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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und ..LandwirtichaWche Beilage".

J» 233

DieObrrhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durä> die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. C. Hiheroth. Druck der Hniv.- Buchdruckeret I. A. Koch (Znh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Sonnabend, 4 Oktober

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

gnadigung der übrigen zum Tode verurteilten Griechen zu er­wirken.

Sofia, 3. Okt. In der nächsten Zeit begibt sich eine bul­garische Kommission zur llebernahme der bulgarischen Kriegs­gefangenen nach Griechenland. Die griechische Kommission zur llebernahme der griechischen Gefangenen kommt nach Sofia.

Sofia, 3. Okt. DieAgence Bulgare" bezeichnet die Mel­

48. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Rundschau.'

Deutsch-französische Verständigung?

In Gent hat wieder einmal ein Deutsch-französisches Ve^stL-ndigungskomitee von Schriftstellern getagt, an­geregt von dem französischen Schriftsteller Erand-Carteret. Eine Verständigung wäre nun freilich erwünscht. Wir Deutsche haben aber so oft ohne Erfolg die Hand zur Verständigung geboten, daß im eigenen Volke der Unwille darüber, daß es schien, als ob wir den Franzosen nachliefen, ausbrach. Man erfährt nun aus Eent, daß das Programm schon bloß darauf gerichtet war, sich besier ken­nen zu lernen. Aber die Herren, die das wollten, waren sehr spär­lich vertreten und wie dieKöln. Ztg." mit Recht hervorhebt, ihr Einfluh auf die französische Presie und derer, die sich brieflich auf den Standpunkt stellten, muh sehr gering sein. Wir Deutsche tun gut zu warten, ob sie durch die Tat beweisen, dah man ihren Äuße­rungen größeres Gewicht beilegen kann. Zm wesentlichen hat man Vorarbeiten für die nächste Sitzung, die in Brüsiel im nächsten Jahre stattfinden soll, gemacht. Man war sich aber noch nicht klar darüber, ob die elsässische Frage ausgeschaltet werden soll oder nicht. Ein unparteiischer Beobachter in derLuxemburger Ztg." schreibt darum sehr skeptisch:Zn Eent haben also die deutsch-fran- zöschen Friedenstauberiche wieder einmal getagt. Sehr zahlreich waren sie nicht, zirka 15 Mann. Ich glaube, man darf das als einen Beweis dafür ansehen, daß sie nicht, wie man in der Politik zu sagen pflegt, das Land hinter sich haben. Die Apostel der deutsch-franözsischen Annäherung sind gute Kerle, aber schlechte Musikanten. Vorausgesetzt, daß es ihnen mit ihren Zielen ernst ist, wie die Dinge noch lange liegen werden, ein Ding der Un­möglichkeit. An Elsaß-Lothringen liegt es nicht. Da ließe sich vielleicht allerdings auch nur vielleicht ein Ausweg finden. Aber der Franzose von heute wird nicht für eine Verbrüderung mit dem Deutschen von heute zu haben sein. Man muß wißen, wie er im Grunde seines Herzens über deutsche Kultur wohl­gemerkt, nicht deutsche Zivilisation, Wissenschaft, Tüchtigkeit, sondern Kultur denkt. Man muß wißen, wie tief bei ihm das Bewußtsein seiner Ueberlegenheit wurzelt. Das Deutschtum ist ihm ganz was Besonderes, das er nur als Inferior will gelten laßen, und das man ihm nun als gleich oder stellenweise überlegen aufdrängen möchte. Und die natürliche Reaktion ist eine Ablehnung, über deren Urgrund sich Herr Zohn Erand-Carteret immer noch nicht klar zu sein scheint. Für jeden Deutschen aber, der diese Zusammenhänge durchschaut, wird es peinlich sein, immer wieder di« Ansätze zu einem Liebes­werben zu sehen, das auf der andern Seite nie so gedeutet wird, wie es gemeint ist." Das ist sehr richtig!

Frankreich und Spanien.

Ueber den Umfang und den Wert der neuen französisch- spanischen Entente scheinen freilich die Ansichten noch ausein­anderzugehen. So berichtet der Madrider Korrespondent desEcho de Paris", eine Hervoragende diplomatische Persönlichkeit habe ihm erklärt, daß die Grundlagen der künftigen Entente bereits fest­ständen und daß man nach Regelung einiger Einzelheiten der Form die Verhandlungen in ernster Weise in Angriff nehmen werde. Frankreich und Spanien würden zu einer vollständigen Entente gelangen und zwar sowohl inbetreff ihres gemeinsamen Vorgehens in Marokko wie bezüglich einer Flottenpolitik im Mittekmeer. Die englische Regierung habe als Vermittlerin ge­dient, um die ersten Hinderniße internationaler Natur zu beseiti- "'tzen. Man brauche nicht erst zu bemerken, daß es sich um eine drei­fache Entente handle. Man habe bei dem Führer der Konserva­tiven W a u r a Schritte unternommen, um die beiden monarchisti­schen Parteien für die französisch-spanische Entente zu gewinnen. Maura habe bisher noch nicht zugestimmt, doch glaubt man, daß es gelingen werde, diese sowie einige andere Schwierigkeiten zu be­seitigen.

Zugleich warnt aber die französische Preße ihr Publikum vor überschwänglichen Erwartungen. DerTemps" billigt voll­kommen die Aeußerung der führenden Madrider Blätter, daß ein über die bekannten französisch-spanischen Abmachungen von 1912 hinausgehendes Zusammenwirken Frankreichs mit Spanien un­durchführbar wär«, weist auf das französisch-spanische Einverständ­nis gerade in Marokko hin und kommt zu dem Schluß: keine neuen Militär-Abmachungen! Die Politik der beiden Staaten könnte darunter leiden.

Wir find gewöhnt, bei allem was Frankreich tut zu fragen, in wiefern und wie weit ist es gegen uns gemünzt und aus diesem Gesichtspunkte wird man den Verhandlungen ein großes Interesse widmen. Inwieweit freilich Frankreichs Hoffnungen in dieser Richtung überhaupt Aussicht auf Erfolg haben können bei der Lage Spaniens, steht dahin. Ein Leipziger Blatt steht die Absichten Frankreichs bei seinem Werben um spanische Eunst anderswo. Es meint, Frankreich strebe an, die lateinischen Rationen enger an sich zu ketten und hoffe von Spanien aus bester in Rom alle Minen springen lasten zu können. Die Zugehörigkeit des lateinischen Italien zum Dreibund erscheint ja Frankreich stet» als etwas Un- »atürliches.

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Vom Balkan.

Konstantinopel, 8. Okt. Sechs gum Tode verurteilte Griechen find gestern in Adrianopel hingerichtut worden. Das i ökumenische Patriarchat hat Schritte untetwnn»n, um die Be­

dungen von einet Mobilisierung in Bulgarien als vollständig un­begründet. Sie ist ferner ermächtigt, die Meldungen über eine Bandenbildung zum Einfall in Serbien bestimmt zu dementieren.

Wien, 3. Okt. DieSüdslawische Korrespondenz" meldet aus Belgrad: Amtlichen Berichten zufolge ist der Aufstand im Abflauen begriffen. Die serbischen Truppen haben im südwest­lichen Aufstandsgebiet die Ruhe fast vollständig wiederhergestellt. Im Lljumagebiet dauern die Kämpfe an.

Minister Pasitsch in Wien.

Wien. 3. Okt. Heute vormittag fand eine gemeinsame Mi­nisterkonferenz statt. Es nahmen außer den gemeinsamen Mi­nistern daran teil die beiden Ministerpräsidenten, die beiden Landesverteidigungsminister, der Finanzminister, der Eeneral- stabschef Freiherr v. Hötzendorf und Admiral Haus. Heute mittag findet bei dem Grafen Berchtold ein Frühstück statt, zu dem der serbische Ministerpräsident Pasitsch geladen ist. Vor dem Früh­stück besuchte Ministerpräsident Pasitsch den Grafen Berchtold im Ministerium des Aeußern. Ueber seine Unterredung mit dem Grafen Berchtold hat Herr Pasitsch derWiener Freien Preße" mitgeteilt, daß er die lleberzeugung gewonnen habe, daß die Kontroversen zwischen Serbien und Oesterreich-Ungarn nicht solcher Natur sind, daß sie nicht überbrückbar wären. In Wien herrsche guter Wille dazu. Verhandelt worden seien die Frage des Han­delsvertrages und die Frage der Eisenbahner. Ich hoffe, heute noch eine Begegnung mit dem Minister der Reichsfinanzen zu haben, um mit ihm die Frage des Anschlußes unserer Bahnen an das bosnische Eisenbahnnetz erörtern zu können. Bezüglich Al­baniens bemerkte der Ministerpräsident, es sei durchaus der Wunsch Serbiens, daß die Bestimmungen des Londoner Vertrages betreffend des zukünftigen Albaniens ganz ausgeführt werden.

Deutsches Reich-

Bom Kaiser. Königsberg i. Pr., 3. Okt. Der Kaiser traf, von Rominten kommend, heute mittag 1 Uhr mit dem Fürsten zu Dohna und den Herren des Gefolges am Hauptbahnhofe ein und begab sich im Automobil, überall in den flaggengeschmückten Stra-' ßen lebhaft begrüßt, zu den neuen Kasernemsnts des Grenadier- Regiments König Friedrich Wilhelm I. am Roßgärtertor. Vor der festlich geschmückten Kaserne hatte das Regiment Aufstellung genommen; auch der Verein ehemaliger 3. Grenadiere war er­schienen. Der Kaiser begrüßte das Regiment und den Verein und nahm im Kreise der Offiziere das Frühstück ein. Er reiste 3yz Uhr im Sonderzug nach Danzig-Langfuhr.

Vom KreuzerGoeben". Berlin, 3. Okt. Die Meldung, daß der KreuzerGoeben" nach Dedeagatsch gegangen sei, ist un­richtig. Derselbe liegt noch vor Pola.

Sozialdemokratischer Hofgänger. München, 2. Okt. Der zweite Vorsteher des Eemeindekollegiums, der sozialdemokratische Eemeindsbevollmächtigte Witti, hat nicht nur an dem Imbiße, den der Prinzregent auf der Oktoberwiese einnahm, sondern auch an der Hoftafel in der Residenz teilgenommen.

Eine unglaubliche Geschichte wird aus Bologne sur Mer von Pariser Blättern berichtet. Bei einem Frühstück gelegentlich der Freilassung von Oberleutnant Steffen, bei dem der deutsche Konsul Busch Sekt spendete, soll Herr Busch im Auftrage Steffens dessen Gefühle dahin erklärt haben, .nicht zu wißen, ob ein in Deutschland verirrter französischer Offizier ebenso herzlich und zu­vorkommend ausgenommen wär« wie ich hier". Es wird noch be­merkt, daß er seine Rede in tiefer Bewegung gehalten habe. Die anwesenden französischen Offiziere seien darauf in peinliches Still­schweigen verfallen und nur der Unterpräfekt habe genickt. Heute wird dazu derT. R." geschrieben:Oberleutnant Steffen hat allerdings in einer vertraulichen Unterhaltung mit Konsul Busch gemeint, daß man selbst in Deutschland nicht besser aufgehoben sein könne als in Voulogne. Wenn die Absicht einer Dankesrede des Konsuls auch die Zustimmung des Offiziers gefunden, so hat er doch keinen Anteil an der Bewertung jener gelegentlichen Rede­wendung in einer öffentlichen Rede, und er kann auch nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn seine Worte auch noch in anderem Sinne durch die französische Preße verbreitet und aus­gelegt wurden. Eine solche Aeußerung eines deutschen Offiziers war ja auch ganz unmöglich.

Zur Ausschreibung des Mannheimer Bürgermeisterpostens. Die Stadt Mannheim hat die Anzeige über Ausschreibung des Bürgermeisterpostens neben anderen Berliner Blättern auch dem Vorwärts" überwiesen. Wie dieKreuzzeitung" dazu mitteilt, trägt die Mannheimer Ausschreibung die Unterschrift des Stadt­rates Baßermann, des Führers der nationalliberalen Partei.

Koloniales.

Die Reise Dr. S-lss. Kano (Britisch-Nigerien), 1. Okt. Staats­sekretär Dr. Solf ist am 26. September in Lagos angekommen, wo ihm ein festlicher Empfang durch die englische Regierung bereitet wurde. Im Eouvernementsgebäude fand ein Diner statt, bei welchem der Gou­verneur eine deutsch-freundliche Rede hielt, worauf der Staatssekretär entsprechend erwiderte. Am 27. September fuhr er im Luxusexttazug nach Kano. Die Lokomotive war mtt dem Reichsadler unv deutschen Flaggen geschmückt. Auf sämtlichen Hauptstattone« fand eine Begrüßung durch die Beamte^ die Korfmamischaft uud bte wachthabenden Einge­

borenen statt. Am 29. September war in Zungeru, der Hauptstadt Srord-1 r.igeriens, ebenfalls offizieller Empfang. Am 20. September traf der Staatssekretär in Kano ein, wo ihn der Resident und der Emir mit * Reiterscharen in orientalischem Gepränge auf dem Bahnhof erwartete«, i Dr. Solf fand überall herzlichste Ausnahme.

Kämpfe mit Buschleuten in Südwestafrika. Berlin, 3. Ok.t Hebet die aus Deutsch-Südwestafrika gemeldeten Kämpfe der Schutztruppe« , mit Buschleuten, wird gemeldet, daß es sich dabei lediglich um eine Itär- - tere Patrouille der vierten Kompagnie gehandelt hat, die auf Anwei­sung des Gouvernements den nordöstlichen Teil des Bezirks von Groot- fontein, in dem Klagen über das Treiben der Buschleut« in letzter Zett sich vermehrt hatten, absuchen und von herumstreifenden gefäbrlichem Gesindel säubern sollten. Bei der Streife wurde ein größerer Erfolg deshalb nicht erzielt, weil nur aus Farmen beschäftigte Buschleure als ' Führer der Patrouille dienten, die selbstverständlich ihre Stammesge- noßen nicht verraten wollten und deshalb als Führer versagten Zn» folgedeßen gelang es den verfolgten Buschleuten in den meisten FLlle« rechtzeitig zu enttommen. Aus der Flucht wurden drei Mitglieder einet, Werst erschoßen und zwei Weiber mit einem Kind festgenommen. <

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Ausland.

* Die französisch« Arme«. Patts, 3. Ott. Unter Hinweis auf bte' während der letzten Manöver gemachten Erfahrungen, verlangt bet Deputierte und ehemalige Kriegsminister Meßimy imMatin", daß die Altersgrenze für Generale auf 60 und für Obersten auf 58 Jahre herabgesetzt werde. Durch diese Maßnahme würde die Armee einen un­ermeßlichen Kräftezuwachs erlangen. Die Gelegenheit sei günstig Das Parlament schicke sich an, den Offizieren aller Grade eine sehr berrächb-- liche Solderhöhung zu.bewilligen. Diese werde nur durchgeführt werden, wenn gleichzeittg durch die Herabsetzung der Altersgrenze für General» und höhere Offiziere eine Verjüngung der Cadres erzielt wurde.

* * Der Khedive von Aegypten. Konstantinopel, 3. Okt. Der Khedive von Aegypten ist nach Europa abgereist.

* * Bagdadbahn. Konstantinopel, 3. Okt. Die Arbeiten an der Zweiglinie der Bagdadbahn nach Alexandrette sind soweit vor­geschritten, daß die Bettiebsübernahme Ende Oktober erfolgen kann.

China. Peking, 3. Ott. Das Parlament hat beschloßen, daß der Präsident auf fünf Jahre gewählt, und daß er auch für eine zweite Amtspettode wählbar sein soll.

* * Japan und China. Peking, 3. Okt. Die japanische Gesandt­schaft teilt mit, daß Japan keine neue Forderungen an China gestellt habe. Ein Teil der ursprünglichen Forderungen Japans sei bereit» zur Zufriedenheit erfüllt worden und Japan erwarte, daß China her Forderung auf Bestrafung der schuldigen Osiziere und Soldaten nnb Entschädigung der Hinterbliebenen der drei ermordeten Japaner ent« sprechen werde.

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Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urhebergesetzes nut mit der Deutlichen QuellenangabeOberheß. Ztg." gestattet.) '

Marburg, 4. Oktober.

* Prinz Heinrich von Preußen passierte gestern nachmittag' gegen 5 Uhr, aus der Richtung von Caßel kommend, mittels Auto­mobil unsere Stadt.

* Verleihung. Dem Amtsgerichtssekretär Eehlhaar hier wurde der Charakter als Rechnungsrat verliehen.

* Vom Philologentag. Die Saalburgfahrt verlief in. voller Harmonie zur Zufriedenheit aller und krönte würdig die ganze imposante Tagung. Um 12.05 Uhr trug der Extrazug die etwa 300 Teilnehmer nach Homburg, wo die elektrische Bahn nach" der Saalburg die Weiterbeförderung in Gruppen zu je 75 über­nahm. Auf der Saalburg wurden die Gruppen einzeln von sach­kundigen Führern, (an ihrer Spitze Herr Baurat Jacobi, Sohn des verstorbenen Begründers der Saalburgforschungen) durch die Reste der Zivilniederlaßung, das Kastell, das Museum geführt. Zwischendurch vereinigten sich alle Gruppen zur Besichtigung der hinter dem Prätorium aufgestellten Gruppe antiker Geschütze, in der alte Modelle von der Armbrust (Laufgewehr) bis zum fein konstruierten Erz(Stahl-)fpanner aufgestellt waren. Von der be­wunderungswürdigen Mechanik der antiken Artilleriekonstruk­tionen gab der erläuternde Vortrag des Herrn Generalmajors Schramm eine Vorstellung, die folgenden Schußproben, die sich auf Pfeilgeschoße beschränkten, zeigten die respektable Wirkung dieser pulverlosen mechanischen Artillerie des Altertums. Ebenso inter­essant war die Besichtigung der vor der Porta praetoria entdeckten und auf Befehl des Kaisers im Frühjahr 1913 rekonstruierten ver­schanzten Lager, deren Anlage durch einen Vortrag des Herrn Generalmajors Hildemann, Instrukteur der Pioniere, in such-, kundiger Weise erklärt wurden. Auf der Terraße des Saalburg- Restaurants genoßen bte Teilnehmer noch bei hereinbrechender Dämmerung den herrlichen Blick auf Homburg, um dann nach Nord und Süd auseinandergehend mit diesem letzten schönen Ein­druck in der Seele Abschied zu nehmen von dem unvergeßlichen Marburger Philologentag. (Hebet einzelne Vorträge werden wir noch berichten. D. Red.)

* Achtung, Hundesteuer! Diese ist jetzt innerhalb 14 Tagen für das zweite Halbjahr 1913 (1. Okt. 1913 bis Ende März 1914) zu entrichten. Wer seinen Hund der Halbjahrssteuer von 12 Jt nicht mehr wert hält, wolle ihn schleunigst abschaffen und die Ab», Meldung bei der Stadthauptkaße nicht vergeßen.

* Silberne Hochzeit. Wie uns mitgeteilt wird, fe'erten gestern die Eheleute Friseur Georg Schebb das Fest der silbernen Hochzeit.

* Sonntagsfreude«. Morgen finden verschiedene Ko.:?er.s enb sonstige Unterhaltungen statt. Wir verweisen auf tie t-;c£« bezüglichen Inserate. ,

Ein Herbstgewitter zog vorgestern nacht über bas La.:?.- Vhmtak. Strichweise gingen gewalttge Regengüße nieder.