mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".
M 272
Die „Oberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durck die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M srei ins Haus. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Donnerstag, 20. November
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l8. Jahrg«
1913.
Erstes Blatt
Kokowzow über die europäische Lage.
Der russische Ministerpräsident Kokowzow gewährte dem Vertreter des „Berliner Lokalanzeigers" eine Unterredung, in der er zunächst die albanische Frage streifte. Die Schwierigkeiten, die sich ihrer Lösung entgegenstellen, seien inzwischen auf dem besten Wege ihrer Beseitigung. Wenn er richtig informiert sei, so lief jüngst ein englischer Vermittelungsvorschlag in der Abgrenzungsfrage bei der internationalen Vermessungskommission ein, der vielleicht geeignet sei, eine Brücke zwischen den verschiedenen Ansichten und Wünschen herzustellen. Von einer Revision der Londoner Beschlüsie, wie sie mehrfach prophezeit ist, sei niemals ernstlich die Rede gewesen. Rußland regte eine solche jedenfalls nicht LN. Freilich, je mehr die Solidarität der Großmächte eine glückliche Grundlage für die frieblidje Erledigung dieser und ähnlicher Fragen abgegeben habe und noch immer abgebe, desto- mehr sei es als ein weniger glückliches Unternehmen zu bezeichnen, wenn die eine oder andere Großmacht Neigung zeige, aus diesem gemeinschaftlichen Rahmen herauszutreten, um auf eigene Hand Balkanpolitik zu treiben. Ein solcher Versuch sei nicht nur bedauerlich, weil er nicht mehr ganz mit den Jntensionen der Londoner Beschlüsse sich decke, sondern auch bedenklich, weil er leicht dazu geeignet sei, die schwer erzielte Einmütigkeit der Mächte ins Wanken zu bringen. Und darum hatte das Vorgehen Oesterreich-Ungarns, dem später auch Italien sich ange- fchlossen hat, in Rußland nicht auf eine unbedingte Zustimmung zählen können. Europa leide seit mehr als zwei Jahren an n e r« pösen Krisen, die geeignet seien, die Nervosität der Geschäfts- chelt ins Ungemeffene zu steigern und Europa in
ein politisches Irrenhaus
zu verwandeln. Da müßtenn denn Vorstöße einzelner, die, nur geeignet wären, die politische und wirtschaftliche Nervenschwäche zu steigern, tunlichst vermieden werden.
Ueber die russisch-österreichischen Beziehungen sagte der Ministerpräsident, sie wären zur Zeit seiner Abreise von Rußland vielfach be s s e r als in den vorhergehenden Jahren. In Paris besonders seien russisch-österreichische Fragen in der Unter« 'redung zwischen ihm und dem österreichisch-ungarischen Botschafter berührt worden, die zu einer Klärung zwischen den beiden Monarchien nicht unwesentlich beitragen würden, vorausgesetzt, daß die hierbei abgegebenen loyalen Erklärungen des Grafen Szecsen namens der Regierung gemacht worden seien. Hierbei konnte fest- gestellt werden, daß Serbien bei der beabsichtigten Festsetzung in albanischem Gebiet auf russische Unterstützung zu keiner ~ it rechnen konnte. Der Ministerpräsident sprach weiter sein bedauern darüber aus, daß auch im aufgeklärten Deutschen Reich noch immer so viel Irrtümliches über das russische Leben gedruckt und geglaubt würde. Die kürzlich erfolgte Begründung der deutsch-russischen Gesellschaft zum Studium Rußlands sei daher zu begrüßen, da zu hoffen sei, daß endlich nach und nach die falsche Vorstellungswelt, die vielfach im Deutschen Reich auf Grund verdrehter oder tendenziöser Berichte entstanden wäre, einer besieren Kenntnis der russischen Psyche weiche. Die Frage, ob es richtig ist, daß die russische Regierung beabsichtige, ihre in Deutschland liegenden Depositen allmählich zu- rückzuziehen, verneinte Kokowzow auf das Bestimmteste. Schließlich äußerte sich der Ministerpräsident mit Worten größter Anerkennung für die warme Aufnahme, die ihm hier von den leitenden Stellen zu Teil geworden sei und sprach seine Freude darüber aus, Kaiser Wilhelm seine Aufwartung machen zu dürfen, um dem Monarchen für die ihm gewordenen Liebenswürdigkeiten seinen ergebenen Dank auszusprechen.
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Berlin, 18. Nov. Der russische Ministerpräsident Kokowzow besuchte heute nachmittag wieder den Reichskanzler und hatte mit ihm eins längere Unterredung.
Große Erfolge der mexikanischen Aufständischen.
Bei dem Staatsdepartement in Washington sind Meldungen eingelaufen, nach denen der A u f st a n d in Mexiko im Norden, Süden und Osten des Landes sich rasch ausbreitet. Alle Häfen und Eisenbahnen zwischen Tampico und Viktoria sind zerstört. Die Verbindungen im Norden Viktorias sind vollständig unterbrochen. Der General Villa, der in Juarez den Oberbefhl führt, drohte, sich der mexikanischen Nordwestbahn zu bemächtigen, falls die Verwaltung nicht ohne Säumen den Betrieb wieder herstelle. Zwei Danken in Juarez haben General Villa 100 000 Dollars vorgeschossen, mit denen er die Truppen bezahlt hat.
Riederrnetzelung der Garnison von Viktoria.
N e w y o r k, 19. Nov. Nach einem Telegramm aus Brawns- ville in Texas, hat der Führer der Aufständischen Gonzales die Stadt Viktoria eingenommen und die Garnison bis auf den letzten Mann niedergemacht. Gonzales meldet, daß diese Schlacht die b l u t i g st e in der ganzen Revolution gewesen sei. Der Hof und die Hallen des Regierungspalastes find mit Leichendichtbedeckt. Auch der Eigentumsschaden ist groß. Viele Gebäude in den Hauptstraßen find durch das Eeschützfeuer zerstört oder niedergebrannt worden.
Die Maßnahmen zum. Schutz der Fremden.
Washington, 19. Nov. Infolge der Niederlage der mexikanischen Bundestruppen bei Viktoria und der Einnahme der Stadt
durch die Aufständischen wartet jetzt der deutsche Kreuzer „B r e - I men" in Tampico, dem nächsten Hafen um deutsche Flüchtlinge an Bord zu nehmen. Der deutsche Kreuzer „Nürnberg" wurde nach San Blas entsandt, um dort Deutsche aufzunehmen, die aus Tepic geflohen sind. Einer Drahtung aus Mexiko zufolge erklärte der deutsche Gesandte v. H i n tz e , die deutschen Kaufleute möchten sich darauf vorbereiten, daß die Vereinigten Staaten in drei Tagen den Blockadezustand gegen Mexiko einrichteten.
M e x ik o , 19. Nov. Die Mitglieder der deutschen und der österreichisch-ungarischen Kolonie sind am Dienstag abend zusammengekommen und haben die Verteidigungsmittel für den Fall von, Unruhen in der Hauptstadt besprochen.
Barbados, 19. Nov. Die hier liegenden englischen Kreu- zer erhielten den Befehl, sich unverzüglich nach Veracruz zu begeben. Sie fuhren um Mitternacht ab.
Huerta zwischen zwei Feuern.
Paris, 18. Nov. Dem hiesigen „Newyork Herald" wird aus Mexiko gemeldet, daß ein Staatsstreich für unmittelbar bevorstehend gehalten werde. Man mache sich darauf gefaßt, daß General Blanquet. der die Unterstützung aller habe, die Verhaftung Huertas anordnen werde, um die Ordnung wiederherzustellen.
N e w yor k, 19. Nov. Nach einer Depesche aus Mexiko erklärten die Freunde Huertas, daß. dieser eine Intervention für wahrscheinlich betrachte. Gestern erließ er an die Gouverneure der Einzelstaaten Befehle, unverzüglich die Zahl der Soldaten anzugeben, die sie bis Donnerstag, dem Tage der Er- Öffnung des Kongresses, bereitstellen können. Nach einer amtlichen Version sollen diese Befehle eine Folge des jüngsten Dekrets zur Heeresvermehrung auf 150000 Mann sein.
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Politische Umschau.
Di« österreichisch« und die ungarisch« Delegation
find gestern in Wien mit einer Thronrede Kaiser Franz Josefs eröffnet worden. Larin heißt es u. „Unsere Beziehungen zu den Mächte» sind andauernd freundschaftlich. In ernster Zeit hat sich das Bündnis, das uns zum Heile unserer Völker mit dem Deutschen Reiche und mit Italien verbündet, wieder als fester Hort des europäischen Friedens er- ] wiesen. Der Besuch Sr. Majestät des Deutschen Kaisers in Wien gibt neuerdings Zeugnis für den zwischen uns und dem Deutschen Reiche bestehenden engen Freundschaftsbund. Durch erhöhte Kriegsbereitschaft des letzten Winters sind erhebliche Auslagen verursacht worden. Die Mehrforderungen werden Ihnen unterbreitet werden, und ich empfehle sie Ihrer Berücksichtigung." In der Thronrede wird sodann der treuen Pflichterfüllung der Armee während der Balkankriege vollste Anerkennung ausgesprochen. Gestützt auf die Schlagfertigkeit des Heeres und der Marine fei es der Regierung möglich geworden, den von ihr erstrebten Zielen mit ftiedlichen Mitteln Geltung zu verschaffen.
Am selben Tage mach trat der Ausschuß für die auswärtigen Ange- i legenheiten der ungarischen Delegation zusammen, in dem der Minister des Aeußern, Graf Berchtold, ausfüljiltdje Darlegungen über die auswärtige Politik Oesterreich-Ungarns machte. Die Umwälzungen auf der Balkanhalbinsel nahmen darin naturgemäß einen sehr breiten Raum ein, da Oesterreich-Ungarn von allen Mächten am meisten daran inter- esiiert ist. Ei betonte insbesondere, daß, nachdem durch die Erwerbung Bosniens und der Herzegowina die territoriale Ausdehnung Oesterreich- Ungarns auf dem Balkan «abgeschlossen war, die Monarchie auf dem Standpunkt der Nichtbehinderung der freien Entwicklung der Balkanvölker steh«. Gras Berchthold behandelte dann der Reihe nach die Londoner Botschaftskonferenz, die Skutarieaffäre, den Widerstreit Rumäniens und Bulgariens, die serbisch-albanischen Kämpfe und die Bildung des albanischen Staates und ging endlich aus die Beziehungen der Großmächte untereinander ein, wobei er vor allem der Festigkeit des Dreibundes und der Besierung der deutsch-englischen Beziehungen gedachte. Er schloß mit der Feststellung, daß Oesterreich-Ungarn der neuen Entwicklung auf dem Balkan am besten diene, wenn es sich politisch und militärisch schlagfertig erhalte.
Deutsches Reich-
— Der Kaiser und die modernen Tänze. Berlin, 20. Nov. Wie eine Berliner Zeitschrift müssen will, sollte eine kaiserliche Kabinettsorder an die Regiments- und selbständigen Vataillons- kommandeure sowie die Schiffskommandanten ergangen fein, die den Offizieren das Tanzen von Tango, One- oder Twostep verboten habe, wenn sie in Uniform sind. Auch sollten solche Familien, in denen diese Tänze getanzt würden, gemieden werden. Wie sich jetzt herausstellt, ist ein Verbot, den Tango und verwandte Tänze zu tanzen, nicht ergangen; dagegen scheint bet Kaiser gegenüber ben Regimentskommanbeuren ben Wunsch geäußert zu haben, daß die Offiziere in Uniform weder Tango noch One- Step ober Two-Step tanzen. — An ber Sache selbst ist also nichts geänbert. Ein kaiserlicher Wunsch kommt hier einem Befehl gleich. Da bie mobernen Tänze boch auch sehr viel Bebenkliches haben, so ist bie Stellungnahme bcs Kaisers burchaus verstönblich.
— Die Deutsche Bank und die Gewerkschaften. Berlin, 20. Nov. Es geht bie Nachricht burch bie Blätter, baß bie Eeneral- kommisfion ber Gewerkschaften ber Deutschen Bank mit ber Zurückziehung der bedeutenden Guthaben gedroht hat, falls die Deutsche Bank der Koalierung ihrer Angestellten Widerstand entgegenstellen sollte. Jetzt teilt das „B. T." mit, daß die Deutsche Bank sich in einem Schreiben an die Eeneralkommission der deutschen Gewerkschaften bereit erklärt habe, unter gewißen Bedingungen über die Koalitionsfrage zu verhandeln. In den nächsten Tagen soll eine erneute Beratung der Gewerkschaften statt- finden, in der zu dem Schreiben der Deutschen Bank Stellung zu nehmen sei.
Koloniales.
□ liebet die Beilegung deutscher Familiennamen durch Ein» geborene hat der Gouverneur von Togo, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, bestimmt, daß Eingeborene ohne Genehmigung des Gouverneurs einen deutschen Namen als Familiennamen sich oder ihren Angehörigen nicht beilegen oder führen dürfen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen oder mit Gefängnis und Zwangsarbeit bestraft. Jrn Jnterefie einer auch äußerlich reinlichen Rassenscheidung zwischen Eingeborenen und Weißen ist eine derartige Verfügung sehr zu begrüßen.
□ Ein großes Verdienst um die Hebung der Wollschafzucht in Deutsch-Südwestafrika hat sich das dortige Gouvernement erworben. Es ließ durch den Regierungstierarzt Henning 14 000 ausgezeichnete, hochwertige australische Zuchtwollschafe (Merinos) kommen, die nunmehr zu sehr billigen Preisen an die 'nteressier- ten Farmer abgegeben worden sind. Es ist hierdurch den Farmern Gelegenheit gegeben, den Grund für eine hochwertige, reinblütige südwestafrikanische Wollschafzucht zu legen.
Ausland- •
* * Di« albanische Thronfrage. Wien. 18. Nov. Die „Neue Freie Prefie" meldet aus Bukarest: Prinz Wilhelm zu Wied verläßt morgen Sinaja und begibt sich nach Potsdam. Zwischen den Mächten findet gegenwärtig ein Gedankenaustausch über die albanische Thronfrage statt. Sobald dieser beendet ist, werden die Mächte dem Prinzen den Thron, dem Beschluß der Londoner Konferenz gemäß, formell antragen. Er steht fest, daß der Prinz die Kandidatur annimmt.
* * Die französische Wahlreform. Paris, 18. Nov. Die Kammer nahm heute mit 333 gegen 225 Stimmen das gesamte Wahlreformgesetz in seiner neuen Gestalt an.
* • Französische Kabinettskrise? Paris, 19. Nov. Gegen das Ministerium Barthou bereitet sich ein Angriff der Kammer und des Senats vor. Die allgemeine Finanzlage und die die republikanisch gesinnten Offiziere aufs lebhafteste interessierende Angelegenheit des Generals Faurie bietet der Opposition Anlaß zu einem Vorstoß, von defien Gelingen man in den Wandclgängen zunächst den Rücktritt des Finanzministers und des Kriegsminisiers sowie in weiterer Folge den Rücktritt des ganzen Kabinetts erwartet.
* * Drohender Äusftand aller französischen Bergleute. Douai, 18. Nov. Nach einer Versammlung am Nachmittag veröffentlicht der Nationalrat der Bergleute ein Manifest durch Anschlag, in dem alle französischer» Bergleute aufgefordert werden, unverzüglich in den Ausstand zu besonders um den Achtstundentag durchzusetzen. Der Aufruf mahnt die Bergleute zur Ruhe und zum Vertrauen auf die Organisation. Die Gesamtzahl der Ausständigen beträgt bis jetzt 15 000.
“ Zurücknahme der Spionageanklage gegen einen Deutschen. London, 18. Nov. Vor dem Poljzeigericht in Windsor hat der öffentliche Ankläger die Anklage gegen Karl Hentschel, einen geborenen Deutschen, der in Australien naturalisiert ist, zurllckgenommen. Hentschel war beschuldigt, gemeinsam mit dem Geschützführer Parrott Spionage getrieben zu haben. Parrott befindet sich noch in Untersuchungshaft.
* * Ein Lord zum Islam übergetreten. London, 18. Nov. Großes Aufsehen erregt es hier, daß Lord Headly, ein irischer Peer, der dem Oberhaus angehört, zum Mohammedanismus übergetreten ist. Lord Headly machte den Deutsch-französischen Krieg 1870 im Stabe des Generalstabs von (Soeben mit und ist deshalb auch in deutschen Militärkreisen bekannt, ferner beteiligte er sich auch an dem Karlistenkriege. Was den alten Herrn veranlaßte, am Abend seines Lebens noch feinen Glauben zu wechseln, weiß man nicht.
* • Das erste Schiff durch den Panamakanal gefahren. Newyork, 19. Nov. Der Korrespondent der „Newyork Times" in Panama drahtet seinem Blatte, daß das kleine Dampfschiff „Luise" mit 20 Angestellten den ganzen Panama-Kanal durchfahren hat. Es ist das erste Schiff, dem die ganze Reife gelungen ist.
* * Die Jnderbewegung in Britifch-Südafrika. Durban, 18. Nov. Heute morgen war alles ruhig. Beinahe alle Indier haben die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand hat sich südwärts ausgedehnt. Die Lage wird als ernst betrachtet, sodaß die Bewaffnung der Polizei und di« Aufstellung einer bewaffneten Bürgerwehr verlangt wirb.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urhebergefetzes nut mit der deutlichen Quellenangabe „Oberhesi. Zig." gestattet.)
Marburg, 20. Nov.
* Universität. Der außerordentliche Profefior an ber hiesigen Universität Dr. meb. Paul Römer erhielt einen Ruf als orbent- licher Profefior und Direktor bes hygienischen Instituts an bis Universität Ereifswalb, bem er Folge leisten wirb. Er wirb sein Lehramt mit Beginn bes kommenben Sommersemesters übernehmen. Profefior Römer wirb in Ereifswalb Nachfolger bes Geheimrat Loeffler, ber kürzlich zum Direktor bes Instituts für In fektionskrankheiten „Robert Koch" in Berlin ernannt mürbe.
* Flaggenschmuck trägt heute unsere Jägerkaserne unb zwar anläßlich bes Geburtstages bes hohen Chefs bes Bataillons, bei Königin Margherita von Italien.
* Von unserer Straßenbahn. Heute morgen würbe am Heu« markt eine an ben Straßenbahnwagen angebrachte Vorrichtung ausprobiert, burch welche es möglich ist, ben Wagen ohne menschliche Hilfe so zu stellen, baß ein Zurückläufen besfelben verhinberl wirb Wie man hört, soll bie Probe zur Zufriebenheit ber Aufsichtsbehörde, die in dem betreffenden Wagen weilte, ausgefallen sein.
* Lorn Wetter. Das milde Wetter her letzten Wochen, da» uns Frühlingsblumen und eine zweite Reife von Erdbeeren, Hirn» beeren und sogar Heidelbeeren, bie gestern im Marbacher Walbe gepflückt wurden, brachte, scheint kühlerer Temperatur zu weichen« Gestern konnte man auch ben Regen zum erstenmale seit länger« Zeit missen. . r......