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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain V und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

JK245

DieOberhessifche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feierlage. Der Bezugspreis beträgt viertelsährlich durck die Post 2.25 A (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 8 frei ins Haus. Verlag von Dr. T. Hiheroth. Druck der Unio.» Buchdruckerei Z. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Sonnabend, 18 Oktober

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. füt Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

t8. Jahrg.

1913.

S7 Tote.

** Als das erst« deutsche MarineluftschiffL. 1 seinen Unter­gang in dÄr Wogen der Nordsee bei Helgoland fand, wurde es allgemein als ein gewisser Trost im Unglück betrachtet, daß bereits das zweite Marineluftschiff, derL 2" fertig gebaut und zur Ab­nahme seitens der Marinekommission bereit war. Und jetzt liegt auch dieses Luftschiff, dessen Verbesierungen und Ausmaße unsere militärische Luftschiffahrt für lange Zeit hinaus als unerreicht hinstellen sollte, als ein Trümmerhaufen in der Nähe des Flugplatzes Johannisthal bei Berlin, und unter seinen Trüm­mern sind nicht weniger als 27 wackere Seeleute und hervor­ragende Ingenieure des Luftschiffbaues begraben worden. Das Unglück trifft die deutsche Marine und ganz Deutschland als ein schwerer Schlag, der in allen nationalen Kreisen tiefste Trauer und innigstes Mitgefühl mit den in ihrem Berufe Umgekommenen Hervorrufen wird. Die Katastrophe zeigt wieder einmal, daß auch das stolzeste Werk menschlichen Erfindungsgeistes und menschlicher Kunst ein Gebilde bleibt, das gegen elementare Gewalten und verhängnisvolle Zufälle nicht mit absoluter Sicherheit zu schützen ist. So betrübend aber auch die Vernichtung desL. 2 sein mag, deutschen Mut und deutsche Tatkraft wird das Unglück nicht, niederzwingen. Noch ist nicht sicher festgestellt, aus welchen Ur­sachen die Katastrophe entstanden ist, aber man wird als gewiß annehmen dürfen, daß nur ein nicht vorauszusehendes Ereignis den Untergang des Luftschiffes herbeigeführt hat. Dieses Ereig­nis aufzuklären und Sorge zu treffen, daß feine Wiederholung so weit als möglich ausgeschlossen wird, wird die nächste Aufgabe der berufenen Stellen sein. Ebensowenig wie die früheren Unfälle wird aber die Katastrophe desL. 2 als ein Beweis für die Un­richtigkeit des Prinzips gelten können, nach dem bei uns der Luft­schiffbau für Heer und Marine ausgeführt wird. Wie alle früheren Unfälle der Zeppelin-Luftschiffe wird auch der jetzige nur dazu beitragen, dieses Prinzip, noch vollkommener auszugestalten. Ein Verzagen gibt es für deutschen Mut und deutsche Entschlossenheit nicht.

Ueber den

Hergang des Unglücks

erhalten wir folgende Nachrichten:

Johannisthal, 17. Okt. Noch im Aufsteigen begriffen, erfolgte in einer Höhe von 100 Metern in der vorderen Gondel eine Explosion. Das Luftschiff senkte sich, und in wenigen Se­kunde» war alles Leben erstorben. Die sechs Jnsaßen der vor­deren Gondel stürzten zur Erde. An der Unfallstelle weilen das Gardepionierbataillon und Abteilungen des Kaiser Franz Garde« Grenadier-Regiments Nr. 2, die die Absperrung besorgen, wäh­rend die Feuerwehren von Treptow, Schöneweide und Britz auf die rauchenden Masten Master geben. Ein Doppeldecker macht vor der verödeten Halle und über dem vereinsamten Flugplatz seine Kreise. Von den 27 Insassen des Luftschiffes zeigt nur noch einer schwache Lebenszeichen.

In dem Augenblick des Unfalls desL. 2" spielten Schulkinder der Mädchenschule in Johannisthal auf der Wiese, als fast un­mittelbar über ihnen die Explosion erfolgte. Zunächst st a r r vor Schrecken stoben die etwa 10jährigen Kinder in un­beschreiblicher Angst auseinander und flohen in die Schule. Die Eltern mußte,i gerufen werden, upt ihre zitternden Kinder, die sich nicht allein auf die Straße wagten, nach Hause zu geleiten. Die G l u t, die der brennende Luftkreuzer entwickelte war so stark, von den brennenden Stoffen nur geringe Teile der die Bal- I-chanets «ryschli eßenden Goldschlägerhaut übrig blieben. Dieses federleichte Material wirbelte vom Winde gepeitscht hoch in die Lüfte und wurde selbst bis in weiter gelegene Ortschaften, ja auch in Grenzgebiete der Reichshauptstadt getrieben. Die Metallteile des Fahrzeuges waren wie elastische Körperchen zusammengeknäult und die Eondelscheiben, die umherlagen, zu Zylindern zusammen­gebogen. Bei den Aufräumungsarbeiten, an denen sich auch die Mannschaften des Augusta- und des Alexander-Regiments betei­ligten, kamen mehrfach Verletzungen vor durch das Alu­miniumsgestänge des Wracks. Die Verletzten wurden von den an­wesenden Krankenschwestern behandelt.

Sin Augenzeuge berichtet

über die Katastrophe:

Ich sah das Luftschiff, in Flammen gehüllt, zur Erde stürzen. Die Hülle war bereits vollständig verbrannt, von den Gas- ballonets war nichts mehr zu sehen. Das nackte Gerippe mit den Gondeln stüzte mit der Spitze nach unten zu Boden. Die Fabrik­feuerwehr der Albatroswerke fand nur noch einen wüsten Trümmerhaufen vor, unter dem die Leichen begraben waren. Auf Bahren, mit Flagg-ntüchern zugedeckt, wurden die Leichen der Verunglückten weggetragen. Die Feuerwehr, Mann­schaften des Trains, des Augusta- und Alexander-Regiments eilten an der Unglücksstelle hin und her. Rauchwolken stiegen aus den Trümmern auf. Automobile und Lastfuhrwerke lagern auf der Straße. Große Menschenmengen umgeben die Unglücksstelle." Ein anderer Augenzeuge berichtet:Ich beobachtete, daß amL. 2 während des ganzen Morgens auf dem Flugplätze gearbeitet wurde. Zahlreiche Flugmaschinen umkreisten den Flugplatz, als das Luftschiff um 10 Uhr 15 Min. aufstieg. Das Luftschiff hatte gerade den letzten Fliegerschuppen passiert, als ich das ganze Luftschiff in Flammen sah. Wenige Sekunden später Hörte ich eine furchttare Explpsion, wahrscheinlich von

dem Venzinbehälter. Wir suchten die Verletzten aus den Trüm­mern hervorzuziehen. Die Rettungsarbeiten waren sehr erschwert durch die glühenden Drähte und brennenden Aluminiumteile. Wir zogen die Verunglückten aus den Flammen und legten sie auf die Wiese. Einer war sehr schwer verletzt und schrie wie wahnsinnig vor Schmerzen. Hilfe war jedoch bei ihm nicht mehr möglich. Ein anderer, der in den letzten Zuckungen lag, verschied in wenigen Minuten. Ein Kapitänleutnant, der herausgezogen wurde, war ebenfalls tot. Bei fünf anderen konn­ten wir feststellen, daß nur die Füße verbrannt waren, während der Kopf und die anderen Körperteile schwere Verletzungey auf­wiesen. Noch schwieriger gestaltete sich die Arbeit bei der vorderen Gondel. Jede Hilfe war beim besten Willen un­möglich. In der vorderen Gondel sah ich eine« vollkomme« verkohlten Menschen stehen. Wegen der zu großen Hitze haben wir unsere Bemühungen vorläufig einstellen müsten. Soldaten suchen mit Beilen und Hacken die Trümmer auseinanderzuhacken und das Aluminium auseinanderzureißen."

Der Flieger Hirth, ein Augenzeuge der Katastrophe, er­zählte, daß zuerst die vordere Gondel Feuer fing und sich dann die Flammen blitzschnell über das Luftschiff verbreiteten. Drei kurz aufeinanderfolgende Explosionen hätten das Vernichtungswerk vervollständigt. Die Toten sind in der Marinelustschiffhalle auf­gebahrt. Auf die Nachricht von der Katastrophe ist Prinz Adalbert mit seinem Adjutanten sofort an die Unglücksstelle geeilt. Die Unglücksstelle wird von Tausenden von Menschen um­lagert. Die Frau eines bei der Katastrophe verunglückten Ober­ingenieurs erlitt, als sie sich auf dem Wege zur llnglücksstelle be­fand, einen Unfall dadurch, daß der Vergaser des Autos in Brand geriet und eine Explosion erfolgte. In der Aufregung sprang die Frau noch während der Fahrt aus dem Wagen heraus, kam jedoch mit leichteren Verletzungen davon. r*

Die Totenliste.

Berlin, 17. Okt. Bei der Zerstörung des Marineluft­schiffesL. 2 sind, wie bis jetzt festgestellt ist, getötet worden: Vom Reichsmarineamt Korvettenkapitän Vehnisch, Oberbaurat Neu­mann, Baumeister Pietzker, die technischen Sekretäre Prise, Eifeler und Lehmann, von der Marine-Luftschiffabteilung: Kapitän-Leut­nant Freyer, Kapitän-Leutnant Alexander Trenk, die Marine- Oberingenieure Hausmann und Busch, Steuermann Pettelkow, Maschinist Lasch, Bootsmannsmaat Werner, Signalmaat Kluge, die Obermaschinistenmaate Krahmer, Keidel, Drestel, Deckert und die Maschinistenmaate Weber und Fricke, von der Zeppelinwerft: Kapitän Elund und die Monteure Hohenstein und Bauer. Schwer verletzt wurde Freiherr v. Bleuel, Leutnant im Augusta-Garde- Erenadier-Regiment Nr. 4.

Berlin, 17. Okt. Der schwerverletzte Leutnant v. Bleuel ist gestorben.

Die stärkere Besatzung desL. 2" ist darauf zurückzu- führen, daß die Fahrt als Höhenflugabnahmefahrt ge­plant war. Hierzu war eine stärkere Belastung des Fahrzeuges erforderlich. Augenzeugen wollM bemerkt haben, daß vor dem Aufstieg die Motoren nicht funktioniert haben, so daß der Abflug sich etwa 11,4 Stunde verzögerte. In dem Augenblick der Explo­sion war die Ballonhülle von kleinen gelben Flämmchen ein­gehüllt. In unmittelbarer Nähe der Riesenluftschiffhalle, kaum 200 Meter von ihr entfernt, liegt auf freiem Felde das Gerippe des stolzen Marineluftschiffes. Unter rauchenden Tuchteilen und schwelenden Filzlappen liegen regungslos noch die Körper ein­zelner der verunglückten Luftfahrer. Bon dem Luftkreuzer ist kein Teilchen mehr zu retten. Kraftwagen und Lastautomobile mit Geräten rasseln zur Stelle, wo die Kriegsflagge h a l b st o ck weht.

Bezüglich der Besttzverhältnisfe

des verunglückten Luftschiffes wird von unterrichteter Seite fol­gende Auskunft gegeben: Jedes Luftschiff hat, bevor es in den Besitz der Marineverwaltung übergeht, zunächst eine Anzahl sog. Werftprobefahrten zu erledigen, auf denen die allgemeinen Ein­richtungen und die gesamte Brauchbarkeit des Luftschiffes erprobt wird. Diese Werftprobefahrten hatteL. 2" hinter sich, und es ist am 20. September daraufhin von der Marineverwaltung in Besitz genommen worden, aber nur unter einem Vorbehalt, der während der weiteren sog.Marineprobefahrten" üblich ist. Während dieser Periode ist die Marineverwaltung in der Lage, gewiße Abänderungen, die noch als notwendig erscheinen, zu ver­langen, und von der Erfüllung dieser Forderungen bleibt die end­gültige Uebernahme abhängig. In diesem Stadium hat sichL. 2" befunden, der also im Besitz der Marineverwaltung unter dem üb­lichen Vorbehalt gewesen ist und in solcher Lage bis zur gänzlichen Erledigung der Probefahrten verblieben wäre.

Die Ursache des Unglücks.

Vom Reichsmarineamt begaben sich sofort zahlreiche Offiziere an die Unfallstelle, um wenn möglich, die Ursache der Katastrophe festzustellen. Aber aus dem Gewirr von Aluminium und Stahl­draht, das dort auf dem Felde ruht, läßt sich wenig oder gar nichts mehr erkennen. Nach Ansicht der Fachleute ist der Unfall fol­gendermaßen entstanden: Infolge eines Fehlers am Magnet­apparat entstand plötzlich eine Fehlzündung. Die entzün­deten Gase drangen aus dem einen Zylinder durch die Ansaug­rohre in den Vergaser und setzten dort die etwa einen Liter fas­sende Benzinmenge in Brand. Von hier pflanzte sich dann wahr­scheinlich die Explosion ie den über der Maschinengondel an­

gebrachten Benzinbehälter fort und setzte die darin enthaltene« 2000 Kilogramm Benzin in Brand. Durch diese gewaltige Explo­sion wurden die Gaszellen in Brand gesetzt und das Gerippe stürzte zu Boden. Vorkehrungen, um einen derartigen llitsall zu ver­hüten, bestehen bis jetzt noch nicht. Man hat zwar mehrfach t« die Benzinleitungen, die von dem Tank zum Vergaser führen, feine Drahtfiebe eingebaut, die jeden Flammenrückschlag verhüten sollen, doch ist diese Einrichtung natürlich auch nur bis zu einem gewißen Grade zuverlässig. Man kann natürlich auch einen Vergascrbrand als Ursache der Explosion nicht zuverlässig als den Grund zu dem Unglück «geben. Es ist ebensogut möglich, daß hier elektrische Erscheinungen mitspielen. Bekanntlich bildet sich bei Luft­schiffen auf der Fahrt und namentlich bei der Landung ein sogen, elektrisches Potentialgefälle, das unter Umständen Spannungen bis zu 20 000 Volt erreicht. Da ist es nicht unmöglich, daß ein plötzlich entstehender Funke, erzeugt durch die Reibung der äußeren Verkleidung irgendwo ausströmendes Gas zur Entzündung bringt. Einem solchen Vorgang steht man machtlos gegenüber. Be­kanntlich ist ja schon ein Zeppelinluftschiff nach der Landung einet elektrischen Entladung zum Opfer gefallen.

Graf Zeppelin.

München, 17. Okt. Graf Zeppelin traf heute mittag von Friedrichshafen hier ein. Er erhielt zufällig am Hauptbahnhofe die erste Nachricht von dem Unglück des MarineluftschiffesL. 2". Er setzte daraufhin seine Reise nach Leipzig zur Jahrhundertfeier nicht fort, sondern fuhr sofort nach Friedrichshafen zurück.

Uorfeiern ;uur Gedenklag von ßeiprig.

Gestern vormittag um 10 Uhr begann die Einweihung der russischen Kirche in Leipzig, wozu außer den in Leipzig anwesenden Russen eine größer« Anzahl geladener Gäste erschienen waren. Großfürst Kyrill r- schien Punkt 10 Uhr in der Kirche, wo er von der Geistlichkeit erwarte! wurde, und begab sich sofort in das Allerheiligste, wo die Zeremonie mit der Weihe begann. In der russisch gehaltenen Predigt führt« Probst Malzow aus, daß der erst« Lobgesang vor 100 Jahren auf dem Schlacht­felde von den russischen Soldaten angestimmt worden sei. So beginne in diesem Erinnerungsjahr die Reihe der Feiern mit einem Dankgebet der Rußen in deren neuem Eotteshause. Um 12 Uhr schloß die Feier mit Gesang.

Deutsch-Akademisches Olympia.

Di« gestrigen Veranstaltungen in der Unioersitätsturnhalle wurden mit Fechtturnieren eröffnet. Es traten zu Beginn zwei Studentinnen zum Florettfechten an, deren Leistungen hervorragend waren. Anschließend war Fechten für immatrikulierte Studierende der Universität Leipzig. Die erste Konkurrenz wurde mit dem Florett ausgefochten, darauf folgte Säbelfechten. Auf beiden Gebieten wurden glänzend« Leistungen ge­boten. Auf dem Sportplatz trafen 170 Wettkämpfer ein. Eine derartig hohe Teilnehmerzahl im Sechskampf war bisher unerreicht. Es zeigt sich bereits recht deutlich, daß das Sportintereße in akademischen Kreisen außerordentlich gewachsen ist. Die Leistungen übertrafen weit den Durch­schnitt früherer Olympiafeste. Im Auftrag des Reichskanzlers wird Stattsminister Dr. Delbrück den festlichen Veranstaltungen des Deutsch- akademischen Olympia beiwohnen.

Vormittags überreichten Oberbürgermeister Dittrich und Stadtver­ordnetenvorsteher Rothe in den Geschäftsräumen des deutschen Patrioten­bundes Kammerrat Thieme, dem Bundesvorsitzenden, feierlich den Ehrenbrief der Stadt Leipzig.

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München, 17. Okt. Am Schlüße der heutigen Sitzung des Land­tages lenkte der Vizepräsident v. Fuchs di« Aufmerksamkeit aus die vaterländische Eedenkfeier.die morgen in Leipzig in Anwesenheit des Deutschen Kaisers und der Fürsten stattfindet.Wie die Feier in Kel­heim so vereinigt die Leipziger Feier die Herzen allei treuen Deutschen in festlicher Erinnerung an das große Werk, das 1813 mit dem Blute besiegelt wurde. Mit Stolz gedenkt das deutsche Volk dieses Jahres und seiner Helden. Auch das Bayernvolk, jnsbesondere wir, sein« Vertreter, nehmen freudigen Anteil an der Feier und vereinen uns mit dem ganzen Volke zu den innigsten Wünschen für die Wohlfahrt, die Macht und den Glanz Deutschlands. Mit besonderer Wärme gedenken wir unseres all- verehrten Prinzregenten, der mit dem Deutschen Kaiser und den Bundes­fürsten durch seine Teilnahme an der Feier bekundet, wie uner­schütterlich geschlossen die in Deutschland verbundenen Stämme und Fürsten zusammenstehen. (Lebhaftes Bravo.)

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DeuMes Reich-

Som Kaiser. Maria Laach, 17. Okt. Der Kaiser tras 2% Uhr in Maria Laach ein und wurde an der Abteikirche vom Abt« Hildefons Herwegen und den Patres d«s Klosters empfangen. Der Kaiser besich­tigt« unter Führung des Abtes die Kirche und die Anlagen des Klosters.

Weitere Erhöhung der Zivilliste des Erotzherzogs von Heßen. Darmstadt, 17. Oki. Die Regierung hat den Ständen eine Vorlage zu­gehen laßen, in der beantragt wird, die Zivilliste des Großherzogs um weitere 50 000 zu erhöhen, weil di« letzthin bewilligte Erhöhung nm 75 000 M für di« Aufbesserung der Gehälter der Hofbediensteten und Hofbeamten nicht ausgereicht hat.

Der Wiederzusammentritt des Reichstags. Berlin, 17. Okt. Der Reichstag wird seine erste Sitzung am 20. November, nachmittags 2 Uhr, abhalten und sich wie herkömmlich am ersten Tag mit Bittschriften be­schäftigen.

I -

Ausland.

* Die Setben dringen weiter vor. Koritza, 17. Okt. Die Serben überschritten die albanische Grenze und besetzten die Dörfer Kljetsche und Veheani. Sie bringen siegreich gegen Elbasan vor.

Die serbische Thronrede. Belgrad, 17. Okt. Die Thronrede ge­denkt der im Kriege gefallenen Helden und der Befreiung unterdrückter Brüder sowie der Beseitigung der territorialen Schranken zwischen Ser­bien und Montenegro durch die Taten der serbischen Armee, die Erösf- «ung eine» Zuganges zur Adria und zum Aegäischen Meer« und di« Bei-