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Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
Ausland.
** Der amerikanische Zolltarif und Deutschland. Newyork, 5. Okt. Die „New York Times" meldet aus Washington, daß nach der Entscheidung des Schatzamtes die fünfprozentige Zollermätzigung nach den Bestimmungen des alten mit Preußen abgeschlostenen Vertrages aus Waren aus dem gesamten Deutschen Reiche Anwendung findet.
** Ein Besuch des österreichischen Thronfolgers in Windsor wird Anfang November stattfindcn und zwar auf Einladung des Königs Georg von England. Teilnahme an den Jagden ist vorgesehen.
** Frankreich und Spanien. Paris, 4. Okt. Einer Madrider Meldung zufolge dürfte gelegentlich der Reife des Präsidenten Poincar6 nach Spanien das Abkommen über das Statut von Tanger veröffnetlicht werden. Zwischen den Regierungen Spaniens, Englands und Frankreichs schweben diesbezügliche Verhandlungen.
** Aus der französischen Armee. Paris, 4. Okt. Nach einet Vlättermeldung dütften nach den bei den letzten Manövetn gemachten Erfahrungen Veränderungen in der Armeeleitung vorgenommen werden. Von bet Maßregel werden insbesondere zwei Generale betroffen werden, von denen der eine ein Armeekorps im Süden, der andere ein Armeekorps im Südwesten befehligt.
** Die Rancyer Zwischenfälle. Paris, 4. Okt. Nach einet Vlättermeldung aus Nancy hat der Untersuchungsrichter Pages die im Frühjahr in Nancy insultierten Deutschen, welche gegen unbekannte Täter Schadenersatzansprüche angestrengt haben, mit 24 Zeugen, darunter mehreren Studenten, konfrontiert. Diese Gegenüberstellung haben jedoch keinerlei Ergebnis gehabt.
* * Portugal. Lissabon, 5. Okt. Die Festlichkeiten anläßlich des Jahrestages der Errichtung der Republik haben begonnen. Der Festzug zum Friedhof, um die Vorkämpfer der Republik zu ehren, wurde in letzter Stunde verschoben.
* * Suffragetten? London, 4. Okt. Ein großes unbewohntes Haus ist heute früh in Hampton durch einen Brand schwer beschädigt worden. Zwei Frauen wurden verhaftet.
“ Vom Schi »Unglück iw Rio de Janeiro. Der Zusammenstoß des Dampfers „Borborema" mit dem Marineschleppdampfer „Gua- rany", wobei das letztere Schiff in den Grund gebohrt wurde, erfolgte am 3. Oktober morgens um 3 Uhr bei dichtem Nebel mit stürmischer See. Die amtliche Verlustliste weist 32 Tote auf, darunter einen Offizier und sieben Schiffsfähnriche.
* * Amerika. Washington, 4. Okt. Nach der Unterzeichnung des Tarifentwurfs hielt Präsident Wilson eine Ansprache, in der er sagte, die gesetzgeberische Arbeit sei erst teilweise vollendet, der zweite Schritt in bet Emanzipation bes Handels sei bie Reform Geldumlaufs. Wilson drückte die Zuversicht aus, daß der Gesetzentwurf über den Geldumlauf, der bereits von der Kammer angenommen ist, schneller vom Senat gebilligt werde als die Pessimisten glaubten. Es wird wahrscheinlich 10 Tage dauern bis der Zoll- dienst in allen Teilen des Landes sich wenigstens im Allgemeinen den durch das Tarifgesetz geschaffenen neuen Verhältnissen ange- paßt hat und es wird Monate dauern bis alle verwickelten Fragen, bie sich aus bem Inkrafttreten des Gesetzes ergeben, erledigt sind. Man schätzt, daß importierte Ware im Werte von 71 Millionen Dollars in Lagerhäusern unter Zollverschluß liehen und auf das Inkrafttreten der Raten warten.
* * Marokko. Tanger, 5. Okt. Aus Agadir wird unterm 2. Okt. gemeldet: Die Garnison machte heute den ersten Ausfall und brachte den Jdatanagn bedeutende Verluste bei. Ein Offizier wurde leicht verwundet.
* • China. Peking, 4. Okt. Die Präsidentenwahl wird am Montag vormittag vorgenommen. Es wird erwartet, daß hierauf alle Mächte gleichzeitig die chinesische Republik anerkennen,
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Deutsches Reich.
* — Prinz Heinrich. Darmstadt, 4. Ott. Prinz Heinrich von Preußen ist gestern abend und Prinzessin Heinrich von Preußen heute vormittag zum Besuch des Großherzoglichen Hofes im Jagdschloß Wolfsgarten eingetroffen.
— Romfahrt deutscher Erzbischöfe. München, 5. Ott. Der Erzbischof von München, die Erzbischöfe von Pasiau und Augsburg sowie Speyer begeben sich am 13. November nach Rom.
— Kein Unfall des Grafen Zeppelin. Bafel, 4. Ott. Die Schweizerische Depeschenagentur ist auf Grund eigener Informationen in der Lage, die Vlättermeldung von einem Reitunfall der Grafen Zeppelin für unrichtig zu erklären. Graf Zeppelin fuhr.
Die Welfenfrage
wirb mit großeru Heftigkeitweiter verhanbelt. Dazu schreibt eine Berliner Melbung ber „Köln. Ztg.":
„Die Blätter sind erfüllt von Kundgebungen in der Welsenfrage, die unter Berufung auf welfische Quellen erscheinen, so eine schroff agitatorische Rede des Abgeordneten Colshorn, die sensationell gefärbte Dar- stellng eines Frankfurter Blattes über die Ereignisse, die der Verlobung des Prinzenpaares vorausgegangen fein sollen. Die Lebhaftigkeit dieser Kundgebungen welfischen Ursprungs erklärt sich leicht, wenn man im Auge behält, daß die amtliche Behandlung der Frage im Bundesrat herannaht. Wenn man auch an diesen Darstellungen, so einseitig sie sind, nicht vorbeigehen kann, so muß man sich doch hüten, auf solche Mitteilungen aus welfischen Quelle sein Urteil aufzubauen. Die zunächst beteiligten Bundesregierungen Preußen und Braunschweig verhalten sich schweigend. Amtliche oder halbamtliche Erklärungen über die weitere Behandlung der welfischen Frage liegen nicht vor. Dieses Schweigen läßt sich leicht deuten, weil zwischen den näher Beteiligten noch Bergen läßt sich leicht deuten, weil zwischen den näher Beteiligten noch Ber- handlnngen im Zuge sind. Die Lösung der Frage war schon seit längerer also eine Verzögerung nicht eingetreten."
Die Meldungen ber „Franks. Nachr." werben von einer Berliner Korrespondenz als „frei erfunden" bezeichnet. .Der manchmal hochoffiziöse „Verl. Lok.-Anz." nimmt aber in einem längeren Artikel weiter Stellung. Die Beurteilung des Brieses des Prinzen Ernst August an den Reichskanzler als nicht bindend, wie sie von welfischer Seite ausgesprochen werde, habe auf diese Agitation hin auch in der nichtwelfischen Presse Boden gewonnen. Die Welfen gäben sich den Anschein, als würde ihre Auffasiung, das Prinzliche Schreiben enthielte keinen ausdrücklichen Verzicht auf Hannover, auch am Hofe zu Gmunden geteilt. Tatsächlich war es aber durchaus nicht wahrscheinlich, daß der Herzog von Cumberland sich mit diesem Standpunkte der Welfenpartei identifizierte, vielmehr gewann man nach Bekanntwerden Schreibens an den Reichskanzler den Eindruck, als würden bie in ihm enthaltenen Erklärungen auch in Emunben im Sinne eines Verzichts bes Prinzen aufgefaßt. Seitbem ist eine Reihe von Wochen bahin- gegangen, ohne baß aus der Umgebung des alten Herzogs eine Kundgebung erfolgt ist, bie gegen bie welfichen Treibereien Stellung nimmt. Es entsteht somit bie Frage, ob auch in Gmunden sich inzwischen ein Umschwung in der Beu rteilung des erwähnten Schreibens in staatsrechtlicher Hinsicht vollzogen hat, und ob etwa die in dieser Angelegenheit bereits erzielten Resultate wieder in Frage gestellt werden sollen. Daß die Erklärungen des Prinzen Ernst August an deutschen maßgebenden Stellen als ausreichende Grundlage für eine spätere staatsrechtliche Regelung ber braunschweigischen Frage angesehen würben, ist kein Geheimnis, es fragt sich nur, ob angesichts ber von welfischer Seite jetzt abgegebenen Erklärungen nicht eine ab e r « mal ige Prüfung biefer Zusicherungen geboten ist."
Daraus scheint hervarzugehen, baß bie Regierung burch bie welfischen Stimmen aufmerksam gemacht, bie Angelegenheit in binbenbetet Form weiter zu verhandelt gedenkt, und das ist freudig zu begrüßen, denn an erster Stelle stehen bie Interessen bes Reiches, bie eine völlige Klarstellung bes Welfen- hauses zu ber hannoverschen Frage und den Welfen erheischen, ehe Prinz Ernst August in Braunschweig einzieht. An dieser Auffassung aller nationalen Kreise, die auch der Bundesrat stets vet- treten hat, kann auch die enge Verbindung zwischen Hohenzollern wnb Welfen nichts ändern. An ihr ist nicht zu rütteln. Seht richtig schreibt die „Kreuzzeitung": „Es wäre doch recht erwünscht, »enn man im welfischen Lager den Eindruck erhielte, daß Preußen durchaus keine Eile hat, den Herzog Ernst August auf dem braunschweigischen Thron zu sehen, sondern sehr wohl warten kann."
Die preußische Regierung hat wahrlich versöhnende Langmut genug bewiesen. Die aufgeregten Feststellungen der Welfen, daß in der Tat von den Cumberländern auf Hannover nicht verzichtet werde, sind nicht zu ignorieren, solange das Welfenhaus selbst sie nicht in staatsrechtlich bindender Form desavouiert. Am 8. Juni hat die welfische Landesversammlung eine Entschließung an Bundesrat und Reichstag gesandt in der es heißt: „Die hannoversche Frage gibt es und wird es geben, fo lange sie das Volk selbst nicht aufgibt. Das Königreich Hannover hat im Jahre 1866 Preußen leinen stichhaltigen Grund zum Kriege gegeben, darum war der Krieg ein Unrecht, wie sein Ergebnis, die Annexion. Darum fordern die Deutsch-Hannoveraner die Wiederherstellung des Königreichs Hannover." Die Ereignisse der letzten Zeit in dieser Richtung sind bekannt. Es ist erfreulich, daß die preußische Regierung jetzt diesen Dingen schärfere Aufmerksamkeit widmet. Vogelstraußpolitik ist hier nicht am Platze. „ '
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Nachklänge von der Philologen-Versammlung.
Unter den bedeutenden Borträgen, welche die allgemeinen Sitzung«! brachten, bezeichnet in gewissem Sinne den Höhepunkt bezüglich bes Interesses für weite Kreise bes gebildeten Deutschland der Vorttag von Bürbach am Donnerstag über den Ursprung bes Humanismus. Die wuchtigen und zu immer größerer Spannung aufsteigenden Ausführungen des Redners entwickelten eine ganz neue originelle Auffassung der Renaissance und des Humanismus, insbesondere des gegenseitigen Verhältnisses dieser beiden geistigen Bewegungen. Das Wesen der Renaissance ist nicht einseitig in einer Wiederbelebung der Schätze des klassischen Altertums zu sehen, sondern die „Wiedergeburt" vollzog sich in dem Sehnen nach einer Wiedergeburt und Erneuerung des inneren Lebens und der Persönlichkeit. Die sogenannten „Spiritualen" in der Renaissance erwarten ein neues Zeitalter des Geistes, ihre Hoffnungen und Bestrebungen sind zum Teil durchaus ein Ausfluß religiös-mystischer Ideen des Mittelalters. Sehr stark prägt sich diese mystisch-religiöse Betonung der Neuheit des Lebens bei Bonaventura aus; Dante, Petrarca, Rienzo sind erfüllt von den Ideen dieser Erneuerung. Diese leidenschaftliche Uebertreibung der Erneuerungsidee ist dann durch den Humanismus auf die Gebiete des menschlichen Schaffens in Kunst und Wissenschaft übergeführt und erscheint dort in anderer Abtönung. Der Dualismus zwischen antiker und mittelalterlicher Weltanschauung hat ebenso wenig Berechtigung wie der zwischen mittelalterlicher und moderner. Im Humanismus wirken die Ideen der Renaissance fort in bestimmter programmatischer Formulierung wie der Forderung nach innerem Adel, die im Grunde auf die an die Römer anknüpfende mittelalterliche Idee der „virtus“ zurückgehen, der Auffassung von der Dichterkraft als eines göttlichen Geschenkes und von der Göttlichkeit der Dichterperjönlichkeit. Sie gehen vom Altertum durch das Mittelalter zur Renaissance hindurch. — Erst im 16. und 17. Jahrhundert darf man sagen, das Mittelalter ist tot. So entsteht auch die Kirchenreformation bereits aus den Anfängen der Renaissance. Die „reformatio“ ist ein Ausdruck der anttken Mysteriensprache. Mit dem Untergänge des alten Kaisertums geht die Entfaltung der Nationallitteraturen Hand in Hand, auch diese nationalen Ideen helfen dazu, im 13. und 14. Jahrhundert schwere Stürme in der Kirche zu entfesseln. Das Imperium der Tat verband sich mit dem Imperium der Phantasie. — Die beschränkte Zeit gestattete cs dem Redner nicht, seine Auffassung bis in die Einzelheiten in die Kunst und Litteratur der Renaissance zu verfolgen, er schloß mit der These, daß die auf den erstarrten Humanismus folgende Renaissance des 18. Jahrhunderts nicht die letzte gewefen fein möge, daß uns Deutschen vielleicht eine dritte große nationale Renaissance bevorstehen könne.
(Freitag) Vortrag von Pros. Graaf (Flensburg) über „Gymnasium und Oberrealschule". Redner ging davon aus, daß in dem Streit der beiden Schularten Duldung und Achtung wünschenswert sei. Seit 1880 hat ein Vorwärtsdrängen stattgefunden, wobei bas Gymnasium zurück und die Realanstalten vorwärts gegangen feien. Jede Schulart muß ihren Zielen entsprechend, wenn sie auf eine dauernde Zukunft rechnen will, von ihrem Unterrichtsstoff abstreifen, um das Ziel zu erreichen. Ein Fehler, der auf beiden Seiten gemacht wurde, ist der, daß man dem Schüler zu viel zumulete, daß man die unausgebildete Schüler-Individualität zu sehr als Persönlichkeit betrachtet hat. Redner verglich dann eingehend die Ziele des Gymnasiums und der Oberrealschule. Jenes müßte sich seinen Schwerpunkt in den alten Sprachen und der alten Geschichte suchen, wobei der Gefahr, daß durch eine zu eingehende Vertiefung in bas antike Leben bas Verständnis bes modernen Lebens unterbunden werde, durch die Einführung in die großen weltgeschichtlichen Zusammenhänge zwischen Altertum und Neuzeit im deutschen Unterricht entgegengeai16eitet werden müsse, wo bei, wie namentlich Donnemann betont habe, auch die naturwissenschaftlichen Probleme in den geschichtlichen Zusammenhang der Kulturentwicklung zu bringen seien. — lieber den Wert der Realanstalten könnten mir die Leistungen entscheiden. Die 13 Jahre der Gleichberechtigung genügen noch nicht, um ein Urteil zu fällen. Das Ziel sei auch hier wie auf dem Gymnasium die Ausbildung der harmonischen Persönlichkeit, nicht der praktische Nutzen. Der Oberrealschule fehlt die Einheit. Noch kein Fach stehe im Mittelpuntt des Unterrichts. Wie ist die Beschränkung aus das Wesentliche zu finden? Das Werden der modernen Kultur zugleich das Werden des deutschen Geistes vom Zeitalter der Entdeckungen von Luther und Galiläi ab, sei etwa im Sinne der Schäfer'schen Weltgeschichte das Unterrichtsziel. Indem der Redner auf die Gefahren der Differenzierung, welche die technische Kultur gegenüber der ästhetischen mit sich brächte, einging, versuchte er zu zeigen, mit Berufung auf Donnemann, Schulte-Tigges, Ed. König, daß die Realanstalten auch durch den Unterricht in Mathematik und Physik der Erzeugung des Weltbildes zu dienen hätten. Am schwersten sei die Frage nach der Stellung der neueren Sprachen zu lösen. Hier darf die Aufgabe keinesfalls die Beherrschung der Fremdsprache sein, vielmehr sei zu fordern die Vermittelung der Denkarbeit, die in der englischen und französischen Kultur geleistet fei. Fortzulassen feien die Perioden vor Ludwig XIV. und Cromwell. Aber viel wertvoller als alles dies fei der Unterricht im Deutschen und der Geschichte im Humanisten Sinne; die Axe der Orientierung bilden die ethischen Fächer. Das Verständnis für deutsche Größe sei an der sittlichen Größe darzustellen. Beide Schularten hätten auf die Erziehung zum deutschen Ideal und zum deutschen Selbstbewußtsein hinzuarbeiten. Zwischen beiden bestehe eine Harmonie wie zwischen den beiden Brüdern in Eoeth's „Pandora". Der sehr anregende aber wegen der vorgerückten Zeit sehr gekürzte Vortrag wurde auch von der noch im Saale verbliebenen kleinen Zuhörerschaft mit lebhaftem Interesse ausgenommen.
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Marburg
Montag, 6. Oktober
am Mittwoch von Erlenbach nach Zürich, wobei er bas Fuhrwerk I selbst lenkte. Er erfreut sich bes besten Wohlseins.
— Oberleutnant Stessen. Berlin, 4. Okt. Der Offiziers- 1 flieget Oberleutnant Steffen ist heute nach Berlin zurückgekehrt unb hat bereits sein neues Kommanbo bei ber Kriegsakabemie angetreten.
— Der Gottharbbahnvertrag. Berlin, 4. Ott. Der Austausch ber Ratifikationsurkunden des am 13. Oktober 1909 zwischen Deutschland, Italien unb ber Schweiz abgeschlossenen neuen Eott- hardbahnvertrags hat in Bern ftattgefunben.
— Keine Erenzüberschreitung durch deutsche Truppen? Metz, 4. Oft. / Ilie von französischer Quelle angeblich gemeldete Erenzüberschreitung durch einen deutschen Hauptmann und eine Maschinengewehr-Kompagnie bei Dilliers-aux-Bois scheint nicht den Tatsachen zu entsprechen. Von militärischer Seite wird hierzu mitgeteilt: Die Erenzpolizeistelle Amanweiler ist sofort nach dem Bekanntwerden dieses Gerüchts am 4. Oktober vormittags mit entsprechenden Erhebungen beauftragt worden. Sollte die französische Meldung auf Wahrheit beruhen, so ist als sicher anzunehmen, daß in den nahe bei Villiers-aux-Bois auf deutschen Grund unb Boben gelegenen Ortschaften unb Gehöften etwas bauen befann geworben wäre. Die noch nicht abgeschlossenen Nachforschungen haben bis jetzt folgenbes Ergebnis gehabt: Bei bem Bürgermeisteramt von Nözonville ist nichts von einer Grenzüberschreitung bekannt; ebensowenig in den Bezirken bes Oberzollkontrolleurs Eravelote unb ber Zollstelle Malmaison. Auch ber Besitzer ber unmittelbar an ber Grenze gelegenen Farm Bangneux, welcher fast täglich mit einem Milchwagen nach Villiers-aux-Bois fährt, hat nichts gehört. Das Generalkommando teilt heute mit, daß nach den bei sämtlichen Truppenteilen angestellten Ermittelungen auch dort von einer Erenzüberschreitung nichts bekannt ist. Demnach kann bie Melbung ber offiziösen „Agence Havas" als frei erfunden gelten.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Origin>lartikel ist gemäß § 18 des Urhebergesetzes nur mit der deutlichen Quellenangabe „Oberhess. Ztg." gestattet.) Marburg, 6. Okt.
* Aus dem Amtsblatt. Ernannt: An Stelle des Eutsbesitzers Karl Heinrich Achenbach in Gilserberg der Bürgermeister Mittler ebenda zum Standesbeamten unb an besten Stelle ber Landwirt Karl Achenbach ttteva zum Stanbesbeamten-Stellvertreter für den Standesamtsbezirk Gilserberg. Bestätigt: der zum Bürgermeister, der Stadt Wetter gewählte ReserendarLenz aus Kolberg.
* Personal-Rachrichten. Etatsmäßig angestellt: Die Pfleger Daniel Seibel, Martin Schneider unb Christian Kentel am Landeshospital tft Haina, unb bet Pfleger Wilhelm Jnnghenn an der Landesheilanstalt
Der Anzeigenpreis betrügt für die 7gespaltene Zeile oder .Q r beten Raum 15 bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für 4Ö, xJüljlß«
mit dem Kreisblati für die Kreise Marburg und Kirchham
unb den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „LandwirtfchaWche Beilage«
Die „Oberheffifche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durö- die Post 2.25 <M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeibangsstellen 2 °« frei ins Haus. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der Umv.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.