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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen: »Nach Feierabend",Fürs Saus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

M 261

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durä» die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeltungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der llnio.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. L. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

TonmiAag. 6. November

Der Anzeigenpreis beträgt sür die 7gejpalten« Zeile oder deren Raum 15 -3, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 j. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

18. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Äönig Mio Hl- oon Sonern.

Die Proklamation des Königs Ludwig III. hat folgenden Wortlaut:

Ludwig III. von Gottes Gnaden König von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern, Franken und Schwa» den usw. Bayerns Herrscherhaus und Volk empfinden feit mehr als 27 Jahren mit tiefer Betrübnis, daß Seine Majestät König Otto durch schwere Krankheit an der Regierung verhindert ist. Die Art des Leidens, von dem unser vielgeliebter Herr Vetter feit vielen Jahren befallen ist, schließt jede Möglichkeit einer Besserung aus. Die ernste Sorge um das Wohl des Landes hat^ uns zu dem schweren Entschluß bestimmt, auf Grund der Verfas­sung die Regentschaft für beendigt und den Thron als er» l e d i g t zu erklären. Hiermit ist die Thronfolge eröffnet und die Krone des Königreichs Bayern uns als dem Nächstberufenen nach dem Rechte der Erstgeburt und der agnatisch-linearischen Erbfolge zugefallen. Wir haben daher als König die Re­gierung des Landes angetreten und von dem uns von Gottes Gnaden zukommenden Königlichen Rechte vollen Besitz ergriffen. Den in der Verfassungsurkunde bestimmten Eid werden wir in Gegenwart der Staatsminister, der Mitglieder des Staatsrates und der Abordnung der beiden Kammern des Landtags alsbald leisten.

Von dem verfassungsmäßigen Rechte, die während der Reichsverwesung vollzogenen Besetzungen erledigter Aemter zu widerrufen, machen wir keinen Gebrauch, vielmehr verleihen wir allen Ernennungen von Beamten während der Regentschaft hiermit unsere königliche Bestätigung. Wir verordnen, daß sämtliche Stellen und Behörden im Königreich die amtlichen Bescheide von nun an in unserem königlichen Namen ausfertigen und halten uns gerne versichert, daß unsere Beamten getreulich " wie bisher ihre Aufgaben wahrnehmen werden. Unserem Heere entbieten wir unseren königlichen Gruß in der festen Ueberzeu- gung, daß es in unerschütterlicher Treue und erprobter Tapferkeit allezeit zu seinem ober st en Kriegsherrn stehen wird. Zu allen Angehörigen un­seres Erblandes vertrauen wir, daß sie uns in unwandelbarer Treue anhängen und alle Pflichten gegen uns als ihren recht­mäßig angestammten Landesherrn und von Gott gesetzten König erfüllen, wogegen wir sie unserer huldvollen Gesinnung ver­sichern. Das bayrische Volk hat von jeher seinem Königshause, das mit ihm durch ein geheiligtes Treueverhältnis verbunden ist, hingebende Anhänglichkeit bewiesen. Wir erblicken darin eine sichere Gewähr, daß die Liebe des Volkes, die wir als ein kostbares Kleinod von unseren Vorfahren überkommen haben, auch fernerhin unser Wirken geleiten werde, das auf das Wohl des geliebten Vaterlandes, auf fein Blühen und Gedeihen ge­richtet ist. In gläubigem Aufblick zu Gott, besten gnädige Hand Bayern bisher geführt hat, erflehen wir des Allmächtigen Segen und Beistand.

Gegeben in unserer Haupt- und Residenzstadt München den 5. November 1913. Ludwig."

In der Kammer der Abgeordneten

gab gestern vormittag der Präsident v. Orterer den Abgeordneten, die, ausgenommen die Sozialdemokraten, vollzählig erschienen waren, die Proklamation des Königs Ludwig III. bekannt, deren Verlesung stehend angehört wurde. Der Präsident brachte ein be­geistert aufgenommenes Hoch auf den neuen König aus, worauf die Sitzung geschlosten wurde. Während der Verlesung der Prokla­mation in der Kammer der Abgeordneten wurde diese auch in den Straßen von München angeschlagen. Auf der Residenz wurde alsbald die königliche Standarte aufgezogen.

König Ludwig hat an sämtliche deutschen Bundesfürsten tele­graphisch die Annahme der neuen Würde bekanntgegeben. Ebenso hat die bayrische Staatsregierung sämtliche auswärtigen Regie­rungen die Thronbesteigung des Königs notifiziert. Die Gemahlin König Ludwigs III. von Bayern, Maria Theresia, wird die erste katholische bayrische Königin sein.

Der Huldigungsakt

im Thronsaal der Residenz findet am Mittwoch, den 12. November, statt. Die beiden städtischen Kollegien huldigten abends in einer Festsitzung König Ludwig. Die Festrede, die stehend angehört wurde, hielt Oberbürgermeister v. Vorscht, der das Sehnen des Volkes nach einer Aenderung des bisherigen unhaltbaren Zu­standes hervorhob. Er gedachte des Prinzregenten Luitpold, der sich gegen eine Aenderung ablehnend verhielt. Die Stellung und das Ansehen Bayerns, des zweitgrößten Bundesstaates, werde da­durch gehoben, daß es wirklich das Reich eines die Regierung kraft­voll führenden Königs sei.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt zur Thronbesteigung König Ludwigs III. von Bayern: In ganz Deutschland nimmt man an den jüngsten Ereignissen in Bayern herzlichen Anteil, umschlingt doch alle deutsche Stämme, unbeschadet der Besonderheiten, das Eemeingefühl enger Zu­sammengehörigkeit, durch das für Freude und Leid, die den ein­zelnen Teilen widerfahren, im Volksganzen lebhafter Widerhall "geweckt wird. Bei der Thronbesteigung König Ludwigs III. steht "ts unserem Volke abermals vor den Augen, ein wie lebhaftes und ^verständnisvolle Interests für die der Nation am Herzen liegenden Fragen er von jeher durch Wort und Tat bewiesen hat. Kunst und Wissenschaft, nicht minder aber wirtschaftliche Bestrebungen, die für Bayern oder für das Reich von Bedeutung sind, fanden

in diesem Sproßen des erlauchten Hauses der Wittelsbacher jeder­zeit einen warmherzigen Förderer. Aus den zahlreichen Kund­gebungen des Regenten sprach fester deutscher Sinn, echt monarchisches Pflichtgefühl, unverbrüchliches Fe st halten am Reichsgedanken und Entschlossenheit, an der Entfaltung der nationalen Kräfte zu wachsender Geltung in bewährter Treue mitzuwirken. Das erprobte freundschaftliche Verhältnis zwischen Hohenzollern und Wittelsbachern befindet sich bei König Lud­wig III. in sicherer Hut und wird in der Zukunft wie in der Ver­gangenheit zu den Gütern gehören, die die Grundlage eines natio­nalen Gedeihens bilden."

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Deutsches Reich.

Der König der Belgier in Deutschland. Potsdam, 5. Nov. Nach Besichtigung seines Dragonerregiments Nr. 16 in Lüneburg traf der König der Belgier heute nachmittag zum Besuch des Kaiserpaares in Wildpark ein. Der Kaiser empfing den König an der Station und geleitete ihn im Automobil zum Neuen Palais, wo der König in den Roten Kammern Wohnung nahm. Alsbald nach der Ankunft nahmen der Kaiser und der König den Tee bei der Kaiserin. Abends fand im kleinen Kreise Tafel statt.

Wieder ein erfundenes Kaiserwort. Berlin, 5. Nov. Die Nordd. Allg. Ztg." schreibt:Nach Meldungen deutscher Blätter will dieNowoje Wremja" wissen, daß Kaiser Wilhelm einem sehr angesehenen Rusten gesagt habe, er glaube an solche rituellen Verbrechen, wie das Kiewer; auch in Deutschland habe es einen Fall von einem solch fanatischen Verbrechen gegeben, aber aus politischen Gründen sei die Sache vertuscht worden. Wir wollen ausdrücklich feststellen, daß die angeblichen kaiserlichen Aeußerun» gen erfunden sind."

Der Opernhausneubau in Berlin. Berlin, 5. Nov. Der Kaiser nahm heute vormittag die Skizzen von dem Opernhaus­neubau entgegen, wobei der Geh. Baurat Hoffmann und andere anwesend waren. Der Kaiser nahm von den Vorschlägen Kennt­nis und erklärte sich mit der weiteren Bearbeitung des Entwurfs auf der so gewonnenen Grundlage einverstanden. Der Entwurf und der Kostenanschlag werden so gefordert, daß sie dem Landtag mit dem Etat, der die erste Rat für den Neubau enthalten soll, vorgelegt werden können. Später empfing der Kaiser in An­wesenheit des Kultusministers den Bischof von Münster, Poggen­burg, der dann zur Frühstückstafel gezogen wurde.

Die Nationalspende für die christlichen Missionen. Berlin, 4. Nov. Der Kaiser hat jetzt die Verteilung der ihm zum Regie­rungsjubiläum dargebrachten Nationalspende zugunsten der christ­lichen Missionen in den deutschen Kolonien und Schutzgebieten vor­genommen. Sie hat auf evangelischer Seite den stattlichen Betrag von 31/2 Millionen Mark erbracht. Die Missionsgesellschaften er­halten insgesamt einen Betrag von 2 825 000 M. Eine Reihe von Einrichtungen, die allen oder mehreren Missionsgesellschaften dienen, ist insgesamt mit 175 000 M bedacht worden. Die Beträge für die Missionsgesellschaften sind zu 80 Prozent nach der Kopfzahl ihrer Berufsarbeiter, zu 20 Prozent nach der Zahl ihrer Schulen und Schüler in den deutschen Kolonien und Schutzgebieten zu­geteilt. Daneben sind an sie Zuwendungen für ihre ärztliche Tätigkeit gemacht worden. Die besondere Notlage einzelner Mis- sionsgesellschasten, namentlich der Berliner, ist durch entsprechend« Erhöhung berücksichtigt worden.

Eine Erklärung des Deutschen Handwerks- und Eewerbe- kammertages. Berlin, 5. Nov. Gegenüber den fortlaufenden Be­richten der Presse über den angeblich erfolgten Zusammenschluß der drei schaffenden Stände Industrie, Landwirtschaft und Handwerk zurGemeinschaftsarbeit" stellt der geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Handwerks- und Eewerbekammertages fest, daß bisher die g e s etz l i ch e n Interessenvertretungen dieser drei Stände, der Deutsche Handelstag, der Deutsche Landwirtschastsrat und der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag, zu dieser Frage offiziell überhaupt noch nicht Stellung genommen haben. Zur Sache selbst würde der geschäftsführende Ausschuß des Deut- chen Handwerks- und Eewerbekammertages eine Arbeit der be­rufenen Interessenvertretungen der drei schaffenden Stände, die je unter vollster Wahrung der eigenen Selbständigkeit von dem Streben nach gemeinsamer Verständigung und gegenseitiger Rück­sichtnahme auf die Interessen der einzelnen Gruppen getragen ist, in der Erwartung begrüßen, daß die berechtigten Interessen des deutschen Handwerks und seiner Arbeit auch bei den anderen Be­rufsgruppen ein gleiches Verständnis und gleiche Rücksicht finden.

Diewahre" Ursache des Geburtenrückgangs. Berlin, 5. Nov. Der Oberverwaltungsgerichtsrat a. D. Dr. v. Horn hat in einem Berichte über die Oftmarkenfrage auch das Bevölkerungs- problem in den östlichen Provinzen besprochen und dabei u. a. ausgeführt:

Hauptsächlich ist an der Verminderung der Geburten di« unaus- geseA zunehmende Lebensverteuerung schuld, die es allen Klassen der Bevölkerung mit Ausnahme der reichsten und der ärmsten erschwert oder unmöglich macht, ein« größere Zahl von Kindern ihrem der Eltern Stand« entsprechend zu erziehen. Da nichts geschieht, um die allgemein« Lebensverteuerung, die übrigens nicht durch die Landwirtschaft herbeigesührt ist, planmäßig in ihrer gan­zen Ausdehnung zu bekämpfen, so ist nicht zu hoffen, daß sich die Ge­burtenziffer der deutschen Bevölkerung wieder in nennenswertem Maß« heben wird."

DasB. T." hält diese Ansicht zwar für richttg, also auch die, da die Lebensverteuerung nicht durch die Landwirtschaft herbei­geführt werd«, erblickt aber doch gleichzeittg in den Worten des Herrn v. Horm eine Verurteilung deragrarischen Schutzzoll» Politik". Unbefangene Les«r dürften das nicht herauslesen.

Versehentliche Erenzüberschreitung deutscher Truppe« bei Retz. Metz, 5. Nov. Französische Blätter melden eine Erenzüber­

schreitung deutscher Truppen bei Arnaville. Dazu verlautet von zuständiger Stelle: Es handelt sich lediglich um einen Zug Reser» visten, die hier vollkommen fremd sind und von einem jungen Offizier geführt wurden, der ebenfalls hier völlig fremd war. Die Leute hatten heute früh in der Dunkelheit bei Noveant das Grenz» zeichen übersehen und waren eine kurze Strecke auf französisches Gebiet gelangt. Sobald sie jedoch bemerkten, daß sie sich auf fran» zöstschen Boden befanden, machten sie sogleich Kehrt und gingen sofort auf deutsches Gebiet zurück. Sie find nur einige hundert Meter auf ftanzösischen Boden gelangt. Etwas mehr Vorsicht wäre doch geboten. Dann sind solche wiederholt vorgekommene« Fälle leicht zu vermeiden.

Der Souvenir Alsacien-Lorrain ein politischer Verein. Metz, 5. Nov. Der Vorsitzende Jean des aufgelösten Vereins Sou» venir Alsacien-Lorrain hatte seinerzeit ein Strafmandat von 20 M erhalten, weil er sich weigerte, der Behörde die Mitglieder« liste des Vereins vorzulegen, den die Behörde für einen politischen erachtete. Das Schöffengericht hatte Jean freigesprochen, da das Beweismaterial nicht ausreichte, um den Verein für einen poli­tischen zu erklären. Der Staatsanwalt legte dagegen Berufung ein. Die Strafkammer hob das Urteil des Schöffengerichts auf und verurteilte Jean zu 50 M Geldstrafe event. 10 Tagen Haft. Das Gericht kam auf Grund der Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung, daß der Verein ein politischer sei und daher di« Statuten und das Mitgliederverzeichnis hab« einreichen müssen.

Entmiindgiung des Herrenreiters Elans v. Bulach. Straß» bürg, 4. Nov. Wie von zuverlässiger Seite verlautet, hat der Staatssekretär Frhr. Zorn v. Bulach gegen seinen ältesten Sohn, den Herrenreiter Claus v. Bulach, das Entmündigungsverfahren wegen Verschwendungssucht beantragt. Der Antragsteller bittet, den Landtagsabgeordneten Landgerichtsrat Dr. Vonderscheer, ehe» maligen Reichstagsabgeordneten der Zentrumspartei, zum Vor» mund zu ernennen. Die Verschwendungssucht des jungen Bulach soll nicht der einzige Grund für diesen Anttag sein. Claus v. Bu­lach war in den Jahren, seit sein Vater den Staatssekretärposten von Elsaß-Lothringen einnimmt, schon mehrfach Gegenstand der ErörtKüWM "von peinlichen Vorkommnissen mit polittschem Hintergrund.

Ausland.

Stnrmszenen im ungarischen Abgeordnetenhaus Budapest, 5. Nov. Im Abgeordnetenhaus« verlas gestern Apponyi «ine Er­klärung sämtlicher Fraktionen der Oppositton, in der gesagt wird, daß die Opposition in diesem Parlament, in der eine mit militärischer Ge­walt ausgerüstet« Parlamentswache die Redefreiheit verletze, an den Verhandlungen zwar grundsätzlich nicht teilnehmen könne, mit Rücksicht jedoch darauf, daß hier «in förmlicher Feldzug gegen sämtliche Ver­fassungsgarantien eröffnet werde und die auf der Tagesordnung stehende Vorlage über die Reform des Schwurgerichts, welche die Geschworenen- institution in unverhüllter Form aufhebe und hervorragende Ver- fassungsgarantten vernichten wolle, wolle die Opposition unter Wah­rung ihres grundsätzlichen Standpunktes ihre Stimme bei der Beratung der Vorlage erheben. Gegen Schluß der Sitzung entstand großer Tumult, weil bei der Festsetzung der Tagesordnung der oppositionelle Abgeord- nete Lovaszy di« Bestechungsaffäre zur Sprache brachte und ttotz wieder­holter Mahnungen des Präsidenten auf die Abschweifung vom Gegen­stände nicht verzichtete, sich auch in Schmähungen gegen die Majorität erging. Nach wiederholten Mahnungen des Präsidenten wurde die Sitz­ung aufgehoben. Die Parlamentswache erschien im Saale, um di« hauptsächlichen Ruhestörer, die Abgeordneten Lovaszy und Abraham Johann Just zu entfernen, jedoch verließen auch sämtliche Mitglieder der Opposition den Beratungssaal. Auch heute veranstaltete die Opposition im Zusammenhang mit der Spielbankangelegenheit Lärmszenen.

* * Bedenklicher Offiziersmangel in der französischen Marine. Patts, 5. Nov. Der Marineminister erklärt in einem Rundschreiben an di« Seepräfekten und Kommandeure, daß infolge des zunehmenden Mangels an Marineoffizieren die Zahl der Offiziere in den einzelnen Dienst- zweigen auf das unumgänglich notwendige Maß herabgesetzt werden müsse. Demnach wird die Zahl der Schiffsosfiziere auf den Dreadnougth, auf 6, auf den Panzerschiffen vom Dantontyp und auf den Kreuzern vom Edgar Guinet-Typ auf 5, und auf den Kreuzern vom Conde-Typ auf 4 vermindert. Auf den anderen Schiffen werden die Schiffsleutnants durch S-biffsfähnriche und diese durch Unteroffiziere ersetzt. Ein ord- nungsmiißiger Dienst wird sich auf diese Weise nur sehr schwer aufrecht­erhalten lassen.

* Die griechisch« Antwort. Athen, 5. Nov. Die Antwortnote der griechischen Regierung auf die Note Italiens und Oesterreich-Ungarn» erhebt in Erwiderung des Vorwurfs, Griechenland schüchtere di« Be­völkerung der besetzten Gebiet« ein und intrigiere gegen die Arbeit der internationalen Erenzkommission für Südalbanien, die Anklage eine» parteiischen und inkorretten Vorgehens gegen einige Mitglieder der Kommission und ihr« Begleitung. Schließlich lehnt die griechische Re­gierung jede Verantwortlichkeit ab, falls die Arbeiten der Kommission nicht bis zum 30. November beendigt sind. Befriedigend ist diese And« wott nicht. v

* * Die städtischen Wahlen in Newyork. Newyork, 5. Nov. Bei den gestrigen städtischen Wahlen siegten die Kandidaten der Fuponspartei,. was die Niederlage Tamany Halls bedeut«. Mitfchel wurde mit einet Mehrheit von 100 000 Simmen zum Bürgermeister gewählt.

* * Entweder oder in Mexiko. Mexiko, 5. Nov. Obwohl die Re-, gierung in Washington Huerta kein« genaue Formulierung ihrer Wünsch« unerbreitete, wird doch «rklätt, daß di« Einsetzung einer provisorische« Regierung von Wilson und Bryan als mögliche Lösung betrachtet wird. In diesem Falle würden die Aufständischen in der Kommission, welch« die Regierung vorläufig übernehmen würde, in starker Mitgliederzahl vertreten sein. Gestern abend fand im Palast eine Unterredung be­treffend di« von Washington gestellte Forderung des Rückttittes Huertas. Huetta beharrte jedoch in zurückhaltender Verschlossenheit. Das Me­morandum besagt: Wenn Huerta nicht unverzüglich zurücktritt und sich darnach der Leitung der Geschäfte und der Bildung der neuen 1 Regierung enthält, wird Wilson ein Ultimatum ktellen. Die Ableh- 1 nung diese» Ultimatum» würde WUj-n veranlasse», n den Kongretz