mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
M 254
Die „Oberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteiiäbrlich butd' die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 <M frei ins Haus. — Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. T. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Mittwoch, 29 Oktober
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18. Jahrg.
1913.
Erstes Blatt.
Einweihung eines neuen Kaiser Wilhelm-Institutes
Gestern vormittag wurde durch den Kaiser die Einweihung des Kaiser Wilhelm-Instituts für experimentelle Therapie in Dahlem vollzogen. In dem Laboratoriumsraum versammelten sich außer den Mitgliedern der Kaiser Wilhelms-Gesellschaft unter anderen die Minister Freiherr v. Schorlemer, Dr. Lentze, Dr. Sydow, der bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld, Unterstaatssekretär v. Eisenhart-Rothe, Generalstabsarzt Dr. Schjerning, der Leibarzt des Kaisers Dr. v. Riedner, die Ministerialdirektoren Schmidt und Naumann, Wirkl. Geh. Oberhofbaurat v. Ihne, der japanische Professor Noguchi. Um 10 Uhr erschien der Kaiser im Automobil in der Uniform der Maschinengewehrtruppen. Professor Harnack hielt eine Ansprache, in der er sagte: „Wir hoffen, daß dieses Haus ein festes Bollwerk sein wird
gegen die apokalyptischen Reiter,
die durch die Luft und das Wasser gegen die Menschen einherziehen, wir hoffen, daß die ausgezeichneten Forscher, die hier wirken werden, mit ihrem Teil die Endschlacht mit schlagen werden." Dann betonte der Kultusminister in einer Ansprache, daß die vor Jahresfrist eröffneten Institute schon bedeutende Ergebnisse zu verzeichnen hätten. Die medizinische Wissenschaft machte durch die strenge Forschung der neueren Zeit sehr rasche Fortschritte. So sei die neue Schöpfung eine Forderung des Tages. — Der neue Direktor Professor Wassermann sprach über die Aufgaben des Instituts und das ungeheure Arbeitsfeld. Die experimentelle Krebsforschung besonders stehe auf einer solchen Stufe der Entwicklung, daß man hoffen könne, mit dem vorliegenden Berge von Schwierigkeiten fertig zu werden. Es folgte hierauf die Besichtigung unter Führung des Generalarztes Dr. v. Jlberg, wobei eine Reihe von Vorführungen stattfand.
Der Kaiser verließ dann das neue Institut, um sich nach dem Institut für Physikalische Chemie zu begeben. Unterwegs wurde er von den beim Bau beschäftigt gewesenen Herren "begrüßt. Vor dem Institut für Physikalische Chemie wurde der Kaiser empfangen von dem Vorsitzenden des Stiftungsrates, Geh. Kommerzienrat Koppel und dem Direktor des Instituts, Geh. Reg.-Rat Proessor Haber. Letzterer führte dem Kaiser im Hörsaale eine Demonstration vor, welche die Verhütung von Schlagwetterkatastrophen betrifft. Alsdann wurde der Kaiser in den Maschinensaal geleitet, wo um 11% Uhr die Hauptversammlung der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft durch Professor Harnack eröffnet wurde. Der Redner sprach den Dank der Gesellschaft, die eine Stiftung des Kaisers sei, für sein Erscheinen aus. Die Mitgliederzahl sei jetzt auf 201 gestiegen. Das Verhältnis der Gesellschaft zu den Akademien und Universitäten sei gut, weil die Gesellschaft nicht konkurriere, sondern selbst nur der Wissenschaft dienen wolle. Dann hielt Geheimrat Professor Ritter v. Hartwig-München einen Vortrag über neuere Probleme der experimentalen Biologie. Am Schluß der Hauptversammlung hielt
der Kaiser eine Ansprache.
kn der er sagte:
„Wir haben bei Dr. Haber heute schöne Fortschritte gesehen. Ich freue mich, daß meine vor einem Jahre gegebene Anregung, ein Mittel zur Verhütung der Schlagwetterkatastrophen in den Gruben zu finden, seitens Dr. Habers und seiner Kollegen so schnell aufgegriffen worden ist und zum Erfolge geführt hat. Das Instrument, das mir vqrgeführt wurde, scheint das berufene zu sein; möglicherweise ist es geeignet, Tausenden von Bergleuten in Zukunft das Leben zu erhalten. Es ist Dr. Haber gelungen, den Weg zu finden. Sein Meßinstrument wird hoffentlich das Feuer aus den Grubenbetrieben völlig ausschalten. Ich glaube, daß unsere Gesellschaft stolz sein kann, in der kurzen Zeit von kaum einem halben Jahre eine für die Menschheit so wirksame Erfindung die ihre nennen zu dürfen. Ich spreche Dr. Haber meine Anerkennnug aus und gratuliere ihm namens der Gesellschaft. Zu gleicher Zeit begrüße ich Dr. Wassermann. Wie schon vorher in genialer Weise ausgeführt worden ist, soll in dem neuen Institut den E n d - kampf gegen die größten Feinde der Menschen in Szene gesetzt werden, um die Menschen zu stärken und gesund zu erhalten. Dieses Ziel können wir nur von Herzen ersehnen. Es gilt jetzt das Schwert zu schmieden, mit dem der Endkampf gegen die Seuchen zu führen ist. Damit wird denn auch die Kaiser Wilhelm-Gesellschaft das erreichen, was ich von ihr erwarte, nämlich, daß sie ein Segen für die Menschen sein wird."
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Politische Umschau
Bor der Thronbesteigung in Braunschweig
ßst die Landesversammlung einberufen und ihr die Vorlage über die Zivil liste des Herzogs von Braunschweig unterbreitet worden. Sie lautet:
Artikel 1: „Die zur Bestreitung der Bedürfnisse des Landesfürsten durch Artikel 1 des Fir.anznebenvertrages vom 12. Oktober 1832 von dem Reinertrag« des Kammergutes vorbehaltene auf 19 000 Taler in Gold bnb 218 000 Taler in Konventionalmünzen festgesetzte und durch Artikel 1 der zwischen der Landesregierung und der Landesversammlung Unterm 15. März 1873 getroffene Uebereinkunft auf jährlich 30000 Taler erhöhte Summe wird auf jährlich 1 125 *22% Mark festgesetzt. Sie soll vom L November ab in monatlichen Raten aus der Herzoglichen Kammerkasse an di« Hofltaatskasse eingezahlt werden."
Artikel 2: „Im klebrigen erleiden die Bestimmungen des Finanz- Urbenvertrages vom 12. Oktober 1832 teil» Veränderung."
Nachdem der Reichskanzler den braunschweigischen Staatsminister Hartwig empfangen hat, sind zur lleberbringung des Ergebnisses des Bundesratsbeschlusses an den Herzog und die Herzogin Ernst August von Braunschweig und Lüneburg gestern Staatsminister Hartwig, Minister Wolf und Oberstallmeister Freiherr v. Eirsewald aus Braunschweig in Rathenow eingetroffen.
Die Beendigung der Regentschaft in Bayern.
Nachdem eine Staatsratssitzung, unter Vorsitz des Prinzregenten über die Beendigung der Regentschaft Beschluß gefaßt hat, ist dem bayrischen Landtag folgende Vorlage zugegangen:
„Im Namen des Königs, Ludwig, von Gottesgnaden königlicher Prinz von Bayern, Regent. Wir haben nach Vernehmung des Staatsrats mit dem Beirat und der Zustimmung der Kammer der Reichsrät« und der Kammer der Abgeordneten unter Beobachtung der in Titel 10 des Paragraphen? der Verfassungsurkunde vorgeschriebenen Forme» beschlossen und verordnen, was folgt: Der einzige Artikel, Titel 2, Paragraph 21 der Verfassungsurkunde vom 26. Mai 1818 erhält folgenden Absatz 2: „Ist die Reichsverwesung wegen eines körperlichen oder geistigen Gebrechens des Königs, das ihn in der Ausübung der Regierung hindert, eingetreten, und besteht nach Ablauf von 10 Jahren keine Aussicht, daß der König regierungsfähig wird, so kann der Regent die Regentschaft für beendigt und den Thron für erledigt erklären; der Landtag ist unverzüglich einzuberufen, und es sind ihm die Gründe, woraus sich die dauernd« Regierungsunfähigkeit ergibt, zur Zustimmung anzuzeigen." In der Ve g r ü n d u n g heißt es, ob der Regent die Regentschaft für beendigt erklärt, steht nach den vom Entwurf gemachten Vorschlägen in der freien Entschließung des Regenten; es sei seinem Ermessen anheimgegeben, die Regentschaft zu beendigen, wenn er den Zeitpunkt dafür im Interesse des Staates für gekommen erachte."
Vorher hatte sich eine ärztliche Kommission nach Schloß Fürstenried begeben, um König Otto, bevor die Entscheidung über die Thronfrage erfolge, nochmals auf seinen Geisteszustand zu untersuchen. Wie verlautet, stellte die Kommission unheilbare Paralyse, aber einen sonst verhältnismäßig gesunden Körper fest.
Die Vorlage wird am Donnerstag in der Abgeordnetenkammer beraten werden.
Deutliches Aufdecken der Karten.
Der „Vorwärts" ist wieder einmal deutlich geworden und zwar im Anschluß an eine Auseinandersetzung mit dem sozialdemokratischen Abgeordneten Ptzus, der seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben hat, daß man aufhören müsse, mit revolutionären Phrasen zu arbeiten und frühere Revolutionen weiter zu verherrlichen. Nur in der Dauermacht der wirtschaftlichen und politischen Organisationen liege das Fundament der zukünftigen Freiheit. Der „Vorwärts" ist dagegen der Ansicht, daß die Arbeiterschaft durch Reformen zur Revolution kommen werde und müsse. Die dem Klassenstaat abgetrotzten Reformergebnisse sollten die Kerntruppe der Arbeiterbewegung nur in den Stand setzen, den letzten und entscheidenden Kampf gegen die Gewalten des Klassenstaates zu einem siegreichen Ende zu führen. Mit anderen Worten, die sozialdemokratischen Organisationen sollen nur Rüstungsarsenale für die notwendig kommende Revolution sein, notwendig deswegen, weil, wie der „Vorwärts" richtig annimmt, die bürgerliche Gesellschaft nicht widerstandslos die Herrschaft der Revolutionsmänner anerkennen wird.
Also Reformen und Zugeständnisse werden den Umsturz nicht aufhalten, im Gegenteil, sie sollen ihn nur fördern und die Umstürzler in ihrem Vorhaben kräftigen. Es ist ja bekannt, daß der Sozialdemokratie nichts unangenehmer ist, als wenn Maßnahmen des Staats und der Gesellschaft Zufriedenheit bei der großen Masse erwecken. Der „Vorwärts" nennt das „kleinbürgerliches Behagen heranzüchten" und gibt durch seine Ausführungen den Grund an, weshalb das unerwünscht ist. Reformen sind nach ihm ja nur Mittel zum Zweck. Regierung und Bürgertum werden sich also mit dem Gedanken vertraut machen müssen, daß sie die bestehenden Verhältnisse mit Gewalt werden zu verteidigen haben. Die Offenheit des „Vorwärts" wird hoffentlich das Gute mit sich bringen, daß nun auch die Gefolgschaft der bürgerlichen Demokratie merkt, wohin die Reise geht. Vorläufig freilich schließt man noch Wahlabkommen mit denen, die schließlich den Verbündeten von jetzt ebenso den Garaus machen wollen als den übrigen Teilen der bürgerlichen Gesellschaft.
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Deutsches Reich-
— Der Reichstag. Berlin, 28. Okt. Die nächste Sitzung des Reichstags wurde auf den 25. November 2 Uhr nachmittags an- gesetzt. Auf der Tagesordnung stehen Petitionen. Dem Reichstage ist der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Beschäftigung von Hilfsrichtern beim Reichsgerichte zugegangen, wonach die von dem Reichskanzler auf Grund des Artikels 12 des Gesetzes, betr. die Zuständigkeit des Reichsgerichts, vom 22. Mai 1910. einberufenen Hilfsrichter bei dem Reichsgericht noch bis zum 1. Juni 1914 beschäftigt werden dürfen, sodann der Entwurf eines Gesetzes betr. die Aenderung der Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige.
— Der Landtag. Berlin, 28. Okt. Die Einberufung des preußffchen Landtages ist zum 8. Januar 1914 geplant. An diesem Tage wird auch der Etat vorgelegt werden. — Für die Etatsberatung stehen im nächsten Jahre elf Wochen zur Verfügung. Es ist aber zweifelhaft, ob diese Zeit ausreichen wird, in beiden Kammern den Etat bis zum 31. März zu verabschieden. Von größeren Vorlagen werden dem Landtage das nach dem Wassergesetz umgearbeitete Fischereigesetz und das Parzellierungsgesetz zunächst zugehen. In Vorbereitung sind ferner ein Fideikommiß- Gesetz, eine Vorlage über die anderwette Organisation der
Eeneralkommisfionen, ein Eisenbahnanleihegesetz, einige Ein« gemeindungsvorlagen und kleinere Gesetze.
— Die Fleischenquete-Kommisfion. Berlin, 28. Okt. Die. „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Die Fleischenquete-Kommisfion trat unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dr. Delbrück zu einer Schlußsitzung zusammen. Aus den bisherigen Verhandlungen ergaben sich als Hauptpunkte die Fragen über den Verlauf des Viehhandels, Verhinderung der Schlachtung unreifer Kälber sowie de« Einfluß des Kreditwesens mit seiner wirtschaftlichen Abhängigkeit in der Lage des Fleischergewerbes. Dann werden behandelt der Einfluß der mannigfaltigen Gebühren auf die Preisbildung und die Versuche, mit den Stadtverwaltungen zum Abschluß mehrjähriger Lieferungsverträge für Schweine zu gelangen und ferner die Erfahrungen der Städte mit den sogenannten Notstandsmaßnahmen seit dem Herbste 1912. Später soll der Wert der Anschlagspreise im Metzgerladen erörtert werden. Den Abschluß wird die Frage nach Veröffentlichung des gesamten Materials bilden."
— Die Prästdentenfrage in der sächsischen 2. Kammer. Dresden, 28. Okt. Die .^Deutsche Tagesztg." hatte behauptet, man wolle im Präsidium der 2. sächsischen Kammer einen dritten Sekretärposten schaffen, um so zu ermöglichen, daß die konservative, nationalliberale und die sozialdemokratische Fraktion je einen Sekretärposten besetze. Allen weiteren Erörterungen hierüber wird dadurch die Spitze abgebrochen, daß von konservativer Seite abermals erklärt wird, die Fraktion werde sich nur an einem sozialistenreinen Präsidium beteiligen. — Das kann man den sächsischen Konservativen auch nicht verdenken.
— Abermalige Ablehnung der mecklenburgischen Verfassungsvorlage. Schwerin, 28. Okt. In der heutigen Plenarsitzung des mecklenburgischen Landtages wurde die Verfassungsvorlage mit großer Mehrheit abgelehnt, und zwar mit 239 gegen 129 Stimmen.
— Ein „skandalöser Vorgang". Karlsruhe, 28. Okt. Nach dem Abkommen der Linksparteien haben sich, wie bekannt, die, Nationalliberalen und die Sozialdemokraten verpflichtet, in Lahr-Stadt ihre Kandidaturen zurückzuziehen, so daß dort nur noch der volksparteiliche Kandidat als Kandidat der Linken bliebe. Die fortschrittliche Volkspartei hat hierfür Gegenleistungen in anderen Bezirken zugestanden. Während nun die Sozialdemokratie ihre Kandidatur zurüchiehen wird, will sich die Lahrer nationalliberale Organisation dem Abkommen der Linken nicht fügen, sondern ihre Kandidatur, der in der Hauptwahl auch die Zentrumsstimmen zugeführt wurden, aufrechterhalten.! — Die „Fr. Z." nennt dieses einsichtsvolle Verhalten der Lahrer" Nationalliberalen mandatsängstlich einen „skandalösen Vorgang".'
— Die „Bayrische Staatszeitung". München, 28. Ott. Die Kammer beriet heut« die Interpellation der Liberalen, betr. die „Bayrische Staat^eitung". Nach einer Begründung durch den Abgeordneten Thoma beantwortete der Staatsminister Frhr. von Hertling die Interpellation. Er faßte seine Ausführungen am, Schlüsse in folgenden Worten zusammen:
„Di« königliche Staatsregierung hat mit der Gründung der „Bayerischen Staatszeitung" nach ihrer Ueberzengung ein dringendes staat-- liches Bedürfnis erfüllt. Die Staatsregierung war sich von Anfang ein, bewußt gewesen, daß sie mit der Gründung der „Staatszeitung" auf. große Schwierigkeiten stoße und ihretwegen scharf« Angriffe erfahr«» werde. Di« Voraussicht durste fi« jedoch nicht abhalten, diese von ihr. notwendig anerkannte Gründung ins Werk zu setzen, da sie es als ihr« über alle Bedenken stehende Pflicht erachtet, den Vorsprung auszugleichen, den sämtliche größere Bundesstaaten Deutschlands auf diesem wichtigen Gebiete des öffentlichen und staatlichen Lebens vor Sagen bisher vorausgehabt haben."
— Werftarbeiterentlassungen. Geestemünde, 28. Ott. Nachdem auf der Werft Tecklenburg am Sonnabend und gestern insgesamt 1000 Arbeitern gekündigt wurde, sind auch heute wieder 500 Arbeiter entlassen worden.
Ausland.
• • Di« Kautschukkrisis. Brüssel, 28. Okt. Der Kolonialminister be- schloß, mit Rücksicht auf die Krisis in der Kautschukproduktion die Trans- portgebühren auf den Staatsschiffen um die Hälfte herabzusetzen. Die Kongobahnen gewähren für den Transport zur Küste dieselbe Ermäßigung. Die Maßregeln treten am 1. Dezember in Kraft.
* * Tod wegen Spionage. Wien, 28. Ott. Die „Militärische Rundschau" meldet: Am 23. Oktober fand in Agram die kriegsgerichtliche Aburteilung des russischen Staatsangehörigen Koopkoet wegen Spionage statt. In der Untersuchung stellte sich heraus, daß Koopkoet mit dem großen Generalstab in Petersburg in Verbindung stand. Ferner kam die Milttärbehörde auf die Spur eines förmlichen Spionagenetzes in der Monarchie, dessen Mitglieder nach und nach unschädlich gemacht wurden. Da die Tätigkeit Koopkoets in die Zeit fiel, wo laut Militärstrafgesetz selbst Versuche zur Spionage mit dem Tode zu ahnden sind, mußte dar gegen Koopkoet gefällte Urteil auf T o d durch den Strang lauten.
* * Admiral Burney bei König Nikita. Wien, 27. Okt. Di« „Südslawische Korrespondenz" meldet aus Cettnje: Vize-Admiral Burney ist hier eingettoffen und vom König mit außerordentlichen Ehrungen empfangen worden. Der König unterhielt sich eine Stunde lang mit Burney, der später länger mit dem Ministerpräsidenten und dem' Minister des Aeußern bettet Burney nahm das Essen im Konak und reiste dann nach Eattaro.
* • Die Sehnsucht Albanien» nach einem Fürste«. Balona, 27. Okt» Die provisorische Regierung von Albanien hat an die Großmächte ehr Telegramm gerichtet, in dem der einmütige Wunsch de« albanische». Volkes ausgesprochen wird, daß sobald als möglich ein Souverän er«, nonnt werde.
• * Neuwahlen he Serbien? Belgrad, 27. Ott. Der altradikal»' Dissident Zujowitsch bezeichnete bt der Skupschttna es als unerläßlich^ dem serbischen Volte durch Neuwahlen Gelegenheit zu geben, über di» bisherige Polittk der Regierung ein Urteil zu fällen.
— England gegen Huerta? Newyork, 28. Ott. Die britische Regte» i rrmg soll ihre Haltung in der mexikanischen Frag» geändert e* erflLch