezi« Hungen zu einflußreichen Persönlichkeiten getreten. So kann ich Sie verj sichern daß nach Ansicht aller Gebildeten in Deutschland die Zeit g# kommen ist, wo Deutschland um die Vorherrschaft zur See kämpfen m< Ein Freund des Kaisers hat mir die Versicherung gegeben, daß einzig der persönliche Einfluß des Kaisers verhindert hat, daß Deutschland voH zwei Jahren Frankreich angriff. England muß Frankreich zu HUH kommen. Ich zweifle, daß bei der nächsten Gelegenheit der Einfluß de« Kaisers noch ausreichen wird, einen Krieg zu verhüten. Man wartq nur auf den Moment, wo man auf einen sicheren Erfolg rechnen kann.

Ob es einmal zu einem deutsch-englischen Kriege kommen wird» wird ganz von England abhänge«.