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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und »Landwirtschaftliche Beilage".
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Die ^berhrsfische Zeitung" -erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durck- die Post 2.25 JH (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 <M. frei ins Haus. — Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der Univ.« Buchdruckeret I. A. Koch (Inh. Dr. T. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Freitag, 3 Oktober
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I Postscheckamtes Frankfurt a. M.
48. Jahrg.
1913.
Erstes Blatt.
Arbeitslosigkeit und Arbeitsnachweis.
Mit vollem Recht ist schon von den verschiedensten Seiten darauf hingewiesen worden, daß der Plan einer Arbeitslosenversicherung auf Kosten des Gemeinwesens nur dazu beitragen würde, den Zuftronnvs« Arbeitslosen zu den großen Städten zu vermehren und dem Lande noch mehr Arbeitskräfte zu entziehen, und daß eine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch Maßnahmen der Arbeitsvermittlung, Arbeitsverteilung und Arbeitsbeschaffung einer Arbeitslosenversicherung mit Unterstützung der Kommunen entschieden vorzuziehen sei. Eine sehr beachtenswerte Begründung dieser Auf-
i,g liefert das „Reichsarbeitsblatt" für den Monat September in den von ihm mitgeteilten Berichten verschiedener Arbeitsnachweise über die Arbeiterbewegung.
Man ersieht aus ihnen, daß es sehr wohl möglich ist, die Arbeitslosigkeit in den großen Städten durch den Uebergang der Arbeitslosen zu andern Beschäftigungsarten und ihre Abwanderung nach kleineren Orten wesentlich zu vermindern. So heißt es in dem Bericht des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise über die Lage des Arbeitsmarktes in Berlin und der Provinz Brandenburg im Monat August, daß der Arbeitsmarkt dort keine Besserung erfahren habe und im Baugewerbe und den mit diesem verwandten Gewerben die Lage nach wie vor recht ungünstig sei, daß aber allein von 550 arbeitslosen Töpfern bereits 100 sich in der weitern Provinz um Arbeit bemüht hätten. In der Holzindustrie liege es ähnlich. Zn der weitern Provinz und darüber hinaus sei der Beschäftigungsgrad auch sehr niedrig, aber immerhin doch besser als in Groß-Berlin. Aller Warnungen ungeachtet, gäbe es aber auswärts noch immer viel zu viel Arbeiter, die glaubten, in Berlin sofort dauernde und ausreichende Beschäftigung zu finden. Weiter wird bemerkt, daß der Landarbeitermangel in der Proinz infolge der wenig günstigen industriellen Geschäftslage bis zu einem gewissen Grade nachgelasien habe, d. h. also, daß Industriearbeiter aufs Land gegangen seien, lieber die Lage des Arbeitsmarktes in Schleswig-Holstein, Lübeck und Hamburg besagt dr- Bericht des Verbandes nordelbischer Arbeitsnachweise, daß sich für die infolge des Werftarbeiterstreiks arbeitslos gewordenen Kräfte gegenwärtig in reichem Maße anderweitig Arbeit bot, wenn auch nur als ungelernte Arbeiter. Solche sähen sich genötigt, mehr als sonst, kleinere Orte aufzusuchen. Auch würden viele davon Unterkunft in der Landwirtschaft gesucht und gefunden haben, die für ungelernte Arbeiter reichlich Arbeitsgelegenheit geboten habe. Aus Westfalen und dem Fürstentum Lippe-Detmold wird ebenfalls berichtet, daß in der Landwirtschaft eine starke Nachfrage nach Arbeitskräften herrschte, die jedoch vollständig gedeckt werden konnte. Im Rheinland waren offene Stellen gegen den Vormonat in erhöhtem Maße angeboten in der Landwirtschaft, mehr noch in der Holzindustrie und im Baugewerbe. Die Arbeitsvermittlungsstelle Frankfurt a. M. konnte einen Rückgang der Arbeitsuchenden vermelden, den sie auf den Umstand zurückführt, daß die Arbeitslosen in der Annahme, in den Großstädten doch keine Arbeit zu finden, sich mehr den Mittel- und Kleinstädten zuwendeten, in der Hoffnung, dort für den Winter Unterkunft zu finden. In der Industrie bei Holz- und Schnitzstoffe war daselbst die Vermittlung für Schreiner am Platze und nach auswärts sehr rege, sodaß fast alle offenen Stellen besetzt werden konnten. Nach dem Bericht des Deutschen Holzarbeiterverbandes in Frankfurt a. M. war durch fortgesetzte Abwanderung die Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen, obwohl in fast allen Geschäftszweigen Entlassungen zu verzeichnen waren. Das Baugeschäft liegt dort und in Mainz, wie auch in anderen Städten noch immer sehr darnieder. Dagegen herrschte in der Landwirtschaft, wie alljährlich im Monat August, Mangel an Arbeitskräften. In Wiesbaden war für ungelernte Arbeiter die Arbeitsgelegenheit befriedigend, besser als für die gelernten Arbeiter. In bayerischen Städten, namentlich in München, wird die allgemeine Arbeitslage besonders hinsichtlich des Baugeschäfts als ungünstig bezeichnet, dagegen konnte die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Arbeitern, insbesondere auch nach Dienstboten, nicht befriedigt werden. Aehnlich sah es in Württemberg und Vaden aus.
Aus alledem geht hervor, daß der Arbeitslosigkeit durch die Arbeiter selbst sehr wirksam entgegengewirkt werden kann, sei es, daß die hochgelohnten Facharbeiter, die es nach ihrer wirtschaftlichen Lage können, selbst Vorsorge für den Fall der Arbeitslosigkeit treffen, sei es, daß die ungelernten und auch andere Arbeiter sich mehr denjenigen Orten und Stellen zuwenden, wo sie Beschäftigung finden, anstatt sich nach den großen Städten zu drängen, wo sie feste Wurzeln nicht fassen können und einer etwaigen Arbeitslosigkeit ohne genügenden Rückhalt schutzlos gegenüberstehen. Der Sozialdemokratie freilich wird diese „Selbsthilfe" der Arbeiter wenig gefallen. Aber bevor man nach staatlicher oder komunaler Hilfe für die Arbeitslosen ruft, sollten diese doch selbst alle Mittel und Wege versuchen, die Arbeitslosigkeit wen» nicht zu beseitigen, so doch zu vermindern.
Vom Balkan.
Sie Türkei und Griechenland.
London, 2. Okt. Reuter erfährt, daß die neuen Forderungen der Türkei, obgleich sie keine Ueberraschung hervorgerufen, doch in amtlichen griechischen Kreisen als die Ursache für eine ernsthaftere Gestaltung der Lage angesehen werden.
An maßgebender türkischer Stelle ist man, wie aus Konstanri« jtopel gemeldet wird, zwar offen-« bemüht, die Verhandlungen
mit Griechenland zu einem günstigen Ende zu fuhren. Die Regierung beschloß bereits am Samstag die Demobilisation zu beginnen und in der Wakuffrage, besonders in der Frage der Anstellung von Muftis, Zugeständnisse zu machen, während die Znselfrage vollkommen gesonderten Verhandlungen vorbehalten bleibt.
Die Meldungen, nach welchen die Pforte den Großmächten in der Frage der ägäischen Inseln die türkischen Forderungen erneut mitgeteilt und die Erfüllung als Vorbedingung für den Abschluß des Friedens mit Griechenland bezeichnet haben soll, finden keine Bestätigung. — Der griechische Kriegsminister hat an die Reservisten der Jahrgänge 1900 bis 1906 den Befehl ergehen lasten, sich binnen drei Tagen bei den Fahnen einzufinden. Die verschiedenen Zweige der Landesverteidigung treffen alle Maßnahmen, welche die durch die türkischen Winkelzüge geschaffene unbestimmte Lage nötig macht.
Der albanische Appell.
Belgrad, 2 Okt. Eine amtliche Kundgebung bezeichnet den albanischen Appell an die Großmächte und die Bitte um eine Intervention gegen die serbisch-griechischen ©reudtaten als eine wahre Ironie, wenn man bedenke, daß der Appell aus Gebieten und von Menschen stamme, deren ganzes Leben bisher mit Raubzügen in die Nachbarländer, mit Mord, Todschlag und Greueln jeder Art ausgefüllt war, wovon die Annalen der türkischen Regierung haarsträubende Dinge zu erzählen wüßten. Eher dürfte es Serbien und Griechenland zustehen, namens der Humanität und der Zivilisation einen solchen Appell an Europa zu richten, damit die Einfälle albanischer Freibeuter in serbisches und griechisches Gebiet aufhören. Serbien erhob bisher feine Stimme nicht gegen die albanischen Ereueltaten, weil es ein geordnetes, von Europa anerkanntes Staatswesen sei, das das Recht habe, sich selbst Genugtuung zu verschaffen, wenn albanische Banden die Grenze überschreiten, friedliche Bewohner plündernd und mor- dernd überfallen und sich in Gebieten niederlasten, die ihnen von Europa nicht zugestanden worden sind, llebrigens trage der Appell der albanischen Stämme, sofern er authentisch sei, ganz den Charakter der Verzweiflung über den mißlungenen Einfall in serbisches Gebiet und die Furcht vor der gerechten Strafe seitens der serbischen Regierung, die solche Einfälle weder dulden könne noch dürfe, llebrigens möchten die Albaner beruhigt fein; denn Serbien wolle an den Grenzen nur Ruhe und Sicherheit schaffen. Daß man hierbei den Rahmen der bestehenden Gesetze der Menschlichkeit in vollem Matze walten lasten werde, könne als feststehend betrachtet werden, weil ein länger als ein Jahrhundert bestehendes Staatswesen wie Serbien die Gesetze der Kultur und der Gesittung bester kenne als der noch im anarchischen Urzustände lebende Volksstamm der Albaner.
Es wird weiter gemetzelt.
Belgrad, 1. Okt. Die Albaner haben gestern bei Lopuschki Han eine Niederlage erlitten. Sie verfügten nur über geringe Streitkräfte. Die serbischen Truppen, die Verstärkungen erhalten haben, setzten den Kampf im Laufe des heutigen Tages fort. Nach amtlichen Berichten haben die Albaner auf ihrem ganzen Rückzug furchtbare Grausamkeiten begangen, Dörfer in Brand gesteckt und wehrlose Christen, Albanesen und Türken, di« ihnen die Gefolgschaft verweigerten, niedergemetzelt.
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Politische Umschau.
Für da» Erbrecht de« Reiche«
ist von vielen hervorragenden Persönlichhkeiten des Reiches ein Aufruf erlösten worden. Jetzt erben bekanntlich auch die entferntesten Verwandten. Diese schrankenlose Verwandtenerbfolge sei heute unvereinbar mit den Bedürfnissen und dem Rechts- bewußtsein der Gegenwart. Die Erbschaften, die an entfernte Verwandte als „lachende Erben" fielen, seien herrenlos. Unter seinem mächtigen Schutze wird jedes Vermögen in Deutschland erworben und erhalten; seine Leistungen für die Gesamtheit und damit für den einzelnen haben sich autzerordentlich vermehrt und erhöht, während der weitere Familienkreis sich aller Pflichten entledigt hat, auf die er sich früher zur Begründung eines Erb- anpruches berufen konnte. Die Erbschaften sollen also dem Reich zufallen, und zwar sollen sie zur Erhöhung des Stammvermögens des Reiches verwandt werden. Wir erwarten von einer Aende- rung der testamentslosen Erbfolge zugunsten der Gesamtheit anstelle der entfernteren Verwandten eine Entlastung der unteren Klassen der Bevölkerung, eine gerechtere Verteilung der materiellen Elücksgüter für den Todesfall, Stärkung der vaterländischen Gesinnung und eine beträchtliche, stetig fortschreitende Besterung der Reichsfinanzen. Der Vater des Gedankens ist bekanntlich der Justizrat Bamberger in Aschersleben.
Ein türkischer General übet die hervorragenden deutschen Offiziere und Kruppschen Geschütze.
General Mehemet Ali Nushet Pascha vom türkischen „Großen Eeneralstab" hat jüngst Gelegenheit genommen, in der türkischen Militärzeitschrist „Nationalverteidigung bei der Besprechung des Balkankrieges mit den französischen Gegnern des deutschen Systems und der deutschen Kanonen in der Türkei in scharfen Worten abzurechnen. Er erklärt, daß die deutschen Kruppschen Kanonen im Kriege ihre gewaltige Ueberlegenheit bewiesen hätten. Zugleich gibt er zum ersten Mal die Gründe dafür an, warum die Türken trotzdem unterlegen wären. So beichtete er z. B. datz in der Schlacht vom 1. Oktober das 1. Armeekorps 4 Tage lang ohne Lebensrnittel und Munition gewesen sei. Bezeichnend ist die Tatsache, daß bei Beginn der Schlacht die drei Divisionen des 1. Armeekorps pro Geschütz nur 50 Granaten besessen hätten, während die Pflichtzahl — abgesehen von der Wunitionsreserv« — 512 Granaten ist. Natür
lich war das Armeekorps bald außer stand, von seinem hervorragenden Artilleriematerial Gebrauch zu machen; und man wird jetzt begreifen, wieso es den Bulgaren so schnell gelang, die türkischen Kanonen — wie die Zeitungen damals berichteten — „zum Schweigen zu bringen". Es war nut die schlechte türkische Verwaltung, die dies vermochte. Der General erklärt weiter, daß die Kruppkanonen ihre volle Schuldigkeit getan hätten, und die anderen Urteile einer „bestimmten" Presie — gemeint ist die französische — dienten lediglich Reklamezwecken zu Gunsten einer anderen Fabrik. Noch schärfer werden die Ausführungen des Generals, wenn er sich mit offenem Visir unter Namensnennung gegen die französische Presie wendet, die damals den Mut hatte, die deutsche Ausbildung zu bemäkeln es für Bankerott zu erklären. Er legt, wie er ausführt, den größten Wert darauf feftzustellen, datz das deutsche System, soweit es überhaupt bei den verworrenen Zuständen in Wirksamkeit treten konnte, die größten Erfolge aufzuweisen hatte. Zwar seien deutsche Instrukteure seit 30 Jahren in der Türkei tätig. Aber unter Abdul Hamid durfte niemand etwas lernen. Die Möglichkeit einer erfolgreichen Tätigkeit bestand für die deutschen Offiziere überhaupt erst seit 4 Jahren. Aber auch in dieser Zeit sind sie durch Wirren aller Art und durch Kriege, wie den tripoiWinischen, in ihrer Wirksamkeit behindert worden. Es blieb also eigentlich nur das letzte Jahr übrig. Aber die Truppen, die in diesem Jahr von deutschen Offizieren ausgebildet wurden, haben Wunder an Tapferkeit verrichtet. Das deutsche System hat sich ebenso hervorragend bewährt, wie die deutschen Geschütze, wenn auch in Frankreich gern das Gegenteil behauptet wird. Alle Einsichtigen, so ruft der General aus sind sich darüber klar, datz die Notwendigkeit für die Türkei besteht, beim deutschen System zu bleiben. Tatsächlich hat bereits die türkische Regierung eine umfangreiche neue Verwendung deutscher Ofiziere als Instrukteure im türkischen Heer in Aussicht genommen. Die Türkei denkt auch natürlich nicht daran, von den bewährten Kruppschen Geschützen abzugeben. Es ist erfreulich, datz jetzt endlich eine autoritative Stimme, die als Beteiligte ein umso größeres Gewicht hat, zu den damaligen Verunglimpfungen der deutschen Instrukteure Stellung genommen hat. Diese Ausführungen dürsten sich wohl in erster Linie gegen die „France militaire" richten, die zur Zeit des Balkankrieges sich gar nicht genug daran tun konnte, jeden Mißerfolg des türkischen Heeres den deutschen Offizieren aufzubürden. Nun hat ein Türke, an dessen fachmännischem Urteil über sein Heer wohl niemand zweifeln wird, diese Verunglimpfungen auf das richtige Maß zurückgesiihrt und gezeigt, daß allein die türkische Mißwirtschaft an der Niederlage schuld war.
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Deutsches Reich.
— Die Reise bes Kronprinzenpaares. Wien, 2. Okt. Das deutschen Kronprinzenpaar ist in Hopfreben eingetroffen.
— Som Reichskanzler. Berlin, 2. Okt. Der Reichskanzler empfing gestern nachmittag den Botschafter in Madrid, den Prinzen von Ratibor und Corvey.
— Das Befinden König Ottos. München, 2. Okt. Gegenüber den über bas Befinden des Königs Otto umlaufenden Gerüchten ist die „Bayrische Staatszeitung" zu der nachfolgenden Erklärung ermächtigt: Der König leidet allerdings in den letzten Monaten öfters an Furunkel, die aber niemals eine allgemeine Störung verursacht ober das Befinden ungünstig beeinflußt haben. Die Furunkel blieben stets eine.rein lokale Erkrankung, ohne Fieber zu erregen und heilten stets ohne nachteilige Folgen. Appetit und Schlaf sind unverändert. Wie feit Jahren ist die Nahrungsaufnahme vollkommen genügend. Ein Grund zur Beunruhigung ist nicht gegeben.
— Rosa Luxemburg hat in Frankfurt a. M. kürzlich erklärt: „Wenn ein Krieg ausbricht, dann sollen die „Eenosien" sich weigern, die Waffen gegen bie französischen oder andere Brüder zu richten." Mit Recht bemerkt die „Frankfurter Warte" dazu: „Man fragt sich unwillkürlich: In welchem Staate leben wir eigentlich? Haben wir noch Instanzen, die dafür sorgen, daß die Sicherheit des Reiches gewährleistet bleibt, oder hat jede Agitatorin das Recht, die Grundlagen unserer staatlichen Existenz zu unterwühlen und an ihrem Teile dazu beizutragen, daß wir im Falle eines Krieges möglichst geschwächt in den Kampf gehen?"
Ausland.
•* Der König von Schweben erkrankt. Stockholm, 2. Okt. König Gustav, der sich gegenwärtig auf Schloß Skabersjoe aufhält, ist erkrankt. Das heute von den Aerzten ausgegebene Bulletin laufet: „Der König litt feit einer im Februar 1911 vorgenommenen Blinddarmoperation wiederholt an Schmerzen in der Vauchgegend. Da die Krankheit in den letzten zwei Wochen sich wieder einftellte und bedeutend zunahm, rieten wir dem König, sich eine besonderen Behandlung auf Schloß Drottningholm zu unterziehen, was erfordert, daß der König in der ersten Zeit das Bett hüten und bis auf weiteres sich aller Regierungsangelegenheiten enthalten muß. Die Temperatur ist normal. Der Gesund- heitszustand veranlaßt keine Beunruhigung."
** Der französische Ministerrat und die Herbstmanöver. Paris 2. Okt. Einer Blättermeldung zufolge wird der übermorgige Ministerrat anläßlich der an den Herbstmanövern geübten Kritik sich mit der Frage beschäftigen, ob in dem Oberbefehl zweier Armeekorps, welche an diesen Manövern teilgenommen haben, Veränderungen vorzunehmen seien. Die Veränderungen werden nut eine beschränkte Zahl von Generalen betreffen. Ausgedehntere Maßnahme» jedoch werde» hinsichtlich bes Personals bes Inte»«