und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich buid> die Post 2.25 X (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 X frei ins Hau». — Verlag von Dr. E. Hitzeroth. — Druck der Unio^ | Buchdruckeret I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Donnerstag, 2. Oktober
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48. Jahrg.
1913.
Erstes Blatt.
Die irische Homerulefragc.
-Die irische Homerulefrage ist jetzt zu einer Uisterfrage geworden. Die ofefnkundig betriebene revolutionären Maßnahme« und Vorbereitungen der Orangisten, die Begründung und die Exerzitien der Ulster Volunteer Force, die Konstituierung einer provisorischen Regierung, die bislang in England mit einem erstaunlichen Maße von Humor ausgenommen wurden, rufen allmählich bei den Liberalen wie bei den Unionisten nun doch ein nervöses Unbehagen hervor. Das hat auch die Rede des Lordadvokaten von Schottland Alexander Uure in Uphall bei Edinburgh bewiesen, der schon nicht mehr damit rechnet, daß die Belfaster Maulhelden ihre prahlerischen Pläne aus Mangel an Anhängerschaft oder aus Furcht vor einem blutigen Bürgerkrieg im letzten Augenblick, von der Gewalt der Tatsachen bezwungen, jämmerlich unter den Tisch fallen lassen müßten, sondern der ernsthaft vorschlägt, die Danken sollten die provisorische Regierung ebenso behandeln, wie eine südamerikanische Republik, dann würde diese Regierung in wenigen Wochen unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Man ist leider gezwungen, den Ulsterrummel nicht als Bluff, sondern als sehr, sehr ernst anzusehen, denn das unab- lässtge Geschrei der Organisten hat seine Wirkung auf die breiten Massen dieser Provinz nicht verfehlt, und wenn die jetzigen Führer später auch noch von den äußersten Folgerungen zurücktreten wollten, so würde die Erregung der Masse so groß, daß diese dann auf eigene Faust losbrechen würde. Das Hauptstimulans dieser Erregung ist das religiöse Moment; die Rebellen von Ulster sind glaubensfeste, ja fanatische Protestanten, die in einem unüberbrückbaren Gegensatz zur katholischen Kirche stehen und die in der Ho- .merulebill ausschließlich eine Romerulebill sehen. Das alte 'Kampfgeschrei der Glaubenskriege „No popery“ hat wieder aktuellen Wert erhalten. — Die Konservativen, bisher die stärkste .Stütze der extremen Ulsterleute, und die Liberalen in ganz England sind sich darüber einig, daß Homerule in irgendeiner Form für Irland eingeführt und daß ein Bürgerkrieg und Blutvergießen vermieden werden muß. Daher wurde der Vorschlag des Lord Loreburn, eine Konferenz aller Parteien zur Klärung dieser Frage einzuberufen, allseitig mit Beifall ausgenommen. Die Regierung hat auch schon verschiedentlich von ihr nahestehenden Seiten erklären lassen, daß sie hinsichtlich der Form und Gestalt des Gesetzes zu Konzessionen bereit sei. Der oben bereits zitierte Lordadvokat in Schottland Ute hat z. B. erklärt, daß die Regierung über die Frage der stärkeren Vertretung Ulsters im irischen Parlament verhandeln wolle. Auch die Konservativen sind zur Nachgiebigkeit bereit, nur die Belfaster Extremen erklären unentwegt: entweder keine Homerule oder Bürgerkrieg. Lord Loreburn hat seinen Vorschlag den Parteien schon vor 14 Tagen unterbreitet, Schritte zu seiner Verwirklichung sind aber noch nicht unternommen worden. Man hält es nicht für ausgeschlosien, daß die Krone, die regstes Jnter- esie für den Ulsterkonflikt zeigt, die Initiative ergreifen und die Einladung zur Homerulekonferenz erlasien wird. Und endlich gewinnt der von den Konservativen seit langem propagierte Gedanke, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen auszuschreiben, auch bei den Liberalen, die sich bisher mit Händen und Füßen dagegen gesträubt haben, an Boden, aus der kühlen Erwägung heraus, daß das Parlament Ende 1915 seine Wirksamkeit beendet hat, daß die Homerulc-Bill vor dem Sommer 1914 keine gesetzliche Kraft erlangen kann, daß zur Einführung der neuen Verfasiung in Irland kaum ein Jahr Zeit bleibt, und daß angesichts der Schwierigkeiten dieser Aufgabe namentlich in bezug auf die Haltung Ulsters die Neuwahlen auf einen für die Liberalen höchst un- «FSnstigen Zeitpunkt fallen würden, besonders, wenn die Entrüst- «og im ganzen Lande über eventuelle gewaltsame Vorgänge in Ulster sehr groß sein würde. Aus diesen Ueberlegungen heraus ist der Gedanke an die Ausschreibung von Neuwahlen im gegenwärtigen für die liberale Regierung noch günstigen Zeitpunkt auch vom Kabinett Asquith selbst nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. - !
Tie Lage auf dem Balkan.
Unzufriedene Montenegriner. > ' ’ 3 -?x':
Wien, 1. Okt. Die albanische Korrespondenz meldet aus Eetinje: In der letzten Woche sind hier kleinere Verwundeten- Transporte von der montenegrinisch-albanischen Grenze eingetroffen. Die Kämpfe, die insbesondere in der Malisia und in Djakowa -heftig sind, erzeugen unter der Bevölkerung Montenegros große Unzufriedenheit. Es herrscht Erbitterung darüber, daß die Regierung bei Beginn des ersten Krieges in dem Glauben, daß sie sich die Malifforen dadurch verpflichte, diesen einen beträchtlichen Teil der Vorräte an modernen Waffen und Munition geschenkt hat, die in den türkischen Erenzfestigungen vorgefunden worden waren. -Durch die Ueberlassung dieser Kriegsbeute hat die montenegrinische Regierung den Albanern selbst die Mittel in die Hand ge- geebn, um mit Montenegro Krieg zu führen. Nach Mitteilungen aus der Malisiah sind die Aufständigen auch im Besitz mehrerer Kanonen aus den eroberten türkischen Grenzbefestigungen.
Serbien in Verlegenheit.
W i e n, 1. Okt. Die südslawische Korrespondenz meldet aus ,Belgrad: Die serbische Regierung befindet sich angesichts der Stimmung der Öffentlichkeit, die für ein albanisches Abenteuer keine Begeisterung zeigt, in einer heiklen Lage. Wie verlautet, hat das französisch-serbische Syndikat dieser Tage der Regierung erklärt.
es könne die Ausbezahlung der fälligen zweiten Anleiherate nut dann erfolgen, wenn es die ausdrückliche Versicherung erhält, daß Serbien nichts unternehmen werde, was internationale Komplikationen heraufbeschwören könne. Und sonst verhält sich der französische Geldmarkt gegen Serbien zurückhaltend, da die Höhe der zu übernehmenden Quote der türkischen Staatsschuld noch nicht festgestellt ist.
C e t i n j e, 30. Sept. Die Nachricht über die angebliche Ein- nähme von Tuzi durch die Malisioren sowie über Kämpfe zwischen montenegrinischen Truppen und aufständischen Albanern bei Slava und Euisinje sind erfunden. Ebenso die Nachricht von der Erschießung angesehener Albaner in Eusinje. An der montenegrinisch-albanischen Grenze hat keine Ruhestörung stattgefunden.
V a l o n a, 1. Okt. Die Kämpfe der letzten Tage bei Dibra, Struga und anderen Orten find durchaus nicht im Einverständnis mit der Regierung erfolgt, die ihnen vielmehr völlig fernsteht und die Ereignifie bedauert, die dem Lande nur schaden können. Da die Regierung vor immer größeren und verantwortungsvolleren Ausgaben steht, trachtet Ismail Kemal Bey danach, das Kabinett und Leute um sich zu scharen, die den Bedürsnifien des Landes ein genügendes Verständnis entgegenbringen.
Efiad Pascha.
W i e n, 1. Okt. Die „Albanische Korrespondenz" meldet aus Valona: Efiad Pascha telegraphierte der provisorischen Regierung, daß er angesichts der schwierigen Verhältnifie, in welchen Albanien augenblicklich sich befände, in der Einigkeit der Ration gegenüber den Feinden die erste Notwendigkeit sehe. Daher erachte er den Zwist mit der provisorischen Regierung für beendet und sei bereit, seine patriotische Pflicht gegenüber dem Vaterland zu erfüllen.
Wien, 30. Sept. Auf eine Anfrage der „Neuen Freien Prefie" an Efiad Pascha über seine Pläne und sein Verhalten zur provisorischen Regierung, ließ Essad Pascha folgendes antworten: Die Albaner sind einig darin radikale Reformen einzuführen. Ismail Kemal hat nur Valona für sich, die meisten Städte und Bezirke stellen folgende fünf Forderungen auf: Der Sitz der Re. gierung ist nach Durazzo zu verlegen. Die Bildung eines verant- wörtlichen Kabinetts hat zu erfolgen. Bei den Großmächten sind dringende Schritte zu unternehmen, ’ um die unverzügliche Ernennung eines Fürsten durchzuführen. Die Regierung von Valona soll aufgefordert werden, der Nation eine detaillierte Rechnung über di« Einnahmen und Ausgaben von ihrem Amtsantritt bis zum heutigen Tage vorzulegen. Vor Ankunft des Fürsten soll keinen Ausländern irgend eine Konzession erteilt werden. Hinzu- gefügt wird, in allen Gebieten von Albanien herrscht Ruhe, aber die Bevölkerung beharre auf ihren berechtigten Forderungen.
Bo« serbische« Ministerpräfidenten.
Wien, 1. Okt. Das „Neue Wiener Abendblatt" schreibt: Wenn es richtig ist. daß Ministerpräsident Pafitfch auf der Durchreise durch Wien auf dem Ballhausplatze vorzusprechen beabsichtigt, so kann er von vornherein einer freundlichen Aufnahme sicher sein. Er wird sich gewiß überzeugen können, daß hier keinerlei Voreingenommenheit gegen Serbien besteht und daß die Monarchie den Wunsch Serbiens nach baldiger Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung auf dem Balkan sowie nach Anbahnung gesicherter ökonomischer Beziehungen zwischen ihr und Serbien aufrichtig teilt. Das Blatt betont von neuem, daß die Monarchie selbstverständlich keine Einwendungen erhebt, daß Serbien innerhalb seiner Grenzen die Ordnung wieder herstellt. Es würde allerdings im eigenen Interesse Serbiens liegen, dasür zu sorgen, durch einen billigen Frieden die neuen Untertanen unter Berücksichtigung ihrer nationalen Eigenart und wirtschaftlichen Bedürf- nifien nicht nur zu unterwerfen, sondern dauernd für sich zu gewinnen. Von einer Aenderung der in London beschlofienen Grenze wird allerdings keine Red« sein können.
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Politische Umschatt
Leutnant Steffens Rückkehr.
Paris, 1. Ott. Eine amtliche Note bestätigt, daß Leutnant Steffen von der französischen Regierung ermächtigt wurde, Frankreich auf dem Luftwege zu verlafien, da aus der Untersuchung hervorgehe, haß er infolge des Nebels zu einer Notlandung gezwungen wurde und auf französischem Gebiet keinerlei Erforschung vorgenommen habe. Die Note fügt hinzu: Da Leutnant Steffen sich gegen die Vorschrift des deutsch-französischen Abkommens vom 26. Juli vergangen hat, so signalisiert die französische Regierung der deutschen Regierung diese Tatsache und überläßt es ihr, bezüglich dieses Offiziers die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. — Nach einer Meldung aus Boulogne wurde Leutnant Steffen, nachdem sich der deutsche Konsul Busch für ihn verbürgt hatte, ermächtigt, mittels Eisenbahn noch Deutschland zurückzukehren. Sein Flugzeug sei auseinder genommen worden und werde vom Bahnhof Boulogne nach seinem Bestimmungsort befördert werden. — Ein Boulogner Blatt berichtet, daß der deutsche Konsul Busch dem llnterpräfekten und dem Kommifiar der Staatspolizei ein Frühstück gegeben habe, zu welchem auch Leutnant Steffen geladen war. Konsul Busch habe int Namen des deutschen Offiziers den ftanzösischen Zivil- und Militärbehörden für ihre Courtoisie gedankt und gleidßeitig auch die wohlwollende Haltung der Bevölkerung anerkannt. Der Konsul fügte diesen Worten seinen persönlichen Dank hinzu und erklärte, er hätte es abgelehnt, den Leutnant Steffen mit seiner Autoriät zu decken, wenn er auch nur einen Augenblick an der Wahrhaftigkeit seiner Darstellung gezweifelt hätte. — Das „Journal des Debats" schreibt über die Notlandung des deutschen Fliegers: Wenn es wahr ist, daß Leutnant Steffen vollständig vorbereitete Telegramm« an die Adresse der deutschen Botschaft in Parts bei sich hatte, tun ihren Schutz im
Fall« einer Notlandung in Frankreich zu erlangen, so wird man zugestehen müssen, daß er ein wenig vorausgesehen hatte, daß er ttotz des unzweideutigen Verbots über französisches Gebiet fliegen werde. Sollte jemals ein französischer Militärflieger in Deutschland landen müssen, dann kann man nur wünschen, daß dies unter regelrechteren Verhältnifie« erfolgt, besonders wenn er 500 Kilometer von der französisch-deutschen Grenze niedergehen sollte; aber jeder weiß, daß den französischen Militärfliegern derartiges nie passiett, sei es, daß sie bester ihre Richtung finden, sei es, daß man ihnen in strengerer Weise die Achtung vor den internationalen Abmachungen einprägt.
Bo« Hansabund.
Das Direktorium des Hansabundes hat sich mit de« bekannte« Vorgängen im Zentralverband deutscher Industrieller beschäftigt, und veröffentlicht einen Beschluß. Die engere Verbindung der, drei Gruppen, Vertreter der Landwirtschaft, des Mittelstandsverbandes und des Zentralverbandes deutscher Industrieller, erscheint dem Hansabund nur als ein Glied in einer großen Kett« von ähnlichen Vorgängen, die seinerzeit auch zum Austritt eines Teils der im Zentralverband vertretenen schweren Industrie au» dem Hansa-Bund geführt haben und welche auf die Neigung ge- wisser Kreise des Zentralverbandes deutscher Industrieller schließen lasten, den Kampf gegen den Bund der Landwirte einzustellen, um in eine engere Fühlung mit der extremen Rechten und beienj wirtschaftlichen und politischen Verbänden zu treten. Der Hansa- bund meint demnach, daß jede Annäherung an diesen Bund und jedes Paktieren mit demselben, bei Fortbestand seiner agrardemagogischen Richtung, nicht nur die Lebensinterefien der Industrie und des Handels, sondern auch des Kleingewerbes, des Handwerks und der Angestellten aufs empfindlichste schädigen muß. Di« Politik des Bundes der Landwirte wird dann aufs schärfste angegriffen. Gerade der Bund der Landwirte hat u. a. die organische Ausbildung des Kanalnetzes, jede durchgreifende innere Kolonisation, die Goldwährung, Reichsbankverfafiung und Verwaltungsreform, die Exportindustrie und den Exporthandel beständig bekämpft und hat auch die Kartellpolitik der Unternehmer, die et als „Kartellunwesen" bezeichnete, durch em Kartellgesetz zu zügeln vorgeschlagen. Gr hat alle gewerblichen Kreise., durch stets wiederholte Anträge auf immer neue Steuern, Stempel Revisionen und Kontrollen fortdauernd beunruhigt, de« Zwischenhandel, soweit irgend möglich, durch seine Organisationen überall auszuschalten gesucht, Mittelstand und Handwerk mit leeren Versprechungen oder mit Leistungen hingezogen, die« nichts kosten und nichts nützen, und würde ihnen, bei Durchführung seiner Zollforderungen, die Lebenshaltung und Rohmateri. alten immer weiter verteuern.
Diese Haltung des Bundes bet Lanbwirte hat bie Gründung - einer gemeinsamen Front von Gewerbe, Handel und Industrie zu einet unabweisbaren Notwendigkeit gemacht. Demgegenüber stellen wir wiederholt fest, daß der Hansabund unter den heutigen nationalen und internationalen Verhältnissen sowohl der !Industrie wie der Landwirtschaft den ihnen notwendigen Zollschutz unter Ablehnung jeder Erhöhung der bestehenden Agrarzolle und des lückenlosen Zolltarifs, zu gewähren bereit ist, wie immer die politischen Parteien, mit denen sich der Hansabund überhaupt nicht identifizieren kann, sich zu diesen Fragen stellen mögen.
Auf diese Angriff dürfte der Bund der Landwirte sehr bald das Wort nehmen. Einstweilen ist die Prefie der Lrnken nur mit den Angrifefn des Hansabundes auf den Bund der Landwirte einverstanden, die positiven Sätze über die Stellung zu den Zollfragen gefällt durchaus nicht. *
Deutsches Reich.
— Som Kronprinzenpaar. München, 1. Ott. Das deutle Kronprinzenpaat ist von Berlin kommend heute morgen üb« Nürnberg und Augsburg nach Jmmenstadt im Allgau gereist, von wo es sich im Automobil zu einem längeren Jagdaufenthalt nach Hop—b^^Reichskanzler. Berlin, 1. Okt. Der Reichskanzler empfing gestern nachmittag den Oberprästdenten der Rheinpro- vinz Staatsminister v. Rheinbaben und heute vormittag den kaiserlichen Gesandten in Peking v. Haxthausen sowie den neu- ernannten hanseatischen Gesandten Dr. Sieveking.
— Konferenz der Kultusministerien. Stuttgart,. 1. Okt. Ende Oktober findet, wie der „Schwäb. Merkur" meldet in Eisenach eine. Konferenz der Vertreter der deutschen Kultusministerien zur näheren Fühlungnahme in den Angelegenheiten der Volksschule)
Reichstagsabgeordneter a. D. Dohr« *h Stettin, 1. Okt. Der frühere Reichstagsabgeordnete Dr. Dohrn ist heute nacht t«' Florenz im Alter von 75>/2 Jahren gestorben. Der Verstoroene^ ein bekannter Philanthrop, war jahrelang Mitglied der Stettiner Stadtverwaltung und Ehrenbürger Stettins ;
— Bus de« preußischen Landtage. Berlin, 1. Dtt. Der, Landtagsabgeordnete Gaigalat, der bisher Hospitant der konser- vativen Fraktion war, ist, litauischen Blättern zufolge, aus dem Verhältnis zur konservativen Partei ausgeschieden, da sich tief-' gehende Differenzen zwischen den Litauern und Deutschkonserva-, tiven gebildet haben, die schon in den letzten Wahlkämpfen eine' bedeutende Rolle spielen.
— Die Zahl der Richt« in Deutschland. Berlin, 30. Sept. Nach einer von dem Oberlandesgerichtspräsidenten Lindenberg in' der „Deutschen Juristenzeitung" v«öffentlichten Statistik betrug, die Zahl der Richter in Deutschland am 1. Januar b. 1.10177 ge»j gen 9974 vor zwei, 9676 vor vier und 9289 vor sechs Jahren. In den letzten beide« Jahren fand eine Zunahme der Richter um 2031