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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

Wo 246 die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2^c frei ins Haus. - Verlag von Dr. T. Hitzeroth - Druck der Uniu^

1913

Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Erstes Blatt

gewaltiges Zei-

heit und unser nationales Sein! Gewaltiger Zetten

und Deutschlands Unab»

fünbet Europa»

die Oktobersonne herauf.

Marburg

Montag, 20. Oktober

Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

DieObrrhejsische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch

Franz Josef, den Zaren und den König von Schweden Telegramme, in denen er für die Entsendung von Vertreter zu der Völkerschlacht« feier dankt.

Den Nachmittag und Abend über durchfluteten Hundert« tausende in festesfreudiger Stimmung die Straßen der Stadt; bi» zum Sinken des Abends war auch das Völkerschlachtdenkmal selbst das Ziel des Besuches gewaltiger Scharen. Mit Eintritt der ( Dunkelheit setzte in der ganzen Stadt eine Illumination ein. Auf den großen Plätzen loderten von den Obelisken die Flambeaux auf. Zwischen den Pylonen zogen sich Guirlanden elektrischer Birnen wie Perlschnüre hin. Um 6 Uhr begann im Gewandhaus

die Königliche Tafel

für die anwesenden Fürstlichkeiten und Würdenträger, zu der die Einladungen vom sächsischen Hofe ausgegangen waren. Im Laufe des Mahles hielt der König folgende Rede:

Euer« Majestäten, Kaiserlichen unb Königlichen -Hoheiten, Durch­lauchtigste Fürsten, alle die lieben Freunde und Bundesgenossen, die hier an dieser Tafel vereinigt sind, bitte Ich, Meinen tiefgefühltesten Dank dafür enlgegenzunehmen, daß Sie Meiner Einladung gefolgt sind. Hun­dert Jahre sind heute verfloßen, seitdem aus Leipzigs Gefilden jene große Völkerschlacht geschlagen worden ist, die einen Markstein in der Geschichte der hier vertretenen Völker bildet. Damals ein blutiges Ringen, Kämpf« von Schlachtgetümmel, Rot und Elend, Darnieder­liegen von Handel und Wandel, der entscheidende Wendepunkt für die heranbrechende, noch im Dunkel der Zukunft liegende Neuzeit. Heute aber nach hundert Jahren weittragender politischer Entwickelung und Umgestaltung an gleicher Stelle, als nunmehr einer Stätte ungestött fortschreitender Kultur und blühenden Eewerbefleißes, ein Zusammen­strömen der Nachkommen jener Kämpfer der großen Völkerschlacht von Leipzig von nah und fern zu einem

Fest des Friedens.

Nicht nur was Deutschland. Oesterreich-Ungarn, Rußland, Schweden 1813 gewesen, vor allem was die Völker der Völkerschlacht von Leipzig heut« geworden sind, wie Gottes Segen sichtbarlich auf den Fürstenhäusern dieser Völker geruht hat, ist uns angesichts dieser glänzenden Versamm­lung von Monarchen und Fürsten, dieser glänzenden Versammlung von hohen und höchsten militärischen Führern, dieser glänzenden Versamm­lung von Vettretern des deutschen Volkes, zum freudigen Vewußriein gekommen. Wir Deutsch« insbesondere sind in patriotischer Begeisterung dessen eingedenk, daß die Quellen der Kraft, di« in der Erhebung Deutsch­lands von 1813 mit ihrem Streben nach Einigung liegen, nach einer sittlichen und politischen Wiedergeburt ein neues herrliches Deutschland, das Deutsche Kaiserreich geschaffen haben. Und aus der Erinnerung an die Not der Vergangenheit und aus dem Bewußtsein des Besitzes der Eegenwatt entspringt der einmütige Wille aller Einzelstaaten Deutsch­lands, als Glieder des Reiches jederzeit Gut und Blut für den Bestand und di« Ehre des deutschen Vaterlandes* einzusetzen. Nicht in Kampf und Schlachtgetümmel stehen beute die Völker der Völkerschlacht von Leipzig vor unserem geistigen Auge, vielmehr in friedlichem Wettbewerb, den ernsten Aufgaben der Kultur und Zivilisation zu dienen, deren Lösung uns allen gemeinschaftlich obliegt. Und so darf Ich Sie begrüßen in Erinnerung an eine Zeit der Kämpfe und Kriege bei einem Feste des Friedens. In diesem Sinne danke Ich Meinen Gästen für Ihr Erscheinen und erhebe Mein Glas auf das Wohl der erhabenen Monarchen und Staatsoberhäupter, welche Ich die große Freude habe, hier vereinigt und vettreten zu sehen. Sie leben hoch!"

Der Kaiser reiste um 8.15 Uhr nach Wildpark ab. Der Kaiser wurde vom König von Sachsen zur Bahn geleitet unter stürmischen Kundgebungen der von allen Seiten anströmenden Menschen- masien. Später begaben sich der König und die noch anwesenden Fürstlichkeiten in die Alberthalle, wo das OratoriumAus Deutsch­lands großer Zeit" zur Aufführung gelangte.

Sonstige Festlichkeiten.

Berlin, 18. Okt. Die militärischen Feiern, die hauptsäch­lich in der Abhaltung von Festgottesdiensten bestanden, begannen um 11 Uhr vormittags. Besonders feierlich war der Festgottes­dienst im Dom, zu dem sich die im Berliner Kricgerbund zusam­mengeschlossenen Militärvereine eingefunden hatten. Eine nach Tausenden zählende Volksmenge fand sich um die Mittagsstunde am Zeughaus und im Lustgarten ein. Im Zeughaus vollzog sich die Paroleausgabe in der üblichen Form. Die Parole lauteteLeipzig 1913". In den Schulen wurde die Bedeutung dcs Tages durch feierliche Ansprachen gewürdigt. Auf dem Kreuzberg, auf besten Gipfel das nationale Denkmal für die Befreiungskriege errichtet ist, fand um 2 Uhr nachmittags bei prächtigem Wetter die Jubel­feier statt, zu der sich in Vertretung der Stadt Berlin Bürger­meister Dr. Reicke, Stadtverordnetenvosteher Michelet und andere Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung eingefunden hatten. Bei der Feier hielt Universitütsprofestor Dr. Schmidt eine Festrede am Standbild Friedrich Wilhelms III. Im Lustgarten legte der Hauptverband des Berliner Kriegervereins einen Lorbeerkranz nieder. Auch an den Standbildern Scharn­horsts, Blüchers, Eneisenaus, Bülows und Porcks legte der Ver­band Kränze nieder. Die Straßen der Stadt waren prächtig be« flaggt.

Die Gruppe Groß-Berlin des Jungdeutschlandsbun- des veranstaltete nachmittags einen großartigen historischen Festzug, der die Erhebung Preußens 1813 darstellte. Volks­schulen und höhere Schulen marschierten an der Spitze, daran schloßen sich die historischen Gruppen. Ganz besonderes Intereste erregten die vom Kaiser zur Verfügung gestellten Reisewagen der Königin Luise und ihr Hochzeitswagen, ferner der Festwagen mit einer Germania und dem Schmiede des Deutschen Reiches Bismarck. An den Festzug schlosten sich Vertreter von Regimentern an, die In. Leipzig den Sieg erkämpfen Krisen, Turnvereine, die Grupp» Iungdeutschland, das Pfadfinderkorps EroßDerlin, die Jugend« wehr, Fortbildungsschulen, kaufmännische und konfessionelle Ver-/ eine. Auf dem Tempelhofer Feld« hielt Generalfeldmarschall non', der Goltz eine kernige Ansprache, die mit einem Hurra aus de» Kaiser schloß.

dargebrachten Opfer an Gut und Leben für di« Freiheit de» Vater­landes. Hier unter dem Donner der Kanonen sind das deutsche Volks­bewußtsein und das deutsche Volkstum von neuem geboren worden, di« hohen Güter, auf denen sich später als sicheren Grundsteinen das neue Deutsche Reich begründen konnte. Hundert Jahre find ins Meer der Vergangenheit dahingeflosten, vieles ins Meer der Vergestenheit ge­senkt worden, doch das Andenken an di« Leipziger Schlacht und an di« Helden der Befreiungskriege blieb bestehen. In den Herzen des Volke» erwuchs ihnen ein dauerndes Denkmal, «in lebendiges Ehrenmal deut­scher Dankbarkeit.

Deutschland vergißt sein« Helden nicht.

Aber was in der Seele sorgsam geborgen liegt, verlangt nach eineüi gewaltigen, sichtbaren Wahrzeichen. Einmal muß es urkräftig zum Ausdruck, zur Gestaltung gelangen und sollte es einhundert Jahr« währen. Nie stirbt ein großer menschlicher Gedanke! Wohlan! Hier steht der zu Stein gewordene Wille des Volkes, das sichtbare Zeichen der Dankbarkeit gegen Gott und unser« Heldenväter für unsere Frei-

Sie »tlW-Beier in Leipzig.

Ein mächtiges Leben und Treiben erfüllte am Haupttage der Völkerschlachtfeier von den frühesten Morgenstunden an das festlich -geschmückte Leipzig. Mit Ausnahme des Kaisers, der um 10.45 Uhr aus Bonn eintraf, waren die sämtlichen fürstlichen Gäste, sowie die vornehmsten Vertreter des deutschen Heeres und der im Jahre "1813 verbündeten Armeen schon in Leipzig eingetrosfen. Die Familien der Heerführer der Befreiungskriege waren vertreten durch den Major Grafen Yorck von Wartenburg, den Rittmeister Grafen Blücher von Wahlstatt und den Leutnant Grafen Bülow von Dennewitz; aus Oesterreich sind zugegen Vertreter der Fa­milien des Fürsten von Schwarzenberg, und andere.

Von den frühen Morgenstunden an strömten gewaltige Volks­masten zum Völkerschlachtdenkmal, dessen Umriste noch im Dunste des Oktobermorgens verschwanden. Die Fahnenträger der Krieger­vereine, Innungen und andrer Vereine nahmen auf den Stufen der Denkmalstrepprn Aufstellung. Um den Teich herum gruppier­ten sich die Vertreter der Deutschen Studentenschaft, mehrere Tau­send an der Zahl. Die Ehrengäste fanden sich auf der großen Platt­form am Kaiserzelt ein. Rahe am Eingänge zu der Umwallung, die sich um den Denkmalsplatz zieht, war das Fürstenzelt errichtet. Hier trafen die deutschen Bundesfürsten und die Vertreter der Freien Städte ein und wurden von den Prinzen des Sächsischen Königshauses empfangen. Eine Ehrenkompagnie des Infanterie­regiments Rr. 106 hatte hier Aufstellung genommen. In der neunten Stunde nahm das Leben in den Straßen rapide zu. Der Festzug der Studentenschaft, an dem sich Studierende Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz beteiligten, bot einen prachtvollen Anblick, als der glänzende Zug von nahezu 3000 Studenten, mit 300 Fahnen sich zum Abmarsch nach dem Völkerschlachtdenkmal be­wegte, während mehrere Musikkapellen patriotische Weisen spiel­ten. Später rückten in fast endlosen Kolonnen

28 000 Leipziger Schulkinder unter Führung der Lehrer an, um an bevorzugten Stellen Plätze einzunehmen. Als die Einweihungsfeierlichkeiten ihren Anfang nahmen, spannte sich ein vollkommen klarer Himmel Über den Fest­platz, und. die hellen Strahlen der Sonne vergoldeten im rot- grauen Schein das Denkmal. Vom Festplatz herüber tönten die Klänge des Präsentiermarsches der Ehrenkompagnie. Der Kaiser und der König von Sachsen waren vorgefahren. Brausende Hurra­rufe klangen ihnen entgegen. Der Kaiser ritt mit dem König die Front der Ehrenkompagnie ab und begrüßte die versammelten Dundesfürsten sowie die Bürgermeister der Freien Städte. In feierlichem Zuge schritten dann die Bundesfürsten, gefolgt von einer glänzenden Suite um den Denkmalsteich herum, an den Stu­denten vorbei. Dann stiegen sie die große Mitteltreppe herauf, während von der oberen kleinen Plattform herunter Choralmusik ertönte. Nachdem die Fürsten unter dem Kaiserzelt Aufstellung genommen hatten, setzte der gemeinsame Gesang der versammelten Tausende ein, und von Posaunen und Kestelpauken begleitet, stieg das Niederländische Dankgebet zum Himmel. Dann trat tiefe Stille ein. Nur die Kirchcnglocken Leipzigs hallen leise herüber.

In seiner

Weihered« führte Kammerrat Thieme, erster Vorsitzender des Deutschen Patriotenbundes, u. a. aus:

Euere Königliche Majestät, deutsch« Brüder, deutsche Schwestern! Wir treten im Beten vor Gott den Gerechten! Sinn und Gemüt bewegt die Stimme der Weltgeschichte, des Weltenlenkers. Denn heute vor hundert Jahren erbrausten um diese Stunde über dies Blachfeld die Donner des Weltgerichts. Als die große Armee in Rußland geschlagen, in elenden Resten, in Lumpen gehüllt, am Ende des Jahres 1812 über die preußischen Grenzen ging als Preußens König am 17. März 1813 den Aufruf an sein Volk erließ: da wurde

der teutonische Geist wieder lebendig, da begann die gewaltig«, alle Gemüter erfastende Er­hebung. Das kleine ausgesogene, aber vom Geiste höchster sittlicher Kraft erfüllte Preußen, entzündete die mächtigsten Opferflammen, und mit grenzenloser Begeisterung steht das Volk auf, bricht der Sturm los. Vom Throne bis zur Hütte erwacht ein Wille, ein Gefühl der reinsten Hingabe an die Pflichten des heiligen Krieges: Mit Gott für König und Vaterland! Die Begeisterung fand erhebenden Widerhall in allen deutschen Gauen. Das deutsche Volk wußte, mit der Erhebung Preußens handelte es sich um Sein oder Nichtsein, um die Zukunft Deutschlands. Nicht in gewaltigen Heerhaufen strömten die anderen Stämme den preußischen Fahnen zu, zu schwer lastete noch die harte Faust des Eroberers auf allen Landen jenseits der Elbe bis an den Rhein, von den Alpen bis zur Nord- und Ostsee. Aber es kam di« Blut« der Nation: Offiziere der Rheinbundstaaten, die es als ein Gebot der Ehre betrachteten, als Deutsche auf deutscher Seite zu kämpfen, es kam die

deutsche Jugend, Deutschlands Zukunft! Freudig eilen Deutschlands treue Söhne auf den Kriegsschauplatz.

chen! den gefallenen Helden ein Ehrenmal, dem deutschen Volke ein Ruhmermal, kommenden Geschlechtern ein Mahn­zeichen! Was einst Ernst Moritz Arndt sagte, muß Wahrheit für alle Zukunst bleiben: Das Völkerschlachtdenkmal muß die Jrminsul des deutschen Volkes sein, wohin es am 18. Oktober jedes Jahres seine Schritte und seine Gedanken lenkt, daß alle daran erinnert werden, daß sie Brüder eines Stammes' und einer Liebe sind und daß fi« hinfort deutsche Liebe und Treue nächst Gott als das heiligste und höchst« zu achten und zu lieben haben. Eingedenk dieser Mahnung weihe ich dieses Denkmal den Manen der großen Zeit, daß 'die Väter in den Söhnen leben! Und so legen wir als tteue Söhn« des Vaterlandes heute am Hundertjahrestage der Völkerschlacht im Geiste der Väter aufs neue das heilig« Gelöbnis ab: Treu und fest zu fein im Glauben an den allmächtigen (Sott, treu und fest zu fein in der Liebe zum ange» stammten Fürstenhaus«, zum Kaiser und zum Reich. Dazu verhelfe uns der Gott, der mit unseren Vätern war! Amen!"

Auf die Wetherede

antwortet« König Friedrich August von Sachse«

mit folgenden Worten:

Die von hoher patriotischer Begeisterung getragenen Worte, die Sie, Herr Thieme, in Vertretung des Deutschen Patriotenbundes soeben an Mich gerichtet haben, haben uns Deutsche tief bewegt. Sie unter» stützen den gewaltigen Eindruck des mächttgen Denkmals, das durch di« freie Opferbereitfchast deutscher Blamier hier errichtet worden ist, als ein Zeichen deutscher Kraft und Einigkeit. Wie dieses Denkmal uns er. innert an blutig« Kämpfe und an den Heldentod vieler braver Soldaten, die vor 100 Jahren auf diesem Schlachtfeld fielen, wie es uns meiter mahnt an Gottes gnädig« und wunderbare Führung, der unserem Volk« nach langem Ringen und Sehnen eine herrliche Einheit schuf, so möge es nach wetteren 100, ja nach 1000 Jahren noch späteren Geschlechtern von dem heutigen Tage Kund« geben, möge es ihnen erzählen, wie in dieser Stunde Deutsch« und Russen, Oesterreicher. Ungarn und Schweden ihre Knie« in Verehrung beugen vor Gott, dem allmächtigen Lenker der Weltgeschichte, und zu ihm beten, daß er uns den Frieden erhalte zum Wohle unseres deutschen Volkes, zum Wohle auch der Staaten und Fürsten, di« Mir di« groß« Freude bereitet haben. Meiner Einladung zu folgen, und bei diesem Fest« durch Mitglieder ihres Hauses und durch Abordnungen ihrer tapferen Heere vertreten sind. In diesem Sinne beglückwünsche Ich den Deutschen Pattiotenbund zu dem wohlgelunge­nen Werk« und nehm« das Denkmal unter Meinen Königlichen Schutz."

Der gemeinfame Gesang des ChoralsNun danket alle Gott" schloß die eigentliche Weiheseier. Unter brausenden Heilrufen des Publikums kamen sodann

die Eilbote«

an und überreichten ihre Urkunden. Nunmehr es war gegen 12 Uhr schritten die Fürsten zur Besichtigung des Denkmalsinnern. Voran der Kaiser mit dem König von Sachsen. Es folgte der österreichisch« Thronfolger und der russische Großfürst Kyrill, so­dann der Prinz-Regent von Bayern, der König von Württemberg und die anderen deutschen Bundesfürsten. Am Eingang der Um- wallung bestiegen sodann die Fürstlichkeiten die berettstehenden Wagen und verließen um 12% Uhr den Denkmalsplatz.

Erzherzog Franz Ferdinand begab sich sodann nach dem

Schwarzenbergdenkmal,

wo sich bereits die gesamten österreichischen Generale und Offiziere, sowie eine Infanterie-Kapelle und «ine Abordnung des Schwar- zenbergschen Ulanenregiments eingefunden hatten. Kurz darauf erschien der Kaiser mit dem König von Sachsen sowie den übrigen Bundesfürsten. Die Familie Schwarzenberg war durch fünf Mit­glieder vertreten. Der junge Fürst zu Schwarzenberg hielt darauf eine Ansprache. Rach der Rede legte Erzherzog Franz Ferdinand einen Kranz am Denkmal nieder, wahrend deffen die Musik die österreichische Nattonalhymne spielte. Auch der Kaiser ließ am Denkmal einen Kranz niederlegen. Darauf wurden dem Kaiser die Mitglieder der Familie Schwarzenberg vorgestellt, mit denen er sich kurze Zeit unterhielt. Sodann begrüßte der Kaiser die Generale der österreichischen Armee. Damit war diese Feier be­endet. Die Monarchen begaben sich dann zur

russischen Kirch«

wo der Kaiser, die Bundesfürsten und die fürstlichen Gäste an einem Tedeum aus Anlaß des Namenstages des rusfis^n Erotz- fürstenthronfolgers teilnochmen, und begaben sich von dort aus, überall von einer unübersehbaren Menschenmenge stürmisch be­jubelt, nach dem Neuen Rathause. Hier wurden die Füchen von dem Oberbürgermeister Dr. Dittrich das imposante Treppenhaus hinaufgeleitet und in der Wandelhalle, deren Gallert« mit Damen der Stadt besetzt war, von ihm feierlich begrüßt. Oberbürger­meister Dr. Dittrich hielt hierauf eine Ansprache. Der Kaiser und der König von Sachsen schritten dann in den Festsaal des Rat­hauses, wo gegen 2 Uhr ein Frühstück begann, das vom Rat der Stadt gegeben wurde. Nach dem Frühstück besichtigten die Fürst­lichkeiten das neue Rathaus. Der Kaiser begab sich darauf mit dem König von Sachsen in das Königspalais, wo der Kaiser Ab« steigequartter nahm. Der König von Sachsen richtete an Kaiser

Jetzt ober nie mußt« ber Tag kommen, bet gebieterisch die erlösende Tat forderte: Die Befreiung vom schmählichen Joche ber Frembherrschaftl Deutsche für Deutsche!llnb ber Tag kam! In bumpsem Ringen wogt der Kampf monatelang von der Saale zur Oder und wieder zurück. In atemloser Spannung harren die Guten des Sieges der Freiheit und des Rechts. In gewaltiger Sammlung der Kräfte führt Leipzigs große Ebene die Entscheidungsschlacht heraus. Das Schicksal ganz Euro­pas steht auf dem Spiele. Heiß wütet der Männerstreit auf blutiger Bahn. Napoleons Stern erbleicht, und in strahlendem Glanz steigt

hängigkeit und Freiheit.

Der Kampfplatz rings um Leipzig ist eine geweihte Stätte, ein Heiligtum des gesamten deutsche« Volkes geworden, geheiligt durch di«

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