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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

M 244

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertelfährlich bin* die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der llniv.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Freitag, 17. Oktober

Der Anzeigenpreis beträgt für di- 7gespaltrne Zeil« oder deren Raum 15 4. bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 .j. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

18. Jahrg.

1913.

Blatt.__

Dos neue StaMMl8.2 gemistet.

Ein schreckliches Unglück hat erneut die deutsche Wehrmacht und damit das gesamte deutsche Volk getroffen, das umso tra­gischer wirkt, als es geschah, während man sich eben überall im Reiche anschickt, die Gedenktage der großen Zeit vor 100 Jahren festlich zu begehen. Das zweite Marineluftschisf ist nach kurzer Lebensdauer durch eine Explosion aus bisher noch nicht bekannten Ursachen vernichtet und die gesamte Besatzung getötet worden:

Johannisthal, 17. Okt. Das MarineluftschisfL. 2" ist in 300 Meter Höhe kurz nach dem Aufstieg übet der Rudower Chaussee explodiert. Sämtliche Insassen sind toi. Einzelheiten fehlen noch.

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Beginn der Jahrhundertfeiern.

Gestern-Vormittag um 11 Uhr erfolgte in Leipzig die feier­liche Beisetzung der sterblichen Ueberreste mehrerer in der Schlacht bei Leipzig gefallener russischer Offiziere. Vor der Kapelle des Iohannisfriedhofs fanden sich als Vertreter des Zaren der Groß­fürst Kyrill mit Gefolge, eine russische Militärabordnung, der sächsische Kriegsminister Freiherr v. Hausen sowie eine große An­zahl von Offizieren der Leipziger Garnison ein, an der Spitze der kommandierende General v. Kirchbach und der russische Botschafter in Berlin Swerbejeff sowie der russische Gesandte in Dresden Baron Wolff. Die Trauerparade stellte die Leipziger Garnison. Zum Fahren der Särge wurden sechs mit Pferden bespannte Feld­geschütze verwendet. Die Lafetten mit den Särgen wurden bis an den Eingang des Erabraumes gefahren und von russischen Offi­zieren zum Erabraum getragen. Nach Beendigung der Trauer­feier betrat der Großfürst mit Gefolge den Grabraum und wohnte der Beisetzung der Särge in der Gruft bei. Während der Feier gaben Infanterie und Artillerie drei Ehrensalven ab. Der Groß­fürst legte an den Särgen einen Kranz des Zaren und einen von ihm selbst gestifteten nieder.

Das deutsch-akademische Olympia

wurde in der Turnhalle am Leipziger Tor um 8 Uhr vormitags eröffnet. Nach einer kurzen Ansprache des Rektors trat man sofort in den Zwölfkampf, der in der Zeit von 8 bis 11 Uhr von zirka 80 Mann durchgekämpft wurde, ein. Die Nachmittagskämpfe wurden um 3 Uhr mit der Faustballmeisterschaft (erste und zweite Runde) eröffnet. Die Kieler und Münchener Faustballmannschaften zeichneten sich besonders aus. Zahlreiche Studenten wohnten den Vorführungen bei und verfolgten mit großem Zntereffe die Leistungen ihrer Verbindungsbrüder. Um 6 Uhr abends wurde in der Leipziger Turnhalle das Musterriegenturnen und die all­gemeine Freiübungsprobe abgewickelt. Der A. T. V. Berlin zeigte besonders schwere Hebungen am Barren. Zahlreiche Zuschauer wohnten den Uebungen bei und spendeten lebhaften Beifall.

Die Urkunde der Deutschen Turnerschaft

für den Eilbotenlauf zum Völkerschlachtdenkmal in Leipzig hat nach demSchwäbischen Merkur" folgenden Wortlaut:

Am 16. bis 18. Oktober 1913 als Wilhelm II. Deutscher Kaiser und Friedrich August III. König von Sachsen war, sind 35 000 Turner über 7000 Klm. in neun Haupt- und 23 Nebenläufen aus allen Gauen des Vaterlandes Leipzig zugeeilt, um in Weitergabe von Hand zu Hand durch die verschiedenen Cäujcr dem Vorsitzenden des deutschen Patrioten­bundes Clemens Thiem eine Urkunde überbringen zu lasten, di« di- freudige Anteilnahme an der Vollendung des Völkerschlacht-Denkmals bezeugen soll."

Die Urkunde ist unterschrieben von Andreas Volze-Frankfurt a. M. und Dr. med. Ferdinand Götz, Geh. Sanitätsrat, Leipzig- Lindsnau. Auf die Urkunde für den Eilbotenlauf, der von Fried­richshafen ausgeht, setzte Graf Zeppelin eigenhändig die Wid­mung:Auf dem Gelände des Luftschiffbaues Friedrichshafen dem ersten Läufer übergeben. Friedrichshafen, am 16. Oktober 1913, 3 Uhr 30 Min. nachmittags. Graf Zeppelin." Die Urkunde hat eine Eichenlaubumrahmung und trägt oben einen schwarzen Reichsadler in goldenem Felde und unten die Ansicht des Völker­schlachtdenkmals.

Die Feier in Wien.

Wien, 16. Okt. Kurz vor 10 Uhr ertönten von der Burg her stürmische Hochrufe. Der Kaiser in Eeneralsuniform mit dem Mantel fuhr in einem offenen Leibwagen im Schritt auf die Ring­straße und den Festplatz. Unweit des Schwarzenbergplatzes ver­ließ der Kaiser den Wagen und begrüßte zunächst den Erzherzog Franz Ferdinand und die übrigen Erzherzoge. Hierauf begab sich der Kaiser, während der Schnbertbund das LiedGebet vor der Schlacht" anstimmte, zum Denkmal, zu dessen Füßen der Monarch einen prächtigen Lorbeerkranz niederlegte, dessen Schleifen die In­schrift trugenDem glorreichen Feldmarschall Karl Fürsten zu, Schwarzenberg. Franz Josef I." Zn diesem Augenblick gab die Calutbatterie 20 Schüsse ab, während die Kapelle die Volkshymne spielte. Darauf begrüßte der Kaiser die Schwarzenbergschen und Radehkyschen Familienmitglieder. Sodann nahm der Kaiser den Vorbeimarsch der Truppen entgegen und schritt die Front der Re- zimentsabordnungen mit den mit Lorbeer geschmückten historischen Feldzeichen ab, die vor dem obersten Kriegsherrn gesenkt routben. Unter den erneuten Klängen der Volkshymne bestieg der Kaiser dann den Wagen zur Rückfahrt nach der Hofburg. Donnernde Hochrufe des nach vielen Tausenden zählenden Publikums er­schollen aus den Fenstern -er in der Ringstraße Gelegenen Häuser. Die Kundgebungen wiederholten sich immerzu bis der Wagen vfe Hofburg erreichte.

Eingreifen des Kronprinzen in der Welfenfrage.

Schon mehrfach hat der Kronprinz sich offen zu denen bekannt, die für eine stramm nationale deutsche Politik eintreten, un­geachtet der Angriffe, die ihm solches Heraustreten in die Oeffent- lichkeit mehrfach eingebracht hat. Erfreulicherweise hat sich der Kronprinz auch jetzt in der braunschweigischen Thronfolgefrage nicht gescheut, ftine Bedenken gegen die beabsichtigte Regelung zu äußern. Wie dieLeipziger Neuesten Nachrichten" von gut unter­richteter Seite erfahren haben, hat der Kronprinz ein Schrei­ben an den Reichskanzler gerichtet, in dem er betont, daß der Prinz Ernst August erst dann in Braunschweig einziehen dürfe, wenn er vorher klipp und klar für sich und seine Nachfolger aus Hannover verzichtet habe. Der Fahneneid sei kein staats­rechtlicher Akt. Die halbamtlicheNordd. Allg. Ztg." bestätigt in seltener Eile diese Meldung, indem sie schreibt:

DieLeipz. Neuesten Nachrichten" bringen Mitteilungen über ein Schreiben des Kronprinzen an den Reichskanzler in der braunschweigischen Thronfolgefrage. Wie wir hören, hat in dieser Angelegenheit eine Korrespondenz zwischen dem Kron­prinzen und dem Reichskanzler stattgefunden, bei der der Kron­prinz seinen Bedenken gegen die Thronbesteigung des Prin- zenErnst August ohne ausdrücklichen Verzicht auf Hannover Aus­druck gegeben hat. Der Reichskanzler hat in seiner Antwort unter eingehender Schilderung des Sachverhalts die Gründe dargelegt, die für die Haltung der preußischen Regierung maß­gebend sind."

Gleichzeitig erklärt das Blatt, daß das preußische Staats- Ministerium in seiner gestrigen Sitzung über den in der braun­schweigischen Thronfolgefrage beim Bundesrat zu stellenden An­trag Beschluß gefaßt hat.

Die Haltung der Konservativen in dieser Angelegenheit war bisher nicht völlig klar. DieKreuzzeitung" erklärt jetzt, daß ihr durch den Offizierseid des Prinzen Ernst August müh nicht alle Bedenken beseitigt erscheinen. Wenn auch konservative Pattei- interessen vielleicht eine andere Haltung der Partei empfehlen, so müßten doch diese Rücksichten gegenüber den höheren vaterlän­dischen zurücktreten. Mit dieser Anschauung deckt sich folgende Erklärung der hannoverschen Konservativen:

Die Konservativen in Hannover betrachten den bestehenden tafr sächlichen Zustand als unabänderlich Rach ihrer Kenntni» der Verhält­nisse und Stimmungen in der Provinz Hannover wäre es ein Unglück nicht nur für die Provinz, fottbern für den preußischen Eesamtstaat, wen« die braunschweigische Frage erledigt würde, ohne daß zuvor der welfi- schen Agitation durch eine offizielle Einwirkung von selten de» welfischen Hauses ein Ende gesetzt wäre."

Preßstlmmeu.

Die heutigen Morgenblätter kommentieren lebhaft den Brief des Kronprinzen an den Reichskanzler. DerLok.-Anz." schreibt offenbar inspiriert, er sei eine rein private Kundgebung des Thronerben. Ueberrascht habe, daß sie den Weg in die Presse ge­funden habe. DieKreuMitung" steht auf demselben Standpunkt, betont aber, daß der Kronprinz die Regelung der braunschweigi­schen Frage an verantwortlicher Stelle zur Sprache brachte. Die Berl. Neuesten Nachr." meinen: Der Kronprinz hat sicher nicht homogen, aber er hat deutsch gehandelt und den weitesten Kreisen des Volkes aus der Seele gesprochen. DieTägl. Rund­schau" glaubt, daß für die Jndiskretton der Kronprinz nicht ver­antwortlich gemacht werden könne. DieVossische Zeitung" meint, der Brief des Kronprinzen verstärke die lleberzeugung, daß es wirksamerer Bürgschaften für die Thronfolge Braunschweigs be­nötige als die seien, die bisher bekannt wurden. DerBörsen- Kurier" schreibt, der Kronprinz werde von alldeutscher Seite gegen den Reichskanzler ausgespielt. Die dem Kronprinzen nahe­stehenden Kreise der ausländischen Zuschauer-Galerie lassen laut und deutlich ankündigen, daß in der Familie des Deutschen Kaisers Meinungsverschiedenheit bestünden und dieMorgenpost" betont ebenfalls, daß der kaiserliche Sohn gegen den kaiserlichen Schwie­gersohn Front mache.

Eege« einenPreßklatsch".

MLnchen, 16. Okt. DieBayrische Staatszeitung" schreibt: Zur braunschweigischen Frage erhielt derHannoversche Kurier" eine längere Zuschrift, die sich in tendenziöser Weise mit Persön­lichkeiten des derzeitigen Hofftaates des Prinzen Ernst August und feiner Gemahlin beschäftigt. Nach der Darstellung sollen der der Hofhaltung des Prinzen vorstehende Oberleutnant Freiherr von Lichtenstern sowie dessen als Hofdame der Prinzessin fungierende Gattinklerikal" sein, was damit begründet wird, daß der Vater des Freiherrn, General Freiherr v. Lichtenstern, als Freund so­wohl des Minffterpräsidenten Freiherrn v. Hertling, wie Dr. Ortetet und des Erzbischofs v. Bettinget gelte. Es wird auf diesem Wege eine lückenlose Kette konstruiett, die angeblich von den Jesuiten zum künftigen Hetzogspaat von Braunschweig führt. Die Tendenz der Ausstreuungen liegt zu klar zutage, als daß es einet besonderen Hervorhebung bedürfe. In welcher Art hier zugkräftig bet Preßklatsch verbreitet wird, ergibt sich aus dem Hinweis darauf, daß der Vater des Oberleutnants v. Lichtenstern weder v. Hertling, noch den Kammerpräsidenten Dr. Ortetet, noch den Erzbischof v. Bettinget näher kennt. Das törichte Gerede von klerikale?' Gesinnung des Oberleutnants und seiner Gattin, so­wie von Zesuiteneinflüssen erledigt sich hiermtt von selbst,"

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Deutsches Reich.

Der Kaiser in Bonn. Sonn, 16. Ott. Der Kaiser hat de» Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe die Rettungsmedaille <ne Bande verliehen anläßlich der Errettung der Freifrau Gabriele Speth v. Schülzburg aus Stuttgart durch den Prinzen am 2. Sep­tember in Norderney. Der Kaiser hat dem Prinzen die Dekora­tion gestern bei seiner Ankunft in Bonn persönlich behändigt. Der Kaiser empfing um 12 Uhr den Abt von Maria-Laach, Hilde- fons Herwegen. Nach der Ftühstückstafel unternahm der Kaiser eine größere Automobilfahrt auf dem rechten Rheinufer über Sieg­burg, Engersttrchen, Wipperfürth und Waldbröhl.

Rangerhöhung K» deutschen Gesandten in Tanger. Ber­lin, 16. Ott. Dem außerordentlichen Gesandten und bevollmäch­tigten Minister in Tanger, Freiherrn v. Seckendorfs, wurde der Charatter eines Wirttichen Geheimen Rats mit dem Prädikat Exzellenz verliehen.

Bon der deutsche« Mittelmeerdivifion. Berlin, 16. Ott. Der unter dem Befehl des Korvettenkapitäns Graßhoff stehende kleine KreuzerGeier" ist in Triest eingetroffen. Er wird längere Zett dort bleiben, um den Kontreadmiral Souchon an Bord zu nehmen, der das Kommando über die Mittelmeerdivision über­nimmt.

Der Schutz der deutschen Interesse« in Mexiko. Berlin, 16. Ott. DieHertha", die zurzeit in den nordamerikanischen Ge­wässern weilt, erhielt Befehl, zum Schutze deutscher Interessen in Mexiko nach Veracruz zu gehen. Sie wird später durch Kreuzer Bremen", Stattonsschiff in den amerikanischen Gewässern, ab» gelöst.Hertha" ist am 13. Oktober von Halifax abgegangen.

Deutscher Protestantentag. Berlin, 16. Ott. Zn der heu- ttgen Sitzung des Deutschen Protestantentages sprach Pfarrer Radecke-Koln überRom oder Wittenberg? Wer hat die Zukunft in Deutschland?" Im Anschluß an den Vortrag wurde folgende Entschließung angenommen:Angesichts der Große der römi­schen Gefahr für die äußere und innere Entwicklung Deutsch­land» und überzeugt von der Notwendigkeit eines starken freien Protestanttsmu» für die Zukunft unseres Vaterlandes, verurteilen wir aufs schärfste die Katholisierungstendenzen in der evangelischen Kirche, warnen vor einem politischen Bündnisse mit dem Ultramontanismus wegen der unserer deutschen Kultur daraus immer wieder drohenden Folgen und fordern alle liberalen Männer und Frauen in den deutschen evangelischen Landesfirchen zur tatttästigen Mitarbeit an der Verwirklichung des lomfreien Wittenberg auf. Zn der Aussprache bezeichnete es Pastor Aner- Charlottenburg als notwendig, konfessionelle Schulen zu errichten. Bei den interkonfessionellen Schulen bezahle gewöhnlich der Pro­testantismus die Kosten, und die Katholiken hätten den Vorteil. Graf v. Hoensbroich befürwortete eine Entschließung, in der zum politischen und wirtschaftlichen Kamps gegen Rom und das Zen­trum aufgefordert wird. Pfarrer Kong-Bremen wandte sich ent­schieden gegen konfessionelle Schulen; es sei notwendig, die Kinder in gleiche Schulen zu schicken, sonst werde der religiöse Kampf niemals aufhören. Nachdem von mehreren Seiten die Entschließung Hoensbroich bekämpft worden war, wurde diese mit großer Mehrheit abgelehnt. Daraus wurde der Protestantentag geschlossen.

Ein grober Bertrauensbrnch. Berlin, 16. Ott. DerVor­wärts" veröffentlicht eine lange Unterredung mit Herrn v. Metzen, dem Hauptzeugen im neuen Krupp-Prozeß. Herr v. Metzen teilt derTägl. R." nun mit, daß diese Unterredung mit ihm nur in­folge eines groben Vertrauensbruches in die Hände des genannten Blattes gekommen fei. Er lege Wert darauf, festzustellen, daß er weder unmittelbar noch mittelbar mit der Schriftleitung des Vorwärts" etwas zu tun habe, und daß die Veröffentlichung des Vorwärts" seinen Absichten durchaus widerspreche.

Verschärfung des Patrouillendienstes in Metz. Metz, 16. Okt. Infolge schwerer Angriffe von Zivilpersonen auf Soldaten in der Nacht vorn 12. zum 13. Oktober, wobei u. a. ein im Dienst als Wirtshauspatrouilleur sich befindender Unteroffizier i n b i e Mosel geworfen wurde, ist gestern in der Garnison ein um­fangreicher Patrouillendienst eingerichtet worden. Die Patrouillen sind mit scharfer Munition versehen und werden gegebenen­falls von ihrer Schußwaffe auf Grund der bestehenden Bestim­mungen Gebrauch machen.

Schwer verständlich. Gotha, 16. Ott. Hier fand ein Pro­zeß statt, in dem der erste Staatsanwalt des Herzogtums als Klagevertreter die denkwürdigen Worte sprach, er könne Bismarck­feiernweder als vaterländisch noch als national" ansprechen, er könne nur solche Feiern als vaterländisch und national bezeichnen, die von sämtlichen vaterländisch und monarchisch gesinnten Par­teien veranstaltet würden. DieTägl. Rundschau" meint dazu, richtig:Das machte viele Leute erst recht neugierig, zu wissen, wie weit ober wie eng bet gothaische Staatsanwalt banach denn bie Grenze fürvaterländisch und monarchisch gesinnt" ziehen wolle."

Der Bruderkuß. Straßburg, 16. Okt. Bei dem Besuch des/ französischen Kriegsministers in den Ostprovinzen Frankreichs hat sich wie erst jetzt bekannt wird, ein Zwischenfall ereignet. Im Verlauf des Empfanges des Kriegsministers im Rathause zu Nancy wurde ihm Herr Jean, der Vorsitzende desSouvenir Alsa- cien-Lorrain" vorgestellt. Unter dem Beifall der Anwesenden/ umarmte ihn der Kriegsminister spontan, dasselbe tat auch. der Abgeordnete Lebrun. Derbrave Lothringer" hatte Träne»! in den Augen, berichten die französischen Zeitungen. Der ftan» I zofische Kriegsminister, der einen frantteichtrenen Zeitungs-1 expedienten umarmt> 4» lächerliches, aber auch bedenkliche» Symptom,,- . ' ' ,