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Ans anderen Blättern.

Der Sonderberichterstatter betKöln. Zeitg.- schreibt über Me inttntatiimale Besatzung von Skulatt, im besonderen über die kleine Abteilung deutscher Seesoldaten:

Ganze 105 Mann zählt die deutsche Truppenabteilung, die in Skutari an der Seite der übrigen Abteilungen den Willen der fünf Großmächte verkörpern soll, daß ein selbstherrliches Albanien unter ihrem Schutz erstehen wird. Reben den 105 Deutschen stehen in Skutari 1000 Oester reicher, 1000 Italiener, 400 Engländer und 350 Franzosen. Diese etwa 3000 Mann europäischer Besatzung haben der Stadt einen Stempel aufgedrückt, der eine gewisse Wiederholung der Derhältniste darstellt, wie fie gelegentlich der China-Expedition durch die Verwaltung der besetzten Städte Tientsin und Peking geschaffen wurden, natürlich en miniature. Die Stadt ist in eine Anzahl von Bezirken geteilt. Die einzelnen Truppenabteilungen haben für die Ordnung der ihnen über­wiesenen Gegend durch Posten- und Patrouillendienst zu sorgen. Alle öffentlichen Gebäude find zu Kasernen für die Mannschaften, zu Offi- zierswohnhäusern und Messen umgewandelt. Damit auch di« Nachwelt das internationale Regiment in der Erinnerung behalte, wurden bei Reubenennung der Straßen (deren Namen im Orient ja meist unsicher undschwankend find), österreichische, italienische, französische, englische uni) deutsche Bezeichnungen eingeführt, die man alle 500 Schritt an di« Häuserwände angepinfelt sieht. So gibt es heute in Skutari neben einer Rue Franz Ferdinand, King Edward VII., Dante, Viktor Hugo eine Rue Breslau, Eoeben, Moltke, Viktoria Louise. Das deutsche Viertel umfaßt den lebhaftesten Teil der Stadt, nämlich di« breit«, die christlichen und mohammedanischen Quartiere trennende ftühere Fuscha tschels, die heute zur Rue Internationale umgetauft worden ist. Am Ostende dieses Straßenzuges steht das Gebäude, das zur Kaserne für die deutschen Mannschaften eingerichtet wurde. Es ist nicht gerade sehr geräumig wegen der Enge der Schlafsäle sind die Bordhänge- matten in Gebrauch genommen, aber es hat den Vorteil, verhältnis­mäßig sauber außen und innen und durch einen großen Hof umfriedet zu sein. Recht klein ist zwar die Schar unserer braven Soldaten in Skutari. Das hat aber nicht gehindert, daß sie bald von Eingeborenen und Fremden wegen ihres Aussehens und ihrer Haltung lebhafte An- erkennung erfuhren. Es find alles stramme, hochgewachsene Jungen, deren gesundes, blühendes Aussehen neben den Mannschaften der übri­gen Nationen vorteilhaft auffält. Besondere Bewunderung erweckte der deutsche Schritt, sobald eine Patrouille einen vorüber, gehenden Offizier grüßt. Mit Vorliebe üben seither unter dem Kom­mandoAugen links" die albanischen Straßenjungen das Beindurch- drücken und Aufklopfen der Füße auf das Pflaster. Hinsichtlich ihrer Löhnung sind di« Leute übel gestellt. Als fi« hinausgingen, hofften sie. ähnlich wie es bei der China-Expedition geschah, eine be­deutende Erhöhung der Löhnung zu erhalten. In dieser Hoffnung aber gingen sie fehl. Sie empfangen in Skutari nur di« in der Heimat ihnen zukommende Löhnung von 22 4, und dazu den Zuschlag, der üblich ist, wenn fie an Bord eines Kriegsschiffes sich befinden. Das find volle 13 4. Ganze 35 4 täglich hat also der Mann für seine gesamten persönlichen Bedürfnisse zur Verfügung in einer Stadt, wo nach der Belagerung alle Preise gewaltig in die Höhe gingen und eine > einzige Flasche Bier 70 4 kostet, also das Doppelte der Tageslöhnung. > Solche Reichtümer machen es den Mannschaften nicht gut möglich, an Urlaubstagen sich groß« Eenüsie zu gestatten. Das hat sicher sein« gute Seiten, führte aber auch zu Mißstimmungen. Diese treten hier um so mehr auf, als Oesterreicher, Italiener, Engländer erheblich besser 'gestellt sind. Di« Unteroffizier« und Mannschaften dieser Nationen ! beziehen in Skutari das Doppelte und Dreifache der Löhnung. Be- sonders unangenehm empfinden es die deutschen Seesoldaten, infolge ihrer unzureichenden Mittel keinen Verkehr mit den übrigen Truppen pflegen zu können, die imstande sind, sich auch einmal einen lustigen Abend zu gönnen. Das deutsche Marineamt hat ohne Zweifel wichtige Gründe, wenn es die Unkosten der Besatzung von Skutari mit verfüg- .baren etatsmäßigen Mitteln bestreiten will. Die Aufwendung größerer außeretatsmäßigen Summen würde der nachträglichen Bewilligung durch den Reichstag bedürfen, was, wie Admiral Tirpitz vielleicht be­sorgt, unnötige politische Erörterungen heraufbeschwört. So löblich 'M« Absicht des Marineamts auch ist, außer einer billigen Beriickfich-

igung der Sag« unserer Mannschaften find anch Reichsinteresten ht Be­tracht zu ziehen. Eine derartig« Sparsamkeit wird hier draußen nicht zugunsten der deutschen Machtstellung gedeutet! Und mit den Mitteln unserer Nation ist es wohl nicht so armselig bestellt, daß man nicht den hundert Mann in Skutari 1,15 <* täglich, statt 35 4 bewilligen könnte!"

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Vermischtes-

Ein Bittgesuch an den Fürsten Blücher. Mr lesen in derKöln. ZtgAtterunüberwindlicher Feldmarschall! General! Herr General Vorwärts Exzellenz! Liebwerthester Herr Blücher! Verzeihen Sie, Exzellenz, liebwerthester Herr Blücher, General vorwärts, daß ich als unzeitige Geburt es wage, an Sie zu schreiben, aber ich kann mir nicht helfen, es ist wegen meinem Trau-zott; ich bitte Sie um alles in der Welt, liebster Herr Blücher, Exzellenz General vorwärts, was ist das für eine infame Confustion mit dem Feldpostamt, ich habe meinem Traugott, bey den Garde Jägern, er kennt Ewr Exzellenz vorwärts, genau und gut, schon zwey mahl Zulage geschickt, aber er hat nichts be­kommen. Ich bitte Ewr Exzellenz demüthigst, corrigiren Sie die Kerls doch einmahl, aber nach alter Preuß. Manier, Sie verstehen schon, wie ichs mein, das wird gewiß helfen, denn es ist um die Schwernoth zu kriegen, wenn man den Kindern, di« fürs Vaterland streiten, was schickt, und sie nichts bekommen. Ewr Exzellenz werden den Kerls doch wohl ein Donnerwetter auf den Hals schicken, deshalb habe ich es Ihnen ge­schrieben, denn ich weiß schon, daß mit dem alten nicht viel zu spasten ist. Ewr Exzellenz unüberwindlicher Feldmarschall, General vorwärts ge­nannt, liebwerthester Herr Blücher, ich verbleibe Ihr unterthänigster Schornsteinfeger Matthias Keller zu Schweidenitz 1815. NB. Wenn Eie meinen Traugott sehen, so bitte ich Ihn unbeschwert zu grüßen, aber schenken Sie ihm nichts, denn ich habe ihn immer zur Ordnung an­gehalten. Na, adjeu." Das Original dieses Bittgesuches befindet sich im Besitz des Gastwirts Kühnbaum (Deutsches Haus") in Garz an der Oder. Der Großonkel des Kühnbaum war Adjutant des Fürsten Blücher, und atif diese Weise ist der Brief in der Familie vererbt worden.

Schönfärberei.Misten Sie, Herr Profestor, meine einzige Leiden­schaft ist das Malen."Ach, das hab« ich der gnädigen Frau als Phystognomiker sofort vom Gesicht abgelesen."

Mitteilulmen one dem Leserkreise Unter dieser Rubrik veröffentlicht die Redaktion Stimmen aus ihrem Leserkreis. Für die hierin ausgesprochenen Anfichten und Tendenzen übernimmt die Redaktion (außer der preßgesetzlichen) keine Verant- wortung, diese bleibt vielmehr dem Einsender überlasten.

Bezugnehmend auf die Abhandlungen hiesiger Bürger überMar­burg als Frerndenstadtt' erlaubt sich eine Fremde auch einige Worte zu melden. Wer Marburg seit einigen Jahren nicht gesehen hatte, ist an­genehm Überrascht von den getroffenen Neuerungen und Besterungen, Marburg ist schön geworden. Warum soll es mit seiner malerischen Lage, der entzückenden Umgebung und seiner kräftigen, nervenstärkenden Lust nicht Fremdenstadt sein? Umsomehr, da es an musikalischen Genüssen und geisttger Anregung auch nicht fehlt. Das freundliche Entgegenkom­men der Bürger macht das Leben angenehm, gute Geschäftshäuser wisten sowl l den verwöhnten Geschmack als auch die bescheidenen BedÜrfniste zu beftiedigen. Für dir Kranken und Erholungsbedürftige stehen tüch­tige Aerzt« zur Verfügung und in den Kliniken haben schon Tausend« Leben und Gesundheit wiedergefunden. Aber nun kommt das Aber! Wozu das nervenzerrüttende Hundegeheul, unter dem die Bewohner des Klinikviettels zu leiden haben? Gerade dieses Viettel mit der altehr­würdigen Elisabethkirche, den historischen Bauten unb dem reizenden Ausblick nach den waldbekränzten Bergen ist ein sehr interessanter Teil der Stadt. Ein Ott wie gemacht zum Träumen und zum Ruhen. Wenn nur die Hunde nicht wären und dieses Lied, das Stein erweichen usw. Es erklingt in allen Tonarten von morgens bis abends und oh! manch­mal noch viel länger. Soviel man auch schon gesttitten hat Über die Notwendigkeit und Nützlichkeit derVersuche" eins ist sicher! Für dem, der das Geheul anhören muh, würkt es gewiß nicht nervenstärkend unb einen Menschen, der Tiere liebt, kann es auch nicht heiter stimmen.

Literarisches.

* SM« Oktober-Nummer derWehr" steht unter dem Zeichen bef Völkerschlacht und des Kaisermanövers. Im Leitattikel wird auf dis Ziele des Wehrvereins hingewiesen. wie sie auf Grund der Beschlüsse der 3. Eesamtvorstand-Sitzung im September d. Js. festgelegt wurden. Es folgt ein mtt Bildern und Skizzen geschmückter Aufsatz über das Kaisermanöver 1913. Gustav Lilienthal äußert sich zur Flugftage unb neben einer Schilderung der Völkerschlacht bei Leipzig, die gleichfalls mtt mehreren Illustrationen geschmückt ist, findet sich ein Mahnwort an die eben eingetretenen Rekruten.

* Run die Abende beginnen wieder länger zu werden, macht sich neben anderem auch bas Bedürfnis nach einer gediegenen Lektüre allent­halben bemerkbar. Diesem Bedürfnis kommt in vorzüglicher Weise «ine Zeitschrift entgegen, die es versteht, vielseitigen Richtungen und Interesten gerecht zu werden, die sowohl den bloßen Wunsch nach Unter- Haltung als auch das Verlangen nach Belehrung yi befriedigen vermag. In der im gern gesehenen handlichen Eroßottavformat bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinenden MonatsschriftArena» ist ein solch wünschenswerter Begleiter durch die abendlichen Feierstunden bargeboten, dem sich jeder mit voller Genüge anvettrauen darf. Einen neuer^ewei^afü^ring^a^Heft^^s3ll^ahrgangs^^^E

Für die Redaktion verantwottlich: Kurt Saint«.

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1. Stadtverordnetenwahlen.

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8. Verschiedenes. 10402

Um recht zahlreichen Besuch der Versammlung bittet Der Dorftaud.

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Mittwoch, be« 5. November, VionatsfBrfammluagb.Bopp.

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