Jto 248 die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. - Verlag von Dr. C. Hitzeroth. - Druck der Univ.»
1913
Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. T. Hitzeroth). Martt 21. Tel. SS.
(frrftes Blatt
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Graf Zeppelin sich nur schwer zu ihrer Ausführung entschlossen habe. Der „Verl. Lok.-Anz." hat darauf beim Reichsmarineamt und bei der Zeppelin-Gesellschaft über die von Dr. Eckener gemachten Angaben Erkundigungen eingezogen. Beide Stellen haben mit Bestimmtheit erklärt, daß Marine und Zeppelin-Gefell- schüft in vollster llebereinstimmung sich befunden haben, und daß die Zeppelin-Gesellschaft nur solche konstruktiven Aenderungen am „L. 2“ vorgenommen hat, die sie glaubte verantworten zu können.
— Der Deutschenmord von Tovadonga gesühnt. Berlin, 21. Okt. Der Deutschenmord von Covadonga hat endlich nach mehr als zwei Jahren — er wurde am 13. Juli 1911 begangen — seine Sühne gefunden. Am 11. v. M. sind alle sieben Verbrecher erschossen worden.
Die „Oberhesfiiche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis fr trägt vierteljährlich bur*
Kolnnmles.
□ Die Viehbestände Deutfch-Siidwestafrikas und der Kap- kolonie. In Deutsch-Südwestafrika ergab die Zählung des Jahre» 1912 einen Bestand von 172 000 Rindern, 435 000 Fleischschafen, 47 000 Wollschafen, 20 000 Angoraziegen, 448 000 gewöhnlichen Ziegen, 7800 Schweinen und 13 000 Pferden. In der Kapkolonie, d. h. der Kapprovinz, der Natalprovinz, Oranzeflutz-Provinz und Transvaalprooinz, gab es dagegen 1911 über 534 Millionen Rinder, fast 9 Millionen Fleischschafe, rund 22 Millionen Wollschafe, 4% Millionen Angoraziegen, 7y2 Millionen andere Ziegen, über eine Million Schweine uird noch mehr Pferde, Maulesel und Esel. Insgesamt also einen Nutztierstand von über 50 Millionen Stück, während bei uns knapp eine Million herauskommt. Ziehen wir die Jahre 1903 für unser Schutzgebiet und 1904 für die englische Kolonie zum Vergleich heran, so ergibt sich bei uns eine starke Vermehrung der Bestände, fast durchweg mehr als eine Verdoppelung, während das Anwachsen der Viehhaltung in der Kapkolonie nur eine Zunahme von etwa 60 Prozent darstellt.
Ausland.
•* Deutsche Flugzeuge für das schweizerische Heer. Genf, 21. Oft. Der bekannte Schweizer Flieger Vider ist nach Berlin abgereist, nm dort im Auftrage der Schweizer Bundesregierung eine größer« Anzahl Flugzeuge für die schweizerische Heeresverwaltung anzukaufen. Bevor Vider den Auftrag erhielt, fand im Schweizer Bundesparlament eine lebhafte Aussprache über die bessere Eignung deutscher oder französischer Flugmaschincn für die Schweiz statt. Schließlich drang die Ansicht durch, di« den Ankauf deutscher Flugmaschinen wünschte.
** Wiederzusammentritt des österreichischen Abgeordnetenhauses. Wien, 21. Okt. Das Abgeordnetenhaus ist wieder zusammengetteten. Der Präsident gedachte der schrecklichen Katastrophen: des „Volturno", des Grubenunglücks von Eardiff und des Luftschiffunglücks in Johannis, tat. Das Haus begann die Sonderaussprache über die Finanzoorlagen. Die Regierung hat den Entwurf eines Auswanderungsgesetzes eingebracht, der die Auswanderung einer eingehenden Regelung unterwirft und insbesondere die Auswanderung verbietet, die die einheimische Wehrkraft schädigt und den Mädchenhandel begünstigt. Ferner werden Bestimmungen gegen gewinnsüchtig« Auswanderungspropaganda gs> schaffen und die Werbetätigkeit einer scharfen Polizeikonttolle unter- stellt.
• • Zusammenstöße zwischen Italiener und Kroaten. Zara, 20. Oft. Als gestern abend kroatische Turner von einem Ausflug nach der Stadt zurLKehrten, wurde aus einem Hausfenster ein schwerer Gegenstand geworfen, worauf die Turner das Haus stürmen wollten. Ein großes Polizei- und Eendarmerieaufgebot hinderte sie daran und trieb auch zahlreiche Italiener zurück, die mit lärmenden Kundgebungen gegen die Turner eindrangen. Später kam es noch zu einem kleinen Zusammenstoß zwischen Kroaten und Italienern. 28 Personen wurden der Polizeibehörde zugefühtt.
• • Erkrankung Kokowzows. Rom, 21. Ott. Der russische Ministerpräsident Kokowzow, der sich privatim in Rom aufhält, ist gestern abend erkrantt.
• * Algerische Eisenwerke für Deutschland? Paris, 21. Ott. Heber die zwischen Deutschland und Frankreich angeknüpften Besprechungen bezüglich der Eisenwerke von Uenza in Algerien, mit denen sich der gestrige Ministerrat befaßte, schreibt das „Journal": „Man braucht die große Bedeutung dieser Frage nicht erst besonders zu betonen. Jedermann weiß, welche Wichtigkeit diese Angelegenheit für Deutschland hat, das bettächilich weniger Eisenerze erzeugt als seine Industrie bedarf."
* • Ein Putschversuch der portugiesischen Monarchisten. Lissabon, 21. Okt. In der letzten Nacht versuchten Monarchisten eine Umsturz- bewegung ins Werk zu setzen. Trotz umfassender Vorbereitung konnten sie nichts ausrichten, nur einige Telegraphenlinien und eine Eisenbahnlinie wurden unterbrochen. Es gab keine Opfer und keinen Schaden. Kein Teil der Armee oder der Marine nahm Teil an dem Umsturzversuch. Die Regierung kannte die Verschwörung bis in ihre Einzelheiten und wird die Hauptschuldigen besttafen. Die Unruhen begannen morgens damit, daß in verschiedenen Stadtgegenden Polizeiwachen und Wachen der republikanischen Garde angegriffen wurden.
* * Amerikanische Zustande. Newyork, 21. Okt. Der abgesetzte Gouverneur Sulzer erklärte, der Tammany-Führer Murphy, derselbe, der seinen Sturz herbeigeführt habe, habe ihm angeboten, ihn nicht absetzen zu lassen, wenn er sein« Befehle befolge. In diesem Falle würde er Sulzers Schulden bezahlen. Der Bürgermeister der Tammany Hall, Richter Mac Call, ist schwer blohgestellt.
grau Pankhutst in Amerika. Newyork, 21. Ott. Die Erlaubnis zum Betreten des Landes ist Frau Pankhurst unter der Bedingung erteilt worden, daß sie sich verpflichtet, in den Vereinigten Staaten keine Kampfpolitik zu propagieren, und daß std das Land nach Erfüllung der eingegangenen Vorlesungsverpflichtungen verläßt.
• • England gegen Amerika in Mexiko? Washington, 20. Ott.. Aus guter Quelle wird berichtet, daß der amerikanische Botschafter in London das Auswärtige Ami besuchte, um die Haltung Englands in der mexikanischen Frage kennen zu lernen. Der britische Gesandte in. Mexiko soll in verschiedenen Richtungen tätig gewesen sein, um der amerikanischen Politik entgegen zu wirken.
* • Rücktritt des Bizekönigs von Indien. Kalkutta, 21. Okt. Bize- könig Lord Hardinge beabsichtigt, Indien vorzeitig zu verlassen, da «
Ter (Rrokdlock
Ist ein Gebilde, das man von verschiedenen Seiten betrachten kann. Die bürgerlichen Parteien, die sich mit der Sozialdemokratie in Ihm. zusammenfinden oder noch zusammensinden sollen, gehen von ^Per^Erwägung aus, daß diese Verbindung ihnen verstärkte poli- -«chijche Macht innerhalb der verschiedenen parlamentarischen Grup- Ifterungen gewährt; sie nähren dabei den Gedanken, daß durch das Zusammenarbeiten mit bürgerlichen Parteien die Sozialdemokratie gezwungen werde, sich zu einer bürgerlich-radikalen Oppositionspartei durchzumausern. Diese Ansicht zu stützen, liegt auch im Interesse eines Teiles der Genossen, der die Aufgabe fühlt, die Fäden nach bürgerlich Radikalen und Liberalen nicht abreitzen zu lassen, während andere in di« revolutionäre Posaune blasen, um die strammen Parteigenossen bei guter Laune zu erhalten. Im Grunde sind sich, wie das zu allem Ueberflutz oft genug betont wird, int Endziel alleeinig. Das Zusammenarbeiten soll nur ein taktisches sein, so wird namentlich von dem bürgerlichen Teile mit besonderem Eifer betont, denn man weih, daß in weiten Kreisen des Bürgertums diese Verbindung keineswegs beliebt ist.
In Baden und Bayern ist der Eroßblock zunächst heimisch. Zugegeben, daß die parteipolitische Lage in Süddeutschland schwierig ist. Das aber ist heute wohl als Resultat zu verzeichnen: g e^, nützt hat die Politik einer ständigen, wenn auch bloß taktisch gemeinten Vereinigung im wesentlichen, ja man kann sagen, fast nur der Sozialdemokratie. Das hat bereits vor einiger Zeit einer der führenden Männer im badischen Eroßblock, der natlib. Abgeordnete Obrichter, selbst ausgeführt. Das Resultat für die nationalliberale Partei in Baden war, daß sie ständig zurückgedrängt wurde vom ersten aus den zweiten und dritten Platz im Landtage. Obrichter sagt, daß die Wähler sich unter dem festen Verhältnisse des Eroßblockes daran gewöhnten, der radikalsten Partei, d. i. der Sozialdemokratie, gleich von vornherein ihre Stimme zu geben - nnd so der nationalliberalen Partei einfach verloren gingen. Die Rücksichten, die das Verhältnis des Großblocks der Partei in der • Bekämpfung des Umsturzes auferlegte, mußten diese Verwirrung erzeugen. Auch im politischen Kampf ist eben Klarheit die beste Waffe.
Die Sozialdemokratie aber hat das allerdringendste Interesse an der Erhaltung des Großblockes. Das hat Jena zur Genüge ge- zeigi. Immer wieder ist darauf hingewiesen worden, daß die Sozialdemokratie eine Minderheitspartei sei und auf die Unterstützung des bürgerlichen Liberalismus bei den Wahlen angewiesen bleibe. Von den 111 Mandaten verdankt sie einen geringen Teil dem be—rühmten Dämpfungsabkommen. Von den Landtagen in Süddeutschland ist das Resultat bekannt, aber auch in Preußen hat das Niedsrbarnimer Kompromiß mit den Freisinnigen im • wesentlichen die Verstärkung der Fraktion herbeigeführt. Diese Zahlen sind für die Partei aber nicht das Wesentliche. Die Auffassung, die noch Richter vertrat, daß den bürgerlichen Liberalismus von der Sozialdemokratie eine unüberbrückbare Kluft trenne, hatte bis dahin eine für die Sozialdemokratie kaum überschreitbare Schranke für ihre Propaganda gezogen. Diese Schranke ist jetzt gefallen und, wie wir bereits oben an Obrichters Aeußerung zeigten, schöpft die Sozialdemokratie aus diesem Zustand mit Recht die Hoffnung, einen großen Teil ihrer Anhänger aus sozial nahestehenden Kreisen der Bevölkerung für sich gewinnen und sich so aus einer Minderheits- allmählich zu einer Mehrheitspartei entwickeln zu können. So wächst ihre Macht gerade im Eroßblock. In Baden hat kürzlich dies Gefühl der Macht einen prägnanten Ausdruck erhalten. In der „Mannheimer Volksstimme" richtet die ^Parteileitung „ein ernstes Wort an die nationalliberale Partei- -Wkitung Badens", weil ihr einige Kandidaten nicht zusagen. Daraufhin hat denn freilich ein nationalliberales Blatt, die „Bad. N. Nachr.", diesen Versuch der Einmischung in die inneren Parteiangelegenheiten als unerträgliche Schulmeisterei scharf zurückgewiesen.
Die Vorgänge in Kaiserslautern, die kürzlich gemeldet wurden, zeigen, wie viele andere Einzelheiten, wie hoch bereits die Genossen ihre Bedeutung dort unten einschätzen. Der Abg. Hoffmann in Kaiserslautern, der meinte, daß man nicht wisse, ob 'Frankreichs oder Deutschlands Herrschaft besser gewesen wäre, war einst — der Eroßblockkandidat gegen den Abg. Roesickc! Das sind bedeutsame Symptome! — In Norddeutschland ist freilich dank der nationalen Haltung der preußischen Nationalliberalen die Großblockidee im bürgerlichen Lager nur auf die Freisinnigen und ihre nahestehenden Kreise beschränkt. Und das ist gut so.
Die Parten der Rechten aber haben immer eine entschiedene Stellung gegen jedes Paktieren mit der Sozialdemokratie selbst in Wahlnöten eingenommen. Ab und zu mag wohl auch einmal ein rechts gerichteter Mann glauben, durch Unterhandlungen mit der Sozialdemokratie ein Mandat zu retten. Er hat es noch stets auf (eigne Verantwortung getan und ist desavouiert worden. Wie •man das mit der prinzipiellen Stellung der Freisinnigen in dem ,Dämpfungsabkommen und anderwärts auch nur vergleichen kann, bleibt selbst bei unseren politischen Kampfsitten schleierhaft. Aber wie das Dämpfungsabkommen zunächst geheim gehalten wurde und nur durch Indiskretion an die Oeffentlichkeit kam, so zeigt auch tMefe krampfhafte Beweisführung, daß in unserem Volke die „Rot- siheu" noch weit verbreitet ist und daß man noch damit rechnen Mutz und will. — Das dürfte das stärkste Hemmnis für die Aus- jbteitung des Eroßblocks fein. Bei uns im Norden machen die Mähler zu oft alle taktischen Abmachungen der Parteiführer zu 'irtdjte, weil das Bürgertum festhält gegenüber der Sozialdemo- 1 hatte.
Deutsches Reich.
— Der Telegrammwechsel zur Jahrhundertfeier. Dresden, 21. Okt. Auf die von dem König von Sachsen an die Souveräne Oesterreichs, Rußlands und Schwedens am 18. Oktober gerichteten Telegramme sind in herzlichen Worten gehaltene telegraphische Antworten eingegangen.
— Zur Veröffentlichung des Kronprinzenbriefes. Leipzig, 21. Okt. Die „Leipziger Neuesten Nachrichten" schreiben: „Daß der Kronprinz dem Reichskanzler in dem Schreiben erklärt hat, er bedauere es, wenn sein erster Brief so ausgelegt worden sei, als stelle er sich in Opposition zum Kaiser, mag zutreffen, da diese Mitteilung natürlich aus dem Reichskanzlerpalais stammen wird. Daß aber der Kronprinz sein Bedauern darüber ausgesprochen habe, daß fein Brief an den Reichskanzler überhaupt öffentlich erwähnt worden sei, ist wohl nicht gut mögli ch." — Der Leiter des Blattes hat bekanntlich Beziehungen zum Kronprinzen.
— Teilnahme des österreichischen Thronfolgers an der Hofjagd in Göhrde. Berlin, 21. Okt. Der Erzherzog Franz Ferdinand wird als East des Kaisers an der am 30. und 31. Oktober in Eöhrde stattfindenden Hofjagd teilnehmen, zu der u. a. der Reichskanzler und der österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin Einladungen erhielten.
— Sfasonow in Berlin. Berlin, 21. Okt. Heute abend fand zu Ehren des russischen Ministers des Auswärtigen Ssasonow auf der russischen Botschaft ein Essen statt. Unter den Geladenen befand sich der Reichskanzler, der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amte Zimmermann und mehrere Mitglieder der Botschaft mit ihren Damen.
— Unwürdiges von der Jahrhundertfeier. Leipzig, 21. Okt. Die öffentliche Festsitzung der städtischen Behörden in Jena gestaltete sich zu einem Hohn auf das Heldentum von 1813. Der Ee- meinderatsvorsitzende Brauckmann ehrte nicht nur das Andenken der Krieger und Sieger von 1813, sondern auch derer, die in der Folgezeit 'als politische Märtyrer ihr Leben und ihre persönliche Freiheit entsetzten. In diesem Zusammenhänge gedachte er auch Bebels, oer in nicht zu ferner Zukunft auch zu den Großen nnseresVolkes gezählt werden würde. Daß die Sozialdemokraten an einer in diesem Sinne geleiteten Festsitzung auch teil- nahmen und in das Hoch auf Deutschland mit einstimmten, nimmt natürlich nicht wunder. — Eine beispiellose Tatklosigkeit leistet sich das „Berl. Tagebl." in seinem Bericht über die Leipziger Feier. Es spricht von dem sächselnden Tonfalle des königlichen Redners, und daß ihm, als er fertig gewesen fei, hörbar ein Stein vom Herzen gefallen fei, beinahe so schwer wie die Zyklopen- quabern des Denkmals. Mit vollem Rechte schreiben die „Leipzig. Neuesten Nachrichten", daß darin eine beabsichtigte Kränkung und Herabsetzung des Königs von Sachsen und eine Verletzung der Gefühle des sächsischen Volkes liege.
. — Aufbesserungswünsch« der Unterbeamteu. Berlin, 21. Okt. Der Verband der Unterbeamten des Deutschen Reiches hat eine Eingabe an die Regierung gerichtet, in der eine ganze Reihe von Wünschen in bezug auf die Besoldung, Sonntagsruhe und Anstellung zum Ausdruck gebracht werden. Die wichtigste Forderung ist die, es möge das Anfangsgehalt der geringstbesoldeten Unterbeamten auf mindestens 1400 M festgesetzt werden. Ferner wird gebeten, die dreijährigen Zulagen auf mindestens 100 M zu bemessen, und der Vorschlag gemacht, die bestehenden Besoldungsklassen für Unterbeamte in drei zusammenzufassen mit den Gehaltsstufen von 1400—2100 M für Schaffner, 1500—2400 M. für Meister und Aufseher, 1600—2700 M für Unterassistenten. Die veralteten Amtsbezeichnungen Diener, Bote, Wärter und Wächter sollen abgcschafft werden. Die Eingabe beantragt weiterhin, den Wohnungsgeldzuschuß auf der Grundlage eines einheitlichen Zimmerpreises für die verschiedenen Orte nach den Kosten einer Dreizimmerwohnung festzusetzen, den Zwang zur Uebernahme von Dienstwohnugen möglichst einzuschränken und Dienstwohnungen nach vorheriger Abschätzung nur mit dem tatsächlichen Wert anzurechnen, den überschießenden Teil des Wohnungsgeldes aber bar auszuzahlen.
— Ei« „Deutscher Tag". Hohensalza, 21. Okt. Am Sonntag veranstaltete der Bund der Landwirte zur Erinnerung an die Leipziger Schlacht einen deutschen Tag, der aus der ganzen Provinz Posen zahlreich besucht war. Im Mittelpunkt der Feier stand die Festrede des Reichstagsabg. Dr. Oertel über 1813, der mit den Worten schloß- „Mögen schwere Zeiten kommen — und sie werdenkommen, wenn wir nicht einig bleiben, wenn wir nicht treu bleiben dem König und Gott, dann führen unsere Pfade, wenn wir uns Gottes Führung anvertrauen, wenn auch durch dunkle Tale, schließlich auswärts, heimwärts!"
— 10 Jahr« Krankenpflegebewegung. Berlin, 21. Okt. Auf ein zehnjähriges Bestehen sieht soeben der Deutsche Verband der Krankenpfleger und Pflegerinnen zurück. Er stellt die stärkste nationale Organisation der Krankenpfleger und Pflegerinnen dar. In zäher Arbeit erreichte er ein Niederringen des sozialdemokratischen Verbandes. Groß sind die Erfolge, die er für den bisher von der Sozialpolitik so sehr vernachlässigten Beruf erreichen konnte. Sie tarnen in beredten Worten zum Ausdruck in der Festrede, die der Leiter und Gründer des Verbandes, Georg Streiter, auf dessen Jubelfeier hielt. Diese Feier war aus ganz Deutschland beschickt und nahm einen erhebenden Verlauf. Ein Telegramm an den Kaiser wurde in herzlicher Weise beantwortet.
— Zur Vernichtung des „L. 2“. Berlin, 22. Okt. Der bekannte Luftschiff-Führer Dr. Eckener hatte iir der Presse angedeutet, daß einige konstruktive Einrichtungen auf dem ,$L 2“ auf Wunsch der Marineverwaltung getroffen worden wären, und daß
Marburg
Mittwoch, 22 Oktober
und den Beilaaen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage"
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