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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: ..Nach Feierabend",Fürs Haus" und ..Landwirtschaftliche Beilage".

DieOberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich dürr» die Post 2.25 M söhne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 <M. frei ins Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.- Buchdruckerei Z. 81. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Montag, 27 Oktober

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7grspaltene Zeil« oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 für Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 6015 de» Postscheckamtes Frankfurt e. M.

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48. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Der Kairer in Wien.

Von dem Jagdbesuche beim Erzherzog-Thronfolger Franz Fer­dinand aus Konopischt kommend, traf Kaiser Wilhelm gestern vor­mittag zu einem eintägigen Besuche bei Kaiser Franz Josef ein. Auf dem Penzinger Bahnhofe, der mit Blumen, Blattpflanzen Ilnd Emblemen geschmückt war, nahm eine Ehrenkompagnie des J6. Infanterieregiments mit Fahne und Musik Aufstellung. Gegen 11 Uhr erschien, vom Publikum mit brausenden Hochrufen begrüßt, unter den Klängen der Volkshymne Kaiser Franz Josef in der Uniform eines preußischen Eeneralfeldmarschalls mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens und schritt die Front der Ehren­kompagnie ab. Punkt 11 Uhr wurde gemeldet, daß der Zug ein­fahre. Der Kaiser trat dicht an das Gleis heran. Die Musik spielteHeil dir im Siegerkranz". Kaiser Wilhelm, in öster­reichischer Eeneralsuniform, entstieg rasch dem Zuge. Die Mon­archen küßten einander, schüttelten sich die Hände und sprachen längere Zeit herzlich miteinander. Während Kaiser Franz Josef das Gefolge Kaiser Wilhelms vorgestellt wurde, begrüßte Kaiser Wilhelm herzlich die Erzherzoge und die zum Empfang erschie­nenen offiziellen Persönlichkeiten. Das Publikum auf dem Bahn­hofe brach in brausende Hochrufe aus, und unter immer erneuten Hochrufen des Publikums wurde die Fahrt nach Schönbrunn an­getreten. Auf der Fahrt spielte sich eine vielbemerkte Szene ab. In der Cumberlandgasse eilte plötzlich aus der Volksmenge ein junger Mann vom Trottoir gegen die Fahrstraße und gelangte bis zum kaiserlichen Leibwagen. Der Mann überreichte beiden Kaisern durch das Wagenfenster, besten Scheiben herabgelasten waren, ein Schreiben, das die Monarchen willkommen hieß. Kaiser Franz Josef nahm das Schreiben entgegen. Der Ueber- reicher, ein Maschinenarbeiter, wurde von Polizeibeamten an­gehalten und nach Feststellung der Personalien entlasten, nachdem er verwarnt worden war. Kaiser Franz Josef geleitete se' Gast in die für ihn bestimmten Zimmer. Nach kurzer Zerk er», widerte der Kaiser den Besuch Kaiser Franz Josefs.

Um die Mittagsstunde erschien im Auftrage Kais-- Wilhelms der Militärattaches Graf Kageneck in der Kaisergruft bei den Ka­puzinern und überbrachte zwei prachtvolle Kränze, mit denen Kaiser Wilhelm die Sarkophage der Kaiserin Elisabeth und des Kronprinzen Rudolph schmücken ließ. Um 1 Uhr nachmittags fand auf der kleinen Galerie des Schönbrunner Schlostes Frühstück statt.

Um ^3 Uhr verließ Kaiser Wilhelm mit General v. Frank im Automobil das Schönbrunner Schloß und fuhr bei den Erz­herzogen, die zum Empfang erschienen, sowie bei den Erz­herzoginnen, die ihn in Schönbrunn begrüßt hatten, vor, um überall selbst die Karte abzugeben. Auch im Ministerium des Aeußern ließ der Kaiser für den Grafen Berchtold seine Karte zu-" rück. Auf der Fahrt durch die Stadt wurde der Kaifer überall vom Publikum herzlich begrüßt. Bald nach 3 Uhr traf Kaiser Wilhelm mit den Herren des Gefolges und des Ehrendienstes zum Besuch des deutschen Botschafters Freiherrn v. Tschirschky auf der deutfchen Botschaft ein, wo er den Tee nahm. ltm%8 Uhr abends fand im Antoinetten-Zimmer des Kaiserlichen Schlostes Familientafel statt. Danach verabschiedete sich der Kaiser herzlich vom Kaiser Franz Josef und den übrigen Mitgliedern der kaiserlichen Familie und reiste um 9 Uhr nach Wildpark zurück.

Oesterreichisch« Pretzstimmen.

Die Wiener Blätter begrüßen Kaiser Wilhelm in herzlicher Weise und geben ihrer aufrichtigen Freude und Genugtuung über diesen alljährlich sich wiederholenden Besuch bei Kaiser Franz Josef Ausdruck. DasFremdenblatt" erklärt:

Bor wenigen Wochen war ein Vierteljahrhundert um, als Kaiser Wilhelm das erste Mal als Deutscher Kaiser am Wiener Hof erschien, als Erb« des köstlichen Vermächtnisses, das sein Großvater und Vater hinterlassen hatte. Der Besuch des Deutschen Kaisers in Schönbrunn erbringt einen neuerlichen Beweis der Freundschaft und Einigkeit. Dies­mal feiert die Haupt- und Residenzstadt den Besuch des Deutschen Kaisers al» ein unerwartetes lokalhistorisches Jubiläum an den ersten Besuch des Kaisers vor 25 Jahren. Sie gedenkt dabei auch der früheren zum Teil schmerzlichen Anläsie, die den Herrscher des verbünde­ten Reiches nach Wien geführt. Sie sieht in der Begegnung der beiden Kaiser das Bündnis der beiden Reiche verkörpert und schließt sich aus vollem Herzen den Wünschen an, mit denen der Kaiser seinen kaiserlichen Gast und bewähtten Freund aus warmem und freudigen Herzen be- ürüßt."

DiePolitische Korrespondenz" schreibt:

Diese abermalige sinnfällige Offenbarung des festen Bestandes des seit über drei Jahrzehnten ein« europäische Friedensbürgschast bil­denden Bündnisse» zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland kann von den Völkern der Monarchie nur mit hoher Befriedigung betrachtet wer­den. Die gesamte politische Welt mutz angesichts dieser Vorgänge di« Richtigkeit bei Versuche klar erkennen, die von den Gegnern des Drei­bundes zu seiner Untergrabung während der letzten Zeit der Balkan­krise unternommen wurden. Bei einem Rückblick auf die Ereignisse wird jeder unvoreingenommene Beurteiler di« Tatsache als unanfechtbar an- «rkennen müsten, daß der Dreibund ein« der imponierendsten Proben von Festtgkett und Kraftfülle mit höchst befriedigendem Erfolg bestanden hat. Man hat hier volles Verständnis für die Bedeutung des Um­standes, datz der deutsche Herrscher den jetzigen Zeitpunkt zum Anlatz genommen hat, sich zu einer neuerlichen Zwiesprache beim Kaii«k Franz Josef sowie beim österreich-ungarischen Thronfolger einzufinden. Man nimmt hier die neue Kaiser Wilhelm zu verdankende Be» kundung einer innigen Freundschaft zwischen beiden Mäch­ten und Höfen mit hoher Genugtuung auf."

Vom Balkan. |

Belgrad, 25. Oki. Das serbische Preßbüro stellt ganz ener- I gisch die von den albanischen Führern in ihrem Telegramm an die Großmächte aufgestellten Behauptungen in Abrede und ver­sichert, die Haltung der Behörden sei immer korrekt gewesen. Der Beweis dafür sei, daß die Albaner Serbiens sich nicht an den An- griffen beteiligt hätten. Die Behauptung zu dementteren, die Serben hätten Ausschreitungen begangen, sei überflüssig; denn die öffentliche Meinung Europas kenne die Handlungsweise der Al­baner zu gut. Uebrigens würde die internationale Abgrenzungs­kommission ja viele Beispiele von Räubereien, Metzeleien, Brand­stiftungen und die von den Albanern auf ihrem Zuge zurück- gelastenen Trümmerhaufen sehen. Das Zeugnis der Kommission werde leicht diese Behauptung widerlegen.

V a l o n a, 26. Okt. Das Komitee der hier weilenden Flücht­linge aus Südalbanien berief gestern eine Versammlung gegen die Behandlung der Bevölkerung in den von den Griechen besetzten südalbanischen Gebieten ein, gegen die sie Einspruch erhoben. Sämtliche Redner wandten sich gegen das Vorgehen der Griechen gegenüber den Südalbanern und drückten den Wunsch au», daß die Mächte diesen Zuständen ein Ende machen möchten. Die Teil­nehmer an der Versammlung überreichten der Kontrollkommission ein Memorandum, in dem sie auf die harten Bedrückungen und Qualen des unglücklichen Albanervolkes sowie die Grausamkeiten der griechischen Soldateska hin­wiesen und an die Großmächte und alle zivilisierten Völker die flehentliche Bitte richteten, dafür zu sorgen, daß das Leben ihrer Brüder geschont und da» Albanerland sobald wie möglich von einer Okkupation durch fremde Hand befreit werde.

Albanien von den Serben geräumt.

Belgrad, 25. Okt. Amtlich wird gemeldet: Die letzten serbischen Truppen verließen heute mittag das Territorium des autonomen Albaniens.

Die unzufriedenen Serben.

. . -_B e.lg.r.üd^25. Okt. In dem Entwurf der Adreste der natio­nalistischen Partei wird die Politik der Regierung während der beiden Kriege als durchaus unbefriedigend bezeichnet. Die Regie­rung gab sich der I l l u s i o n hin, daß Bulgarien in loyaler Weise Serbien unterstützen würde. Diese Illusion schädigte wichtige Jnteresten, da sich die Aktion der serbischen Regierung statt auf serbifch-Mazedonien auf Gebiete erstreckte, deren Schicksal schon durch das Uebereinkommen zweier Großmächte entschieden war. Die serbische Armee war hierdurch zahlreichen unnützen Opfern ausgesetzt, ohne daß es der Regierung gelang, auch nur einen von der serbischen Armee eröffneten Wege zu zwei Meeren zu sichern. Ebenso unterließ es die Regierung rechtzeitig von Bulgarien die Revision des Bündnisvertrages zu fordern und eine Annexion der eroberten Gebiete durchzuführen. Im Augenblicke, als die Regie­rung die Entscheidung über die strittigen Gebiete einem unver- lätzlichen Schiedsgerichts-Urteil überließ, wurde die serbische Armee von den Bulgaren bei Nacht aus dem Hinterhalt überfallen. Schließlich erleichterte die Regierung durch ungenügenden Schutz der serbischen Grenze den Einfall der Albaner und legte dadurch der kaum demobilisierten serbischen Armee neue Opfer auf.

Die Heimkehr Schükri Paschas.

Konstantinopel, 25. Okt. Schükri PasckM und andere höhere Offiziere, die in Bulgarien gefangen waren, find heute hier eingetroffen und wurden mit großen Ehren empfangen. Eine zahl­reiche Menschenmenge bereitete ihnen lebhafte Kundgebungen.

Politische Umschau

Rücktritt des spanischen Kabinetts.

In der gestrigen Sitzung des Senats nahm Ministerpräsident Graf Romanoncs unter großer Aufmerksamkeit des Hauses das Wort. Er begann:Meine Herren Senatoren! Ihre Majorität hat das Schicksalderliberalen Partei in den Händen. Ich will hier das Wort nehmen, denn hier ist der Zwischenfall entstan­den, der die bekannten Schwierigkeiten geschaffen hat." Roma- nones erinnerte an die Demission des Präsidiums des Senats, die infolge der Einbringung des Zweckverbandsgesetzes erfolgte und skizzierte sodann den Verlauf der Ereigniste in Mexiko sowie der Streikbewegung in Barcelona und setzte die Beweggründe ausein­ander, die die Regierung zur Vertagung der Cortes veran­laßten. Er gedachte der Besuche König Alfons in Paris und des Präsidenten Poincar^s in Madrid, wodurch sich die französisch-spa­nischen Beziehungen enger gestalten hätten. Nomanones kündigte ferner ein Gesetz über die Eewistensfreiheit an. Er sprach sodann von der wirtschaftlichen Lage des Landes und erklärte, seit 1909 habe das öffentliche Vermögen um 155 000 000 Pesetas zugenom­men. Der Ministerpräsident erwähnte weiter die Annäherung ge- wister republikanischer Elemente an die Monarchie und sprach die Hoffnung aus, daß der Tag nahe, wo alldemokratische Ideen im Schoße der Monarchie Platz finden würden. Der Liberale Pulido brachte darauf eine Tagesordnung ein, ln der der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird. General Agearaga bekämpfte diese Tagesordnung, da die Konservativen die Gründe, aus denen die Regierung die Cortes für so lange Zeit vertagte, nicht anerkennen könnten. Auadal Labra (Republikaner) erklärte, daß seine Partei sich der Abstimmung enthalten^werde. Die Abstimmung ergab 106 Stimmen gegen, 103 für die liberale Tagesordnung. Nachdem das Ergebnis bekannt war, entstand eine außerordentliche Bewegung. Der Präsident versuchte vergeblich, die Ruhe wiederherzustellen. Di« Anhänger de» Ministerpräsi­dent«» brachte« Hochruf« auf den König und Romanon« au».

Schließlich verließ Graf Romanone» mit seinen Anhängern de« Saal, und die Sitzung wurde geschlossen. Das Kabinett reicht« darauf dem König seinen Rücktritt ein.

Die linksstehenden Blätter betonen die Notwendigkeit der Beibehaltung der liberalen Politik. Die Rückkehr Maura» zur Regierung würde eine Revolution Hervorrufen.Jmparcial" meldet, daß in der Nacht drei Höllenmaschinen explodierten, ein« in der Nähe des Ministeriums des Innern. Niemand wurde ver­letzt. Der Minister des Innern erließ bereit» strenge Befehle tm Hinblick auf Unruhen.

Die mexikanischen Wirren.

Die Associated Preß meldet au» Mexiko City: General Ser­vin, der frühere Stabschef des Generals Mondragon, wurde unter der Beschuldigung der Teilnahme an einer Verschwörung, di« Ruhestörungen zu den Wahlen bezweckte, verhaftet. Obwohl die« Anzeichen einer möglichen Ruhestörung sind, wird eine solche doch nicht erwartet. Jedoch werden Truppen in Bereitschaft gehalten. Die Polizei ist indesien angewiesen worden, nichts zu unterneh­men, was da» Wahlrecht der Bürger beeinträchtigen könnte. Sal- tillo Manuela Madro, ein Vetter des ehemaligen Präsidenten Madero wurde wegen angeblicher Beteiligung an der Verschwö­rung verhaftet.

Felix Diaz ist von dem Zentralausschuß seiner Partei aufge­fordert worden, eiligst nach der Hauptstadt zu kommen. Diaz will sich aber nicht der Gefahr der Verhaftung aussetzen und hat erklärt, er werde wahrscheinlich bis nach der Wahl in Veracruz bleiben.

Der am Sonnabend gemeldete Sieg der Regierungstruppen bet Monterey stellt sich jetzt als eine beträchtliche Niederlage her­aus. Nachrichten aus Texas besagen, daß sich nach einem verzwei­felten Straßenkampfe die Stadt den Aufständischen ergeben hat. Die Bundestruppen, die zum Entsatz herbeieilen wollten, sind nach heftigem Kampfe geschlagen worden, wobei tausend Mann gefallen sein sollen.

*

Philadelphia, 26. Okt. Präsident Wilson würdigte in einer Ansprache an die Studenten der Twarthmore-Universität da» Andenken William Penns und sagte, der Erundzweck amerika­nischer Eroberungen sei, darauf zu halten, daß jeder Fußbreit des Kontinents freien Menschen mit ihrem Selbstbestimmungsrecht ge­höre, die keine Regierung hätten, die nicht auf ihrer Zustimmung beruhe. Er wünsche, daß sich die ganze westliche Halbkugel das gleiche heilige Ziel setze und, daß keine Regierung bestehe, die sich mit Blut beflecke oder sich auf anderes stütze als auf die Zustim­mung des Volkes. Angesichts des Umstandes, daß die amerika­nische Regierung in der mexikanischen Angelegenheit eine Note vorbereitet, muß der Rede des Präsidenten Wichtigkeit betge­messen werden.

Deutsches Neich-

Trauerfeier für di« Opfer vom2. 2". Friedrichshafen, 25. Okt. Der Luftschiffbau Zeppelin beging heut« vormittag in der katholischen Pfarrkirche für die bei der Katastrophe des Ma­rineluftschiffesL. 2" ums Leben Gekommenen. Kurz vor Beginn der Trauerfeier betrat der König von Württemberg die Kirch« und stellte sich an die Seite des Grafen Zeppelin. Die Kapelle des Infanterieregiments in Weingarten leitet« di« Trauerfeier mit einem Chor ein. Dann hielt Stadtpfarrer Butfcher die Trauerrede. Später fand ein ähnlicher Trauerakt in der evan­gelischen Schloßkirche vor derselben Versammlung statt. Stadt­pfarrer Schmidt hielt die Trauerrede. Nach Schluß der Feier richtete Graf Zeppelin an seine Beamten und Arbeiter eine kurze Ansprache, in der er in rühmenden Worten der Toten gedachte, die ihr Leben ließen bei der Erfüllung ihrer Berusspflicht.

Stapellauf des KreuzersGraudenz". Kiel, 25. Okt. Auf der festlich geschmückten Werft erfolgte heute mittag der Stapel­lauf des kleinen Kreuzers ErsatzPrinzeß Wilhelm". Die Ehren­wache und Musik stellte das 1. Seebataillon. Oberbürgermeister Kühnast von Graudenz hielt die Taufrede und taufte das Schiff auf Befehl des KaisersGraudenz". Hierauf gab der Oberwerft­direktor den Befehl zum Ablauf des Schiffes, der sich unter den Hurrahrufen der Versammelten schnell und sicher vollzog.

* Sie Marine-Luftschiff-Abteilung ohne Luftschiff. Berlin, 26. Okt. Der Dienst der Offiziere und des Personals der Marine- Luftschiff-Abteilung bleibt vorläufig aus die theoretische Ausbildung beschränkt. Ob später und noch eheL. 3" und L. 4 fertiggestellt sein werden, Befehligungen zur Delag, für praktische Hebungen erfolgen, unterliegt späterer Entscheidung der maßgebende« Stellen.

Witwenunterstützunge« in Kriegervereinen. Berlin, 26. Okt. Der die norddeutschen Bundesstaaten und Elsaß-Lothringen umfaßende Deutsche Kriegerbund hat am Geburtstage der Kai­serin auf Antrag der Vereinsvorstände 49 700 J*. Unterstützungen an hilfsbedürftige Kameradenwitwen gezahlt.

Amtliche Untersuchung über Unterernährung. Berlin, 25. Okt. Der Minister des Innern hat eine Untersuchung über die Ursachen der Unterernährung angeordnet, und es sind infolgedessen eingehende Erhebungen von den zuständigen Behörden angestellt worden. Die inzwischen eingegangenen Berichte liefern umfang­reich« Material zur Prüfung und Beurteilung der Frage. Diese» Material wird nunmehr bearbeitet werden und eine zusammen­fassende Darstellung in den Publikationen des Ministeriums des Innern und Gesundheitswesens erfolgen.

Neuer Werftarbeiterstreik. Bremen, 25. Okt. Auf der Werft John C. Tecklenburg A.-E. in Geestemünde find unter Kon- traktbruch die Nieter und Bohrer, im ganzen 250 Mann, vor einigen Tagen in den Streik getreten. Deshalb ficht fich bU