mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
M 249
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich dur» die Post 2.25 «M. (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M. frei ins Haus. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Donnerstag, 23 Oktober
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 bei amtlichen mb auswärtigen Anzeigen 20 4. fflt Reklamen die Zeile 60 <$. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt al» Barrabatt. — Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamt« Frankfurt a. M.
18. Jahrg.
1913.
ErNes Blatt.
Tie badischen Landtaaswahlen.
Schmerzlich stellen die Blätter des Eroßblocks fest, daß die -adischen Landtagswahlen einen starken Erfolg der Rechten und bes Zentrums darstellen und die Linke eine Schlacht verloren hat. Nach den endgültigen amtlichen Ermittelungen wurden bei den Wahlen zur zweiten badischen Kammer gewählt: 29 Anhänger des Zentrums, 5 Konservative, 8 Nationalliberale, 1 Wilder, 1 Fortschrittler und 9 Sozialdemokraten, zusammen 53 Abgeordnete, sodaß noch 20 Stichwahlen vorzunehmen find. Bisher besaßen die vereinigten Nationalliberalen, Fortschrittler und Sozialdemokraten 44 Mandate, die Rechte und das Zentrum 29. Jetzt haben die letzteren gleich im ersten Wahlgange 34 Sitze erlangt, der Erotzblock 39. Selbst wenn bei den 20 Stichwahlen, was unwahrscheinlich ist, Zentrum und Rechte gar keinen Erfolg mehr haben sollten, wäre der Verlust, den die Linke erlitten hat, bedeutend. Von der Zweidrittelmehrheit ist sie jedenfalls weit entfernt.
Die Wahlbeteiligung war gegen 1909, wo sie 76 Prozent betrug, um 2 Prozent höher. Die Stimmenzunahme stellt sich bei der gesamten Linken auf nicht ganz 1700, während Rechte und Zentrum über 28 000 Stimmen mehr auf sich vereinigt haben. Die Sozialdemokratie hat eine Abnahme um nahezu 12000 Stimmen zu verzeichnen.
Auch wenn man nicht annimmt, daß das Zentrum und die Konservativen die Mehrheit in dem neuen Landtag erhalten werden, so ist das Ergebnis doch um so bedeutungsvoller, als der Erotzblock mit der sicheren Erwartung in den Wahlkampf gezogen «ar, seine Gegner erheblich zurückdrängen zu können. Auf dieses Ziel war nicht nur das Abkommen zugeschnitten, das dem Erotzblock zugrunde lag, sondern auch seine Wahlagitation. Ebenso bedeutsam als der Mandatsverlust des Erotzblocks im allgemeinen erscheint der Umstand, datz verschiedene von den Führern des Erotz- blocks auf der Strecke geblieben find, und datz in Rastatt der im Eegeusatz« zu dem Eroßblockabkomme« aufgestellte nationalliberale Kandidat gegen den Fortschrittler den Sieg davongetragen hat. Eine besondere Hervorhebung verdient das günstige Abschneiden der rechtsgerichteten Parteien. Bisher zählte die 2. badische Kammer 3 Mitglieder der Rechten, während jetzt schon 5 gewählt worden sind. Die neugebildete Reichspartei Hot zwar nicht vermocht, ein Mandat zu erringen, aber die aufgestellten Kandidaten haben doch eine stattliche Anzahl von Stimmen erhalten, offenbar solche von Männern, die früher der Wahl überhaupt fern geblieben sind. Aus allem geht hervor, daß jetzt auch der konservative Gedanke in Vaden im Fortschreiten begriffen ist. Obwohl demokratische Blätter die Meinung vertreten, datz der Wahl- ausfall keineswegs auf eine veränderte politische Gesinnung der Wählerschaft zurückzuführen s»i, sondern auf Dinge, die mit „taktischen" Fragen und solchen des „Parteibetriebs" zusammenhängen, läßt sich doch die Tatsache nicht leugnen, daß der Erotzblock eine schwere Niederlage erlitten hat und datz das Land sich mehr und mehr von einer Politik abwendet, die mit den gest^vo- renen Feinden des Bürgertums paktiert, um parteipolitische Vorteile auf Kosten der Eesamtintereffen einzuheimsen. Selbst im „liberalen Musterländle" hat der Erotzblock Fiasko gemacht, indem ein großer Teil der Wählerschaft den Führern des Erotzblocks die Gefolgschaft einfach verweigert hat.
Die Zentrumsblätter drücken ihre freudige Genugtuung über den Sieg aus und stellen ihn nicht zum wenigsten als einen Erfolg des Führers des badischen Zentrums, des Eeistl. Rats Wacker, hin. Die „Kreuzzeitung" zieht aus dem Ergebnis der Wahlen die Nutzanwendung für die Nationalliberalen. Die Wählerschaft habe in erfreulicher Weise fich von der demokratischen Politik abgewendet. Hoffentlich werde die Partei das als Lehre für ihre Eesamtpolitik annehmen. Das führt die „Deutsche Tageszeitung" des näheren aus, indem sie schreibt: „Man kann wohl annehmen, daß das tmmer deutlichere und immer peinlichere Abhängig- keitsverhältnis, in welches die Eroßblock-Liberalen der Sozialdemokratie gegenüber gelangt sind, namhafte Teile des Bürgertums doch zur Besinnung gebracht hat." Die „Tägliche Rundschau" begrüßt das Ergebnis und seine zu erwartende Vollendung mit einem heitern und einem naßen Auge. Sie freut fich der schwierigen Lage und der Kraftverminderung der Sozialdemokratie, sieht aber mit schwerster Sorge auf die „Machtfiille des Zentrums und die Abhängigkeit der Rechten von dem Siegeswagen des Zähringer Löwen".
Es ist zu hoffen, daß der Stichwahltag, der 30. Oktober, vollendet, was der 21. Oktober begonnen hat.
Politische Umschau.
Beisetzung weiterer Opfer vom „L. 2."
Die Absicht des Luftschiffbaus Zeppelin, die Leichen des Ingenieurs Schüler und der Monteure Bauer und Hohenstein in Friedrichshafen gemeinsam beizusetzen, kann nicht verwirklicht werden, da die Angehörigen die Beisetzung in den Heimatsgemeinden gewünscht haben. Abordnungen des Luftschiffbaues Zeppelin werden an der Leichenfeier teilnehmen. Für Friedrichshafen ist eine besondere Trauerfeier vorgesehen. Beim Grafen Zeppelin ist eine ungemein große Zahl von Veileidskundgebungen eingetroffen, die alle der Person des Grafen und besten System das unbegrenzte Vertrauen aussprechen.
In Görlitz fand gestern nachmittag unter großen militärischen Ehren und zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung die feierliche
Beisetzung des Korvettenkapitäns Behnisch statt, der im Trauerhause eine Trauerfeier vorausging. Zn dem Trauerzuge waren staatliche und städtische Behörden vertreten. Nach Gebet und Segen am Grabe beendete eine Ehrensalve die erhebende Feier. Unter den Kranzspenden befanden sich solche vom Kaiserpaar, dem Kronprinzen, dem König von Württemberg u. a.
Kapitän Eluud wurde unter außerordentlich großer Teilnahme aller Vevölkerungsschichten in Bremen beigesetzt. Außer den nächsten Angehörigen waren erschienen Graf Zeppelin, der Direktor bes Norddeutschen Lloyds Heineken, Mitglieder des Senats und der Bürgerschaft, Vertreter des Offizierkorps des Infanterie-Regiments Nr. 75 und eine große Anzahl Kapitäne und Offiziere des Norddeutschen Lloyds. Der Sarg stand inmitten der Kapelle unter herrlichen Kränzen, unter denen fich ein großer Lorbeerkranz des Kaisers, Kranzspenden vom Kronprinzenpaar, vom Senat und vom Grafen Zeppelin befanden. Ja der Trauerrede gedachte Hauptpastor Veek des großen Werks des Grafen Zeppelin, schilderte den Lebensgang des Verunglückten und schloß mit der Mahnung, standhaft zu sein im Unglück und Glück. Unter Musik wurde der Sarg in die Gruft gesenkt, die Kameraden des Verunglückten mit Kränzen gefüllt hatten.
Die Wirre« in Mexiko
beanspruchen wieder'unser erhöhtes Interest«, da der Rebellenführer in Torreon 12 Engländer, 40 Franzosen, 43 Deutsche und mehrere Spanier als Geiseln gefangen und'erklärt hat, daß alle geopfert würden, falls die Regierungstruppen ihren Versuch, die Stadt wieder zu erobern, nicht aufgeben würden. Daraufhin hat die amerikanische Regierung durch ihren Geschäftsträger bei der Regierung des Generals Huerta im Anschluß an Vorstellungen des deutschen Geschäftsträgers Vorstellungen erhoben und den Schutz der Ausländer, die in Torreon als Geiseln zurückgehalten werden, verlangt. Auf die Vorstellungen erklärte die Regierung, daß sie nicht in der Lage sei, sich mit Torreon, wo die Ausländer von den Aufständischen zurückgehalten werden, in Verbindung zu setzen. Es wird also den Mächten nichts weiter übrig bleiben, als den Schutz ihrer Staatsangehörigen selbst zu übernehmen. Frankreich hat bereits den Panzerkreuzer „Cond6" in die mexikanischen Gewässer entsandt. Die Lage wird dadurch noch verwickelter, daß Huerta seine eigene Kandidatur empfiehlt. Damit gilt Huertas Wahl schon für gesichert. Diese überraschende Wendung ist nur erklärlich, wenn man annimmt, datz England dem Präsidenten eine moralische und finanzielle Unterstützung zugefichert hat, also eine Amerika entgegengesetzte Politik treibt.
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Deutsches Reich.
— Tirpktz und Churchill. Berlin, 22. Ott. Staatssekretär v. Tirpitz hatte mit einem Korrespondenten des „Daily Ehro« nicle" ein Gespräch über Churchills „Flottenfeiertag". Er erklärte, daß man, ohne die Weisheit der britischen Polttik irgendwie anzuzweifeln, das deutsche Flottcngesetz ohne Zögern bis zum Schluste durchführen werde. Das Programm sei bisher pünktlich, ohne Beschleunigungen, befolgt worden, und man werde auch weiter so verfahren. Tirpitz wies jeden Gedanken eines Angriffs von deutscher Seite zurück, betonte aber, datz Deutschland nicht aufs neue das Schlachtfeld anderer Nationen werden wolle, und verwieg auf den starken Schiffsbau, der in der ganzen Welt vor fich gehe.
— Ein Disziplinarverfahren gegen Unbekannt? Berlin, 22. Ott. Wie die „Mogdeburgische Ztg." von gut unterrichteter Seite wisten will, soll eine Disziplinaruntersuchung anhängig gemacht worden sein, um festzustellen, auf welchem Wege der Brief des Kronprinzen an den Reichskanzler in die Oeffentlich- keit gelangt ist.
— Aerzte und Krankenkast««. Leipzig, 22. Ott. Der Verband der Aerzte Deutschlands schreibt:
Der Betriebskrankenkastenverband sucht die Verantwortung für das Scheitern der Einigungsvcrhandlungcn mit den Aerzten von sich abzuwälzen durch die Behauptung, dir Aerzteorganisationen hätten von vornherein die Vorschläge der Krankenkasten rundweg abgelehnt, obwohl diese sich zu Gunsten des Friedens außerordentlichen Beschränkungen in ihren wichtigsten gesetzlichen Rechten hätten unterwerfen wollen. Hinsichtlich des Honorars, über besten Höhe überhaupt nicht verhandelt worden sei, hätten die Kasten nur di« von den Aerzten vorgeschlagen« Bemestungsgrundlage nach Einzelleistungen nicht anerkennen können, sie hätten überhaupt nur solch« Forderungen abgelehnt, welche die Auslieferung der Kasten an die Aerzteorganisationen bedeuteten. Hierzu ist zu bemerken, daß die Kastenverbänd« überhaupt keine formulierten Vorschläge gemacht, vielmehr nur ihre seit Jahren bekannten ablehnenden Erklärungen wiederholt haben. Dagegen haben die Aerzte auf wichtige Rechte verzichtet, die sich für sie aus der Gewerbeordnung und dem gesetzlichen Recht der Freizügigkeit ergeben, Rechte, aus denen sie seither schon durch die Uebermacht der Kasten verdrängt waren: hinsichtlich der Wahl des Aerztesystems haben di« Aerzteorganisationen zugestanden, daß Kastcnverttäge nach dem System der organisierten freien Arztwahl oder nach dem Kastenarztsystem oder nach dem DillrikiMrztsystem abzuschließen seien. Hinsichtlich des Honoras ist die Einrelleistungsbczahlung durchaus nicht allgemein verlangt worden, sondern nur die Möglichkeit der Beibehaltung dieses Systems. Im übrigen ist den Kasten angeboten worden, daß die Vergütung entweder nach Einzelleistungen oder nach Iahrespauschale erfolgen soll. Für den Fall ferner, daß bet Pauschalvergütung eine Sondervergütung ; für gewiss« Einzelleistungen zugelaßen sein sollte, haben die Aerzte- organisationen Maxim.algrenzen zugesagt, desgleichen für den Fall, daß nur nach Einzelleistungen bezahlt würde. Schließlich sind den Kasten Konttollinstanzen für die gesamte kassenärztliche Tätigkeit angeboten worden, mit dem Recht, einzelnen Aerzten gegenüber Honorarkürzung«« vorzunehmen. Wie bei so weitgehendem Entgegenkommen der 58e» triebskaßenverband von Forderungen der Aerzte spreche« tat«, welche
die Auslieferung von Krankenkast«« an die Aerzteorganisationen bedeute«, ist umso unbegreiflicher, al» für den Fall von örtlichen Meinungsverschiedenheiten ein Schiedsamt seitens der Aerzteorganisationen vorgeschlagen wurde, das unter dem Vorsitz des Direktors des zustän- digen Obe verficherungsamtes oder Landgerichtspräfidenten endgültig und rechtsverbindlich entscheiden soll.
— Jungdeutschlandbund. Berlin, 22. Ott. In den fortgesetzten Beratungen der Bundesleitung des Jungdeutschlandbundes begründete Oberbürgermeister Dominicus-S^neberg die Ansicht der Bundesleitung, in den Fortbildungsschulunterricht für Knaben und Mädchen wöchentlich eine obligatorische Turn- und Spielstunde aufzunehmen. Der Vorstand wurde beauftragt, gemeinsam mit dem Vorstand des Zentralausschußes für Volks- und Jugend- fpiele den Reichskanzler zu bitten, die Regierungen der Einzel- staaten auf die Gangbarkeit des vorgeschlagenen Weges hinzu-- weisen und auch bei den Einzelregierungen dahin vorstellig zu werden. Die Bundesleitung sprach sich grundsätzlich gegen die! Einführung düs Schietzbetriebes in den Jugendvereinen in irgend-' welcher Form aus. An das Kultusministerium soll mit der Sittel herangetreten werden, beim Reichspostamt dahin zu wirken, daß Jugendlichen das Abholen postlagernder Sendungen erschwert werde. Die näcUtjührige Tagung soll in Stuttgart stattfinden, für die übernächste ist Düßeldorf in Aussicht genommen.
— Unparlamentarisches aus der bayrischen Kammer. München, 22. Ott. In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten kam es beim Schluß der Sitzung zu erregten Szenen, als der Abgeordnete Bühler (Liberal) in persönlichen Bemerkungen die Angriffe eines Zentrumsblattes auf feine Person in heftigen Worten zurückwies und schließlich als den Verfaßer des Artikels den im Hause nicht anwesenden Abgeordneten Dr. Schlittenbauer (Zentrum) nannte. Bühler wurde mehreremale zur Ordnung gerufen. Es folgten erregte Auseinandersetzungen, die mehrfach in persönliche Beleid igungen ausarteten. Der Vize- Präsident v. Fuchs konnte sich nur mühevoll Gehör verschaffen und mußte mehrere Abgeordnete zur Ordnung rufen.
— Liberale Mehrheit in der württembergische« 2. Kammer. Stuttgart, 22. Ott. Bei der heutigen Ersatzwahl im Oberamte Eerabron behauptete die Volkspartei gleich im. ersten Wahlgang ihre bisherigen Mandate. Nach dem Sieg der nationalliberal«« Partei in Rottweil verfügt nunmehr die Linke in der zweiten Kammer über 47 Sitze, die Rechte, die das Präsidium stellte, über 45 Sitze, während bisher beide Parteien je 46 Sitze hatten.
-----«------ Koloniales.
Der Handel unserer Kolonie Samoa im Jahre 1912 belief fich insgesamt auf 10,038 Millionen Mark gegen 8,456 Millionen Mark im Jahre 1911. Er hat also eine Zunahme von 1,582 Millionen Mark auf- zuweisen. Di« Einfuhr mit 1,994 Millionen Mark ist gegen 1911- mit 4,066 Millionen Mark um 0,928 Millionen Mark gestiegen. Die Ausfuhr, die 1912 eine Höhe von 5,044 Millionen Mark erreichte, hat gegen 1911, wo sie 4,389 Millionen Mark betrug, um 0,654 Millionen Mark zugenommen. Di« Handelszahlen Samoas zeigen demnach einen für dr« Verhältnisse der Kolonie recht erfreulichen Aufschwung.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 bes Urhebergesctz.-; nur mit der deutlichen Quellenangabe „Oberhest. Ztg." gestattet.)
Marburg, 23. Oktober.
* Akademischer Gottesdienst. Am nächsten Sonntag früh findet in der reformierten Kirche akademischer Gottesdienst statt. Die Predigt hält Geh. Konsistorialrat Prof. Dr. Bornhäuser.
* Zusammenschluß der deutschen Geschichtslehrer. Auf der letzten Philologentagung ist ein „Verband deutscher Geschichts- lehrer" gegründet worden. Die von über 50 Teilnehmern aus allen Teilen Deutschlands besuchte erste Versammlung verlief in der erwünschtesten Weise. Aus den anregenden Vorttägen unö' lebhaften Debatten ergab fich die einmütige Ueberzeugung der Anwesenden, daß die historische Unterweisung der Jugend, auf der fich die staatsbürgerliche aufbaut, eine der wichtigsten Aufgaben der deutschen Schule ist, und der ernste Wille, an der Vervollkommnung dieses Unterrichts kräftig mitzuarbeiten. Lehrer aller Schularten sind als Mitglieder willkommen; erfreulicherweise haben auch eine Anzahl Universität-Professoren durch sofor-. tigen Beitritt ihr Interesse bekundet. Zum 1. Vorsitzenden wurde Eymnasialdirektor Dr. Friedr. Neubauer in Frankfurt a. M. ge-' wählt. Stellvertreter ist Geh. Regierungsrat Universitäts-Pro- feßor Dr. E. Bernheim in Greifswald. . Anmeldungen sind an den 1. Schriftführer, Lehrer Waiier Behrendt, Leipzig-Schönefeld, Stöckelstraße 6, zu richten, der Jahresbeitrag von 2 «Al an den 1. Schatzmeister, Herrn Oberlehrer Dr. P. Rühlmann, Leipzig, Lampestraße 7, zu senden.
* Volksbäder überall! Unter dieser Ueberschrift sendet uns1 ein Freund unseres Blattes folgende Zuschrift: Düren. Der Geh. Kommerzienrat Arnold Schoeller hat für die Errichtung eines städtischen Schwimmbades 70 000 «Al geschenkt. Da aus einem Vermächtnis Eberhard Hoesch ein Grundstück und ein grö- ßerer Fonds vorhanden sind, der durch eine frühere Schenkung des Herrn Arnold Schoeller eine wesentliche Erhöhung erfuhr, so steht die erforderliche Bausumme von 300 000 «Al reichlich' zur Verfügung. — Kitzingen. Für die Erbauung eines Volksbades stifteten Bankier von Deuster und einige weitere Bürger 165 000 «II. Kommerzienrat Prenner hier kaufte den nötigen Bauplatz für 25 000 -4t. — Höchst a. M. Das Schwimmbad.' kommt an die kürzlich beschloßene neue Straße an den Mainkraftwerken zu stehen. Der Bauplatz kostet 66 400 «Al. Von dem von ■ den Farbwerken gedufteten Betrag stehen somit für den Bau noch.