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1913.
Erstes Blatt
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Marburg
Dienstag, 28. Oktober
Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
Blumenspenden fiel besonders der große Lorbeerkranz des Kaisers auf. Persönlich waren erschienen u. a. der Staatsminister Dr. Sydow, Oberbürgermeister Wermuth, Reichstagsprästdent Dr. Kämpf, Staatsminister v. Podbielski.
— Die deutsch-englischen Verhandlungen. Berlin, 27. Ott. Die Behauptungen eines Blattes, bei den gegenwärtigen Ver» Handlungen zwischen Deutschland und England handele es sich im wesentlichen um eine Aufteilung des portugiesischen Kolonialbesitzes zwischen den beiden genannten Mächten, wird von unterrichteter Seite als unzutreffend erttärt. Eine Verständigung zwischen Deutschland und England für den Fall, daß Portugal fich ganz oder teilweise seines Kolonialbesitzes entäußern wolle, sei längst getroffen, und es liege zur Zeit kein Anlaß vor, auf dies« Frage zurückzukommen, da Portugal an eine Veräußerung seiner Kolonien oder eines Teiles derselben nicht denke.
— Das Extemporale beim Abiturium. Berlin, 27. Ott. Zn jüngster Zeit wurde die Abschaffung des Extemporales bei den Abschlußprüfungen angeregt, da es bekanntlich seit zwei Jahren seine frühere große Bedeutung verloren hat. Dazu wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß nicht die Absicht besteht, an den bestehenden Verhältnisien bezüglich der Einjährigen- und Reifeprüfungen Aenderungen eintreten zu lassen. Die Extempo» ralia bei den Einjährigen- und Reifeprüfungen bleiben bestehe«. Auch bei den Prüfungen der sogenannten „Extraneer", d. h. der» jenigen Prüflinge, die ihre Examina als Abschluß einer private« Vorbereitung machen, bleiben die schriftlichen Arbeiten weiterhin wie hisber bestehen.
— Die Antwort der Krankenkassen. Berlin, 27. Ott. Gegenüber den Beschlüssen des gestrigen Außerordentlichen Aerztetage» haben die Vereinigten Krankenkassenverbände eine Gegenerklfi* rung erlasien. Es wird festgestellt, daß der Kampf den Aerzten nicht aufgedrungen sei und die Kassen sich nur in der Abwehr be» fänden. Einigungsverhandlungen seien gescheitert, weil Me Aerzteorganisationen allgemein die Durchführung der fteie« Arztwahl bei den Kassen durchsetzen und das Kaffenarztsystem nur noch ausnahmsweise und für eine kurze Uebergangszeit bestehe« lassen wollten. Wenn behauptet werde, daß die Krankenkassen mit den Aerzteorganisationen nicht verhandeln, diese vielmehr zertrümmern wollten, und den sogenannten Herrenstandpunkt ein« nähmen, so entspräche nur das Gegenteil der Wahrheit. Bezeichnend sei, daß die Vorschläge der Kaffen nicht nur glattweg abge» lehnt, sondern fast totgeschwiegen würden. Die Krankenkaffe« sprechen die Erwartung aus, daß sich die Behörden und der Gesetzgeber durch die Aerzteorganisationen nicht einschüchtern laffen und unangemessene Forderungen der Aerzteorganisationen ablehnen würden.
— Aus dem bayrischen Landtag. München, 27. Ott. Der Zentrumsabgeordnete Dr. Schlittenbauer, der mit seinen ano» nymen Angriffen auf den liberalen Abgeordneten Bühler und den sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. v. Haller im „Bayerischen Kurier" Anlaß zu schweren Zusammenstößen im Landtag gab, hat die sozialdemokratische „Münchener Post" wegen Beleidigung verklagt. •’L
Die „Oberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiettage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich tnrrck. die Post 2.25 X (ebne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 Ul frei ins Haus. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der Univ.. Buchdruckerei Z. A, Koch (Znh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
der Kampf zwischen Nationalliberalen und Sozialdemokraten und in einem Wahlkreise, Mannheim 3. zwischen Nationalliberalen und Fortschrittlern ausgefochten. Selbst für den Fall, daß die Erwartungen des Großblocks sich in allen Einzelheiten erfüllen, würden die Sozialdemokraten noch immer einen Verlust von 6 Mandaten und der Freisinn einen solchen von 2 Mandaten zu verzeichnen haben.
Wenn irgend etwas geeignet ist, die liberalen Wähler in Baden, die es noch ernst meinen mit der Wahrung der vaterländischen Zntereffen, stutzig zu machen, so ist es der Auftuf, mit dem die Sozialdemokratie die Bekanntgabe des Stichwahlabkommens begleitet. Zn diesem Aufrufe an die Parteigenoffen heißt es: „Die politische Zukunft unseres Landes und die Ehre unserer Partei stehen auf dem Spiele. Zeigt den übermütig gewordenen Gegnern, daß sie zu früh gejubelt haben. Nur wenn jedermann seine Pflicht tut, wird es gelingen, der konservativ-klerikalen Reaktion in letzter Stunde ein Halt zu gebieten." Das Gespenst einer „klerikal-konservativen Herrschaft" in Baden ist nach den bündigen Erklärungen von konservativer Seite nicht zu fürchten, wohl aber ein Regiment, das von der Gnade der Umsturzpartei abhängt.
Konservative und Zentrum machen natürlich alle Anstrengungen, um das zu verhindern. Es ist nur folgerichtig, wenn das Zentrum bei den Stichwahlen zwischen Sozialdemokraten und Demokraten keinen Unterschied machen will. Wo Kandidaten dieser Parteien miteinander um ein Mandat ringen, soll für Zentrumswähler strengste Wahlenthaltung die Parole sein. Dagegen will das Zentrum unter Umständen für die Nationalliberalen eintreten. Zm Wahlaufruf heißt es darüber: „Wo nationalliberale und sozialdemokratische Kandidaten miteinander ringen, und die Gefahr eines sozialdemokratischen oder linksliberalen Sieges droht, da verlangt die Rücksicht auf das Interesse der Allgemeinheit, daß wir über das hinwegsehen, was von der national- liberalen Partei uns scheidet, wie auch über das. was sie an Leid und Unrecht uns schon zugefügt hat. Eine Ausnahme wäre nur zu machen, wenn ein nationalliberaler Kandidat durch sein persönliches Verhalten den Zentrumswählern es unmöglich machen würde, ihm die Stimmen zuzuwenden."
Die mexikanischen Wahlen.
Obwohl das Endergebnis der Wahlen noch nicht feststcht, scheint es sich doch zu bestätigen, daß General Huerta weiterhin — sogenannter — provisorischer Präsident bleibt, weil verfassungsmäßig gültige Wahlen nicht zustande gekommen sind. Es wäre dann Huerta also gelungen, durch eine Komödie Rechtmäßigkeit vorzuspiegeln und den Vereinigten Staaten ein Schnippchen zu schlagen. Das merkt man natürlich in Washington und bereitet sich zu einem möglichen militärischen Einschreiten vor. Aus Newyork wird dem „London Budget" gekabelt, daß in den Arsenalen der Vereinigten Staaten eine große Tätigkeit herrsche. Zn Charleston sind 5 Torpedoboote, die noch im Bau begriffen waren, mit der größten Geschwindigkeit fertiggestellt worden; zwei andere, die bereits fertig waren, sind dem atlantischen Geschwader nachgeschickt worden. An dem Schlachtschiffe „Georgia", das zur Ausbesserung im Hafen liegt, wird Tag und Nacht gearbeitet. Die neuen Linienschiffe des altantischen Geschwaders sind nach Virginia abgedampft; man glaubt allgemein, daß die Kapitäne den Befehl haben, sich vorläufig nicht zu weit von der amerikanischen Küste zu entfernen, damit man sie rechtzeitig erreichen könne, wenn man sie braucht. Auch die deutsche Regierung trägt der verwickelten Lage Rechnung und hat noch dem kleinen Kreuzer „Nürnberg" vom ostasiatischen Kreuzcrgeschwader Befehl erteilt, nach Mazatlan in Mexiko in See zu gehen.
General Huerta scheint sich seinerseits auch für alle Eventualitäten zu rüsten und hat den Heeresbestand von 85 000 auf 150 000 Mann erhöht. Inzwischen fährt Präsident Wilson fort, die Uneigennützigkeit der Vereinigten Staaten dem übrigen Amerika gegenüber in den rosigsten Farben zu malen. Er erklärte in einer Rede in Mobil«, das Leitmotiv der Vereinigten Staaten in den Beziehungen zu den amerikanischen Ländern sei das Moralitätsprinzip, nicht das Nützlichkeitsprinzip und kritisierte die materiellen Interessen, welche die Auslandspolitik einiger Regierungen in ihren'Beziehungen zum lateinischen Amerika ungünstig beeinflußten. Es wäre die Pflicht der Vereinigten Staaten, den Nationen der westlichen Halbkugel bei ihrer Emanzipierung von den materiellen Interessen anderer Nationen beizustehen. Die Vereinigten Staaten erstrebten keinen Fußbreit Landes durch Eroberung. Südamerika sei gezwungen gewesen, Konzessionen zu gewähren, weil es abseits von den großen Verkehrswegen gelegen habe; der Panamakanal jedoch befreie es von der Gefahr einer ausländischen Kontrolle. — Was Wilson mit seinen Reden bezweckt, wissen wir längst. Sie werden nun bald langweilig.
Deutsches Reich,
— Oberstleutnant v. Winterfeldt. Berlin, 27. Aug. Aus Erifolles wird gemeldet: Der deutsche Botschafter Freiherr von Schön hat im Auftrage des Kaisers dem Oberstleutnant v. Winterfeldt einen herrlichen Blumenkorb mit Maiglöckchen und Alpenveilchen sowie prächtige Früchte überreicht. Später besuchte der Botschafter mit Frau v. Winterfeldt den Bürgermeister von Eri- solles und stellte ihm 1000 Franken für die Armen seiner Gemeinde zur Verfügung.
— Beerdigung de» Geheimrats Goldberger. Berlin, 26. Ott. Unter großen Ehren wurde heute nachmittag der einstige Präsident der Ständigen Ausstellungskommisfion, Geh. Kommerzienrat Goldberger, bestattet. Der Beisetzung ging eine Trauerfeier i« Heim de» Verblichene« voran». Unter de« zahllose» Kränzen und
Ausland.
* * Verstärkung des spanischen Heeres. Madrid, 26. Ott. In de« Cortes brachte der Kriegsminister einen Gesetzentwurf ein, der di« Truppen des ersten Aufgebots auf 215 000 Mann, des zweiten auf 90000 unb des dritten auf 60 000 Mann festsetzt, was zusammen mit den Trup- pen in Afrika, auf den Balearen und den kanarischen Inseln, die 80 000 Mann betragen, eine Gesamtzahl von 445 000 Mann ergibt. Dastehende Heer soll aus 139 000 Mann bestehen, davon 81000 in der Hauptstadt, 51000 in Afrika, 4100 auf den Balearen und 2800 auf de« kanarischen Inseln. Der Gesetzentwurf, wodurch die Einkommensteuer eingeführt wird, wird auf alle Einzelpersonen, Korporationen, Gründungen und Gemeinden mit einigen Ausnahmen angewendet. Einkommen von 5000 Pesetas und darunter werden von der Steuer nicht betroffen.
* • „Richt einen Tag Ruhe." Madrid, 27. Ott. Der sozialistische Führer Iuglesias erklärte in einer Versammlung: „Falls Maura die Bildung des Ministeriums übernimmt, so verpflichte ich mich, die Re- aierung nicht einen Tag in Ruhe zu lassen." Es heißt, daß mehrere konservativ« Politiker dem König den Rat gegeben haben, die liberale Partei am Ruder zu belassen.
* * Studenten und Stimmrechtlerinnen. London, 26. Ott. Die Studenten von Bristol, die am Freitag dort in die Bureauräumlichkeiten der Bristoler Frauenrechtlerinnen einbrachen und den größten Teil der Einrichtung zerstörten, waren mit ihrem Werke nicht zufrieden. Gestern begaben sich wieder einige nach dem betreffenden Gebäude, wo sie zwei Frauenrechtlerinnen damit beschäftigt fanden, di« Geschästspapiere wie- der in Ordnung zu bringen. Die Studenten alarmierten sofort di« Kam-: militonen an der Universität und in wenigen Minuten stürzten gegen 300 junge Leute aus der Universität heraus und unternahmen einen Ansturm auf das Haus der Frauenrechtlerinnen. Unterwegs hatten sie zahlreiche Sier gekauft, womit sie eine Beschießung der Räumlichketten begannen. Dann drangen sie ein und vollendeten das Werk der Zerstörung. < Sie zertrümmerten, was an Möbeln noch da war, zerfetzten und verbrannten die Bücher, zerschlugen sämtliche Fensterscheiben und warfen die eine ganz gebliebene Schreibmaschine zum Fenster hinaus, so daß sie unten auf dem Boden zerschellte. Dann räucherten sie die Zimmer durch Übel riechende Chemikalien aus, die sie in Brand steckten. Die Polizei war dem Treiben gegenüber machtlos. Anderseits aber blieben auch die Sttmmrechtlerinnen nicht müßig, indem sie zwei Eisenbahnstationen in Birmingham in Brand zu stecken versuchten. Es lagen Zettel umher, auf den«» die Worte standen: „Friede wird nicht gegeben."
• • Das französisch-deutsch« Eisenbahnübereinkommen. Konstantt» nopel 27. Ott. Wie aus kompetenter Quelle verlautet, wird sich Dschawid Bey demnächst nach Berlin begeben, ohne fich in Sofia aufzuhalten. Dschawid Bey wird fich bemühen, die Verhandlungen über das ftanzö- fisch-deutsche Eisenbahnübereinkommen zu fördern und bezüglich der 3*. «rhöhung oo« vier Prozent zu einem Einvernehmen zu gelange».
Die Regelung der braunschweigischen Thronfolge.
Wie wir bereit» gestern Nachmittag durch Sonderausgaben Mitteilen konnten, hat, nachdem der Herzog von Cumberland auf den Thron Braunschweigs verzichtet hat, der Bundesrat einstimmig beschloss««, dem Antrag Preußens «egen der Thronfolge in Braunschweig zuzustimmen. Der Wortlaut des Antrags besagt v. a., daß seit dem Bundesratsbeschlusse von 1907 durch eine Kette ,on Ereignissen die Beziehungen des herzoglich braunschweig- küneburgischen Hauses zu Preußen und seinem Königshaus« derart verändert wurden, daß eine erneute Nachprüfung der Angelegenheit geboten erscheine. Es wird dann auf den Tod des Prinzen Georg Wilhelm, die Vermählung des Prinzen Ernst August mit her einzigen Tochter unseres Kaiserpaares und das Offiziergelöb- stis des Prinzen Ernst August hingewiesen. An sein Versprechen, «ichts zu tun und nichts zu unterstützen, was darauf gerichtet fei, den derzeitigen Besitzstand Preußens zu verändern, erachte er sich für immer gebunden, da es eine Verpflichtung enthalte, die sich für einen deutschen Bundesfürsten von selbst ergebe. Unter diesen Umständen könne nicht mehr behauptet werden, daß der Herzog von Cumberland und sein Haus sich zu dem Bundesstaate Preußen in einem Verhältnis befinde, das dem reichsverfassungsmäßig gewährleisteten Frieden unter den Bundesgliedern widerstreite. Hiernach sei es aber auch ausgeschlossen, daß durch die Uebernahme der Regierung die W e l f e n p a r t e i, die t ro tz aller dieser Ereignisse noch immer für das Haus des Herzogs von Cumberland Ansprüche aus Gebietsteile Preußens glaubte verfechten zu müssen, eine mit dem inneren Frieden und der Sicherheit des Reiches nicht verträgliche Unterstützung ihrer Bestrebungen erfahren würde. Die preußische Regierung sei daher der Ueber- zeugung, daß die Voraussetzungen, auf denen die Beschlüsse des Bundesrats beruhen, weggefallen seien.
Daß die Lösung der braunschweigischen Thronfolgeftage sich so gestalten werde, stand bereits seit einiger Zeit-fest. Daß sie im deutschnationalen Sinn befriedigend ausgefallen ist, kann leider, mangels einer wirksamen staatsrechtlichen Verzichterklärung' nicht behauptet werden. Die Welfenpartei wird ihre gegen Preußen gerichtete Agitation nach wie vor fortsetzen, und wenn sie auch von dem Prinzen Ernst August keine Unterstützung findet, so wird sie ihre Hoffnungen auf seine Leibeserben setzen.
Die nationale Presse bespricht den Bundesratsbeschluß auch I« diesem Sinne. Die „Deutsche Tageszeitung" erwartet mehr Sicherheit durch die Fassung der Erklärung, die Prinz Ernst August bei der Thronbesteigung in Braunschweig abzugeben beabsichtige. Die „Post" befürchtet, daß auch die jetzigen Ergebnisse der Frage nicht ohne schlimme Folgen bleiben werden. Die „Tägliche Rundschau" hebt hervor, die preußische Regierung halte es für ausgeschlossen, daß die welfische Agitation ohne staatsrechtlich ausreichende Regelung eine Aenderung erfahre. Das sei erfreulich zu hören. Die bisherigen Vorgänge ließen aber das Gegenteil erwarten. Auch die linksstehende Presse äußert sich sehr skeptisch. So schreibt die „Vosfische Zeitung": „Das Versprechen des Prinzen .Ernst August ist ein rein negatives. Er will nichts tun und Nichts unterstützen, was auf eine Aenderung des preußischen Besitzstandes abzielt. Daß er solche Bestrebungen, wenn sie ohne sein Zutun auftauchen, bekämpfen werde, verspricht er n i ch t." Das „Berliner Tageblatt" meint, kühlere Köpfe würden ihr Urteil dahin fassen: Die verbündeten Regierungen haben die braunschweigische Frage gelöst, indem sie auf ihre staatsrechtliche Ueberzeugung von 1907 stillschweigend verzichten, und sie haben zugleich die Lösung der Welfenfrage vertrauensvoll der Zukunft anhcimgestellt. Zufrieden ist dagegen die „Germania", sie schreibt: „Für jeden deutschen Mann, der es mit der Wahrung des Legitimitätsprinzips und dem Recht der Einzelstaaten wohl meint, wird sich an die Tatsache der Entscheidung die Freude knüpfen, daß dieser jahrzehntelange Streit beseitigt worden ist, nicht etwa durch einen Machtspruch des Bundesrats, sondern auf dem Wege der Versöhnung, die auf dem idealsten Wege, den das deutsche Volksgemüt sich denken kann, geschlossen worden ist."
Welsisch« Führer beim Prinzen Ernst August.
Rathenow, 28. Okt. Gestern trafen von Berlin kommend hier drei Herren aus Gmunden und zwar Exzellenz Geheimer Rat Wense, Oberfinanzrat von Kniep und Kammerherr von Scheele beim Prinzen Ernst August ein. Die Unterredung, die die drei Herren mit dem Prinzen hatten, dauerte eine halbe Stunde. Darauf kehrten die Herren im Automobil nach Berlin zurück.
Der Einzug de» neuen Herzogspaare».
Braunschweig, 27. Ott. Wie die amtlichen „Braunschweigischen Anzeigen" berichten, findet der Einzug des Herzogspaares in Braunschweig am 3. November statt.
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Politische Umschau. W
Da» badische Großblock-Stichwahlabkommen.
Die nationalliberale, die fortschrittliche Volkspartei und die sozialdemokratische Partei haben für die am 30. Oktober stattfindenden Stichwahlen ein Abkommen geschlossen, demzufolge die Nationalliberalen und die Fortschrittler ihre Kandidaturen zugunsten der Sozialdemokratie in vier Kreisen zurück- , ziehen, in denen die Sozialdemokratie günstiger steht, wogegen die Sozialdemokratie ihre Kandidaturen zugunsten der Liberalen in 13 Kreisen zurückziehen, wo diese günstiger stehen. In zwei Wahlkreisen, Karlsruhe-Land und Mannheim-Weinhei» wird
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Rach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
Der Anzeigenprei» beträgt für die 7gespaltene Zeil« oder Q , deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für lö, Reklamen die Zeil« 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.