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Marburg

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1913

ErSes Blatt

gegen.

Die Krisis in Mexiko scheint ebenfalls überstanden zu sein. Aus dem Wirrwarr einander zum Teil widersprechender Nach­richten hat sich nun die eine klare herauskristallisiert, daß Huerta zu Zugeständnissen bereit ist. Welcher Art diese sind, ist noch un­bekannt. Nicht ausgeschlossen ist es, daß Huerta nur Zeit gewrn- nen und die Amerikaner Hinhalten will, um sich finanziell und militärisch zu kräftigen. Vielleicht ist er aber doch zu der Ein- sich gekommen, daß ihm alle Winkelzüge nichts helfen können und et doch schließlich der Macht Wilsons nachgeben muß.

Die »Oberhessische Zeitung- erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis betragt vierteljährlich but*

seien, in die Tat umzusetzen. Sie seien jetzt dem Zwange der Schule entrückt, und es begännen für sie die schönsten Jahre ihre« ganzen Lebens, denn nachher komme wieder der Zwang des Amts. Er ermahnte die Studenten ferner, der Freiheit, die ihnen zuteil werde, sich würdig zu zeigen und den Vorzug, den sie vor Millionen, Volksgenossen hätten, richtig durch Erkennung der Pflichten gegen die Allgemeinheit zu erfasien. Fleißige Arbeit sei es, was die Menschen glücklich mache.Tages Arbeit, abends Gäste" muss» die Losung bei ihnen heißen. Unter großem Beifall wies der Herr Rektor dann auf den Ernst der Zeit hin. Man dürfe seine Augen nicht verschließen, sondern müsse angesichts der verschiedenen Vor- gänge darauf gefaßt sein, daß der Kampf mit dem Erbfeind ein­mal ausgefochten werde. Und dann sei es die deutsche Jugend^ von deren DHritt wie vor 100 Jahren die Welt wnderhallen müsse. Auch diejenigen, die keine Waffen tragen könnten, er­mahnte er dazu, sich in Stunden der Not dem Vaterland zu wid« men und zwar durch Beitritt zumRoten Kreuz". Im Anschluß an die hier kurz wiedergegebenen Ausführungen des Rektor« traten die Studierenden einzeln vor und nahmen unter Hand­schlag ihre Matrikel entgegen.

* Schuianfang. Nächsten Montag, den 17. d. M., beginnt der Unterricht in den Volksschulen bestimmungsgemäß um erst Uhr,

* Stichwahl. Die Stichwahl in der zweiten Wählerabteilung findet am 2. Dezember statt.

* Vom Jägerbataillon. Der seitherige Feldwebel Bierling der 4. Komp, des hiesigen Jägerbataillons wurde zum Feldwebel- Leutnant befördert und scheidet mit dem heutigen Tage aus dem Bataillon aus. Der Vizefeldwebel Franz wurde zum etats­mäßigen Feldwebel der 4. Komp, befördert.

* Steuermahnung. Wer es bis jetzt versäumt hat, seine Steuern pro 3. Quartal aufs Rathaus zu tragen, erhält bald einen Mahnzettel. (Fortsetzung folgt.)

* An dem gestrigen 2. Dichterabend lernten wir Ernst Zahn kennen, den trefflichen Schweizer Heimatdichter, der sich durch die tiefe Innerlichkeit, die lebendige Anschaulichkeit, di« kraftvolle, plastische Art seiner Darstellung weit über die Grenzen seiner Bergheimat hinaus große Sympathien und eine zahlreiche Lesergemeinde erworben hat. Die Menschen und ihre Schicksale sind in seinen vielverbreiteten Werken derb und kernig gezeichnet, packend und naturwahr die Schönheiten der Alpenhöhen und Täler. Die Alltäglichkeit seines zweiten, von ihm als Wechsel von Arbeit zur Arbeit sehr geschätzten Berufes als Bahnhofswirt von Göschenen hat sich nicht als Hindernis auf dem Wege zu einem Dichter erwiesen, der Rosegger an die Seite gestellt und was di» künstlerische Geschlossenheit und das Ebenmaß des Aufbaus seiner Schöpfungen anlangt, Frenssen vorgezogen wird. Ein innerer Drang, den die Stille und Größe der Natur, in der Zahn lebt, gedeihen ließ, führte ihn diesen Weg, vom Knabenalter mit den ersten Eereimseln über die Jünglingszeit mit Liedern, die ein Echo der Stimmen der erhabenen Natur und ein Spiegel de» wundersamen Landes sind, bis zu den Mannesjahren mit ihren prächtigen Erzählungen, Novellen und Romanen, die seinen Na­men als Heimatskünstler und Volksdichter begründeten. Selbst wer noch keines seiner Bücher gelesen hat, mußte gestern abend die Gediegenheit, Wärme und Stärke Ernst Zahns Darstellungs- und Eestaltungskunst erkennen. Dazu genügten die wenigen Proben aus seinen Werken, die uns gestern geboten wurden, eine Novelle und mehrere Gedichte, die der Autor wirkungsvoll vortrug. Ein zahlreich erschienenes Publikum spendete überaus reichen Beifall.

* Der gestrige Walkotte-Abend erfreute sich eines guien Besuches. Das neckische Genre im Gesang sowohl wie in allen übrigen Darbietungen behrrscht Margarete Walkotte am besten; diese Tatsache konnte man auch gestern abend feststellen. Doch auch das tragische Moment bringt sie mittels ihrer modu­lationsfähigen Stimme, Gesten und Mimik vorzüglich zum Aus­druck. Ganz besonders gefielenWirkung in die Ferne",Der Edelknabe und die Müllerin", beide von Goethe, sowieOktober­lied" undVon Katzen" von Th. Storm.

Verunglückt. Ein junger Herr, der zu nächtlicher Stunde in der Varfüßerstraße sich im Laternenauslöschen übte, stürzte in vorletzter Nacht dabei ab und brach einen Arm. Seine Begleiter brachten ihn schnell vom Platze.

Das große Los gefallen. In der gestrigen Vormittags­ziehung der preußisch-süddeutschen Klassenlotterie wurde das große Los gezogen. Es fiel auf die Nummer 13 731. Der Haupt­gewinn fiel mit 500 000 M einmal nach Berlin und einmal nach Köln.

* Warnung vor einem Schwindler. Ein Schwindler, stattlich von Umfang und Größe, mit grauem Barte und Haar, sucht laut Turnztg." die Turnvereinsoorstande heim und erschwindelt Reise­unterstützungen. In Pirmasens hat et sich als früherer Vor­sitzender des Turnvereins Marburg ausgegeben und sich als Karl Wachsmuth, Oberlehrer a. D., vorgestellt. Auch pensionierte Geist­liche, Lehrer und Offiziere legt er herein unter verschiedenen Angaben. Wahrscheinlich ist dieser Schwindler mit dem im Juli auch hier in Marburg aufgetauchtenTurner" identisch, der die hiesigen Turnvereine besuchte, um Unterstützungen zur Reise nach dem Deutschen Turnfest in Leipzig zu erhalten.

Brötchendiebe. Seit einigen Tagen werden in der Ritter- straße die Brötchenbeutel revidiert und ihres Inhaltes beraubt.

Strafkammer. Gestern nachmittag beschäftigte sich das Gericht mehrere Stunden lang bis in die Abendstunden hinein mit einer inter­essanten Sache, die hier in Marburg gespielt hat. Im März d. 3- wur­den vielen hiesigen Familien Zettel von Gesellschaften für Beleuchtung», industtie in die Häuser gebracht, in denen diese ein neues Verfahren empfahlen, durch das man bei Gaslampen und Gasöfen viel ®a» -* also Geld sparen könne. Einige Tage darauf erschien dann auch ttn Herr, der sich als Vertreter der Gesellschaft fix Beleuchtung-Industri^

Wochenschau.

Eine Forderung, die seit langem von berufener Seite als not­wendig zur Sicherung einer stetigen Nationlwirtschaft erkannt worden ist, ist in letzter Zeit erneut mit bemerkenswertem Nach­druck erhoben worden, nämlich die des Schutzes der Arbeits­willigen. Innerhalb der nationalliberalen Partei, die noch tn der letzten Tagung des Reichstages sich in ihrer großen Mehrheit gegen den konservativen Antrag auf Verbot des Streikpostenstehens ausgesprochen hatte, mehren sich die Stimmen auf ein kräftiges Einschalten der Gesetzgebung. Die Provinzialorganisationen von Schleswig-Holstein, Westfalen, Thüringen und Braunschweig haben sich sehr entschieden in diesem Sinne ausgesprochen. Daß von wirtschaftlichen Organisationen der Zentralverband Deutscher Industrieller sich von jeher für einen wirksamen Arbeitswilligen­schutz eingesetzt hat, ist bekannt. Ihm ist jetzt auch mit einer an Energie gleichwertigen Forderung gesetzgeberischen Eingreifens zum Schutze der Arbeitswilligen gegen den Terrorismus der Ge­werkschaften der Jndustrierat des Hansabundes zur Seite getreten. Wenn auch, wie gemeldet wird, dieser Beschluß die Entrüstung von im Verein der deutschen Kaufleute zusammengeschlossenen An­gestellten Groß-Berlins hervorgerufen hat, ist an der Festigkeit dieser Stellungnahme des Hansabundes nicht zu zweifeln, der ja bisher in dieser Hinsicht einen anderen Standpunkt eingenommen hat. Wenn nun der Widerstand, der sich in den Reihen des Hansa­bundes gegen gesetzgeberische Maßnahmen zugunsten des Arbeits­willigenschutzes geltend gemacht hat, beseitigt ist, kann darin ein sicheres Zeichen dafür erblickt werden, daß innerhalb der Industrie die Auffassung von der N o t w e n d i g k e i t des Eingreifens der Gesetzgebung des Reiches zum Schutze der Arbeitswilligen so ein­mütig und so stark ist, daß sie alle Gegenströmungen überwindet. Die Forderung verstärkten Schutzes der Arbeitswilligen ist eben feine theoretische, am grünen Tisch ausgeklügelte, sondern eine aus der Not der Praxis geborene Forderung.

Diese Woche hat uns auch wieder um eine der bekannten Reden des englischen Marineministers Churchill bereichert. Man kann sie bald nicht mehr zählen, nur eins weiß man, daß nämlich Schmeichelei und Drohung in regelmäßiger Folge sich ablösen. Die vorige Rede, Ende Oktober, war auf Schmeichelei gestimmt. Da­mals schlug Churchill, auch schon zum x-ten Male, eine Rüstungs­beschränkung in Deutschland und in England in gemeinsamem Einverständnis vor: Das berühmteFerienjahr" im Schiffsbau. Jetzt versucht er es mit der Drohung. In seiner neuesten Rede, läßt er alle Abrüstungsideen auf einmal wieder fallen und erklärt nur: Zwar seien die bereits bewilligten Summen für den Flotten­etat in Englandungeheuer", aber er sei genötigt, sie jetzt noch zu übertrumpfen. Ebenso werde er England in der Lust die Vorherr­schaft sichern. Wir wollen erst einmal abwarten. Mit dem Geld­bewilligen allein ist es noch nicht getan, denn es gehört auch eine gewisse Leistungsfähigkeit auf anderem als finanziellem Gebiete dazu: Die Werften müssen soviel bauen, und die Nation muß so­viel Personal stellen können. Mit beiden Erfordernissen steht es in England etwas windig aus. Die Werften stnd überlastet, sodaß sie zur Zeit mehr Bestellungen gar nicht annehmrn können, als sie angenommen haben. Der Offizier- und Mannschaftsmangel aber ist so groß, daß England nicht imstande ist, seine Gesamtflotte voll­besetzt auslaufen zu lassen. Das wird natürlich immer schlimmer, je mehr die Flotte wächst, je größer auch die einzelnen Linienschiffe werden. Die Engländer fürchten, daß ihnen demnächst der Atem ausgeht, das ist das Ganze; und wir wären Narren, wenn wir sie von dieser Angst erlösten. Sie mögen bauen oder nicht bauen, was sie wollen, wir halten uns an unser längst beschlossenes Flottengeseh. Darin würden wir uns selbst dann nicht beirren lassen, wenn das Fürchterlichste wahr würde, wenn nämlich Chur­chill, statt allmonatlich, fortan allwöchentlich eine Flottenrede hielte.

Das Urteil im sogenannten Kiewer Ritualmordprozeß ist so ausgefallen, wie man es nach dem Verlaufe der Verhandlungen nicht anders erwarten konnte. Der Angeklagte Beilis ist wegen mangelnder Beweise freigesprochen worden. Wer den Knaben nmgebracht hat, ist nicht erwiesen worden. Bejaht haben die Ge­schworenen dagegen die Fragen, die sich auf den Zusammenhang der Tat mit einer gewissen abergläubischen Verwendung des Blutes bezogen haben. Eine bestimmt nachweisbare Tatsache hat aber auch in dieser Beziehung nicht Vorgelegen, die Geschworenen haben einen solchen Zusammenhang nur angenommen. In Ruß­land ist die Anzahl der Sekten bei allen Bekenntnissen außer­ordentlich groß. Sie verfolgen zum Teil geradezu verbrecherische Zwecke. Ob dabei nicht auch einmal ein Blutaberglaube in irgend einer herrscht, kann man nicht wissen. Einen solchen Aberglauben kann man aber nicht einem Ritus an die Rockschöße hängen. Das muß klar ausgesprochen werden und wird auch fast von der ge­samten Presse anerkannt. Sicher ist dagegen, daß das Aufwerfen bet ganzen Frage in dem Kiewer Prozeß, die Behandlung und das Urteil für Rußland, wo die Erregung von Volksleidenschaften verhältnismäßig leicht ist, eine böse Bedeutung haben kann. Der Boden für neue Progrome gegen die Juden ist durch den Prozeß, tzleichviel wie das Urteil ausfiel, jedenfalls vorbereitet worden.

Auf dem Balkan ist eine entscheidende Wendung zum Besseren «ingetreten. Die vor ftirzem noch nahe vor dem Abbruch stehenden griechisch-türkischen Verhandlungen find überraschend schnell ab­geschlossen worden und haben zur Unterzeichnung des Friedens geführt. Die Türkei hat also Einsehen gehabt und den wohl- Nleinenden Büt der Mächte befolgt. Auch die albanische Erenz-

PoMsche Umschau.

Der gewaltige volkswirtschaftliche Aufschwung Deutschland« in den verflossenen Jahrzehnten spiegelt sich am klarsten wider tn bet Entwicklung des Volkswohlstandes: an ihm sind alle Schichten des Vol­kes beteiligt, von der reinen Handarbeit des Tagelöhners bis zur reinen Kopfarbeit des Eelehtten. In dem JubiläumswerkeSoziale Kultur und Volkswohlfahrt während der ersten 25 Regierungslahre Kaiser Wilhelms II. gibt der Direktor der Deutschen Bank Dr Carl Helfferich eine Uebersicht des Gesamtumfangs unseres Volkswohlstandes und seiner Entwicklung. Das jährliche Gesamteinkommen Deutschlands schätzt er auf mehr als 40 Milliarden Mark. Hiergegen steht das franzö­sische Volkseinkommen weit zurück; es ist vor einigen Jahren auf etwa 20 Milliarden Mark eingeschätzt worden. Erscheint dieser Vergleich im ersten Augenblick überraschend, weil man sich daran gewöhnt hat, Frank- reich als ein besonders reiches Land anzusehen, so liefert er doch ein ganz natürliches Ergebnis: Frankreich hat zwar mehr Kapitalbesttz, ober tn Deutschland wird mehr gearbeitet. Auch das englische Volks- vermögen mit etwa 35 Milliarden Mark bleibt hinter dem deutschen zurück. Besonders lehrreich ist die Verteilung des Volkseinkommens auf die Einkommenst^sen. In den letzten 25 Jahren hat die Zahl der Staatsbürger mit einem Einkommen bis zu 900 J4 um 450 000 zuge­nommen ; dagegen ist die Zahl der Staatsbürger mit einem Ankommen über 900 M. um mehr als 4% Millionen gestiegen. Die stärkste Er­höhung etwa das 2V-fache haben die Einkommenstufen von 900 bis 3000 und von 3000 bis 6500 M erfahren; verhältnismäßig geringer ist die Steigerung in der Stufe 6500 bis 9500 mit etwa 60 v. H. Das Gesamtergebnis ist also eine allgemeine Verschiebung der Ein­kommen nach oben. Diese Steigerung hat ihre durchaus gesunde Grundlage in der Entwicklung der Lohnverhältnisse. So sind beispiels­weise die Löhne der Kohlenwerksarbeiter in den letzten 15 Jahren im Dortmunder Bezirk von 863 auf 1586 M und in Oberschlesien von 516 auf 1053 M. gestiegen, wobei zu bemerken ist, datz von diesen Löhnen sämtliche Beittäge zur Arbeiterversicherung schon abgezogen sind.

Das deutsche Volksvermögen beträgt nach Dr. Helfferich mehr als 300 Milliarden Mark, gegen rund 200 Milliarden, die um die Mitte der 90er Jahre vorhanden waren. Diese Ziffern fassen das Er­gebnis der gewaltigen wirtschaftlichen Arbeit zusammen, die Deutschland während der Regierung unseres Kaisers und unter den Segnungen eines mehr als 40jährigen Friedens geleistet hat. Sorgen wir durch eine starke Rüstung zu Lande und zu Wasser dafür, datz der Friede und damit jene aufsteigende Bewegung nicht gestört werden!

Wie urteilen die Farbigen unserer Kolonien über die deutsche Herrschaft?

Man kann es verständlich finden, datz die Reger Afrikas nicht in eitel Entzücken geraten, wenn sie unter die Botmäßigkeit einer europäi­schen Kolonialmacht geraten. Vom Steuerzahlen ist der Reger ebenso wenig ein begeisterter Freund wie der Deutsche. Dabei hat jener fri- lich die Entschuldigung auf seiner Seite, datz man von ihm nicht in dem Matze für die Notwendigkeit von Steuern Verständnis fordern kann, wie man es doch bei uns erwarten sollte. Immerhin sind auch die Einge­borenen in unseren Kolonien teilweise schon durchaus klar darüber, datz sie der deutschen Kolonialmacht manche Vorteile verdanksn. Es will doch viel heißen, wenn christliche Herero, die durch einen grauenvollen Durst­marsch durch die Kalahariwüste unter Samuel Maharero während des Aufstandes das Leben gerettet haben, auf englischem Boden angelangt, die englischen Regierungsbeamten bitten, sie wieder zu deutschen Missio­naren zu führen. Zur Begründung ihrer überraschenden Bitte erklärten sie, daß sie ja von den Deutschen ihren Glauben bekommen, und datz unter den Beamten der deutschen Regierung Leute seien, die sie von HerzenVäter" genannt hätten und die sie noch heute so nennen würden.

Eine sehr bezeichnende Begebenheit hat sich vor einiger Zeit in Ruanda (Deutsch-Ostafrika) zugetragen. Damals spielte die Frage der Abgrenzung Deuisch-Ostafrikas gegen den belgischen Kongo. Der Häuptling Kialusi und ein andrer Eingeborener bekamen da eines Tages ein Suaheli-Lesebuch in die Hand und sahen sich die Bilder darin an. Als sie an das Bild Bismarck's kamen, fragten sie, wer Bismarck sei und was er getan habe. Es war schwer, ihnen das klar zu machen. Missionar Roehl sagte ihnen schließlich, daß sie es im letzten Grunde Bismarck zu verdanken hätten, datz sie deutsche Untertönen wären und nicht etwa kongolesische. Wie aus einem Munde riefen beide:Akagiri Jmana", zu deutsch:Das segne ihm Gott". Aus diesen wenigen Bei­spielen erhellt, daß die in der Pflege der Mission stehenden Einge- borenen sehr wohl ein Urteil über die Vorteile und Segnungen haben, die sie der deutschen Schutzherrschaft verdanken. Die evangelischen Missio­nen haben also auH in dieser Richtung große Verdienste.

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Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 »es Urhebergesetzes nut mit bet beutlichen QuellenangabeOberhess. Ztg." gestattet.)

Marburg, 15. November.

* Universität. In der Aula der Universität fand heute mit­tag tn üblicher Weise die endgiltige Immatrikulation der Stu­dierenden des diesmaligen Wintersemesters statt. Der derzeitige Rektor Geh. Justizrat Prof. Dr. Traeger erinnerte die Studieren- , feen daran, die guten Vorsätze, eit fernen ffee hierher gekommen

unb den Beilagen:Nach Feierabend,Fürs Haus" und Landwirtschaftliche Beilage".

Sonnabend, 15. November ----- Ä7X%7«n1Ä,«.an,e' 60151,1

MA Oßü die Post 2.25 Jt (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen.2 M.

/T* frei ins Haus. Verlag von Dr. E. Hitzeroth. Druck bet Umn..

Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

| frage hat ein ungefährlicheres Aussehen bekommen, daMftalien zu kleineren Zugeständnissen an Griechenland bereit ist. Nach Er­ledigung der Arbeiten der internationalen Erenzkommission stehen dann der Thronbesteigung des Prinzen zu Wied, die kaum irgend­einen Widerspruch finden dürfte, keine Schwierigkeiten mehr ent-