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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

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DieOberhrjsijchr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post 2.25 .« (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M. frei ins Haus. Verlag von Dr. E. Hitzeroth. Druck der Unto.» Buchdruckerei Z. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Dienstag, 11 November

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 L, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

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t8. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Rundschau.

Die Zusammensetzung der Kommission für Riistungsliesernugen.

Die Verhandlungen über die Bildung einer Kommission zur Prüfung der Rüstungslieferungen für das Reichsheer und die Marine find nunmehr abgeschlofien. DerNordd. Allg. Ztg." zu­folge wird als Stellvertreter des Reichskanzlers der Staatssekretär »es Innern Staatsminister Delbrück -den Vorsitz führen, von den Refiorts werden vertreten seni das Kriegsministerium, das Reichs­marineamt, das Reichsamt des Innern, das Reichsschatzamt, das Finanzministerium, das Reichspostamt, das Ministerium für Han­del und Gewerbe und das Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Für die Auswahl der Mitglieder ist der Grundsatz maßgebend ge­wesen, daß die großen Parteien des Reichstages durch je zwei, die kleinen durch je einen Abgeordneten vertreten sein sollen. Zm Einvernehmen mit den Parteien des Reichstages find folgende Abgeordnete in die Kommission berufen: Für die Konservativen Dietrich und Graf Westarp, für die Reichspartei Schultz-Bromberg, für die wirtschaftliche Vereinigung Behrens, für das Zentrum Erzberger und Speck, für die Polen Graf Brudzoewo und Graf Mielzynski, für die Nationalliberalen Roland-Lücke und Dr. Bollert, für die fortschrittliche Volkspartei Müller-Meiningen und Liesching, für die Elsässer Hauß, für die Sozialdemokraten Roske. Die sozialdemokratische Fraktion hatte neben dem Abgeordneten Roske den Abg. Liebknecht vorgeschlagen. Der Reichskanzler hat aber wegenderprononciertenStellungdes Abg. Liebknecht, die er persönlich in der öffentlichen Erörterung der Kruppangelegenheit einnahm, Bedenken getragen, die­sem Vorschläge zu entsprechen. Der sozialdemokratischen Fraktion ist mitgeteilt worden, daß es ihr freistehe, neben Roske noch ein anderes Fraktionsmitglied für die Berufung in die Kommission vorzuschlagen. Mit Rücksicht aus besondere Sachkunde wurden u. a. weiter einberusen die Vorsitzenden des deutschen Städtetages Oberbürgermeister Körte - Königsberg i. Pr., Bürgermeister Cchwander-Straßburg i. E., aus dem Eelehrtenstande der Studien­direktor der Handelshochschule in Köln Profefior Eckert sowie die Universitätsprofessoren Eduard Rosenthal in Jena und Hermann Schumacher in Bonn. Als Vertreter der Landwirtschaft Ritter­gutsbesitzer von Rährisch auf Pruschkowa, Kr. Breslau, Wirklicher Geheimer Rat Mehnert-Dresden, als Vertreter des Handels und der Industrie der Vorsitzende des Direktoriums der Hapag Ballin, der Vorsitzende des Direktoriums des Norddeutschen Lloyd Heine­ken, der Direktor der Deutschen Bank Wirk!. Geh. Reg.-Rat Prof. Helfserich, Klempner-Obermeister Plate, Vorsitzender des deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages Hannover.

Die Aufgabe dieser Kommission wird sein, die bisherige Ent­wickelung der Grundsätze und Methoden für die Rüstungsliefer'm- gen an Heer und Marine in ihrem Zusammenhang mit der allge­meinen wirtschaftlichen Entwickelung darzulegen und die Zweck­mäßigkeit der gegenwärtigen Praxis unter vergleichender Be­trachtung ähnlicher Staats- oder privater Großbetriebe des Jn- vnd Auslandes einer Untersuchung zu unterziehen. Zu diesem Zwecke werden von der Kommission aufgrund einleitender Ver­träge allgemeineren Inhaltes nach einem im einzelnen noch festzu­fetzenden Arbeitsprogramm Sachverständige im kontradiktorischen Vorträge vernommen werden. Die Verhandlungen werden am 14. November ihren Anfang nehmen.

Eine seltsame Begebenheit

wird aus Zabern im Elsaß gemeldet. In der Kaserne des Infan­terie-Regiments Nr. 99 soll jüngst der Leutnant v. Forstner einem Rekruten gegenüber die Aeußerung getan haben, daß er für das Niederstechen einesWackes" nicht bestraft werde, er, der Leutnant gebe ihm sogar noch 10 Mark dazu und ein Unteroffizier fügte bei, auch er lege noch 3 Mark dazu. Dieses Vorkommnis, das die Mili­tärbehörde bisher weder dementiert noch richtig gestellt hat, be­sprach die Presse in schärsster Kritik und der einheimischen Bevöl­kerung bemächtigte sich einer täglich zunehmenden Aufregung, die bereits Sonnabend abend in lärmenden Kundgebungen vor dem Ofsizierskasino zum Ausdruck kam. Am Sonntag nachmit­tag gegen 3 Uhr sammelte sich vor einem Privathause in dem Leutnant v. Forstner zufällig weilte, eine wohl vierhundertköpfige Menge, die sich in Lärm und Drohungen erging, sodaß der Leutnant telephonisch um Schutz ersuchte. Er wurde dann von zwei Soldaten mit geladenen Gewehren nach seiner Privatwoh­nung geleitet. Abends gegen 8 Uhr war in der Hohbarrstraße die Menge bereits auf über tausend Köpfe angewachsen. Die Leute sprachen Verwünschungen und Drohungen aus, for­derten den Leutnant heraus und machten Miene, Lynchjustiz zu üben. Der herbeigeeilte Oberst sowie der Bürgermeister waren nicht imstande, die Menge zu beruhigen, auch Polizei und Gen­darmen blieben machtlos, sodaß schließlich die Feuerwehr aufge­boten werden mußte. Man erzählt, daß sich diese anfangs weigerte, in die Menge zu spritzen. Dann hielt sie die Strahlrohre so, daß der Wasserstrahl im Bogen niederging, wogegen die Menge sich durch Aufspannen von Regenschirmen schützte. Das Eingreifen der Feuerwehr blieb aber erfolglos, nachdem die Menge die Schläuche zer schnitten hatte. Erst eine mit gelade­nen Gewehren ausgerüstete Militärabteilung, die mehrere Verhaftungen vornahm, schaffte Ruhe und Ord­nung. Der Unteroffizier, der die oben erwähnte Aeußerung Über dieWackes" getan haben soll, wurde bei dem Auflauf erkannt. Er wurde in eine finstere Gasse gedrängt und dort auf eine un» sagbare Weise tätlich beleidigt. Militärpersonen

sind infolge der hoch gesteigerten Erregung überall Spott und Beleidigungen ausgesetzt. Einstweilen ist den Soldaten der Besuch der Wirtschaften verboten. Wie aus weiteren Mel­dungen hervorgeht, geschah die Aeußerung des Leutnants ge­legentlich einer Instruktion an die Rekruten über ihr Verhalten außerhalb der Kaserne. Sie sollten, sagte der Leutnant, jedem Streite aus dem Wege gehen. Wenn es aber nicht zu vermeiden sei, dann sollten sie auch ihren Mann stellen und feste drauflos schlagen. Für jeden erstochenenWackes" würde er, der Leutnant, 10 Mark zahlen.

Man wird erst eine hoffentlich recht bald erfolgende amtliche Aufklärung über diese peinliche Angelegenheit abwarten müssen, ehe man sich ein Urteil bilden kann. DerStraßburger Post" zu­folge wollte der Offizier mit dem WortWackes" keinen Elsässer beleidigen, wie es anscheinend allgemein aufgefaßt wurde. Mit Wackes" habe er einen Rowdy gemeint, einen heruntergekom­menen, gewalttätigen Menschen, der z. B. in Westfalen Vüttcher genannt werde. Aber auch bann war die Aeußerung des Offiziers durchaus unanZebracht und unklug.

Ausland.

* * Der Dreibund gegen eine neue Botschafterkonferenz. Rom, 10. Roo. Gegenüber einem vorgestern im PariserTemps" er­schienenen Artikel, in dem von einer neuen Botschafterkonferenz in London, welche die früheren Entscheidungen abändern könnte, die Rede ist, wird in hiesigen politischen Kreisen betont, der Dreibund werde nicht zulassen koste es, was es wolle, daß die Entscheidungen der Londoner Konferenz bett, die Grenzen Albaniens abgeändert würden. Im übrigen habe keine Regierung diese Absicht kundgetan. Es sei auch nicht wahrscheinlich, daß irgendeine Regierung Vorschläge in diesem Sinne machen werde, besonders nicht nach den Aeußerungen Ko­kowzows.

* * Guter Verlauf der griechisch-türkischen Verhandlungen. Konstantinopel, 10. Nov. Wie verlautet, befinden sich die türkisch- griechischen Verhandlungen auf gutem Wege. Der griechische Ver­treter Levidis ist von den hiesigen amtlichen Kreisen benachrichtigt worSen, daß in der Frage der Staitszugehörigkeit ein Ueberein- kommen erzielt worden sei. Bezüglich der anderen Fragen sollen versöhnlichere Dispositionen bestehen.

* * Stolze Worte Huertas. Newyork, 10. Nov. Generali Huerta hat einem Vertreter derNew Yorker Times" eine schrift­liche Darlegung seiner Politik gegeben. Darin sagt et:Die Re­gierung wird gesetzmäßig handeln, und das Gesetz verbietet mir, mich mit den Revolutionären einzulassen. Die Entscheidung, wer der künftige Präsident sein soll, liegt ausschließlich bei dem Kon­greß. Carranza stehe außerhalb des Gesetzes. Außer Covarrubia verdiene niemand das Vertrauen der Regierung. Ich habe n i e daran gedacht, abzudanken, zumal niemand da ist, in dessen Hände ich meine Abdankung legen könnte. Eine National­versammlung ist im Augenblick nicht vorhanden, und wenn ich zurllcktretan würde, so würde ich von dem Posten, auf den ich gestellt worden bin, desertieren." Ein entscheidender Sieg der Regierungstruppen wird aus Chihuahua gemeldet. Die Aufstän­dischen sollen schwere Verluste erlitten haben.

* * Das Kongodefizit. Brüssel, 10. Nov. Alle Zeitungen be­sprechen das riesige Kongodefizit, das 33 Millionen für 1913 be­trägt und einen äußerst peinlichen Eindruck hervorgerufen hat. Vielfach taucht der Gedanke eines Verkaufs der Kongo­kolonie auf, da für 1914 50 Millionen Defizit erwartet werden.

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Ankündigung neuer englischer Rüstungen.

London, 10. Nov. Auf dem Lordmayors-Festmahl in der Guildhall sagte der Marineminister Churchill in Erwiderung auf einen Trinkspruch auf das Heer und die Marine, die britische Marine werde im nächsten Kriege 150000 Seeleute und Marinesoldaten zählen, eine Stärke, die zum ersten Male die größte Zahl der Mannschaften übertreffe, die während der napoleonischen Kriege aufgebracht wurden. Diese unvergleichliche Macht sei zweimal so stark als diejenige der nächst- stärksten Seemacht, und, was die Dauer der Dienstzeit der Ausbildung tetreffe, drei- ober viermal so stark. Churchill fuhr bann fort:Wir kommen heute abenb hier unter Verhältnissen zusammen, bie vo«i einer Gefahr für ben Frieden Europas ferner sind, als es bei den früheren Gelegenheiten der Fall war. Unsere Seemacht hat feit den beiden früheren Gelegenheiten, bei denen wir hier zusammenkamen, eine größere Entwicklung genommen, sowohl tatsächlich als relativ. Sie dürfen jedoch nicht an- nehmen, daß gegenwärtig ein Nachlassen unserer Bemühungen möglich ist, noch dürfen Sie glauben, daß eine Verminderung der Lasten, die wir tragen, und die jedes andere Land außer uns er­drücken würden, in unmittelbarer Zukunft wahrscheinlich ist. Die starke und ungebrochene

Entwickelung der deutschen Marine und der Umstand, daß viele große und kleine Mächte auf der ganzen Welt gleichzeitig große moderne Kriegsschiffe bauen, wer­den zweifellos von uns Ausgaben und Anstrengungen verlangen, bie größer finb, als wir sie uns jemals seither in Friebenszeiten .auferlegt haben. Im nächsten Jahre wirb es meine Pflicht fein, falls ich noch weiterhin für biefes wichtige Amt veranthortlich bin, Vorschläge zu unterbreiten, bi« wesentlich höher find, als die un­geheure Summe, die ursprünglich im gegenwärtigen Jahre be­willigt wurde. Die Regierung wirb gerne jebe günstige Gelegen­heit ergreifen, um ben Wettbewerb in den Marine- und Heeres- rüstungen zu vermindern, die unheilvoll und ein Borwurf für da»

moderne Europa sind: aber was notwendig ist, muß ge« tan werden, und wir werden keinen Augenblick zögern, uns frank und frei um Bewilligung von Mannschaften und Gelder» an das Parlament zu wenden. Während wir unsere Ueberlegen» heit an Linienschiffen wirksam aufrecht erhalten, ist unser Unter­seedienst über zweimal so stark, als der der nächststärksten See» wacht. Das ist ein llebergewicht, welches wir nicht verliere» können, weil die Unterseeboote nur in geübten Händen nach langer Erfahrung von Nutzen find: und wir haben in den letzte» zehn Jahren ein Personal von über 3000 Offizieren und Mann, schäften geschaffen, die, wie wir glauben, Meister bei Kriegsführung mit Unterseebooten sind. Selbst in den Regionen der Luft hat die britische Marine den Wettbewerb keiner anderen Marine zu fürchten. Die britische Marine hat hierin einen Punkt des Fortschrittes »erreicht, der allem vor­aus ist, was anderwärts erreicht worden ist. Dies ist jedoch nicht genug. Die dauernde Sicherheit dieses Landes kann nicht durch Waffengewalt aufrecht erhalten werden, wenn wir nicht imstande sind, uns zur ersten Nation auf bem ganzen Gebiet« ber Luftschiffahrtsentwicklung zu machen. Di« wirb eine Aufgabe von langer Dauer fein. Anbere Länder habe« bamit früher begonnen. Das angeborene Genie ber Franzosen, bie unbezwingbare Ausbauer der Deutschen,

haben aus diesem Gebiete Ergebnisse gezeitigt, denen wir gegen­wärtig nicht gleichkommen können. Um eine Stellung zu er­langen, wie sie notwendig ist, werden bas Kriegsministerium und bie Abmiralität auf bas engste zusammenarbeiten müssen, wie fit es jetzt bereits tun. Um btefe Stellung zu erreichen, müssen sie fich entschließen, Jahr für Jahr ihr Gelb aufzuwenben unb Monat für Monat kostbare Menschenleben zu opfern. Sobann werben wir zweifellos im Luftkriege jene Vollenbung erreichen, di« nicht nur für die Seestörke, sondern auch für die Sicherheit bet Nation unentbehrlich ist. (Lauter Beifall.)

Lloyd George hält es bekanntlich dagegen für besser, die für die Rüstungen aufgeroenbeten Gelder in bie Norbsee zu werfen. Er wirb seine Ansicht vermutlich noch korrigieren.

Kongresse und Tagungen.

Haus- und Grundbesitzer-Tag.

Berlin, 10. Nov. Der Preußische Landesverband der Haus- und Grundbesitzer-Vereine, der gegenwärtig über 106 000 Mitglieder zählt, trat unter äußerst zahlreicher Beteiligung im Rathause zu Berlin zu seinem 17. Verbandstag zusammen. Zum ersten Beratungsgegenstand, dem Kommunalabgabengesetz, betonte der Referent Justizrat Dr. Friedländer, daß der Haus- und Grundbesitz besonderen Wert darauf legen müsse, daß die Einnahmequellen der Gemeinden möglichst aus­genutzt werden, um die steuerliche Belastung des Haus- und Grund­besitzes erträglich zu machen. Das Hauptthema lautete:

Der preußische Wohnungsgesetz-Entwurf.

Der erste Referent, Justizrat Dr. Riemann (Breslau), schlug folgende Entschließung vor, die Annahme fand:Der preußische Landesverband der Haus- und Grundbesitzer-Vereine erachtet ein Umlegeverfahren für Baulasten als zweckmäßig und notwendig. Der Prozentsatz des Lan­des, der aus der Umlegungsmasse unentgeltlich für öffentliche Wege und Plätze herzugeben ist, muß durch Gesetz seinem Höchstbetrage nach einheitlich bestimmt werden. Mit der Durchführung der Umlegung find die Eeneralkommissionen unter Zuziehung von Mitgliedern der Gemeindevertretung zu betrauen." Hierauf stellte als Referent zn dem ThemaW e r t z u w a ch s st e u e r" Reichstags- und Landtags- abgeordneter Dr. Arendt eine Reihe von Leitsätzen auf, in denen di« besondere Zuwachsbesteuerung des Grundes und Bodens durch Staat oder Gemeinden als eine ungerechte Belastung des Hausbesitz« abgelehnt oder wenigstens nur ben Gemeinden ober den Kreisen jnge» ' standen wird. In der sich anschließenden längeren Diskussion schlug Justizrat Dr. Baumert einen Zusatz vor, wonach bei Subhastationen weder Zuwachs- noch Umsatzsteuer erhoben werden soll. Die Leitsätze wurden samt diesem Zusatzantrag angenommen. In der fortgesetzten Besprechung des Wohnungsgesetzentwurfes behandelte Rechtsanwalt Walther das Bau- und Fluchtlinien-Eefetz. Er verlangte, daß durch das Gesetz näher festgelegt werde, in welchen Fällen der Anspruch des Grundbesitzers auf Einbeziehung feines Grundstückes in den Fluchtlinienplan von der Gemeinde zurückgewiefen werden darf. Ferner forderte er die Einführung von Baulastenbüchern. Der Kor­referent Dr. meb. Schiele (Naumburg a. S.) sprach überW 0 h - nungsorbnung unb Wohnungspflege". Er betonte, daß eine gesetzliche Festlegung von Mindestluft- oder Mindestflächenraum zu unnötigen Härten führe. Justizrat Dr. Baumert trat ben Ausfüh­rungen der beiden Referenten bei und beantragte, den Vorstand zu be­auftragen, den gesetzgebenden Körperschaften die Wünsche der Haus- und Grundbesitzer zu unterbreiten. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

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Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urhebergesetzes nur mit der deutlichen QuellenangabeOberhess. Ztg." gestattet.) ;

Marburg, 11. November.

* Stadtverordnetenwahlen. Morgen, Mittwoch nachmittag von 58 Uhr, finden in der Aula der Elisabethschule die Stabt» verorbnetenwahlen in ber brüten Abteilung statt. Im großen unb ganzen haben bie verschiebenen Vereinigungen, wie aus bem heutigen Inseratenteil ersichtlich ist, bie vier ausscheibenben seit­herigen Stabtverorbneten, nämlich bie Herren Stroinsky, Becker, Erbenberger unb Eckharbt, wieber auf gestellt. Nur zwei Vor­schläge enthalten anbere Namen, nämlich ben Gastwirt Hilbeman» unb ben Schreinermeister Werner. Die Herren, bie von der sozial» bemokratischen Partei ausgestellt finb, haben wir bereits mit», geteilt. Di« Wahlen für bie zweite Abteilung finben am Don­nerstag von 35 Uhr unb die für die erste Abteilung »0» 67 Uhr nachmittags im Rathaussaale statt. Reu vorgefchlage» DM