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Nurdichau.

Zur Welfenfrage

wird derI. R." aus Gmunden berichtet: Prinz Ernst August weilt in wichtigen Beratungen in Potsdam, wohin er vom Kaiser berufen wurde. Mit dem deutschen Reichskanzler weilte bei dem Prinzregenten in München zugleich der erste Ratgeber des Her­zogs von Cumberland. Die Braunschweiger Frage steht unmittel­bar vor ihrem Abschluß. DieBraunschw. R. Rachr." melden: Geheimrat v. d. Wense aus Gmunden weilte in den letzten Tagen in Braunschweig, um als Abgesandter des Herzogs Ernst August von Cumberland mit dem Staatsministerium zu beraten. Don­nerstag traf auch der braunschweigische Bevollmächtigte beim Bundesrat Geh. Legationsrat Boden in Braunschweig ein, der an den Beratungen teilnahm. Der Beschluß war, beim Bundesrat den Antrag auf Aufhebung des Bundesratsbeschlusses vom 28. Fe­bruar 1907 zu stellen. Legationsrat Boden hat diesen Antrag bereits dem Bundesrat überreicht. Das herzogliche Staatsmini­sterium beschloß in Uebereinstimmung mit dem Cumberlander Hofe, als Einzugstag des Herzogspaares in Braunschweig den 5. November festzusetzen.

Diesen Nachrichten gegenüber bringt dieKöln. Ztg." fol­gendes Dementi aus Berlin: Die Meldungen feien z. T. falsch z. T. verfrüht. Die Angabe, daß Braunschweig einen Antrag auf Aufhebung des Bundesratsbefchlusies beim Bundesrat überreicht haben soll, ist irrtümlich. Bevor der Bundesrat stch mit der An­gelegenheit zu befassen hat, wird demnächst das preußische Staats­ministerium noch in der Sache Beschluß zu fassen haben. Die An­gaben über den Termin des Einzugs des jungen Paares in Braun­schweig sind als verfrüht zu bezeichnen.

Gegenüber dem Dementi derKöln. Ztg.", daß der Herzog von Cumberland die welfische Presse nicht subventioniere, schreibt dieRhein.-Westf. Ztg.", die Tatsache, daß 2025 000 <M. cumber- liindisches Geld jährlich in die Kaffe derD. Bolksztg." fließe, sei nicht ernsthaft zu bezweifeln.Wir haben durch die Freundlich­keit eines ehemaligen Welfen die Kaffabücher derDeutschen Volkszeitung" seit den 80er Jahren im Original einsehen können. Aus diesen Kaffabüchern geht hervor, wozu wir uns seit Oktober 1911 ununterbrochen zum Beweis anbieten, daß cumberländisches Geld unaufhörlich die Welsenpreffe befruchtet. Allerdings ge­schehen die Eintragungen in die Kaffabücher derDeutschen Volks­zeitung" so, daß der Herzog von Cumberlind jederzeit objektiv richtig erklären kann, wie es auch in dem Dementi derKöln. Ztg." geschieht,daß er seit der Auszahlung der Zinsen des Welsenfonds der Welsenpreffe keinerlei materielle Unterstützungen mehr zugewandt hat."

Man darf jetzt wirklich wünschen, daß die Welfenfrage bald in befriedigender Form gelöst wird. Daß sie in den Parlamenten noch einmal ausgiebig zur Verhandlung kommen wird, erscheint jedoch als sicher. Um die Ansichten, die in den parlamentarischen Kreisen über die Welfenfrage herrschen, in der Oeffentlichkeit zu beleuchten, hat dieRhein.-Westf. Ztg." eine Rundfrage ver­anstaltet. Die Antwortschreiben, u. a. auch eins von Prof. Dr. Bredt, ergeben, daß Konservative und Liberale geschloffen für eine schärfere Bekämpfung der welfischcn Agitation und die Forderung eines staatsrechtlich bindenden Verzichts des Prinzen Ernst August auf Hannover vor feiner Thronbesteigung in Braunschweig ein­treten.

Frankreich und Spanien.

Die Unterredung zwischen König Alfons und dem Präsidenten Poincar6 sowie zwischen dem Grafen Romanones und Pichon bilden eine Fortsetzung der bereits in Paris angeknüpften Unter­handlungen. Sie betreffen weniger ein zukünftiges Bündnis als ein praktisches llebereinkommen. Dieses Ueberein- kommen beschränkt sich auf folgende Punkte: 1. freundschaftliche Beziehungen zwischen der spanischen Dynastie und der französischen Republik, 2. finanzielle Hilfe Frankreichs für Spanien, so daß letzteres eine Anleihe zu günstigen Bedingungen in Frankreich aufnehmen kann, 3. politisches Zusammengehen in Marokko. Die militärische Aktion der Spanier und Franzosen in Afrika werde sich parallel vollziehen in der Weise, daß die Heeresleitungen in einem ständigen Gedankenaustausch bleiben. 4. Spanien gewährt der französischen Flotte in seinen Häfen Unterstützungspunkte. 5. Gemeinschaftliche Verteidigung der Küsten. 6. Herstellung neuer Flotteneinheiten. 7. Garantierung der Neu­tralität der spanischen Grenze, so daß Frankreich im Notfälle seine Truppen von der spanischen Grenze zurückziehen kann. 8. Inte­grität des spanischen Territoriums einschließlich der kanarischen Inseln und der Balearen. Diese Integrität soll durch Rußland und England garantiert werden. 9. Falls eine europäische Inter­vention in Portugal sich als notwendig erweist, gemeinschaftliches ^Zusammengehen von Frankreich und Spanien. Die Abmachungen über Marokko werden sofort in Kraft treten, und man erwartet dort den baldigen Beginn militärischer Operationen.

Ueber die Bedeutung der Reise des Präsidenten PoincarS erklärte der Minister Pichon in Cartagena einem Berichterstatter unter anderem:Die Madrider Reise des Präsidenten, die sich en die Londoner Reise anschloß, sowie die von König Georg V. veranlaßte Entsendung eines Kriegsschiffes nach Cartagena sind neue Beweise für die engen freundschaftlichen Beziehungen, die ,ßn der gleichen friedfertigen Absicht England, Spanien und Frank­reich vereinigen. Der allgemeine Frieden Europas kann daraus nur Nutzen ziehen. Was die besonderen Interessen Frankreich«

und den Beilagen:Rach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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DieObrrhejsijchr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich dur» die Post 2.25 Jk lohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M. frei ins Haus. - Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Montag, 13. Oktober

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg, 1913.

anbelangt, so sind sie zu offenkundig mit dieser Politik verknüpft, als daß es notwendig wäre, sie eigen» hervorzuheben."

Dir englische Landstag«.

Wie aus London gemeldet wird, eröffnete am Samstag Lloyd George den angekündigten Feldzug der Regierung gegen den Groß­grundbesitz mit einer Rede in Bedford, in der er sagte: Di« Homerule- frage und die Trennung von Staat und Kirche in Wales sind tatsächlich rrledigt. Mit etwas gutem Willen können die letzten Maßregeln dafür getroffen werden. Die Regierung hatte den Wunsch, das Volk au» dem Elend zu erheben. Die Zeit ist gekommen, gegen die große Macht der Erundhcrren vorzugchen. Der Minister verweilte bei den unleid­lichen Verhältniffe der Landarbeiter und betonte scharf, sie müßten an­ständig behandelt, gut untergebracht und ihnen der Weg zum Fortschritt gebahnt werden. Der größt« Teil des Landes in England befinde sich in den Händen weniger Leute, die das Land zur Wildnis machen, es in diesem Zustand erhalten könnten und die gesetzliche Befugnis besäßen, schlimmeres anzurichten, als ein fremder Eindringling in einem erober­ten Lande. Lloyd George übte dann an den Plänen der Unionisten zur Behandlung der Landfrage Kritik und sagte, alle diese Pläne liefen auf Landankauf hinaus. Dem Volke könne aber nicht eine riesig« National­schuld aufgebiirdet werden, um diesen Mißstand zu kapitalisieren. Jedes Land in Europa sei sich klar darüber, daß es für die Verteidigungszweck« das allerwichtigste fei, eine zahlreiche, kräftige Bevölkerung auf der Scholle zu haben. Die Statistik zeige, daß in England der Prozentsatz des kultivierten Landes geringer sei als in irgend einem anderen Lande Europas. Der Minister ging sodann auf die Lag« der Ackerbauer ein und erklärte, daß dir niedrigen Löhne und di« Lage der landwirtschaft­lichen Arbeiter eine Schande für das reiche und mächtig« Land sei. Monopole müßten fest, gründlich und drastisch behandelt werden. Die ganze Lage muffe neugestaltet werden, indem man die besten Arbeits­kräfte durch sicher« auskömmliche Löhne und eine beffere Lag« auf das Land -ziehe. Erweiterte Transportgelegenheiten müßten geschaffen wer» dn, und man müffe dem System ein End« machen, unter dem gewiffe Eisenbahn-Gesellschaften fremden Ländern zweifellos Bevorzugung ge­währten. Nachdem die Regierung die Bewegung jetzt in Lauf gebracht habe, werde sie nicht davon abgehen, bis das Land frei gemacht sei. Man steht, im freien England steht es weit schlimmer als in dem von unseren Radikalen verrufenen Ostelbiern

Gewaltstreich General Huerta» in Mexiko.

General Huerta hat 160 Deputierte ins Gefängnis abführen lassen. Ueber diese neueste mexikanische Ueberrafchung wird ge­meldet:

R e w y o r k, 11. Okt. Einern Telegramm aus Mexiko zu­folge wurden 110 Abgeordnete, die eine Resolution unterzeich­neten, in der sie erklärten, sie würden, falls das Verschwinden der Abgeordneten kein Ende nähme, die Kammer auflösen laffen und die Sitzungen anderswo abhalten, verhaftet und gefangen gesetzt. Die Annahme der Resolution erfolgte im Zusammenhang mit dem Verschwinden des Senators Dominguez, der kürzlich eine Rede gehalten hatte, in der er Huerta angriff.

N e w y o r k, 11. Okt. Nach einer Depesche aus Mexiko City wurden die beiden Häuser des Kongreffes nach der Verhaftung der Abgeordneten von Huerta suspendiert. Durch eine Proklamation werden die Neuwahlen am 26. Oktober, am Tage der Präsidenten­wahl, festgesetzt. Wie derFranks. Ztg." aus Newyork gemeldet wird, soll in Mexiko selbst eine ungeheure Aufregung entstanden sein. Es hätten stch große Volksmengen angesammelt, die durch Militär zerstreut wurden. Dabei gab es Tote und Verwundete. Huerta ließ im Nationalpalast wieder Schnellfeuergeschütze auf­stellen.

Washington, 11. Okt. Nach einer Meldung, die das Staatsdepartement aus Mexiko erhalten hat, wurden alle Depu­tierten, die-gestern abend gefangen gesetzt worden waren, heute wieder freigelaffen.

Newyork, 11. Okt. Nach einer Meldung aus der Stadt Mexiko berichtete ein Augenzeuge der Ereigniffe, die stch bei der Besetzung von Torreon durch die Aufftändischen abspielten, daß neun Spanier getötet worden seien.

Mexiko, 11. Okt. Nach den jetzt vorliegenden amtlichen und privaten Nachrichten aus Torreon sind Deutsche weder um­gekommen noch verletzt worden. Einige sind auf dem Wege nach Monterey und befinden sich in Sicherheit.

Deutsches Reich-

Kaiser Wilhelm bei Kaiser Franz Josef. Berlin, 12. Okt. Wie von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, trifft der Deutsche Kaiser am 26. Oktober zum Besuche des Kaisers Franz Josef in Schönbrunn ein und bleibt bis zum Abend desselben Tages. Der Besuch hat rein intimen Charakter. Ein offizieller Empfang findet nicht statt.

70. Geburtstag des Grafen Lerchenfeld. Berlin, 12. Okt. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:Am Montag, den 13. Oktober, feiert der bayrische Gesandte am Berliner Hofe Graf von Lerchen- feld-Köfering seinen 70. Geburtstag in voller körperlicher und geistiger Frische. Graf Lerchenfeld wirkt bereit» 33 Jahre ohne Unterbrechung auf demselben Posten, ein Zeitabschnitt, der sehr wenigen Diplomaten beschieden war. Seit 1880 ist er als Ver­treter des zweitgrößten deutschen Bundesstaates in Berlin be­glaubigt und Bevollmächtigter zum Bundesrat. In beiden Stel- hingen hat er eine Überaus ersprießliche Tätigkeit zu entfalten und stch die Hochachtung, Anerkennung und Freundschaft aller derer zu erwerben vermocht, mit denen er, sei es amtlich, sei es gesell­schaftlich, in Berührung gekommen ist. Mit der Entwicklung und dem Ausbau des Reiches, an dem er in so langer, ununterbrochener I und unermüdlicher Arbeit mitgewirkt hat, bleibt fein Name eng verbunden. Wir wünschen dem Jubilar, seinem engeren Vater- lande und dem Reich, daß es ihm vergönnt fein möge, noch lange Jahre in voller Frische zn mitten,*...... r.-. ,

Afrikareise des Prinzen Leopold von Bayern. München, 10. Okt. Prinz Leopold von Bayern hat mit seinem Sohn, de» Prinzen Konrad, heute abend eine mehrmonatige Reise nach Deutsch-Ostafrika angetreten.

Einweihung der neuen technischen Hochschule. Dresden, 11. Okt. Heute vormittag um 11 Uhr fand in Gegenwart bes Königs, des Prinzen Johann Georg und der Rektoren aller deut­schen technischen Hochschulen die Einweihung des Neubaues der Technischen Hochschule in Dresden statt. Anwesend waren sämt­liche Minister, Oberbürgermeister Dr. Beutler und andere Ver­treter der Staats- und städtischen Behörden. Nach einer An­sprache bes Kultusministers Dr. Beck hielt bei Rektor Magnificos Geh. Hofrat Prof. Dr. Förster die Festrede. Es folgte eine Reihe Elückwunschansprachen, worauf bet Rektor bie Anzahl bei Ehren­promotionen bekannt gab; u. a. wurde der Kultusminister Dr. Beck zum Dr. ing. ehrenhalber ernannt.

Sächsisches Ueberseedenkmal. Dresden, 12. Okt. Heute mittag fand in Gegenwart des Königs, des Prinzen Johann Ge­org, der Prinzessin Mathilde, sowie der Spitzen der Zivil- und Militärbehörden die feierliche Enthüllung bes Denkmals statt, bas den in den Ueberseekämpfen gefallenen Soldaten der sächsischen Armee errichtet worden ist. Oberbürgermeister Beutler übernahm bas Denkmal namens bet Stadt.

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Koloniales.

Unruhen in Neukamerun. Beilin, 11. Okt. Nach einer bei dem Gouvernement Kamerun eingettoffencn Meldung bes Posten« führets von Sembe sind im Sembebezitk Ende August Unruhen ausgebtochen. Sembe liegt in bet östlichen Ecke des Gebietes, das dutch bas deutsch-französische Abkommen vom November 1911 dem Schutzgebiet Kamerun int Süden zugewachsen ist. Es liegt un­gefähr 100 Kilometer in der Luftlinie westlich des französisch ge­bliebenen Ortes Weffo. Die Dörfer in der Umgebung des Posten» verhalten sich ruhig; jedoch wurden in Lesrapides am Sembe und in Symbot am Majembe Faktoreien der Konzessionsgesellchaft Ngoko Sanga Anfang September geplündert und nieder- gebrannt. Di« Warenverluste sollen erheblich sein. Eine Ab­teilung der französischen Erenzexpedition unter Führung des Ober­leutnants Karcher wurde auf dem Marsche nach Ngoila am 19. September 5 Stunden von Sembe entfernt angegriffen. Zwei Farbige wurden getötet, einer verwundet, zwei Lasten gingen ver­loren. Karcher konnte jedoch mit 50 Trägern von Sembe und 15 Mann vom Begleitkommando nach Ngoila weitermarschieren. Für den Posten Sembe besteht keine Gefahr. Sembe verfügt über 29 Gewehre und ist zur Verteidigung eingerichtet. Der Bezirksleiter von Jukaduma war mit einem Büchsenmacher, Maschinengewehren und 50 Polizeisoldaten bereits auf dem Wege von Jukaduma nach Sembe und muß inzwischen dort eingetroffen sein, desgleichen der Assistent Kehm, bet mit 14 Soldaten unterwegs ist und weitere 15 Soldaten, die folgen sollten. Der westlich an Sembe stoßend« Bezirk Eta verhält sich ruhig. Die Unruhen beschränken sich offen- bar auf ein Gebiet von wenign Quadratmeilen, wo sich die Auto­rität bes Europäers noch nicht genügend durchgesetzt hat.

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Ausland.

* Lin Schiedsgericht. Haag, 11. Okt. Es wird die Einsetzung eines Schiedsgerichts zwischen Frankreich, England und Spanien einer­seits und Portugal andererseits vorbereitet, das sich mit der Frage der Konftzterung des Eigentums der zu obengenannten Staaten gehörigen Kongregationen, bie seitens der portugiesischen Republik erfolgt ist, beschäftigen soll.

Diegequälten" Frauen. London, 11. Okt. Während des Gottes­dienste» in der Westend-Synagoge verursachte eine Anzahl israelitischer Anhängerinnen des Frauenstimmrechts einen Zwischenfall. Sie riesen laut:Möge Gott Herbert Samuel und Rufus Isaacs vergeben, daß si« zulaffen, daß Frauen gequält werden." Der Gottesdienst wurde einig« Zeit unterbrochen. , , , z ,

Bulgarien. Sofia, 11. Okt. Den Blättern zufolge hat sich ein Teil der Partei Danews von ihrem Führer losgelöst und sich unter dem Namen progreffiv-radikale Partei konstituiert.

Die letzten Sprengungen am Panamakanal. Panama, 10. Okt. Zur Sprengung des Eamboadammes waren während des letzten Monats 1200 Ladungen Dynamit im Gesamtgewicht von ungefähr 40 Tonnen aufgestapelt worden. Der heute durch Präsident Wilson entsandte Funke brachte jedoch nicht diese ganze Masse zur Explosion, sondern nach den Vorkehrungen des Obersten Goethals nur 400 Ladungen. Bagger müssen die Trümmermaffen entfernen, ehe weitere Dynamitladungen zur Ex­plosion gebracht werden können.

Japan und China. Tokio, 10. Okt. Das Auswärtige Amt hat ein CommuniquL über die Verhandlungen mit China betreffend die Vorkommniffe in Hankau, Yentschan und Nanking veröffentlicht. In der Nankinger Angelegenheit seien die Hauptforderungen erfüllt wordem Nur auf eine Bedingung sei China nicht eingegangen. Es sei jedoch noch nicht an der Zeit mitzuteilen, worin diese Bedingung bestanden habe. Man nimmt insbesondere an, daß Japan die Entlastung Tschanghsen gefordert habe, der Nanking eroberte und jetzt Gouverneur von Kiangsu ist. Der Kaiser von Japan ließ Juanschikai ein xele» gramm zugehen, in dem er ihn zu der Uebernahme der Präsidentschaft beglückwünscht und ihm gleichzeitig die besten Wünsche für den Fn^>en und di« Wohlfahrt Chinas ausdrückt. Das japanische auswärtige Amt richtet« ebenfalls ein Glückwunschtelegramm an Juanschikai, der di« Telegramme in entsprechender Weise erwiderte.

* * «us China. Schanghai, 11. Okt. Juanschikai und sein« Haupt­gattin gaben nachmittag» im Südteil« derVerbotenen Stadt" ein außerordentlich gelungenes Eattenfest, wobei di« Gattin zum erften Male an die Oeffentlichkeit trat Die Veranstaltung bedeutet eine bemerkenswert« Neuerung. Auch der gesttige Ball bei der Gattin Sunpaotschis im Empfangsgebäude des Auswärttgen Amtes ist glän- zend verlaufen. Heute mittag gab Juanschikai dem diplomatisch«» Korp» ein Esten, Der Eindruck der verschiedenen Zeremonien und Fest-