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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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M 228

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Scnn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der llniv.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Montag, 29. September

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder de«n Raum 15 4, bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für Rellamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahr-!.

1913.

ErSes Blatt.

Tie Bedeutung des Retckstages von 1914, soweit sich sein Arbeitsgebiet zurzeit übersehen läßt, wird in der Hauptsache durch Veratungsgegenstände, die dem Bereiche des wirt­schaftlichen, speziell des industriellen und kommerziellen Lebens entstammen, und die Art der Behandlung, die sie erfahren, gekenn­zeichnet sein. In vorderster Reihe steht dabei die Revision des , Zolltarifs von 1902. Die Verabschiedung der zu diesem Zweck vor- ' zulegenden Novelle wäre an sich nicht so dringlicher Natur, da an­der Struktur des geltenden Zolltarifs nichts geändert werden, die Revision vielmehr nur auf die Beseitigung technischer Uneben­heiten im Aufbau des Tarifs und auf die Abstellung einzelner wirtschaftlicher Unvollkommenheiten sich erstrecken soll. Aber die Zeit rückt näher, in der die Verhandlungen über die mit dem Jahre 1917 ablaufenden Verträge ausgenommen werden müssen; es liegt daher im allseitigen Jnteresie, daß die gesetzliche Grundlage, auf der die deutschen Unterhändler an die Aufgabe der Erneuerung der bestehenden Verträge heranzutreten haben, möglichst frühzeitig be­schafft wird. Es sind aber keineswegs allein die zoll- und handels­politischen Debatten, die eine ungewöhnlich ausgiebige Beschäf­tigung des Reichstags mit Problemen und Interessen aus dem Be­reiche des wirtschaftlichen Lebens bedingen. Auf diesem Gebiete liegen auch die demnächst fortzuführenden oder neuaufzunehmenden Arbeiten an den Vorlagen zur Aenderung der Konkurrenzklausel­bestimmungen des Handelsgesetzbuches, zur Regelung des Verding­ungswesens, zur neuen Wechselordnung, die die Voraussetzung ist für die Ratifikation des Abkommens zur Vereinheitlichung des Wechselrechts. Dahin gehören ferner die Erneuerung des Handels­provisoriums mit Großbritannien, die den Reichstag mit Rücksicht auf die nur noch kurze Dauer der bestehenden Abmachungen alsbald nach seinem Wiederzusammentritt beschäftigen wird, sodann die Vorlagen über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, den Schutz der Hypothekengläubiger, den Verkehr mit Leuchtöl und vor allem die drei Gesetzentwürfe zur Neureglung des gewerblichen Rechts­schutzes. Dazu treten dann noch eine Reihe weiterer Vorlagen, die gleichfalls neu angekündigte Novelle zum Reichskaligesetz und die in Aussicht gestellte Vorlage zur Regelung des Verkehrs mit Schuß­waffen, die wirtschaftliche Gebiete berühren. Auf diese pflegen auch die Etatsberatungen von Jahr zu Jahs-mehr Bezug und Be­dacht zu nehmen, so daß dadurch noch unterstrichen wird, in wel­chem Maße die Erörterung wirtschaftlicher, speziell kommerzieller und gewerblicher Fragen die Tagungsabschnitte des Reichstags im Herbst des laufenden Jahres und im nächsten Jahre beherrschen wird. Nach seiner Bedeutung für die Volksgesamtheit wird somit der Reichstag 1914 seinem unmittelbaren Vorgänger, der dem Vaterlande die unerläßliche Wehrmachtsverstärkung gegeben hat, sicherlich nicht nachstehen, wenn er durch die Art und die Ergebnisse seiner Arbeiten den wohl verstandenen Interessen des wirtschaft­lichen und gewerblichen Lebens Genüge leistet. In gewissem Sinne wird der Reichstag von 1914 diesem seinem Vgrgänger sogar eben­bürtig und gleichwertig zur Seite zu treten haben, insofern näm­lich, als er durch seine Beschlüsse dazu beitragen soll, daß die Na­tionalwirtschaft hinreichend gekräftigt und in ihrem Bestände ge­sichert wird, um die- neuen militärischen und sozialpolitischen Lasten, die die Reichsgesetzgebung der letzten 3 Jahre gebracht hat, aufbringen und ertragen zu können. Damit übernimmt der Reichs­tag eine Verantwortung, die ihm doppelt zur Pflicht machen sollte, die Gutachten und Ratschläge, an denen es die großen wirtschaft­lichen Vereinigungen in Wahrnehmung der Gesamtinteressen des deutschen Wirtschaftslebens auch in Zukunft und gerade angesichts der Zusammensetzung des gegenwärtigen Reichstags gewiß nicht ^fehlM.lassen werden, die schuldige Rücksichtnahme zu bezeigen, allen abwegigen Forderungen aber, deren Befriedigung mit neuen Opfern und Nachteilen für die von den Kosten der letzten Heeres- verstärkung betroffenen Erwerbs- und Berufsstände verbunden wären, mit dem gebotenen Nachdruck entgegenzutreten.

Vom Balkan.

Albaner und Serben streiten sich nun, wer schuld ist an dem neuerlichen Aufflammen der Kriegsbewegung. Aus serbischer Quelle lautet die Darstellung folgendermaßen: Die Albanische Korrespondenz versucht in einer angeblich aus Valona stammen­den Zuschrift, alle Schuld für die Ereignisse an der serbisch-albani­schen Grenze auf Serbien zu wälzen. Daß Serbien den aufrich­tigen Wunsch hegte, Frieden zu halten und den Willen der Groß­mächte zu respektieren, beweist die Tatsache, daß die Demobilisation seines gesamten Heeres sofort durchgeführt wurde, was gewiß nicht geschehen wäre, wen man Hintergedanken gehabt hätte. Die Ueber- zeugung, daß der Friede gewährt, die Grenze sichergestellt und der von den Großmächten und Albanien gewünschte Zustand von Ord­nung und Sicherheit gewährleistet wird, trugen dazu bei, daß man in Serbien ganz unerwartet die letzten betrübenden Ereignisse her­ankommen sah. So lange die serbischen Truppen albanische Ge­biete besetzten, konnten sich die letzten ihrer Ordnung und Sicher­heit rühmen. Nach der Zurückziehung der serbischen Truppen fielen die albanischen Gebiete in die alte Anarchie zurück. Jedem wird es erinerlich sein, daß während der Okkupation die Albaner ruhig und teilweise sich sogar freundlich verhielten. Das ist jetzt nicht der Fall. Es kann als Beweis angesehen werden, daß sie jetzt von 'den Führern und Hintermännern gegen Serbien aus politischen gründen aufgeftachelt worden sind. Ueberdies ist es unwahr, daß sich die Albaner, die auf s^bischem Gebiete leben, gegen die ser­bische Herrschaft erhoben hätten. Die serbischen Albaner verhalten l|dj auch im gegenwärtigen Augenblick völlig ruhig und loyal, aus­

genommen einige wenige Fälle, in denen nachweislich Agitatoren aus Albanien ihre Genossen diesseit der serbischen Grenze ver­führten. Daß die Albaner in die serbischen Gebiete tatsächlich plündernd und mordend eingefallen sind, ist ein weiterer Beweis, daß ihnen die Aufreizung des serbischen Gebietes nicht gelungen ist, und daß die serbischen Albaner keinerlei Lust zeigen, für ihre Stammesgenossen jenseits der Grenze die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Endlich find alle von der Albanischen Korrespon­denz in die Welt gesetzten Nachrichten über angebliche serbische Ereueltaten, wie Brandstiftungen, Morde und Körperverstümme- langen usw. vollkommen unwahr. Wir sind ermächtigt, alle von der Albanischen Korrespondenz veröffentlichten Mitteilungen über Serbien als böswillige * und tendenziöse Erfindungen mit Ent­rüstung zurückzuweisen.

Weiter liegen heute vom Balkan folgende Meldungen vor:

Belgrad, 27. Sept. Der Kriegsminister ordnete die Ein­berufung der Wehrpflichtigen des ersten Aufgebots an, welche zwölf Regimenter umfassen. Wegen großer Truppentransporte ist der Personenverkehr auf den Eisenbahnen einige Tage lang einge­stellt worden.

Belgrad, 27. Sept. Das Pressebüro veröffentlicht eine Reihe von Untaten und Morden der aufständischen Albaner, zum Teil mit Nennung der Namen Es berichtet ferner, die Albaner hätten Kirchen zerstört oder in Moscheen umgewandelt. Die christ­liche Bevölkerung aus dem Bezirke Reka sei nach Gostiwar ge- flohen, von wo sie durch die serbische Armee wieder in ihre Wohn­stätten zurückgeführt werde.

Wien, 27. Seckt. In der Wiener Meldung desPester Lloyd" über die Stellung Oesterreich-Ungarns zu den Vorgängen in Albanien fügt dasNeue Wiener Tagblatt" auf Grund einge­holter Informationen hinzu, daß Oesterreich-Ungarn und Italien aus eigenem Antriebe nicht erst seit heute ihren Einfluß in Al­banien geltend machten, um ernstlich zur Ruhe zu mahnen und ein Uebergreifen der Bewegung auf das autonome Albanien hintan­zuhalten. Das Blatt erklärt weiter, die Serben selbst und die ge­nannten Namen der Führer des albanischen Aufstandes, insbe­sondere Boljetinatz, bewiesen, daß es sich um Albanier handele, die jetzt serbische Untertanen seien. Wenn serbischerseits auf die in­folge des Druckes der Mächte erfolgte vorzeitige Zurückziehung der serbischen Truppen aus Albanien als auf den Grund des Aufstan­des hingewiesen werde, sei demgegenüber festgestellt, daß die Zu­rückziehung tatsächlich niemals vollständig erfolgt sei.

Wien, 27. Sept. DasFremdenblatt" schreibt: Serbische Blätter bringen die auch in ausländischen Zeitungen Lberge- gangene Meldung, derzufolge in den Reihen der im Kampfe mit serbischen Truppen' stehenden Albaner auch österreichisch-ungarische Offiziere sich befinden sollen. Aufgrund von an kompetenten mili­tärischen Stellen eingeholten Erkundigungen find wir in der Lage, diese Behauptungen kategorisch zu dementieren.

Sofia, 27. Sept. DieAgence Bulgare" meldet, serbische Soldaten und türkische Baschibozuks zerstörten alle bulgarischen Ortschaften, namentlich im Distrikte Radowischte, nachdem sie vor­her die gesamte Ernte und alles Vieh nach Serbien geschickt hätten.

P a r i s, 27. Sept. DerPetit Paristen" will erfahren haben, daß die Türkei die Absicht habe, die Verhandlungen mit Griechen­land abzubrechen und nur unter der Bedingung wieder aufzuneh­men, daß ihr die Inseln Chios und Mytilene zuerstattet werden. Die Türkei soll gegenüber Chios ein Landungskorps bereit halten.

E o r i z a, 28. Sept. Die Serben verließen gestern vormittag das ganze Gebiet südlich des Presbasees bis nördlich von der Höhe 1537, jenseits des in der Nähe des Sees gelegenen Dorfes Kutzo. Die griechischen Truppen besetzten sofort das von den Ser­ben verlassene Gebiet.

K o n st a n t i n o p e l, 28. Sept. An zuständiger Stelle ver­lautet, der Ministerrat werde heute einen Gegenvorschlag betref­fend die mit Griechenland in der Schwebe befindlichen Fragen der Staatsangehörigkeit der Vakufs und muselmanischen Gemeinden endgültig ausarbeiten. Der türkische Friedensdelegierte Talaat begibt sich Anfang dieser Woche nach Athen.

K o n st a n t i n o p e l, 28. Sept. Nach dem zustande gekom­menen Uebereinkommen werden die Kriegsgefangenen binnen Monatsfrist freigelassen werden. Wie verlautet, bestimmt das Protokoll, daß Bulgarien für den Unterhalt der Kriegsgefangenen keine Entschädigung erhalte, da die Kosten durch den Ertrag aus der Kapitalisierung eines Teiles der Vakufgüter ausgeglichen wer­den. Man weiß noch nicht, wie die Privatinteressen der Vakufs entschädigt werden.

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Politische Umschau.

Die Lage i« China.

P e k i n g, 26. Sept. Rußland hat der mongolischen Regierung zwei Millionen Rubel vorgestreckt, die durch gewisse Einahmen in den Distrik­ten bei Kobdo garantiert werden. Di« russischen Steuereinnehmer haben ihre Arbeit dort bereits begonnen. Englische Kaufleute in China be­trachten mit einiger Besorgnis die Tätigkeit der Japaner. Im Jangtse­tal rückt «ine japanische Abteilung von 750 Mann gegen Hankau vor.

Peking, 27. Sept. Di« japanische Gesandtschaft dementiert aufs Bestimmteste, die Behauptung von der Ueberreichung eines Ultimatums an China und erklärt, China bewilligte die japanischen Forderungen.

Nanking-, 27. Sept. General Changsuen besuchte heute morgen das japanische Konsulat in Begleitung einer 50 Mann starken Leibwache und entschuldigte sich wegen des Vorfalls in Nanking. Am Nachmittag wird ein Regiment ftiner Truppen vor dem japanischen Konsulat vorbei­marschieren und vor dem Konsul präsentteren

London, 27. Sept. DieMorning Post" meldet aus Schanghai: Der japanische Konsul in Nanking hat alle Japaner aufgefordert, in das Konsulat zu kommen, wo fi« mit Maschinengewehren beschützt werden würde«. .... .. ..

Deutsches Reich.

Bom Kaiser. Trier, 27. Sept. Der Kaiser jommt am 15. Oktober von Schloß Lieser im Kraftwagen über Daun nach Eerold- ftein. In Daun besichtigt der Kaiser den zu seinem Regierungs­jubiläum gestifteten Naturschutzpark. Vormittags um 11 Uhr trifft der Kaiser in Eeroldsteiu ein, worauf dort die Einweihung der neuen protestantischen Erlöserkirche erfolgt. Kreislehrergesang­vereine von Daun und Prüm tragen dabei Lieder vor. Nach der Einweihungsfeier frühstückt der Kaiser bei dem in Geroldstein wohnenden Freiherrn v. Mirbach und besichtigt dann den Natur­schutzpark in Geroldstein sowie den Kaiser Wilhelm-Felsen daselbst. Gegen 2 Uhr erfolgt die Weiterfahrt nach Bonn.

Ordensverleihung. Berlin, 27. Sept. Der Kaiser hat dem aus dem Staatsdienste ausscheidenden Oberlandforstmeister und Ministerialdirektor, Wirk!. Geh. Rat Hermann Wesener, den. Königl. Kronenorden 1. Klasse verliehen.

Aus dem Armeeverordnungsblatt. Berlin, 27. Sept. Das Armeeverordnungsblatt" gibt eine Kabinettsorder bekannt, nach der das 2. Nassauische Jnfaterie-Regimeut Nr. 88 fortan den Namenzug seines Chefs, des Königs der Hellenen, auf den Epau- letten, Achselstücken und Schulterklappen zu tragen hat. Den Fliegerbataillonen 1 bis 4 sind besondere Abzeichen für die Epau- letten, Achselstücke und Schulterklappen verliehen worden. Das Kaisermanöver 1914 wird im Bereiche des siebenten, achten, elften und achtzehnten Armeekorps stattfinden. Das zweite und dritte bayerische Armeekorps werden daran teilnehmen.

Herr Quarck und der Kriegsminister. Frankfurt a. M., 26. Sept. Das Kriegsministerium hat dem Generalkommando des 18. Armeekorps auf dessen Mitteilung über seinen Schriftwechsel mit dem sozialdemokratischen Abgeordneten Quarck ein Schreiben zugehen lassen, in dem es heißt:Der Reichstagsabgeordnete Dr. Quarck ist nach der Reichsverfassung nicht berechtigt, unter Be­rufung auf feine Eigenschaft als Abgeordneter, Erklärungen von einer militärischen Stelle zu fordern. Ebensowenig ist diese be­rechtigt, einem derart begründeten Verlangen nachzukommen. Das Kriegsministerium befindet sich daher durchaus im Einverständnis mit der von dem Kommandierenden General in der Angelegenheit vertretenen Auffassung." Herr Quarck, der Frankfurt im Reichstage vertritt, hatte von dem kommandierenden General des 18. Korps v. Schenk Auskunft gefordert über die Stelle einer Rede, in der er aufzweifelhafte Elemente" hinwies, von denen Angriffe gegen das Heer gerichtet würden.

Das neue Strafgesetzbuch. Berlin, 27. Sept. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Die mit der Aufstellung des Entwurfs eines neuen Strafgesetzbuches betraute Kommission hat ihre Arbeit be­endet. Die Kommission, die sich seit April 1911 fortdauernd der bedeutungsvollen Aufgabe gewidmet hat, trat heute zu ihrer letz­ten Sitzung zusammen. Der Staatssekretär des Reichsjustizamts nahm hierbei Gelegenheit, der Kommission für ihre unermüdliche und aufopferungsvolle Tätigkeit den Dank und die Anerkenung des Reichskanzlers auszusprechen.

Das deutsch-französische Verständigungskomitee. Brüssel, 27. Sept. In der heutigen Schlußsitzung des deutsch-französischen Verständigungskomitees, das in Gent tagt, wurde beschlossen, im Frühjahr 1914 in Brüssel einen deutsch-französischen Journalisten- Kongreß zu veranstalten, den die Mitglieder der belgischen Presse organisieren. Ferner wurde als Mittel der Annäherung eine Studienreise französischer Pressevertreter durch Deutschland be­schlossen. In den Leitsätzen wurde das Aktionsprogramm nieder­gelegt, daß man den chauvinistischen Ausschreitungen in der Presse entgegentreten wolle. Bei den Verhandlungen war der Reichs­verband der deutschen Presse und der Verein Berliner Presse ver­treten.

Die Titanic-Konferenz zur Sicherung d«s Seeverkehrs tritt nunmehr am 12. November in London zusammen. 14 Staaten werden teilnehmen.

Fortgang der Kruppafsäre. Berlin, 27. Sept. Am 23. Oktober wird vor der ersten Strafkamer des Landgerichts I die Hauptverhandlung gegen Brandt und Genossen wegen Verrats militärischer Geheimnisse und Bestechung beginnen. Es ist dies die Bezeichnung, unter der die sogenannte Krupp-Affäre die Ge­richtsbehörden beschäftigte. Die im Februar d. I. zuerst gegen Brandt und zwei andere Angestellte der Firma Krupp eingeleitete Untersuchung hatte zeitweise einen großen Umfang angenommen und sich im ganzen gegen die Personen gerichtet, von denen zehn als Leiter oder Angestellte der Firma Krupp angehören oder ange­hört haben. Die Staatsanwaltschaft hat aber nach Abschluß der gerichtlichen Voruntersuchung die öffentliche Anttage nur gegen drei Angeschuldigte aufrecht erhalten und auch von diesen noch einen außer Verfolgung gesetzt, sodaß sich in der Verhandlung neben den bereits aus der Verhandlung des Königlichen Komman­danturgerichts hierselbst gegen Tilian und Genossen der bekannte' Berliner Vertreter der Firma Krupp, Maximilian Brandt noch einer der maßgebenden Leiter der Essener Firma zu verantworten haben wird.

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Ausland.

* Reue Kriegsschiff«. Rom, 28. Sept. Die italienische Regierung wird sofort den Neubau von großen Dreadnoughts in Angriff nehmen, ebenso den von Kanonen- und Torpedobooten und zwar in Höhe von 68 Millionen Lire. Der Marineminister hat den Wunsch ausgesprochen, daß die Schiffe sobald wie möglich fertig gestellt werde.

** Frankreich und Spanien. Paris, 28. Sept. Ministerpräsident Barthou wird heut« vormittag vom König von Spanier auf Schloß Miramar« empfangen werden und gegen abend nach Pau abreyen, wo er morgen ein« Rede über di« innere und äußer« Politik Frankreichs hatte« wird. Man fieht dieser Red« mit großer Spannung entgegen.